Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2160 (24.2.1925)
- Date
- 1925-02-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2160 Wven, D^nSiag Wiener Morgenzertuns. 24. Februar 1986 LtM < ^um Schutze gegen Ansteckungen Bestes Schutz- und Des'nfektfonsmittel für Frauen Beseitigt üble Gerüche Gegen übermässige Schweissbildung Als Zusatz zn Bädern Angenehm riechend Nur in edelgrQnen Originalflaschen Wien. 24. Februar. * Paketannahme bei Postämtern. Bon heuw au werden bei allen für den alle,.kleinen Paketvcrkchr eingerichteten Wiek ner Postämtern alle Pakete (gewöhnliche und Haudstücke) während der ganzen Atlifgäbezeit für Pakete angenommen. Znr Vermeidung von Perkehrsftanun,gen ist jedock) die Anftiefevtmg größerer Mengen in den Vormittags, oder zumindest in Len ersten Nackimit tagsstunden vormnehmen Weiter ist es raMm, .zur Hiutaichaltiing von Verspätuu,gen auch die Aufgabe eiMlner Sendungen möglichst frühzeitig zu besorgen. * Verkauf der Restbestände der WohltäliflkeiiSpSstmarken 1924. Die im Besitze der Postverwaltung noch bofmdlichen Resbbe.stände an Wohltätigkeitspostmarken der Ausgabe 1924 werden vom 1. März augesaiilgen beim Postamte Wim, 1. Be.'»., Postgasse 10. durch die WertzeichenversMeiMelle für Br i e fmark e n h ä n d l e r und Sammler wcitervcrkaust. Es werden nur vollständige Sähe in Mengen von Hundert oder einen. Mehrfachen von Hundert abgegeben. Der Verkaufspreis beträgt 190 S siir je 199 Sah. Durch die genannte Berschleiü>tell< können die Marken auch in, Postwoac auf schriftliche Bestellung gegen Voreinsendung des Ka-nBetrages und eines Betrages von 1 S für Verpgcknngsnird Versondungs« losten bowgcn wer-den. Ter Verkauf-wird mit 31 Juli 1925 abgeschlvssen. die dann etwa noch vorhandenen Restbestände werden vernichtet. * Vierzehnjährige sollen nicht vor Schulschluß austreten! Das Berufsberatnn'smnt der Stadt Wien und der Arbcitertammer ersucht die Estern, das; sie jene Kinder, die während des Schuljahres 14 Jahre alt werden, nicht vor Sch ulschl-uß ans der Schule nahmen sollen. Die Lehrmeister haben nämlich m fast allen Gewerben ihre Ansprüche an die Vorbildung der lreuauszuuchmendeu Lehrlinge erhöht und es finden Lhrlingc. die sich nicht mit dem Zeugnis einer beendigten Schulklasse ausweisen können, überaus schwer eine Stelle. * Der Rechnungsabschluß der Kultnsaemeinde Der Zerstäub der Israelitischen KulttrS-temeinde Wien hat den Rechnungsabschluß über die. Einnahmen und Ausgaben der KnltNÄgomeinde und sämtlicher Fonds und Anstalten für das Jahr .19M strtigg-'stellt. Gamäsz § 92 des KnstusgLmeindestatutes H'ivo dieser Rechnungsabschluß 14 Tage. vom Tage der Kundtnachnng gerechnet, vor Prüfung und Erledigung durch den Kultnsoorstmid rnr Einsicht der Gemeindemitgilieder im Sekretariat der Kultttsgemeinde. 