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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-20 · Heft 2156 (20.2.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2156 (20.2.1925)
Date
1925-02-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Mi 1 Win. Freitag Wiener Msraerrzrlluna. 8« Sr» Tod ^flüchtet. Der iinri I« einem Kaffeehaus kn Hernals hat sich gestern früh her 90jährige Ludwig Heydon erschossen. Er war zuletzt Vertreter der Radiofivma Neurath u. Eo. km Arsenal. Heyden galt bereits seit dem SM. Dezember vorigen Jahres als oib- Mgig. Heyden hinterließ folgenden MsthtebSbrief: , „Denn Sie diese Ze leir lesen, bin iey bereits eine Lerche. Ich habe leider fvtcn anderen Ausweg mehr als N« FK'ch: in.den Tod. Ich tru b:S jum 28. Iobr r,.? 1925 eruer Zolldeklarant der Allaonreinen TransporigesellschFt Richard Mittler u. Co. und Bl»eo.w?ent der Oe.rerreiblsthen Zoll dEarantcnverbcmdcs. Da es mir sehr <»k aing, enbchlog ich mich, ein eigener Zoll- und SpcdilionSburra.u »u errichten. Da kam ich aus den mchrjach in der Oeffm. lichtest bsspvochcmn Wocponschmugael der LpirituSsirma Lederer, und da »ch mir dic chcche Erqrenevpränr'r errechnen, vuwandte ich mein« oan« Zelt wie auch mein Ber.nägen Zur Derfotzun: dieser Falles. Dadurch vernachlässigte »ch me!« Gchchaft, mutzt« dieses stliießlich auflassen und kam dadurch wt Schulden. Ohm Verdienst und mittellos, lebte ich Mt meiner Frau und meinem zehnjährigen Düben in größter Rot, terftortb es aber trotzdem, nach oußenhin aen Schem «wahren. Ilm Rovsn»ber vorigen Jahres trat ich als Direktor «bei der Radio« fabrck Remeth u. Co. im Arsenal ein, setzte aber mei-mn ^-mpf in der Aßsä re Lederer unentwegt fort. Bon einem hiesigen GeschäftÄmanne wurde mir finanzielle Hilfe zugLlchert, die Bevsprechungen wrirden aber nicht gchaliten. Wegen einer Differenü mit der Leitmtg der Firma, bei der ich amgestellit war, verschwand ich am WeihnachStage und kehrte nicht mehr zu meiner Familie prvück. Ich nächtigt« bei Bekannten, schlief mt Freien, hielt mich die Nächte m» KaffechmiS aus, hei einem sckwcvryen Kaffee sitzend, und so kam ich immer näher dom Abschlüsse, dom Plane »um Selbstmord. dem Grabe. Als am ct# der uuMckseligen Verhältnisse. att ein Opfer der herrschenden Anstände. ailS sin Michaöl KtzblhaoS von honte, der da glaubte, oatz Rocht nicht gebeugt werdsn rönne, daß ihm sein Recht werden müsse. Ich habe mich getäuscht und gebe an dieser Täuschung zngmnvde. Aber jenen, welche di« Ursache »nemes Ruins, die Ursache lneines Todes sind, möge meine Vüvdiae Lerche immer vor Ärvgen stehen/ Heyden hatte sich in der letzten Zeit verßchikdener Beoimtr«mngsn schuldig gemacht. 