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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-22 · Heft 2128 (22.1.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2128 (22.1.1925)
Date
1925-01-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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'IV s v .1., 5kr. S129 Wien, Donnersi^ Fräulein Alma Hedin. Tuber * *fn-m *bic iHefe: om bis* mutig der Geschwister. Tie Htdins siub eine amf•;\;o»Kitc Stokcholimer Familie, die ihren Ltammdamn dis iu* U». 0;.Uv> hundert verfolgen kann. Geistliche, höhere Beomienn) <:la berühmter Hofinedikus auf der väterlichen Seite: mütterlicherseits ist der bekannteste Ahnherr ein Frankfurter Jude. Er hieß Brot, ließ sich 1771 in Schavcdcn tmisen und nahm den Nanren Berlin an. Diesem Ahicherrn — 'io schreibt der Korrespondent — ist es wahrscheinlich *>u banken, daß der berühmte Enkel nicht wie Hvdiir anssicht, und daß in dem sanften, beseelten Antlitz seiner Schwester etwas an die Mückel von Hameln erinnert. Ter Korrespondent er zählt, daß Sven Hedin während des Krieges von deutschfeindlichen schwedisch«»: Blättern seine jüdische Abstammung vorgLivorfen wurde, als der Forscher seine Stimme für Deutschland erhob. Diese Matter erklärten, Sven Hedin sei vom deutschen Kaiser getauft, und das sei nur deshalb möglich, weil er eben kein echter Schwede, sondern ein I ud c fei. Sokolow bi der Bukowina und in »effarabieu. Mm Sonntag den 18. d. reiste der Präsident der Zionistische ir Weltexekutive, Herr Nahnm S o k o l o w, von Ezernowitz nach der Hauptstadt Bessaräbiens, K k s ch i ri e w, ab. Aus den einzelnen Bahnstationen wurde Sokolow von der lokalen jüdischett Bevölkerung begrüßt. Irr Czernowitz selbst haben die Veranstaltungen zu Ehren Sokolotvs alle einen sehr eindrucksvollen Verlauf genommen. Di« ganze Stadt stand in diesen Tagen im Zeichen der Anwesenheit Sokolows. Vor seiner Abreise empfing der Präsident der Zionistilschen Woltexokntive die Vertreter der Presse und machte ihnen Mitteilungen über die Geschichte der Balfour-Deklaration und ihrer Anerkennung durch die Weltmächte. Im Verlauf des Gespräches sagte Sokolow: ,„Jch war bei Papst Benedikt dem Dreizehnten in Audienz und sprach auch mehrmals bei Kardinal-Sta-atssekvetär Gaspari und den anderen'Kardinalen vor. Ich gab dem Vatikan Erklärungen ab, baß die heiligen Gräber, Kirchen und Klöster in Palästina von'uns respsktiert werden. Auch gab ich Aufklärungen über die Zwecke des Zionismus. Der Kardinal Gaispari machte hie und da Einwendungen, die ich in längeren Diskussionen zu wwerlegen mich bemühte. Es schien mir, daß Gaspari von der Nützlichkeit der Sache überzeugt sei. Von der Audienz beim Papste nahm ich einen sehr günstigen Eindruck mit. Der Papst hörte aufmerklsam zu und stellte sachliche Fragen Wer Palästina nnd den Aufbau der Kolonien. Ich betonte dem Papste gogenWer, daß di« heiligen Orte der Christenheit genau so resipeiktiert wurden wie unsere eigenen. Ich stellte dem Papst -in Aussicht, daß eine interkonfessionelle Kommission eingesetzt werden wird, der der Schutz der Heiiligtümer aller Konfessionen obliegen soll. Daraufhin gab -mir der Papst seine Zustimmung zur Schaffung einer 'nationalen indischen Hennstätte in Palästina mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß das christlich-jüdische Verhältnis ein gutnachbarliches und sreundschastliches sein werde. Der Papst äußert« sich auch über die Judenverfolgungen m allen . Ländern, di« er verdammte. Diese Erklärungen de« Papstes, die in dem offiziellen Organ drs Vatifö ""^ Was alles schon da war. Der Erfinder der Weckeruhr ist kein anderer als P lato n, der