Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2161 (25.2.1925)
- Date
- 1925-02-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981246--22033-3009404- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
jIe. 2161' Men, Mttwoch „Dns Himmelsrad hat sich itGvischen gedreht. Warte biS morgen u>m bicfc Zeit, foarnt wirst toii den Korb wieder hier finden." Rabba erzählte: Ernst sahen wir auf der M eeres reife ein« Kiste, in der Edelsteine und Perlen einge'eht waren rmd die ein Fisch umikreiste. den man Kurscha nennt. Da stieg ein Taucher hinab, um sie zu hr>'en. Als es der F'sch merkte, wollte or ihn in die Schenkel Leihen. Da warf er nach ihm einen Scheuch Essig und er sank in di« Diese. Hierauf rief eine Stimme vrm Hi.n^mrl: „Laßt von dieser Mste, sie gehört der Frau des Rabbi Chan-ina den Desa, Äc darin für die Frommen im J-ensoils die SchausÄden anshebeu wird!" Kn altjüdisches Gaftmahl. Bereits in frühen Zeiten gehörte es zum guten Ton unter den wohlhabenden Bewohnern Jerusalems» die Vernxmdten, Fvounde u>nd Bekannten wenigstens einmal im Fahre zu einer größeren Festlichkeit zu sich zu bitten. Veranlassung dazu gaben besonder« Familivitereignisse oder auch ein höheres religiöses Fest. Di« Einladung zu einem solchen Ddahle erfolgte schon zeitig, so daß sich jeder Gobei'e'Nc dazu mühelos oinvichten konnte. Die Zubereitung der Speisen nahm natürlich nicht so viel Zeit in Anspruch wie in der Gegenwart, da jeder Gastgeber größtenteils mir das gab, was Wirtschaft, Fevd und Garten ihm boten. Selbst die Beschafsuing der Getränke verursachte dem Wirte keine Ausgaben, da sich der einfachste Hausbesitzer den Lein für den eigenen Bedarf kelterte. Besonders beliebt uitib bevorzugt bei dem Mahle waren mancherlei Früchte, <m denen kein Mangel war. Je noch der Jahreszeit bot man Feigen, Weintrauben, Rosinen, Granatäpfel, Datteln, Mandeln oder Piftaien. wozu Brot gereicht wurde. Dieses hatte Kuchenform und man bereitete cs aus Weizen, Gerste, Hirse oder Dinkel. Weil dasselbe aber sehr bald austrocknete und dadurch an Geschmack verlor, so ließ die Hausfrau es erst kurz vor dem Bog'.un des Mahles racken. Das geschah m erhitzten Gruben auf Kusammengesügtv» Zieg-cilste'rnen. Auf diese legte man den ausgerolltsn Teil rmd weitdete ihn mehrmals um. Man schüttete auch Wohl giühende Kohlen in ein großes irdenes Gefäß, deckte es Mchhor oben zu und beklebLe die Außenwände mit einer Tab?sch'ck)t. Auf diese Weise waren in kurzer Zeit die mrr dünnen Kuchen gebacken. Die jüdischen .Hausfrauen versta-udm es jedoch auch. feineres Backwerk in irdenen Formen herzustellen, wozu sie vorwiegend Od, Honig, Feigen und Rosinen verwendeten. An Gemüse bot der Garten reiche Aus-wahl. Man richtete es gekocht mit heißem Olivenöl an. Fleisch wu.rde im Morgenlan-de weniger gegessen, doch fehlte niemals der am Spieße zrr- Lereitete Braten. In feineren Kreisen gab es sogar Wild, auch gebraten« Fii'cke, seltener serv'erte nran das in saurer Milch gewässerte Fleisch der Lämmer und Kälber, obgleich dies