400»sache Uutotarr ln Die». Für SS0V Wage«. Die jüngst erfolgte Ermäßigung der Taxe der Normalantos auf das üOOQfache winde von den Kle i narr t os zmn Teil Mt der Einführung der 4y00fachen Taxe beantwortet. In der letzten Zeit fand «ne Bewegung der interessierten Kveiife statt, um eine oinheitliche 6000sache Taxe durchgufttzen und dadurch die schwere Konku-rrenz für die Normalautos zu beseitigen. Mittwoch fand im Saale der Bückergenosseri schuft rine schr stark besuchte Versammlung der Kleinallto-untermchmer statt. Es lagen Awei Anträge vor, und zwar auf Einführung «der oOOOfachen und aubf die allgemeiuc Einführung der 4000fachen Taxe. Die Abstimmung ergab überraschcuderux’tfc eine knappe M c h rl) cif fux die Einführung der 4000 fachen Taxe. Ter Msiimurung zufolge dürften schon in allernächster Zeit ui ehr als 2 5 0 0 L oh n a u t o s in Wien mit der t'! 0 0 f a ch e n Taxe fahren. In der Versammlung wurde die Anzahl der Autos im Hinblick auf die M-irtschaslskrisi' als viel zu groß bezeichnet. 1500 Wagen wären, wie.erklärt wurde, für de» Bedarf Wiens genug. Die allgenwüie Roduhicrung der Taxe wird die Frequenz zweifellvü vergrößern. Gesetzliche Regelung des Autoverkehrs. Fm Budgetausfchu-tz kündigte .HLndolsn»itt.ister Doktor c ch ü r f f gestern an. daß er noch inr Lause dieser Woche bru Entwurf eims Kraftfahrzeuggesetzes sowie einer Verordnung über - den Verkehr ininels Kraftfahrzeugen den Ländern und beleihten Körperschaften übevmitteln werde. Dieser Entwurf verfolge das Ziel, sowrch! den Anfordevungen der Eniwialung des Kraftfahrzeugverke-hrs als auch «den 'be-- r.'chtigten Wünschen der BevölLrung Rechnung Hw tragen. Es kin> darin auch Maßnahmen zum Schutze de's e b>! s u n d de r G e su ndheit der boim Betrieb von Autos bedienftcten Personen vorgesehen. Die : r; a 11 -: H ö ch st ge s chw i n d rgke i t in geschLossemn :7,-.rsrhaf!.'n wir) h i n a u fg e se tzt iverden, dber nicht größ.-r sein als heute bei vovsichtigom Fahren iMjch. Außerdem wird das (besetz ein Verbot von lärmenden W a r n u u g s f i g n a l e n enchcvltvn; gestattet wor- >.'n nur .Handhupen fom. Austritte aus dem Fudentum. % c i u r e b Jana-i, geb. t». Jänner 1868, Mskovice, Hilfrümterdlrektor i. R.. 30. Bez., Pasetiistraße 38. A r a u n Sophie, ^ed. 19. Februar 1807, Oberhollabrunn, 9. Bez»., Sech-lchimmelaasle 18. Nisse! Franz, geb. 7. Mr» 1904. NikolSburg. Lpänglergehilfe, 17. Be;., Diepoltplatz 4. Wetselberger Friedrich, geb. 27. März 1903, Wien, Beamter. 19. Bez., Kobenzlunije 51. Hahn Richard, geh. 3. Februar 1881, Wien, Schuh- > nach er, «'>. Bez., Lintengasie 2 b. 'S chSp 8 Anna Maria geb. Wxibt, geb. 6. April 1885. Geschäftsinhaber. 8. Bez., Gabel»- derggasse 4. R o t h m a n n Han8. geb. 10. Dezember 1894. Wien, Beamter. 