Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2154 (18.2.1925)
- Date
- 1925-02-18
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981239--21965-3009329- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
__Wiener Moraerizeituns. is. iMmwr 1W5 Nr. MSI Me Mandatskommisfion des Bölkerbuades. Sin Memorand«« der Wischen Bölknlmndliga sür Sefterrrich. GeM S - Wien, Mttkwoch Lei sich führte«, zwangen sie die Offiziere, den Zng zu verlassen und schleppten sie auf den Sandberg bei Koarorn. Die Leiche des Michael Grosz wurde im Mai aus der Dona« gezogen. Bon Miiller fehlt jede Spur. Ben'czky erklärt, daß die Offiziere des Pronayfchcn Jagerdetachements den Unglücklichen bet lebendigem Leib geröstet hatten. Edmund Beniezky macht weiter Enthüllungen über die Greueltaten der Ofstziersdetachements im Gebiet zwischen Theiß und Danau, namentlich Mer die Ermordung des Kaufmannes Adolf Lederer in der Gemeinde S o l t. MS der Abg. Rasiah über diesen Vorfall dem Ministerpräsidenten Grafen Bethlen Bericht erstattete, rief der damalige Finanzminister Roland SegedüS händeringend aus: „Kann man die Valn ta eines Landes, in dem solche Dinge geschehen, sanieren?" Schließlich veröffentlicht das Blatt einen Mt der Dudapefter Staatspolizei an die Vudapester MKtSranwaltschast, in welchem die Akten der Oberstadthauptmannschaft über die Urttersuchnngsergebnifl« in der Mordaffar« Somoghi- Bacso an die Militäranwaltschaft geleitet werden, mit der Begründung, daß „die für die Mordtat in Frage kommenden Persölichkeiten unter die Mititärjudikatur fallen dürften". _ Statt Keniat — Saivaur? Die politischen Wirkungen des Frankensturzes. London, 17. Februar. (De>l.-Ko-mp.) Einzelne Blatter veröffentlichen in sensationeller Aufmachung die Nachricht, daß Herr rot wegen des Frau len stürz es schon in der nächsten Zeit gezwungen sein werde, seine D e- Mission zu geben. An Stelle Herriots soll ein Kabinett Eaillaux-Loucheur treten. Herriot soll in den letzten Tagen wiederholt Beratungen mit Cailkmx und Loucheur gepflogen haben. Verhaftungen im Ruhraebiet. Deutsche Rechlsorganisationen wachen sich unangenehm bemerkbar. Bochum, 17. Februar. (WoLff.) Irr den letzten Tagen sind kn Bochum und Düsseldorf von den Franzosen zahlreiche Berhaftungen vorgenommen Ivorden. Insgesamt wurden 40Personen verhaftet, denen von französischer Seite vorgewovfon wird, sich an R e ch t s o r g a n i s a t i o n e n . beteiligt zu haben. Nähere MitteKungen über die Verhafteten such nicht.möglich,^ weil diese in' strenger Einzelhaft gehalten, werden. > . - . Der Kouflitt zwischen Denttchland und Rumönien. Keine Berschörfungl " Berlin, 17. Februars Wie beverts beiichtet, besteht zwischen bim Deutschen Reich und Rumänien ebne st c x! e üvirts.chaftspolische .Spannung, bk in den letzten'2Ägen dadurch verschärft tmrvde, daß in Rumaüien deutsches Eitzentum nrit Beschlag belegt wurde. Wie der deutsche Außenm'mister Dr. S t re lern a n n im Budgetausschuß des Reichstages darlegte, betrifft der eigentliche Streitpunkt die Einlösung de r Banea-Generala-Notein, welche ivährend der B-chetzni^ Rumäniens durch die deutschen und österreichischen Truppen ausgogeben wurden. Rumänien steht aüf dem Standpunkt, daß Deutschland neben seinen allgemeinen RopavaLwnsÜerpflichLungen auch die Pflicht habe, diese Noten emzulöfen. Das Deutsche Reich hevust sich darauf, daß chm der Vertrag von Versailles Leine Verpflichtung zur Eiyloftmg dieser Skoten,' LeKvchungsweise zu Sonderentschädigmigen an Rumänien, welche neben den Anuusi läten des Tawes-Planes zu leisten wären, auferlege. Stresenrann hat erklärt, daß Deutschland gegenüber Repressalien fr eie Hand habe. . 