1. Be.z., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, anfge-logt. Die Gerne indem rigliede r sind berechtigt, iünerhal'b dieser Frist über den Rechnnirgsabschfttß Erinnerungen beiin Vorstan.de der Kultnsgemeiude schriftlich' zu überreichen. welche bei der Prüfung des Rechnungsabschlusses in Eriväg-nng gezogen werden nrüssen. * Präsident Hämisch für die notleidenden Bnkowinaer in Wien. Bundespräsident Dr. Ha in,sch hat dam Zantrgverband der Bit-kow'naer in Wien eine Spende von zlvo'r Millionen Kronen für die notleidenden Landsleute .zur Verfügung gestellt. . * Lawinennnglück in Tirol.?lus I n n s b r u ck wird berichtet: Am 20. d. sind im Paznanntal drei re-ichsdentschc Dkifahver durch eine Lawine verschüttet worden. Einer kennte gerettet werden. während die anderen beiden,. Frau M a n g o l d und Frau P i s ch e t s r >i e de r. noch nicht geborgen werden konnten. Am 20. d. sind sechs Touristen am A r lb e r g von einer Lawine mitgerissen worden. Fünf Touristen konnten sich befreien, wobei einer den Fnß brach. Ein Tourist ist tot. * Das Wetter. Die Schneefälle am Sonntag lvaren besonders im östlichen Oesterreich und in Kärnten ergiebig. Arm Scmmerina fiel Schnee von 20 Millimeter Wafferhöhe, in Wien 14 Millimeter. Die Voraussage lautet: Veränderliches Wetter, nach kurzdauerndem Ausklaren wieder Trübung mit Niederschlägen. Temperatur in den Niederungen 0 Grad. * Die Lebensmittelmärkte. Die Fleischimporttz in der Großnrarkthallc beliefen sich gestern auf 22 Waggons ihr.Gewichte von 95 Tonnen. Sowohl im Gros-Handel, infolge.,spärlicher Beteiligung der Wredervevkänfer. wie auch im Äswil war der Verkehr ganz belanglos. Die Preise erhielten sich vorläufig ans denr vorwöchigen Stand. —7 Der Naschmarkt wurde in bezug am, Gärtnererzeugnisse infolge des Schnec-falles am Sonntag sehr schwach beschickt. Allein da auch der Besuch sich ftn e-ngston Rahmen hielt, konnte mit den vorhandenen Vorräten das Auslangen gesunden werden. Die Preislage der Gemnisösorten zeigte gea-nüber Samstag keine Veränderung. Auch auf den anderen llllarktgebieten, aus denen das Arrgclbot die beschränkte Nachfrage überlvogen hat. bewegte sich der Verkehr in rühigen Bah non. * Plötzlicher Tod. Sonntag nachmittags wurde der Wiener Journalist Max Riemer im Flur des Hauses, 5. Bez., Högelmüllergasse 2 a, von oinom Mutsturg befallen, dein er erlag. Er stand im 47. Lebens!ahre. * Ein Kind von einem Auto getötet. An der Favoritenstraszc wurde gestern nachmittags der zehnjährige Eistudreherssohn Franz Bareisl von dem Prrvatmrto A 872, daS ein gewisser Karl Schwarzing«r lenkte, überfahren. Der Knabe erlitt derart schwere Verletzungen, daß er starb. * Straßenbahnzusammcnstoß. An der Kvonznng der Währinge,strasje und Spftalgasse ist gestern nachmittags ein Straßenbahnzug der Linie 5 an einen vor ihm stehenden Zulg der Linie 3 angefahren. Die 45jährige HilsSarbeiterin Josefa E ch l n s ch e und der auf der Plattform des gleichen Wagens stehende 45jährige Beaintte Samuel G t e rn.erlitten mehrfache Verleim »gen. * Zwei Ausreißer, Ans einer Ortschaft in der Nahe Wiens smd zwei 14jährige Jungen, der Schüler Johann H. und der Lehrling Alois H., seit dem 15. d. verschwunden. Sie haben sich zn Fuß aus Wien entfernt und haben die Absicht, über Passan nach Holland zn marschieren. Die beiden Jungen sind zuletzt ,n der Tullner Gegeud gesehen worden. * Ein Kind