Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2157 (21.2.1925)
- Date
- 1925-02-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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-K. «15t M«, QHtftft fPIffrfttttfttffttiHt» «1. KVruar 1025 Seit« ö Imoleaßsh-Srvrnkfkier. Kat Zloniststche LandeSkomit-re veranstaltet Margen mn haW 11 Uhr vormittags im tzoiol Lontinental. 2. Bez., Tabor« straße. anläßlich des 10. TcdeStageS des Borkämpfcrt des Zionismus Peres SmolenSky ein« Gedenkfeier, bei der der Präsident de- Aktionskomitees. Herr Oberraik»bmer Dr. ChajeS. der Präsident des VandeSk-vmitteS Dr. ftdlo6 Ehrlich. Schriftsteller Dr Di«sendruck und Herr Dct« lor N. M. Gelber sprechen werden. * Die SmokenSky-Gebenkschrist, mit Vertragen von Ober« kaMner Chai«S. Prof. S. KrauSz. Dr. Kaminka, Dr. M. Berkowicz. D. I. Silberbufch. Morbechaschen-Hillel Hak hen, M. D. Brandstätter. Tr. M. T. Schwirer, A. Wardi. Kernfprüchen SmoienSkvS und überdies mit dem Vi^de und Faksimile der Unterschrift deS berühmten Schriftstellers und Führers, welche loob«n erschienen ist. ist ,n sämtlichen f'-höschen Buchhandlungen P»m Preise von 10.000 K. z» haben. Der Cr« trag flieht bekanntlich dom ftonibft auc HerauSgaöe 6:t Smo« l"nSk^ch-n Schriften zu. Sic öftmeMche Kkrm-Kaieffod- Aktion. 8. vrs 20. Marz 1925. Die Vorkonferenz der Mitarbeiter. Don wer S tag den 19. d. fand im Sitzungssaal der Israelitischen Kulrukg-emcind« die erste Beratung der Mt. ar>L«iter an t-er großzügigen Keren«Sasesfod. Aktion statt, wcssch« Ttt d'e Zeit dom 8. bis 20. Marz d. I. arge setzt ist. Der Präsident d-er Zivmst.'schen Öryani. sation Dr. Jakc'b Ehrlich eröffnet« d'-e Konferenz mit einer Ansprache, in tre'cher er betete, daß sich während der Zeit der Keren^Hafessod-Drid« die 'Zion'stü'che Drganiaiion vr^stLndia in den Dienst der Arbrit für d-escS Wichts,st« Flnan-!n'>u.mrnt deS Au flaues stellen müsse. In Oesterreich wurde im Vorjahr kaum 1 Prozent deS P a l a st i n a 'b u d g e t s aufgebracht. Tiefe ü'beraus Hering« materielle Beteiligung an dem Keren Hasesivd entspricht nicht der Anzab'. Le'stungsfä'b'gk^it und B.'dcue'ung d'r österreichischen -Juden. Die Pflicht der Arbeit für den Keren Hasess.d «ttfofy sich durch die unibedingt« N-otwendi-oveit. das aeae-nwäri'i'ge Palä-siina-kiud^et von 400.000 auf 1.000.000 P'und Sterling zu eril-o^ew. Das Ziew'st'sck« Landeskomitee gibt di« Par.-le aus, durch intensivste Werbearbeit insbesondere unter den Zionisten zunächst die österrc>'ch'f<«n JahwSoingänge für den Ker«n .Haj.sie-d zu v e r v i e r fa ch e n. das?«ißt einen Jahre ^betrag von 16.000 V^und Sterling zu erzielen. Scdann ergriff der Präsident deS Zionistischen Ak- Lianskomitees u.nd der O«/terr<''chisck«n K«r«n-^a'-:std- Kom'mlssion, Oberva«bbin«r Tr. ChajeS, das Wort und füibrtv im we^N't'lichen folgendes auS: Als vor zwei Jahren das Zionistische Akt-i-onSk mite« zi 'ammentrat» war die Situation in Palästina tri-stkoS. Die Krisis schien unüberwindbar. ES war die Zeit steifender Abwanderung von Erez Israel. D'ie Nachrichten über die Anzahl der Abwandernden warm w?hl stark übertrieben, aber di« ftre in Erez Israel uud unsere Stimmung war sehr errsi. Für unsere mn Lande avivitendsn Menschen war nicht das allerkescherderst« Existen^minimum zu erzi-.