2. Bez., Paffrathgasse 4. Baezele» Juli«», geb. 11. Juli 1896, Merk. Angestellter, 18. Bez.. Schmnannaasfe Ar. 25. M a y r r Leovüldine, geb. N. Avril 1897. Me«. Priuatc, 2. Bez., Gcholzaaffe 8. Grii» w a ld Ella. geb. 19. Oktober 1808. Wie«. Beamtin, 5. Be»., LchSvbrunnerstraße 10S. & a i D f e n Irma, geb. 1. Jänner 1898, Wien. Beamtin, 4. Bez., Belvederegasse 8. Mayer Leopold, geb. 7. Mat 1882, Rechnitz, Privater, 8. Bez., Scholzgafle 8. Rat-Anna geb. S t r a n » k Y, geb. 17. Juni 1895. Sedleti«, ö. Be).. Liniengaffe 8. S ch m i d e k Hugo. geb. 20. Juli 1894. Bifenz, Angestellter, 5. Bez.. Ptlgramgaffe 18. Hahn Olga geb. F a n t a, geb. 28. Juni 1678, Saaz, SchuhmacherSgattin, 6. Bez.Liniengaffe 2 b. A d l e r Karl Josef, geb. 81. Oktober 1864, Lemberg. Iss ws&Ätty i'e»* Letzte Rachrichten. MlUtzrtsche »cholerzichung tu »er rschecho« rionakri. Pr<G 19. Februar. (Tschecho-siowakffches Pv?ß-G't"Lan.) Rach Informationen der Blätter bereitet dar Mlnisterlnm für nationale Verteidigung einen Gesetzentwurf vor, der «ine militärische Erziehung zwischen dem sechzehnte» Lebensjahre und dem Eintritt in die Armee Vorsicht. Diese Erziehung würde in den S ch u l e n auf zu diesem Zwecke vam Staate und von Vereinen zur Verfügung gestellte» Plätzen vor flch gehen. Die nach Abschluß de» Unterrichte» erlangten Ausweise würde« gewiss« Vorteile fürden akttvenMilitärdienst sichern. Bezüglich de» obligatorischen oder faknltattven Eharakter» dieser Erziehungsmethode ist noch nicht» entschieden worden. 8er preubisch-jüdische Landesverband Das offizielle Resultat der Neuwahlen. Berlin, 18. Februar. <I. T. A.) Es tii’i# mwauicihr da» Resultat der Dayleu mm Preuß'.schen DLirdesveribanb mtvrscher Gemeinden in den Kreiisen vor. Das Rssafltat der Berterluirg der Resist im men aatf die Landeslisten der einzelnen Parteien wird in diesen Tagen bekanntgecieben werden. Das offizielle Resultat in den Kreisen ist fremdes: WahIreis 1 (Ost- und West Preuße n): Hier ivar die Wahl durch EinheitSWe erledigt. Die Liberalen versüMn Äber 8 Sitze, die Jüdisch« Bölkspartei über einen Sitz. WaMreis 2 (Groß-Berlin): Einqetraqoue Wöhher 132.620. GAtiige Stimmen 48.644. Davon echielten: Lliberale 24.662, Konservative 3756, Jüdische Bolkspartei 14.491, Poaie Zion 1716, ReiUaiöse Mittolpartei 4990. Die Wa>hldebeil!«una sietneg 36.7 Prozent. Es waren 58 Sitze Vevrebcu. Davon erhielten: Liberale 28. Konservative 8. Jüdische Volktzpartei 16, Poale Zion 1, Religiöse MittÄ- Partci 6 Sitze. Wahlkreis 3 (© x ü n b « n b u t q, Pom m r r n, G r c n;r mark): Hier war die Maihl durch Einheitsliste erledigt. Die Liberalen und Konservativen erh'Meu 4, die Jüdische Volk spart ei einer» Sitz. Wahlkreis 4 (Breslau): Eingetraistene Wähler 17.979. Abgegebene Stimmen 10.667. Davon erhielten: Liberale 0396, Konservative 2071, Jüdische Volkspartei 2200. Die Wahlbeteiliqunc, betvng 59.3 Prozent. Es erhie>lten: Liberal-e 6, 'Konservative 2, -Volkspartei 2 Sitze. Wahlkreis 5 (Schlesien): Eingetragene Wähler 10.280, absteqobene Stmmnien 7973, Wahlbotefl-MtNig 77.9 Prozent. Es erhielten: Liberale und Konservative 6225. Jüdische Volkspartei 1748 St-immen. Die Einheitsliste der Liberalen und Konservativen errang 5, di« der Volkspartei einen Ditz. Wahlkreis >6 (Sachse n): Ein-getvagene Wähler 4381, «gültige Stimmen 8154, davon: Liberalie 2042, Jüdische