Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2129 (23.1.1925)
- Date
- 1925-01-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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, IDV «U!! Nk. A M Wien. Freitag Wiener? Mornenzeitung. 23 Jänner 1923 Seite S fettine. Borträge und Versammlungen. Die ordentliche Generalversammlung des Vereins Ohel Rachel findet Donnerstag den 29. d. um 7 Uhr abends im Verein-lokal, 2. Bez.. Kleine Pfarrgasse 8, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kaffabericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Anträge der VereinSleitung. b. Wahl von 18 Vorstandsmitgliedern und 6 Ersatzmännern für eine zweijährige Mandatsdauer. 6. Eventuelles. — Zionistische Sektion Prater. Heute, V,8 Uhr abends, Midraschvortrag (Wochenabschnitt) Dr. Nissen G o l d st e i n. Samstag abends Vortrag Prof. Kellner (Jüdisches Realgymnasium): Warum müssen unsere Kinder hebräisch lernen? Sonntag. 7a8 Uhr abends, Heimabend der zionistilchen Jugendgruppe Prater. Montag, %& llbr abends, Frauenversammlung. Redner: e-n Vertreter des Keren Kajemeth l'Jsrael. Dienstag, 7a® Uhr abends, Kurs über Geschichte des Zionismus. (Dr. N. M. G e l b e r) Mittwoch, 7,8 Uhr abends. Palästinakunde. (Dr. Leo G o l d h a m m e r). — Jüdischer H o ch f ch u l a u 8 s ch u s;. Die Verbandsausschußsihung der Judäa findet morgen um 4 Ubr im Lokale der Mensa Aeademica, 9. Bez., Zimmermannvlatz 8, statt. Seukoreuverband der Z. M. B., Wien. Die Vertreter der Z. Ät. V. werden ersucht, die Adressen ihrer Aktiven und deren Schulen an den Präses des S. V. zu senden. Fachkurs Über Feuerschutz, veranstaltet vom Fachvcrbande der österreichischen Wertsfeuerwehren am Sonntag den 25. d. von 9 Uhr vormitttags bis 5 Uhr nachmittags. Einschlägige Themen werden von folgenden Herren vorgetragen werden: Doktor Fritsch, Genossenschastsvorsteher Quester, Baurat Zimmermann, Brandinsvektor Stanzig und Stanke, Hofrat Ttntner, Professor Dr. Jeliuek. Gäste willkommen. Die Veranstaltung findet im Saale „Wilder Alaun* in Währing statt. Zionistische Bezirkssektion 9. Aufführung des neuer: Palästinasilms Sonntag den 25. d., '/Ai Uhr vormittags, im Heimatkmo. 9. Bez., Porzellangaste 19. Karten bei der Finna Ernst Bellak, 1. Bez., Werdertorgaste 14, und abends zwischen 6 und 7 Uhr im Sektionslokal. 9. Bez., Liechtensteinstraße 11. Uadio-Salon der ..Wiener Morgenzeitm^" im „Haus der Dame" Ergon A.-G., 1. Bez., Schweden platz 1. Vorführung der Wiener Sendung täglich von 11 bis 1 Uhr mittags und von 4 bis 6 Uhr nachmittags. E i ntritt frei. Kein Kaufzwang. Verlauf erstklassigerRadio-Avvarate und -Besia!dic'.'o. Radioprogramm für heute: 9 Uhr: Marktbericht. — 11 Uhr bis 1 Uhr: Konzert Lllving. — 1 Uhr 5 Mill. r Uraniazeit. — 1 Uhr 20 Min.: Wetterbericht. — 7-4 Udr: Wiener Börse. — 4 bis 6 Uhr: Teekonzert Silving. — 6 bis 7*8 Uhr: Vortrag. Münchhausens Slbenteuer, I. Teil, Gesprochen von Franz Staude. — Ab 8 Ubr: Orchosterkonzert des VolksopernorchesterS unter Leitung des Kapellmeisters Dr. Ludwig Kaiser. Beethoven r „Eorlolan"- Ouvertüre; Handel r Concerto; GelangSvorträge der Kammersängers Helge Lindberg; Bach: Rezitation und Arie aus der Kantate „Der zufriedengestellte Aeolus*; Händel t „Dank sei