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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-22 · Heft 2158 (22.2.1925) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2158 (22.2.1925)
Date
1925-02-22
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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ft*, nn Wen. Gonnkag ggfener fllütflenitUitttft« SS. gttmt 1998 Serie 7 Aus Paris aurUekgskshrt, vuransf atlan wir I ä g 11 < h abwach« sainda Verftthrungan dar nauastan ModaschApfungan In unsaranSalans lln Basuch unssras Hausas dlanl nur OrJen.Iaruna Ubar dla nauasta 1 Richtung dar Hoda und Ist unbadlngt lohnend Klnlga Balrplala unsarar Bllllgkait« I eg. Ceitrcoal-Mirei, «“"'S SSO 800 ftsciit UlatgrprOOi- .relna Schafwolle, jjj Q|J0 > ffO^nShlTIB Rlps-Mänte . prima Lchafwoii. aefl niift i s oife, Bussers, teselie Modelle . . ab uflU UUU Entzückende Kostüme mr Sport». 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VII AAIS£ R S TR.- 111 115 Dr. d'Herelle hat sich das Studium der unsichtbaren Formen der organisierten Materie, die außerhalb des Bereiches selbst der stärksten Mikroskop« liegen, zur Lebensaufgabe gemacht. Da diese Organismen mi-t den gegenwärtig zur Verfügung stehenden Mitteln nicht sichtbar gemacht werden können, so können sie auch nur m ihren Wirkungen und nicht hinsichtlich ihres Aussehens studiert werden. ES hat sich gezeigt, daß diese Körper auch die feinsten Fi-lter, ja sogar Kollodiumwände durchdringen. Mit Hilf« der letzteren gelang eS dem Forscher. ihren Durchmesser zu bestimmen, denn das scheinbar absolut U'Ndurchlasiige Kollodium besitzt doch Poren van allerdings inf'm'tesimal«r Klecheit, deren Durchmesser jedoch bekannt ist. Dr. d'Herelle.behauptet, daß jene Winzern Kreaturen, obwohl sie unisichtbar. doch in jeder Hinsicht als vol lwertige Lebewesen zu betrachten sind. da sie alle mit diesem Begriff verknüpften Eigenschaften besinn. Sie nehmen Nahrung auf. Pflanzen sich fort, haben die Fähigkeit, sich ihrer Umgeik-ung anzupassen und können durch geeignet« Mittel! verstümmelt oder getötet werden. Gemäß den Wirkungen, di« sie hervorbringen, lassen sie sich in verschiedene Arten einteilen. Tin« dieser Arten zum BoitNp-iet ist der Erreger einer Pestartigen Vogelseuche; andere Arten sind die Ursache der mannigfachsten Erkrankungen öe: Mensch und Tier. Eine Gattung, deren Studium Dr. d'Herelle sich besonders angelegen sein läßt, hat die Eigenschaft, Bakterien anzugrelfen. sozusagen Krankheiten in.der Ba-kterienwelt zu erreaen. genau so wie die Bakterien in der Welt der höher organisierten Lebewesen Krankheiten erregen. Diese Form, bekannt unter der Bezeichnung Bakterien- -'resse r. erregte bei ihrem Bekanntwerden nicht geringes Aufsehen und bildet noch immer den Gegenstand eisr'ger -oissenschaWcher Kontroversen. Auf Grund dieser Entdeckung behauptet Dr. d'Herelle, -daß Gesundheit, >bezie- 'i'.lngs>weise Genesung gerade so die Wirkung einer Ansteckung sein kann wie Krankheit, sobald nanAich einmal der Bakterientöter in Aktion tritt. Di« ganze Klasse dieser uiltramikroskopischen, nicht filtrierbaren Lebewesen faßt d'Herelle zusammen unter dem Namen „Protobioten" oder Urlebewesen, denn nach seiner Ansicht sind sie in der Tat die allerprimitivsten Lebewesen. Er faßt die „Protoiöe" als eine Gruppe von Proteinen und anderen Molekülen auf, die er „Mizelle" nennt. Höhere Lebens so vmen, vermutet Dr. d'Herelle, entstehen durch die Verbindung