Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-02-25 · Heft 2161 (25.2.1925) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2161 (25.2.1925)
Date
1925-02-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981246--22034-3009405
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

g»«f 8 Me«. _ * » IJ « o t et ©«nt«, .r»j,le«d»»del»i “ « $ t*. Morgen .M a - a m e B u t t e r f k y*. Deutsches DolkStbeater. Montag den 8 d. « o st'. Z«m ersten Male mit Alexander Moiffi ln der Titelrolle. TdeaterinderIosefstadt. Monta-. */,8 Uhr abends. Erstaufführung von Artvr Schnitzlers „A n a t v l. ,.^..?EueS Wiener Stadttbeater. Heute, V,8 Uhr abends, Erftauffübnmg des Schwankes „Die a u fgewertete Melanie* von Max Real und Rudolf Stfln k. Raimund-Tbeater. Sonntag den l. März. 11 Uhr vormittags. Urauffiibrnng von Walter Lieblein« Daaödie .W u n d e r*. Sonntag, 3 Uhr nachmittags. .Z m w e i ß e n R S tz l mit Haust Riese. Kammer viele. Täglich, */#8 Ubr abends, .Ran a*. ^obann-Strauk-Tdeater. Sonatag nachmittag- ,D i e F a f ch i n g S f e e'. Reue WienerBübne. Freitag, V,8 Uhr abends, .Der H u n d e k ö n i g' von Otto T a u s s i q und Adolf G l i n - e r. Heute und morgen »Der N n g e n d e F i s ch*. Moderne- Tbeater. Freitag. */,8 Uhr abends, vaS dreiaktige Lustsviel .Fraulein Ieanne — unsere Geliebte* iLa Dame de chambre) von Felix Gandera, deutsche Urausübrung. Heute und morgen die beiden letzten Vorstellungen von .WeroilftEmily? Roland-DÜbne. Ab SS. d. werden die Preise bedeutend herabgesetzt. Der billigste Sitz wird von nun ab 10.000 ff., der teuerste 95.000 fl. kosten. In Hinkunft werden Leine Ermäßipungskarten mehr auSgeaeben. Die Gildene Pawe, 1. Bez.. Riemeroaste 11. Heute, außer dem flieinkunilvrogramm, die Lustspiel-Einakter „Herschale Ostrovoler* und .Rezept aeaen Schwiegers* (Erstaufführung). Tie Wiederholung CamStag, ^''8 Uhr abends. Raimund-Theater. LmgyelS „Antoni a" mit der Prachttrollen Sary Fedak in der Di-tHlvolle ging gestern an dieser Buhne zum 25. Male m S'M«. Es war ein Erfolg von der nmnttchrn Jntcrst'ät, wie bei der Erstcru!sfschrn>ng. Die glänzende Gesamtdarstellung wurde m diesem Blatte' bereits gewürdigt. A.n dm Ehren des Abends nahmen neben Sary FedaE ÄrSbefondere Frawlem Köppke sowie die Herren Lack ner und St e r ft e n teil. Jacques Riviere-Urbach gestorben. Me uns aus Paris gemeldet wird, ist dort der Schriftsteller Jacques Riviera gostovben. Er ist hauptsächlich wegen seiner eleganten französisch.'n Dikiion geschätzt gewesen und wurde zuerst durch seine Estavs über die modernen sranMsischen Schriftsteller bekannt. Er ist auch der Verfasser zweier stark gelesener Romane, ,L'-atmee" und „L'Allemand". die von der Kritik sehr gut ausgenommen worden^ waren. Alle seine Kritiker hoben die herrliche Sprache Rivieres besonders hervor. Dieser Vollölätsranzose. für den er in Paris gehalten wurde, und der die französische Literatur mir einer Anzahl wertvoller Arbeiten bereicherte, war aber e>in in Galizien gvbor.ner Jude, der in Wirklichkeit Jakolb Urbach hieß und in den Neunzigeri ehren des vorigen Jahrhunderts nach Paris kam. wo er an 'der damasigen soziaiistiichm Bewea-ung aktiven Anteil nahm. Der größere Teck der Schriften Rivieres wurde ms Dsntsche über- Reuauflagen des Jüdischen Berlages. Von Sanmnh Gronenranns Erinnerunasbuch „Hawdoloh und Zapfenstre'ch" mit 2y Bildern von Prof. Magnus Zeller rmd einem Fa-ks-müle des Ausrufes der derttschen obersten H-eereslei'.