bei den Feinschmeckern für eine Delikatesse galt. War uun endlich alles zum Mahle vorbereitet, so sandte der Hausherr nochmals seinen Diener zu den Geladenen mit der Bitte, zu der festgesetzten Stunde zu erscheinen. Die Gäste kamen natürlich in ihrer v o r n e h m st e n Kleidung. Besonderen Wert legten alle aus'bas über den kurzen Doibvock geworfen« talarartige Obevgvtvand, das bis zu den Fußknöcheln reichte und häufig mit Seidenstickerei verziert war. Seinen Halt erhielt dasselbe durch einen kostbaren, aus fremdländischen Stoff cvngefertig.te.n Gürtel. In dm durch ihn entstandenen Falten befanden sich der GÄdbeutvl. Vovsch'edene BedarfSgegen» ftäude unid Wertsachen. Den Kopf bedeckte ein langer Streifen Zeug, der, turbanartig gewickelt, das dichte, schwarz« Haar fast vollständig verhüllte. An 1>eu Füßen IflUfl mau Sehlen aus gegerbten Tierfellen, die durch Riemen festig«halten wurden; dech konnten dieselben beim Betreten des Hauses mit Leicht^keit abgostreift iverden. Betrat der Gast das Haus, so öffnete ihm in vornehmen Familien der Türhüter die Pforte mit einem frommen Gruße, den d'.ostr imr gleichen Si-nin.e eirt^egnete, und ließ ihn in den Vorsaal treten. Hier empfing ihn der Hausherr mit einer umstäM'-chen Begrüßung, bei der nicht nur Mund, Wange und Stirn, sondern auch Bart und Schulter geküßt wurden. Dann brachten Diener Wasser zum Waschen der Füße in einen 'besonderen Raum. Mit dieser Sitte wurde nicht nur eine religiöse Vorschrift erfüllt, sondern sie war gleich bei 'von entweder recht staubigen oder auch schmutzigen Straßen ein u»'bedingtes Gebot der Roiivendiakeit. Aus dem gleichen Grunde erfuhren auch das Bart- und Kopfhaar owe Reinigung und besondere Pflege dn.rch wohlriechende Salben. Nach dieser umstäMichen Vorbereitung konnte der ftiast endlich im SbeifotoÄ erscheinen. Natürlich wartete jeder so lange, bis ihn: der Gastgeber seinen Matz auwies. Schon damals galt es für eine gani: besondere Ehre, oben cm Tische zu sitzen; maßgebend im allgemeuen dafür war jedoch d'e Rang stell ung oder die A bst amm ung des Goladenen. Der .Hausvater sprach alsdaviu das Tischgebet und brach das Brot. Nun ließen sich alle an der reichlich gedeckten Tafel auf -denl Weichen Vollster nieder, Wobei sie sich auf den ldvken Arm stützten, während die rechte Hand zum Essen frei blieb. Gabeln uwb Messer tarnen beim Mah'e nicht zur Berirendlong. Diener dichten das schon zu Bissen zerschnii^ue Fleisch auf Schüsseln herum, und jeder nahm, was ihm beliebte. In besonderen Behältern stand die Brühe oder Dumke je nach dar Zu-' bereidunü des Fleisches. Ja diese tmlchten die Gaste gementfam das Brot und ließen sich die fo gewürzte Speise wohlschmecken. Auch der Armen gedachte man beim Mahl, dem» die übriggobkebeneri Reste uttb Knochen erhielten gewöhMch di« vor dem Hause lagernden Bettler, welche ihnen aber oft von den hungrigen umherslreifenden Hunden streitig gemacht wurden. Gemüse staud ebenfalls aus der Tafel, doch muß zu femenr Genuß wohl ein« befördere t^eschicklichkeit