Dir, o Herr"; Möustorgsky t MepbistoS „Lied vom Floh*; MendelSsobn r Schottische Symphonie; GesangSvorträge des Kammersängers Karl Fsscher-Niemann: Puecini: Arie aus ,L5osca*, I. Akt; Goldmark r „Königin von Saba*, Magische Töne. Bühne und Kunst. Gedenkfeier skr Hugo Znckermnnn. Di« Wiener akademische Vereinigung „Theodor Hergl" veranstaltet aus Anlaß des zehnten Todestages von Hugo Zuckermann «ine Morgenfeier, welche Sonntag den 8. Februar im kleinen Konzerthaussaale stattfindet. Mitwirkende: Frau Loli Marberg (Buvgchvater), Herr Willy Neumann-Nördlingrn und das Holzblasergurntett der Staatsoper. Die einleitende Ansprache hält Dr. Otto Abel es, der Herausgeber des dichterischen Nachlasses von Hugo Zuckevmann. Eine beschränkte Anzahl von Eintrittskarten (Regiebeitrag) ist im Sekretariat der vereinigten Zionistischen Bureaus (1. Bez., Kärntnerstraße 28) erhältlich. Aur den Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, „S t i m m e n aus d e m D u « 111*. Mittwoch gelangt Shakespeares Schauspiel „E i n S o m m e r n a ch t s t r a u m", neu e tust u d i e r t und «e u inszeniert, zur Aufführung. A k a d e m i e th e a t er. Morgen „Mama Nicole*. R e d outensa a l. Heute, 7 Uhr abends, „Torauato Taffo*. Staatsoper. Herr Kammersänger Piecave« ist von seiner Amerikatournee zurückgekehrt und wird Donnerstag den 29. p. als De Grieux in „M a n o n* zum ersten Male wieder in der Staatsoper auftreten. B o l k s o p e r. Heute „R i g o l e t t o*. Morgen „D i e M e i st e r f i u g e r von Nürnberg*. Deutsches Volkstheater. Heute, 7 Uhr abends, Aufführung der Neuinszenierung von „Die Jungfrau von Orleans*. Sonntag. 3 Uhr nachmittags, „Das Kamel gebt durch daSNadelöhr*. Raimund-Theater. Morgen. 7,8 Uhr nachmittag». .,D i e R ä « b e r*. Sonntag, 9 Uhr nachmittag», ,Hänfel n n d G r e t e l*. Theater in der Josef st ad t. Sonntag, 9 Uhr nachmittags. «P r i n z e s s t n H n s ch e w i n d*. Komödien haus (Gxl-BÜhn e). Heute zum ersten Male „Hand und Herz" von Ludwig Anzengruber. Vorher „Die umg'kehrte Freit* von Ludwig Anzengruber. Jobann-Strauß-Theater. Sonntag nachmittags „Die ClardaSfürst: n*. B ü r g e r t h e a t e r. Die heutige Vorstellung entfällt wegen Abhaltung der Generalprobe. Morgen, 7 Uhr abends, Premiere der Operette „I a* unter persönlicher Leitung de» Meisters. Modernes Theater. Heute, 7,8 Ubr abends, deutsche Uraufführung des dreiaktigen Lustspieles „Die geschiedene Jungfrau* („Goeur-Atout*!) von Felix iVa.ndera Mitteilungen aus dem Publikum. In der letzten Zeit sind unter den glaubenstreuen Juden Gerüchte verbreitet, daß „Franck Kaffeezusatz* nicht den Kafchruth-Vorschriften entsprechend hergestellt wird. Diese Behauptung ist eine bewußte Verleumdung und ein unlauteres Konkurrenzmanöver. Ich erkläre biemit, daß „Franck* Kaffee unter meiner Aufsicht ganz verläßlich koscher erzeugt wird. Simon Schreibrr Oberrabbiner in Erlau. Der Sirkndberg-Preis. Aus Berlin wird gemeldet: Der Strindberg-Preis für 1925 ist heute, arn 75. Geburtstag des Dichters, denk Privatdozeute'r der Universität kn Köln Dr. Ernst Barthels für sein Buch Leberrsphiwsophie" (Köln 1923) verliehen Wochen. ~ VT ~ -j— J " ~ Mit der Zigarre in der Sitzung des Kultus' Vorstandes. Wir erhalten die folgende Zuschrift: Als Anwalt des Herrn Theodor Krieshaber, Kaufmann w Wien. 2. Bcg.» Ferdinandsstraße 2, .ersuche ich unter Berufung auf 8 23 Preßgcsetz mit Beziehung mtf den Artikel im Morgenblatte vom 24. D.