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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-03 · Heft 2139 (3.2.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2139 (3.2.1925)
Date
1925-02-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Wie«, Dienstag Nr. $m r- Menex Morstenzettr»««. * Rätselhastes verschwinden zweier Personen.. Die Zljiöhrige Aima Egger, wohnhaft m Favoriten; Wienerborgerstrahe S8, wird seit dem 1. d. unter rätselhaften Umstanden vwmitzt. Ihr Derlvbter Johann Heinzmann hat sie noch mit Abend bis jjumt Woihnhause begleitet. Sie sperrte das Tor im! drekvkevteL 11 Uhr mrf und trat ein. Hetnzmann entfernte sich erst, bis er das Mädchen in der im zweiten Stockwerke gelegenen Wohnung wähnte. Das Mädchen ift aber in der Nacht zu ihren Eltern nicht heimigskelhrt. Gestern früh hat u«m zwischen dom Keller und dem zweiten Stockwerk des Hauses einige Kleidungsstücke der Egger verstreut aufaefunden, die aber von Parteien, die noch drelvierm 11 Uhr kamen, «och nicht wahrgenmnmen worden waren. Bon der Egger fehlt jede Spur. — Noch einer im Sicherheitsbureou erstatteten Anzeige ist d«c Beamte der Remscherder Sagen- und Werltzongsabrik Kühler u. Stotzberg. der AMirige Kartl Himml. bei dcn Wem. 13. Dez., RosaSgasse 9 wohnhaft, seit Mitte vorigen Monats vernntzt. Hdnm!l war am 11 d als Reisen« rer der Firma auf eine Tour gefahren, die auf sechs Wochen berechnet war und ihn durch Oberöfter reich und Salzburg führen sollte. Am 18. vorigen MonatS ist die letzte Nachrich» von seiner Hand an di« Firma aus Steyr eiiygelrufen. * Ledige Mütter. Am 31. vorigen Monats starb rm Spital eine Stsährrge HauSgchWfin aus Floridsdorf. Sie war tags zuvor mit einer Lungenentzündung ins Spital gebracht worden. Die im Spital vovgowommsne Oeffimng der Leime ct'flab Sepsis mit dem Verdacht auf eine Fehkgwurt. — Die ^jährige HauSgehAsin Josefine B l a s ch e f wird des Kindes« mordcs beschuldigt. Sie gebraucht Ausreden und behauptet auch, daß sie ein totes Kmd zur Welt gebracht hat. — Am d. früh wurde im Klosett des Hotels „Weißer Hahn" 9. Bez., Mosevgasse 5, die Deiche eines ausgetvagenen Mädchens gefunden. Nach den Erhebungen ist die Entbindung nicht um .Klosett erfolgt. * von einem Einbrecher angeschossen. In Graz wurde der Wjährige Fabrikant Franz.Hauschmann von einem Einbvcwer, den er in seinem Hause überraschte, durch einen Nevolverschuß schwer verletzt. Der Täter ist unbekannt. Vereine. Bortrikge und Versammlungen. Zionistische Sektion VI—VIII Heute, präzise Uhr abends. 8. Bez., Bennoplatz 1. Maler Wilh. Wachtel: Palästinaeindrücke eines Künstlers. Im Bortragssaale werden die in Palästina geschaffenen Zeichnungen und Gemälde ausgestellt. * Kulturgruppe der zionistischen Bezkrkssektion S. Unter Lorsitz deS Herrn Dr. Jakob Weiner wurden die Sportvereine Kadimah, Achduth und Hakadur zu einer Kulturgruppe der Bezirkssektion 9 zusammengeschlossen.' Jeden Freitag werden Seminare durch Herrn Dr. Jakob Weiner über jüdische und zionistische. Fragen abgehalten. Gäste willkommeu. Neuer Frauenklub.. 