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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-28 · Heft 2134 (28.1.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2134 (28.1.1925)
Date
1925-01-28
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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1 I ■; W #tHc r4 Wien. Mitilvoch Wiener Movgen-eitnng. '' 28- Jänner 1SS8 Rr. ASt Aus der Wiener jüdischen Semeinde. Leffentllche Sitzung. Äm Montag abends trat der »teugewählte Vorstand der Diener jüdischen ÄultusZcincinde zu seiner erste» öfferit Irchen Plenarsitzung zusanrnrerr. Den Vorsitz fShrte der Präsident Professor Dr. P i ck. Seitens des Sekretartates wurd? der PrSfidkakdettcht erstau.ci, der» »vir die folgenden Einze-lheiteu entnehmen: Das Präsidium und das Bertreterkollogium haben es als eine ihrer ersten Aufgaben betrachtet» für den geregelten Dien st g a n g im Botriobc der Kultusgenreinde Vortsovge zu rrcsieu. Das Präsidium hat Veranlassung genomnven, alle Gruppen dcr bei der Krrltusgeintentde dauernd und Harry tomtl ich Angüstelltcn riir^nladen» sie der wohlwollenden Dohairdlung ge rechtfertigter Wünsche und Begehren zu versichern, dabei jedoch aus die Pflicht jedes einzelnen hmMveffen. der Genreinde im Rahnren seines Wirkungskreises und im vollen Urnfange feiner Dienstcsrblicgenheiten das Beste zu leisten. Es wurden Bor ketzrungen getroffen, um die pünktliche Enchabtung der A'-bcits zeit mro Arbeitspflicht zu gewährt erster: uu$> es wurde, Lein Wunsche der Gemeindemitglickrer Rechnung tragend, d i e Zeit süreen P a r t e i e n v « r k c h r i n d e n A e m t e r ir bis 1 Uhr mittags ausgedehnt. Das Präsidnrm nnd oos Vertrererkottegium haben fevner den Umsang der Kompetenzen auf Grund des geltende» Statutes »rrd der geltorchen Geschästsotarlung klargestellt. Zur Bchchüemrigrrng der Erledigung lauserrder Angelegenheiten wurde vom Bortreterkollrgium, cnWrechend dem Plenavbcschlnff« vom 5. IM 1SSS, eine Geschäftsei,rtcrlnng getroffen und ftzr dir Vorberritnng des Budgets pr» 1S?ö etit Dreierkomitee, bestehend aus den Herren Dr. Dsjcher F r i e o m a n n, Kommerzialrat Max Markus u-pd Regterlmgsrat iHr. Hermann Oppenheim bostefft,' endlich Dr oie Beharrdkrtng lausender Personalawgeiegsrcheiten, welche leine dauernde Belastung bringen oder von grundsätzlicher Bo oeutrmg sind, ein Dreierkomitee aus der Mitte des Vertreterkollagiums, bestehvzid ans den Herren Hx, IM T ichp, DoNor Leopold Plaschkes und Dr. Edwin Bader gewMt. Das Präsidium hat ferner Veranlassung genommen, sich venl Bundespräsidente«, dem BundeÄarrzler und dem Bürgermeister und Landeshauptmann von Wjxn vorFusteÜLn, ferner vem Bundeskanzler a. D. Polizerprüsidsnten Schober; bei siesen Empfängen kam das wvhLvolleüde JNtercsie dieser höchsten Funktionäre für die Kusiusgenternde als solche girnt Ausdruck. Für Sonntag den 18. h. hatte das Präsidium die Sitzen oer Sanitätsbchörden, die Vertreter der Presse, die Mitglieder des KnltpsvWstcuches der «chgejquWM FllrW-uMxjche Wh die neu in. den Vorstand cingetreteiten MWieder der derzeitigen Funkrionsperiode zu einer Besichtigung des in allen Teilen renovierten, -mit einer neuem Heizim-gSanlage MsgestMeten und zweckentsprechend erweiterten Spijales der Jsrnlitlschen Knltnsgemtinde eingeiaveu. Aus der Fülle der seit der letzte» Plenarsitzung opm Präsidrum und vom Bertreterkolle-gium im ebenen WirkuirgÄreffe vollzögeiml Erledigungen seien die folgetche» gchet Rltye'lqgenhe-itrn wegen ihrer besonderen p ri «zip i e lle n Bede ut n n g heroorgehoben: Ein ln der