Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2142 (6.2.1925)
- Date
- 1925-02-06
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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VkA 2 Wien. Freitag '.jverr' MiLttev Morsenzeilung. P Jene 18 Pra^ut palästinensischc-r Juden, di.' sich dem Landanbcm wimneu, sind meist „Versuchsperson.'«", die von den reichen Juden Europas und Amerikas »uterstützt werden. Die Zionistische Organisation unterhält ein systematisches Spendensvstenr braunsten der jüdischer. Siedler. Das Resultat ist eme Scheinblüte, die durch die harteil ükmromischen Tatsachen zerstört werden muß. Im Tale Zesr.el entstand eine jüdische Gartenstadt mit Billen in europäischen Stil: „Balfouria." Diese Gemeinde bildet den StoU des Zionismus. Aber ein Mick um dar Land herum zevgt, daß das Land wirtschaftlich unfähig ist, eine Bevölkerung mit europäischen Bedürfnissen, die im Wettbewerb mit dm bedürfnislosen Arabern steht» zu erhalten. Würde der Plan ökonomisch gesund sein und die Aussicht Hecken, ein vernachlässigtes Stück Erde fruchtbar zu machen, so würde dies schließ sich den politischen Streich, den die Balsour-Deklaration darstellt, rechtfertigen. Allein Palästina ist nicht viel mehr als ein jüdisches Ärntenhaus und zeigt keine Symptome dafür, daß es je sich selbst wird erhalten können. Sogar die zwnistischen Kolonien aus der Vorkriegszeit haben das investiert« Kapital noch nicht abgezahlt. Die britische Regierung handelt falsch, tvenn sie Geld auSgibt und dafür die Femdschaft der Araber einheimst, nur um des visionären Planes willen, die Juden nach dom Lande Israel zu bringen. Wir Briten über-I nehmen die Verantwortung für eine überschüssige Bevölkerung, die von auswärtigen Subventionen abhängig ist. Wenn nun die ökonomischen Bedingungen die britischen Behörden zwingen sollten, dre jüdische Einwanderung zu stoppen, so wird der Zustrom des zionistischen Geldes aus- ' hören und das Volk wird uns zur Last fallen." Der Artikel schließt: .MäMten Sonrmer geht Sir Herbert Samuels Amtszeit zu Ende. Die Ernennung eines neuen Gouverneurs gibt den passenden Anlaß, das weitere Wachstum einer unter britischer Flagge und britischer Berantworrlichkert stehenden, von auswärts subventionierten Gemeinschaft fremder Raste und fremder Sprache, die im Lande keine Wurzel fasten konnte, zu begrenzen." Folgen wir Mr. Price zunächst genauer. Er sagt: Die Juden sind nicht imstande, aus etgerrer Kraft Palästina zu besiedeln, noch weniger, es agrarisch zu besetzen. Beweis: Tel-Awrw mit feinen Warenhäusern, Cafes, Hotels. Wenn jemand aus der Anzahl der Londoner musst Halls, Warenhäuser und Docks, einen Schluß aus die landtvirtscha-ftliche Eignung der Bewohner von Iorkshire ziehen wollte, so würde Mr. Price mit Recht die Internierung dieses Idioten verlangen. Wir wollen dies aus Höflichkeit nicht weiter ausführen. Es gibt, wie bekannt, neben Mr. Priee auch noch andere Gegner der zionistischen Siedlung, die Araber, den Vatikan (um nur die nichtjüdischen zu nennen). Sie alle aber fallen unwiMürlich in das höchste Lob der ziomsttschen landwirtschaftlichen Arbeit und ihre Feindschaft entspringt doch nichts ariderem als der Angst vor dieser fabelhaft zstPcheren und selbstbewußten Methodik. Mr. Price sieht, die Sache anders und er hegt schlvere Bedenken um das gute englische Geld, das da nutzlos vertan wird und doch nur die Irredenta der Irchen und den Haß der Araber bringt. Hier muß doch gefragt werden: Ist es Mr. Price bekannt, daß Engand in Palästina kraft eines Mandates ist? Kann Mr. Price die Smnme