1. Bez., Tauchlauben 11. Heute, präzise \8 Uhr abends, Vortragszyklus Dr. Else H o f m a « »r „Paris V (mit Lichtbildern) mit Unterstähung der BundesministeriumS für Unterricht. Karten an der Abendkasse. Bühne und Kunst. »Sie Herzogin von Aba." Kammerspiele. Schade, daß dieser Vrerakter der Herren Rudolf Lothar und O. R i t t e r - W i n t e r ft e i n kein Einakter ist. Der langweÄige und langwierige Abend könnte ein famoses Amüsement für ein kurze Stunde ergeben. Die Geschichte, wie es durch ein erotisches Ränckespiel glückt, die Flucht Napoleons von der Insel Ekba zn bewerkstelligen, ist wihöa. Der Spezereckvarenhändler und StadHauptmann, der darüber yit wachen hat, daß der Kopse nicht ckbpastht und Europa nouer'Uch in Brand setzt, wird in der kritischen Nacht durch die anackv liche Zofe MpoleonS beschäftigt, feine hübsche, junge Gattin aber durch Zuisicherung des Herzogstitels bewogen, dem großen Napoleon für dtelse Nacht Bettysfährtür zu sein. Der Herr Stadt haupttmmn läßt sich willig Hörner anssehen. Drei Fliegen mit einem Schlag: Herzogswürde, eine Rächt bei der rundlichen Zolfe und keine Sorge um Napoleon, der doch während dieser Nacht ,M sicheren .Händen" sein wird. Statt des Kaisers kam ein Ersatzmann in das Bett der ^Herzogin von GVba". MS dev Movgen graute, war Napoleon verduftet, der Herr Stadchaupttnann hat einen Katzenjamnrer und seine gefoppte Frau sst empört darüber, daß sich der immerhin an sehnliche Strohmann in ihrer nnnrittMavsten Nähe so «n tadelög verhalten kounte. Frau Luise Kar tausch gibt die Hauptrolle nur geringe Möglichkeit, ihre Kunst zu zeigen und chre Künste zu üben. Man muß sich mit einigen allerdings gang köstlichen AuyvnAicken begnügen. Voll Verdienst das übrige Ensemible, allen voran die Herren Karlweitz und Jenisen. Es war eine jener Premieren, da welchen, für den vrr dutzten Ahnungslosen unerwartet, nach dem letzten Fallen des Vorhanges eine intime Feier oi«setzt n«d sich — wi< das schöne Wort lautet — „die Sgene zu einen Mnmenhain verwandett". O. A. A« de» Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, »Stimmen aus dem Dunkel". Akademietheater. Morgen, ff,6 Uhr, »Bor dem Sündenfall" von Marco Broctner. V o l k 8 o p e r. Heute „Madame Butterfly". Morgen absolviert Jenny Jungbauer vom Hamburger Stadttheater ein Gastspiel als Lady Harrtet in .Marth a". Deutscher BolkStheater. Tula D u r i e u x spielt morgen und Samstag in »Franziska", Freitag in „Lady Fanny »nd die Dtenstbotenfrage". Theater in der Josef st a d t. Morgen Erstaufführung von Shakespeares „S o m m e r n a ch t s t r a u m" mit Charlotte A n d e r, die in der Rolle der Hermia ihr Engagement antritt. Sonntag, 12 Uhr mittags, Tanzmattnee Eve G e r v a l. Lustspteltheater. Heute, ff,8 Uhr abends, Premiere des amerikanischen KinodrmnaS »Die letzte Warnung" von Thomas F. F a l l o n. Zucktrmamr-Gedenkseier. AnläWich des 1V. Todestages HiM» Zuckermanns veranstaltet der Verein zionistischer Hochschuler Theodor Her^l sine Gedenkfeier, tvelch? am 8. d. im Kleinen Konzevtihanssaale statts-indet. Es wirken mit: Frau Lilli M a r b e r g (Burgtheater), Herr Willi M e u m ä n n- Nördlingen' uröd das Holzbläserquintett der Staatsoper. Gedenkworte spricht Herr Dr. Otto Abeles, der Herausgeber der Gedichte Zuckermanns. Freunde und Verehrer Zuckermanns können Karlen gegen einen Regiob'eitrag von. 38.000 K. in den Vereinigten zionistischen Bureaus, 1. Boz., Kärntneostraße 38, erhallten. Der Plakatwettbewerb des Nationalfonds. Aus Berlin wird berichtet: Am 26. Jänner har dös Preisoichterkolloaium im Plakatwettböwerb des Keren Kafemech in Jerusalem seine Entscheidung getroffen. Es wa-ven 96 Entwürfe einge- Simon Kosiner. Gemischte Warenhandlang. Bon Egon Erwin Kisch. -Bon der Dummheit des Kaufmanns Simon Kosiner in Unhoscht sind noch heute w ganz Böhmen Viole Geschichlien im Umlauf, die alle mit der Phrase begMnen: „Wenn einmal ein Juid' blöd ist . . Man bann sich also denken, daß in den Achtzigesjahren seine Dummheit im Kladuoer Bezirk erst recht populär gewesen sein mutz und daß sich Herr. Gustav Dub, genannt ,?