vergangenen Woche verstorbenes Gemeindemitgltetz hatte tetzttyjllig depsügt. das fei» Leichmm singe? äschert, die Unre -in ferne Heima-tsgemeinde nach auswärts überführt u,ch dyrt, wist er es sich bereits zu L-chzeiten gesichert habe, unter Intervention des Rcchbiners »lch Kantors beerdigt werde. Die HiirtevMeibenm hatten mit der Gemeinde Men- Städtische LeichenbüstattU'Ng das Mkomm-eN getroffen, daß die Leiche am Sohhqt vom Tranerhaasr abgeholt, ük- Krematorium überführt Mb an diesem Tage die Ber-bvennung vprgenonunen werde. Alle Bemühungen des Präsivmms und der Aemter, die HinterAtebeirm von dieser das religiöse Gewissen eines großen ToÄes der Gemeindeangehörigen beleidigenden Abmachung adgubringon, waren erfolglos. so daß sich das Präsidium gezwmrgen sch, seinen Mrfften Protest gegen diesen Vorgang bei den zuständigen Stellen des Magistrates oinzubringen. Es wird vom Knltusvorstqnde beim Bürgermeister in dem Sinne eingüschritten toechm, daß die Städtische Leichenhestchtung deir Auiftrag echAt, Bchellungen van Cinäischenmg Mischer Leichen für einen SamStag grimd? sählich rvbpüehiten, bezichungSwpff« nicht rntgegerMnchmen. Vorn BnndeSministeviunr für Land- und ForsWivtschaft isr an die Gemeindebchörden. hie Tierärzte und die Gen- Sarmeriekummanden in letzter Zeit «in Erlaß gerichtet lyor- Sen, mit ivÄlchem diese Dienststellen beauftragt tverdvn, dasür zu sorgen, daß Schlachtungen mm Pich nur nach voran' gegangenem Stirnschllag Vovgenonrmen werden. Es soll fer? ri«r überall dort, wo eine SchlachthariSochnung besteht, di-eselibe in diesem Sinne ^geändert werden. Diese Ve rlügu ngenkämen «ins» Schächtvsrbste gleich und stelle« eine neuerliche Anfrvllung jemr Frage dar, dke bereitln den Jahren 1908 bi- 1V0S die zuständigen Behörden und den BevwallungSgerlchtShof beschäftigte. Der Berwalturrgsgerichtshos hat damals in einem wohlmotivierten Erkenntnisse «ine gseichavtige Maßnahme, dte Vom Melier Gomeinderate beschlossen war, als ungesetziich ausigehoben. Das Präsidimn hat sofort, als es von dem Erlass« des Bundesminfftermmfür Sand- und Forstwirtschaft Kenntnis erhielt, in «Hpvcchsndo» Eingaben an Vas Bundesrniniistcrin.nl für Unterricht (Kultus), dac Bulkdcöministeriunk für Land- und Fovststvirtschnft und den Magistrat der Stadt Wien als Landesvsgiörunig Wien dis Zrlrücknahme, bsziiehungstveisc oas Unterbleiben der gegenständlichen Maßnahmen gefordert. lReich^eitig ronodell sämtliche KÄ tuKgemeinven Oesterreichs dorr diesem Schritte in Kenntnis gesetzt. Das Präfidillm kann schließlich berichten, daß, was wohl bei tvenigen Institutionen gleich großen Unrfanges der Fall sein dürfte, der RechnnngSabschluß und die Brtenz für das Perwailtnnigsjahr 1921 fertiggestellt siild, so vaß die Ausarsbeitmrg nlid die Beratung des Voranschlages für das Bevwaltmlgsjahr 1923 bereits unter Bcdachtnahme ans die vollst-andigon Ergsbniszissrril des Jahres 1921 und zugleich lmt der Verabschiedung des Rechnungsabschlusses wird stattiftildeit können. Das PevtoaltungSfahr 1921 schließt mit ernom Gebac-üngsd-.'flzit voll 1.086,090.000 K. bei einem GesamtauS-gahenctrtt von 96.287,000.000 K. :>!ach Erftaillmg des Berichtes wurde über dreri Anträge de-, jttabö für soziale Arbeit Verhandelt. Der erste Antrag, loonach eine Reform des Wahlstatutes Vorgeschlagcrl wird, wurde dcn Parteiklnbs zur Beratrnlg zugewiesen. Zweitens wurde beantragt, ein Amt für soziale Fürsorge zu errichten. Das Dsrtroterkollegiunk ermwerte daran, daß sowohl eine Zentralstelle für soziale Fürsorge als auch eur Fürsargeam: im Rahmen der Kultusgoineinde bestche und gab der Ansicht Ausdruck, daß es sich hier höchstens »nt Reformvorschläge handeln könne. Der dritte Antrag beira-f di« Oeffent>lichkert der Sitzungen. Nach dem Statut ist es dem Ermessen des Präsidenten überlassen, die Ocffentlichkeit der Sitzung.