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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-23 · Heft 2129 (23.1.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2129 (23.1.1925)
Date
1925-01-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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JBeiie 4 Wien, Freitag ler «Min«,'ahn auf Im katholischen Friedhof. Zur» Tode des ungarisch«« Politikers «storin. Gestern nachmittag wurde -er vor einten Tagen ücchovbcne Gwßlndustriclle und Politiker Dr. Franz Chor in auf dom Kerepeser Friedhof in Budapest zu "-mbL getragen. Die Traucrzeremonie samt Einsegmrug der Leiche vollzog Abtpfarrer Koloman KovacS mit großer Assistenz. Auch sonst war große Assistenz «bei diesem Leichenbegängnis. Handel, Industrie und Finanz, aber auch die Politiker -er „Milte" tvaren erschienen, rveil es standesgemäß ist, beim Leichenbegängnis des alten Franz Cborin „bemerkt" zu werden. Die Matter veröffentlichten Dntzen-dc von Traueranzeigen der verschiedenen großen Unternehmen und auch Ministerpräsident B e t h l c n und ^ndelsminister Wal ko sandten an den Bund ungarischer FabrikSindulstrieller, dessen Präsident Chor in war, Beile idsdepe schon. Sie versichern, daß die gesamte Industrie Ungarns als Leidtragende an der Bahre dieses großen Schöpfers und Förderers der ungarischen Fa-briksindustrie stehe. ' liluch das magyarische Judentum steht au: Grate Franz Chor ins, auf den es einstmals stolz gewesen tvar, den es als großen Sohn magyarisch-jüdischer Krülnr nnrschmeichelte, bis er ihm eines Tages entlief und sich in den Schoß der alleinseligmachenden Kirche legte. Das war damals ein furcht-barer Schlag für die magyarifche Assimilation! Denn Franz Chor in war der Enkel des berühmten .Araber Rabdimrs Aaron Chorin, der wegen seines magyarischen Chauvinismus gar oft in schwierige Situationen kam. Aaron Choriu war der Begründer der bewußten Assimilationsbewegung Ln Ungarn und seine veligiöspolitifche Richtung war eine der Hauptursachen der Spaltung unter den ungarischen Juden. Auch der Vater des .setzt verstorbenen Franz Cihörin war als Nachfolger Aarons O b r r r a b b i n e r von Arad und der radikalste Asiimllant. Franz sollte Rabbiner werden. Er genoß Unterricht in Talmud und sonstigen hebräischen Wissenschaften. Die Budapester ungarischen Blätter haben in ihren Nachrufen hervor, daß Franz Chorin es der talmudischeu Disziplin zu danken habe, daß er einer der größten Juristen und WirtschastSpolitiker seiner Zeit war. Franz Chorin war der erste Jude, der zum lebenslänglichen Mitglied des ungarischen Magnatenhauses ernannt wurde. Das war damÄS so eine Art Ausgleich mit dem Judentum. Chorin war Jude und gleichzeitig Vertreter der Industrie. Die Assim'rlanten jubelten. Franz Chorin hatte also als Jude mir historischem Na-men die höchste Stufe einer glänzenden Karriere erreicht. Nichts — weder Politische, noch materielle oder gesellschaftliche Ambition — konnte ihn bewegen, das J udentum als lästigen Hemmschuh abzustreifen. Er tat dies, weil er in gerader, jäher, assimilatorischer Ablvärtsbewegung schließlich sein Leben so abschließen wollte, daß bei seiner Bestattung „der AbLpfarrer Koloman Kovacs mit großer Assistenz" und nicht der Qberrabbiner Dr. Simon Hevesi mit großer magyarischer Phrase die Trauer- Zeremonie vollzog... _ —sz. Ser in Budapest veMwuadene flaufmann. Ein Betrüger. i' Wie kürzlich gemeldet, hat der Direktor einer Wiener?!kieugesellschaft, Engelhardt, die Anzeige bei der Buda-- pefter Polizei erstattet, daß -er Kaufmann Jgna; K-urzfeld Hr Beginn des Jahres nach Budapest gereist sei u«nü> Valuten -um 200 Millionen -Kronen mÄgearormnen habe, am 7. v. hätte