Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2138 (1.2.1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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/ WW w ***'■' “t ■ p"i n in f flmvit. VtzWWD Sari Fedak: Sie ist Mizzi (pvcrenz und Haust Riefe M ctiter Person. Eine prachtvolle Frau, rassig irnknnnorvoll, riegelfam trnd schrmssig, geistreich und urwüchsig. Wenn sie im ersten Akt Butterbrote streicht, ,-as HmrspersonÄ verdonnert, di« Wirtschaft zusammenhAt, SchwarKrot in ihren Kasfr-chefen stcchst und hochgerötet, von getaner Arbeit dmnpfenid, m,8 dem Kuhftall kommt — die vollendete Großbötterm. Wenn sie im zweiten Akt ins Hotel Ritz rauscht, Champagner trinkt, dem Zvgeunerprintas winkt, kokettiert und mit den Kellnern spricht — die vollendete Lebedame, berückend in der Erscheinung und so vornehm in der Haltung, daß sie keinen Kavalier (sogar keinen Budapestcr .Kavalier» in Verlegenheit bringt. Sie »st, wenn sie französische, englische, ungarische Schlager singt, die vollendet« Chanson'cttc, und wenn sie mit geneigtem Kops und abgewenoctem Körper, von den lärmenden Gästen des Nachtlokals rmgasehen, hinausschleicht, endgültig Mschicd nehnwnd von einer Welt, in der die Damen Seidentväschc trogen und die Herren mit Sektflaschen die Spiegel zerhauen, ist sic ein« große Tragödin. 2 i c G e 's a m ta n i s ü h i; u n g: Einfach glänzend! Reben der göttlichen Sari FcdaE leuchtet ein zweiter Stern von nicht geringerer Größe, das Fräulein Margarete Köppke, dieses herbe, ganz eigenartige, in jeder Bewegung und in jeden! Tonfall cigercherrl.iche Geschöpf. Sic spielt einen dummen verliebten Backfisch 'bezwingend und bringt für die Rolle der Naiven, die, wie man-weiß, höchst seltene Qualität mit, wirklich naiv zu sein. Wiederholt unterbrach sie stürmischer Beifall. (Aber das war nrehr als Anerkennung: Spontanes Händeklatschen der Freude.) Außerordentlich auch Herr Engel als jüdischer Schieber-. Er versetzte die Lächerlichkeit des Protzen, der sich in dem noblen Restaurant nicht zu benchmen weiß, mit einer gesunden, überaus ergötzlichen Dosis Unbekümmertheit, und Frau Föry als seine Gattin assistierte ihm prächtig. Herr Lack ne r legte einen ungarischen und Herr Neugebauer einen englischen Kavalier hin, daß es ein Vergnügen war. Herr Kersten spielte «men kecken, feschen Jungen ganz entzückend und zeigte bei der Vertilgung eines Butterbrotes von wahnwitzigen Dimensionen künstlerischen Opfermut. Nicht ,$i vergessen die Herren Ehmann Und Be rann sowie Frau Förster, ferner das Geigenspiel des Herrn Dr. Jmre Sylagyi -Md die Beine des Fräuleins Thiele. Der Erfolg war gewaltig. Die ungarische Kolonie war im Frack erschienen. Otto Abeles. Amtierte. Philharmoniker — Novitäten — Mil« Wellerso». Wie Beethovens Pastorale birgt auch Negers Bvcklm- Suite mehr Ausdruck der Empfindung cüs Malerei. Bier Bilder von Böcklm — der geigende Eremit, «n Spiel der Wellen, die Toteninsel und Bacchanal — haben Reger zu Einleitungssatz, Scherzo, Adagio und Finale angeregt, von denen die 'weltfernen Sätze des „geigenden Eremiten" — er müßte nur reiner und seelenvoller geigen als Prof. Prill in den philharmonischen Konzerten — und der ,^Toteninsel" am besten geraten sind. Weniger überzeugt das ,Macchcmal", wie ja überhaupt Max Reger, so übermütig er auch gelegentlich sein konnte, kein Tondichter des Diesseits ist. Da weiß Anton Dvorak in seinem ,Karneval" die. trichten Freuden dieser Welt Mnz anders in Töne zu