gehört haken, um es ungefährdet "Mit dem Brot in den Mund zu führen. Am bequemsten gostaltete sich, das bei den herrlichen Früchten, und diese nahmen auch den weitaus größten Teil des Mahles ein. Sel'bstvevsläMich trank man beim Essen den a^erd'-ngs verdünnten Dein oder künstlich gesüßtes Wasser; doch scheint ma n von erste rem auch schön verschiedene Sorten oekamnt zu haben. Waren eMich alle gesättigt, fo sprach der Hausherr das Dankgebet und hob damit die Tafel auf. Nachdem sich darauf die Gäste die Hände von dem Fett und den anhaftenden Speiseresten in bereitstehenden Wasserkrügen gereinigt und mit dem eigenen Leinentuch getrocknet hatten, blieben sie im vertraulichen Kreise noch länger zusammen. Man trank einander zu» erzählte Geschichten, knüpfte neue Bekanntschaften an, frischte alte wieder mtf, trieb allerlei KuryweN» wie sich überhaupt jeder auf seine Weise zu Vergnügen suchte, bis «Mich der a-nbrechende Abend zunr Aufbruch mahnt« und alle unter umständlichen Dankesbezeugu-ngen die gastfvcuMiche Stätte verließen. W. W ö l k c r l i n g. Wien, 25. Februar. * Aufgelasien« Ztearettrnsorten. Wie berichtet, werden mit 1. März anläßlich der Einführung der Schillingwahrung die Preise jener Zioareitensorten, die 450 K kosteten, auf 4M K, und jene, die 350 K. kosteten, auf 300 K. abgerundet, wärend alle übrigen Zigarren- und Zigareiiienpreise unverändert bleiben. Die Trafikarr'en erhalten für die verbilligten Zigaretten die Differenz ihrer La-aerbestände am 1. März vermutet. Mit 1. März wird der Verschleiß der Drama (260 K.), der Harun -und Anubis (500 K.) und d.r roten Sport ausgelassen und die Amneviszigarette von 900 auf 700 K. verbilligt. * Eine österreichische Paßbeilag« Per Landesverband für Fremdenverkehr in Wien und Niederösterr-'ich hat ome. o-ffiz'relle ll^aßbeilage herausM*vhen. di« soeben evsch.enen ist. Das über 80 Seiten starke Büchlein ist eine hervorragende Werbeschrift und ctin Mer Wegweiser für Ö sterreich. Jedem von einer österreichischen Vertrotungsbehör^' inr Ausland ausgestellter Paß wird die Beilage unentgeltlich beigefügt. Di« Broschüre erscheint m deutscher, ertglischer, französischer, iÄienischer und spanischer Sprache. * Schillingrechnung bei der Gemeinde Wien. Der Wiener Stadtsonat hat beschlossen, vom 1. März ab das gejsamtc Rechnuirgswesen auf die Schillmgwährmvg muMtellen. Mit diesem Antrag wird sich bereits am Froüaa der Wiener Gemeinlderat beschäftigen. * Tie Bewertung der Naturalverpflequng für die Berechnung der Fürsorgecchgabe. Der Moner Magistrat teilt mft, daß di« A'brechnmtgen über die FürsorgcäMbe für di« Zeit vom 1. Februar bis a-u>f weiteres,'ivcmn NaiÜraVbeiIÜge bewertet werden, nur daun ».vbeauskändot blekben, wenn die vollständige Venpfloonng für eine Person bei Selbsterzouger« (Landwirten und Gärtnern) mit 16.000 K. und bei allen anderen Detrioben mit 20.000 K. täglich gerechnet wird. Für eine Schote weißen Kaffe« ohne Brot sind 1100 K. zu rechnen. Geringere Sätze werden nur dann genehmigt, wenn die Abgabepflichtigen