Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2158 (22.2.1925)
- Date
- 1925-02-22
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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gfe 2158 Me«: Sonnfag 22. Februar 1925 Seite 9 Men! Gehet ,md sammelt ln allen Schichten unsere» Volkes, dle an Alon und Erez Israel hängen, Schekallm zu Lausende« tittl Abertausende« un» traget hiedurch zur Stärkung unsere» Hause» der Zionistische« Organisation, bei. (ing. m. m. ussischkin ntM erstaunlicher Ueberkysrcheit bewalt'gt. Und erfreulich scharfkantig, elementar lg tstob nicht vcrkrochen, zerbrochen, um Verzeihung bettelnd, daß er auf der Welt ist. wie das Darsteller von Shhlok-'R llen hciussg zu dnn begaben) der Rot« Jtzig des Herrn H o m m a. Otto Abele«. Au« de» Amten». Burgtheater. Morgen um 7 Uhr „Lnmpacivagab und ns". Dienstag „Ein Somme rnachtS träum". Akademietheater. Morgen um HM 8 Uhr «Der Liebhaber". Dienstag „Vor dem Sündenfall. Volksoper. Sonntag den 1. März zum ersten Male „Gräfin Mariza". Heute nachmittags ,/Die Vögel", abends „Der Z i ge u n e r b a r on". Johann-Strauß-Theater. Heute nochnrittaigs „D i e Fasching sf e e". Deutsches Volkstheater. Dienstag, halb 8 Uhr: Raoul Auernheimers „Casanova i n W i e n" mit Alexander Moissi. C a r l -Theater. Für anfangs März wird di« Operette „Sonja". Musik von Leo Ascher, vorbereitet. Für die Novität werden Rosy Werginz und CStat Karlweis als Gäste engagiert. Heute nachmittags, halb 3 Uhr, „Die Tippm a m s c LI". Roland-Bühne. Heute findet -ein« Nachmittagsvorstellung statt. Nenes Wiener Stadttheater. Mittwoch Erstaufführung des Schwankes „Die aufgewertete Mela n ie". Heute, 2 Uhr nachmittags: „Die Lumpenkathi". Raimund-Theater. Movaen, halb 8 Uhr, zum 25. Male: „Antonia" mit Dari Fcdar. Heute, nachmittags ha,A» i Uhr: „Rotkappche u". Sonntag ^den 1. März im Rohmen einer literarischen Matinee Uraufführung von Walker LioblemS Tragödie „W u n d e r". Theater in der Josef st ad t. Die Erstaufführung von Shakespeares „König Lea r" in der Inszenierung Max Reinhardts findet anfangs Marz statt. Die für heute anic- Nndiate Tanzmatince Eve Gerval wurde infolge Erkrankung derKünstlerin abgesagt. JLachmittags 3 Uhr: „Prinzessin L u s ch e w i n d". „Dar MilHardensovM." Operettenpremiere im Theater an der Men. Man soll nicht versuchen, in die Mysterien einer Librettosuche hinaibzutauchen. Dort ruhen die finsteren und die heiteren Lose, Will sagen Rezepte, für die richtige Mischung von Rührseligkeit und Humor, ustd wir Laien werden nie dahinter kam-, men. Im „Milliardensouper" gelang den Autoren Wilfner und Kottow, die beide schon hübsche Proben ihrer Fabulierkunst abgelegt haben, ein guter Wurf in bezug aus die Fabel, «ckex sie beschränkten sich auf das magere Gerippe und unterließen es, dief.'s Gerippe auzustaffieren. Alles blieb mager: Trane und Lachen. Die amerikanische Milliardärstochter in ihrem Mlb-.'n — welche Möglichkeiten an Witz und