Bolkspartei 1112. Lvbevase 1, Jüdische Vo4ks- Partei 1 Sitz. WahlbeteMMng 78 Prozent. Wahlkreis 7a (Hannover): Hier hat man sich aus eme Einiheitsliste geeinigt. Das ResuLtat der Berteiilunig steht noch nicht endgültig fest. Auls die'Lilberaven entfallen 3, aus die Orthodoxen 1, aus die Religiöse Mittolpartei 1 Sitz. Es besteht die WahrscheiMchLeit, daß Mch noch der I ü d ischen Volkspartei ein Sitz Malle.n wird. Wahlkreis 7b (Schleswig-Holstein): WahÜbercchtigte 1254, abgegebene Stimmen 809, Wahlbetefli'gun,g 64.6 Prozent. Es erhielten Liberale und Konservative (C. V.-Liste) 321, Jüdisch«. VoilkSparkei 488 Stimmen. Die C. V.- Liste errang einen, die Volkspartei einen Sitz. Wahlkreis 8 (Westfalen): Wahlberechtigte 12.960, abgegebene Stimmen 9526, WaMetedligung 73.6 Prozent. Cs erhislten Liberale.7345, Konservative und Volkspartei 2160 Stimmen. Die Lkberalen errangen 4, die Konservativen und die Volkspartei zusomimen einen Sitz. WMkreis 9 (Frankfurt a. M.): WaMerechtiate 85L83. abgegebene Stimmen 9130. Wahlbeteiligung 34 9 Proseret. Es erhielten: Liberale 5537, Ci-nheitSliste der Koniser vativen, Volkspartei und Ostjuden 3424, Poale- Zion 169. Aus die LSberalen entfallen 6, auf die Einheitsliste der Konsewativen. Volkspartei rmd Ostiudcn 4 Sitze. Wahlkreis 10 (Nassau-Hessen): Wahlberechtigte 8541. cchgogobone Stimme« 5679. Wahlboloi-ligua^ 66,5 Vrvnt. Es erhielten: Liberale und Konservative 3819, Jüdische BoKspartei 934. Poale Zion 1 Stimme. Die Affimülantenlffte errang 3. die Jüdische Volkspartei 1 Sitz. Die Äffde Marxheimer veromigie auf sich 9S1 Stimmen, errang aber keinen Sitz. Sie ging eine Koalition mit der I ü d ischen Volkspartei ein. Wahlkreis 11 HK öl«): WahlbevechtiWe 13.4l38, abgege bene Stimmen 6673, Wahlbetefligung 42,2 Prozent. Es erhielten: Liberale 3061, Konservative und Volkspartei 3440. Poale Zion 172 Stimmen. Die Liberalem errangen 4, Konservativ« «md Volkspartei 3 Sitze. Wahlkvois IS (Rheinprovinz): Abgogebane Stimmen 13.616. Davon echielten: Liberal« 9451. Eiecheiissisie der Konservativem und der Volk Spart«! 3868, Poale Zion 307 Stimmen. Auf die Liste der Liberalen entfielen 7, ans die der Konsewativen und der Volkspartei 8 Sitze. Die Wechten kn die Danzlgee jüdische Gemeinde. >iger Senat verrrisiaat Danzig Danzig, 18. Februar. (I. T A.) Der ö^nMcht eim Verordnung, daß sämtliche im »den Jkuden wohnen. Die bei den kommend« schlo Liberalen Vervivigung hevzusbell««, sondern selbständig gu führen. Volkspartei >belen teilte Einigung mit der rn Wahlka-mps in ^rnßlanb. Die Zahl der Juden m Aik betrag» nach der nd 10 Pro» * Di« der wetßrustffchvn 447.000 Seelen, da» In den letzten 87 Wei' " noch den TIjOOo Mischen Familien sind 37.000 Arbevterfamilien, die in Gewerkschaften owaniisievt sind; ferner 26.000 Handwerkevfqmflien, 6000 LcmdaweiterfainMelt und 10.Y00 Lad?n» ützevfamitten. 