Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2148 (12.2.1925)
- Date
- 1925-02-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Wt. 2148 Wien, Donnerstag ^ZetrolvumWMWN Rache. Lawson, der über ein bom^konswertes jouvmLWches Takent verfügte, schrieb ein Buch mit idvm Titc'l „Die entfesselte Hochfinan; oder d'e beschichte der AnMgamated Copper Eonrpauy". Dieses Buch, de.s di« finanziellen Methoden der amerikanischen G e 'l d f ü r st e n m rücksichtslosester Weis« enthüllte, erregte in den DerÄmAlen Stawtvn ungeheures Aufsehen mch bot dem dmnr-iligen Präsidenten Ro o scv c lt die Handhabe zu einer Reiche von Gesetzen gegen die großen Trusts. Thomas Latvison spielte weiter mit rvechscln-dem Glück an der Börse, wobei vielte Millionen durch seine Hände rolllen. Berühmt ».raren seine glänzend verfaßten A n i- »n i e rin s e r a te in amerrL nl'chen Zeitungen für das eine oder das andere Wertpapier, in welchem er gerade einen großen „Couch" plante. Mit chmachmeirdsm Alter lies; ihn das Glück gä'Nizlich im Stich und er starb, im 70. Lebensjahr, gänzlich mittellos in einen: öffenÄichen Dpita'l feiner Heiilnatstadt Boston. Wiener Morgenzeitung. Billige Fischtage bet der „Nordsee" Frische (ordne) Herinoe . * ™ kehr lchmackdatt, jnm Kochen. Braten, Odefht.K I» OflO Seelachs b Utfri ch. nur.K 18 0 0 ftobtiina (CeelchiD.K lO.OUO RlefenbÜcklinge, Stück nur.K 4 000 Talzhetznge .K 1400 N^er Sprotte», 10 Ddcka nur.K 5 000 Backfische 10 .K 2000 Kochrezept für frische» .Hering: Dieser gisch wird sauber a«»genommen und geputzt. «esal^n, In Mehl q,wälzt und in d.r Dsaiine aedrn!<n. Auch bereits man ,s,n wie frische Sardellen, für die die frische» Herliiae einen 'voll» wertig,-» Enah bie'e». DorzÜg ich find gebratene Hering« kalt mir einer Marinade aas leichte« Elsig, Lorbeerblättern und einigen Körnern Neu» . gewürz Vcrgestellt, begossen. Sie Sokoah-Flagae. Ein Protest der arabischen Exekutive. Ans Jerusalem wird uns geschrieben: Anläßlich der Wettspiele der Hakoah-Mannschast in Erez Israel bat der Wiener jüdische Verein auf den Spielfelder» natürlich seine blauweiße Flagge mit den: Ziousembleme entfaltet. Die Exekutive der nationalistischeu Araber konnte das offenbar nicht verwinden und richtete an den Gouverneur S t o r r 8 einen geharnischten P r o t e st gegen die Zulassung der zionistischen Flagge bei einer öffentlich»« Veranstaltung. Gouverneur S t o r r s hat nunmehr die Protesteingabe beantwortet. Er erklärt, daß die Hakoah-Flagge nrit der Zionsfahne identisch ist und daß eS nur selbstverständlich sek, daß die Hakaol, bei ihrem Match ihre Fahne flattern laste. Ueberdies ist es in Erez Israel überhaupt gestattet, Flaggen zu hissen, wenn bamit Sicht eine ausgesprochen politische Demonc <t t i o n verknüpft ist. 2e Mange gestorben. Der Verteidiger Dreysus'. Aus Paris wird gemeldet: Ter berühmte Advokat Maitre d e M a n g e ist heute im Alter von 83 Jahren g erst o r b e n. Maitre de Mange hat den Prozeß des Prinzen Pierre Bouaparte in der Angelegenheit Viktor