nennen, die England in Palästina investiert hat? Der Völkerbund hat der britischen Negierung den Auftrag erteilt, dein Mischen Volk bei der Aufrichtung seines nationalen Heims in Palästina behilflich zu sein und dies bis zu dem Zeitpunkte, wo das Mische Volk die Verwaltung selbst übernehmen kann. Ln diesem Auftrag findet sich nichts darüber, daß Palästina dem engilischen Reich einverleibt wird, was doch offenbar die politische Voraussetzung für die Entstehung irredentistischer Gelüste wäre. Der Völkerbund anertcuut /m diesem Mandat die historischen Bande, die das jüdische Volt mit Palästina verbinden, was für die Einrichtung eines Armenhauses etwas zu feierlich und zu viel wäre, Es ist klar, daß dieses Dtandat die Mische Gesamtheit als-politisches Subjekt, wenn auch vorläufig noch nicht großjährig, ansieht. Das jüdische Volk erkennt darin die Größe der Aufgabe, durch eine zu bildende Körperschaft in gemeinsamer Arbeit mit der britischen ÄraMstsbehörde, dem im Vertrag nur angedenteten. Zeitpunkt näher zu kommen. Der „politische Streich der Balfour-Deklaratton" hat damit nichts zu schaffen. Es lyaren tvahrschemlich höchst gewichtige politische Erwägungen, die im Krieg diesen historischen Brief des Außenministers peranlaßten. Aber sie sind in der Folge durch Beschluß des Völkerbundes in vollstem Umfang einem Rechtötitel verdichtet worden, der Eigentum des jüdischen Volkes ist und nicht mehr einseitig wogdekretiert werden kann. Wir haben die Verpflichtung — und haben uns immer dazu bekannt —, Geld und Menschen zu schaffen, um das nationale Heim aufzu- I bauen. Ob unser Geld langt, das wir erst seit fünf Jahren systematisch aufbringen, ob die Dienfchen dem Zweck entsprechen, die erst seit etwa einem Jahre systenwtisch einwandern, das hoffen wir. Wir kennen unsere Verantwortung vor der Mischen Gesamtheit, und wenn wir auch selbst empfinden, daß unsere Anstrengungen den Anforderungen der Geschichte nicht entsprechen, so wollen wir diese Mängel beseitigen. Eine Entscheidung allerdings, ob uns dies restlos gelingt, wird eine spätere historische Untersuchung erbringen. Wir wollen und können nicht prophezeihen und überlassen dies beruhigt der Phantasie des Korrespondenten der „Daily Mail". England bezahlt nicht einen Penny für Palästina. Zede englische Regierung erklärt im Unterhaus bei der allgemeinen Budgetdebatte, bei der Diskussion über den' Mrlitäretat und das Kolonialamt, daß der britische Steuerträger nichts zu den Lasten PaWinas zu zahlen hat. Und jeder Rechnungsabschluß des KolomalamteS 1 konstatiert bezüglich Palästinas, ixiß der britische Reichssäckel nicht belastet erscheint. Das Land erhält sich aus sich selbst, bringt aus seinen Stenern die Kosten für Verwaltung und öffentliche Sicherheit aus. Herr Price, der die Stimmung und die ln'rrschenden Tendenzen so genau kennt, wird vielleicht auch sagen können, aus welchen Schultern diese Lasten liegen. Wir glarcken, daß das Wort vom Armenhaus nicht standhalten wird, ebensowenig die Berufung auf das Spendenfystem, daS übrigens einen ganz anderen Sinn erhält, wenn Man statt Spenden, so wie wir das wollen, nationale Steuer fetzt. England hat seine Kolonisten in Südafrika, in Natal und artderwärts sehr kräftig unterstützt, mit Geld, mit den: vollen Politischen Einfluß seiner Staatsovgauisation. Wenn man will, ist das auch nichts anderes als ein Spcndensystem. Das jüdische Volk ist in diesem, wie wir zu geben wollen, nicht ganz richtigen Vergleich, das Mutterland, das nichts anderetun kann, als die Kolons vorzubereiten. Das jüdische Volk ist sich dessen gar wohl