verbrüht. Der fünfjährige Herbert Regelsberger siel in der Znckerwareufabrlk semeß Großvaters St-iessel in eine offene Zisterne, die mit siedendem Wasser gefüllt war. Er erlitt schwere Verbrühungen und starb. * Wie man einhricht. In der Nacht zum 9. d. wurde, wie berichtet, das LederwarenHeschäft des Aaron Nachtigall in der Leopoldsgasse erbrochen und Leder im Werte von 20 Millionen Kronen gestohlen. Nun wurden der 83jährige beschäs- : iguugSlose Josef Mäher, der beschäftigungs- und UlztechandS-!"fe Leib P e r l e und Mähers Bruder, der Illiährlge Iustallatenr Franz Mäher, als Täter verhaftel In «n Lokalitäten der A g u d a 8 I i s r o e l in der Malzgasse, Ecke Leopoldsgasse. wurden, hinter eimm Schreibtisch persteckt, die EinbruchMerkm gefunden. Perle hatte sich am 9. dabends m die wnc geschlichen und sich Hort tzinspwren lassen, so haß er von dort an-, den Einbruch in dem anstoßenden Geschäft versrbeu konnte. Dir Täter sind geständig. * U«verfall auf einen Arzt in der Ordination. Aus Bilin wird gemeldet. Der hiesige Bade- und Stadtarzt Doktor Ferdinand Vogel wurde tvährend seiner Ordinationsstunde von zwoi jungen, tschechisch sprechenden Burschen ,'iiberfallen und durch mehrere Messerstiche im Gesicht schwer verletzt. Anjchcinerw ist der Arzt von den Verbrechern, tvelche die Kasse beraubten, auch chloroformiert worden. * Grippewelle in Budapest. In B n d a p e st ist die Grippe cpidemXH aufgetreten. Das Mädchenghmnasium in der Inneren Stadt wurde ans 8 Tage gesperrt. Tereine. Wortttiae uni Tersammlnngen. Zionistische Sektion Prater. Vortrag Dvkwr N. M. GÄber lDienstag) urw Vortrag Dr. Leo GoWhanvmer (Mittwoch) entfällt. Anstatt dessen Komitcesitzung an diesen Tagen. — Zionist' sche Sektion 6. bis 8. Bezirk. Heute, 8 Uhr abends, 8. Bs^.. Bennoplah 1, Dr. I. S adger: „Uober Pstichoanalyse und ihre Be.zielhungen zum Judentum." Vorher Gcdenbfeier für Pere.z Dmvlensky: 1. Ansprache Doktor Max Derrchardl; 2. Kammermusik. — Zionistische Franengruppe Brigittenau. Heute, präzise halb 8 Uhr. Heiinäberch in, Lokale der KnUnvgrnpPe 2V. Bez.. Karl- Meißll-Straße 6, Tnr 1. Vortrag des Herrn 2)r. Iojsof Low enherz: „Nahalal, die Kolonie der Zukunft." Herr Stocknopf: Rezitation: Herr Samuel Schwager: Vovlasnngen aus Schalem Alejchems Werken. Eintritt frei. Gäste herzlichst willkommen. — Maimonid s - Institut, 3 Dez.. Hehgasse 40. Diensta,g. 7 bis 8 Uhr. Rechtsanwalt Dr. diisian Goldstem: „Inristiische Erlänteruna zur Diifchna Baba Kania." Mittwoch. 6 bis 7 Uhr. Räbbiner Dr. A Kaminka: „Erklärung des Buches Jesaja": 7 bis 8 Uhr. derielbe: „Maimonides, Mme Nevuchim." — Hände lsverrreter-Trefftag. Movgen, 6 Uhr abends, in den FMäilen des Cafe Landdmann. Tagesordnung: Grentias- und Handelskammerwahlen. * „Hatiklvah", Monatsschrift der zionistischen Jugend. Das Erscheinen des ersten Heftes dieser neuen Zeitschrift hat -in der zionistischen Presse und in der Jugendbewegung lebhaften Widerhall ansgelöst. Die Redaktion ist eifrig bemübt, das Blatt in intcllckttrcller Hinsicht und auch in bezug anf die Ausstattnng zu erweitern und zu