Mftomd« siltd. di« niedrigen Gestehungskosten durch Belöge nachzuwessen. Falls in den Kollöktwvevtragen der eimÄnen Güwevbe höhere Betrage für die Bewertung der Nattkmilvervfleyllng eingestellt sind als die vom Magistrat angeführten M'mvmalbeträge. so gelten dies« höheren Beträge. * DaS Wetter. Gestern morgens herrschte, bis auf Niederösterreich, überall Frost. Di« Vorhersage tourtet: Nördlich der Alpen ziemlich heiter, südlich messt trüb. Temperatur tagÄüber über Null, verandevllcher Wettercharakter andauevnd. * Alle TclephonschSden behoben. Wie «mGich mitgeteilt wird, .wurde mit gestrigem Tage der durch das vorwöchtoe Sturmwetter unterbrochen« Telephon- und Teleyrapheirvevköhr nach Oberästererch, Sailchurg urrd Dirol in vollem Umfange w>i«d«r ausgenommen. * Der angebliche Konflikt m der Kultusgemeinde. Fn einigen Wiener Zoirt'Uilrgen bat ein« Not-tz Elmgano gechmden, in welcher über cwteit KonflÄt zwischen der Angestelltenschaft und dem BoiLtoinde der israeiMschrn Kulbusgomeinde berichtet und angegeiben wird, der Krüinsvontaüd habe wegen ames Z«it.ungsartÄÄs daS Präsi-dilnn des Vereins der Angestellten im Di^iMnarmrtersuchung gezogen. Demgegenüber stellt daS Präsidium der israeiirtischen Kuitnsgemeinde fest, daß toeder ein Kortrftkkt mit der Arvgcstelltenschaft besteht, noch M einem solchen irgvrd ein Anlaß dovlieat, daß eS „ein G-ÄverkschaftsorgM de-r Aivgestellten der 5nÄrtnsgenreiikvde" nicht g'lbt urw daß die Mrttekttmg beM-ich der anhängigen DiSziPlmcmmtersinchlnrg unrichtig ist. In WiMchkeit wurden bereits am 13. November 1024 und 10. Jänner 19W gegen zivei Rel'igivnÄchrer -rmd drei Dcüwallrmasbeamt« DiSqipÄnar-! uintersrechungen beschlossen, die sich jedoch aulf Anzeigen über Verfehlungen bozloben, welche mit einer Mr<Womäßen Ausübung des DertrauenSnrandartes nichts zu tnm haben. Hinsichtlich der Fnrmunität der Personalvertreter gellten ubrigenß die gleichen BestiiMiimlNHsn, welche in der Dienstordnung der AngesteHrten der Srtadt Wien vvrgescihen sind. Bon einer Peemt-rächtigung der gesetzlich gewährleisteten Rechte der Angestellten kann daher keine Rede fein. * Zionistischer Parteirat. D-rs Zionistische Landeskomttee teilt mit: Sonutog den 1. Alarz. 3 Uyr nachmittags, findet «n SitzunzTSsoaie des Zionistischen LandeSkomirtees, 1. Bez., Kärntirerstraße 28-2, di« Sitzung des Partorrates statt. * Dar Leichenbegängnis Max Riemers. Das Seichen begmrgnis des verstorbenen Redakteurs Max Riemer findet r-enrt«. präzise dreivievtet lg Uhr vormittags, auf den, Zenträl'ftiedhos, 3. Tor, statt. DaS Syndikat der ZetturvgKkorresponidenterr und die Union der auswärtigen Presse bitten die Mitglieder, sich jttm letzten Geleite ernzufnrdon. * Di« LebenSmüd«». Gestern früh um viertel 6 Uhr sprang eine Frau, von 'der jode PersonSbeschroibung fehlt, von der Marienörücke in den Dvnaukanal und verschwand in den Wellen. — In chrcr Wohnung im 10. Bezirk hat sich die 63jährige Prrva'e Katharina K u r z m e i e r aus einem Fenster in die Tiefe gestürzt, Tie blieb tot liegen. — Der 32jährige Bäckerg/pilfe Leopold B. Hai sich mit Lysol zu vergiften versuch'. — Die lOjähri?