zurückkehren sollen und bisher nicht eingetragen sei. Direktor Engelhardt habe der Vermutung Ausdruck gegeben» daß Kurzseld das Opfer eines Verbrechens geworden sei. Nun ist cs wohl richtig, daß Ignaz Kurzfeld verschwunden Pr es ist aber wahrscheinlich, daß er durchgegangen ist. Gegen ihu ist jetzt von zwei Wiener Kaufleuten die Getrugsanc i g c erstattet worden, da er von ihnen zwei Waggons mit Slidfriichten um 200 Millionen Kronen gekauft und übernommen hatte, jedoch dann nach Budapest gereist war rmd sich u ich: mehr blicken ließ. Einer der Kausle-ute fuhr nun nach Buda-;-st um Lr-mittelte dort die Freundin des KurzfeD, die chm nm.eür:, daß der Mann schon am 24. vorigen Monats aus Viidaocst verschwunden sei. Die Südfrüchte hat e-r weiterverkans: und die Beträge einkasiier-t. Ser Anrglelch der Modernen Theater». Direktor Geyer über die Gründe der Krise. Das Moderne Theater sah sich infolge des schlechten (...cyäftsganges und der dadurch entstandenen Unmöglichfit., bk Gläubiger I» befriedigen, veranlaßt, vorgestern veim Handeksgericht den Ausgleichsantrag einzubringen. Diesem Antrag wurde auch gestern stattgeg >' b e u. Neber die Person des AuS^leichSverwalterS herrscht noch keine Klarheit. Die Passiven belaufet, sich aus i •’-,7 Milliarden, die Aktiven ans 8,4 Mllürrden. In den Aktivs figuriert das Inventar und der DhoaterfnnduS N'.it 8 Milliarden. Ms Hauptgläubiger erscheint ein ge« ivisser Hemy Goldberger mit 11,7 Milliarden für Aoaptierungskoskn. Die übrigen Fordenmgen resu'ttieren ul.'ist aus Sachliefernngm. Die im Zusammenhang damit o.r breiteten Gerüchte, daß auch die Kammerfpiele, die ebenfalls unter der Direktion Geher stehen, bald zu dem gleichen Tchritt gezwungen sein werden, entsprechen, wie unS mitv;: Hf ivird, nicht den Tatsachen. * Einer unserer Mitarbeiter hatte Gelegenheit, rmt Di" i.iiov Geher über den Zusammenbruch des Modernen L lMlers zu sprechen. Direktor Geyer hat, wie er ausführte, WS yrt*imit einer S chu ldenlast va.p 1^5 MAttttdßN _Wiener Morgenzeitung. üfcvucmnieit. Äußerem mutzte er 3 Milliarden Schul? den an dm Erbauer des Theaters übrrneh'Nen und hat bereits 1 Milliarde investiert. Täglich werden in den beiden Theatern (Modernes Theater und Kannnerspicle) au R ü ckständen für Lustbarkeitsabgabe 3,5 Millionen eingehoben. Das Tagesetat des Theaters bei der zuletzt ausgeführten Operette „Ta Lonche" betrug ohne Lustbarkeitssteuer, Tantiemen, Waren»msatzsteuer. Einkommensteuer usw. 18,5 Millionen. Die ausgenommenen Posten machen täglich zusammen ungefähr 9 Millionen aus, so daß an täglichen Ausgaben ungefähr 27MMonerr zu präliminicrcn sind. Die Einnahmen betragen aber durchschnittlich uirr 20 bis L2 Millionen. Die hohen Steuern tragen, wie Direktor Geyer hervorhebt, nicht zum geringen Teil zur Entstehung dieses Defizits bei; auf eine Zbit der Konjunktur zugeschnitten, sind sie bei dem gegenwärtigen Geschäftsgang viel zu hoch. Die Hanptursache an i>em Zusammenbruch tragen aber die noch immer nicht abgabauten S t a r g a g c n. So beziehen. beifpielsweise in den Kammerspielen der Schauspieler Fuß monatlich 48 Millionen, die Schauspielerin Karrst 39 Millionen und Karl Farkas 15 Millionen. Die Musik kostet monatlich 43,5 Millionen. Ebenso verhält cs sich natürlich auch im Modernen Theater. 