verbessern. Das zweite Heft, welches am 5. März in verstärktem Umfange (16 Seiten) herauskonrntt, tveist bereits wbhaft den Erfola dieti'r Ben,Übungen aus. Bon den Beiträgen m hebräischer, tschechilscher und deutscher Sprache sind erwähnenswert' An den Leser! chübräisch); -Prof. Oskar Epstein: Zur Sprachenfraae (helbräisch): Heine- Gedicht (hebräisch); Brchlirkt): Gedicht: Ätark Riwlin: Genese sron'ismu; Martin Bn'ber (tschechisch): Schalom Mejchem: Pbklad; Dr. I. Meisl; Peraz SmolenSky; ZiowisMche Ter.m:.nalogie (tschechisch, hebräisch, deutsch); Karl Bann,: Die Buhne der Ingendbeivegung; Georg Wolf: Unser Idea>I; Be.Mlol Teller: Die Forderung und die Ingend; Fritz Ta,sber: Ein trauriges Fnßlballkapital: Herrmonn: Zurück zur llkatnr ,chw.: ferner die RiUbrrken Zionismus, Was uns der Monat zu trägt und Bucherbeiprechungen. Das Blatt wird voranssichtlich illustriert sein. Der Reinertrag fließt denr Jüdischen Na ttonalfonds zu. Es ist Wicht jedes jüdisch bewußten Menschen, das Blatt geistig und finanziell zu stützen und zu propagieren. Bestellungen für die nächste N>un,mer sind zu richten an die „Hatiktvah", Brünn, Orkli 27. Diskussionsabend. Heute, hallib 8 Uhr abends, findet im Extrazinvmer des Restaurants „SiegÄhos", 2. Bez., Praterstraße 49, in, Rahinen der vom Wiener Misrachi veranstalteten Diskussion salbende ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. A. Kaminka Über: „Die Bezichmrgen der Inden zu Palästina in tasnnldisther Zeit" statt. Eintritt auch für Gäste frei. Radioproprtamm: Dienstag den 24. Februar. 4 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert.—> 8 Uhr: „Eariwval in Rom" von Johann Strauß, ausgeführt von Mitgliedern der Vplksoper. -r* 10 Uhr: Heilere Abendmusik. Bühne und Kunft. „Rieng." (Neneinstudiermrg im Operntheaier.) 4!ot uiib Sorge — „die Schntzgottin des deutschen W!nsikerS", wie Richard Wagner sie m seiner diovelle „Eine Pi!lgerfahrt zu Beethoven" nennt — war auch Wagners treueste Gefährtin zu der Zeit, da er in Paris seinen „Rienzi" vollendete. Alle Hoffnungen schlugen fehl und schließlich mußte er froh sein, für Vevschied-ene Klaviermch Quartetthvavbvitnngen der Dünizettischen Oper „Die Favoritin" vom Verlag Schlesinger 1100 Franken zu erhalten und später den KlavierauSzug der in Wkeyerbeer-S-t U gehaltenen Oper „Die Königin von Cypevn" von Halevy Herstellen zu dür-ftn. Die Beschäftigung mit Meyevbeer und Hasevy, Überhaupt mit der gwßen sianzösischen Oper, Wirkt sich auch im „Rienzi" aus: .Ist auch dir dramatische Geschlossenheit von PieyevbeerS „Hugenotten" noch nicht erreicht, so P er doch überreich an MeyerbeeriSmen und die hewische Balletbnvusik ist wohl von Hälevys „Jüdin" angeregt. Auch Tpontntt, vor allem dessen „Fevdinan-d Covtez", Anber ,nvd die deutschen Romantiker von Weder dis Spcchr haben das stark elkwttizistische Werk deeiustufst. Und doch tut Wagner sich selbst unrecht, lvenn er seine von ihn, „siir großartigste Theaterdechältnisse komponierte große tragische Oper" eine „Jugendsünde" nennt, wenn er sich od der ,Merwrlder,mg seines darnaligen Geschmackes" anttagt und