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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-12 · Heft 2148 (12.2.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2148 (12.2.1925)
Date
1925-02-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Die«, Donnerstag __ Wkener Moeae«zettu«s. Gerichtssaal. S-NeS Laube» llaffischer Archiv. Die Theatrerfammlung der NaiionaWivliothe! erfuhr vor Krrzem durch Anfnahme der sogenannten „Bibliothek Heinrich Laube" emc lrervorm-gMde Ergänzung, die ursbesondere in der wiffenschafrlichen Welt Interesse f-mre» wird. Schon seir lait-gcixi Zeit lvar n:an bcnrüht, die Tätigkeit des großen Wiener Regisseurs und Direktors am Wiener Sr-ud:- cheaier zu evhellsn, wohin er sich nach seiner Bnrgtheaterdivekiron zurückgezogen hatte und das als das eigene Hans sich seiner besonder,.n Vorliebe erfreute. Während die Tätigkeit Äcmbes am Dnrglheater durch das dortig: Diaterial an Regiebüchern nfw. hinreichend beleuchtet ist und sich in der Bkbiiochek des Deutschen DoKStheaders viele der b:: ihm sc beliebten kleinen französischen Stücke und Bluetten vorfawb:» — beide Archivs befinden sich bereits in der Nation Eb'iorhck —, fehlten noch die Klassiker Laubes", das heißt die Bearbertu-ngsn klassischer Stücke, die er am Studtthoater oft mit ausgesprochener Konkurrertz Ä.m Burgcheater gegenüber Vurchgofirhrt hat. Durch Erwerbung eines Archivfiockes von etwa 30V Theaterstücken — zirka 8000 Nummern an Büchern und Rollen — ist diese Lücke nunmehr ausgsfüllt und die Direkt tionsfühvung Laubes durch große Partien des Archivs des Stabtcheaters noch weiter verdeutlicht worden. Sa wird man dazu gelangen, die besonders sorgfältige Aufführung des „Bruderzwistes im Hause Habsburg" (1872) im Buche zu studieren und die bovitisch interessantem Barianren, die Laubs dem Burgtheater gogenüber h^r aufgenomman Hai. Lus de'mssoöen Jahre folgt eine Hamletsassung. Sehr reich an klassischen Bcarbeitnngn jfc'Hte sich das Jahr 1874 dar, das neben den säubern", Julius C ä s a r", g m o n 1" eine ungerneim sorgfältige Aufführung des „Loriolvn" brachte, an dessen Regiomaderial das We«en der Laubesche« Klassrkeranffassung wohl am -bestrn zu studieren sein wird. Eine Reihe anderer Stucke, «Kabale und Liebe", ,/Somme rnach tstraum", „Iphigenie" usto. folgen, sie werden ergänzt durch das Konversationsstück und das fmngösische Lrq'tspiel, auf dessen G-bioten Laubes Tätigkeit bereits bekannter war. Im allgemeinen kann gesagt tverden, daß das Regio-- buch des großen Wiener Theatorlellers am Stadttheator sorgfältiger, personbicher war als das wr gleichen Stücks am Burgtheater, wie er ja mit dieser Bühne viel persönlicher zußammenhmg. Bemerkenswert sind auch die an-Mfüg'en szenischen Skizzen, die oft, zmn Beispiel im Falle des ,L)t hello", sm überraschend genaues BW der Jnszenrevungskunst jener Zeit bieten. Zu den zahlreiche« Zusätzen, Aöänidorungerr, ja zuweilen Umdichtungen, Notizen wird erst eine spätere Forschung näher Stallung nehmen. Für die Erwerbung der „Bibliothek Laube" für mff.ire NationaLbibliothek, die nach erfolgter Ordnung und .Kttalogisierurbg auch dem Publikum zugäwglich sein wird, haben sich in besonders anerkennenswerter Weife bemüht die Herren: Direktor Johann Adler und G. B o u d i, beide m Brunn, und Direktor des Dmt'chen Bolksiheaters Dr. R. Beer. Ihnen allen gebührt der Dank der Oeffentlichkeit und insbesondere der der Forschung, die hier manchen überraschendem Fund tun dürfte. Aus de« Lheatem. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, „E i n S a m m e r « a ch t s t r a u m". Volksoper. Heute „Tose a". Morgen „R i g o-- l 1t1 o". Neues Wiener Stadttheater. Sönntag, 3 Uhr nachmittags, ,-2ö. Aufführung von „Z ö l i b a t" von Johann F e r ck. Carl-Theater. Heute letztes Gastspiel des Jüdischen Revuetbeaters. Ab morgen allabendlich »Wien b e i N a ch t". Sonntag. 3 Uhr nachmittags, „D e r R a st e l b i n d e r". Theater an der Wien. Sonntag, 3 Uhr nachmittags, „Wiener Blut". Lustspieltheat er. Sonntag, 1/rti Uhr nachmittags, S'm» ersten Male als Kindervorstellung „Rotkäppchen" von ü r k n e r. Sufi Mirjam, die neunjährige Tänzerin, die anläßlich ihres ersten öffentlichen Auftretens durch ihre ungswölhnbiche, «igenortige Begabung größtes Auifschcn erregte, gibt Sonntag den 15. d. im Theater in der Josesstchdt, 12 Uhr mittags. sine Tanzmatinee. Adolf Menzels Testament. Ans dem Testamente des großen deutschen Malers und Zeichners Adolf Menzel werden jetzt bemerkenswerte Stellen bekannt. Die ganze 70jährige Lebensarbeit liegt in seinem überaus umfangreichen Testament wchl geordnet vor, und alles ist mit der Gewissenhaftigkeit des Menschen, dem fein Werk alles ist. gesichtet, rubriziert und bewahrt. Freilich entnimmt man auch ans diesen: Testament, daß Menzel, wie so mancher andere Schaffende, als Sonderling iu großer Einsamkeit durchs Leben ging. Es genügt, folgende Stelle ans dem Testamente zu zitieren: „Es kann niemand auftäuchen, der irgend welche Nachkommens rechte geltend macht. Nicht allem, daß ich ehülos geblieben, habe ich auch lebenslang mich jederlei Beziehung zum anderen Geschlecht (als solchem) ents ch l a g e n. Kurz, es fehlt an jedem sÄbstgeschMeneu Klobjtosif zwischen mir ' und der Außenwelt" Und bomevkenswert find auch die Ratschläge, die er seinen Familienangehörigen hiwterließ: „Geliebten, befleißigt Euch int Verkehr mit den Menschen artiger Zurückhaltung. Ein Zinsfuß über das allgemein Gebräuchliche hinaus ist gewiß dementsprechend unsicher. In dieser Richtung operierend, stellen sich gologe-Mich Mewschenbeglncker vor mit Projekten zu Unternehmungen, gemeinnützig oder lukrativ. Dividenden usw., .deren Reüssieren ans der Hand biegt." Der verbefferle Siegfried Trebitsch. Bekanntlich hat Bernhard Shaw, dessen Werke Siegirled Trebitsch ins Deutsche überträgt, des Wiener Dichters Drama „Frau Gittas Sühne" ins Englische übersetzt. Bei der Ausführung des Burgtheaters hatte das Stück wenig Erfolg, obwohl diese Arbeit nicht ohne Qualitäten ist. und insbesondere der dritte Mt siel a!b. Nnn hat Bernhard Shaw bei feiner englischen Bearbeitung diesen dvitt'en Akt so nmgeändert, daß aus der Tragödie eine Komödie mit lustspiel-mäßigem Ausgang wird. Das Werk hatte in dieser Fällung in London starke): Erfolg und ein namhafter eulil-nch-^ Kritiker rät Tvöbitsch, so'n von Shaw bearbeitetes Werk a u s d t‘t englischen Bearbeitung i n s Deutsche rückzuü'bertrageu. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Werk, von Shaw abgeändevt, setzt auch ans deutschen Bühnen Evjolg hckbs» wich. '' Der Prozeß um döe RathauSkorrefpondenz. Bor dem Zivilla-ndesgerickstie unter Borsitz des Hosrares Dr. Rapport wurde gestern nach wiederholten Vertagungen der Prozeß zu Ende geführt, welchen der ehemalige Heraus geber der Ralhauskorvespondenz, der Schriftsteller Frarrg Micheu, gegen die Gmeinde Wien auf AnHebmrg eines Kaufvertrages angestrengt hatte, mit welchem am 14. Juli 1322 die Korrespondenz in den Besitz der Gemeinde Wien übergegangen ist. In der Klage hatte der Klager ausaesührt, daß er am 12. Juli ISA plötzlich zum BiMüvgermeister Emmvrling berufen woroen war, der ihnr sagte: „Heute ist Schluß!" und erklärte, daß, wenn er dre Rathauskorrespondenz nicht binnen 24 Stunden übergeben würde, deren Leitung man einer Person übertragen würde, die das Vertrauen der Majorität besitze und er ohne jede Entschädigung entfernt würde. Der Kläger habe unter dem Zwange der Ver- Mtmsfe ein Anbot von 2,160.952 K. angenommen. Die Bedingungen der Uebevgab« der Korrespondenz feien 'ihm vorn B'>zehüroernreister vovaefchrb:ben worden. Da er die Korrespondenz -Mt um 80.000 Friedenskronen genaust habe, sei der Abftrtigungsbetrai kein Gegenwert für das Unternehmen. Er selbst sei verpflichtet worden, der Witwe seines Vorgängers deren Pension valiori'siert zu beMlen. Der Vertreter der Gememdc hatte dem<v>aenüber ausgestrhrt. -daß am 14. Juli kein Kaufvertrag geschlossen, sondern den: Mager lodiglich eine Wfertigung in einer von ihm selbst verlangten Höhe gotvährt worden fei, wozu die Gemeinde rechtlich überhaupt nicht verpflichtet war. Vizebürgermeister E m m e r l i n g gab als Partei an, daß er sich auf die einzelnen Details nicht erinnern könne, daß er am 12. JE 1982 jedoch an Herrn Micheu die Auffovderun-a richtete, die Leitttng der Rathartskorrespondenz medvrzulegen. Mit dem Einzug seiner Par^ü in das Rathaus seien sukzessive alle leitenden Persönlichkeiten ausgewechselt worden. weil man Männer des Vertrauens der Partei m diese Stellungen einrücken laffen mußte. Er erklärte tveiter, daß >der d-m Kläger lbezahtte Betrag lediglich als Abfertigung und En'schädigungsbe.tvag »'«geben wurde, daß jedoch 'damit keineswegs ein Kauf getätigt werden sollte. Der Vorsitzende erklärte, daß »dos Uvtoil im schriftlichen Wege gefällt werden würde. Ein Bergleichsanhot. dahingehend, daß die Gemeinde sich verpflichten wolle, die vom Kläger an die Witwe des Vorgängers im Besitze der RathauÄorrespondenz, Frau S t i e f e n h o f e r, zu zähler.!de vaporisierte Rertte zur Zahlurrg zu übernehmen,^ wogegen der Wäger von seinen Ersatzansprüchen zurücktveien solle, ivar vom Kläger abg^lehnt worden. Ein Vjähriger Vaterschastsprozeß gegen die Familie Gomperz. Ein VaterschaftSpro,zetz. der durch zlvei^Gcnerationen geführt wurde und der sich vo-nr Vater aus den Sohn vererbte, beschäftigte gesteru das Zlvillan'desgericht in Fovur einer Balorisierungsklage. In: Jahre 1860 hatte die Bornrundschast des im Jahre 1856 geborenen Samuel Max Alfred Scherbe r gegen den chonraligen Präsidenten dir Handelskammer und der Kreditanstalt Max Ritter v. Gomperz eine Klage auf Anerkennung der unchelichen Vaterschaft des viersührr-Mn Scherber und Zahlung vou Momenten ei «gebracht. Ri tter V. Gomperz stellte uüt aller Entschiedenheit und Entrüstung in Abrede, der außereheliche Vater des