>er Roite", schon im voraus die Hände rieb, als er erfuhr, das Geleise der projektierten Prag—Buschtiehrader Eisenbahn tvevde auch über das Grundstück Schnne Kosiners in Unhoscht gehem Ja wer die glänzenden Verbindungen Gustav DM kannte — und wer kaninte sie nicht! — hätte direkt bennuiten können, daß er selbst die Ingenieure bewogen habe, die Strecke dorthin zu leiton. Diese Kombination wäre jedoch falsch, deirn hätte der roite Dub seine eben geriebenen Hänlde im Spiele gehabt, hätte er genau an der Stelle, wo jetzt! Simon || flAIII |)V Oemischte Warenhandlung Simon IlUuillili 5tkeLenL zbo2i ftoiinb siäjerlich das Bahnhofsgebäulde errichten lassen. So aber hatte er bloß aus dein (streng geheimen) Projekte ersehen, daß der zukünftige Schienonstmng eine Ecke des Kosiuerscheir Hauses streifen werde, ja nicht einmal des Hauses, sondern nur des Hofes, etwa zehn Meter tm Geviert. Znrmerhin würde die Eisenbahngesellschast ihm, dom Herr» Gustav Dub der brillante Beziehungen hatte, fünfhundert Gülden ö. W. dafür be'ohbrn, wahrend er dom dummen Schi me das Stückchen Boden um HLMtens ztvei» hundert abznknöpfen hoffte. Dub eskomptierte der! Gewinn von dreihundert Gulden, indem er sich die Hände rieb. . Begab sich auf di- Reise, sprach bei Bauern m Rusyn, Hoftrwitz und Ienetsch vor. erstand von ihnen komisch konlurierte Ausschnitte ihrer Grundstücke („mit dem Plane m der Hand, kauft man sich das ganze Land," pflegte er zu sagen) und kam am Abend nach Unhoscht. Die Gemischte Wawenhandlunü Simon Äosiners war schon geWojftn, jio daß Dub durch die Haustüve in die Wohimng eintveten umßte. „Mein Mann ist im Gewölb' und schreibt," sagte Frau Kosiner, „kommen Sie, bitte, morgen wieder. Bei der Arbeit darf ihn niemand stören" Das stimmte. Allabendlich nach dom Nachtmahl erhob sich Schime Kosiner und ging ins „GüwAb", den Laden, wo er sich ei'Nschloß, um am StehpM zu schroibon. .Fm Wohnzimmer mußte von da ab vollkommene Ruhe herrschen, danrtt kein Ton gu ihm dringe. Auch gab es Vichts auf der Welt, das jomauden berechttgt hatte, ihn bei der Arbeit zu stören. Was aber arbeitete er? Zu seinen Lebzeiten hat das nionrand erfahren. Selbst seine Familienangehörigen wußten nur, daß er ganze Rietze feinen Ministevpapiars beschrieb.und Unmengen von R-Federn und Ka'iserbinte verbrauche, und 'daß er die beschriobenen Bogen in ein Schübfach verschloß, zu dem nicht einmal seine Fvau einen Schlüssel besaß. Ueber das, was er zu Papier brachte, machte er nur geheimnisvolle Andeutungen, zum Beispiel, indenr er die Unterlippe bedeutungsvoll vorschob und nachdenklich langsam seinen Lieblrngssatz anSspvach: „Philwsophie ist eine große Sach' .. ." So ließ er ahnen, daß e>r ein denkeriches System verfass«. Erst nach seinem Plötzlichen Tode wurde auch das Gchsmrsach geöffnet, und man fatttb auf Hunderten von Bogen nichts lveiter als Mschriften