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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-01 · Heft 2138 (1.2.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2138 (1.2.1925)
Date
1925-02-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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i i- 5 MM» M ijfr -m,— •<_..! wl» * wwn, «ORmVy / 5. Aufladung des Große n Gene ral stab es oder Weichwertiger DttnsHweige und Aufhebung -er großen Aavöver der Reichswehr. Dies fei nach dem Watte ein Mnimaiproymmm, de« Sie Ersetzrmg des Generals See kt durch einen für die , Dauer von om bis zwei Jahren «rmumttn General hinzugePgt werden Wmtte. Ser miBWt stampf in Fugoslawlen. Der Führer der amselmaaischen Partei verhaftet. Belgrad, 31. Jänner. (Avaka.) Auf Ersuchen der Umtcrpräfekbnr von Mitrowitza (Bezirk Kossove) hat die Polizei gestern abends den Führer der mufelmanischen Partei m Südserbten Ferad Beg Drag ha in Sko prj e ve rha ftet. Die Verhaftung wird damit begründet, daß Ferad mit dem unbotmäßigen albanesischen Banden Beyishmpgen mttechiät rmd mit dem Feinde wahrend der BefttzURg im Einverständnis roar. La» deutsch-arische Paaam». Dar Trab der Gerechtigkeit. Tie gerichtliche Voruntersuchung nt der Lngetcgenheit der WöllerSdorftr Werke ist abgeschlossen. Die Akten wurden gestern der Staatsanwaltschaft übergsben. Der Vertrauensmann der Regierung, Direktor Trebitz ch, hofft, daß es ihm geli'mgen wird, die von einem Teil des Bovstamdes der Wöllersdorfer A^G. verlangte 2luslösung der Gesellschaft vermeiden u können. Dies wird jedoch nur dann möglich sein, wenn die Verhandlungen von keiner Seite gestört werden. Was das in der Wöllersdorfer Affäre anhängige Strafverfahren anbelaugt, so tvird von den RegierumgSoffiziSftn mff das nachdrücklichste versichert, daß sich die Regierung in dasselbe in keiner Weise c inmenge und daß für dessen Dttrchfühvung einzig und allein die gerichtkrche« Organe Lompetent sind.: " ' j? Das Berliner Pen dant. Berlin, 31. Jänner. (Wollff.) Im HauShÄISaUschuß aes Reichstages machte der ReichsarbeitSminPer Brau-ns über die Angelegenheit der Wohnstabten-G. m. b. H. Mitteilungen. Mitte Dezember 1924 haben die Darlehen eine.Hohe von rund 3,5 Mlliarden erreicht. Erst im Jänner 1925 habe das Ministerium Kenntnis von der Angelegenheit evhalten und sofort gegen drei beteiligte Beamte das Dl-^ipittnarvevssüthren eingelevtet. Die Wählerverzeichnisse liegen aus. Die WLchlerverzeichrtiiffc für den Natwnalrat werden von Sonntag den 1. d. b»s einschließlich Samstag den 14. d. täglich durch vier Stunden aufgölegi. In jedem Hause ist <m einer allen Hausbewohnern leicht zugänglichen Stelle eine Kundmachung angeschlagen, aus der ersichtlich ist, wie Viole Wähler und Wähler mnen in jeder Wohnung sind und wo die Wählerverzeichnisse aufliegen. Einspruch.: gegen die Wählerverzeichnisse kann imrerhaw dieser Frist jeder Bundesbürger dort einbvingen, wo dir Verzeichnisse aufliegen. Sagen wir es offen und verzeihe man das harte Wort, es ist eirr sehr gemeines Gefühl. Nur aus diesem Gefühl heraus «st es zu erklären, daß sich der Antisemitismus herauSnmmrt, den Juden Bedingungen vorMrschrerben, wie sie m Politischer, nationaler, reLigiöser oder sozialer Beziehung zu denken, und sogar, wie sie sich -im Privatleben zu benehmen hatten, falls man ihnen — die Menschenrechte lassen soll! Und man wagt es, sie nndmEbar zu nennen ,/weil sie einen schlechten Gebrauch von den Freiheiten gemacht haben, die man ihnen geschenkt hatte," bedenkt aber im Uebermnt des Mäjorttätsgesiühles nicht, daß niemand ein Recht hat, Schulmeister des anderen zu sein, und daß es überhaupt kein Geschont zu nennen ist, wenn inan die Menschenrechte jahrhamdertLlang gewaltsam vorentMt und