gießen: Ein ßroher Gruß an den Fasching, in welchem die Lust an Tanz und Mastenscherzen ununterbrochen 'bis zu idem «mischenden Ausklang sich steigert. Dvorak und Reger waren bei Gchalk und den Philharmonikern ebenso gut aufgehoben chne Brahms' Vierte Symphonie, ein Alterswerk in seiner Reife rtnd Abgeklärtheiit wie in seiner E-Moll-Tonart und in der unerschöMchen Vielfältigkeit der ChaconMvaviationen. So novitätenseindlich die Phil-harmomker. in ihren Abonnömentskonzerteu sind, so gerne bringen sie Novitäten in ihren Kammerkonzerten unter Nil ins. Sbllte es vielleicht nur auf die Initiative des Dirigenten ankommen? Letzthin gab es neben einem belanglosen Orchesterlied von Dora P e j a c s ev i ch schöne stimm'ungswiche chinesische Lyrik des zu früh.verstorbenen Fritz Egon Pammer, die, cm Mahlers ,/Liicd von der Erde" Herangererft, sich durch das Ebenmaß von Form und Inhalt enrpfiehlt. Fräulein Rosette And a h, ihre ideale Interpretin, sang überdies ein kurzes, nicht recht aus dem Geist der Musik geborenes. Solo: „O Weltenleuchten" am Schlüsse der Siufonietür Op. 20 von Josef Meßner. Der junge Sal-zhurger Organist hält auch in feiner Sinfoniette mit Klavier — es ist eigentlich ein ausgewachsenes Klavierkonzert, aus einem, einzigen, immer wieder frei umgeformten Hauptthetna äüfgebaut — an der Dickflüssigkeit und Starrheit des Orgel» klanges fest. Stilistisch bewegt er sich etwa auf der Linie Anton Bruckner, Cesar Jvanck, inhaltlich fühlt man ein schweres Ringen dumpfer Gewalten, die ans Licht wollen. und sich mit großer kontra Punktischer Gewandtheit ihren Weg bahnen. Der Erfolg des Werkes war zugleich ein Erfolg des ausgezeichneten Pianisten Friedrich Wührer. Julius B i t t n e r hat „16 Lieder von Liebe, Treue und Ehe" geschaffen und seiner Gattin Emilie gewidmet, welche sie — abwechselnd mit Oskar J öll y, von dem nachschaffenden Tonpoeten E. W. K o r n g o l d am Klavier tatkräftig unterstützt — mit Liebe und Treue bei der Erstaufführung sang. 16 Dieder über das gleiche, scheinbar banale Thema, von Bitlner einfach Hnd gemütvoll gedichtet und mittels motivischer Verknüpfungen zu einer idealen Einheit in Tönen verwoben! Fast scheint es philisterhaft, urw doch siegt hier über alles Philistertum die schlichte Volkstümlichkeit ittib Wahrhaftigkeit eines Künstlers, dem jede Musik zum Liede wird und dem „der Schnäbel stets hold gewachsen ift". Bittners Sehnsucht noch Heim, nach Weib und Kind ist von hohem Schwung erfüllt, und gerade die einfachsten Lieder, etwa das gemütvolle „Wiegenlied eines Vaters" Wftmr WlonieninHung* 1 Febmm M8 Rk.«» oder das „Refflgium", in welchem er sich nach einem von Icifcnt Taimendust durchzogenen stillen -Hans sehnt, sind seine besten. Schrieb Richard Strauß seine „Donrostrka", so schttf Bittner fein 16telliges Preislied auf den häuslichen Herd. Ans Wunderbare grenzt die Frühreife der kleinen Cellistin Mila Wellersou. Das etwa 11jährige Mädchen, dessen Mutter Muskkerin fft, dessen Zwillingsfchwester ,mter Mengekbergs Führung als Geigerin erfolgreich konzertiert — also ein SchulbeMeil für die Bererbtmg geistiger Fähigkeiten —, spielt nicht mtr mit gmtg überraschender Gefiihlswärme, cnrch ihre Technik, mit der sic ,das fo schwierige D-Drrr-Violinkmrzert von Paganini — in eigener, ganz geschickter Bearbeitmtg für Delhi und mit eigener Kadenz! — meistert, ist einfach verblirffend. Gönnt inan dem Zarten, blassen Wesen Zeit zu ruhiger Entwicklung, so darf man später einmal von der herangereisten Künstlerin das Höchste erhoffen. E rwi n F e l b e r. An« Jen Zftentern. Burgthcater. Morgen Montag, 7 Uhr abends, „Lumpacivagabundus". Dienstag den 3. d., 7 Uhr abends, „Ein Sommernachtstraum". Akademietheater. Morgen Montag, '/-8 Uhr abends, „M a m a Nicole". Dienstag den 3. d., V-8 Uhr abends, zum ersten Male, „B o r dem Sündenfall" von Marco Brociner. Volksoper. Heute Sonntag, 'IS Uhr nachmittags. ,J8a Traviata". 