Noir geführt und in den Jahren 1889 und 1694 Alfred D r e y f u s und Caillanx vor dem Obersten Gerichtshof verteidigt. Wien, 12. Februar. * David Margolm gestorben. Irr Berlin ist im ÄWer von 78 Jahren Herr Davitd M a r g o l i n, eine der führenden P>«rsorven der russisch-s>üdtn'chöit Koilonie in Berlin, gestovben. Drr Verstorbene stpieü« in ftmhsren Iabv-ehnt-on eine geavrsse Rolle >im Heben der Juden Rußlands. Er war deri«mige, der seinerzeit die DevsovWNg der Stabt Kiew mit Elektrizität, Straßenlbahnen, Gas-,- WassMe-ntnng usw. durchgesühut hat. Er organilsierte dl« BevwiidiWnig im Kiewer RitnaLmovdprozeß Beilis; sein Sohn war om-sr der Vertoidizger. In Bovliin war Herr Mavgolin M>iGvgr>üin>ber des BerbcmooS ruMcher Juden und widmete sich dein: Hiffifswevk in der Ukw>me. Im Rahmen der Waiserch'ilsstätvg'kevt des HiPvormres der deutschen Juiden war er auf vom Gebiete der Büschaifstrua von Patenstellen für PoMomwai'sen aus der Ukraine erfobMilch tächjg. Die Beerdigung fand am 9. d. auf dom jüdischen Fröchhoff zu Weissenffee unter großer Boterligüng statt. * Bon der Universität. Der BimdesiptMident hat den außerordentlichen Professor Dr. Heinrich Gomperz zuan ordentlichen Professor der Philosophie an der Universität in Wien ernannt. * Vor einer Erhöhung der VerPslegSgebühven in Len Wiener öffentlichen Krankenhäusern. Der Bunde smimster für soziale Verwaltung Dr. R e ff ch verlangt eine Erhöhung drr BerpflegSgeibühren in den Wiener Spitälern. Ms Grundlage soll ein durchschnittlicher Tagesaufwand von 85.600 Kronen für einen Patienten dienen. Die jetzt mit 65.000 K. bemessene tägliche BevpßisgSgsbühr der allgemeinen BerpflegAlasse in den Wiener öffentlichen Krankenanstalten würde onitsprechend dem von der Bundesregierung errechneten Kostenanstvand mtt mindestens 75.000 K. festgesetzt werden. * Unveränderte Kanalräumungsgebühren. Für den Monat Februar bleiben die Gebühren für die Kaualräumnm unverändert. Sie de tragen daS FumuMtvamiigfache des Mistzinfes. der für den Monat August 1914 gezahlt worden ist. * Das Wetter. In der Niederung hat gestern der Wind abgeflaut. Ueber dem Atlantischen Q;ean biegt wieder ein Luftdvncktirif, so >daß zunächst weiterhin die wavme Siidtv-cstströmuug (in freien Lagen stürmische Winde) andauevn wird. Die Voraussage meldet: Heute wahrscheinlich noch heiter, in den Nordalipen Föhn und warme Düdwesistürnve. In ein bis zwei Tagen Trübung, kurze Niederschläge und Ternperaturr ü ckga ng. * Die Lebensmüden. Die 58jährige Vinzenzia Carette wurde in ihrer mit Leuchtgas erfüllten Küche in einem Fauteuil tot aufgefmiden. Sie hat d-n Hahn des Gaskochers geöffnet und Selbstmord verübt. — Nächst der Nordwestbahnbrücke in Floridsdorf hat sich gestern mittags ein zirka KOjäbriger bester gekleideter Mann in die Donau gestürzt. Er wurde als Leiche geborgen. — Gestern vormittags hat sich die 25jährige Hausgehilfin Therese P. durch Leuchtgas zn vergislen gewcht. Die llljäbrige Hausgehilfin Hermine H. versuchte sich wegen unglücklicher Liebe