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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-22 · Heft 2158 (22.2.1925) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2158 (22.2.1925)
Date
1925-02-22
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 _Me«, Soimiay * Sitte herrliche Bstzmmß können Sie sich leicht erwerben, wenn Sie Möbel in feinster AnSsühruna and W knlante» Preisen kaufen. Besichtigen Sie vor Einkauf vaS reichhaltige Lager der bestrenommierte» Möbelftrma I. Dahl, 4. n. Schleifmühlgaffe 3. * Bor Beginn der FrÜhfahrssaison bekam««,: Sie noch Schka-f- und SperseKmmer saivie Mchenemrichckrngen M Äten. sehr mäßigen Preisen. Möbekhmrs Barltzer, 6. Bez., MariahLfnstraße 106. * Reizend ist ein Kind, wom, eS Kleidchen, Mantel, SpieDhasen ufiv. vom «beitLe-konnten Spezialhaus für KvNderkonsoktron Max Ehren re ich. Wien, 1. Bez., Rotgaffe, trä-kft. * Die Anmeldungen zur Palastinaexknrston anläßlich der EröGnung der hebräischen Universität in Jerusalem, die vmn Reesebureau Contine-nt, Wien, 9. Dez,, Svitaögaffe 3, vevan stailtet wird, werden nur noch bis .-uw 1. März emgegengenom men. T«ve Kröten der Exkursion lRersefpesen und AuftnthM im Lande) betragen ab Wien: 1. .Mast« 99 äg. Pfund. 2. Klaffe 73.5 äg. Pfnno, 3. Klaffe 52 äg. Pfund. 4. Klaffe 24,6 äg. Pfund. Die Abfahrt von Wien erfolgt am 21. Marz, die Rückfahrt von Jaffa am 19. oder von Alexandrien am 21. April. Die Exkursionsteilnehmer haben auch die Gelegenheit, bei der Hin- und Rückreise einige Tage in Aegypten und Italien zu verweilen. Nähere Auskünfte im Reiisobureem Contment tätlich zwischen 9 und 6 Uhr. Tel. 36-4-69. Vereine, »orttöge «nd Bersammlnasea. Zionistische Bezirkslsek-tion Prater. Heute luu 8 Uhr abends Vortrag Dr. Israel Waldmann: ,-Dind Zionismus und Sozialismus Gegensätze?" Morgen Versammlung -sämtlicher Vorstandsmitglieder und reiferer Jagend (präzise 8 Uhr abend). Dienstag Vortrag Dr. N. M. Gelber: «Geschichte des Zionismus". Mittwoch Palästinakundc, Dr. Gold- -hammer. Die Vorträge finden um 8 Uhr abonds statt. — Jüdisch c Tischgesellschaft - und Zionistische Bezirk ss ei r-i on La ndst r a ße. Die Mitglieder werden ersucht, sich zwecks Teilnahme an der Sammelaktion am halb 10 Uhr vormittags im Cafe Lovvana (Souterrain) bestimmt einzminden. — Zionistische Bez i r kssektion 16. u. .17. Bezirk. Atörgen Montag findet um 8 Uhr abends im Klnblokal des Cafe Dubinsky. 16. Bez.,- Brunnenigasse 34, Ecke Thaliastraße, ein Vortrag des Herrn Dr.- Michael Steinberg über das Thema: „Arbeiterfragen in Palästina" statt. Sämtliche Mitglieder iverden ersucht, pünktlich und zuverlässig zu erscheinen. Eingeführte Gäste willkommen! — Zionistische B ez i r k ssek ti o n 19. Bezirk und zionistische Frauengrnpp « Döbling. Morgen Vortrag des Herrn Leo Kaufmann aus Tel-Ibsef, Palästina, über: „Die wirtschaftlichen Grundlagen beim Aufbau Palästinas", um halb 9 Uhr abends im Cafe Dvblmgerhvs, 19. Bez., Billro-thstraße. — Jugendgruppe der Zionistischen Sektion Z w i s ch e n b r ü ck e n. Heute um 9 Uhr vormittags Zusammenkunft vor dem Vereinslokale .zwecks Entgegennahme von Material für den heutigen Sammeltag. — Hechaluz. ^österreichischer