beüoußt, daß England als Vertreter des Völkerbundes Kompazrszent in dem BertragsverhAtnis ist. England hat das Mandat angestrebt und hat damit dien Vinn der Balfour-Deklaration politisch erfüllt. DaS schließt für England Verpachtungen in sich und wir sind nicht genemt anzunehmen, daß jemals ein« englische Regierung ihr Wort nicht halten würde. Englands Svstem fft fair Play. Was aber Mr. Price schreibt, was er rät und was er erreichen will, ist das Gegenteil davon... Mische Wahle« i» Preußen. Bon «rtfcmn Berliner Korrespondenten. rt. Berlin, 2. Fsbvtmr. Am 1. d. haben in Preußen zum erstell Male die Mähten zum preußischen LandeSvevband der jüdischen Gemeinden statltgcfunden. Wahlen ganz besonderer Art, wie sie «bisher unseres Wissens in keinem Lande da waren. Die LandeSversvmanlu-ng wird durch direkte, geheime Wahlen aller in Preußen wohllenden Juden, ohne Unterschied der StaatSzugehörrgkeit und des Geschbechtes, gelpählt; sie stellt allst) eine Art demokratischen Korygreß dar, der eine jüdische Gemeinschaft von fast 600.000 Seelen repräsentiert (nur die sehr kleine Grlvppe der agudistischen Trenmrngsorthodoxie ist nicht beteiligt, ähnlich wie bei der Astefach ha-uiwcharrm ln Evez Israel). Die Ausgaben des Landesverbandes sind wicht nur aste Maßnahmen zur Hebung des religiösen Lebens und Stauung der Gemeinden, sondern auch die Vertretung des preußischen Judentums »ach außen und Zusammenarbeit mit den Behörden in allen jüdischen Angelegenheiten. ES «st Aar, daß ein solcher Verband große Aufgaben für daS Judentum erfüllen könnte. Die «deutschen Zionisten haben das ZllstMldesommen deS Verbandes stets mit allen Kräften gefördert und haben ein Programm seiner Tätigkeit aufgöstellt, daß einer. solchen Gksamtm^mrisatüm würdig wäre. Sie fordern, daß der Verband' alle sozialen und kulturellen Angelegenheiten in die Hand nehme, vor allem die Fragen der Mischen sozialen Fürsorge, die Regelung der Möscheu Wanderung, daS Mische Erziehungswesen, die Zusammenarbeit mit Mischen Weltorganisationen, wie der WÄchrkfSkonsereug und der Jewish Agency. Die LanideSvevsamnttiung «bildet eine demokratische Körperschaft, durch die das deutsche Judentum beim Aufbau der 'nationalen Heimstätte m Palästina vertreten werden kann. Aber diese Forderungen der Zionisten werden heute noch «von den herrschenden «Schichten deS deutschen Judentums «bekämpft, die den neuen Verband streng auf Kchilla-Fvogen beschränken möchten und den Zusammenhang mit dein Gesamtjudentum ablehmn. . Statt die Gelegenheil einer Einheitsfront der deutschen Juden gegen den immer stärker werdenden Antisemitismus auszunützen, hat «der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, die assimilatorische Organisation, den Wahlkampf begonnen mit der Parole ,Mr deutsches Judentum — gegen den Zionismus"; es wurde den Zionisten vorgewovfen, daß sie keine guten deutschen Patrioten sirld, und statt um Mische Fragen zu kämpfen, hat man den ganzen Wahlkampf auf ein sehr häßliches Gebiet der Denull-iation Mischer Mitbürger abgeschoben. Das SchAmmste auf diesem Gebiet leistet der Verband nationäldeulscher Juden, der die Ziorrssten öfsenitlich als Franldlülge bezeichnst und so ton» sckbsn Standpunkt vertritt, wie die völkischen Züvtisamiten, die aste Juden als AuMnder betrachten möchten. Besonders scharf wird na-tüAich gegen die Qstsuden gehetzt, «wobei gerade unter den schlimmsten Hetzern Leute sind, deren Vochckhren selbst vor nicht langer Zeit aus dem Osten eingswandert waren. Es würde zu weit führen, die Ei,Geilheiten dieses widertvärti-gen Wahlkainpfes, der «das dsutsche Judentum nronatelaug in größter Erregung gchalten hat, hier wlederzugelben. Nur eines sei erwähnt, das noch in frischer Erinnerung ist: Am Bombend der Wahl; am 3t.