imnler wieder bk „auSschweifetwe Anlage" dieser „umfangroichsten aller Opern" bomängelt. Ist doch das Werk mit seinen rauschenden BoKsszeiren und seinen bewegten Finales überreich an ursprünglicher Er« sindung: Die Ouvertüre läßt an Schwung nichts 3U wünschen übrig, der Gesang der Friedensboten gchört zu Wagners allerschütten Eingc!bu,»geN, die Marschchhthmen zünden, der Zug Rientzis zum Lattran rnündet in den Tan'tthänsevmarsch und Von den geistlichen Szenen im „Rienzi" spinnen sich motivisch uerd klanglich Fäden Über den „Tannhäuser" bis zum „Par- 'ifal" hin. Freilich ist die dramatische Entwicklung, nock) ,«cht auf Wagner scher Höhe, der Wett nicht hittnei echt, dir DEamation mitunter unvollkommen, die Melodik gelegentlich trivial und das Fchlen einer Liede»sz«n« m» einer weiblichen Hauptrolle ist iu jeder Oper ein Mangel. Zwischen den beiden ersten in Riga geschaffenen Akten — „R ienzis Größe" — rmd den drei letzten in Paris vollenendeten Akten — „Rienzis Fall" — liegt nicht nur eine Unterbrechung von dreiviertes Jahren, sondern auch ein beträchtlicher Stilwaudel: Herrschen im ersten Teile noch die Chormassen, so entfdtat im zweiten Teile Rienzi und Adriauo ihr individuelles Leben, die Spcmuuug wird stärker, der Affekt echter, die Deklamation sorgfältiger, die motivische Bindung der Teile organischer: der große Dramatiker der kommenden Zeit kündet sich hier bereits an. Die Neueinstudierung de8 „Rienzi", ein Werk des ausgtzeichneten Münchener Dirigenten Robert Heger, brachte im wesenibichen eine Wiederkehr des „Rienzi" der Borkriegszert: die alten Bühnenbilder, die alten svliden Waffentänze, daS swts vorzügliche Orchester,'das Heger mit rhythmischem Elan leitete. Herr Schubert, ein glanzvoller Bolkstribnu mit sieghaftem, metallischem Heldentenor, der nur m der Höhe noch schwer beweglich ist, Frau Born als Irene voll Innigkeit, Fräulein Paalen als Adriano im Vollbesitz chrer satleu Altstimme. Ein lieblicher Friedensbote war Frau Rajdl, c;u imposanter Legat Herr. Mayr. * Wenn trotz der Hingabe aller Mitwirkenden die rechte Wirkung ausiblieb, so liegt die Schuld an den unmöglichen Arbeitsmechoden der Staatsoper. So lange man mit Llushilss dirigenten wefterwnrstelt und die Kapellmeisterkrise nicht cud Mtig löst, ist jede Wiederaufbauarbcit im Opernthcatt'r ausgeschlosien. Auch ein erstrangiger Dirigent wie Robert Heger kann nicht in wenigen Tagen Wuiider wirken! Erwin Felder. „8er Liebhaber." Akademrethealer. Diese Berrihard-Shaw-Komödie van gestern ist längs, durch schärfere, buntere^ tiefere Werbe des Scvtiriikevs (und Poeten) m den Schatten gestellt. Da man sie aus dem Duukel hdtt, m das sie der Arttor durch spätere, berühmtere Kinder seiner Muse drängte, und ins Licht der Rampe rückt (der begabte, geschmackvolle SpieMeitvr Hans Brahm versteht sich daraus), schneidet -das Loudouior GeiMschaslssa-tirchon neben vielen, vielen Komödien, Grotesckon- Lustspielen neuester Provenienz noch «immer ausgeycichnst ab. Man merkt doch nachher, daß mau nicht bloß das AugeiMicksauttlsemeut grotesker Szenenspäße, brillanter Dialogwenduugen