-,! ausznsprechen, mit Ansnahmc der Sitzungen über Sta-tutenälldcrungen. über Verabschicdmlg der Rechnungsabschlüsse und des Budgets. Das Vertreterfollogium hat an den Präsidenten das Ersuchen gerichtet, so oft als möglich und es nach den Verhandkungsgegenständen tunlich ist, öffentliche Sitzungen einznberusen, wobei jedoch mit Rücksteht auf die beschrankten Raumverhältnisse Einlaßkarten -ckuszugeben sind. Sodann wurde die Wahl der Mitglieder in die Kommissionen und Kuratorien und der Vertramnsmänner für die Bezirkskommisi'rouen borgonomanen, Femrer wurde ein Komitee für den Nearbau des Zeremonteugebäudes auf dem Nmen Friedhof geitvählt. Für einen Hausantemf des Bechausvereins „Emnnas Otvaus" wurde ein unverzinsliches Darlehen von 46 Millionen Kronen gewährt. Für Durchführung van AhgptievungSarbeiten nn Steuer amt Wurden 70 Millionen und für die H e i z u n g s a n l a g e auf dem Zentraffrtedhofe 30 Millionen bewilligt. Dgs Spital der Kultusgemeinde erhält' für Alffchaffungcn und Investitionen 436,400.000 K. Die übrigen Punkte der Tagesordlrung, „Steuerschküssvl pro 4M" und .Beschlußfassung über ztvei Fälle der Anrufung dez Schiedsgexichtes der Kuitusgxmeinde" wurden in der darauffolgenden nichtöffentlichen Sitzung verhairdelt. As Wahlen mm vreußisch-Iüdischen Landerverband. Bernstein ^nd Oskar Cohn. Berlin, 21. Jünger. (I. T. A.) ,Jir einer Wahlvevsa'MMing her Poale Zio», die den gut 1, Jchrngr stattsinHtzn-en Wahlen in die preußisch-jüdische Loudesdßrsn.mntittflg Mt, sprach MN 19. d. als erster Redner Eduard Bernste i-n. Die Bersammlwng «nchflng ihn mit stürmischem Beifast. Bernstein sagte unter anderem: tteherall ist jetzt die Reaktion am Werke, -u Nl die demokratische Entwicklung Kurtückzudrängen. Die jetzt vor sich gehende Jllden-Hetze trügt den 'Stempel der Fälschung und des Betruges an sich. Sie geht nicht ans dem Vdl'ke hervor, sondern sie wird in das Volk hineingeträger:. Der Terror ist so starE, daß viele Gegner des AntifemitiArnius zurückweichen und Konzessionen machen, wie dies jeder im öffentlichen Leben Stehende merken kann. Auch die Arbeit des Verbandes nationaldeutscher Inden ist ein« Konzession an den Antis e m i t i s m u s. J'nsofenr diese Arbeit ehrlich ist, ist sie e ine Torheit. Bernstein schlsderte'-dann seine eigstle Ettttvicklnn-g als Jude. Mein Vater war ein armer Lokomotivführer. Wir waren zehn Kinder im Hause. Die Pevhältnifse waren sogar unter dorn proletarischen Nivea.» und so endwlcke'l'te ich mich zum Juden und Internationalen. Das steht niit dem deutschen Empsindon Nicht im Widerspruch. Ich kann mir keinen deutschen Juden denken, der sich nicht mit seiner deutschen Heimat eng verbunden fAM. Ich bin detitscher Jude. Das ist genug. Die Betonung, daß man na t i o n o.l de u tsche r Jude ist, ist e i n Zug e st ä n d n i % a n die Feinde. Auch in der Landesversamnckung werden Kräfte im Sinne e i n e s Z u g e st ä n d n i s s e s an die Neaktion und den Antisemitismus ivirken wollen. Es ist nun die Ausgabe der jüdischen Ar>be!terschaft, möglichst viele Kandidaten in dte Landesversammlnng hineinzuibringen, damit jenen Bestrebungen ein Gegengeivicht geboten iverden kann. Abg. Dr. Oskar Cohn wleö auf die geschichtliche Bedenttmg de's organisatorischen Zusanimenschlnsses der preußischjüdischen Gemeinde hin. Die alte Gsmeindeordnung berrrht auf dem Gesetze von 1871. Dieses Gesetz batte die Tendenz, d i e ' I ii de u h c t ( a u z c rs-pli trern,!