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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-06 · Heft 2142 (6.2.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2142 (6.2.1925)
Date
1925-02-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1PBI8II a0drO«CTI Wien: Zorn Abholen in der Expedition, 11. Taborstr. 1*3» oder in elnerVeraehleisatelle Srafflet monatl. K 5O.0CK rassonverkanf in Wie, durch die Kolportenre der Finna Goldschmied, 1. Bcz., Wonseile 11 MR Postrersand für Wien v - Gesten, monatl. K 50.06« Taebech o-Lloerakc« Mon. X22 lugoslawien Mon. Dinar 60. P o I e n: Mot» 4 Zloty, Deutschland. Men. Goldmark 4, Frankr., Belgien: Mon. Fres. 18 m (Preis R goool England: Mon.4 Schilling, Italien: Monatl. 18 ' ire, Rumänien Mon. 1/01 ei, Bulgarien Mon. ROJ-ewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fres. 5. Redaktion u. Administration Wien. II., Taborstr. 1-3 Telephone: 44*0-38,43*3*19, Ab6ühr ahd*. 21 -102.25*282 IX. Universltatsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) MP* NaebtabiaogCB *WW W PnlurkHInnrn «erhabaHa» Oesterreichisehes Postspar* kaaaen-Skonto Nr. 150,698 Sr. 2142 ffiien. Freitag. 8. Februar 1828 7. ^atirnona eefeart mb Der Staatsaylvalt gegen die parlamentarische UnterfnÄnng der Lammt- Wäre. — Haftenttaffnngsanttag für Narmat. — M Aries an de« sriiberen Reichskanzler Bauer. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeituyg". Berlin» Z. Fsbvuar. Die Staatsanwaltschaft Hat gegen die öffenWchsn Verhandlungen der parlame n tarisch e n U n ter su chu ngsaüs schüsse über die Barmat-Affäve Einspruch erhoben. In erster Linie richtet sich dieser Einspruch gegen den Untersuchungsausschuß des R e i ch s t a g e s, der «bisher verhältnismäßig - wenig Avbevt geleistet hat. . Die.Verteidiger der Brüder Barmai haben neuerlich .Haftentlastungsanträge singebvacht, da nach Ansicht der Ver- Ergnng die. Untersuchu-ng weder Kvedikhetvug noch Bestechung. ergehen hat.. Die Bestechungsoll aftgMich im Falle des ehemaligen. Postmiursters. H oe f t>c begangen worden sein, jedoch ist Hoefle im Laufe des Verfahrens, niemals afö Angeklagter, sonder nur als Zeuge vernommen worden. Dre /Entscheidung über. di« Häfte-mlastuingisä nträge fft in Krzester Zeit zu erwarten., Neue deutschuationule BeschuMiguMKim. pPAenÄr' v^ffsHr^^^Jugachs« ühO' «ämhafte U n ter st ü tz u n ge n,' die' Bar.ma t belannien ' Ml i t i sch tu'. Per sönlichk eiten habe zuDommen Lasten. ' - - v- , / Der stWeve Reichspostminister Dr..Hoefle (Zentrum) habe, behauptet das. Blatt, ans telegraphischem Wege durch die Böhmische Amonbank nach KarlsbÄ»?5.0 0 Dollar überwiesen -Wömmen,. Dr. Helbig 200.000 -Fianken. Dr. Hoefle halte bei der Deutschen.Merkurba«nL zwei Konti gehabt, ein ordentliches und ein ^'oonto ssparatum (Zentrumspartei). Auf jedes dieser Konti seien von der „Amexima" 60.000 Mart emgezahlt worden. - Der Tochter des ALgeordneteir Heil mann (Sozialdemokrat) wurden im Jahve 1922 die, Kosten ihres Ausent- 'halies in der Schweiz durch d'-e „A-mexima" bestritten. Auch Scher de mann, der Oberbürgermeister von Kaste.! habe sich im -Jahve 1923 seinen und seiner Gattin Doimnerausenthalt