- Jänner, erschien im „Berliner- Tageiblatt" in der Abendausgabe eine Zuschrift, worin behauptet wird, die Zionisten wollten die LarckeSversammlung zu einem Parlament umgestalwn, in tvelchem sie „in Anlehnung an das GesanUftwentum außerhalib Deudschlarids auf die politischen Geschicke des Deutschen Reiches einwirken wollen"; es heißt dort sogar, sie wollen die jüdische Lmckes«. versamntlunig an Stelle des deutschen Raichsta^es setzen; aus diesem Grunde mögen alle deutschen Juiden zur Wahl gehen und gegen die Zio»rlften stimmen. Diese Zuschrift, die ofseübar a»ls Kreisen des „Zentralveretnes" stannnt, ist ztveifchlos eure vieil schlinunere Wohlbondbe als der Sinowjetv-Bries bei den -letzten englischen Wahlen war. Das BeispiÄ zeigt oiber, mit welchen flrupMosen Mitteln dieser WahlAnnPf von Inden gegen Juden geführt wurde. 6. Frlirilnr tM. AM! Er mnßle v^'n -den Lil>erale» mit solchen Mitteln glSsthkt were-.-n: .>rnn sie tzabe« leiii positives jüdisches Programm; - die Masse ihr<-r WWer besteht aus völlig indifferente«, an tiioiMhn ptirgeic.^nheiten jibertzanpt nicht interessierten imd da«!)er auch gar nicht insovmnrn'n Leuten. Diese Leute wären niemals zu einer Möschen ÄLechl gegan-gen, wenn man sie nicht durch Ge,ft<nster aller Art in eine Pan'ikstiminuitg ver^ setzt hätte. Nienmnd zweifelt daran, «daß die Liberalen heute idMNcrisch die große Majorität des «deutschen Judentums darstellen. Aber sie haben kein jüdisches Prograin.in inid keine jildischt Aktivität, daher -sind sie keine wirkliche Kraft. Das R-efu'lta-t «der Wahlen «bedoutet einen wit-crivavtti-en Erfolg der jüdischen Ddikspartei (.unter diesem Namen ka-ndidierten die Zionisten znsannnen -mit rrahestchenden dmnokratische» Grupt'e»). Die PdRsPartei wird 31 Manda-te haben und damit ein Bi-ertel der gasamiten Lanidesvevsaininsi^la bilden. In Bertnr hat die Balksparkei von 63 Sitzen 16 erobert, die Liberalen Hecken 28, außerdent wurde auch ein Baole.-Zionist lder bekarmte ehemalige Mbgeordnete Dr. OsSac Cohn) gewählt, der Rest entfällt aus die sogenannte Mittel- Partei und die Konsevvatii>pen. Wenn man bedenkt, daß die Liberalen bisher die uub,'- schräMen Herren des dou«tschen Juden-imns waren und wenn man 4veiß, mit welchen Mitteln die Boilkspart'ei lbekäuvpfr tourde, so nruß »Kttt das Resultat als einen großen Erfolg bezeichnen. Aber wichtiger noch als «daS Ergebnis sind die Lchreu des Wahökampfes. Die Bolkspartei «hat mit ihrem positiven . Programm eine «ungeheure Rosonang gefunden und große Begeisterung geiweckt. Ihre BersanmÄnngen waren über füll i Der Wahlkampf hat sich als eine ausgezeichnete GÄogeichcil.. zu Zionistischer Propaganda «vtoiesen. Die Gegner mußten. sich Mn Kmnpfe stellen und mußten ihre ganze Leere enthüllen. Der Zionisnnts tvar das Zentrum des ganzen Kampfes. Die religiösen Parteien, Orchodoxe «und Liberale, die sich, ein Jahrhundert lang erbittert rm Donchschlland bekämpft halben, schlossen sich zusammen im Kämpf gegen den Zrorrismns, denn sie ft'ilhilen mit Siecht, daß von dieser Seite dem ganzen ncorscherc Gebäude des gedankenlosen Kehilla-Judentums (Gefahr droht. Der jüdische Libera«liSnvus fühlt heute seine Schwäche. Er sieht akren Verfall deS Judentums, den er mchl mehr meistern kann. Auße^rrdeMich interessant war unter diesem Alfpekt die letzte JahreAdcherons «der Bereinigung für das liberale Judentuinr. Im MitlÄpunkt dieser Tagunig starw das