durch Lysol zu vergiften. — Der L3jährige Nachtwächter Willibald B a l t c i e. Metdlinger Hauptstraße 32 wohnhaft, wurde am lO. d. gegen 11 Uhr nacht» von Kameraden im Kanzleiraum seiner Arbeitgeber, der mit Leuchtgas erfüllt war, bewußtlos oufgefunden. Er hatte deck Schlauch der Gasleitung im Munde. Er wurde in» Svital gebracht. * Dke Ladendlebkn Marie Meißner. Wk« berichtet, wurde nn Dezemlber hier die J-ndnstviellenslvitwe Marie Meixner unter dem Verdachte verhaftet, in Bern und Zürich bei verschiedenen Aut-lquitätenhändleru Haderndieibstähle. besonders von Miniaturen, verübt zu haben. Frau Meixner hatte wiederholt ffn der Schlwesz geweilt, und so oft sie in den Antivuliatcnlöden geweilt hatte, waren nachträglich regelmäßig DrcbfflM^ fcstgcstcllt worden^ Die Meißner leugnete hier die Täterschaft. B's einer Hausdirrchsuchung nn Weinkeller der Schtvvster der Meixner, einer Margaret euer Gastwirtin, wurde nun, unter einem Weinsaß versteckt, ein Paket geisUndon, das weitere fünff Miniaturen und ome Puderdose euthiolt, die. wie festgestcllt wurde, gleichfalls in der Schweif gestohlen worden sürd. Durch diesen Fund ist erwiesen, daß die Meixner die Hadend'ivbstälhlc, die sie so hartnäckig leivgnete, amsgeführt hat. * Einstellung des Strafverfahrens gegen die litauischen Rabbiner. Das Kswn-oer .firiegAMricht, wolchein das Strafvcivfabren gogur die Mitgil-iedsr des Kownoer RabibmatS in der Angelegenhütt der von diesen veraustaMten Protestaktckm gegen das Zwanassonntag'ZLuh^esep überan^'swavtet worden ist, hat, wie I. T. A. mäldet, das UarterjuchungSverfahren gegen die Raitzbinor wogen Fehlens eines Dülrkts eingestellt.' * Dr. Saadjah Mase — Oberrabbiner von Moskau. Wie alis Moskau gemol»-et wird, hat die jüdische Gemeinde von Moskau den Sohn des vor Eimvemt verstorbenen Moskauer Oberrabbiners Jakob Mase. Dr. Saadjah Mase, eingeladen, die Nachfolge auf dem Sip des OberraMnnates in Moskau anzntreten. Dr. Mase hat sich wohl sine kurze Bedenk-eit erlbeten, doch wird angenonlmen, daß er die Bevuifung annchmen werde. Dr. Saadjah Mase steht erst im 24. Lobensjahre inid hat erst vor kurzem fönte Studien an der Moskauer Universität beendet. Dr. Mase Mhlt heute z,n den besten Talamrdifften und bedeutendsten Kennern der jüdischen ReligionLPhÜlosophie und ihrer Geschichte in Rußland. * Das Goldene Buch des Nationalfonds in Wembley. Auf Artveiftuug des High Comnnssi-oners Sir Herbert Samuel wird demnächst ber zweite Band des „Goldenen Buches" zur Ausstellung im Pailäsbinapavillon nach London Äberffü'hrt. Dieses einzigartige^ Buch «ist ebne Chronik, in der die Nanron aller aktrven Mibanbel-ter in der jüdischen BcwvAung sowie deitkwüvdi'M EwWvisse der Svenen jüdischen Geschichte verzabchnet stntd. Es wuvde bisher Än Haiuptbrrrean des Jüdbsche-n Naitionalffonds auifbewcchrt, wo es obn interessantes BssichiMvitgsobjebt für die Besucher Palästinas dcvrstellt. Die außerordentlich sch>öne Elifeckbem- und Miigra-tmübeit auf dmn Bucheinband erregt hohe BÄwrnderurva. Der Band