mehrerer solcher.Mizellen zu einem einzigen Organismus; und im Grenzgebiet zwischen Proloben und gewöhnlichen Mikroben gibt es Organismen, die im Kreislauf ihres Lebens durch beide Formen hin* durchwehen. Zur Stutz« seiner Behauptung führt er zwei Beispiel« an: In einem Falle wurde ein Nährboden mit niedrigen Bakterien aussi-ltriert, um alle Bakterien zu entfernen. In der aukfvltrierten Flüssigkeit bildeten sich jedoch nach Zusatz eines geeigneten Nährstoffes neue Bakterien. Fm zweiten Falle wurden die Bakterien einer tumorartigen Pflanzenerkrankung aus Teilen des tumorartigen Gewebes gezüchtet, obwohl in diesem Gewebe selbst keine Bakterien gefunden werden konnten. Mit Loben begabte Mizellen nennt d'Herelle Protonen; Protoben können sich zu Mikroben zusammensetzeN. Di« Mikroben ihrerseits können sich differenzieren und entwickeln sich zur organisierten Zellenstruktur, zum Zellenstaat, wie die einfacheren Pilze und die'Protozoen. Einzellige Organismen können sich zu vi«Welligen entwickeln, zu „höheren" Pflanzen und Tieren. Die Theorie ist zu radikal, um sofort allgemeine Z 'stimmung zu finden, sicher aber ergibt sie ein kühnes Bild voll wunderbarer Ausblicke. - Duftende Schmetterlinge. Daß Schmetterlinge und . duftende Blumen tot der Narur zusammen aehören. ist allbekannt. Der Dust der Bliwmen lockt die Insekten an, die dann durch Uebertragen der Staubfäden die Befruchtung der Pflanzen ermöglichen. Weniger bekannt aber ist di« Ta-rsache. auf die Reelams llnivers-um hinweist, daß nämlich auch dte Schmetterlinge bestimmt«, an Blumen erinnernde Düfte auSströmen, sozusagen „Riechfkakons" und Duftzerstäuber zu erotischen Zwecken besitzen. So Haft« an dem Kohlweißling der Duft von rotem Geraninm. an dem R-aip-Sweißling zartes Zitronenblütenparfüm. der Rstbeitoveißlin,-, riecht nach Reseda, der HeusaAer nach Ananas, der Wifzakbahrer nach Walderdbeeren und der Roßbindevfalter strömt sogar einen aus-^osprochcnen Schokoladeng"r'tch au 8. * Kaser als Erzeuger von Kurzschluß. In Kalifornien wie auch in anderen Teilen von Amerika hat man di« seltsame Beobachtung gemacht, daß durch di« Tättgkei' von Käfern an Delevhonlcitungen Kurzschluß hervorgeruien wurde. Nach der Darft llllna im Jahrbuch für Technik und Industrie besteht der Scheiden, den di« Käfer an richten, insbesondere Mri«, daß fie in die Bleischutzdecken, in denen man in Kalifornien die Telephondrähte elnbett«*. kreisrunde Löcher im Durchmesser von etwa ein Zehntel Zoll bohren. Auf drest Weise kann «S?«* scheh?n, daß Fenchugkek tot die Kabel eindringt. und sobald dies geschieht, erfolgt Kurzschluß. Di« Folge hie i von ist natürlich eine sehr störende Untcrbrechuna d'S TelephondiensteS. und da durch ein einziges von dem Käfer gebohrtes Loch unter Umständen die Verbindung zwischen 590 bis b00 Fernsprechatzpana'en gestört werden kann, ist der durch die Insekten an» gerichtete Schaden nicht gering. Man Hai 6erMg mehrere Versuche aun'iestcll'i, um die Bohttärigteik der Kä'er zu bekämpfen; «8 beftht aber hierbi e>ne besondere Schwierigkeit, weil die Käfer jede Blcimischnng zu durchdringen i-m'lande sind: auch Gift bringt ihnen keinen Schaden, da sie während des Bohrens nicht auch fressen. Am besten bewährt hat sich bis jetzt noch das Streichen der Test« in die die Kät-r sich ein lehren, mit Talg. * Die Wienerwaldbah«. Das Bundesministerimn für .Handel und Verkehr hat den Herren Dr. Josef Grüllemayer. Fabrikant, Mv Dr. Kavl W a a n e