^ember 1924, Seite 6, unter Gerichtssaal: „Mit der Zigarre in der Sitzung des Kultusvorstandes", um die Veröffentlichung nachfolgender Berichtigung: Es ist unrichtig, daß der Klagevertreter bezüglich des Zeugen Krieshaber unter Beweis stellen mußte, daß diesier letzthin in einer Disziplinarsache Wahrheit sw idrige Slnga>ben gemacht habe. Richtig ist vielmchr, daß Wlegentliich der Verhandlung, üöer die Sie in diesem Artikel Bericht erstattet haben, ©<& Klagevertreter weder bchauptet noch unter Beweis gestellt hat, Krieshaber letzthin in einer Disziylarsache wchrhertswidrig» Angaben gern acht habe. Hochachtungsvoll Dr. Fritz Spitzer. # Wir bemerken zu dieser Berichtigung, daß wir sie auS formalen Gründen bringen, da man mit dem neuen 8 83 genau so wie mit dem alten § 19 berichtigen kann, daß die Sonne scheint. Wir stellen auf Grund unserer Erhebungen fest, daß der Klagevertreter in dar bezüglichen Verhandlung tatsächlich di« hier abgestrittene Behauptung ausgestellt hat. BezugrgMhren ab I. Februar 1925: Abonnement für Wien (znm Abholen im ExpeStt ober 1» einer DerfchleiWeUe) monatlich ....... Das Monnement wolle gefälligst rechtzeitig in der nächstliegenden Verschleißstelle erneuert und die BezugSgeLühr gleich» falls dortfelbst erlegt werden. Otzsterreich monatlich . . si* 89.909.- Tfchecho-Slvwaket monatlich.... tfchech. Si. 22.- Polen monatlich . . . . . ....... Floth 4.- Ävgostawlen monatlich. . ....... Dinar 89.— Deutschland monatlich . . .votdmark 4.- Rnmllnien monatlich . . . 179.— Kolland monatlich . . . . •«... holl, fl» 2.- Italien monatlich ...» ........ Piw 18.— Schweiz monatlich . . . . Schweizer Franke« 8.- Frankreich monatlich . . . . stanz. Franken 18.- Belgien monatlich .... 18.- England monatlich.... 4.- Amerika monatlich.... . . . . . . . Dollar 1.- kinrelvreise ab Montag, 88. 88nner 1925 t AN Sonntagen ..... t « * « 8 * * * « 8 Ä# 25004* Zahlstellen: Oesterreichifches Poftfparkaslrnkvnto 189.893. rfchecho-flowakifches Pvftsparkafftznkonto (Prag) 59.831. Polnisches Poflfparkaffenhonlo (Warschau) 199.227. Deutsches Postscheckkonto (Berlin W 7) 108.722. Rumünien sind Bukowina. vfldank A. G. kg LernauU und deren Filiale«. Schweiz r Schweizer Volksbank in Sk. GtaUeiu Sugostawle« r PvstsparKasfenKvnto (Zagreb) 49.988. Stallen r Soeiela di Eredll» Commereiale Trieft« Dia Mazzlnl 30. Die Derwalkung der „Wiener MorgenzeLLung" Wien, II., Taborstratze L—3 Telephon 44.988. 43^19. Sin deiüfchMkischer Bankbetrieb vor Gericht, Vor dein großen Schöffengericht des ^Amtsgerichtes Der- Un-Wedding hatte sich der Inhaber und Gründer der Deut schvölkischeu Bank, Wmy Bruß, W verantworten. Der An^klagie hatte mit Hilfe veutschv'ölkischer Freunde in Berlin- Wilmersdorf ein Bankgeschäft eröffnet, das 36 Angestellte beschäftigte und einen Kundenkreis von 10.009 Sparern aufweisen konnte. Die nationalsozialistische Freihe itspartei hatte zugunsten des Bruß einen Aufruf «*«* lassen, in welchem den deutschen Brüdern geraten wurde, de« international-jüdischen Kapitalismus zu bekämpfen