« HausgehMn Berta g. versuchte sich durch Scuch!gas zu vergiften. Dir Ursache der Tar ist Ltebesgram. Gestern mittags wollte sich der Lvjährl« Meifchhau erg.'Hilfe Bnizenz Scheiben re it«r aus -LobenWberdmß mit Zuckersaure vergiften. 25. Februar 1925 Sötte I f * Wildwest itt DurkerSdors. SamStaq abends wurde der 16jährige Bauernknecht S ch e n u, als er mit seinem Fuhrwerk aus der Tulln:rbachcrstraße fuhr, von einem Burschen, den er kurz vorher in Begleitung ci.w.s zweiten Burschen ein Stück des Weges auf seinem Wogen geführt und dann abgesetzt lwttr, ani^efallen und mit vorgetoltenem Revolver gezwungen, seine Brieftasche mit 400.000 K. ouszufolgen. Der Vewachr der Täterschaft richete sich gegen die beiven Hrlfsarbeiter Christian und Emil Schreiner. Wie berichtet, h«k sich Chkistran Schreiner in der Nacht zum Montag erschossen. Emil Schreiner wrrrde gestern abends verhaftet. Stoch onsängbichem Leugnen gestand er die Tat ein. * Die letzten Vorstellungen von „Krone und Feste!". DaS allabendlich mit so großem Erfolg im Zirkus Hagenbeck gespielte Manegeschäuftück „Äroite und Fessel" gelangt nur noch bis Ende dieses Monats zur Aufführung, da die Direktion kontraktlich verpfbichtct ist, schon zu Beginn des Monats März bLeses Stück in Doutschto>nd zur Aufführung zu bringen. Am 1. März ift Progrommwechsol mit ganz neuem ZirkuLprogranrm. Lereloe, DottrSge nnd Versammtuasru. Zionistische Kulturgruppe XX, Kard Meißl-Strahe 8/1. Heute, ft,8 Uhr, Beginn des BortragSzyklus über jüdische Literatur unter Leitung der Herrn Dr. Z. F. F i n k e l st e i n verbunden mit Vorlesungen des Herrn Samuel Schwager. — Handelsvertreter. Heute, 6 Ubr, Cafö Landtmann. — ZeireMiSracht. Heute. 7 Uhr, dringende Ausschußsitzung. 8 Uhr zweite Sitzung des vorbereitenden Festkomitees, zu welcher die Herren Türkei und Schlüssel auf diesem Wege ersucht werden bestimmt zu kommen. — B e t h w a a d l't w r i m. 9. Bez., Türkenstraße 9 Heute i/iS Ubr, Bortrag de» Herrn. Z. Friedmann über „Zebudei Galicia bemach-- zitb baschanad haachroua''^' — Zionistische Bezirks-- sektion Leopold st adt. Heule. V,8 Uhr, 2. Bez., Zirkusgasse 33, Plenaraer ammlunq mit anichlie'zendem Referat. — Jüdische Tischgesellschaft Innere Stadt. Heute, Caf6 Siller. 1. Bez., Schwedenvlatz (Mezzanin', Bortrag Dr. med Walter Ko h n e r (Karlsbad): „Aus der Werkstatt des Zionismus" Gaste willkommen. — Verein T i k w a t h I e h « d a. 8. Bez, Bennoplatz 1. Heute, präzise 7.9 Udr abends, Gesellschaftsabend. Zur Aufführung gelangt „E n o ch A r d e n" von Alfreo Tennyson. Musik von Richard Strauß. — Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Heute. '/,si ühr abends, im Cafä Lovraua, Vortrag Juli«» Löwy über „Politische Tagesfragen". Diskussion. Oesterreichische pvlittfche Gesellschaft, 1. Bez.,. Aunarasse. Morgen, 7 Uhr, Vortrag des Unterstaatssekretärs a. D. C-^ori Pftügl, außerortzorttlicher Gcsarvdter und ^bevollmächtigter Mi nisder i. R., über: „Die Süldtiroler Frage". Radiopro^vamm: Mittwoch d«r 23. Februar. 