endlich.einmal, als gesittetes Wesen und -nicht mehr als Raubritter handelnd, sie auS der harten Faust 'läßt, und daß es sehr korrupt ist, mit der Stnerkenwung sekbstvevstäMicher Pflichten gegen Menschen politischen oder nationalen oder irgend welchen Schacher ZU treiben; daß jeder Mensch den andern tadeln könnte, daß wir alle nur den Zivil- und Strafgesetzen unterworfen werden dürfen und -daß seit der großen französischen Revolution jede Gesellschaft und jeder Staat die morvKsche Berechtigung und infolgedessen auch fcoß> die Fähigkeit verliert, '.vorter zu bestehen, wenn Menschen in ihrer Würde und in ihren Rechten verletzt werden, bloß weil sie durch Geburt, durch Namen, durch Lebensweise oder Gesinnung bei irgendwem oder irgendwelchen Antipathien erregen, oder lveil sie zur Förderung oder Realisierung igendwelcher Ideale von Volkstum, Nationalstaat ufw. nicht passend erscheinen. Der Gerechtigkeit und Merrschenachtung gegenüber ist alles andere bloßer Luxus. Und da derjenige, der die Rechtsgleichheit für sich beansprucht und verteidigt, damit zugleich das fundamentale Prmyip der Rechtsgleichheit sekbst milbe festigen hilft eätid dadurch zur sittlichen und gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft überhaupt beiträgt, fo wäre « sehr zu wünschen, daß die Juden in ihrer jetzigen, allerdings bedrängten Lage nicht auf die sonderbaren Bedingungen und Ratschläge Höven und nicht chre Eigenart und Fer'cheit irgendwie beschränken mögen, MN ihre Gegner zufvieVenzusttllen od« ihnen wenigstsnS das Mattil $t stopfte Mettee Mokgenzritun«. I Angina / (lrrppe / Erkältungen a Heiserkeit / Rachenkatarrh bedrohen Sie nicht messt bei Gebrauch von r$ergem>U MmtdpasiUlen Mtindwassertableiten zum Kauen rum Gurgeln tfrMimdJ itt «vstheken Sesteneichisch-deutsche Notenbankvolittt. Das Ergebnis der Berliner Reife Dr. Reisch'. — Abbau der DiskontfStze und der Devisen* beschrSnkungen. Berlin, 31. Jänner. Das Wolffsche Bureau meldet: Die Besprechungen, die der Präsident der Oesterreichischen Nationalbank, Dr. R e i s ch, in den letzten Tagen mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht geführt hat, sind gestern zum Abschlüsse gebracht worden. Sie bezweckten, einen Gedankenaustausch über die zukünftige Politik der beiden Notenbanken, der, ganz abgesehen von den engen wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder, schon im Hinblick auf die jetzt wiederhergestellte Gleichart. igkeitderkreditunb währungspolitischen Verhältnisse der beiden Nachbarländer naheliegend war. Bei den Besprechungen konnte eine vollständige Uober ein stimmung über die Ziele, die die Bankpolitik in der nächsten Zeit anzustrcben hatte, festgestellt werden. Die Richtlinien der Kreditpolitik sind klar vorgezeichnet. Bei der Veratmung der beiden Länder sind ausländische Kredite für den Wiederaufbau unentbehrlich. Es muß daher angestrebt werden, diese Kredite, und zwar in möglichst langfristiger Form, zu erhalten. Da mit den bisherigen hohen Zinssätzen ein wirtschaftliches Arbeiten der Industrie auf die Dauer ausgeschlossen erscheint, ist eine' systematische Politik zur Ermäßigung der Zinsbedingungen unerläßlich. Auch für die Landwirtschaft wird bei niedrigeren Zinssätzen eine nützliche Verwendung don Krediten zur Jntensivierung ihrer Produktion möglich sein. Ein weiterer Gegenstand der Besprechung betraf den in Oesterreich in Vorbereitung stehenden durchgreifenden Abbau der Devisenverkehrs-Beschränkungen. Zum Abschluß dieser Besprechungen wird der Direktor der Devisenabteilung der Oesterreichischen Nationalbank, Hoftat S t a n k o v i ch, schon nächste Woche in Berlin eintreffen. Für das Frühjahr nimmt Reichsbankpräsidcnt Dr. Schacht eine Erwiderung des Besuches des Bank- Uäsidenterr Dr. Reisch