-len. ES war für den nächsten Monat schon ein« Anzahl von 30 0 0 Arbeitslosen z>u s-rwärtigm. Me durch ein Wunder gelang es uns. die Krisis zu überwinden und dahat der Keren Hajessod bewirkt. Wir haben damals brschlrsten, all«s ver'«ägbare Ge'd dazu zu verwenden um un'ere Menschen aus den Städten auf das Lard zu bringen. Mirzwangen be-stin,ml« Kr-lonien. eine weitere Anzahl fudischer Arbeiter zu beschäftigen, wir veranlaßen selbst die A>uS.sU'rl'.ng von NvtftandSarlÄten. und ein günsti'es Geschick ließ uns -damals -di« palästinensische T a b a k k u l t u r deg'.nn-en. Von d'chem Augenblick ging es erfreulich auswärts. Var zwei Jahren kamen monaKch durchschniM-ich 400 Einwand-rrer ins Land, denen eir*« Abwanderung von 8000 Menschen i>rn Jah-re s.'genüEer.stand. Im verflossenen Kalenderjahre tnmen monatlich 2000 Cinmar^orer und außerdem allmonat!''-ch 4000 T-ourften. von denen mi.nd.'>stens der viert« Teil sich irgendwie mit dem Land« derknisipft. Im Jälre 1924 sti'.'g de Za^l der Einwanderer um 20.000, in diesem Jahre kann man mit mindestens 24.000 Einwanderern rechnen. Dies« günstig« Entwicklung ist dem KerenHajefsodundderMöglichkeitsein-eS Eingreifens im kritischesten Augenblick zu danken. Die Prk'atinit'iat'^e ist in Erez Israel s/w iß sehr wichtig, aber sie hätte s'ierhaupt ke-i-n Arbeitsfeld gehabt. trenn die Krisis nicht überwunden wc-rdrn wäre und die Krisis wäre nicht überwunden worden, wenn wir nicht unseren Staatsfonds, den Keren H a j e s.s o d. hätten. Erzählen Sie den füdischen Mitbürgern, wie ciue Zeit der Geisaihr in Palästina glücklich beendet wurde und daß sie der Keven Hafesfod beendet hat. Und führen Sie unseren Menschen vor Augen, daß alles z ufa m m e n b re che n müßte, wenn der Keren Hajessod zufammenbricht. Neier den Zw'ck und die O-r^anlsat-ion des diesjähril-»«« österreich'isllen Ker^'-Hascssod-Drive referierte der Lerler der Aktion Herr Dr. N. M. Gelbe v Er führt« unter au'derrm aus: Ter Hauptzweck > der Keren- H-jesfod'Äkt'on ist die unbedingte Erfassung a l l e r Z i o n i st e n im Keren H a j e s s o d. Die traurrge Tatsache, daß ein großer T«il der Zion sten di« Keren- Hajessod-Pflicht üievfanpt nicht rd.-r nicht genügend erfüllt. muß aus der Welt grscl:afft werd'v. Grsahruuas« gemäß kann diese Erziehung unserer Merkchen zur frei--- Mitteilungen aus dem Publikum. Ganz Europa trinkt T e e WiiioUky Moikao Qegr. 1819 willigen Steucrpflicht nur durch persönliche Fühlungnahme mit Erfolg durchgesührt w«rdm. In de» ersten acht Tag«« doS Dvive hat sich di« Tätigkeit unserer M'tavbeiter aus'ch^ießr'ich auf den Besuch der in d:n ^übergebenen Bezirkklistrn enthaltenen Perismen zu beschränken. Dann aber muß d'e Arbeit rn die Breite gehen unü die n i ch t z i o n i st i s ch e n J 'den er asi.'n, w»«i die Grur.d.l'-rin.z'pien deS Ker«n Ha'esi.d in bezug a.u.f d'e Hose und die 2tändi<'e:t der ^v'stung zu beachten sind. Tie Wirksamkeit der Propaganda uns-.'r«r Mitarbeiter wird durch ein« Pressekonferenz und zah'reiche grcß« Versammlungen sowie Vorführungen unsere- Filmgefördert werden. Die Herren Bzirksrat Moritz Kohn und Dr. Nahm« Blauer