-mig an die Inden rn Polen wird soeben die secb'te und stab?nie Auflage als wohlfeile Ausgabe zum Preise von 380 Maick für Pavvbcind ausaeg-ebeu. während gleichzeitig die neunte und zchnre Auslage in Ho.s-bleinen oerf grrwm Papier erscheint. Bon der Erzählung des hebräischen Epikers S. I. Agnon. „Und das Krumme wird gerade", erschien soeben das neunte und elfte Tausend in einer neuen Ausgelbe in friedevSmäßi-eer Ausstatt'mg aus holzfreiem Papier mit Einiba-Hzeichnung von E. R. Weiß, durch f-mtif Bilder von J^fef B-udko, die der im gleichen Verlag erschienenen hobräl'schen Ausgabe des' -Werkes „Wehaja heakow lemischor" entnommen sind, 'rllustvi-evt. Radioautorrecht. Aus Berlin wird berichtet: Die Zivilkammer des Landgerichtes 1 befaßte sich heitte mit einer Klage Huoo v. Ho ffm an n s t h a-l gegen die Funk-Stunde Ä.-G. m Berlin. Der Dichter bat die Funk-Stunde ans Zabl"»«g einer Tantieme v^n 2000 Mark belangt, da seiner Ar^sicht nach eine unberechtigte Sendung des Dramas „Der Tor und der Tod" Vovgenommen worden sei. Die Funk-Stiinde hatte die Gegmk^ge erbob-n, um aus diese Weise zu einer grundsätzlichen F e st st e >l >l u n g zu ge^aen, ob den Autoren der durch Rundfunk verbreiteten Stücke Tantiemen zuerkannt werden müß'en. Noch lon^wieri-aer Bevh'ndlung setzte das Gericht die Bettüudigung des Urierles auf den 10. März fest. Gerichtssaal. Valorisierung der Bensien auf Grund der Fndexberech- »ungen. Der Generaldirektor -der Ro h Aktiengesellschast. Franz D e ub l e r. welcher aus dem Militär stände ausgetreten war, um diese Stelle zu übernahmen, war im Jahre 1919 mit der damals nicht unbeträchtlichen Pension von 1000 K. monatlich aus dem Dienst getreten, die nach einer b'stimmten Zeit auf 3000 K. zu erböhrn gewesen wäre. Di- Gesellschaft zahlte ihm nun trotz der Enl-wertnna des Ge'des immer nur 1000 K. monatlich als-Vension und Deübler klagte schließlich die Gescll'chaft -rui Valorisierung der Pension. Die B-vechsiaung d'eser Valorisierung wurde vom Vertreter der Roth A.-G., Dr. Otto Hanschka. bestritten und. nachdem das Zivillandesoericht einmal ansgeivroch-n hatte, daß die Pension auf ein Existen-minimum von '700.000 K. zu erh"b?« sei. entschied in dieser Rechtssache zum ersten Male der Oberste Gerichtshof, daß Pensionen als Unterhaltsbeit.räge zu valorisieren sind, daß iedoch bei der Valorisierung auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens Rücksicht zu nehmen ist. Das Zivillazchesgericht unter dem Vorsitz des Hofrates Dr. Scharff hat nun in einem nahezu ein volles Jahr dauernden Prozeß'nunmehr das Urteil Wer di« Höhe der Valorisierung im schriftlichen Wege gefällt. Nachdem das Prinzip der Balovisierung vom Obersten Gerichtshof anerkannt war. da es sich rnt gegebenen Falle keineswegs um eine zi'sermäßig bestimmt Geldschuld, sonder« um die Zusicherung einer Versorgung handelte, begehrte der Klagevertretcr für die Zeit von April bis Jnli 1R8 monatlich eine Million. Vom Avaust 1922 bis Ende Dezember 1923 10 Millionen und vom Jo-nner 1924 anaesangen 12 Millionen monatlich. Die beklagte Gesellschaft bestritt die ^rechti.mng der Höhe dieser Ansprüche sowohl nach dem Index wie auch aus dem Umstand, daß die Gesellschaft keineswegs finanziell so gestellt sei. ein« d.'rar'ige Dasor-isierung zu bewiffi-aen. »«m so weniger, Äs alle übrigen Pensionäre der Ge- Wsschaft bloß die ihnen nach dem Pensionsfonds zusteh.'i^'n Wtrage beziehen. Der Senat fällte m Urteil, mit welchem dem gSftwty Morseirzettrrirz. 