in Wien in Aussicht. Die Fühlungnahme der Leiden Notenbankprasidcnten erfolgte aus Initiative des Präsidenten der Bank von England, Mr. Norman, der im Interesse der künftigen Finanzpolitik Englands und Amerikas eine einheitliche Zinsfuß- und Geldverkehrs Politik der mitteleuropäischen Noteninstitute wünscht. Dr. Schacht und Dr. Reisch gedenken, ihre Schritte auf dem englischen Geldmarkt in gewisser Hinsicht einvernehmlich zu unternehmen. Es wäre verfehlt, daraus Schlüsse aus wirtschaftliche Anfchlußbestrebnngen zu ziehen. Sie neuen Scheidemünzen« DaÄ Bundesgesetzblatt verlaui«bart eine Kundmachung des Fina-nzminfftevmms über die Ausgabe von Scheidemünzen mit der Wertb^eichnnng in Groschen, laut welcher in Hinkunst die Teilmünzen aus unedlem Metall mit der Wertbezoichrmng in Groschen ausgegeben werden. Die neuen Münzen haben dieselbe Ausstattung wie die feit dem Vorjahre ftt nicht gerade bedeutenden Mengen ausgegebenen. Das Zehngroschenstück wird genau so wie das bisherige Tausendkronenistück aussehen, nur wird es die Wertbezeichnung „10 G ros che n" tragen. Auch die Zwei- und Eingroschenstücke werden ihren Bovläuftrn, dem Zweihundert-, bezw. dem Hundertkvonenstück aüsS Haar gleichen und sich nnr durch die Wertbozeichimrtg von ihnen unterscheiden. Die .Groschenmünzen werden bei allen Bundesuvd den übrigen öffentlichen Kassen zu ihrem Nennwert Ln Zahlung genommen, und zwar die Münzen zu 10 Groschen bis zum Betrage von 20 Schilling und die zu 2 und 1 Groschen bis zum Betrage von 2 Schilling. Ferner werden sie von den Bundeskassen nach Maßgabe 'der jeweils vorhandenen Kasse nbestände gegen Banknoten in Verwechslung genommen; bei den Kassen der Oesterreichischen Natiorvalbank geschieht die Verwechslung gegen Banknoten in unbeschränkter Menge. H-knsichmch 'des Privatvertehrs ist ftstgesetzt, daß alle- Zahlungen, die in Schillingen geleistet werden können, in diesen Minzen nach ihrem Nenirwert entrichtet werden können; doch ist niemand verpflichtet, Münzen zu 10 Groschen im Betrag von mehr als 1V Schilling und Münzen zu 2 oder 1 Groschen im Bewag van mehr als einem Schilling in .MhiUNg zu nvh- 1. tfckHür 1925 M. AM nun. Die Münzen zu 1000. 200 und 100 Kromn sind &tfc folge «des Schillingvechnung7esctzes bi's zu ihrer Ei-nztthllng für! 0. 2 und 1 G rosche n a n z n w e h nt e n. GchiMnsirechnunft auf den Bahnen. Vom 1. März d. I. an wird auf allen österreichische!: Eisertbahneit in derett g^cnseitigem Verkehr sowie im Verkehr mit den Bahnbenützern die Schillingwähvung Anwendung finden. Der Brolvrek. Die BrotfaBrikanten beim Bundeskanzler. Gestern vormittaas sprach unter Führung des Nation nalrateS Bundesminister a. D. Heinl eine Abordnung einer Anzahl Wiener Brotfabriken beim BltndesVanzler Dr. R a m e k vor. Die Abordnung wies «daraus hin, daß die unaufhaltsam ansteigenden Getreide- und Me.hlpvei.se den Broterzeugern ein Bei behalten der jetzigen Verkaufspreise unmöglich machen und daß eine Aussprache mit den ressortmäßig berufenen Regierungsstellen über die Frage der Brotpveis- M.dung ehestens stattfinden sollte. Der Bundeskanzler nahm die vorgvbrachten ArMmente zur Kenntnis, worauf die Abhaltung einer solchen Aussprache für einen der allernächsten Tage in Aussicht genomnten wurde. Die Zukunft der Hammerbrotwerke. Bon sachmänm.scher Seite wird nuS mitgcteilt: In Fachkreisen verlautet, .daß sich bei dem Versuche, den Aktien-, besitz der Hammerbrotwerlc an ein ausländisches Konsortium abzuistoßert, mannigfache Schwierigikeiten ergeben halben. Bekanntlich hat der Präsident der Union.bank Herr B o s e l, der 'bereits seit zirka zwei Jahren 40 Prozent der Aktien besitzt, die restlichen 60 Prozent von der svzialidemo-- kratischen Partei käuflich erworben. Er hat dies keineswegs