Landesverband. Morgen Montag, Punft halb 8 Uhr (Roffanerkaserne), Dortrag Dr. ,Hirschowitz aus Ain-Eharcd: „Sanitäre Fragen in Palästina". — Wiener Bet h - H a m i d r a s ch. 2. Bez., Ferdinandsstraße 23. Heute nm 6 Uhr Lektor Dr. S. Rubin: „Midrasch,-nach den Quellen erläutert und interpretiert". — Z. M. V. G i s k a l a h. Heute, präzis- 10 Uhr, rin Vereinslokale, 3. Bez., Roisnerstraßc 23, Vortrag Bruno Rabinowitz: „Der Ausbau des Zionismus". Gäste willkommen. — Verein Ere.zIsrael, Wien, 2. Bez., Zirkusgassc 33. Heute um 7 Uhr abends Vortrag Doktor Rcchmn Blauer. Thema: „Bedeutung und Temvpoder Palast inaimmigration". Anschließend Heimabend mit reichhaltigem Programm. Gäste willkommen. — Gesellschaft b'.-e r Freunde (Quäker), Wien. 1. Bez;., Singerstraße 16. Morgen um 7 Uhr abends im obigen Lokal Vortrag Dr. Julius Wilhelm über: Innere Kolonisation". * Keren Kajemeth l'Jsrael (Jüdischer Rationakfonds). Die Leerung aller Büchsen des Keren Kajemeth in Wien findet in der Zeit vom 1. bis 15. Marz statt. Mit Rücksicht aus den Keren-Hasessck-Drive ersuchen wir alle Gruppen, die Leerung nach Tunlichkeit bis 8. März durchzmühreu. Gleichzeitig ersuchen wir die Nationalfondskommiffäre. di« das Leerungs- Material noch immer nicht übernommen haben, bis spätestens Dienstag den 24. d. dieses zu übernehmen, da wir sonst gezwungen lvären, das Sammelmoterial unter den anderen Gruppen anfzuteicken. Konzert Prof. Sostarie für arme jüdische Wöchnerinnen. Professor Max Softaric, deffen Konzerte zu wohl-tätigen Zwecken außerordentliche Popularität erlangt haben. gibt am 1. März von 2 bis 4 Uhr nachmittags im Jfa-Palaist-Kigo, 2. Bez.. Täbovstraße 1. ein Konzert zugunsten der jüdischen Fvauenhilse der „Adaß Iisroel".? Wirtschaftliche Möglichkeiten für Industrie und Handel in Palästina. Ueber dieses Thema spricht Herr Dr. Sdchum Blauer. Leiter des Palästinaamtes Wien, über Einladimg der Zionistischen Bezirtssektion Leopoldstadt movaen Montag um 8 Uhr albends im Cafe Sächsischer Hof, 2. Bez.. Taborstraße 46 (Souterrain, separater Erngang Novavagaffe). . Proponentenkomitee für den Bund jüdischer Eltern, Wien, 19. Bezirk. Mittwoch den 25. d. um 8 Uhr abends findet Jm Sitzungssaale des jüdischen Tempechereines für den 19. Be^rk, Dollmevgaffe 3, eine Beratung des Proponentenkomilees stcktt. Tagesordnung: 1. Vorlage der Statuten. (Referent Prtzk. Weber. Obmann-Stellvertreter. des EkterndvreineS Wien, 18. Bezirk). 2. Wahlvorschläge. 3. Einberufung der konsti- . tuiereuden Elternversammlung. 4. Eventuelles. ': 1 Gesellschaftsreise nach Palästina. / Das Wiener Palästinaamt beabsichtigt, um vivllsachen Wünschen entgogenzukommen. auch in diesem Jahre, anfangs März, eine Gesellschaftsreise nach Erez Js-vael zu veranstalten. Die Abreise von Wien wird am 8. Mürz erfolgen, wobei es den Teilnehmern freistehen wird, entwirr gleich nach Beendigung der Feierlichkeiten anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem die Rückreise anMtvsten oder auch noch die PessachHeiertage in Evez Israel zu verbringen. Die Hohe der zu gewävtigenden Ermäßigungen hängt von der Zahl der Teilnehmer ob. Anmeldungen zu dieser Gesellschaftsreise tverden nur bis 27. d. entgegengenommen. Als bindend wird nur eine Anmeldung angesehen, bei ivolcher gleichzeitig eine Anzahlung von 40 Pfund Sterling für Teilnehmer der erste»! Klaffe, 30 Pfund Sterling für Teilnehmer der zweiten Klaffe und 2V Pfund Sterling für Teilnehmer dex dritten Klasse geleistet wird. Nähere Informationen erteilt das Palästinaamt. 