klage rischen Kindes zu sein, erklärte sich aber, um einem Prozeß auszuweichen, zur Aiimentationsleistnng unter der Bedingung bereit, daß di: Vorlnuirdschaft die Klage als völlig unbegründet zurückziehe. Dies geschah auch und als später Alfred Scher-ber selbst mit Ansprüchen an Ritter v. Gomperz herantrat, nrutzte er die gleiche Erklämug abgeben und sich verpflichten, keirre weiteren Arrsprücho argen Ritter v. Gomperz oder dessen Erben zu erheben. Diese Verpflichtung wurde jedoch nicht eingehalten irnd späterhin stellten,nicht nur Scherber, sondern auch'seine Gattin Rosa und zuletzt sogar diese auch für ihren Sohn Paul weiitove Alimentat'io.nsanspvüche. und ztvar wurden diese Ansprüche an Dr. Philipp Gonrperz als den Ebben des Ritters v. Gomperz gestellt. Zuletzt kcmr im Juli 1920 e>in gerichtlicher Vergleich zustande, wonach die dcunalige Kkägevin Rosa Schevber die Erklärung abgab. daß ihr keinerler Ansprüche für sich und ihren Sohn Paul znstehen urrd daß sre mit der ihr von Dr. Philipp Gomperz fteiwillrg zuMvendeaen Alimentation von monatlich 100 K. sich ein für allemal znfricdengestellt erkläre. Falls sre dennoch wsitere Ansprüche erheben sollte, würde sie auch dieser Zuwendung devlnstig sein. Mit der »um gestern zur Verhandlung gelangten Klage verlangt Rosa Scherber die Valorisierung ihrer Rerrte auf anderthalb Millionen Kronen monatlich und außerdem 42 Millionen Kronen für die Vergangenheit. Der GMaOrnvertreter gab die Erklärung ab, daß der heutige Geklagte Tr. Philipp Gomperz abenso wre seinerzeit Max Gomperz mit aller Entschi^ercheit bestrei-te. daß letzterer der uneheliche Vater des Mfved Scherber war. Nur um den Gerichtssaäl nicht betreten zu muffen, habe Max Ritter v. Gomperz sich zu Schenkungen herbeigolaffen. Da es der Klägerin bekannt war. daß Herr v. Goinperz dam wenn auch völlig hältlosen Prozeß ausweichen wollte, nützte sie dies zu imme-r neuen Forderungen aus. Sogar «im Jahre 1907, als Ritter v. Gomperz schon 87 Jahre alt war. wurde der Vaterschastsprozeß gvMn ihn wieder ausgefrischt. Der Valorrsierungsansprrrch der' gestrigen Klägerin scii auch in rechtlicher Beziehung ein unbvgründter. Sie lebe gar nicht mit ihrern Manne, der alle Ursache haibe, eine Scheidungsklage gegen sie aus ihrem alleinigen Verschulden einzubringen. Aber scW wenn sie. mich in Gomeinschast mit ihm leiben würde, hätte sie als Gattin des vermeintlichen unehelichen Sohms b:s Max Ritter v. Gomperz keinen rechtlichen Anspruch auf Alnnentatioir. Der Gerichtshof (Vorsitzender Hofrat Dr. Engel bogen) erkannte auf Abweisung des Äsage'begebrens mit der Begründmrg, daß ein« gesetzlich: Unt-erhaltspflicht auf seiten des Geklagten und seiner RechtSvoraanger nicht bestehe, es bestehe nur erne Berpslichtnng ^.ur Zahlung einer Rente von 100 K. moivatluh an die Kläger m. Gesellschaftskaffe Konfession. AuS Budapest wird uns berichtet: Noch im Depteanber 1922 Vevöffenttichtie der am:isemiitifche Abgeordnete Lehner-Lendvai im ^A Nap" einen Avt>ikel, m welchem die StaatSaniloMschcht den Talbestand der 'Aufreizung gegen die jüdische Äonfsssimr erblickte und irr diesem Sinne die Anklage erhob. Der Stvaifgevichtshof fällte in Äi-esem Prozeß unter dem Vorsitze Dr. Törokhs ein froisprechendes Urteil mtt der seinerzeit vieilbesprochelven. aussehenerrogenden