wird nabmtlrch vor seiner Ueberführnng von Jerusalem lhoch verisichsnt. Eine biologische Seestation in Palästina. Wie uns berichtet wird, trifft Dr. Walter S t e i n i tz aus BreSlanl Borberebbungon. eine hiologissche SeestMbolr an der palästinensischen -Küste eM-MmchrVu. Dr. Sbeffwitz ha-t im vorigen Jahve Palästina bofucht und hier Uu!tersuch>itsirae-n über "die Zweckmäßigkeit der Errichtimtg einer solchen SM-afcion Vorgenanvnmt. Er >be>aibsichtbgt seine Arbeiten noch «i>m Februar zu beginnen. Die ReMeru-Nig hat ihm ^Enlanblnss Mteilt, Längs der Küste von Ral- El-Nakoura bis GaM Stzrdien zu macheik. Austritte aus dem Zudeutum. S t ein b a ch Artur, geb. 26. April 1891, Eisenstadt, 5. Bez., Hartmanngasse 12. Dr Mil ch Eugen, geb. 17. Februar 1889, Rosenberg. Arzt, 3. Bez., Blütengasse 7. Graf Walter, geb. 3. Dezember, Ob.-Aussig. Student, 3. Bez., Weißgetberlände 44. Steinhardt Josefine geb. Redlich, geb. 4. August 1889, Brünn. 2. Bez.. Nordbahnstraße 32. L ö w h Irma, geb. 12. April 1872, Baja Bacz, 2. Bez.. Nestroygasse 5. L ö w Y Jslantha, geb. 14. September 1869, Baja Bacz, 2. Bez., Nestroygasse 5. Strauß Peter Heinrich Max. geb. 15. Oktober 1906, Wien, Student, 8. Bez., Zeltgaffe 6. K o r n i tz e r Helene, geb. 18. Mai 1901, Bankbeamtin. 4. Bez.. Schönburggasse 52. Finder Franz, geb. 19. Skovember 1899, 3. Bez., Obere Welßgerberstraße 5. D e u t s ch Norbert, geb. 12. Februar 1889, Wien, 9. Bez.. Nußc affe 6. S i n g e r Marianne geb. Schlesinger. geb. 17. Jänner 1692, Koltu, 4. Bez.. Wobllebengasse 7. B e t t e r Max. geb. 8. Mai 1896. Wien. 9. Bez., Servitengasse 4. S t e r n Robert, geb. 18. Februar 1910, Wien, Realschüler, 4. Bez., Starhemberggasse 7. S ch ü ck Lothar, geb. 19. März 1913. Wien (laut Älitt. d. ist. Knltusgemeiude DobrnSka). Adler Leonora, geb. 15. August 1910, Wien, Mittelschülerilt, 8 Bez.. Josefftädterstraße 43. Stecker! Gisela, geb. 4. Oktober 1906. Leipzig, 5. Bez., Wiedner Hauptstraße 112. P o l l a k Franz, geb. 4. Oktober 1900, Szombat« bely, 9. Bez., Althanvlatz 5. B i r n b a u n» e r Jda recte S i l b e r g l e i t. geb. 12. April 1876, Kostelltz. 9. Bez., Bründlbadgasse 15. S ch i m m e r l i n g Siegfried, geb. 6. Ausitlst 1899, Wien, Kaufmann. 11. Bez., Braunhubergasse 20. Pavel Cleorg, geb. 2. Oktober 1888, Betynlaza. 2. Bez., Taborstraße 40 a. Wittliu Klara geb. D i st l e r, geb. 15. März 1900, Lemberg, 6. Bez., Zkegelofengasse 8. Hofer Haus, geb. 36. Mai 1891. Wien, 5. Bez.. Schönbruuuerstraße 28. Glaser Leo, geb. 17. Oktober 1894, Wien, Wehrmann, 5. Bez., Ramperstorfergasse 20. Vereine, Vortrssge und Versammlungen. Hechaluz, OesterreichischerLandeSver» band. Heute, %$ Uhr abends, in der Roßauerkaserne, Vortrag Leo K a u f m a tt n : „Histadruth-liaklalit". U. Teil. — Senior e n v e r b a u b d. Z. M. B. 'Wien. Heute, 1/«7 Uhr abends, hu Zionistischen Landeskomitee, 1, Bez., Kärmnersträße, S. C. Wichtige Tagesordnung! 