1. Bez., Bauernmarkt 24 (Telephon 63-1-27). Antworte« der RedaMoa. Zionlft 3. Bez. Dies ist nicht der Fall, Herr Jsirak Blonftein ist mit dem in den Ausschuß der Jugendgruppe der Union österreichischer JiHen gewählten Herrn Ignaz Blarfftem rticht identisch. — Thaya. Wenden Sie sich an das Zionistische LandeSEomitee, Wien. 1. Bez., Kärntnerstratze 28. Wiener Morsenzeltnns. OtMmlcMMll« Aktion 8. bis 30. HSrx 1935 * Der Keren Hajessod ist das Finanzinstrument des Aufbaues von Erez Israel und hat den Eharakter eine- Staatsfonds. Er muß der machtvolle nationale Kotonisationsfonds werden, welchen die Schaffung einer jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina erheischt. Der Keren Hajessod beruht auf denr ' der ftriwistlsen SeMbeft>>»erung im Sinne Ses biblischen Maaffer. Immer größere Kreise müssen für den Keren Hajessod gewonnen werden, denn : Die gegenwärtigen Jahreseingänge des Keren Hajessod (durchschnittlich 400.060 Pfund) errnöglichten bloß, daß 10.000 Juden alljährlich in da- Land gebracht und mit dem Boden wirtschaftlich verknüpft werden. Wenn es gelingt, den JahreSeingang des Keren Hajessod auf eine Million Pfnnd Sterling zu steigern, kann dieser Staatsfonds jährlich 30.000 Pioniere anstedeln Diese 30.000 Pioniere jüdischer Arbeit werden einer jährlich stets wacksenden Zahl von Juden Existenzmöglichkeitm in Erez Israel schaffen, so daß die Dafis für Großkolonisation geschaffen Ware. Dieses Ziel muß ohne Zeitverlust erreicht werden. Die österreichischen Juden stehen in ihren Leistungen für den Keren Hajessod weit zurück. Sie haben im letzten Jahre kaum den vierten Teil der Quote aufgebracht,- welche bei Berücksichtiguna der valutarischen Verhältnisse und der österreichischen Wirtschaftslage auf sie entfällt. Die Leistung Oesterreichs für das Budget des Aufbaues von Erez Israel muß daher im Kalenderjahre 1925 vervierfacht, also von 4000 Pfund auf 16.000 Pfund erhöht werden. Oie Leitungen der Bezirkskomitees ffllr die Keren-HaJessod-Aktlon 1. Bezirk: Fritz Zausmer, 1. Bezirk. Gonzagagaffe 11; Siegmund Rubel, 2. Bezirk, Obere Donanstraße 67. S. Bezirk: David Rebenz ahl, 8. Bezirk, Rasu»öfSkygaffe 1, Telephon Nr. 73-2-16. 3. Bezirk: Dr. Albert Scharf, 3. Bezirk. Hießgaffe; Dr. Duldig, 3. Bezirk, Waffergaffe 28'6; : Dr. Bertold Hirfchl, 2. Bezirk, Taborstraße 17. 4. und 5. Bezirk: Meier Schreier, 5. Bezirk, Spengergaffe 7a. 6. und 7. Bezirk: Bezirksrat Moritz K o h», 6. Bezirk, Stumpergasse 29. 8. Bezirk: Dr, Alfred Löwy. 8. Bezirk. Merstraße 32; Max Hollen derg, 8. Bezirk, Tigergasse 27. 0« Bezirk: Frau Dr. Sophie Löwenherz, 9. Bezirk, Nußdorferstraße 42. Frau Rebekka Weiner, 9. Bezirk, Servitengafle 18. BezirkSrat Dr. Georg W e i n e r, 9. Bezirk, Porzellangasse 13. 10. und 11. Bezirk: Dr. Leopold Sofer, 1. Bezirk. Kohlmarkt 10, v Ing. Loses Fischmann, 10. Bezirk, Qnellenfiraße 107. 