Begründung, daß das Jndentmn nicht als Konfession, sondern — als GssellschaflZklasse zu betvachten fti, mithin die Handlamg des Angeklagten nicht den Taißbeftand der Aufrciiznng gegen ein« Konfession erschöpfe. Infolge Appellation des öffenÄichcl'. Anklägers vorhandelte vorgestern die königliche Taftl diese Llgologenheit unter dem Vorsitze Doktor Dogres. Das Gericht Äidertc das Urteil des StvafgevichtiIhofes ab und ve-rnrteilte den Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer GvfängN'isstrase v o n sieben Tagen. In der Begründung dieses Urtoiles stellt die königliche Tafel fest, die Anffassnng der ersten Jnstgnz, als ob das Judentum nicht als Konfession, sondern M GeseUchaftMasfe m bettochteu wäre. Dr ftrchg. * 12. Februar 1925 Nr. 2148 Sollswitt. Set Abbau der österreichischen Attiengesell« schatte». Aeußerungen des Butrdeskanziers Dr. Ramel. Dis -Äontwlle des gesmrvten AktieMoc.se>is fällt bewunlilich in die Koinpotenz des Ministermms des Junc-vn. dessen Agen- . .den vom Bundeskanzler Dr. :K amel selbst verwaltet werden. In der gestrigen Debatte über' das BndgLttapitel „Inneres" machte Dr. Ramek im Budgeta-us-schuß u. a. folgende Miitoibungen über die mr Jahre 1924 im Zusanmnenhang mic der Wirtschaftskrise cingelrctene r ü ck l ä u s i g e B e w c g u n g der Gründungstätigkeit und der K.iPttailSvernwhvun>gen: Nach dem Zusammenbruch« des alten Oesterreich war die G r ü n dn n g 8 t ä t i g k e i l rnächtig angeschwollen. So Wurden im Jalire 1920 66. im Jahre 1921 152, 1922 316 mch im Jahre 1923 202 AMengoselkschaften kollzessionieM. Im ersten Halbjahr 1921 wurde noch die Genehmigung zur Errichtung von 94 MienHosellschaften, im zweiten .Hälbsahr 1924 aber MX mehr von 51 Aktiengesellschafren erteilt. Eine Ba n k a k t i c «- gesellschast Zvvivde im Jahre 1921 uich-t konzessioniert. Die Zahl der Kapitalsvermehrungen betrug im ersten Halbjahr 1921 139, im zweiten Halbjahr nur mehr 42. Lliuf bestehende Aktiengesellschaften hat sich, im allgemeinen betrachtet, eine vernichtende AuSwirknilg der W i r t f ch a s t 2 k r i f e kaimr in nen-nemÄverte»n Maße -gezeigt. Nach den dem VnndeSkanzlevantte vorliegeirdsn Daten berägt die Zahl der MtieuMsellscha-ften, die teils -duisch frei« wilkl'ig-e Liquidation, teiils durch ökonkurs aus dem WlrtfchalftÄeben ausfcheilden oder bisher im gerichtlichen A u s g l e i ch getreten sind, rund 50 oder 3 Prozent der bestehenden ungefähr 1500 Aktiengesellschaften. U>m om-e abgesLnderte Verwertung der inhaltslos gewordenen Konzessionen der zus-MMnengebvochenrn Aktienbanken zu verhindern, ist das Buibdeslanzlevamt mit der Ll n f I ö j u n g von fünf s o l che rr Banken unbedingt und mit der von drei weiteren bedingt vovgegangLn. In allen diesen acht Fälle:: hat der Bml'ossminister 'für Finanzen im Sinn« -des Art. 4 des Konzüs-sio-nsergänzungsgesetzes die Auflösung der Institute als vom volks- -wiDtschaftlichen St-a>ndpunkt notwendig bezeich-n-eit. Da sämalich« betroffenen Banken sich sin Ansgleichsvevfahren befanden, waren die gesetzlschen Voraussetzungen der Auflösung gegeben. Eine Verringerung der Anzahl der vorhanderien Banken ist zweifel'los begrüßenswert. Wem: trotzdem bei drei Banken noch eine Frist -gesetzt wurde, -innerhaikb deren ihnen -die Möglichkeit der Fufioniierm:g