4» miete 9.1 Wtmenteil Am 1. m&ti beginnt ein neues Abonnement ans die „Wiener Morgenzeitung*. Wir ertnche» um rechtzeitiqe Erneuerung der Abonnement», damit in der Zusendung des Blatter keine Unterbrechuna etntrete «voansmsnk», die nicht ausdrücklich abbestellt werden, gelle« «l, BezagrgeMnn: «»annemenl Mr Wlrn <zam Adholen im Srvd« o-er i« einer WerlchlE-Netz «,a«Nich.S. » <«. ) Oesterreich »onolf ch.S. » <«. R».00st -) Wir Dachen unsere JnlavtzSabenaentr» aufmerksam, daß mit Rücksicht auf die Einführung der Schillingwähruug alle Einzablungen bei den österreichischen Postämtern bis 23. Februar mf Arenen, ab t. Marz auf Schilling <S.) ttnd Groschen <G > zu lauten baden. Bei Einzablunqen nach dem 1. März ist aus den österreichischen Posterlaascheinen der Vordruck fl. ttttb H. handschriftlich in S. und G. (Schilling und Groschen) zu andern. Oefiemltf) «onalttch .... . . . S. 8 (K. 80.000.-) rsehechs-Skowakei «o««Nlch. . . . lfchech. St, 22.- Polen monalltch.. . 31 of» 4.- 3o0ofUit»iett monallich. . . . 60.- $c«ftd)!an5 «onalttch .... 4.— AumSuien monatlich. 170.- AoUattO monallich ...... 2.- Olalleii monallich. .Plre 18.- Schweiz monatlich . . . . Schweizer Franke» 8.- Frankreich monallich .... sranz. Franken 18.- Belgien monatlich. . belg. Kranke« 18.- Sagland monallich ••«... . . . Schilling 4.— Amerika monatlich .... .Dollar 1.- zahlftelleu: Oeslerreichisches PoflfparllaNenbonlo 180.332. rschecho-slowaktfches Postfparkafsenkonlo (Prag) 89.821. Polnisches PolliparballenKonio (Marschau) 130.227. Teulschrs Poslschechbonl» (Berlin W 7) 138.722. BumSaieu nab Bukowina: Oslbaak 9. 6. tu Gemault und bereu Filialen. Schweiz: Schweizer Bolksbank in St« Gallen. Jugoslawien r Postsparkassenkouio (Zagreb) <0.088. Jlaliea r Sociela bi Crebilo Eommereiale Triefte Bia Mazziui 20. Die Derwallung der „Wiener Morgenzeitung" Wien, II.. Taborstratze L—3 Telephon «.028. 43.310. Kläger statt 1000 K. monatlich für April 1922 13 Schilling, für Mai 1922 derselbe Betrag, Juni 35 Schilling, Juli 36 Schilling. August 70 Schilling und von Sept-einber vis einschließlich Dezember 1923 150 Schilling, vom Jänner 1924 ani'efangen 200 Schilling monatlich als Pension zu b.'gahlen sind. Dem Urteil liegen zum Teil die Jlrdez(berechnn-ngen zugrunde. Da'bei wurde auf Grund des Sachverständigengutachtens in Rechnung gerogen, daß sich das, Unternehmen zwar nicht in. günstvaen Verhältnissen befinde, doch immerhin über -boirächtliche Reingewinne verfüge. Wenn einer Bank die Konzeffiou entzogen wird. Kürzlich gelangte beim Zivillandesger'cht vor dem Einzelvichter Oberlartdesgerichtsrat Dr. H a j e k eine Klage der Austro-Oriem- Bank gegen den Kaufmann Leon Sternbach auf Zahlung von 18 Millionen 5kronen wegen rückständ'l'er Differenzen aus Transaktionen, welche die Bank üb:r Auflvag und für Rechnung des Beklagen an der Wiener Börse durchgeführt hatte, zur Verhandlung. Der Beklagte erhob die Einwendung von Spiel und Mette und machte weiters geltend, daß mit Rücksicht auf die kürzlich erschienene Regierungsverordnung, welche die zwangsweise Licht-idation von sieben Wiener Danken, darunter auch der klägerifchen Bank, verfügte, diese überhaupt nicht nv'hr zur Erhebung des Kloi'eanspruches -berechtigt sei, daß nur der gerichtlich bestellte Liquidator die Klagelegittmation 'besitze. Zur Ueberprüfu-ng dieser Umstände wurde die Verhandlung, ohne in das Meritorische einzugehen. vertagt. Raubmord im Burgrulaud. Dos Bun^enland ist gar oft der Schauplatz unheimlicher Bluttaten, die das Landesgericht 2 in Wien abzunrtetlen hat. Ifts der Bäckermeister Matthias Knote! in Purbach am 11- Novenvber vorigen Jahves