'Auch dorr werden täglich Eiuzelgagen von 1 bis 2 Millionen gezahlt. Extrahonorarc und Separatzulagen müßten anfhöreu, sonst ist der ganze Betrieb gefährdet. Die Gerüchte, daß Direktor Geyer bestrebt sei, nrrr die relativ besser gehenden Kammerspiele zu behalten und das Moderne Theater abzustoßen, bezeichnet Direktor Gey^b als unrichtig. S-elbst wenn ich diese Absicht hätte — schloß er die Unterredung —, so wäre es zurzeit u nmög l i ch, einen Pächter oder Käufer zu finden. _'_ las Begräbnis der ermordete» Berta Seißler. MasienbeteUigung der Bevölkerung. Tausende and tausende Frauen und Mädchen gaben gestern -er ermordeten Berta Geißler das letzte Geleite. Die Straßen des zwölften Bezirkes, durch die sich der Zug gum Meidlinger Friedhof bewegte, waren schwarz von Meuschen und das starke Polizeiansge-bot, das die Ordnung arrfrechtzuerhalten hatte, fand eine schtvere Au-fgabe. Wußten die Violen Frauen, die hinter den: Sarg ihrer ernrordeten Schwester schritten, daß ihr Zug eine Domon» stration gegen den Geist war, -er dem Wjährigen Studenten Bergmeister das Dolchmesser i-n die Hand gedrückt hatte? Dieser Mord ist mit der niederträchtigsten Sorgfalt vorbereitet worden rmd es ist noch selten ein so Kares Bild frechster gyrrischefter Meuchelet geboten tvovden. Das Mädchen hat ihn geliebt und ihm arglos vertraut. Aber tvLchrend er noch neben chr ging, ihr telephonierte, ihre Besuche empfing, dachte er nur an das Geld, das sie verwaltete. Während sie mit ihm plauderte, hisst er das Messer offen in der Tasche. Wo hat dieser Junge gelernt, mit deän Mordenvschlnß so leicht fertig $u werden? Nun, in den Kreisen, in denen er sich rroch ÄS Gymnasiast in Graz bewegte. Er gchörte der Mittelschü-lcrverbrndung „Cheruskia" an, einem der vielen auf das Haken« krvug eingeschtvorenen Devbände. In den Veusanrmlnngen der Schüler, >die selbstverständlich geheim sind und in der kitschigen Romantik des Derschwörertnms stattfinden, spielt die „Tat" eine schr wichtige Rolle. . Diese ,^Tat" ist daSseiVbe, was Techow und Genossen getan haben. Die Gymnasiasten nn-d Realschüler Iboreiten sich ans die Erlvfu-ng des deutschen Volkes vor am-d das Juden «Totschläger ist ihnen eine alltägliche Borsielln-ng, bei der sie sich nichts weiter denken. Sie hören es so von ihren Instruktoren, daß der Mord an don Juden eine heilige Sache sei, die man zur Erneuerung der deutschen Seele auf sich zu nehmen hohe. In Reden und Liedern wird ihnen das beige« bracht. Und wenn sich so junge, naive Menschen mit denr Blntrituale einmal befreundet halben, dann ist die Umstellung -der Begriffe nur mchr eine psychischer Zrcfall. Denkt niemand in Oesterreich imd in Deutschland <m diese fürchterlichen Folgen der Verhetzung? Die Wiener Polizei scheint daran gedacht zu haben. Der Tunnel beim Meddlinger Bahnhof mit der Tafel »Zugang zum Hochschiilecheim" — der nationMsazialistischen Bairg — N>ar von vier Polizistet: während der Leichenfeier gesperrt. Es wäre Mt, wenn auch andere Faktoren der deutschen Kultnrwckt mr diese Seite der Frage dächten .., s, v ptf *'*'■* Der Zug ging durch die Akbrecht -Berger-Gasie und WM)elmsttaße zur Philade'lphiabrücke und von hier dann zu-m Meidlinger Friedhof. Als der Sarg mit den Trägern und die Angehörigen das Geleise der Badener Elektrischen nach der Philadolphiaböücke passiert hasten und die Wache, um UnglückSfälle am Friedhöfe zu vechindern, den Nachzug der Mnge abriegelte, entstand ein geradezu I « 6 c n 8« gefährliches Gedränge, in welchem Zwei Frauen niederstürzten. Nur dem besonnenen Einschreiten der Kommissäre rmd einiger Wachsbeamten ist es zu verdanken, daß sich kein größerer Unfall ereignete. * «e «rlchsten. Aus Washington wird der Tel.