7 Uhr abends, ncueinstudiert, „Der Carneval in Rom". Morgen Montag, 2 Uhr nachmittags, „M as k e n b a l l". 7 Uhr abends -„Aida". — Kammersänger Leo Slezak wird Freitag den 6. d. in „Die Jüdin" als Eleazar gastieren. Deutsches Volkstheater. Die Proben für das Mitte Februar beginnende Gastspiel Alexander Moissis finden bereits statt? Tilla Durieux spielt morgen Montag nt „Salti) Fanny und die Dienstbotenfragc" und Mittwoch den 4. d. die Franziska. Heute Sonntag und morgen Montag, 3 Uhr nachmittags, die einaktigen Schwänke „Die 73 Kreuzer des Herrn Stntzelberger", „Treu, fleißig und ehrlich" und „Eine Vorlesung bei der H a u s m e i st e r i n". Raimund-Theater. Heute Sonntag und morgen Montag, 3 Uhr nachmittags, „Aschenbrödel". Kammer spiele. Im Rahmen der Nachtvorstellungen gelangt als nächste Novität „N a n a", sieben Bilder nack Emile Zolas gleichnamigen Roman von Felix Fischer und Theo Shall, zur Uraufführung. Theater in der Josefstadt. Die Erstaufführung des „Sommer nachts träum" wurde für Mittwoch den 4. d., '!£ Uhr abends, festgesetzt. Wegen der Vorbereitungen hiezu entfällt morgen Montag die Nachmittagsvorstellung. Neues Wiener Stadttheater. Am 6. d. einmalige Aufführung von Abel Hermantes Komödie »Im L u x u s z u g" als LSjähriges Bühnenjubiläum der Frau Konstanz« v. Linden. Rolandbühne. Heute Sonntag, 3 Uhr nachmtttags, der „Troubadour" als Gastspiel der Bolksoper. Modernes Theater. Als nächste Novität wird „Emily", ein Flirt in drei Akten von Haarwood, deutsch von Otto Klement, vorbereitet. Für die Titelrolle wurde Charlotte Ander verpflichtet. ' Theater an der Wien. Morgen Montag, 3 Uhr nachmittags, „Eine Nacht inBenedig" unter der musikalischen Leitung von E. W. Korngold. Diese ist zugleich die 50. Aufführung seit der Wiederaufnahme dieses Werkes. Heute Sonntqg, nachmittags, so wir allechendlrch, „Gräfin Mariza". Carl-Theater. Heute Sonntag, 3 Uhr nachmittags, „Die Tip pm am seil", um 'IS Uhr abends, die LPerette ,Wien bei Nacht". Ab Freitag de» 6. d. Gastspiel des Jüdischen Revuetheaters: es gelangt die aus zwölf Bildern bestehende. Revue „Hagade" zur Darstellung. Komödienhaus (Lxl»B«hne). Dienstag den 3. d. Ludwig Ganghofers „Der heilige Rat". .Lustspieltheater. Als nächste Novität gelangt Dienstag den 3. d. das Kinodrama „Die letzte Warnnna" zur Aufführung. : Apollotheater. Roseray und Cappella, die berühmten Tanzpantomimisten von den Folies Bergeres in Paris, in ihrer Szene „Perle und Perlenfischer" bilden die Attraktion des vollständig neuen Februarvrogrammes, welches außerdem eine erstklassige internationale Künstlerschar vereinigt, darunter Karl Braun, welcher durch seine Darstellung ein Stück alter Musikgeschichte illustriert, die spanischen Jongleure Perezoff uns die Akebonos, die Hvfkünstler des Mikados. Die gildene Pawe (Verein Freie jüdische Volksbühne). Im Rahmen des in Vorbereitung befindliche« Programmes gelangt eine Parodie auf das alte jüdische Theater „Der BogdechanZipze-Drip oder dus Pin tele J i d" von Tunkler zur