und ihr übefflüsfigcs Geld einer christlichen deutschen Hand anzuvertrauen. Bruß hatte spater auch in Pommer», Mecklenburg und Baden sowie ht Berlin uwd Umgebung Zweigstellen gegründet. Durch die Manipulationen des „Bankiers" kamen alle Einleger und Cffektenkaufer um ihre Ersparnisse. ebenso wurden dre Angestellten mn ihre Gehälter geprellt. Diesmal hatte das Gericht nur über di« Dejchulviguna unerlaubter Devisengeschäfte und des Verkaufes van Schifffahrtsaktien an Ausländer zu urteilen. Da ein Vovlatz nicht nachgewiesen werden konnte, wurde Bmß betreffs dieser Delikte freraesprochen» dagegen erhielt er wegen Vergehens gegen die Devifenordnung 100y Mark GMtrafe oder 20 Tage Gefängnis. Mitgeteilt wurde noch, daß der Angeklagte bereits zweimal wegen Vergehens gegen das Kapitaffüuchtgffetz mit 10.000 und 20.000 Mark Geldstrafe vorbestvast ist, und daß er sich zurzeit wegen btrügevischen Bankrotts in Untersuchung befindet. Schüler aus der „Taferlklasse" als Prozetzparteien. Bor dem ZiviAandesgerrchte standen sich vorgestern als Kläger und Geklagter zwei Knirpse gegenüber, -begleitet von chren Müttern. Der sechseinhalb-!übrige Schüler der ersten Klasse an der Knabenvolksschule am Einstodlerplatz in Margareten, Evnst S ch m ö g « r, brachte gegen seinen im gleichen Alter stehenden MiffchAer Josef Falk eine Klage auf SpitwlÄosten, Sch-lnerzensgeld und Zahlung einer monatlichen Rente von 500.000 K. ein, weil er göbegeMich einer Rauferei auf der Straße nach der Schule eine von der Erde auifgchvbene leere KondenHbüchse dem Kläger ins Jlugen warf, wodurch dieses fahr schwer verletzt wurde und das andere Auge gleichfalls, iu Gefcchr sei. Der,Klagevertret^ Dr. Bo gier evklärte, daß auch ein sechsjähriges Kind stk. der Tragweite einer solchen Handlungsweise bewußt sei. Ein MitvevschnSden und eine Mithrstung tröffe aber mich die Ellern, weil sie wusiten, daß khr Kind zu unoosonnenen Handlungen neigt und zu Beschwerden wiederholt Anlaß gab. weshalb sie zu einer entsprechenden Beausisichttgung des Kindes verpflichtet gewesen wären. Der GMagtenvertreter Dr. Fried bestritt dies, indem er das Dchuitzeugnis des Knaben vorwies, das aus Sitten und §chraeyenstände lauter gute Noten answeise. Es wurde ferner bestritten, daß der geklagte Krrabe derieuiae war, der donr klägcrischen Knaben die Verletzung zufüyte. Die-Erhebwngen lenkten den Verdacht aus einen anderen Schulbuben. Gerauft werde unter der Schuljugend sehr viel, blffonders in dem Aribeiterbezirk rings um den EinsiMerplah. Der Gerichtshof (Vorsitzender Hofrat Dr. Gerhard) gab den Beweisanträgen beider Parteien Folge und vertagte daher die Verhaudlung. Eine verhängnisvolle Medikamentenverwechslung. Am 31. Mai vorigen Jahres erkrankte die BankterscMin 'Draga Fleminger unter Erscheinungen einer schweren Atropin- Vergiftung. Es gelang, sie zu retten. Es stellte sich dann heraus, daß Frau Fleminger aus der SalvatorapochÄe in der Kärutnevstraße ein Meoi-ament bezogen «und eingenommen hatte, das nicht nach dem vorgelschrteoenem Rezepte hevgestellt worden war. Der Magister der Pharmazie. Otto Ehrmann, hatte eine Ergotinlösung, welche in dem Rezepte vorgeschricben war, mit einer Belladonnakofung (Atropin) verwechselt. Gegen ihn wurde eine Anklage