im Grand .Hotel in Z a n d voer t. wie das Blatt behauptet, für Rechnung der „Amexilna" sechs Wochen lang angenehm gemacht. , / Die Mörder Lee Stacks verhaftet. Detektivs als Beduinen verkleidet. London, 4. Februar. Aus Alexandrien wird gemeldet: Die beide» Mord er des Sirdar wurde» verhaftet. Sie wurden unter dramatischen UmstSnde« gefangen genommen. Sie wurden seit Tagen von englische» und ägyptischen Polizeibeamten beobachtet, und man gab ihnen Gelegenheit, verkleidet als Beduinen in einem Zug, der von Alexandrien zur tripolitanischen Grenze führ, zu entkommen. In diesem Zug befanden sich eine Anzahl Kriminalve-mte, die gleichfalls als Beduinen verkleidet waren. Als der Zug sich mitten in der Wüste befand, wurde er angehalten und von den bewaffneten Polizeibeamten durchsucht. Die Attentäter, die bewaffnet waren, wurden entwaffnet. Ile Wahlen in Aegypten. Zaghlul Pascha bei der Vorwahl unterlegen. Kairo, 4. Felbvuar. (Router.) Bei der Wahl als Delegierter für das Wahllollogium ist Zaghlul Pascha unterle g e n, lyas stdoch noch nicht bedeutet, daß er nicht zum Abgeordneten gewählt worden könnte. Boi dieser Wahlmänne rwahl — -in Aegypten wird mich dem indirekten Wahlsystem ins Parlament gewählt — fft Zaghlul mit einer Stimme in der Minderheit gehlieben. Auch die Führer der li berale n Partei, Iawat Pascha und Adly Pascha, sind bei der Wahlmännerwahl untevl.eg«en. Die Verteilung der Wahlmanner aus die einzelnen Parteien ist noch nicht gerrau hökanrtt; die nationalistische Partei ^Zaghluls beha-llptet, die Mehrheit erlangt zu haben. Herr Gradnaur, der sächsische Gesandte rn Bevlin, habe rm Jahre 1919 ein „Darlehen" von zirka 10 0 0 h ollä ndi s che n Gu ld« n von der ,/Amexima" empfangen, das später' auf dasUMstenkonto abgobucht würde - RegiteMUg'spvasiVent Dr? G r ü tz n e r rn Düsteldorf Habe bei Barmat im Jahve 1919 sin „Darl-chen" von 4 000-F rä n k e n gegen Mtlerlegung von Losen aufgenommen, die-ihm einige ^Mmche später zurückevstattei würden, ohne daß er die SWMbeglichen hätte.- Auch dieses Darlehen wurde von' der bÄAexima"- dann aus das Un- -kosieükonto/verbucht. ' ' ' Die. „tmtheptiscken AnfovWationen arrs höchsten Ärchrseln". . Der,Kakalanzeiger" veröffentlicht einen Brief B a rme t s E den: ftMePen Michskanzler B äu e r als Illustration; zu besten ‘ Erklärung, : erhabe -nie von - der' Firma rMnd UWH-L' Wnniäre - Vorteile, gehabtt In dem Pavese -■ v - MKrZHvtzr: ^Ws dech Sie W ersehen-Mietz^r,' daß Me noch 1207,66 Dol- Äe uM4W.700^Ma^. zü^ÄmmenHben.Dagegen^haben Ißk: 910 .l§olloMsche.^i^>b>en:’9tr;9»ieIJSdßdtitmietKr so daß Sie im ganzen 830P1 Dollar . und 1,915.700 Mar? zu bekommen haben. - Die - BernmtuMN, Äe Sie in. Ihrem Briefe vom 12. September, äussprechen, sind absoilüt unbegründet. Ebenso - unzutreffend.