Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2139 (3.2.1925)
- Date
- 1925-02-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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. dem I_Men. DknSkag ledtgttch mittels Älunrininmpiliveiv Der praktische Wert der ErfLndung liegt vor allem torin, dass das Almninnnn viele O?chde zu Metallen reduziert, und zioar unter Entwicklnna großer ^Wärmemengen: die Ncduttion schreitet von selbst fort", tvenil sie einmal eingeleitet wurde; dies erfolgt durch „Zündkirschen" (Magm-mmband und Verbindungen, die leicht Saner^!t»7s abacbcn, z. B. Kaliumchlorat). Erst die Aluminothermie gestattete die Herstellung reiner, vollständig kohlenstoffreicr Metalle kin-«blondere Eisen. Chronr. Maiigan). Was di« Mrvminotf*crmiv' für die metallverarbeitende Industrie bedeutet, braucht nickt erst ausgesÄhrt zu lverden; z. B. werden durch dieses Bersahron Eisenbahnschienen geschweißt, Eiscnbol-en mit Leich Hitfcu weißglüherLd gemacht; das Chrom hat seine Bedeutung rrst seit dem Bekamt ttverden der Golüschmrdtschen Erfindung erlangt (Ende des vorigen Jahrhunderts). früher konnten nur kleine Mengen dieses Elementes aufgearbeitet werden. Ein heworragerrder Physiker — übrigens auch o b c! B reisträger für Physik — fft Gabriel Lippmann «ard. in Luxemburg), der hier wegen seines ausgegeich- -eten photochemischen Verfahrens angeführt sei. Wer je mit der Eisenbahn fuhr und zur Waggonbeleuchtung ausschante, las ans den Lamvensassungen den Namen des Großindustriellen Julius Pintsch. Im Jahre 1867 glückte ihm eine bedeutsame Erfinoung. die sofort von den Eisenbahnverwaltungen a>rfgegrfffe>n wurde. 1876 führte Pintsch auch die S ch is sah r t se i ch e n mit Gas ein. Prof. Laflar-Cohn ist vor allem durch seine popuLrwissenschaftlichen Bücher und Bortrage weit Liber die Grenzen Deutschlands bekannt worden. Sein verbreitetstes Werk ist „Die Chemie ün täglichen Leben"; es wurde auch ins Hebräische, Englische. Estnische, Finnische, Französche, Italienische, Polnische, Porlugiosische, Russische, Schwedische, Serbische, Slowenische,?vanrsche und Tschechische übersetzt; ferner wurde es in die deutsche Blindenschrift übertragen. (In New-Borker Schulen wird eine deutsche Ausgabe des Buches, mit englischen Anmerkungen versehen, als deutsches Lesebuch im Sprachunterricht benützt.) Seine Verbreitung verdankt das Wert dem Umstand, daß es in leichtfaßlicher Form die wichtigsten Ergebnisse der angewandten Chemie darstellt. Lassar-Cohn wurde ISA) zu Hamburg geboren; im Vorjahre starb er. Zu den bedeutendsten Chemikern der letzten Jahrzehnte zählt Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Phil, «t meb. Otto Wallach, dem ün Jahre 1910 der Nobel-Preis vergehen wurde. Seme Forschungen über die Terpene und Kampfer haben die Eigenschaften eines großen und wichtigen Teiles der Chemie klargelegt. Terpene findet sich besonders in Koniferen- und Citrus-Arten; unter anderem zählt dosEucalypten — aus Eukalyplusbäumen — hlehor. Die meisten Terpene und Kampfer sind Gemische isomerer Verbindungen. Die Trenn ungsMethoden sind ziemlich schwierig;. eine der besten stammt von Wallach. (.^Kristoüisation-sdovftchren.^ Zieinlich vergessen ist heute Hermann Julius GrSneberg,?in Industrieller, der — 18S7 zu Stettin geboren — im Iah« 1877 einen . ausgezeichneten Destillierapparat konstruierte, mit dessen Hilfe es möglich wurde, Gaswasser koni i n u i e rll i ch auf Ammoniak zu verarbeiten. Grüneberg hatte ursprünglich Pharmazie studiert, widmete sich aber baL> naturwisienschafttichen Disziplinen. Das bekannte „amerikanische" Verfahren der B l e i w e i ßgewinnvng ist eigentlich"" eine Erfindung des jungen Grünebevg; de« Amerikanern kommt lediglich das Verdienst zu, seinen ArbeitSgang verbessert zu haben. 