erhoben. Der Beschuldigte gab zu, daß er selbst das Medikamernt hergeftellt habe, daß er sich irdoch die Berwechfl'ung nicht erklären könne. Es sei dies nur in der Weise möglich, daß das Standgefäß, aus dem er di« Ergotin- Mung zur Herstellung des Rezeptes entnahm, eine falsche FWffigteit enthalten habe oder daß die Lösung stavk mit Atropin vermischt gewesensei. Nach Durchführung eines äußerst eingehenden Beweisverfahvens, in weilchem der Apychsker Se ibt ÄS Sachverständiger vernommen worden war, und in welchem auch vom städtischen GefundheitSamte ein Teil der noch in de>m Stcmdgefäß ibofindlichrn FliUigkeü untersucht worden war, verurteilte Landesgerichtsvat Dr. Kutscha ven Beschuldigten im Sinne der Anklage zu einer Geldstrafe von 30 Schillingen, eventuell 24 Stunden Arrest. Der Verurteilte meldete jedoch «yegen Schuld und Strafe, der staatsaunxfltschafKiche Funktionär wegen zu geringer Bestrafung die B e r u f u n g cm. Wegen Beschuldigung des Meuchelmordes in einem Feuilleton verurteilt. Der Vorstand 'bcS Strafbasivksgerichtes 1, Hofrat H ö flm a y e r. hatte göstorn über eine Preßklage zu entscheiden, welche der in Elmau in Tirol woihnhaste Gutsbesitzer Geord S t e i u d l gegen den veranwortlichen Redakteur des „Neuen Wiener Journal*. Dr. Dosider Papp, eingebracht hatte. Am A. Juli voriaen Jahres erschien in der genannten Zeitung ein Feuilleton der Schriftstellers Ubald Tartaruaa unter dom Titel „Sittenbilder «n Reiche des Milden Koffers", in welchem eine Schfldevung der Umgebung von Elmau im Bezirke K,u f st e i n in Tirol gegeben wurde. In diesem Feuilleton wurde auch daS Begräbnis der im Ausgedinge verstorbenen Maria Streif bchandolt und hieß es dann: „Als Marie Streif in dem am Fuße des WiLden Kaffers gelegenen Walde ging, mn Erdbeeren zu pflücken, wurde sie von ihrem Schwiegersohn Georg Steinds meuchlings erdrosselt «und die Leiche von ihm in den nahen Bach geivorsen* Geord Stemdl, der tatsächlich eine Zeit hindurch uinter dem Verdachte des MeuchÄnwvdes an feiner Schwieaermu-tter in Haft gesessen war. dessen Unschuld sich jedoch nachträglich herausgestellt hatte und geigen dem das Bersahren eingestellt worden war. hatte wegen dieiser Veschuldigma de- Mordes zuerst beim Landesgericht gegen unbekannte Täter eine Strafanzeige wegen Bergchens gegeu di« Sicherheit der Ehre eingsbvacht. Fm Lauf« dieser Unter suchung tvar auch Herr Tartaruga einvernommen worden. Er erklärte, daß er zwar der Verfasser des Feuilletons sei, daß er jedoch die am Schluffe des Feuilletons befindliche BsschMigunp des Movdes gegen Georg Steindl nicht verfaßt habe. Es wurde nun goaen den verantwortlichen Redakteur der Blattes wogen dicheS Zusatzes di« Anklage wegen vernachlSsskgung der pflichtgemäßen Obsorge erhoben. In der Verhandlung erklärte der Redakteur, daß die Nachricht von de, Ermordung der Streif und der Verhaftung des Steindl der Blättern durch eine zuverlöffiae Korrespondenz zuge- S sei und daß dann die Nachricht in dem Motte bereittert worden sei. Den Artikel häbe er weder verfaßt« nock vor der Drucklegung gelesen. Der Richter verurteilte d« veranstvortlichen Redakteur v» einer Geldstrafe von 10 SchH ringen, eventuell zu 24 Stunden Arrest und zur VerwffentlichuW v « i-w.d i— CyA4iv«AÄ«