13, 14. und 15. Bezirk: Dr. Kürt S ax l, 13. Bezirk, Kuppelwiesergaffe 47. 13. Bezirk: Erich P o l k a k, 12. Bezirk, Schönbrunnersttaße 282. h 16. und 17. Bezirk: Leopold Sitzmann. 16. Bezirk, Brünnengaffe 41; Dr. S. Bo hin, 17. Bezirk, Kalv.irienberggaffe 34. .18. Bezirk: PrytzHatak, 18. Bezirk, Weimarerstraße 22; Frau Rappaport, 18. Bezirk, Messerschmidtgaffe 40. 10. Bezirk: Pryf. Dr. Wilhelm Stein, 19. Bezirk, Hardtgafle 6; Frau Dr. Fischer, 19. Bezirk, Jglaseegaffe 13. 30. Bezirk; E. M. Nimhäuser, 20. Bezirk, Rasaelgosse 1b; Köritz NiweS, 20. Bezirk. Bäuerlegaffe 17; Michel Zipper, 20. Bezirk. Klostcrneuburgerstraße 22; Dr. Z. F. F i n k e l st e i n, 9. Bezirk, Lazarettgaffe 26. 31. Bezirk: Rahh. Dr. R o s e n m a n n, 21. Bezirk, Holzmeiftergaffe 12; R. Präger, 21. Bezirk, Am Spitz 2. Prater r Julius Katz. 2. Bezirk, Abbsstraße 30; Ing. Mühl bau er, 2. Bezirk, Abbsstraße 38. mn 22. Acibvuar 1926 Nr« 2168 ■.. " .——............ Radioprogrammr Sonntag den 22. Februar. 11 bis 1 Uhr: Orchssdevbm-svt der Wiener Philharmoniker unter Leltuna der Prof. R. NilinS. Mitwirkend r Kammersänger Hans D « h a n (Staatsoper); Begleitung der Gesänge r Erich Meller (StaatSoper). — 4 bis 6 Uhr r Rachmittagskonzert — 6 bis 1/18 Uhr r Trioabend ,91 tt t o n Dvora k". Mttwirkend r Josef Z i m b l e r (Violine), Lueian H o r w i tz (Cello), Käthe Koller (Klavier). — 8 Uhr: Der Walzer in der Wiener Operette. Mitwirtenb r Grete Holm (Bttrgertheater'», Viktor F l e m m i n g (Theater an der Wien) und das Silving-Quartett. Radiobühne r.Herr Peter Sqnenz". Ein Schimpfsviel von Andreas Gryvhins. — 10 Uhrr Heitere Abendmusik. Montag den 23. Februar. 9 Uhr: Marktbericht. — 11 bis 1 Uhrr Konzert Silving.— 1 Uhr b Min.r Uraniazett. — 1 Uhr 20 Min.: Wetteransage. — */34 Uhr: Wiener Börse. — bis 6 Uhr: Teekonzert. — 6 Uhr: Aus Aschenbrödels Gleich. — 8 Uhr': Konz^ertakademter Opernsängerin Maria R a i d l, Kammersänger O e st v i g, D r a k y. B u n t e A k a d e m i e. * Das Radioprogramm hören S!e llauqvoll und stömngSloS nur mit .Original Blaupunkthörer", „Original Ideal-Detektor" und .Original Jdealit- Super Kristall". Bei jedem Händler erhältlich. Hauptlager bei Ing. Emanuel .^l<mslier sen., 1. Bez., Adlergasse 4, 1. Stock. (Entgeltlich.) Bühne und Kunst. „Der Gras von Charolais/ Deutsches Volkstheater. Ter Gras von Gharolais ist ein „Militär" im besten Sinne di.'s Wortes. Sohn eines tapfren, edelmütigen Generals. In: Sattel anfgelvachsen, im Feldlager daheim, adelristolz, aber von cinsacher Lebensführung. In diaser Kriegevbrust wahnen mtr umkonchlizierte, starke Gefühle. Trem^ bis zur Sekbstanfoipferning, Dankbarkeit bis zur demütigen Ergebenheit nnd — natürlich — ein ganz besonders entwickeltes, wenn es daraus ankommt, alle kon-> kurvieverlden Empfindungen a-usläschendes Ehrgefühl. (Man darf die .Handlnng -der wertvollen, oft gespiellten Dichtung Richard B c e r - H o f m a n n s als bekannt novaussetzen.) Er ist ein eiserner Pslichtmenifch nnd eine sentmientale Natur. Alexander M oissi bede-nkt die>sen Reiltevosfizier mit einen: poetischen Uebevschwang, der ihm^ glaube ich, nicht zulommt. Sein