9 Uhr: Marktbericht. — 11 bis 1 Uhr: Konzert Silvinq. — 1 Uhr 5 Min.: Uran lägest. — 1 Uhr 80 Min. r Wetteran'age — *^4 Ubr: Wiener Börse. — 4 bis 6 Uhr r Konzert. Slawische Meister. Chopin: Polonalle; Rub nstein' Persische Smte; Rackmaninow: Prelude» Tschalkowskv: „Jotontlie", Phantasie: Rubiusteln: Hirtenchpr und Sphärenmusik; Smetana: ^Dre verkaufte' Braut"; Dvorak: Slaw'-lche Tänze Nr. 6 und 8; ' Obullen: JuaoilawischeS Lkedervoutvouri. — 6 Ubr: K a Ulme r m « H C ö 6 e n bt Johannes Brahms. Sedlak- Winkler-Ouartett. Frau Helene Lamvl (Klavier); Brabmtz: Streichquartett C-Moll, Klavierqu 'ntett F-Moll. — 8 Ubr: stt/tMnfiftfm# t rtB it 11« * 6 » t (i s* Von Rudolf Hawel. Bühne und Kunst. .Mel« Ran», der große KSnftler." Rrnaisianeebühue. — Gastspiel Haust Niese. Er» Stück von Avntzin Friedmanns geschicktor Haiitd> flüchüg geFindMvrt. Die Hauptsache: Hans i Nies« ihcnist üavmr und kann sich nach allen Richtn>ngen fwi bewegen. Ein Schlwantouior, dem die Mos« zur V-erKHung steht, kann nichts ÄWgsves tun, als chvonr sieg,haften Hmnor weiieisten SpiÄ«ru>m -u lassen. Me Kü-nsklerm tritt diesmal als Divektrioe eines „exprestrom-stsschen BauernHearters" auf und enHeMt schon im ersten Mt durch uvwÄchsig« Dvaftik solche ÄL-rnre der HetterVeit, daß evue Gbsigevung späterhin ausgeschlossen erscheint. Sie stellt sich gloichwoihl ein. $m Zweiten Akt feitet nämlich Fvcm Niese o'me Probe zu „Wilhelm Tell", spielt höchsteigeinhandig den Geßler und bvrngr auch sonst dvainat-nvAisch« Verbesserungeu all, vrrmuÄich alläbendlich andere. Der Bierulk wäre ohne sie unorträgUch, mit ihr ist er zum Schreien. Im dritten Akt aber laßt sie das jüngste OpuS Armin Fvivdnran.ns liegen und veranstaltet einen Kabavettaberld, alle „Nummern", einschvießlich des Conse-vencierS, allein 'bestreitend. Nicht zu vegiistrieren, wieviel geistvoll« Beobachtung, zwerchfellerschüt ternde Travestie und krittscho Parodie m dieser Ksbarettfzene geboten wird. Jede nachfolgende Nummer übertrumpft die vorhergehende. U-m di« Rolle des Dstelthebden, eines berühmten Komödiandn, der s«h foi-neS Wertes sehr bowußt ist, bemüht sich Hor-r Lantho nach Kräften. Ein Abend sröGrchsten Wrchlbeihayens. Da-s l^stspiel Niese dürft« der schwergeprüften Renaissancebühll« auf die Bvnne helßen. A. Slaoul Ander - Letter der Budapefter Sper. Baron Wlassirs zurückgetreten. Wie die Budapefter Blätter melden, ist der tK ii cf t r i l: des OberdrreftovS der königlichen Oper Baron JuiliuS W l a s s i e s ju-n. eine vollzogene Tatsache. Bis zur Ernennung des neu«« Direktors ist Kapellmeister Ravul M a d e r nrit der Leitung der Oper betvaurt. Aor de« Theatern. Burgtbeater. Morgen, 7 Uhr abend-, Shakespeare- «Das Wtntermärchen". Rkademietdeater Morgen. Uhr abends, „D e r L t e b h a b e r* von Bernard Sbaw. Staatsoper. Morgen. 7 Uhr abends, „Ariadne a n f N a x o 8*. Redout ensa a l. Morgen, */,8 Uhr abends; BaÜettsoiree Couperin-Ravel-Rameau-Johanu Strauß.