GroteSkheit, an Parodie und Laune, an Handlungstricks und Situationskomik, welche Möglichkeiten zu charakterisieren und zu karikieren! Das war ein Amevika, wie „der kleine Moritz" e8 sich vorstellt. Haben die Librettisten bei ihrer Kompagnieavboit keine WiMätter vor sich gehabt? Schade, ein Jahrgang „SimpVizissimuS" hätte ihnen das Profil der exzentrischen MMiardäramerikanerin geboten. Die Liedertexte kamen dem Komponisten nicht entgegen, um ihre Banalität zu kaschieren, griff er zu komplizierter Harmonik, er malte und plätscherte, blieb rhythmisch verschwommen und übovgoß die langweilige Sentimentalität des Ganzen mit Saccharinattorden, wie denn der ganze Text — auch in der Prosa — von SüßigkeA troff: süß die Augen, die Beine, der Mund usw. Sirupepidemie! Dort, wo ein po'insterter Rhythmus cmfta-uchte, roch er nach Oskar Straus, nach Pucciui und selbst das .IlaldvöMn" mußte hechalten. Und twhdem kann man Ernst Steffans Arbeit nicht verwerfen: es liegt viel Flsis; und Können in ihr, die Partitnr ist sorgfältig gearbeitet, Mgt von ernstem Wille::, vod mnsikalischer Kultur, von Noblesse und Flucht vor der Banalität. Was der Musik fehlt, ist der starke, eindeutige Einfall, das frische pulsierende Blut, die straffe Bewegung innerhalb des Genres. Betty Fischer und Karl Bachmann hingegen blieben in: Genre stecken: das obligate SängerlivbeLpaar. gcgeufvitkg sich anödend und auf „das Duett" wartend. Josef Königs Groteskbomik wurde viel belacht. Ein' Lichtblick Elfte Altmann in ihrer rührenden, noch unverdorbenen und umnan'irierten Arunut. Die Regie hielt sich ans Hevkönnnliche. Der zweite Akt machte die «lwerineidliche Op'retten.Jeßner-Tvuppe, ohne die kein Regisseur, der etwas auf sich hält, - auSkomineu kann. Mit N<nig Witz und viel Behagen agierten die Massen auf de« Bvctt'rn, Cs war kein Milliardensouper, sondern ein Menu ans der Miiella. o. r. Smoleuöky-Gedenkfeier. Das Zionisti>sä-e LandeSkomitee veranstaltet h'ule um halb 11 Uhr vormittags im Hotel Continental. S. Be».. Taborstraße. anläßlich des 40. Todestages des Vorkämpfers des Zionismus Perez SmolenSky «in« G e> denkfeier, bei der der Präsident des Aktionskomitees, Herr Obervabbmer Dr. Cha je8. der. Präsident des LandcSkoimtees. Dr. Jakob Ehrlich, Schriftsteller Dr. Diese «druck und Dr. N M Gelber sprechen werden. Krawall bei einer Strawinsky-Aufsllhruna in Hamburg. Ans Hamburg wird berichtet: Bei der gestrigen Aufführung von StrawinskyS „Geschichte von: Soldaten" im Hamburger Stadtcheater kam eS zu Skandalszenen. Schon im ersten Drittel der Ausführung stellte sich Unruhe im Zuschauerraum ein. Späterhin bereiteten Schlußruse, Trampeln. Pfeifen uttib Zischen die Auffühvung. deren Mekevgang mehr als zweimal ernstlich gefährdet schien. Rach Schluß.kr Aufführung blieben be: dem Kampfe zwischen den Applaudierenden und den Zischenden die elfteren siegreich. . rx. "3J W«® „Kirnstgewerbe." Auf Ekistadimq der jüdischen Tlschgesellsäiaft Landstrafe h«kj kürzlich