der.Hevneschen „Loröley", manche in gvohen Schr'rftKgen, manche in ganz kleiuen. aber imnrer mit tief verschnörkelten Ansangsbuchstabelr; beson'dors die Windungen des I, mit dem das Gedicht beginnt, waren oben und unten acht-- bis zehnmal metnandcrgeringolt. Unter jeder Mschrisi des Gedichtes stand der Name des Autors, „Simon Kosiner, Unhoscht, Pvst Kladno". Seinen Namen schien er überhaupt sehr zu lieben: an tausend Bogen, bvödorsoi-tbg beschrieben, wiesen nichts anderes auf. <M das Autogramm; es gab das Sinwn Koftners in SteÄchrift, Simon Kosiners in Aegeschvlft, Smvon Kosiners in Kursiv und m Fvaktuv, NanwnsAÜge ohne OrtsbezeichnnW und solche mit OrtSbezeichimng (Unhoscht), ohne Arrgabe der nächsten Poststelle rvnd fotche mit dem auÄrrüMchen Bemwrk „Post Kladno". Sicherlich iväre dieser Charakter dev allabendlichen GvisWStätigrebt Schime Kosiners anch nach seinen» Tode Geheim-, rrrs geblieben, tvenn die Hinterbttebeneu sich nicht entschlösse» hatten, den ganzen schriftstellerischen Ltachlatz als Makulatur zu verkaufen, wodurch es geschah, daß man jahrelang im weiten Umkreis Win Otmützer Quargel und keine Düte RocksMoPS kauM korWe, ohne an Mm« .-eoruar sair« o la».fen. Die Juri) beschwß. dic Kulk >>l,sa,nnrenzulvaeu. erhielten: Dr. Erich Br n u c v, BcrNu Lichte,chev^, und Sw.q- Nadioprogramm: Dienstag den 3. Februar. 9 Uhr: Markbericht. — il b,s 1 Uhr r K o ii z e r t S i! v i n g. - 1 Uhr b Min.: Uraniazeit. — 1 Uhr 20 Min i Wetteraniaze. — ff,4 Uhr: Wiener Börse. — 4 bis 5 Ubr: N a ch m i t t a g s k o n z e r t. — -» ö -iS 6 Ubr: M ä r ch e n e r z ä h l u n g. — 6 bis ff,8 Uhr: Altung arischeNationalmusik. -- 8 bis 9 Uhr: Konzert Haupt. — 9 Uhr: H eite r e r Ä b e n d des Wiener Burgtheaters. Gerichtssaal. Die Geschäft« der Monarchisten Rcchradola. Bor dein Bezirksgerichte Fünfhaus sLandesaerichtSvat Dr. Schesy) stand kürzlich der Äjcchrige Iosif Nechradola, chsmals in freiwilligen Diensten der monarchistischen Parte, stehend (jetzt nach seinen Angaben Musiker), imr sich wegen Veruntreuungen an der genannten Partes zu verantworten. Er soll von dem Parteiführer, vom chomattgen BezirSshauPtmainr Otto Dahmen Dottäge von 100.000 bis 160.000 K. erhalten haben, um diesÄben als Angaben für BersammilungSsÄe zu erlegen. Der AngÄlagtr hat aber diese Betrage für sich be- Mten. Am Tage der prosektierten Versammlung wurde vom „Auge Gottes" an die Partei telephoniert, ob auf den Saal überhaupt rofloktierr werde, da bisnun für denselben oine Angabe nicht goleistet worden fei. So kam die Sache aus. Ter Angeklagte gab aus Befragen des Richters an, daß er seine ganze Zeit in den Dienst der monarchistischen Pavtoi m«ntgAMch gestellt halbe. Er bezog bloß Svesenvergütung e n und Provisionen für gewisse Geschäfte. Er sei damals in Not gewesen und habe das Geld für sich verwendet. §ine Schädigungsabsicht sei ihm ferne gelegen da er das Äb ersetzen wollte. Im übrigen habe rhm Herr Dr. Alb in Sch a g e r ausdrücklich erklärt, die Panei erachte sich nicht als geschädigt und stelle keine Ersatzansprüche Der als Zeuge vernommene Bezirkshaupttnann Dahmen bezeichnete Nechradola als Faktotum der Partei. Der Führer der Partei, der ehemalige SÄtionschef Dr. Akbin Schager, sagte ans, daß die Partei sich uicht als geschädigt erachte. Der Richter, verurteilte den Angeklagten, der beretts