1858 gründete er eine chemische Fabrik bei Deutz und 'bald darauf eine -wette in Staßfurt, in der vor allem Chkorkalinm hergeistellt wurde. Semem Forschergeist gelang es nun auch aus diesem Ehlorckalium und dem in großen Mengen in der Natur vorkommenden Magnestumsulsat das wertvollere Kal iu msalsat auf einfachem Wege herzustellen. Die sehr bekannte Methode der Pottafch «(I^rmnEarbonat)-Darstellung aus Käliumsulfat geht — in ihrer Anwendung in der Praxis — auf Grüneberg zurück. Schließlich machte er sich um die Einführung der Düngersalze m die Landwirtschaft verdient. Den Nobel-PreiS für Medizin erhickt 1908 Prof. Paul Ehrlich für di« Erfindung des SalvarsanS, des ersten und besten Präparats zur Bekämpfung der Syphilis. (Salversan ** ,Ehrlich--Hata-606" --- 33' Diamino 44' Dioxtzarsenobenzoldichlorhydrat » H CI NH, C, H, (OH). Ast As C,H3 (OH) NH, HO — dies für Liebhaber chemischer Formeln! Hata war Ehrlich- Mitarbeiter. „606* besagt, daß das Salversan nach dem 606. Versuch gefunden wurde; eist ei« „Orgcmoinetall* — genauer: rin Organometalloid.) * Palästina« xknrston des Arltver-andeS der i jüdischen Studenten. Die österreichische Kommission für die PcMtinaexkursion teilt mit, daß die AnmMefrlst für die Exkursion vis zum 18. d. verlängert wird. Rach diesem Termin werden Anmeldungen nicht mehr entgegengmommen. Die Teilnehmer an der Exkursion werden sich an de« drei Tage dauernden Feierlichkeiten anläßlich der Eröffnung der Jerusalemer Uni vovsität (1. bis 3. April) beteiligen. Bis jetzt beträgt die Zahl der Teilnehmer aus 18 Ländern 200. Auskünfte sowie Anmeldungen rar Jüdischen Hochschulausschuß bei Herrn Gelber täglich von 1 bis 2 sowie bei Herrn Schereschewski in: Reiseh-iireau Conti nent täglich von 9 bis 18 Mr, _ Wiener Movstenzettunft. 3er zweite r-destag Mar Rordaus. Die Fei« der russischen zionistischen Akademiker in Men. Sonntag fand im Fsstsaal des Hotel Continental aus Anlaß des zweiten Todestages Max Nordaus eine Gebenkfoicr statt, di« von dem Verband zionistischer Akademi kcr aus Rußland Hechawer veranstaltot wurde und einen würdigen, vi.ndr-uckSvoll-c.il Verlaus nahm. Na-menS der veransta>^>teNden Korporation begrüßte .Herr Benjamin A k z i u die Erschienenen, welche den Saal dicht füllten, und ersuchte den Delegierten des Zionistischen Landc'skonritees, Herrn Dr. Defider Friedmann, den Vorsitz zu übernehmen. Herr Dr. Friedmann dankte den russischen zionistischen Studenten namens der Avonvstischen LandeSloitung für die Beranstaltmrg dieser Feier und erteilte zur Gedenkrede Herrn Dr. Otto AbeleS das Wort, der unter anderem auHführte: Mut war das Signum dieses starke,r, unsentvmentalen. gottlob urvschmiegfanren Gor-ftes. Der befahl ihm in den Zeiten tiefer jüdischer Erniedrigung und im Menschenalter der jüdischen Felonie, die jüdische Schande aufzuzaigen. Er selbst hatte sie in seiner Jugend miigenracht. Er hieß Südfeld und nannte sich Nordau. Süd-Feld klingt ebenso schön wie Novd-Au. Es ivar eben die Zeit, da auch die besten Geister jede Erinnerung an ihre jüdische Abstammung zu verwischen suchten. Jugendeindrücke und Jugendschuld teilten ihm, als er sich Herzl angeschlossen chatte, die Aufgabe zu, den: Juden tun, der AssvmilationKperiode den Spiegel vor- Kuhalten. In einer seiner ersten zionistischen Schriften erklärte er den Zionismus