>r nach der Meinung des alte n P o l i z e i» staates die Inden als ein angeblich unrubigeö Vlemont j in d-en Schranken gehalten werden müßten. Die lnug der jüdischen Gemeinden, namentlich in den Großstädten. ist eine so rapide, daß mit der alte» Ordnung nicht mehr auszukomnten ist. Ein Beispiel gibt Berlin. Ml Jahre 1840 lebten hier 670V Juden, 1912 schon 116.006, heute wahrscheinlich mehr als 200.000, Da sind die Aust gaben mit den Mitteln der bisherigen Gemeindepolitik nicht mehr zu lbew-ältigen. Der Aufbau des arbeitenden Palästinas und die Vorbereitung der Chainzim gehört ln den Aufgabenkreis der Gemeinde. Dieser Aufbau ist nicht allein für das Judentum, sondern für alte Völker wichtig. Scheitert dieser Aufbau, so bedeutet dies ein Fehl schlagen aller sozialen Slufbauteudenzen in der Molt. Wien, 28. Jänner. * Jnaeni«,» Heinrich Grünverg gestorben. I« 44. Lcbensicchr ist Jnoeniarlr Heinrich G r ü n b - r 6. gestorben, Ein groWgiger ftauiftitamt, hat er in Wien anschnliche Pank- Und Warengeschäfte betrieben, und war einer der ersten, der nach BeendteMa des Krieges erfolgreich die qefchäskliche Verbindung zwiischsn Ossterreich und Rumänien wieder aufnahm. Auch er muß als Opfer der gegenwärtigen Wivtlschasiskrite mp Loschen tverden; der Kamps um die Erhaltung, stimr goschäftsichen Organisationen evschütterte seine ohnedies nicht starke Gelsuiidoeit. tveshalib er einer verhältnismäßig leichten Infektion ra,sch evliogen rnußte. Ingenieur Grünberg, ein nationaler Jude, hat sich nur den jüdischnationalcn Gedanken reiche Ner dieuste erworben. Das Leichenbegängnis findet heute vovmUtags auf denk Zentralfriedhof statt. * DaS Wetter. Jil (\am. Oesterreich herrscht bei Micher Luftströmung trübes, kaltes Wetter. In der Höhe dürfte eine Westistvörmk-kvg kalte Lust heransich''en. so daß ©djueefäu« zu erwarten sind. Die Voraussage lautet: Trüb, Schneefall in Aussicht, Frost etwas genkild:rt. * Die Lebensmittelmärkte. Der Hauptvevkchr kouzerk irierre sich gestern auf die Gemüfornärkte. Im Vordergrunds stand der N'aschmarkt, der mit Kartoffeln mw Kraut wie anrl nii-t Importwaren ziemlich günstig dotiert wurde. Allein auä inländische Erzeugnisse langten in auSreichendsn Mengen e'm Spinat und Kochsalat hatteu sich neuerlich mäßig int Preist verteuert. Die Obstzufuhven Überwegen den Bedarf. Auck Butter und Eier würben irr genügenden Mengen, die der Nach' frage entsprachen, auf die Märkre gebracht. In der Großniarkl Halle hielt sich der Verkehr ln bescheidenen GrerMiu Nanr-eut lich der DoLallffeischmarvt ließ viel zu wünschen Übrig. Preis' vorläufig stabil. * Sparet mit dem Wasser! In den letzten Tagen ssich di« IwMsse aus Heiden Hochguellenleitungen etsvas günstiger. Dir Bevölkerung wird aber aufmerksam gemacht, daß die HituÄion nach wie vor schr erivst ist und es daher drnr>;p:nd notwendi,-, Ist, mit dem Wasser zu sparen. * Das R.inigungSgeld bleibt unverändert. Nach einer Bssprechung aller Interessenten hat der Buvgevmeffter verordnst. daß das Neinigungsgeld in der bis jetzt goltsrchen Höhe auch am 1. Fobruar zu bezahlen ist. * Reue Verhaftungen in Grünhach. Wie die NicherSsterretchitsche Landeskorresponden; mstteilt. würden Montag jn Gvüntbach neuerlich sieben Arbeiter verhaftet. Die Vephafj-eten wurden in das Kreisgericht Wiener-Neustadt eingvliefert. Damit soll die Reihe dxr Vevhafturlgeu ihr Ende gefunden haben. Morgen findet die Äbstimm-ung ÜM die Vorschläge