Erstaufführung. Die heutige Vorstellung beginnt präzise 'IS Uhr nachmittags. ,Die Gilde« Pawe. Donnerstag den 12. d. um haLb 8 Uhr abenos findet eine Fesworstellnnig der jüdischen Kunistspiele »Die Eildene Pawe" (1. Bez., Riemergasse 11) zugunsten der Aktion für Kinder und Greise des Jüdische): Frauenbundes stätt/ in besten Vereinslokal, 9. Bez., Liechtenisteinstraße 11-13, Körten zu haben sind. Dar Wechfrlgaftspiel Wien-Budapest. Wie der „Pester Llvyd" meldet, ist das Programm der Gastspiele der Wiener Bund es theater in Budapest und der Budapestcr Sta»atstheater in Wien bereits festgesetzt. In der zweiten Aprllwoche wird das Wiener Burgtheater in Budapest, beziehungsweise das ur^garische N a t i o n a l t h e a t e r in Wier:. gastieren. Das Äurgtheater beabsichtigt, Stücke von Bahr, Brüller, Ibsen und Molnar zur Aüffuhrung zu bringen, während das Nationaltheater jn Wten Werke von Shakespeare rmo Möliere darzustellen beabsichtigt. Die Wiener Oper beäbsichigt, in Budapest Werke von Richard Strauß und Korngold, d:e Budapestcr Over in Wien die Oper „Faschingshochzeit" sowie eine Oper Dohnanyis aufzuführen. Ein« Veranstaltung der Düsseldorfer Volkshochschule über jüdische Musik. Im Ra-Hinen der Uebuidgen und Borträge, wAche di« Volkshochschule der Stadt D ü s is e l d o r f guschrifte» an feie Keloltion f»wie u««tfl<m|t «inlang,«den «auuskrlpten «»ll, «m» stet» «ücklpvrt» beilegen, da sonst «ln« V«nns- »ortung. deziehungsweise Aückfendung nicht erfolg«» knn«. veranstaltet, fand jünast in der Synagoge ein Kongett statt, welches hebräischen Melodien gewidmet Var. I« einem eiwleitenidsn Bortrag wnrde ansgeführt, wie die synagogalen 6kisänge cutstanben sind und was sie bienten. Sovaim rvurderr zahlreiche Lieder und Chovgefänge in vvMNicher AnNvM gebracht. Der Abend machte stärken Eindruck. Dostojewskis „Brüder Karamafow" auf der Bühn«. In Hamburg gelangte eine von Artur Sakheim stammende Bearbeitung des gewaltigen DostosewSkischen Romans rmter dem Titel „H a ß b c r g" cnrif die Bühne. Die merkwürdige Bearboitung, welche stark an die Methode erinnert, mit der Schubert fiir das „Dreimäderlhaus" Verivenbet wurde, trägt Den bezeichnenden Untertitel „Die n e u c n Karamafows", me hanidelndeu Pevsonen führen deitdsche Eigennamen intd der Ort des Geschehens ist Deutschland. Das Experiment veruncsiuckte. — Man erinnert sich bei diesem Anlaß an die Jnfzeuxerlmg der „Brüder Karamasow" durch die Moskauer KütMer, die man attch in Wien sah. Ein Mitglied der StanissawÄkt-TrtvP'pe sprach von einem seitlichen Pnsi den verbindeniden Text und ans der Bühne witvden einzelne Bilder ans -em großen Roman lebendig. Miuffchin-AnSstellung ln Berlin. Man schreibt m:S aus Berlin: Der vor kurzent gegründete jüdische KMurlklO Scholem Alejchem veranstaltete eine BWerauSstellnug des hockchegabien jungen Malers Abraham Mintfchiu. Besonders hervovznhchcil fhtb seine Tenrpera zmn Drama „Bcilsgzar", welches vom hebräischen Theater „Habimah" vor seiner RuKohr nach Crez Israel in Berlin ausigeiführt wurde. Minkschin, aus den: jüdischen Ostetl stammend, ist ein eigenwüchsiges, jüdisches Tasent. welches zu großen -Hoffnungen berechtigt. Sin Geschenk an unsere Leser. ,,$i« gilden« Pawe." Wir haben mit der Leitung -der jüdischen Klö'mikunstjpiel« „Die gilden« Pawe" (1. Bez., Rnomevgaste 11) ein Uobevvi«- kommen getroffen, ans Grund dessen e« unseren Lesern ermöglicht wird, die von der gesamten Kritik gelobten Awffnhvunigen Dictsos Theators zu