früh aus der Backstube in seine Wohnung ging, fand er seine Frau darin tot mit zevtrümmertem Schädel. Sckmuck und Bargeld fehlten. Der Verdacht fiel auf einen jungen Burschen, der unter dem Namen Gottfried Griesmayer im Orte bedienstet war. Noch in derselben Nacht war er geflüchtet. Tags darauf konnte er in der Umgebung vevha>s>tet werden; er war der Tater. Man fand bei ihm den gevaulbten Schmuck und das Gold. Gestern hatte sich Griesmaher. dessen wahrer Name August H e i tz ist, vor den Geschwornen zu verantworten. Trotz seiner Jugend hat «r schon vieles auf dem Kerbholz Er le"vne' <? die Mordabsicht. Er hatte die Gelegenheit au einem Dieibstahl in der Wohnung des Bäckermeisters ausgekundschastet und will beim Betreten des Wohnzimmers plötzlich von der Frau überrascht worden sein. Bor Schrecken habe er ihr mit der Hacke einen Hieb versetzt. Der Vorsitzende, Hofval Dr. Haerdtl. wies nach, daß Heitz einige Male mit größter Wut zug!.fchlagen habe. Er zeigte den Geschwornen das Mordinstvmnent. ein«» langstielige Hacke, wie sie zum Holrspalten verwendoi wird. Der Auqeklaigte blieb dabei, daß er nicht einen Mord geplant habe, sondern einen Diebstahl ve-gchrn wollt«, bei dem er durch die Bäckerm -isterin überrascht worden sei. Dir Hacke habe er zum Ausbrechen der Kasten mitgenommen. Nach mehr als einstündiger Beratung beantworteten die Geschwornen die aus das Verbrechen des türkischen Raubmordes lautende Schuldfrage mit 12 Stimmen I a und die Frage des Verbrechens des Diebstahls mit acht Stimmen Ja gegen vier Stimmen Nein. Auf Grund dieses Verdifls verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten zu lebenslänglichem schweren Kerker, verschärft durch einsame Absperrung in dunkler Zelle an jedem Jahrestage der Blmt-at. 28. Februar 1928_Nr. glgj Volkswirt. Sie gatrrventton an der Wiener Vlrie. Wir erhallten folgendeZ Colmnmriqne: In der Oesterreichischcn Nationakbank fand gestern eine informative Aussprache mit Vertretern von Wiener Banken über verschiedene mit der Stützungsaktion z-u-sammenhängondc Fragen statt. Die Diskussion ergab Ueberoinslimmnng darüber, daß die bisher beobachteten Richtlinien auch in der, Folge ails geeignete Grundlage der Aktion verwendet werden können und kein Anlaß vorliegt, eine Modifikation des gegenwärtigen Zustandes eintreten zu lasten. $ Die Aussprache des JrtterverttionsSomltecs war deswoge» notwendig weil von manchen Seiten über die Tätigkeit deS Komitees Klagen erhoben wurden mtih auch die Ansicht vertreten wurde, daß das Komitee in Kürze entweder aufgolÄst werden solle oder in einer anderen Form weiter bestehen Aevbc. In dreser Hinsicht herrschte völlige Unklarheit. Zweiifelllos gibt die jetzige Untätigkeit des Komitees manches zu denken. Die Kurse haben ein so tiefes Niveau erreicht, daß man sich fragen muß, ob unter solchen Umstän'den nicht das ganze Jnterventionskomite-e überflüssig ist. Es scheint, daßim Inter» ventionskomitee selbst bisher verschiedene Ansichten über den Umfang der Intervention vertreten waren. Während die einen für eine unbodingte Aufnahme bei dem jetzigen Kurse sind, will ein anderer Teil, daß das Komitee nur bei sinkenden Kursen Ed zu einem tieferen Niveau aufnehm«. Es scheint, daß die Untätigkeit des Interventionskoni-tees daraus res-ultiert, daß chm die entsprechenden Mittel selsieu. Der Kredit an -die Nationalbank ist noch nicht ganz rückgezehl-t. Auch sind die Bestände des Komitees m-ittlerweile ziemlich groß geworden, so daß es nicht größere Mittel invest'ere-n kann Aus dem vorertvähnten