-Komp. berichtet: DaS Finanzdepartonrrnt veröffentlicht eine Statistik, die für den enormen Wohlstand der Bereinigten Staaten bezeichnend ist. Danach haben im Jahre 1902 87 amerikanische Sten ertrager ein Einkommen von mehr als einer Million Dollar im Jahre einbekannt, im Gegensatz zu dem Jahre IM, als die Zahl .der Personen mit mehr als einer Million Dollar Jahreseinkommen in den Bereinigten Staaten nur 16 betrug. Der Statistik zufolge ha'oeu die ainerikanischen Steuerträger >im Jahre 1922 insgcsarnt 861,057.008 Dollar an Einkommensteuer entrichtet. Bon dieser Summe entfallen 49,517.689 , 2;1 Jänner 1925_ tot. 2129 aus die 07 Milüouäre. die über ein Jahreseinkommen von mein' aB einer Million Dollar verfügen. Bier Amerikaner staben für das Jahr 1922 ein Einkommen von in ehr als fünf Millionen Dollar fatirrt. Man .glaubt, daß diese vier Jchn D. RockescNcr, Henry Ford m* fein Sohn sowie der TäbaMnig James B. Dirke sind. Wien. 25. Jauner. * „Das Land ohne Hunger." Dre Staatskorrefpondeuz schreibt: Es wurde in letzter Zeit die Wahrnehmung gemacht, daß in Vorträgen und Zeitrmgsartikeln Abessinien als ein für die Einwand.r.iurg ivon Qcfterreichern besonders geeignetes Land stinacstellt und für die Auswanderung irr dieses Land Propaganda gemacht wird Dom gegeuäber sicht sich der Wan« deruugsdvenst des Bundeskauzlermntes auf Grund seiner verläßlichen Informationen zur Feststelluivq veranlaßt, daß für Personen, bk nicht bereits eine feste Anstellung vertragsmäßig zugesichert hoben oder die nicht über sehr reichliches Kapital verfügen, Abessinien — trotz scirves Reichtums und seiner großen EulwickLuttgsmöglichkeiten — keinerlei Fortkommensmöglichkeiten bietet. Deutsche und sonstige Einwanderer, die'das Land .seit Jahren kennen, halben heute vielfach Mühe, auch nur ihr tägliches Brot zu verdienen. Personen, die nichtsdestmvenigcr nach Abessinien mtszuwcmdern gciderrkeir, wollen in ihrem eigenen Interesse vorher bei der Auskunfisstette für Ausrvandercr, Wien, 1. Bez., Hoher Markt 5, oder ummUeUm beim österreichischen Kons lila t tu AddiL-Ababa unter Einsendung des Rückportos Erkundigllngen einzie-hen. Der SpirituS-Weber. Wie die Berliner Blätter mel- Leu, haben dic Ermittluirarn in der Affäre des Spiritusschiebcrs Weber, der nach einer abenteuerlichen Flucht in Prag verhaftet werden konnte, den Verdacht aiifkommeil lassen, daß sich Weber auch drr B r a n d st i f t n n g und des Be rs icher ll n g s sch w ind el8 schuldig gemachl habe. Am PfiivgstsamStag vergangenen Jahres entstand in I>ev Halle des Straßenbahrrhöfes in Berlin-Stahnsdorf, der von Weber als Lagerraum für Spiritiwisen gemietet worden war, ein gewaltiges Schadenfeuer, bei tvclchem eitldreiviertel Millionen Liter Spiritus ein Ranlb der Flaurmeii wurden. Die Löscharbeiten der Feuerwchr tvurden dadurch außerordentlich erschwert, daß die in der Nähe befindlichen >H y d r a n t e n unbrauchbar gemacht worden waren. Das abgebra»>rte Spirituslager war bei einer englischen Vevsicherungsgesellschaft mit fünf Mil-Nonen Mark versichert. Es besteht, wie die Blätter berichten, der drnlgeude Verdacht, daß Weber den Brand selbst/gelegt halbe, um sich in den Besitz der hohen BersicherunMüntme zu setzen. Der Hauptbeteiligte an Webers Geschäften, der Hallenser Händler Kopp, wurde an der holländischen Grenze verhaftet. * Die Tote von Purkersdorf. Arn 28. d. wurde an der Tiergartemilailer im Gemeindegebiete Burkersdorf die Leiche einer etwa 4o bis 45icchrigen Frau in sitzender Stellung aufgosunden. Sie zeigte keine Spuren äußerer Verletzuiweu. Nach dem Befunde des Arztes ift es möglich, daß die Frau, die gravid war, einem Herzschläge erlegen ist. Die Tore trug diilikekblauen, kleinen Hut. langen, schwarzen Man-tel, kleine, schwarze Pelzboa. weinrotes Kleid, braunen Schlasrock, graugrüne gestrickte Wollwoste. Sie hatte ein Kmldersacktuch mit Bildern und gesticktem Monogr-rnim „Emma", eine silberne Herretluhr, eine schwarze Brieftasche aus Segeltuch mit zwei Fächern, 7000 K. und einer Trasikabrechnung der „Wiener Morgonzeituug" bei sich, ist aber