als eine PoMsche. tvirtschasÄiche, sittengeschichMche, soziologische Bewegn-ng. Sie als si tte ngeschichtlich« zu behandeln, Mob ihm Vorbehalten. Er formte den Satz: „Die Ju-dennot hat zlvei Fronten, eine sachliche und eine sittliche." Er, der nüchterne, durchaus fachliche Mann, entschloß sich, an der letzteren zu kämpfen. Keiner wie er hatte-die Kraft des Mutes, zu bekennen, wie krank das Judentum geworden ist. Er ging unter sein Volk und richtete es: Goldfüchse 'heraus! Das ist eure jüdische Volkspolitik." So brandmarkte er in den Jahren der Pogromkatastrophen die ifraelitische Wohktätevei. Wo Mannhastigkeit und Treue, tvo jüdische Sittlichkeit versagte, dort stellte, zur rechten Zeit, Max Nordaus ehernes Mort sich ein. Weil er stimm eigenen Volke da's Spiegelbild zeigte, hatte keiner, wie er, die Kraft, die Judenfeinde anzuiklagen. Man muß ferner ermessen, welcher Mut dazu gehörte, in jenen Jahren, da nns Zionisten die jüdischen Gegmr sörmtich den gelben Meck arche-steten, vor aller Oeffentbichkett ststzustellen, daß uns das gute Enropäertnm nicht aus brüderlichem Gefühl, sondern auS Pringipien«- reiterei ernanzipiert habe. Man hat Nordcnv voryewovstn, daß er im Negativen verankert Aieh, die großen jüdischen Werte nicht kenne oder verkenne. Gewiß konnte er nicht produLtiv sein wie Achad Hao>m oder Dhajes. die von der jüdischen Kultur des Ostens inkarniert, erfüllt sind. Aber je weiter wir uns von den Jahren des Bannes entstvmn, um st ftluchtbaver erscheint uns stin Werk der Anklage und Kritik. Er tat nicht wenig: Er hat die öuft gereinigt. Es war auch Diebe, Arrnedveiten in dieser Arbeit. Wenn rnan di« Stolle stiner ersten Kongveßvede liest, die der sittlichen Jnbennot gilt, hört «man «inen starken Mann heimlich, aber heiß in sich hineinweinen. , Darf man übrigens «me Kritik unproduktiv nennen, wenn der Kritiker der Schöpfer des Baseler Programmes wurde? Der Redner schAdevt dann Nordaus Mrücken vonr offiziellen Zionismus in seinen letzten Lebensjahren. Für den Weggenossen HerM war di« Balstur-Deklaration zu wenig. Der alite Lowe wandte sich ab, weil er weit mehr forderte als das war, womit sich dos Mische Volk bescheiden mußte. Die Gedenkrede schloß mit den Worten: ,-Unser Nordau! Wie leuchtete uns Studenten von damM die Klänge seines Wortes! Wie war er uns ein Hort im Gewimmel der kläiffenden „Auch- und Bauchjuden", wie haben uns doch strne breiten Schultern ein« Gasse genwcht. An ihn zu den'ken, macht uns jung, wie di« Erinnerung an ein bvaust-ndes Lied der Jünglingsjahve." Nach einer Paust, die der Vorsitzende angeordnet hatte, damit «ine Sammlung für 'den N or d a u - G a r t e n de s Keren Kajemeth veranstaltet -werde, hielt Oberrabbtner Dr. Ehajeerne beMvkenSwerte Rode. Er sagte ungefähr folgendes: Nordau ist groß genug, daß man anläßlich einer ihm zu Ehren veranstalteten Feier sein Wesen und Wirken auch mit kritischem Auge b«trachten darf. Herzl war Künstler, Phantast, Romantiker. Nordau war Naturstrscher, Realist, «in messtrscharfer Geist. Dieses Divskuren-- paar stand im Bordergmnd der zionistischen Bewegung und man hätte erwartet, daß der Mann des Tatsächlichen, Max Nordau, die Politik führte und nicht Herzl, dem eher die Rolle zugetomm-en wäre, die von Nordau inattguriert« Politik zu befruchten. Aber das Umgekehrte geschah: Herzl wurde der Politiker und Nordau ist es nie gewesen. In den Tagebüchern Herz'ls ist der Name Nordaus nicht oft genannt. Denn Nordau hat i n d i e P o l i 1 i k d e r w e rdenden Zionismus zu keiner Zeit entscheidend ring eg rissen. Ihm kam lediglich di« Aufgabe zu, Hevzls Phantasie, die immer iyie>der neue Pläne hervotzbrachte, zu zügeln und Herzl manch« Tür zu öfswn. die den: weltbekannten Nordau zugänglich war. Aber au der Formung der zahlreichen Phasen zionistischer Politik hat Nordaus klarer, scharfer (Leist nicht teilgehabt. Man findet ihn häilfig als Aahron, niernals als Moscheh. Dies hatte seine guten Gründe. Der reine Ber- .LLNdesmenick kann nicht ein Staatsman.