mit em-am -aufrechten Institut offen gelassen werden soll, so geschah dies hauptsächlich, nur eine -die BvavrtLnschaft dieser Banken lveniger hart treffende Art der Liqui'dicvung zu ermöglichen. Diese amtlich aufgelösten Ban-, Len sind in obvge>r Ziffer inbegriffen. Mit Rücksicht auf die relativ geringe Zahl der Zusammenbrüche von Aikti-eng-esell-schaften im allgom-eine-n kann behauptet werden, daß das Bundeskanzleramt als KonzesironA-. üehövde es aar der pflichtgemäßen Wahrung der boi der Gründung van Mtiengksellschasten in Befracht kommendere öffentlichen Interessen nicht 'hat fehlen laffen, zumal die Zusammenbrüche -der Gesellschaften zum größten Teile auf unkorrektes, vieVfach auf strafrechtlich ve r -f o l -g b a r e r Gebaren dar Geselffchaftsorgane zuvückzusühren sind. Es ist wohl auch zu erwarten, daß die llinstellung der Mtrengosellschaften auf Grund des Go-ldbila-nzengesetzcs, an -dessen Ausarboituivg das Bunideskaug'leramt in hervorragendem Maße m-itwivkt, die feste finanzielle Fu»si>:-evu,ng -unserer Mftengosellschaften War zutage fordern wird. Sie wirtschaftliche Entwicklung Srer gfraela. Mitteilungen des Richters Rosenblatt. Richler Rosen bla 1t aus llrow-Aork. der längere ZeÄ m Palästina wollte und am 4. d. zugleich mit Doktor Weizmann die Reise nach den Beveinigto:: Staaten antrat, äußerte sich am Lage seiner Abreise -gegenüber dom I. L A.-'Bertreter über seiiren in der Verwirklichung begriffenen Plan einer wirtschaftlichen Union der jüdisch«« Stadtvcrwal'-tnngen in Palästma. Er sagte, der bemerkenswerte Erfolg der Jaffa-Orangen und der Palästinatabake habsr: die wirtschaftlichen Bedingungen revolutioniert. Es kommen -gegenwärtig 2000 Siedler monatlich nach Palästina; viele mit Kapital und Handolserfalhrung. Die neuen SiMvr haben die Aufgabe, das lleine Land Pt einem Belgien des Ostens zu rnachen. In Del-Awim Lestehen 22 verschiedene 'große Industrie:^ darunter 2 Textilifaibriken, 2 Geribereien und eine Soidenmanufaktur. Zwischen Patlaftina und dein 14 Millionen Einwohner zahlenden Aegypten besteht ein reicher ProduktenauStcnvsch, der es ermöglichen wird, daß Palästina ein Handels- und Jndnstrie-zentrum des östlichen Teiles des MittMi-ndischen Meeres iverden soll. Die Ausgestaltung des Haisaer Hafens wird Palästina zu einem Zentrum für Handel und Industrie zwischen London und Paris einerseits, Ba-g d ad n nd B omba y andererseits machen. In der engen Umgebung von Tel-Awiw find fünf jüdische Kolonien mit einer Ges-a-mt>bevö-l>kern'ug von u-ngsfä'hr 10-000 Personen; deren K-apj talswert bot risst zwei-omchM Millionen Pfund, während die Grundstückschu-lden und.andere Verpflichtungen, einschließlich die Darlehen des Barons Rothschild und der geleisteten Darlehen der zi-onistischor: Finanzinstittltionen, weniger alis 375.000 Pfund betragen Das Realvermüg-en von Tel-Awiw ist natürlich größer als das dieser fünf Siedlnngen zusanemengeno-tttmen; dabei betragen die Gru-Udstückbelastlrldg und die Schulden Tel-Awiws kann: 15 Prozent des Kapitals- Wertes. Es gölanig mir, diese SicdAtngen mit Tol-Awiw 'm einen W i r t s ch a s t 8 v -e r -b a n d zu vereinigen. Wir beahsichtigen jetzt, in Amerika eine Zwei-Miilßoven-Do-Nar-Anle iha aus^ülegen. deren Ertrag

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