Frau Dr. Ms« Hofmann «inen Vortrag über „Jüdisches Kunst ge werbet zu dem das Jüdisch« Museum in freuMich'r Wsff« di« Lichtbilder mr Vevfüaung gestellt hatte. In lebensvoller und warmer Art zttgte die Vortragende, wie das klein« Gerät des AlliagS und vor allem des Feiertages vön jüdischen HM>werkenl früherer Jahrhundert« Phantasie- und sinnreich geschmückt wurde. Sie,wies. uraltes vovdexaswttsche- Erbgut nach und zeigt« das Eigenartige neben dem Uehernommcnen in der Mfchen Ornamentik. Mndrlngttch: und charaElaristiich.? Worte fand sie für die Betonung der seelen- und aefchmockbildenve« Wirkung. di« di« Durchsetzung des häuslichen Lebens mit verwand^, Kunst für das Mud, di« Fra^, die Familie und das Volk boiitzt. In: werteren Vorlaufe ihres Vortrages' betont« sie die Wlcht-mÜ it, di« vielen in Wen. und in der Umgebung zerstreuten »ud zum Teil« u^ch «nbskmmtcu Stück« füdlscken Kunstj'o:v:rbcs zu sauLmelu. und der Allgenl«inheit zugänglich . zu machen. Lchstcßl:ch «^klärte sich Frau Dr. Hofmaim beveit, «n« Mihrung dr:rch das Jüdische M'useü m >u 'VtzrbnstallLN.' das unt«^.der Lestung Dr. BronnerS diese« Äufge'ben,oi> nt. Rrlcher.Beifall der izab'rerchen Zuhörerschaft, lohn:«- U)^e wertvollen und wadmen AuSffchrun-vn. Die iüdische Tischgesellsch.ist - Landstraße, beschloß,. eme Wanderung durch .das Indisch«- Muscum unter Führung der Fra:: Dr. Glse' Hofmanu m der nächsten Zeit zu veranstalten. . Jüdisch« Buchabt-ilnnq aus der Internationalen Büchwcsse in Florenz. Das bckanwe jüdische Berlagshaus .^Fsraal" M Florenz hat alle großen jüdischen VcrlagShäuser in der-Welt Ungeladen, sich an der am 25. Avril vom König zu erössueulden Internationalen Bnchmesso zu Florenz zu beteiligen.' Die Verlagsfirma „Israel" wurde, beauftragt» -vine spezielle jüdische Duchabteiilung zu arrairaieven. Liederabend Polatschek—Toch. Im Kammersgal des Musikvereins konnte ma-n jüngst zwei Schülerinnen der. bekannten Muisikpadagogin La>ura Knapek hören, die selbst in heiteren Rc.^itertiv:ren und im Vortrag'' Alt-Micner' Dreher. bvill-erten. Frcüstein Esse Volatschekbrachte Lielder von Richard Strauß' und Vevdis Arie -der. „Leonore". dramatisch überaus packend, - zu Gehör, wähxevd Fräuksin Ernmy Toch als Koloratursängerin mehr dem Lyrischen zz:gene-igt ist. Den Mavierpart hatte Prof. Kars L»fite mit gewohnter Meisterschaft durchgefuhrt. .... Heine-Ehrung in Paris. In der letzten Sitzung dör'Köm-- missmn des „Pieur-Paris" wuche <der Antrag - gestellt, am Stevbchanse Heines in der Rue Matignou, wo er seit. l#31 gewohnt hat. ein« Gedenktafel gmAchrjugen,. Die Klaviervirinosin^Gisa Adler läßt' ihrem erfolgreichen Mend am 8. Mürz (Sonsttag) im Mittleren Konzerthanssaal ein Konzert- -mit fpingewäihil'em' Programm fafam. Korten im KonzerthcruZ i und a-n« der GntmauniKasst, 1.