berirbteten über die Ergebnisse und die Ersahrunien der vorjährigen österreichischen Palästina, wrch.' und gaben wertvolle Anr ^un-ien. An drr Debatte de Willi-sten s'ch di« Herren Sch-wertfinper. Dokt'r Glanz und R a -b i n o w i tz sov-ie Herr Groß, welch letzterer di« Erklärung atgab, daß sich d'e östcrreichisch« M i S ra ch i o rga n i sa t i o n mit voller Kraft an diesam überaus dringlichen Werke beteiligen werde. Hierauf wurde das Exekn tivkomitee der österreichischen Ke re n - Ha je sso-d-Akt i on gegründet, welches unverzüglich di« Dorarb«iten in Angriff nimmt. Versuchte Srvreffunq nn der Ischecho-ftowaNschen Sesandtschast. Am 6 d. erstattet« die tschecho-sivwakiisch« Gosa»nh<f-chLst in Wien die Anzeige, daß si« an dicisom Tage ei-n mit „Anton Friedjung*' unterfertigtes Schreidcn erhalten habe, in dem verlangt wurde, daß di« Gofandttscha'st einen Betrag von 18 Millionen öfterr. K. beim Postamte in Obet* Hollabrunn erlöge, widrigenfalls die Bero?fentSich>ung von Enthüllungen erfolgen würde. Ter Erpresier wurde am 9. d. »n der Person deS SchneidevgohLifen Karl I a r o s e k. in Eggendovf im Tale bei Ober'Hollabmrm wchnhcrst, verhaftet und dom BozirkSg.'richt Ober-Hollabmnn emgcstssert. Er gestEd die Erpressung ein und bchanpiete, sie aris Nach« darüber verübt zu haben, wail chm «ine A b s e r t i g u n g, die er anläßlich seiner Entlastung aas dem tschecho-slewakischem Heere verlangt hatte, n i ch t g e w a h r t worden ist. Sie Anzeftelllen drr Lelrsradtzrvrrntrals fordem dlr Snlferaung des -krettorr Welte». Wi« gemeldet, wollten vorMern früh 800 Angestellte deS Exp^ditS der Telrgraphcnzentra>le am Vöch'.'platz in einen w i l« den AuS st and irrten, d.'r nur durch das Eingreifen der Genera-ldive-ktion und der Direktion drr Drlegra>lhsnzentral-e scwie der Personalvertretung vechindrrt werden konnte. Die Ursachr dicsier Bewegung waren beleidigende Aeuß«. r u n g e n, die AmlS^irestor Welten über die Personal-Vertretung der Angestellten machte. Nationalral Zvlenka teilte nun gestern dem DektionSchef Jokisch der Gonera-'direkli-on mit, daß alle Angrftellten d:s TelegraphenaenteS, chn« Unterfchicb dar Parteiftellung. di« Entfernung des Direktors Wellen von diesem Anrte verlangen und daß si« eine Entscho'dung in dieser Angelegenheit in längstens drei Tagen erwarten. SeltienSchef Jokisch setzte sich hieralvf mit der Pcrsona.l.vertr«tttng der Angestellten in Verbindung, um diese Angelegenheit zu bereinigen. Slmches Uhr. Bon Schokem Molche«. Dse Wardnhr schlagt dreizchn .. DaS ist kein Scherz. Ich erzcchle euch ein« wahre Geschichte, wie sie sich in Mas«- pewke in unserem Hause zugetragrn hat. Ich sebbst habe sie msterlobt. Wir hatten eine alte Wanduhr; «in uralter Erbstück noch von Grosrater her. Er hatte sie wieder vom Urgroßvater. So war sie tnrch mehrere Generationen feit ChmvlnickiS I.'iten -iit Erbfbück der Familie. In der ganzen Stadt kannte man dies« Uhr, und nian nannte sie kurzweg „Simches Uhr". Bie>l« Leute kamen in unser HauS, um ihre Taschenuhren nach ihr zu richten, ja sevbst LeLbdsch. -sic Phrlo« soph, ein Mann, der in dem Tonuenshjtem Bescheid wußte und den Kaler.drr auswendig kannte, erklärte «inst (ich sebbst habe eS