- sind die Angahen Ihres heutigen Briefes, wie sie aus dom Auszug ersehen Vynen. Die 0L5P r o z e nti.ge Umsatzprovis.ion fft feit dem 1. April durch 300 Mark monatlich ersetzt worden,' so daß-sie wicht mehr rn Betracht kommt. - Zinsen für die B e s ch a f f u n g d e s Sechsmil li a rde wk r ed i te s.haben Sie nicht zu beanspruchen, da Ihnen dafür etwa 2000 Dollar gezahlt, wurden." Wrr wollen ganz davon, schweigen, welche kolostalen Berlusie Sie Herrn Barmat durch Ihre authentischen In forma t i o n e n aus h ö ch st e n Krei se n zugesügt haben. Nolonel Kisch beim bEchm SrsaMw I» Waitzlusto«. Washittgtou, 3. Mvuär. (I. T. A.) Der gegenwärtig in AmeriLa weMnde Leiter des'- politischen Departments der Zionistischen. Exekutive in Jerusalem. Kobonel Frederick H. K i s ch, würde dieser Tage vom britischen Gesandten in der» Bereinigten Staaten, Sir Esme H o w a r d, empfangen. KÜlonel Kisch, schi'derte dem Gesandten den Fortschritt dvr Aufbauarbeit in Palästina. Koloml Kisch pflog auch oine Unterredung mit dem Oberpichter Louis D. B r a n d e i s, dem früheren Leiter der Zionilstischen Orgamsation in Amerika, und mit dem Unterstaatssekretär des -Jllnern in Washn^ton Prof. Elwood Meäd. Prof. Mead, der aus Kalifornien stammt, hat beitaunffich vor einiger Zeit Palästina besucht und eurer, fachmämnsch-en Bericht' Wer die l a n d w i r tschaft'liche Kolonisationsmöglichkeit in diesem Lande erstattet. Sein Gutachten fiel überaus giinstig aus. Kn SaMrM gegen Danzig? Berlin, 5. Februar. Die „Zei^ will aus Danzig erfahren haben, daß nach der Auffassung dortiger Kreise ein Handstreich gegen Danzig vorbereitet werde.' (Die Beranttvortung. für diese Meldung muß völlig der überaus trüben Quelle, aus der sie kommt — es ist das Stvesemann-Organ> das seit je im Osten zu zündolin versucht —5 überlassen werden. Die Red.) Eine neue Walze. —7. Wien, 6. Februar. In der Argumentation gegen den Zionismus hat es bisher zwei Doktrinen gegeben, die mit viel Eistr und wenig Logik verfochten wurden. Die eine besagte, daß der Zionismus nur ein.Schwindel fei unb daß die Juden gar nicht daran dächten, in Palästina zu arbeiten. wo sie doch die Börsen der ganzen Welt beherrschten. Die zweite geht dahin, daß die Zionisten eine Gefahr seien a) für die Araber, b) für das Christentum. Es ist bekannt, daß zwischen a und b inzwischen ein Junktim hergestellt worden ist, welches sich bei den Dezem'berverhandlungen oer Mandatskomnrission des Bökkerbundrates praktffch zeigte. Es ift nun eine dritte gefährliche Seite des Zionismus entdeckt worden, und zwar von dem .Herrn G. Ward Priee, der bezeichnenderweise Kriegskorrefpondenr des Londoner Sensationsblattes „Daily Mail" ist und als solcher die. Verpflichtung hat, über Großbritanniens Sicherheit zu wachen. Er sendet seinen Artikel aus Haifa und übevschreiibt seine Darlegungen, wie sich dies für einen geschulten Patrioten ziemt, mit dem sensationellen Titel „Der Palästinawahnsinn, eine treue . Last fstr Britannien". Die Ueberschrift ist, wie mau sieht, ein Programm, und zwar ein sehr handfestes. Ein solches Programm müßte sich , natürlich auf ebenso handfeste Beweisgründe stützen. Er, Price,. sagt affo, >v v&jj der.'-„künstliche zionistische Versuch", an -ein sich die brttffchL, ReAi-LvMlg rn. Palästina, noch betzUigt, sich <als . uÄMS' .