12. Fctbv.iar 1925 DeÄe b Festvorstellnng in der Gildenen Pawe. Heut« um htckk 8 Uhr avends findet in der <'i i! fien c it P a w e, 1. Seej, Riemergasie 11, eine FestvorueUung zugunsten der Aktion fü> Kinder und Greise des Jüdischen Frauenbundes, 9 Bez., Liechten« steinstraße 11/13 statt. Karlen an der Abendkasse ab V-7 Uhi abends. Verein Freie jüdische Volksbühne. Somttaq den 18. d. x!& Ubr nachmittags, findet in der Klemknustbtthne ^Die gildene Pawe'*, 1. Bez., Riemergasse 11, eine Mitgliedervorstellung zn ermäßigtenEinheitSpreiser statt. Mit Hakoah durch Palästina und Aegypten. Du Reiffeleistr der zweiten Pa-lästr-naffahrt der Hakoah, Dr. Enge« Felix, hic-st Dicns'ag inr Bevc-i-nshÄni am Daim-oiplaß Sitten Bovtraig undor dem Titel: „Mir Hakoah durch PaLästina rmd Aerfl/ptett." Eirvlesten«) führte er aus, daß er nicht die Absicht habe/ durch lehrhafte Betrachtuirgen die Zuhöver zu ermüden, sondern durch kleine Au sich lütte aus dom Lüben wnh Tve'iDen im La-nde .das Interesse für Palästina wachmnuffon. In packender Weise schildevte er die Emldrücke» die Nie ^R«HsodeAnchmer in Erez Israel gowaiunien. AusP.he.rnd von odlwr Erörterung der BerhÄttrisse 'm Aegypten and seiner päMffchen .MÄ> wstti schaftl-ichc Bedeuiliuatg für Palästma, libeß er die ZnhÄver die ganze Fahrt durch Eryz Israel nritmachen. Die Reise vom H<Äsa über Nazarech und Ti'bevvaZ durch den Emek zog «n löbendigcn Bildertr voribei. Dann g'vltgs nach JevHwlent, He^ broit, Jaffa, an den jüdischen Kolonien vovoei nach DÄ- Amim. Das rasche Emporblühen -der duirchwns jüdischen Stadt, die den modernsten A-wchrüchen des verwöhntesten EnropaorS en-isipricht, verglich Dr. Fell'ir mit cinvm Wunder, wie sie mrs m «der heiiki-gen Schrift Äberl'Uefert simid. Uelberall im L-ande verspürt man den rosigsten Optmtisinus, der svfovt jeden 'bofoalit, der den .Heimiatboden betritt. Wer tztmückkommt, muß mnt taetseild Jungen pvedtoein für die jüdischen Chcckuzim, die mvt taufend .Händen arbolten! Lübhafder Beifall der zöhliveichen Zuhörerschaft «bolckhnte die AussühMnpsn «des Redners. Radioprogitlrmmr Donnerstag den 12. Februar. 9 Uhr: Marktbericht. — 11 bis 1 Uhr r Konzert Silving. — 1 Uhr 5 Min. r Urania* zeit. — 1 Ubr 20 Min r Wetteransage. — */,4 Uhr: Wiener Börse. — 4 bis 6 Ubr rTeekonzort Silv.ing. — 6 bis V,8 Uhr r Kammermusikabend der Vereinigung für klassische Kammermusik. Gitarrenkammermusik alter Meister. Ansführende: Alsted R o n d o r f (Gitarrevirtuose). 1. Vtoline: Franz Slawieek (StaatSoper), 2. Violine : Rudolf R a d d a, Viola r Han» Deutsch, Cello : Heinz Hausknecht. Flöte r Franz Süß, Fagott: P. A. K r a f t. 1. Lnigi Boccherini: U. Quintett Op. 56 für zwei Violinen, Viola, Cello und Gitarre; 2. A. B. Fürstenau: Ul. Quartettserenade Op. 18 für Flöte, Viola, Fagott und Gitarre; 3. Mauro Giuliani: Trio Op. 19 für Violine, Cello und Gitarre. — 8 Uhr rOrchesterkonzert des Wiener Symphonieorchesters unter Leitung des Prof. Rudolf N i l i u 8. Mitwlrkend: Staatsopernsängerin Elise E l i z z a. 1. Beethoven: 3. Symphonie (Eroica); 2. Beethoven: Arie der Leonore aus „Fidelio"; 3. Beethoven: Klärchenlieder aus „Egmont* (gesungen von der Kammersängerin E l i z z a); 4. Beethoven: Quverttire zu »Fidelio". Bühne und Kunst. Bernard Shaws „Helden" in Sofia. Ein Brief des Dichters an eine bulgarische Schriftstellerin. Wie noch erinwevbich, wurde die Aufführung dev ^Helden" von Bernard Shaw am Naticnal - thoater in Sofia vmt bnlMrifchen Studenten durch ilärmande Demonstrationen gestört und das Stück muhte vom Repertoire abgefetzt werden. Der Dichter hot nun a-us F n n ch a l, wo er sich derzeit bepindet, an eine builgarifche Schriftstellerin den solgende-n Brief gerichtet: ^Jch ffchrreb seinerzeit „Die Helden", ohne die' diametl der Personen und des iSchauiPlatzes anzugebon. Ws das Stück beeiltet war, fragte ich den. bekannten Sozialisten S. We b b (den späteren Mnister im Kabinett Mae Donald, Anm. der Red.), ob er mir einen Krieg aus der neueren Zeit nennen könnte, in dom Maschinenwaffen benützt tourdon. Ich wollte auf diese Weise gewissermaßen den Zeitpunkt fixieren. Er versuchte, jedoch vhtte Evsolg, mir einen solchen Krieg zu uemtetl, itnb ntemte MieMich, es wäre am besten, auf den s e r h i s ch - b u f g a r i s ch e n Krieg von 1885 zurückzugwiffen. Ich hielt mich an diesen Borfchbng irnd fand hier die Momerlte, die ich brauchte. Dann beriet ich mich mit Stepnjak (eincnt bcLarmtett russischen Revolutionär und Verfasser des „Uttterirdischen Rußland", Ar«n. d. Red.) über die Wahl der Namen und des Schauplatzes. Stepnjak machte mich mit Admiral P. bekannt, der 1886 im Kriege die bulgarische Donaivflotte dirigiert hatte. Ich las ihm „Die Helden" in der damaligen Fassung vor und er meinte, ich hatte ein etrglisches Provinzhaius beschrieben, wie es in der Straße einer enMchen Stadt liegt und in dmr Engjländer wohnen. „Das Lelbon in der 'bulgarischen Provinz," meiinte der Admiral, „ist viel prmn-- liver." Ich hatte alle bulgarischen Offiziere zu Generalen ernannt. „Das ist anch MMwgjlich," sagte der Admiral, „dem: der Krieg war ein vussisch-österreichischer mit serbischen (ofteubar sind rtlffiische gemeint) nrrd österreichischen Truppen." (?) Ans Grund dieser AnMävuttgen und genauer Lektüre der einschlägigen Werke, die ich anflreiben konnte, paßte ich mein Buch den bulgarischen VechAtnissen an» und fügte gewisse Gntzokhertm hinzu» die den Eindruck erwecken, daß ich tatsächlich in Bulgarien gewesen wäre. Tatsächlich bin ich nie in Bulgarien gowvsen, aber ich kenne die Wett und ich kenne die menschliche Natur, dke überall die gleiche ist. Außerdom bin ich Irländer, gehören und aufgelvachsinr iit einem vechä.iuiStnätzig unzivAisierten und uneattwickÄtou Lartde, dessen BevöMvung das nationale Heldoulum seb" hoch schätzt. Mit besten Grüßen I. B. 2 y a >v." mmawmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Sie nfichfir Auftfihmug de» neneflett PaMinafilmr findet Samstag den 14. Februar um 10 Uhr abends im Löwen Kino, III.. Löwen- Blasse 33. statt. — Restliche Karte« an der Kaffa de« Swen-Mao und km Safe Lavrana, S. Bei.. LSwengasse SS » 4- 4