Graf van Charolais — er spricht ihn Mstvevständlich herrlich — hat schwärmevi-sche, weitgeöffnete Augen, die sich gelegentlich mit Hamlet- Blicken in den 'Bezirk des Metaphhsi'schen verlieren. Dieser biedere, tüchtige Manu ist aber von des Gedankens Bläffe nicht angekränkelt. Er ist das, was man einen romanischen Philister nennt. Das Strasgericht des ergreifenden Schlußaktes — Maiffi steigert diese Szenen mit großer Kunst — wird, glaüble ich, von einem vollzogen, der mit soldatischer Fassung alles erwogen und mit militärischer Genauigkeit seine Dispositionen getroffen hat. Man sah' ihn ja stink, aber sorgsam alle Dovbeve>iitm.ngen treffen. Er ^stellt das Hauswesen, befiehlt die Mitnahme des Kindes, die rechtzeitige Herbeihalung des Schwiegervaters, entftrnt unliebsame Zengen, bevor er seine Gattenehre rächt und die Gattin zwingt, durch ein Sellbstgericht ihre Ehre wiedecherzn.stellen. Moiffi. bis dahin auch bloß van jener Haltung, die sich eine gi?mütswsichc, mitteilsame Natur abzwingen kann, verliert sie hier vollends und wird zum schäumenden Othello. — Ich würde diese Rolle einem hundertprozenitigein Man>ne nbevantworterr, einem, dem man^s zutvaut, daß der Druck sei.ner Finger den Kuppel- Wirt in die Knie zwingt und zum Heulen bringt, und daß sein Wille ein Weib zum Selbstmord kommandieren kann. (Marr, Klopfer, vielleicht sogar Wegener.) Oder ich ließe sie von einem Zarteren spielerv, dem es aber gegebm ist, durch tragische Verhaltenheit den Grafen herber und sicherer zu gestalten (etwä Hermann Dhimig). » Die schone Destvee Mt an des Grafen Seite und scheM ihn: einen Sohn, ohne die Liebe kennen gelernt zu haben. Sie verfällt später dem Dienste 'des Gottes Eros, da er sie zum evsten.mal mit seiner FaM -bedrängt. Im Rauschzustand, in süßer Ohnmacht folgt sie Philipp, dem jungen heißen Verführer aus dem herzlichen Palast in die schmutzige Spelunke. Gluten zu mimen, die aus geheimnisvoller Diese auffteigen, die Sinne in Brand setzen, ein stolzes, verantwortungsvolles Weib besiegen — dieser heiklen, gefährlichen (zugegeiben: schwer glaubwürdigen), aber entischeidenden S^ene ist Annemarie S t e i n s i e ck >nicht gewachsen. Die Künstlerin entschädigt durch hcheitsdolles Frauentmn im Schlußakt. ch Das .Herz der Dichtung schlägt dort, wo der Präsident seine Vaterfovge, Vatevnöte hinauSklagt. Die Zwiesprache des alter: Mannes mit dem Sekretär (und der Motwlvg, den er in Gegenwart des Sekretärs spricht) ist . der Kern des Trauerspiel, das eine Batertragödie ist, und der dichterisch wertvollste, der zweite Mt, wird um den .Hölhepunkt gebracht, wenu diese Szene verloren geht. Sie ging verloren. Herr Klei it, sonst ein Vornehmer, herzhafter, i»t der Angst um das von» Tode bedrohte Ktnd erschütternder Präsident, ließ sie unter den Tisch fallen. Es fehlt ihnl an Tragkraft für die Füll« und Schwere der Gedanken, wie es Herrn E d t h o f e r für die Rolle des Ver führers Philipp an der bezwingen^den Glut Mt. * Hoch zu preisen der junge Herr DufchinSky, -er die Gpifodenfigur des Sekretärs, die dem Dichter nach nnferem Empfinden am klavstmt und feinsten gelang, mit

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