- Bcz... .Kärntnerring 3, Schalter Melly Weiß. . (Entgeltlich.) Komponisten, Dirigenten, Gesangs« und Jnstrumentalsoliste« gesuchte Zuschriften mster ,AymPhomeorchsst«r 8108", «n die Administration des Blattes.? (Entgestlich, DOROTHEUM | för 14 Tage Versteigerungs-Einteilung . Verfallene Effeklenpfänder der' Pfand lei tunst alt Oerho'd ft We* Protip ie*» ttgifeh; jeden vl Silber und Cbinasllber; Jeden Mi Brillanten-und Perlenschmuck im rrane-Saal Verfallene PretlosenpMnder der Pfandlrihanstalt der Meldiinger Vorschuss- und Sparkasse, Xll, Manalgasse 3. am Oo, den 26 <m Fram-Ssa'. Veifallene Pretiosen- Pfänder der Pfandlrihanstalt des cjpar- und Vorschuss. Vereines „tandstrasse , |., Voll?eile 27 am Fr, den 27. II., <m Franz-Saal. SebrauQhsgegenstände tägiloh Im Ludwlcstorff-, Rö8sler- und Koiowrat-Saai; ferner Jeden Di, Do und Sa im Hoch-Saal. .v»r,U»»«»o^»nr»V«tW»6e«r«»on»vMMW«» rieh. I. WipplinRerstrasse 24-—26. am Ml den 4 III. im RSssler Saal. Jeden Di Pe'rs. Falle, »Ohfiaa Wktohs K'eider, Anrüge, Stof e loden Ml Photeapparate, Objekt ve, Mikroskope, Rrlsacoug«, OpernfrlJsfer, Feldstecher, Sonrelbmaietilnen. Fabrrlder und Mähmasohinen Im Ludwitr? orff-Saal. Jeden. Di und Fr Mdbel. BiU der, Bcleuchtungäköroer, Oefen und Hanshaltungsgctrcnstande | im Olashof. leden Mo. M? und Fr: R astoewerbe,Oemä!de,Antlqultlteaund Perserteppiche »m Hoch-Saal. Srneee rondataektion Im Frans-Josef-Saal, 26 bis Lü II. Pracht , und StNmyhlNar, antike Möbel, Bösendorfer-Fiüpie!, Luster, Perserteppiche, Öemflide. kunstgewerblicue Arbeiten. Antiquitäten Kciamik lanonika und Varia. Beslobtlauan: So, den 29., von 10 bis 1 Uhr. Mo, den 93. bis Mi den 25. 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Oüchei des 19. und 20 Jahrhunderts, Varia Dp, den bis Sa den 7. IIL ÜustkinsthimMte: Violinen, Zithern. Mandolinen, Harmonika», Grammophone und -p'a'ten, Muslkati-n Fr,'den 27 , Im Ludwlgstorif-Saat. teshnisobe Seps-stSnös: Jeden Ml: Maschinen, Werkzeuge.Armaiuren, Altmaterial usw,, VIII. Feldgasaeü* V o r a n * o i g o| 300. KunBtauktton 9. bis 11.-Min 1925 Im Kieimansegg-Sasi. Tägllrb an Werktagen SchattstelTdiKfOB VOM Uhr m Beginn Oer Auktionen, wenn nicht »«der« vermerkt, um 3 Uhr. Näheres durch d<c „Mitteilungen** und „NachrichtenhHberH. Das Doroth«wm gewährt Darlehen in Jeder Höhe , Silber. Kunstgsfiemtftnde. Automobi'e, feildier, e» peppiehs^tcehliisclic Artikel und Gegenstände verichtssaal. Schellerbacher Badeärzte. Me bereits berichtet, Ty.it bei Dasitzer eines pharmnzeutischen LaberatoriumS in Krems OAar Wolter, gegen die Badeärzte Dr. Brunner. Dr^ Wachlmayr. Dr. Eder und Dr. OkHardt m Schallerbach wegen der Auschu-ldigung, er habe ein Rezepi dem Magister Gallee entwendet, eine Ehreubeleidi gun-gSklage erhoben, die nach bereits zweimaliger Verhandlung auf Juwelen. Gold Briefmarken, Pol«, ihr« Behauptung, der PrivatanLlager Wolter haibe das Rezept für «ine vom Badearzte Dr. Peer in Bad Dchallerbach erfnnöone Einreibung dam Magister Gallee. Avotheker :it Wels, entwendet, den Wa^irhertsbeweis angetreten hatten. Die Berhandliung endete mit der Verurteilung sämtlicher