Problem der Ucbevwbndmlg des vel-igiösen JndtffeventiS- - mus. Die Liberalen Führer marßien otnschen, daß iihve Reformen keineswegs zn dom Ziel geführt halben, das die «besten Vorkämpfer des religiösen Libevatismus, die wirMch Idealisten und rchpekibackle PersÄnliichk«iten waren, angestrobt hatten: Erneuerung des religiösen Löbens durch Bofrotzmg von erstarrter Trcckition und durch Appell - «m bös reWKss -'- Gewissen; «sondern baß in Wirklichkeit diese Reformen nur der Beguvmllichkeit einer saturierten Bouvgeosie gedient haben, die sich gern von allen Festelm des Judentimrs bafvoite. Aitch unter den heutigeil Führern des Liberalismus erlkennen ge rade die Besten — und diese intereflante Evschednung zeigte ' sich boi der erwähnten Konserer^ —, daß nur eine Bosinnnn-g auf die historischen Zusammenhänge, also ein« Art jüdischen DollksgefühlS, dom Liberalismus wieder Mische Nahmng geben könnte. In dieser Hinsicht hat sicherlich der Zionismus' ' auch auf sein« Gegner gewaltig ömgewivkt. Und der letzte'' Wahlkicmrpf hat dazu beigetragen, weite Kreise des deutschen-" Judentums aufzuvütteln und zmn Mischen Bewußtsein zn'-' bringen. DaS Zitsammemnbeiten ön der Landespersammtlung ' wird zweifeMos auch Gelegenheit geibeir, die anderen. Pavte-icu jüdisch zu boeinflusten. Und so wird, tvenn die, verdammen^.- werten Auswüchse di««ses Wahlkampfes Veristen sind und wieder die Besinnung obnkchrt, sich ein großes Feld der Tätigkeit im deutschen Judentum eröffnen. Wettere Wahlresnttate. Berlin, 6. Februar. Das Endresultat der in Berlin durchaoführten Wahlen ptt Preußischen Landesverband jüdi- .. scher Gemeinden ist das folgende: Liberale 84.692 Stimmen, 28 Mandate; .Konservative 8766 Stimmen. 3 Mandate; jüdisch« Bolkspartei 14.401 Stbnmren, 1ü Man« butt; Poale-Zion 1716 Stimmen, 1 Mandat; religiöse Mittelpariei 4990 Stinnnen. 6 Atandliu-. Zusamen sirck ailso in Berlin 63 Repräsentanteir für den Bevbandstag gewählt. Auf alle Parteien entfällt ein mehr oder weniger großer S t i m m e n r e st, der für die AiMellung. der Landeskiste in Betracht fouwut. Die Mandatare der Landesliste für jede Wahlpartei tverden erst nach dem Bvch^gen de«, genaue»! Resultate aus allen Wahlkreisen durch die HaupttoaWcmmrisston bestimmt tverden. Aus der Provinz laufen die Rchcktate nur sehr laug-', sinn ein. In Breslau wurden abgvgeiben: für die Aßberalen 9399, für die KökvßervatLoen 8066, für die j ü o i s ch e Volk S - Partei Wvl Stimmen. Es sind gewählt: 0 Liberal'. 8 Korckewative, 2 Ziouisten In Frankfurt wurden 6 Liberale, 4 Mandatare der vereinigten Liste der Bolkspartei rmd der Konservativen gewählt. Für die Lkberalen wurden 8330, für die veroilriaten Konserpativen mck Z i v« i st e n 3417. für die Poalc Zian 169 Stiutmen abgegeben. In Aachen haben von 1090 Wahliber echt igten 6:it . liberal nick 119 Monistisch getvWt.?kn Essen wurden für die Liberalen 1367, für die jüdische Volkspartei 478, für die Poale-Zion 102 Stinnnen abgegeben. Ji: Elberfeld haben 586 Wähler lioberal, 289 zionistisch, 44 poale-ziorcistrsch gestimmt. In München-Gladbach stimmten 318 liberal, 108 zionistisch Aus Köln wird die Wahl von 4 .Liberallen und 3 Konervativen und Zioichten gemeldet. In der Rheinprovinz wurden 6780 Stimmen für die liberale Liste. 8711 Stinnnen für die vereinigte Liste der üdiischen Voltspartei und der Konservativen abgegeben. lÄeloählt wurden toahvscheinlich 6 wer 7 Liberale, 8 oder 4 Volksparteiler und Konservative. In Hessen-Nassau wurden, soweit miigeteillt, Fabrikant Steiniberg (Wiesbaden) imd RechtsauwM Doktor Katze,Oein (Cassel) qotvählt.