in der Absicht getan, fcfibft als Produzent zu fungieren, sondern unter dom Zwange der Verhältnisse mit der Absicht, den Gesanttbesitz möglichst rasch abzulstoßeru Nun haben sich bei diesen Verkanssversnchen Schwierigkeiten ergeben. Präsident Bosol hat nicht nur Kapitalien in das Unternehmen investiert, sondern haftet auch für große Darlehen, die im Lause der Zeit von den Werken anfgenomnten wttrden. Der neue Besitzer wird also nicht nur den Kaufpreis erlegen müssett, sondern hätte auch für die sofortige Tilgung dieser Darlehen, für welche unverhältnismäßig hohe Zinsen gezahlt werden, zu sorgen. Ich erinnere daran, daß ich in der „Wiener Movgenzeitung" bereits vor Wochen darauf verwies, daß die Zinsenlast uiü) Girospesen der Werke die Ursache ihrer Krise seien. Es ist begreiflich, daß unter diesen Umständen die eventuell in Betracht kommenden Käufer für das Mtienpaket weit niedrigere Anbote stellen» als Präsident Bosel, aus 100 Prozent der Aktien umgerechnet, 'bezahlt hat. Andererseits ist cs verständlich, daß Präsident Bosel sich schwer entschließert kann, solche effektive Verluste, zu welchen sich rroch be-deutondc Verluste an Zinsen im Girogeschäft hinzugeselleir, aus sich zu nehmen. Jedenfalls besteht aber die Notwendigkeit, rasch M einer Abwicklung dieser Transaktion zu fommen, da bei dem Riesenbetrieb jede Derzögerung Kt schweren Kompli'kotionen führen müßte. Fine Beschimvfung der Wischen Amte. Hakenkveuzfrechhert. Das Wiener Wochenblatt der Nationälsazialistekv ertthAt in seiner letzten Nummer die folgende Niederträchtigkeit: 8 Avme, unterdrückte „vaterlandsliebende" Inden, wie ist Euch um den internationalen Ruf unserer Hochschitlc dauge! — Habt Zhr beim ganz oairanf vergessen, daß einzig Ed allein Ihr oiesoin Rufe auf Schritt und Tritt schadet durch die Unzahl unlauterer Handlungen Eurer „wissenlchaftlichen" Vertreter? Stellt nicht Ihr bas Hauptkontingent »er Provision gebenden und ne hütenden Aerzie, bottten nicht diese die bei ans Heilung suchenden Ausländer sowie alle Schichten unserer Bevölkerung ans das schamloseste aus? Waren es nicht durch die Bank Eure Staiuntesgenossen, die i h r e amtliche Stellung als Krankenkassenärzte dazu mißbrauchten, arische weibliche Patienten „eilt*, gehender zu n n te r su chen" als erforderlich? Dringt der Ruf dieser echt jüdischen Taten nicht weit über mtsere Landesgrenzen, mit dort, tiu Auslande, auch unsere 'bodenständige Aerzteschaft mit Eu-rent Kote zu bespritzen, weit Eure internationale Presse sich wohl hütet, eiiungestel>en, daß es sich bei all diesen Skandalen nur um?tugehörige Garer Rasse handelt? Natürlich bleibt der Verfasser dieser Lumperei im Dunkel der Amniynrrtät. Er zeichuet ,/Dpathaua-unucius^ <Kin freigesprochener Leichenschänder. München, 31. Jänner. Die Straifkammer Würz» bürg n<ls Beritfmlgsinstauz sprach den völkischen geordneten Streicher von der Anklage des Vergehens gegen das RepMikschutzgesetz mit der Begründmtg frei, daß ihm das Belvttßisem der Strafbarkeit bei der 2lcitßerung gefohlt habe. Streicher hatte in einer natiomlsozialisstischen Bvrsamntttmg erklärt, Rathenaus Gebeine seien nicht würdig, i-n geweihter deutscher Erde zu ruhen; mau lverde ' sie eines Tages a u § g r a b e n und über die Grenye schaffen. Eheschließungen und Konfessionsänderunge» in Wien. Int Jahre 1V24 wurden in Wien 18.713 Ghen, davon 2373 Zivilehen, geschlossen. Damit ist der tiefste Stand seit Kriegsende erreicht, was mit den krisenhaften WirtschaftSvevhältn!sseit nnd der Wohmmgsnot zusanvmenihängt. Die Zahl der KonsefsiouS änderimgen hat zugenommen. Int Jahr« 1924 träte» 12.0'>2 Personen ourti ihrer Konfession aus, davtzsi erklärt " : festionSlos zu bleiben.

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