1604)00 Seelen lassen sich in teme Bevuifs' *x-vwu t/t Jahren ihät sich brt nwvijvf* ^nwvHWVwivu hrusilondS infolge der MwandevtMg nach Ameriba rmd » andeven Ländern um etwa 72.000 Svole« verringert. Bon imeeihen. Die gewechschafvlich ovgan'isi-erten jüdischen Atzboiter machen 36/5 PvWMt aller G<iwevLsckcüftSnriM'i<-er »n Weißvutzlcnch aus. Die meisten Mischen Aroeiber üben txnt Schn>eiderberuf «m-. Die Wdischmr Schnvider machen 88 Prozent der der duA, m F-Smar IM «k. MM Amerikanische Rabbiner. (8)n soziales Reformprogram«. Dir Jahresversammlungen der «merikantschm Reform^ rahbiner boten bisher in der Regel das Schautpies einer Gesellschaft von jüdischen Intellektuellen, die durch ihre verlegenen Bemühungen, sich mit Hilfe ihrer übevwumdenen Deltanschamlng und ihrer lärmst als unrichtig er farmten Ansichten über dar Judentum in die national« mch fovnft C-uiwicklung d«S jüdischen DolteS einzufnaen. einen recht bedanernSwerien Eindvuck machten. Man kann ruhig fa^ien, daß in den letzten zahn Ia»hren aus diesen Kreisen, die ihr Zentnvm ln Cincinnati haben — außer einigen großzügigen phfli'nthropischen Schöpsungen —. kein einziger neuer, für die Kowsdlibievwng des ItrdenkvmS, fei es in religiöser oder nationaler rmd sozialer Beziehung. schSpfcrischer Gedanke hervorgegangen ist. Erst seit der Zionismus umd das Pslichtbewußttein gegei'über dem Aufba-u von Evez Israel <nrch in di« Reihen der Reformer eingedrungen ist, begannen die Führer der Refovmbewegung sich mit einer Revision ihrer bisherigen veligiösen Politik zu befreunden. Biel hat zu dieser Wandlung die Tatsche beigetragen, daß die Reformer durch das von ihnen ms Leiben gerufene Amer'oan Joint Distrihrttion Committee u>nd durch I die E>in!wainderev''!il>fkgc'^llfchaft H i a S mit der Kerntvuppe des jüdischen Volkes, den Juden in Osteuropa, in Berührung kamen und diese sozusagen entdeckt halbem. Dazu kommt noch, daß in den letzten Jahren noch dem Kriege ebne beträchtliche Anzahl von Rabbinern und Predigern aus Europa in airnerikanische' Resovmgomeluden berufen wirrten, die gleichsalls e'nsn neue>n. man möchte fast s'gen modernen Geist in die amerikanische Reformibeiwegumg brachten. Nur so ist es zu verstehen, daß die vor kurzem in St. Louis abgehalten« Jahresversammlung der Reformgemeinden sich fast auSschlieMich mit sozialen Fragen besaßt imd eine Resolution o-nge-- noinmen bat, die von der gesamten amerrka-mschen Presse l^bhast besprochen wird. Die vom- Clevelander Rabbiner vorgelegte Resolution wendet sich an alle Juden von Ameviti und insbesondere an die großen jüdischen Industriellen mit dem Ersuchen» als Missionäre der sozialen G e re chtigke i t die Inl-biative zu ergreifen rlud imrch praktische Anwendung in ihre« cigcuenUnternehmungenden Geboten der jüdischen Religion gerecht zu werden. Interessant ist, daß der RaKbiner in der Begvundumg sermr Rosolutvon darauif himoieS, daß in der Zeit vom Iaihre 1861 Vis 1906 Mische Arbeiter in Ameritir in 26.757 Fällen geivwngDn waren, zum Streik zu greifen, um