Cmnmn-mque ist nur so viel ersichtlich, daß vorläufig das Komitee so wie bisher arbeitet» wolle. Daß die Sitzung gerade in der Nar-ionaübank st-attgefimden hat, dürfte damit zusmnntenhängen, daß dabei auch die Frage der Rückzahlung des Natimtalban'kkrodit-es dirrch das Stntzungskomitee erörtert wurde. Me Haftung der vroßbaukeu für die DevoMenbauk. Das Unternehmen war unhaltbar. — Eine Ausgleich-« quote von 5V Prozent. — Hofrat Stern für die Großbank«^ In dem Prozeß, den drei frühere Kommittonten der Depositenbank gegen dieses Institut u-n>d die fünf Gvoß-> 'banken angestrengt hatton, welche in dein beika-nnten Kommunique von der UeEernahrnc eines Teiles der Beva-rchwortung für die weitere Geischäfts'ührwng des Jnst-i-drts Mitteilung gemacht hatten, gestaltete sich auch dev Schluß der Beweisaufnahtnen durch die Aussagen der als Zeugen vernommenen Ba-nkfunktionäve, insbesondere durch die Aussage des Hofrates Stern, feh» interessant. Der Generaldirektor der Nati-onakbamik Dr. Braune i s gab an, daß bei der Besprechung der Gvoßbanben in Der Wohnung des Direktors Neurath sin Betrag von 3 0 oder 7 5 Milliarden genannt worden ist. der zun Fortführung der Depositerlbank erforderlich wäre. Gin Bc-rt-veter der GvoHka-nken bemerkte, daß ein weiterer Betrag von vielleicht 23 Milliarden keine Rolle spielen würde. Bon einer Ue vernäh me der Hafinn-g dev Gvcßiban-ken für sämtliche BevbindAchkoiten der Depvsichen» bank war keine Rede. Der Direktor der Bodcnkvödita.nstalt Dr. Wilhelm erklärte, daß die ihm vorgelegten PEiminariett fcwohl in den Einnahmen als auch in den Ausgaben nicht stimmten und daß die für die Depositenbank anzufordernden Beträge immer größer wurden. Die Grvßlöanikeni hätten über die ursprünglich vereinbarte Summe von 75 Milliarde»» hinaus zur Deckung der Vevbindliichseiten der Depositenbank »doch i n» mer neue Beträge hergegeben, bis sie schließlich sahen, daß sie vor einem Urwald stehen, daß eine Hilfe für die Bank nicht m e h v möglich sei. Besonders mteressant -war die Aitsfage des letztes Zeugen, des Vlizepräsidenten der Bankenkommistion Hof-vat Georg Stern. Cr war vom UlntevswchmvZKau-sschuß des Nationalrates ersucht worden, einen Bericht über die Gründe deA' Z»l-sam-menbruches Der Depsilenbanl und über die Ursachen u»»d Höhe der V-erschnldunig zu: machen. Nach dem von »bim ausgestellten Status werden die Gläubiger mit Berücksichtigung der bev-orrcchteteu Forderungen, wobei die Frage, ob die 75 Milliarden der Großbanken als bevorrechtete Forderungen anzwsehen sind, noch strittig ist, eine AuSgleichsquote voir 50 Prozent erhalten. Der voll» der Ba-nik salibst aiufge-- steltte Status war unrichtig. „Cn-de Juli sohlten", wie H-ofvat Stern sagte, „nach nwiner Aufstellung 300 Milliarden. Wohin sollten die gekominen sein? Ich stehe vor einem Rätsel. Nach meiner Ansicht hätte die Depositenbank, nachdem die letzte Emission mißglückt war, bereits im Februar 1924 Ausgleich anrnelden sollen. Die Banken seien seiner Ansicht nach zu rasch in die Sach» hineingegangen, durch ihre Jnterventiion hatten die Gläubiger der Depositenbarrk nur einen Bort e i l, da die Depositenbank sonst scho»» früher ihre Schabte» hätte schließetl »missen. Ein iveiteres Hineinlstecken von Geld in die Deposit«nlbank wäre zweck l -o s gewesen, da sie jeden'alls »ln-baltbar war. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus war die Aktion der Grvßbanrken drmgeud notwendig und brachte auch fiir die Gsänbiger nur Bo r te ile.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.