bei der Verwaltung des Blattes unbekannt. Mitteilungen sind an die Gendarmerieausfovschungsgruppe für Niederösterrc'.ch. Landstraße Hauptstraße 68, öder an -den lNendarmerieposten Purkersdoris zu richten. * Das Wetter. Die Temperatur ist werter gefallen. Dü Voraussage meldet: Meist heiter, sonst Temperaturabnahme * Die Lebensmittelmärkte. Die rückgängige Bewegimg der Fleischpreise im Gwßhandel machte weitere Fortschritte. In der Großmarkthalle, die gestern Fleiischvmportc rm Gewichte von 125 Tonnen aiOvies, wurden Rind- und Kalbfleisch neuerlich im Preise herabgesetzt. Die Detailpreise bleiben vorläufig stabil und dürsten sich erst am SamStag, deni Haupteinkaufs-tage, verbilligen. Der Naschmarkt verfügte auf den meisten Gebieten über bedavfdeckende Anliefernngen. Spinat und Zwiebel smd mäßig gestiegen,^wogegen Krpfler-kartosfeln um 200 K. hevaibgesetzt wurderr. Sonst bliabelt die Preise utwevändert. Auf dem Obstmavkte -langten steirische und italienische Acpfel, wie auch Orangen und Mail' darinen in größeren Mengen cm. Absatz langsam. Die Eier- Preis« gehen konstant zurück. Namentlich Kalk- und Kühlhauseier werden zu tief lherabgüfetzten Preisen abgogelben. * Jüdischer Saurmeltag. Der Wiener Magistrat hat der Zentralftelle für jüdifcho soziale Füvsorge für den 22. und 23. Februar d. I. einen Sammeltag zugunsten der Wiener iüdischen Fürisorgemstitution-en bewilligt. Das Bureau des Santimeltages befindet sich 1. Bcz., Seite>lstettengasse 4, 2. Stock. * Protestversamuilung der Kindergärtnerinnen. Die Berufsvereinigung der Kindergärtnerinnen Oosterreichs hat irr einer -Deösaman'lung Protest erhoben gegen den Erlaß des BuudeSinmisterimns für Unterricht, demzuifoligL die Abisol- Ventinnen der Frauen-Oberrealschule schon nach dredmonaligeut Hospitieren an einem Kiitdergarten und einer kurzen ErgänzungSprüsultg die Bofähigun-g zur Kindergärtnerin erhalten können. Die Kindergärtnerinnen erblicken in dieser Ausbildung. die mit der ihnen vorgaschriebenen und bewährten zweijährigen Fachausibi-ldung ganz und gar nicht gleichwertig iist, eine Schädigung ihres Eiaudes und vevlanigen AuMbmrg des Erlasses.- * Selbstmorde. Der 39',ähr'.ge abgebaute Rkchnungsrat Friedrich B., welcher seine A-bs-ertigung durch Spekulattonen verloren hatte und in Not geraden war. hat flch von einem Zug überfahren lassen und wuroe bei Unter-Kritzendors tot aufgefunden. Der 53iahrige Weinkommissionär Samuel H. hat sich toeg-en schlechten Geschäftsganzes erschossen. --- Die öOsährige Biktualie.ihäudlerm Therese R. wurde auf dem Geleise der Vevbindunasbostn rot aufgesunden. ES scheint Selbstmord vorzuliegen. -- Ein lOsähriger Eomptoirist wurde lm Bureau, -in welchem e^ beschäftigwar, eine 21 jährige Hausgehilfin an ihrem Dienstorte mit einer Leuchlgasvergiftuig bewußtlos aufgesunoen. Ob Unfälle oder Selbstmordversuche Vorliegen, steht noch nicht fest. * Zwölfte österreichische Klassenlotterie. Bei der a>n 32. d. abgehaltenen Ziehung der il. Klasse gewannen r 15.000 Schillinge das Los Nr. 46.846; 6000 S. das Lo» Nr. 64.836 r 3000 S. das Los Nr. 95.836; je 1000 S. die Lose Nr. 44.577 und 07.840; ie 600 S. die Lose Nr. 10.764, 13.577. 17.033, 73.029 uns 81 826; je 400 S. die Lole Nr. 12.774. 13 513, 20.263, 20.826. 44.148, 60.146, 60.835, 73.143, 74.385 und 80.146; je 200 S. die Lose Nr. 4290, 6893, 10.995, 15.786, 17.338, 17.577, 38.039, 40.577, 41.872, 47.263, 72.704, 76.766. 76846, 77.268, 76.786, 82.786, 84.772, 85.146. 90.885 mW 96.390; außerdem tvurdeir 2460 64ewinne zwischen 100 S. und 48 S. ausgelost. * Tanzinstttut Hermann Brmm, 14.Bez., Reindorfgaste 4% Tel 83*1*01 (Eulge-lt-llchJ

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