und erguiicklich zugespitzter Aktschlüsse genoß. Das Spiel hat einen ernsteren Ker.c, es ist die TvcvgikomÄdiie des „Liebhabers". Mit allen Wassern gewaschen, allen Sittlaitivuen gewachsen, allen männlichen uind^ weiblichen Mitgliedern der „Gesellschaft" in der er lebt (und der er derhaiftot ist) gewailtig überlegen, nmß sich der philosophische Egoist und verwöhnte FraLleiMMiiug Mit W>tersanrer Miene m das Schicksal des Eiusanien fügen. Ein Ritter voir der tvauvigm Gestalt ist der Mann, dem es gefällt, daß er Leu Frauen gefällt. Herr As lau spiest dem Mugm, kdAivieoteu, nromm Tropf aus dem Handgolortk, pamtiert den Dialag mit be - zwingender SeDstverstäMichkoit u>nd ist diesimcel meisterlich. Neben rhu Frau Seidler die Freude des Abends. Ihre Parodie: Ein Backfisch spiest sich als Ma-Mweib aus, ist wirb!ich ßchcuswevt. Sehr angenehm die Damen PuuLösdh und Wall sowie Herr Pranger, dem der Shatosche Typus des idiotischen Gelehrten der gesamten Heilkunde herril-ich gÄingt. Recht wett erttsevut von Bernhard Shaw hingegen die Vertreter fofcr Väterrollen, die Herren Sichert und D c v r i c u t O. Ä. Aus den Theatern. Buratheater. Morgen in Abändernns des Spielplanes, 7 Uhr abends, «Cortolanu s". Deutsches DolkStheat er. Heute Raoul AuernhelmerS „Casanova i n^ Wien" mit Alexander Moiffi als Gast. Volksoper. Heute „Cavalleria r u ft i-. CAKfl* und „D e r B a j a - z o". rRoraen „Tausendundeine Rächt". G a n n a W a l s k y von der Oper in Chikago wurde für ein einmalig^ Gastspiel am Donnerstag den 26. d. in „B « t t e r f l y" gewonnen» Neues Wiener Stadttheater. Morgen Erstaufführung des Schwankes „Die aufgewertete Melanie* von Max N e a l und Rudolf Fra u k. Natmund-Theatvr. SamStag, xl%4 Uhr nachmittags. -nur ersten Male, .Aladiuuud die Wuuderlampe". Kam «erspiele. GegenwSttig wird die neue Reime .Die Reise um die Halbwelt in 12V Minuten^ von Karl FarkaS und Ludwig H i r s ch f e l d vorbereitet. Nene W t e n e r B ü h « r. Freitag Uraufführung des Schwankes „Der H u n d e k ö n 1 g" von Otto Taufst g und Adolf G l t u g e r. Heute -iS einschließlich Donnerstag „D e r s t n g e n d e F i s ch". Rolaud-Bsihue. Für den grotesken .Gespenstortanz" im zweiten Akt deS .D h b u k" wurden Mitglieder der Towis-Truppe gewonnen. Erstaufführung SamStag den 28. d. Bemerkenswerte Kunstfuude. Gin Londoner Kmbrrwrgsu'flicker, dm -unsttiebeUd ist, kaufte hei eine»« Trödler euren Pack alter Drucke, die an ebner Schwur nchgevecht Sven. Eine Meistffffkigze, die einen sitzenden Geigenspieler barst, siel dem Erstehex aus und ein Sachverstähbmer, den er vagto, evkcmute aus beit eisten Blick einen ernten Watteau. DaS wstbape Blatt ist jetzt in den Besitz des Britischen Mnsollms ftbergegarigeu. In denlseWen Paket besanid sich auch eine A-eiur KM-enkopHeichlvima. dre wechrschemttch von Bvuchel stommi. — In Madrid Hat rnmc oo, der Reparatur ornes Ltzellers eine Zeichrmng Cvrvegros Widder cmfgvfunben, die sott 1880 perscholleu war. Das Matt befand sich in semsm älten RäHnren und amtet feittem Mos VÄlkon«men unversehrt mttwn mrter wertlosem Gerumpes.