-'erweMy^ wird. All die chst-ielle Gunst und die Vevschwenderlsche Untenstützung für die jüdischen Eiwvanderer - werden es diesen rac evmöyllichen, sich ohne PwteLtiou-von außen ^en, die arabische Mchrheit dnrchzußetzen. Die jüdischen Siedler bekennen, daß sie nur den Zeitpunkt ' abwarten, da m Pallöstina genug Juden ' Wohnen-werden, um sich Großbritannien m ent'-iehen und ' . die.Verwaltung in die eigenen Hände zu übernehmen. Selbst in den offiziellen zirmistischen Kreisen ergibt man . sich anscheinend dieser Illusion." Anscheinend. Ein anderer olls ein Kriegslorrespondent würde doch zögern,, eine Behauptung niederzuschreiben,. für die eben nur ein Anschein besteht, zumal er ja bereits die Aufruhrgesinnung der jüdischen Siedler schwarz auf weiß besitzt. Wie sie diese verrückten Pläne in die WiMlchkit umsetzen wollen, das verrät der Kriegskorrespondent nicht, obzwar er doch in solchen Dingen sicherlich einige Erfahrung besitzt. Es wird ihm wohl klar sein, daß eine derartige Revolution nur möglich ist, wenn sich das Land, der Ackerboden fest in der Hand einer national geschlossenen Bauernmehrheit befindet. Mr. Price beweist aber, wie wir gleich hören werden, daß es dazu nicht kommen wird. Palästina ist nur ein jüdisches Armenhaus. Dann wäre also das Bekenntnis der jüdischen SiMer leeres Bramarbasieren, daß höchstens als Kuriosum zu verzeichnen wäre. Hier kläfft also ein Widerspruch. Wir setzen Mr. Prioos Besorgniste deshalb ausführlicher her: „In den letzten sechs Icchren. seitdem wir in Palästina sind, sind mehr als 40.000 Juden wach Palästma , gekommen, um sich hier awzuisiedeLn. 50oO der neuen Einwanderer haben das Land wieder In den letzten Monaten ist die Einwanderung wieder gestiegen; ich erfuhr aus. einer offiziellen- Quelle aus Ievus-alam daß wöchentlich mindestens 600 Juden ins Land kommen. Diese Bewegung ist jedoch eine subveutionierte. keine natürliche. In den letzten vier Jahren haben die zionfftifcheu Oraanisationen die jüdische 'Siedlu-wa mit sechs Millionen Pfund finanziert. Weitere zwei Millionen Pfund wurden in Palästina von anderen Quellen investiert. Während der britische StouerzaUer die Lasten für die Polizei und die Ordnun-c, des Landes traat hat die palästinensische Berwalllnng zwei Millionen Pfund für Wer« und Eisenbahnen anSgegeibeu. Zchn Millionen Pfund wurden in vier Iabren für *m^and a"Saeae^en. welches nur halb so gwß ist wie Uorffhire. Nur 38.000 Juden hat^n davon Byrtei'l. Palästina ist Ackevbauland; die Juden sind aber keine Landwirte. Sie wohnen in den Städten, wo sie sich bemühen, die Jndnstrierr, die sie m ihrer altert Heimat, in Mitteleuropa, betrieben haben, auch hier einzufuhren. Dw Jaffavorstadt Del-Awiw, die im Jahre 1919 noch 2863 Einwohner zählte, beherbergte im Jahre 1924 21.000, Ein* wohner. Es existieren dort 38 kleinere Fabriken» 170 Warenhäuser. 83 Cafes und 43 Hotels und Restaurants. Palästina wtvd trotzdent kein sdiwttätVes Land werden: wenn auch ein Jude beim anderen Kandiszucker od^-r Marmelade kaust. Würde der Jude, ebenso wie der eingeborene Araber. ‘ fernen Unterhalt aus vom Boden ziehen körme», so wäre der Gedanke eines Wiederau?baues des Kö» Elches Israel nicht so phantastisch. Aber die in den Städten geborenen Einwanderer aus den deutschen und polnischetr Mattes werden me richtige Landwirte sein.

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