vorbestraft ist, zu einer Arreststrafe von acht Tagen, wogegen dieser die B c r u f u u g anmeldetc. Selbstmord aus Furcht vor einer Borladuna als Zeuae. Der Kaufmann Josef F.. der wegen Detrugsverdachtes sechs Pwnate in landesgerichtlicher Un-tersuchung stand und gogen Kaution aus freien Fuß gesetzt wurde, bekam am 26. Jänner eine pMzeÄtche Vorladung. Die Untersuchung gogen ihn ging weiter und der Untersuchungsrichter hatte drakonische Maßnahmen gegen ihn angedeutet. F>, der glaubte, daß es sich um einen neuerlichen Haftbefehl handle, ging in höchster Aufregung zu seinem Anwalt. Dieser gab vhm den Rat, der Vorladung Folge zu leisten. Der Kaufmann ging Äber nicht zur Polizei, soridern schrieb an seine Frau einen AibschiedSbriof, in dem er seine Unschuld beteuerte und ne bat. für die Kinder zu sorgen. Er müsse, da die Peitsche des Landesgerichtes noch immer über sein«» Haupte schwebe, Selbstmord begehen. Seither schlt jede Spur von ihm. Der Verteidiger des F. stellte fest, daß es sich wm eine Zeugenvorladung in einer zivilrechtlichen Angswgen'hoit handelte und keine neuerliche Verhaftung bovovstctrG. ' ' Kosiner, Unhoscht, erinnert zü werden wnid an evn Äirävchen aus uralten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn. Mer Düb der Roite hat schon zu Lebzeiten Schime Kosiners nicht an'den Wert von dessen drtnHlicher Nachtarbeit geglauht, nub fo ließ er sich durchaus nicht auf den nächsten Tag bestellen, als er damals mit dem Streckenplan der projektlerten Bnfchttehrader Eisenha-Hn nach Unhpscht kam, um einen Winkel des Hühtverhofes im Maximailwerte van fünfhundert' Güldiesi zu, kaufen. So.oft und so laut wiederholte er. seinen Mmnsch noch honte nrit dem Chef des Kosine-rschen Hauses sprechen zu müssen, bis Schime das bogannette Maimskript seines Gedichtes „Loreley" m die Ärde verschloß rmd die Tür seines geisttgeu Laboratoriums öffnete. Er ließ den Gast rn das GewM« ointveten. ,Lch lvvll inich Hier ankansen," . bogimrt Herr Dub, weil Sie als der gescheiteste Mensch in der ganzon Gegend bekannt sind, Herr Kosiner, möchte ich mir vorher Ihren Rat holen." . . „Fvagon Sie nur." Schime ist nicht im geringsten geschtztteichelt: es ist ihm seMstvevstonidlich. daß er als. der gescheiteste Moensch der^ ganzen Gegend bekannt sei. Herr Dub tritt zum Ladenfenster, das mir Säcken voll Niehl, Grieß und getrockneten Feigen vollgostopst ist, -und blickt in die Landschaft hinaus. Die Lust ist Uhl und es dunkelt. „Da droben möchte ich mir ein Häusel bauen. Wem gehört das Feld?" „Das gehört dem Bauer Bejvoda — der wird es ohne wotteres abgeben. Felder hat er zu viel und Geld hat «r 'u wenig. Sie müssen es chm nur bezahlen." ,Ma, ich verstehe .Herr Kosiner: ich mutz es ihm nur LogMen. Sehr gut gejagt! Wen» ich es ihm bezahle, so verkauft er es mir, wenn ich es iifjun nicht bezahle, so verkauft er e» mir nicht." „Ganz richtig. Wenn Sie es chm nicht >bezahlen, so lvich er es Zthnen nicht verkaufen." Herr Düb nickt lebhaft: „Und loieviel kann der Vefvoda für das Feld verlangen, wenn er cs überhaupt abgiA?" „Je mehr Geld Sie ihm geben werden, desto sicherer wird er es verkaufen, sage ich Ihnen, ich, Simon Kosiner aus Unhoscht." „So, so. Sehr mteressant! Es roar doch gut, daß ich mich an Sie gewendet habe." (Fortsetzung folgt.)

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