«! Z. Februar MS Nr. AS» ----- ---—... ' .. . ■ ..,-.4 g roßen S1 iles we rdc n. Dazu gehört Romantik und Phantasie, wie sie Herzl bestß. Arrch andere Völker sind geschädigt, wenn sie von Männern geführt werden, die bloße Verstandesmenschen sind. Unter dem Mangel der Politiker großen SMS leidet besonders Deutschland, strtdem es einen großen Führer, der über Phantasie verfügte und ein Stück .Künstlernatur war. veriloren hat, nümNch Walter Rathenau. Man hat den Mann gstötet, der Deutschland hätte retten können. An den Vorarbeiten zur Erlangung der Balfour-Deklaration konnte Max Nordau nicht toisnebwen. Er war -damals im CM. in Spanien. Sofort nach Beendigung des Krieges h-^lst man ihn nach London. Ab«r er wandte sich von uns ab. Der reine Verstandesmensch Max Nordau m u ß t e sich abwendvn, als di« Balfour-Deklaration erwirkt war, denn dieses Dokument darf man nicht unter die Lupe der reinen Vernunft nehmen. Die Bal'stur-DeUaratkon ist wie das Kleid des Königs im Talisman. Di-osts Kleid ist da und auch nicht da. I« nachdem man eS mit Phantasie reichem Blick arrsieht oder mit realistischem Auge. W e i z m a n n verfügt Mer die Dosis Romantik, bi« .Herzl mitbrachte und deshalb wurde er der Sachwalter des Judentums nach Erlangung der Balsour-Dokla radimr. Dieses Wort der Kritik schmälert nicht die große Bedeutung, die einzigartigen geschichtlichen Verdienste Mkax Nordaus um den jungen Zionäums. Namens der russischen zionistischen Studenten vonr .Hecha>wer sprach .Herr Benjamin Ahin das Schbrßwori: Wir stammen aus dem Osten, u-nfer geistr» ger Lehrer ist A ch a d H a a m. Er präzisierte die doppelte Ju-denuot: Die materielle im Osten, die geistige im Westen. Im großen rrrssischen Reiche und in stinen Nachbavgebieten lohten wir nie unserer Existenz sicher. Die Juden irr Mitiel- und Westeuropa waren frei und in verhältnismäßig günstiger materieller Lage. Aber hinter dieser scheinbaren Freiheit barg sich geistige Knechtschaft. Wir Schüler Achad Haams, Juden aus dem Osten, sti-ern bewußt Dtax Nordarr, den kritischen Kopf des westlichen Zionismus, den Mann, der diest geistige Sklaverei en-thüllte und brandmarke. Neben Herzl hat er sie erkannt, besser als .Herzl hat er ihr beredten Ausdruck gegeben. Diese Feier, von Ostjuden veransta-ltet, sich an Mostjuden wendend, das Anben>ken eines westlichen Führers ehrend, will ein Symbol der höheren Einheit sein, zu der wir alle streben, die den Ostjuden di« materielle Sicherbeit, den Weftjuden die geistige Befreiung wiederbvingen -will. M»t dem Absingen der TAwah schloß -die erhebend' Feier. _ Wien. 3. Fe'ovaar. * Das Wetter. Sonntag herrschte ein heftiger ©turnt, der m Dien leichtere Niederschlage brachte. In de» Äbendstrmdc-u fiel Schnee, der aber bald zu Wrisser wurde. Gestern gab es trockenes, windiges Wetter. Die Tem-peratur bcitvivg 4 Grad Reaumur. Aus Amerika wird grimmige Kälir gameldei. Der WitternWscharabter ttoibt weiter schwankend. * Personalnachricht. Am 1. o. fand die Berrnähluua des Herrn Dr. Gustav S ch l 111 c r, Inhabers der Großhandlung Gustav Schletter. Wien HI., mit Fräulein