r. RechlSanivalt, beide in Men. die Bewilligung zu technischen Vorarbeiten für zwei Varianten der Strecke Hütwldorf-Hawina—Knöd-eihütte- Dulzwies« der geplanten Bahn niederer Ordnung von Hüttel dorf-Hackmg nach Iudenau mst einer Adzweig'i-ng mm Dul bing nach Gretfenstein e«eKt. * Die Unwettterschäden ln den MpenlSnvern. Der süngste Smrm in den Mveniändern ha» außer Milliavdenschädcn auch empf'ndbbiche Teiephonstörungen oemr,acht. A.u: großen Lireü-en muß di« veitoina ganz tm gsbaur werden. Man hoff-i, bis morgen den Telephonverkchr wieder aufnehmen zu können. In Steiermark hat e» ebnen ganzen Tag geregnet. Im Bezirk Murau in Seebach wurden durch Wasiermassen Mehlvorräte einer Mühl« weggeschwemmt. Auch zwei Brücken wurden iveo gerissen * Das Wetter. In Oesterreich herrscht trübes Wetter be' mäßigem Morgsnifrost. Veretn-zel.» schneit eS. Die Borauss-io,'' mek'dtt: Unsicheres Wsuer, vorauLsichuich eher kätoer «ärmer. * Dl« LebenSmittelmärkie. Der geste-igorts Konsum koui gestern ans allen Markten zum Vorscheine. Im Bcrdergrtm>d.- des JmeresseS stand wieder die Groß Markthalle, d! ihre domin re rande Rolle in der Diener F'eii'choet'orau.n.g n-ccfi immer behauptet. Ans allen Berrrket siä Käufer bereits in dm «rftm Ftühstundm ein. Im Einklänge mit der Tendenz ans den dieswöchigen Biehmärkten in St Marx wund. Rindfleisch um 2000 K. pro Kilo im Preise herabgc>setz! * Neuerliche Verlängerung der Pfänderlauszeit im Dorotheum. Vom 21. d. angefangen ist mtn-mehr auch für Dar leben von ÖOO OOO K bis 3,000.000 K. die Lawszeu aus scch- Monate erstreckt so daß für alle Psanddarlehen bis einschließ lich 3000.000 K. vom obigen Termin angefangen die Lanfzen einheitlich sechs Monate beträgt. Die Laufzeit der Psanddar le>hrn über 3,0o0.0o0 K. beträgt auch weiterhin einen Mouoii Die Laufzeit aller vor dem 21. d. genommenen Pfanddavleheu wird durch obige Bestimmungen nich: geändert, weshalb der auf den Pjanid'choinen erstchtt'tch gemacht« Verfallstertii'in genauestens zu beachten ist. * Zlonisti che- Lokaltomilee. Das Zionistische Lokalkomiwe teilt mit, daß DionStag, pünktlich halb 8 Uhr abends, oi-m' Sitzung des Lok-alkomitees stattsinder. * Nach den Vortrag die Perlenschnur verlc'.en. Der Le gatkonSsekre-tärs arl-n Frau Daij-, Leigy-Wan^ ist am 20. d. au' dem Wr.^, r.m Jnoustr-druS. u,^ ne emen Bortrag über di-' Fraueichewognng in Eytni hie.t, über de, Rmg zur Biberstraße und zurück znm Schtt,arzenbe«rg>p:'ay sine Schwur mrchinesischen Perlen mst langer Goldschließr vm Werte von 40 Millionen Kronen abhanden kommen. * Beglückwünscht man Sie zu Ihrem zarten, jugendfrischen Teint? Wenn Sie den Charm der Jugend sich erhalten wollen, benützen Sie Leichn.'rs Fettpudei. D'e exa-'.isit< Quatttität dieses SchönheitSpuders ist von den kultivierten Frauen aller Welttei-le feit einem halben Jahrhundert aner rannt. Das unembehrliche ToAetwnrequisit kür dt-e Hau», für Salon. Promenade und Rei-ie in aparten, goldenen un? ledernen Döschen. Jede Schattierung. Ueberall erhäk-lich verlangen Sie ausdrücklich Leichner. * Betrüger. Der Itzjährige Handelsanaestellte Avralxr-m Cha-im Jmbermann aus Lodz, der vom 5dreiSgericht Lodz wegen Betruges und Wechi-eiwlsckuna mu ci-u- Schadenshöhe von 882 Zloty steckbr'eflich verfcig war, wnrd. im Hon« SchistamtSgafs« 10 verhaste» nnr dem hiesige'! LandeSgevicht« eingelrosert. — Der 28lährlfl" Handluugs reisende Adolf Steiner war vom hiesigen LanvesgeriM; wegen Verbrechens des Betruges