9Lach den gestern bereits wredergogeLenen Mitteilungen Stressmanns sollen diese Streitfragen auf einer in Wien stattfindenden Konferenz bereinigt werden. Rumänien schient bereit zu ftm, in diese Verhandlungen einzutreten. Der jüngst vom rumänischen Finanzmmister Brationu arDLkündigie Kampfzoll gegen Deutschland ist bisher nicht eingcfiihrt worden, was jedenfalls darauf Hindeuter, daß der KonMt nicht auf die Spitze getrieben werden soll. Me preußische Korruplionrsufttz. Rechtsanwalt Engelbert fteigelasien. Berlin. 17. Februar. Wie die Blätter melden, hat der Untersuchungsrichter im Einverrrchmen mit dom Generalstaotsanwalt denr Auftrag auf Haftentlassung des Rechtsanwalts Dr. Engelbert gegen eine Kaution von 50.000 Mark stattgogeben. Justlzvat Dr. We ritz au er, der in das Verfahren gegen Kutisker als Mitsihuldiger hineingezogen wurLe, hat dw Verteidigung Kutisk.rs bis zrrr Klärung der gegen ihn vorgebrachten 'Anschuldigungen n i e d e r g e l e g t. Der zähe Hegermmrn. Berlin, 17. Februar. (Tel.-Komp.) Abg. Lange-Hegermann ist auS der Zentrumspartei und -Fraktion ausgetreten, hat jedoch erklärt, daß er sichNiederi-rgung ■'.'tnci M andats in dem gegenwärtMN Augenblick n: ch i entschließen könne, da der Frag'NBomplex, soweit er 'hn. betresse, noch nicht geklärt fc-i. Wie wir erfahren, hat die Jüdische Völkerbund liga für Oesterreich mn lg. d. cm d?n Generalsekretar der Union der VRkerAdM'igen, Prof. Ruy ft s e n vn Brüssel, ein Momvrcmdum gerichtet. wÄcheS zu den Beschlüßen der permanenten MaisdcrtSkoMnissron des BAWrdlrndoS in der Sitzung vorn 10. Dezember 1921 ©teftuam nimmt. Das Memorandum, welches von dam Präsidenten Ober* «Miner Dr. C h a j e s and dem Generalsekrotär Dr. Margulies unteyzeichnet ist, schließt mit dom Antrag, den J' hcvlt des Schriiststuckes allen an die Union cmflcschlossenen Ligen miitszuteilen. Die Jüdische Volkerbundliga für Oesterreich glaubt sich verpflichtet, die Aufmerksamkeit der Mitglieder der Union darauf zu lenken, daß die Art, in welcher Dr Frage der jüdischen E'Mva.udevung wach Palästina auf der fünften Session dev ständigen Mandatskommission Stellung goncimmen wurde, in allen, an der Errichtung eines jüd'schnationalcn Hannes in Palästina interesiierlen jüdischen Schichten Befremden vevirvsacht hat. Der Völkerbund hat in Anbetracht des Ernstes der Jüdensrage und der Wichtigkeit einer gerechten und 'dauernden Lösung dieses PrMsms für die Sache des menschlichen Fortschrittes -und des Weltfriedens und in Anerkennung der historischen Verknüpftheit des jüdiischen Volkes mit seiner alten Hennat in das Mandat über Palästina die Verpflichtung zur Errichtung einer jüdischen nationalen Heimstätte auMnommen und hot durch diesen Akt historischer Gerechtigkeit und weitschauender Politik die Juden aller Länder, einschließlich derjenigen, die noch nicht Mitglieder des Völkerbundes sind, zu seinen begeisterten Anhäugerrr gemacht. Die Jüdische VölkerbuMiga für Oesterreich darf sich daher nicht der Aufgabe entziehen, in diesem! Momente . zur Aufklärung von Mißverständniffen beizntragen,-'welche geeignet fein könnten, - die warmen Sympathien und das aufrichtige Vertrauen zu -beeinträchtigen, ivelches die Juden aller Länder fljr die Idee und die Institutionen des Völkerbundes -hegen/ Die Jüdische Bölkerbu-Miga sür Ossterreich legt >belonderen Wert darauf, sestzustellen, daß alle Llirhänger per jüdischen nationalen Hemvstatie in Palästina iiber die' Notn-endigke.it einig sind, Dr. Man' MiniftekMe. ' BMn, -17. F^hruar- ' Die, .Blätter veräjfenüichen foilgenhs Ministerliste: Ministerpräsident: Dr. Marx ^Zentrum); Innenminister: Severing (Fachnrinister); Fma-n'miniister: Dr. Keepker- Aschoss (Demokrat); .Handelsmimster: Dr. Schreiber (Demokrat); Land- -piröschaiftsmi-mstier: Dr. Steiger (Zentrum); Kulltusminister: Dr. Becker (Fachmmister); Jnistizmiudster: Ä. Zehnhoff; Wohlfahrtsminister: Dr. Hirtsiefer (Zentrum). Dr. Marx «wird sein Kabinett rnorgen nachmittags denr preußischen Landtag vorstellen und die Regi-evrrngserklärung abgebert, ü'ber'die eine zweitägige Dob>.:tte abgefivhrt werden soll. ' . Die Fahrt des RotaMIffes beendet. Berlin, 17. Februar. (Wölff.) Nach einem Telegramm aus London von 3 Uhr 20 Min. ist «das Flettnersche Rochorfchiff „Buckau" in Firth of Forth eingelausen. Die letzte Phase der Fahrt, über die bereits berichtet wrrrde, ging nach den Meldungen des Son-derberichterstatters des ^Berliner Tageblatt" bei schwerer See mit einer Geschwindigkeit von 6 bis 7 Knoten vor sich. Aus aller Wett. Dortmund, 17. Februar. (T-el.-tKvmp.) Heute fand die Bestattung der Opfer der Dortmunder Grubentatastrovhe statt, bei der die Reichsbehörden vertreten waren. Bereits in den frühen Morgenstunden waren aus allen Teilen des Jndustriereviers zahlreich« Teilnehmer an der Beisetzung eingetroffen sowie zahlreiche Bergarbeiterdeputationen aus dem Auslande, darunter ans Frankreich, der Tfchecho-Slowakeh Oesterreich, Italien, Polen und Unganl. Der Trauerzug hatte eine Länge von mehr als zwsi LNlometer. Der Anfniarsch dauer'e l'/r Stunden. London» 16. Fe>bruar. Kürvig Georg ist an einet Erkältung erkrankt. Infolge Fiebers muß er das Bett hüte u. Es handelt sich mn eine B r o n ch i t i s nach einer Grippe. Das Allftemeinbeffindvn deS Königs i-st zuf r i e d « n st e l l e n d. Washington. 16. Fcbruar. (HävaS.) Der Senat h»rt der Ernennung K e l l o g S zum Staatssekretär des Sleußereit zugestimmt. Liffabon. 16. Februar. (Havaö.) Dos portugiesische Kabinett ist endgültig gebildet. Piinisterpräsideut G u i a« mar t 9 erklärte, er werde die Finanzpolitik der früheren Regierung fortsetzen. Helsingfors. (.Havas.) Zum P r ä s i v e n l c u der finnischen Republik wurde R e l a n d e r mit 172 gegen 100 Stimmen gewählt. Kairo, 16. Febniar. iReuter.) Die W a h a h i r c n sitzen die B e s ch i e st rl iij von D ' cb e d b a fort. New-Aork, 17. Fsbrucn.. (Wolft.) Der Höl-ceusorscher K o l l t n s ist in ecner Höhle bei (rare Eitt, tdkeulucky) ver- «nglückt. Er war 17 T n g e laug e i n g e s rl> l o s i e n und ist eine» Tug. bevor die NettilNgsmännschaft Ihn erreichte, au Durst und Erschöpfung gestorbeiu zu der stammverwandten arabischen Bevölkerung dieses Gebietes die bestmöglichen Be.si-ehrrngen >heryu,stelün mW die wirtschaftliche Aufnchhnissiihigkeit und die Hilfsquellen des Lantzes Hand in Hand mit der tvachsenden jüdischen Einwandernng zu cnlwickölu. Wir könnet! «>ber auch konstatieren, daß man mit unbestritten-am, jedoch von der stätddigon MandatÄommisiüm nicht gerrügond ge würdigtent Erfolge m den letzten Jahren an dieser Etck- Wicklung zum Wohle der ganzen — jüdischen wnid nicht' jüdischen — Bevöllertlng des Landes gearbovtet fpi, welche dank diesen Bemühungen zu nousm Leben und neuer Blüte ersteht. Hingegen sind wir der Ansicht, mit allem Rach, dmcke darauf Hinweisen zu miisien, daß es ein zu enger und dem Geist« des Mandates widersprechen^ der Standpunkt ' wäre, die jüdisch« Einwanderung n>ach Palästina als eine rein administrativ ökonomische, dieses Territoriu,n allein berührende Frage, zu betrachten; das Problem der jüdischen nationalen Heimstätte ln Palästinq kann und darf nicht willkürlich getrennt werden ' von den historischen Boraussetzungen, unter denen es entstanden, von den Versprechungen und Hoffnungen, für die Weiterentwicklung der jüdischeil Frage überhaupt, welche mit ihnr verknüpft sind und von den Möglichkeiten, die es eröffnet, in die Lebens- Verhältnisse eines bedeutenden Teiles der jüdischy» Bevölkerung der Welt höchst segensreich einzugreifen. Die Jüdische VAkevbwnvliga für Oesterreich evachrer es 'daher sür nolivendig, ihrer UeberzvUMrng Ausdruck zu geben, daß jede ErschwevU'Nig der Auisrichtu-ng der uationa-len. jüdischen Heimstätte in PallästinA ihre Urheber mit eirter schwerem Verantwortung vor der Geschichte belasten und in einen ernsten Gegensatz zu all jenen bringe» urüßte, die im Interesse des Triumiphes des im Völkerbünde verkörperten RechtSprinzipes rmd der 'Mildern-ng der »Härten des jüdischen Pvoblems das Gelingen dieses großen Werkes z-n fördern sich vorgesetzt haben. Wir laden aste Rlitglieder der Union eilt, ihre Aufmerksamkeit auf diese prinzipiellen Ausführungen.-zy lenken und von diesen Gesichtspunkten aus dem Pvo'bll« % der jüdischen Heimstätte in Pculästina auch künftighin ti'1: Augenmerk Huzuwenden. Ausdehnung der Völkerbundlontrolle auf die Länder. Geftem wurden im Bundeskanzleramt die tags zuvvit begonnenen Vorberatungen anläßlich der Mr heute einberu,feinen Läuderkouserenz mit den Vertretern der Mehrheitsparteien sorbFofttzt. IN den Besprechungen wurden'dir voll der Ncgievung auf dem Gebiet der Verfassung, Verwaltung uüd Finanzreform zur Erörterung gestellten Thernen eimr eingehenden Beratung unterzogen, in deren Verlaus die Vertreter -der Mehrheitspartoien ein h ell i g folgend^ Resolution faßten: Die Ländcrüertreter .scheuen E i ü \ ütz «... j einer Koni r o lle ihrer Gebarung nicht.'Sie erklären sich mit der Kontrolle durch den Rechnungshof einvovstainden, fordern jedoch, daß .bei der Zusa-rmnenfttzung des Rechmmgshoses anf die .Kenntnis -der besonderen Verhältnisse der einzelnen Länder seitens der Mitglieder -dieses Rechn-nngShofes entsprechend Bedacht gvnom-n.ten tverdec. Die Bnndesrcgievung erklärt sich doreit, daß 'sie' vor Erhebung eines Einspruches gegen ein FruauAgesetz eines Larrdes mit der Landesregierung des betveffenden Landes in BerhalMurgen treten wird, mn zrc entspreche ü-d' e n B e r e i n b a r u n g e u zu ge-la-nigem M-erden diese mcht erreicht und wird der Einspruch erhoben, so erkläre'.' sich die' Länder bereit, einen B e h a r r u n g s b e s ch l u s; im Sinn« des 8 7 des BuudcssManMrfassunMe'setzes bezüglich eines solchen LaNdesfinanz-gesetzes nicht zn erhebeni Diese VereinbarlUlg gilt bis 30. Juu-i 1927. - Diese Beschlüsse wurden sogleich dem Bürgerrneijlcr Seitz als Obmann der sozialdemokratischen Partei übermittelt. Die Kornrolle der Länder durch den Rechnungshof, -scheint sich vor allem gegen das Land Wien zu richten', «dessen Stemrrücklagen auf mehr als eine Billion geschätzt werden. Den Vertretern der übrigen Länder ist für die Ge-währung der Einsicht irr ihre Gebarung offenkundig in Aussicht gestellt worderc, sie könnten aus dem Geld Überflüsse Wiens irgen'dtvie dotiert tvevden. Atlch der Verzicht der Länder auf die sogenannten Beharrringsboschlüsse ist ersichtlich ei>ne gegen Breituers Finanzpolitik gedachte Maßnahnre. Neuen Sk'uergesetzelt der Stadt Wien würde ein jedes Mal durch einen E'mspmch sin Riegel vorgc-schoben werderc rmd Breitner könu-te auch nicht mehr an den aus Bllndes'. und Nationalrätekr gleichbsschickten. Ausschuß Drusen. Die Kontrolle durch den Rechnungshof wird übrigens -in der letzten Resolution des Frnanzkomit ees-des Völkerbundes verla-Lat BB