Angeklagtvn im Sinne der Anklage zu j< anderthalb Millionen K r-o.tt e n Geldstrafe und zum Ersätze der Kosten des Privataistlagers. In der Urkvilsbegründung hob d:r Richter hervor, daß er aus Grund der durchgoMirteu Beweise und insbe,sondere aus Grund des Aktes des Volksgesundbl>itsamtes zu der Ueiberzeugung gekommen sei. daß das von Dr. Peer erfundene und vom Privatankläger erzeugte Einre'ibungLmittel mit dom des Herrn Gallee bezüglich seiner Zu/sammensetzung keinesfalls identisch oder auch nur äihn.lich sein könne, so daß der gegen den Privatankläger erhobene Vorwurf als ungerechtfertigt bezeichnet werden müsse. Dieses Urteil ist bereits ssn Rechtskraft ertvachsen, da von keiner Seite dagegen «ine Berufung erhoben wurde. Weg:« Radio-Schtvarzhörens verurteilt. Gestern fand vor dem LandeSgerichtsrat Dr. Arie die erste Verhandlung gegen einen Schwarchörer statt. Die Anklage wurde nach dem itwii Telegraphengesetz u-nd nach § 467 St.-G. (Prellerei) erhoben. Der angeklstgte Instavateurgehilso Franz Barwa hat anr 3. Dezember 1924 widerrechtlich einen Draht einer Radioanlage an das staastiche Talcphonnetz angeschlossen und soll daboi als Schwarzhörer die Bovführungen des Radiokonzertes angci^rt haben. Die Ravag schloß sich dem Stralvevlechren an. Barwa Ivar des Tatsächlichen geständig, gab aber an. niemals etwas gehört zu haben. Der Richter verurteilte den Angeklagten ,zu einer (^lidstra^c von 166 666 Kronen. Razzia im Gerichts'««!. Dem SaalauKetzer des Besirksgerichtes Fünfhans, Geora Rcsniczck.' war es schon lange ein Dorn im Auge, daß^ täglich v'vl« Neugierige seinen Vcrhaudlungssaal belagern und seine Autorität untergraben. Er veraulaßte deshalb kurzerhand di« Polizei, eine Razzia zu veranstalten. Tatsächlich estchienen während emer Verhandlung drei Kriminalbeamte im Gerickstssaa und vevlustrierten alle Zuhörer. Der Fiischstig war ergiebig. Acht Personen mußten mit auss Kommissariat. Genützt hat diese Aktion freilich nichts, denn gestern war der Lulaus womöglich noch größer. Statt .16 Pevsonen bafandvn sich ungefähr 100 in dem kleinen Verhaiiidlungssaal. - Arbeitslose und Polizei. Am 23. Deqember 1924 fand m der in der Wallensteinftroße 72 rn der Brigtttenau gelegenen Gastwirtschaft Mader eine Versammlung von ArboitIloson statt. Nach Schluß dersÄbvn. um 11 Ubr nachts, kam es auf der Straße zu sehr erregten Szenen zwischen Versamml-nnosteiluchnieru und Polizeiorganen. Es kam auch zu Zusammenstößen, wobei sechs Bsrhastungen vorgenommen wurden. Gestern nachmittags hatte sich der Einzelrichter Hofrat Dr. Hotter mit den aus der Auswirkung entstandenen Anklagen zu beschäftigen. Er erkannte nach mehrstündiger Danor der Verhandlung olle Angeklagten schnlldig und verurteilte den Kürschner Joses Kaufmann wegen öffentlicher Gewalttätiiksteit zu einem Monat einfachen Kerkers. den Eppeditor Hans DöS le r wegen Vergehens des Anslauifes zu einer Woche strewgen Arrests,- den Arbeiter Eugen Steiner