aus soinam Munde verncmmer,), daß unsere Uhr — streng geucmm>err, eigentlich m die Rumpelkammer gehöre, jedoch, wenn man in Betr-acht ziehe, ivas fiir Uhren es heute gäbe, sei unsere Uhr immerhin emo Uhr. Man m"ß nämlich wissen, daß Leidisch, der Philosoph, schr streng auf Genauigkeit hielt ultd oft den Hügel außerhalb der Stadt zu erklettern pflegte, uni, den Kalei'der in der einen, die Taschenuhr in der anderen Hand, den Augeublick zu erhaschen, in dem die Sonne hinter dein Horizont verschwand Dann kam er schnurstracks in unser Hans gelaufen, mn meinen Vater gl höhnen, daß unser« Uhr '«it drei nick wrrtS ging, woraus mein Vater, dem der gut« Ruf unser« Uhr über alles ging, erregt zu antworten pflegt«, so daß fick regO'mäß:g oi-n Streit zwischen den Bosst<rn der zwei Uhrer entspann. Neb Leib-isch war, wie gesagt, ein Phvlofcph. Und weni> er ab und zu uus-erer Uhr einig« Anerkennung zollte, so nxn dies di« größte Auszeichnung, die sich eine Uhr erwerber kän-n. Ihr Schlag war i-n der ganzen Stadl berühmt. Si» war sozusagen eine öffentliche Uhr. nach der sich die haM Stadt richtete» wenn man Frei»ag früh rechtzeitig erwacher mußte, um für den Ladbat m rüsten, wenn man die LMbat kerzen anzünden, am AuSgang des Sabbats Feuer nvacher wollte — und in ähnlichen Angele-genheiten, welche da« Inden, tum auSzeichnen Sie dient« treu und rcdiich uns und der ganzen Stadt. Nie empfand s.e das Bedürfnis, aus ui ruhen und Zeit ihres Lebens wußte sie nicht, wie ein Uhrmacher auksah. Mein Vater war ncim-lich sel>bst ihr Meister. Er be saß einig« „£fc-c«t" von drr Uhrmacherknust. Alljährlich vor dem Pesfochfoste n«ah>m er sie vorsichtig und-zärtlich von ver Dai d, entfernte von ihr das Dpinngcwc'be, rei-n'gte ihre Ge^ dävme mit einer Gänsefeder und brachte einige Dutzend Fliegen, einige Motten und ab und zu eine Mauerassel zum Bor-- schein, welch« all«, von den S-pin-nen dorthin verlockt, eines jämmerlich'.'N Trdcs g-cstorben waren. Ta-nn hing er sie wioder an di« Wand und b«'.de strahlten. Tie Uhr strahlte, weil -sie frisch gewaschen und gekämmt war, und der Vater strahl>te. weil di« Uhr so glän^ Nun gr-schah folge-r.d«S. ES war an einem schönen, durchaus nicht bow-öliklon Tag. Mir saßen alle bei Tö'ch und >?n zu Mittag, während ich, wie es meine Gewohn-hoit war, die Schläge der Uhr laut nachzuzuhlen begann: „Eins, zwei, drei fstiben, elf, dreizehn..." „TreiHehn!" rief ich erstaunt, „dreizehn gar?" Mein Vater lachte. „Du bist ern sauberer Rechner/ sagite er. »hast du fe gehört, daß eine Uhr dreizehn schlägt?" „Es scheint mir aber doch, daß sie dreizehn geschlagen hat," sagte ich klemlaur. „Schweig!" riss der Vater erzürnt, „eine Uhr schlägt niemals dreizehn, merk d:r das!" „Mir scheint, d-zß er nicht unrecht hat," mischte sich jetzt die Mutter drein, „auch ich glaube, dreizehn gezählt zu haben..." „Jetzt redet sie auch noch drein'" rief der Vater erbittert. und di« Sache stimmte chn nachdenklich... Nach dom Essen trat er an die U-Hr, rüttelte sie, worauf sie zu schlagen begann. Wir all« zäh'-ten ausmerlsam mit, in-- dem wir mit drn Fußen den Takt schingen: „Eins, zwei, drei, sioben, neun, zwols. dreizehn.. .