sich ein dürftiges Leben fiir sich und ihren Familien mt erkämpfen. Das wahre Iu>denttvm könne eine solchen Ttesstand nicht zugeben, tveil es immer aus der Seite der Armen und Schwachen inr Kampf gegen Hve Bedrücker stecht. Die be-irrierkensiwevte Resolution, die damr einhellig augerro-mmeu wurde, hat folgenden Wortlaut: Alle jüdischen Unternehmsr in AmevNa werben arHgefovdert, in ihren eigenen Unternehmungen zu sorgen: Mr ein« entsprechende VerteAung der Gewinn« in der Industrie zrlguinsten der Arbeiter; Mr einen Minimall o h n, >der den Arbeitern bessere OebenSbedlngurvgen sichert; Mr die Durchs'ührung eines Gesetzes über den achtstündigen Arbeitstag; für strenge Ginhaltuog eines oMzatorischen Ruhetages in der Woche Mr sämtliche Arbeiter; für di« Schaffung van sicheren und ge s u n d e n Arbeitsbedingungen unter besonderer Berücksichtigjunig d?r fpeUiellen Bedürfnisse der arbeitenden Frauen; Mr die Mschafsung der Kinderarbeit und Mr dir Hina'UfsetzU'Ng der Altersgrenze tu allen Fällen, wo sie niedriger ist als sie daS Interesse der moralischen wnd Physischen Gchundheit der Jugend erfordert; Mr gev-chte Entschädigung boi Unfällen während dn: Arbeit und in der Arbeit erworbene Krankheiten; sür eine gesetzliche Krankerr-, Mtersrmd ArbeMlosigteltsverstcherung; Mr die Errichtung eines ständigen offiziellen ArideitAoernritösuutzübureaus; Mr die Anerkennung des Koalitionsrechtes rvnd des Rechtes ans kollektivistische Produktion; Mr die Schiedsgerichtsbarkeit in tMlstvtellen Streitfragen; Mr gesunde Wohnungen Mr ApbeitersauMten; Mr Mutterprämien; Mr bodinMngsilos« Redefreiheit; Mr die Schaffung eines Lanhesgesehes gegen die Lynchjustiz; Mr liberale EinwanderungSgesetze und liberale Bedingungen für die Naturalisation. Die gesamt« englische Presse in Amerika gibt der Ueberzougung Ausdruck, daß dieser Schritt des Gomeinde- Mid Rabb'mewevbandes, wenn er bei den jüdischen Avbeitgebevn imd den im öfsentliche-n Loben stehenden Iu-derr den Anklang finden wird, den er verdient, eine historiisch denkwürdige Tat der Juden von Ainverika bilden wich. Sie würden wteder, wie schon so oft, die Pioniere aus dem Gebiete allgomeiner Kliltnrermngsnsch^ten sein. VntiQuttBtenfanimler vor drei Fadrtousende» Der Rechenfchaftbericht, den fetzt L. Woolley in den ,/rtnles" über seine -u Ur in Assyrien vorgonomnienen Ausgrabungen erstattet, en-thält außerordentlich bemevkenswertc Einzelheiten. To fanden belspielSivoi-se die englischen Forscher in «wem Teil de» Palastes von DemenoS lmter dem aus dem 6. Iahchunder v. Ehr. stanmrenden Mofoikpflaster eine große Anzahl von verschiedensten ZeitePochen angchörenden Gegen ständen. Darunter befindet sich eine Figur aus dem SS. Jahr hundert v. Ehr., Tafeln, die 800 Jahve jünger sind, ein Grenzsteinaus dem 16. Jahrhundert v Ehr. und anderes mehr. Einen MSpchchchey Bericht über dich Fuudftücke fand man jchüMch

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