wegen Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit und wegen Vergehens des Auflaufes ru einem Monat einfachen Kerkers. Der BäckergchWe Franz W ö b e r erhielt weigen Auflaufes drei Tage Arrest. Die Hilfsarbeiter Emil Stinker und Wolter Rosner wurden wegen Wachübeleidigung »t \t 21 Stnuden Arrest verurteilt, welche bei Rosner als bedingt erklärt wurden. Kamjnnke, der „Kompagnon". Der 36jähwge Richard Kanisunke orrlchtote iim Fvühahr 1923 einen Handel mit Gassauteriieimd SpiLÄva-von amt Ddordavaplah im 20. Bezirk. Da Hm das tvotz'ge Kapirv'l ifehl-tv, mn seiin Geschäft mit Erfolig führen gu. Wunen, verfiol er auf die Idee, „stille Teiluchmer" für sein llntevn-ehmen auZiiwerüen und mit -ihren Eivvlaigen die amfgelaufeuen Schulden zu befahlen. Gr fand auch Gesellschafter «ud schuvdote dieifein, die <m dem meisten Fällen von -eimaMor uichts wußten, schsseßlich 350 Millionen Kwnen. Im FrWHr 1924 moödete er den Konikms an. Gestern hatte sich KLiujunke vor öinem -DchöM''ns>e''at un-heir Vorsitz des Hofvaites R e-im.Wagon Bot-vu^s «und selbstverschuldeter Krida zu ve-raMvonten. Dar Govichtshof sprach ihn von der . AuÄaigs des Betruges frei, West ihm eine Schädigu-agSatbsicht u>ich.t nachMvIeen werden konnte. Hiuciegvn wurde er, tar sel bst v er schuld et« n Kr-id a schu'ldig ovka-mtt -und m zwviiefn.lh<»llb Monaten Arr«st veruntM, die durch di« Um-teitsuchnngshast verbüßt erscheinen. .La Sareonne" vor Gericht. Der Doostand des StrafbeyMsgetichties 1 Haifra-i H ö f i m « «r hat»«, sich in geheimer Verchandlu-ug mir olnem gegen d<m Bevlager David Ert«rächt gerichteten Pvcßprogeß zu belassen. Im August v. I. erschien im Bevliage des BvschistdiOen als Partie am das bekannte Buch „La Garronnie" ein ziiemkich umfangroiches Buch unter dem gllvichm Dustl Die Parodie 'war Var den: Schriftstellar Hans R : * m a n n bearbeite" warben. Auf dem Impressum des Buches waren als Verlagsorte cmaegebon Wien, Ber>!im, Leipzig -und New-Äark. Wegen des Inhaltes des Buches, tvelches nach Ansicht ver Staatsaniwaltschaft an mchreven Stellen geoigpe». war, de öffentlich - Diihtl'ichkvi'. m verlehon, wurde gegen dän Verleger «ine Anklage wegen Berivachlässigung der pfbichtgei. äßen Obsorge nach 8 30 Preßgesetz, weiters eine Arstlage wegen unvtchdiger Angabe der Ver^is-cw!e er hoben. Bor Gericht bestritt Ertmcht. daß fcf» infiihnkictteai Stellen des Buches, welche in ^Miimer Verhandlung M Vericsuua golangto:.. den Tatbestand einer Uebertremug gogen die apfenlÄche SittSichkoit eisthaSten. er stellte uwer Betveis, daß zahlreiche Bücher, die wüi" mstttttiichor seivn. mich in Wien verlegt mid verkamt weiden und tzeant'ag'e > die'er Richtung die ZaiiV-ehimg von Sachverständigeu. Der Richter lehnte sämtliche Boweiis-ainit-räae ob und yecu,te>ilte Ertvacht wogen De-ma-chliäsfigidiig der -pssrchiixpmäßen Obsorgr zu einer GeA>- strafe' von w«m Schillingm und wogen der unrichtigen M° gaben über den BevlagSvot M einer Geiüstraf« von sechs DW» uwgen,