^Dreizehn?" stilhnie der Vater, und sah so erstaunt um sich, als hätte er plötzlich verarm men, daß di« Wand zu redc-n begann. Nochmals rüttelt« er die Uhr, worauf sie wieder dreizehn schlug... Jetzt stieg er ganz nicdorgoschagen vrm Ddichl herab, «ine tStichs Bläste bedeckt« fein Gasicht, er fuhr sich nervös mi>t der Hans durch den Bart und ging, laut zu sich sollst fiprechend, aus und ab: „Dreizehn geschlagen . . Was heißt Las? Was kann das bcc-eut«n? War« etwas wicht m Citium-g, müßte sie ja stehon bl«i>ben. Nnn geht sie aber. foMch, folglich die Feder..." schloß er sein Solststgespräch. „Gew-'ß wird es die Feder sein," tröstet« ihn di« Mutter. „Warum nimmst du sie nicht lieber hcrnnier und sichst nach, statt dick» zu ärgern und hin und her zu raten." „Du hast recht," sagt« der Baker und machte sich ans Werk. Er nahm die Uhr auseinander, sah alle Tek!« .-zenau durch, arbeitete unausgesetzt •'-?» g'»zen Nachmittag, sodrß ihm die Schwe.ßlrvpfe-n von der Stirn rannen, und als er sie abends wieder eufhilingw, versammelten wir uns neuevdings um sie. Diesmal schlug sie bloß zwö-bf. Der Vater rieb sich die Hände. „Nicht mehr dreizchn!" riof er triumph-ierond. Die Mutter lächelte. „Nun, man weiß ja. daß du ein Meister bist," sagr-e si«. „Aber hast du aufgepaßt, wie fite jetzt immer ächzt, wenn sie schlagen soll? MahrschslnÄch fällt ihr das jetzt so schwer..." „DaS scheint dir mir so." sagte der Vater. Er horchte aber sei-ldsm ausmerkfam, wenn si« z-u schlagen begann. In der Tat vernahm man jetzt em eigontümliches E-erän-sch. Und der Klang selbst, der dann folgte, war auch nicht mehr der frühere. Früher war es ein owergstheS. kräftiges Klingon, jetzt aber l-ag Müdigkeit und Trauer darin, so wie die Stimme ein-rS alten Borbetera-m Ausgang deS Vorschnu-ngstages. DaS Acchzen wurde immer größer, immer tra-urlger. und alle sahen »vir, wie eS dom Vater zu Herzen ging. Es tat ihm so »voh. daß er ihr nicht Holsen konnte Cs schien, daß chr l-etzteS Stüirdlein herannahte. Immer seltener »r-urden di« Gebärden deS Pendels. Er schüttoite sich, nahm nach der einen Seite einen starken An-laus, um desto kläglicher nach der anderen Seite zu 'humpeln. Wie ein greiser, müder Mensch, der seine Füße nachfchlop-pt, so war jetzt die Uhr Bald sollte sie für immer still bleiben: ach! für immer. Ein Glück, daß »nein T^ater rechtzeitig die Gefahr erkannte und auf Mittel sann, sie a'bzuwehren. „Zu rvenig Gewicht." murmelte er ruw eilte in die Küche, suchte den Kolben des Mörsers hervor (er »vog drsi Pfund) Md befestigt« ihn an der Uhr. Jetzt schien sie wie neu belebt. u»rd fröhlich wiegte sich der Pendel. Doch nicht lange dauerte dies. Bald begann dir Uhr wioder zu kränkel»», und der Pendel schien n«»»erd"»gs zu ermatten. Bald bewegte er sich lang'am. ba'd allznschnell. da zwiischon hörte man ein sel-tsameS „kchi": es war entsetzlich, es ging auf die N«rven. DaS »rar Schiväche! Vir zweifelten nicht länger, und eS »rar schrecklich, die Leiden deS BaterS mit a>n- Mchen. Wie «in Leibarzt all« Mittel an»ve»rdet »i-nd sebbst sein eigenes Lebe»» in hie Sckianze schlägt, um sein«» geliebten König '-»• ivitcn, so sann mein Pater nnau-Dörlich auf Mittel, um j seine teure Uhr;u erha-itc-r», um sie nicht sterben zu lassen.