Eva Z i'm m e rm a n n, Tochter des Herrn David Zimmermann, leitenden Ler-- waltungSrateS der Ogalin-LUaer Holzindusttie-A -G., Zagreb, statt. tEntgeltlich.) * Arische Musik. Es wurde erzählt, daß die Großdeutscheir für die Staatsoper einen Berater Vevlangen. Diesen an sich vernüuftigen Gedanken beeilt sich die Partei der politischen Dumincheit richtiazustellen. Denn — das Varevland muß größer sein — die Gwßdvutschen treten dafür ein, daß an das deutsche Ku-nstmstitut ein Dlann von dänischer Abkunft komme, znntal cS ja^niigeNd erftklassiioie deutscharisch-e Dirigenten gebe. Man hat bislang in der Wett nur das herrliche Kulturgut der deutschett Musik bewundert und geachtet, aber von arischer Musik ist bisher noch nicht viel die Rede gewesen; rnan hat bisher in der stanzen Welt be-i den Interpreten musikalischer Kunstwerke nie danach gefragt, welcher Abkunft Uc sind, londevn welche Qualitäten sie besitzen. Es ist ja peinlich, daß di« hervorragendsten Interpreten des Genius der musikalischen Doutschtümelei, des übrigens so oft in verdächtig südliche Nähe gebrachten und gekommenen Richard Wagner, daß die Kämpfer und Verkünder ssines Rachmes nicht gerade rein deutscharischer Abkunft waren. Es ist auch peinlich, fesizustellen, das; das ganze Wesen der Oper, die ja eigetttlich in einem StaatSoperlttheat'er gepfl-egt werden soll, sich nicht rein germanisch gobärdct. da ja die Oper ein Erzeugnis des verpönten .welschen" musikalischen Empfindens ist. Die Dummheit der großdeutschen Kleinhirnpolinker ergibt sich vollends, wenn man die notwendige Konseauenz zieht, daß an denn deutschen 'Kunstinstitut, daS sich Wiener StaatSoper nennt, nur die Erzeugtüste dorttscharischen Musikergoistes aufgeführt tverden dürften Die ganze OPernkrlse kann durch großdeutsche und sonstige Politikasterwünsche und deren Erfüllung nicht gelöst werden. Herrn Schneider, der mtt der ewigen Staatötheaterkrise ,-besaßt^ ist, wäre zu raren, -damit er endlich seine Ruhe hat, di« Staatslheater ganz aus dc-r Itaatlichen Hohei-isverwaltung ü» lösen; dann wird er die aburden Dirigentenwünsche der Großdoutschen ebenso los wie die »er kormoldenen anderen Seite. * Die Lebensmüden. Aut 1. d. gegen 11 Uhr nachts ijr int Haus«, Mthanplatz 10, eine int Haus« unbekannte Frau, die der Kle>idun.g nach den mittleren Ständen augehort baden dürft«, vo»r einein GaMfensder im dritten Stockwerk in den Hof gesprungen. Sie blieb tot liegen. — Der 87säbriae Hilfsarbeiter Anton Perl hat sich in der Nacht zum~2. o. tu foiner Wohnung im 10. Bezirk erhängt. Die Ursache der Tat dürfte Krank' heit fein. —- .Der 20jährige Chauffeur Friedrich Stach wurde «gestern vormittags in oer Werkstätte fernes Vaters leblos ausgesunden. Er hatte zwei Gummischläuche der offetwu (MctSky tung ün Munde. — Der 31 jährige Kellner Friedrich H. hat sich am 2. d. auS einem ün vierten Stocke gelegenen Fenster seiner Wohnung in Margareten in den Hof gestürzt und schwere Verletzungen zugezagen. — Ant 1. d., abends, hat sich vor dem Carl- Dyvater der 29jährige Ingenieur Jofts G. nttt rmem Briefmeller eine tiefe Schrvittwu-nde in der Brust beigebracht. — Der L3iahriae Geschäftsdiener Fran^ 9t. wollte sich wegen imglücklicher Liebe mit LerlchtgaS vergiften * Einbrecher, die ein Klavier stehlen. Gin Strs-ch, der in den AittMen her Kriminalist!! wohl unerreicht dasteht, -ist in der Nacht zum 1. d. m der Hinterbrühl von Einbrechern verübt worden. In der Nacht wurden dort drei Billenembrüche bericht. Bei dem einen erbeuteten di« Täter ein Klavier im .SlkciA-iMx JÄ i&Miitt.