dar Werksdivettion statt. * Arheiterentlaflungen am Spullersee. Aus Bregenz wird gemeldet Uober A-uiflrog detz Mlener EkektrifizieruWäamtes wirb der Arbeiterstand des SpullerseewsrkeA qus 1ö0 Mann herabgesetzt, w:i>urch etwa 300 Arbeiter bis zur günstigerell Bauzeit entlassen wech^il mußten. Die erste Turbine des Gpultersoewevkes wurde bereits in Gang gesetzt. * Berglüuderbundkulturidhll. Aus Ried wich gemewer: In Eber sch w a n g hat sich ein aufregender Vorfall zugetragen. Der Gemeindearzt von Pramet. Dr. S t e g e r, kam m das Gaschaus Taps und fragte nach dem Tierarzt I w e i - müller. Als er erfuhr, daß dieser im Gasthause Haiderrthaler zu treffen sei. begab er sich dahin und verschaffte sich am Woge in einer FlHffchhauerei «inen Ochsenziemer. In Hein Gasthaus« war oben der Lchrer Friedrich Buchbergcr an wchend. Dr. Sieger stürzte sich ans Buchberger, der ähnungs los mit schriftlicl)«n Arbeiten 'beschäftigt war, versetzte ihiu einige Ohrfeigen und Hiob auf-den Unglücklichen mit dem Ochsenziemer derartig eilt, daß der Mißhandelte schwere Blut' »mteAanfungen und Wunden am Kopse erlitt. Die Wirtin, die Buchberger zu Hibfe kommen wollte, wurde von Dr. Sieger tätlich bedroht, nnd erst dem Wirte gelang öS. Bltchberger zu befreien. Erst setzt bemerkte Dr. Stöger, daß er sich in der Person geirrt hatte, entschuldigte sich mit einigen Worte» und erklärte, er werde dem Mächten Tierarzt schon belkoimnen. Der Vorfall ist aus Eifersucht zuxückzuiühren. Gegen deu gewa'lt tätigen Arzt wurde die Anzeige erstattet. Eisenbahnunfatt. Die Geueraldirektion der Oasterreichischen Bundesbahnen teilt mit: In Reichraming auf der Linie Gaisbach-^Warbberg—Klvin-Reisling ist am 86. d. der Por» sonerizug 1113 infolge falscher Weichenstelluilg aut das MagazinSgleis eingefahre-n, wobei er auf dort stehende Wagen leicht auffuhr. Die Lokomotive wurde hierbei lelchr beschädigt. Verletzt wurde niemand. Erhobungen sind eingsleitei. * „Krone nnd Fessel", die neue AuöstasinngSrevue im Zirkus Hageubeck. H«-ute fsi-det die Erstaufführung deS in von dott nnd Paris mehr als tausendmal gespielten Sensations stüches „Krone und Fessel" von Siegfried B. Lutz statt, nachdem desselben Autors „Jagd um die Erde" mehr als drei ^i'ionate in Wien das Tagesgespräch gebildet hat. Wildbewegte Bilder, eine nnnntevürocheno Kette packender Geschehnisse führt den Beschauer in die wilden Gsgenden Zentratasieus. Ein Stück der wildesteil Leidenschaften, ein Drmna ans dem Loben jeiter asiatischen Völker wird gezeigt, in welchen honte noch die Blutrache Eroignffse zeitigt, die unsere an westliche Kultur gewöhnten Augen wte Ausschnitte aus dem dunkelsten Mittelalter an muten. Die grandiose Revue geht im Rühmen einer völlig neuen Ausstattung unter Mitwirkung von 300 Personet» und einer großen Tscherkessentrzchpe in Szene. Die melodiöse Mnsit staimnt von dM berühmten Mikcido-Konchonisten Sullivan. * Vom Zionistischen Landeskomitee. Das Zivnlstsich« LandrSkomitee teilt mit: Aus technffcken Gründen erscheint es notwendig, die am Schüttel (Schüttelstraße, Böcklinstraße, Rustenschacher Allee. Kurchauergasse, FriedenSgasse IosefXÄan- Ga/se, Tiergarteustraße, MittelSvachstraße. Halnrgasse usw.) woihuen-sn GesiitnungSgenosssn bei der Zionistischen Bezirkssektron Landstraße zu organisieren. Die betreffenden Gesinnilugsgenosssil werden daher ersucht, sich Sei der Zionistischen PeziMmion Landstraße. 8. Bez., Lülvengall» SS (Cafe ©• vrgna). ten Sekretariat Mittwoch vor» 8 bis io lloe a-envs jpt melden.

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