steckbrieflich oeri-olgt. Er ii> beschuldig», m mehreren Städten Polens und Rumäniens Wr schiedenen Parteien Angaben aw Wa.en, d:-e er zu liefern fid: erbötivg machte, in der Höhe von 60 Millionen entlockt rhaben. Am L0. d. hat sich Steiner, der zuletzt ohne ilntcrjttiu' *ch»r, im S'- '7-rs' - - . - * verhafteter Hochstapler. Der viel-qesucht« angeblich.' Vertreter des Büche wer wges. der Ins erat-ens chwmdl-er Ehar-rs B o d S. wurde in Nizza verhaftet. * Lebensmüde. Gestern vormittags hat lich im Ho,ns Wallfischguss« S die 26jährige Pv'vate Milly B. aus Brün >- durch Genuß ebnes narkotischen Mittels aus m>bekannter Ursache zu vergiften versucht. — Di« ISjä-hriae Hausgehilfin Mor garet« S. hat sich durch Leuchtgas zu vergiften versucht. * Schüsse in der Nacht. Freitag nachts gab die sOjährige adgöbaute Bankbeamtin Leopold ine Zimmermann mu* einem Fenster ihres Wohnhauses in der Rauscherstraße. Schüsse m der Richlu-ng gegen den Augarten ab. Einem herbei geeillten Wachebeamten rief sie zu, sie werde sich vom Fenster hi-natts auf die Straße stürzen. Dte Feuerwehr nn-d RermngS aesellschast wurden alarmiert. Die Zimmevinan-n wurde schließ lich in em Rettungsauto gebracht. Man fand bei ihr einen Revolver, in dem noch zwei scharfe Patronen steckten. Sie wunde mit Anzeichen von religiösem Wahnsinn der psychiatrischen Station übergeben. (Die nachstehenden Ankündigungen sind entgeltlich.^ * Das Warenhaus für den praktischen Einkauf. Uine. den gegenwärtigen schweren Wirtschastsverhälmissm ist jod - HanSfrou zu äußerster Sparsamkeit gezwu-nqen und muß ihre Aufmerksamkeit aus den praktisch:« Einkauf konz'itorieren. Diesem Umstan-de hat daS Warenhaus der Brüder 2 cb i f smann m der Tavorstratze 48 in weitei'tgchender Wei.se Rechnung gerra-gen. Durch den Emkanf großer Waren-men,qen ist es dic-zer populären Firma möglich geworden, ihre erstklassigsten Artikel zu äußerst billigen Preisen abzugeben und ihrem Grundsatz „btllig und gut" znm Siege zu verhelfen. Nach Absolvierung der Wetßen Woche, welch« eine große Anzahl von Käufern herangezoaen und deren Wünsche restlos befriedi-gt hak, konnten weitere Stkasionslaoe fortgesetzt werden. Wcchrend die geschmackvoll eingerichteten Schansenster bloß ein allgemeiner Bi>ld der günstigen Angebote bringen, findet mau in den Verkaufsräumen selbst ein vorzüglich assort-ienes Lager in Dpitzenvorhängrn, Damast- und At.aSgradl. Chipfonen, und Bstt>uchweben, ferner in Speise- und Kaffeegarnilnren, für di« pr a k t t s ch e Dam« znm Frühjahr Kleider- und ylnsrrstosf« und fertige WÄchegarnimren. Außer in Herrenwäsche bietet sich auch für Hotelier- und G a st w i r t c dl« günstige Gelegenheit, die sonst teuere Hm«l- und Gaichrns- Wäsche durch billigen Entatrf w ergänzen. Derart findet bei den Brüdern Schiffmann sed-r da- Richtige kür seinen Bedarf * Spezialbehandlung von Afthmalelden im Wiener physik-alisch-cherapsntilch.'n Institut Dr. Ostermann, V. Boz-, N-it-algaffe 1 a. Tel. 89-1-39. Ord 10 bis 6 Uhr. * Neve Herbstmodelle ln.vally-Schuhen und erstklassigen ^»ndrahmengenählen Schuhen zn äußerst billigen Preisen im Schuhhaus Dorn. 8. Bez.. Taborsttaße 8 a. * «ns Teilzahlung Luxus- und Strapazfchube. Strümpfe, Socken. Schuhhaus Havermann. 1. Bez.. Rauhensteingasie 10. Mezzanin. r«l. 77-0-8«. * Frühjahrsneuheften rn hochfeinen Herren- und Damenstoffen zu noch sehr günstigen Preisen bereitlagernd wi Kam, u. 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