billigsn Preisen zu besuchen. Gegen Borwovsuug der untenstehenden Anweistt-rrg werden dem Nesterbvrngcr an der Theaterkasse, 1. Bez., Rieruergasse 11 (bei der WollMe), vor der Vorstellung ztoei um 60 Prozent ermäßigte Karten absgefolgt. Die Anwsffmrgen gelt«« rmr füf den darauf vorgemevkten Tag. „Die andene Pawe4< (Vreii freie jMlsche QelksIMiel Kunstspiele, Wien, I. Riemergasse 11. Anweisung für die Leser der „Wiener Morgenzeitung". Cültig für die Vorstellung am Sonntag den 1. Februar 1925, */,3 Uhr nachmittags auf zwei um 50 Prozent ermässigte Eintrittskarten. Die Karten sind vor Beginn der Vorstellung an der Kassa «i beheben. Serichtssaal Ungarische Sofft. Eine Kritik Regiernngsrnts Dr. Steg« vor dem Obersten «erlchtshof. Der Istjährige Ignaz H. wurde im Jahre 1919 von einem Oedenb«rger Gericht wegen Verbrechens der Beruntremma zu anderthalb Jahren schweren Kerkers verurteilt. Er soll sich ans einer Reise Aster die ungarisch« Grenze 80.000 K., die in Bildern versteckt waren, angeeiguet haben. Der BeschuKngte gast an, daß ihm da« Geld von zwei unfformievton Männern geraubt wurde und will hiefür Zeugen führen. Das ungarische Gericht schenkte seiner Verantwortung keinen Glanben trnd verurteilte ihn in allen Instanzen. Die dagegen ethodene Nichtigkeitsbeschwerde war von dem damaligen Vertreter des AngMagten verspätet emgöbvacht wor^ de» und so konnte der Oberste «erichwhaf, der nach der inOvifchen erfolgten Abtretung des BnrgeNstmdeS an Oesterreich kompetent wurde, nur Wer «men Punkt, Wer die rechtliche Beurteilung des Falles Äs Bexnntremmig ottschoiden. Der jetzig« Verteidiger des Angeklagten, Re«ierongsrat Dr. Sttger, nahm dies zum Anlaß, eine geraden vevnichttmde Kritik a» den ungarischen Gerichten zu üben. Vor dom Obersten Gerichtshof unter dem Vorsitze des Senatsprasldettten Dr. SmolÄ-Fiuger fand die öffentliche Verhandlung statt. Regierungsrat Dr. Steger erklärte, daß ihm mit Rücksicht auf den einen noch in Frage stehenderr Punkt der Nichtigkeitsbeschwerde eigentlich in diefom Falle, ^der klar die Verurteilung eines unschuldige« Metqchen bedeute, ein Schloß vor de« Mund gelegt sei, da er auherftande sei. nunmehr die schweren Bedeuten, die gegen dteists Urteil in seiner Gänge vorwalten, anssühren zu können. Immerhin alber müsse er darauf verweSsen, daß dieses im Jahre 1920 Wer eine Tat, die im Jahve 1919 vor sich ging gefällte Urteil ein Urteil aus je,rer Zeit des weißen Terrors , darstelle, der kurz nach dem Sturze der RäterepMU m jene« Grenzbezirken, namentlich gegenüber jüdischen AngeklaHlen an der Taigesordnung war. Ein Akt jener Terror just iz, die, wie die ziviUs-rerte Wett noch vor wenigen Wochen schaudernd erkennen mußte, noch heute i n U n g a r v g enht w i r d. wie 'das Urteil goge» bi« Czangrader Bambenmörder 'bewies. Vorsitzender (-unterstrechend): Das gshövt doch nicht 'in den Rahmen des heutigen Falles. Dr. Steger erttärt weiters, daß er «it Rücksicht aas das^ streng wvrnalistische Verfahren im Rahmen der heutigen Nichtigkeitsbeschwerde wohl kaum etwas Vorbringen könne, da angesichts der Festzstettung des Urteils di« rechtliche Beurteilunig als Veruntreuung kaum anrrvsechten sei. All«« er Haffe, daß der' Schrei der Menschlichkeit dan GerichWw -bstvegen werde, sich diese Urteile der mtsarischea Gchsichtr genauer armffchen. Es sei gerodmu Himmel schrei« nch, wenn man Beweise darüber, daß diese Bilder mot den Setd- 'betragen dnrch anderc Häü^> gingen, einfach mit der Phrase