berühmte griechische Philosoph. Er stellte die ülhr, die er „Nachtuhr" nannte, her, indem er eine Wasser-, nhr mit einem Kapfelhelber verband. Sobald das Waffer mit der Spitze des Kapselheders gleich hoch stand, stürzte e's durch eine Röhre so Mtzlich in ein unter der Uhr stehendes Gefäß, daß die hierdurch zusammengepreßte Lust, aus -dem Gefäß durch eine Röhrenpfeife entweichend, nunmehr einen starken Pfiff' erzeugte. Mit dieser Weckeruhr, die auf sechs Stunden gestellt war, rief Platou täglich um vier Uhr morgens seine Schüler zusammen. Die Wasseruhren der damaligen Zeit gingen übrigens so genau, daß die Aeitzte mit ihnen sogar den Puls messen konnten. Schon im zweiten Jahrtausend vor der heute Mlichen Zeitrechnung war es int babylonischen Geschäftsleben üblich, aus wichtige DoAvmente statt der Unterschrift Fingerabdrücke zusetzen, und Awar hauptsächlich Abdrücke des Daumenuagels in Weichen Ton, der sodann geb ran nt wurde. Neben den Abdrücken war natürlich immer auch der Name des Betrefifen'den eingetragen. Ausgrabungen im Bet-Tempel in Nippur brachten! zahlreiche altbabylonische Dokumente mit solchen Abdrücken ans Tageslicht. j ■ Die erste Spur eines B l e i st i f i st r i ch e s findet sich aus einer in der Bibliothek zu Wotfenib'üttel aufbewahrlen Handschrift der Dheophilus-Legeude. Auf dem ans dem Jahre 1126 stammenden Ma>nuskri>pte sieht man die Zeilen mit ganz feisten Graphit st richen liniert. Die Inkas in Peru besaßen eine Schrift, deren Zeichen aus Schnurteilen und in Schnüre geknüpfte Knot e n bestand. Jeder Teil -und - jeder Knoten besaß seine eigene Bedeutung. Ein aus diese Weise hergeistelltes Gesetzbuch der IMS wog nicht weniger als acht Pfund. Auch bei den alten Chinesen war eine ähnliche Knotenschrift in Gebrauch. Die Oelsarlben sind eine Erfindung des Eiszeit m e n s ch e n. denn zahlreiche in Höhlen aus jener Zeit gefundene Wadmalereien sind bereits mit Oelfacben ausgeführt. Hevgestellt wurden diese Farben aus gestoßenem Ocker, der vermutlich mit Tiersett angerieben wurde. Diese HerstellungSweise erklärt sich einesteils aus den Ueberresten der Farben selbst, die man auf-gesunden hat, andernteils daraus, daß man in solchen Höhlen außer den Mörsern, die zum Stoßen der Farben, und Schalen, welche put Anreiben dienten, auch Reste von Ocker entdeckte. Wiener Moraenzettuna. Wache Ginn: Der beste und b illt gste Waschavp arat derWelt! Infolge des großen Andranges wird das Probewaschen nochmals mnSTage derlängert! Kommen Sie, bitte, Heute Donnerstag den 22. Jänner 10 Viorgen Freitag den 23. Jänner 1!. - VH., Markabilferstraße 56 Restaurant „gum grünen Baum" X.. Favoritenstroße 111 XVU.. Kalvarienberggasse 12 Restaurant Winzig Etablissement Sima II,, Taborstraße 36 (neben .Helios-Kino) um V-4 Uhr oder zur zweiten Probetvaschung um 5 Uhr nachmittags und bringen Sie. bitte, etwas Schmubwäsche mit. Der Apparat kostet K 140.000 und ist gleich käuflich mit-unehmen. Gegen Kostenerlag gebe ich den Apparat 24 Stunde« zur Probe und zahle Veld retour, falls Eintritt frei! nicht entspricht. Eintritt frei! Bor Nachahmungen wird gewarnt! \ Bitte. Schutzmarke genau beachten! js manKBammmmmmdr W i c n, 22. Jänner. * Das Wetter. Die Temperatur ist in qaii', Mitteleuropa Uwas gefallen. Die Voraussage meldet: Meist'beiter, in den Nordalpen föhnig, sonst weitere Teinperatnrabnahine. * Die Aussperrung der Grünbacher Kohlenarbeiter. Auf Grund -einer Borsprache des BergarÄZtervevbandes und von Vertrauensmännern -der Belegschaft der Grünbacher Steinkvhlenwerke -bei der Gewerkschaftskommission Oesterreichs ha: sich die GrwerikschastSkmnmission -an den Minist'r für soziale Verwaltung Dr. Ries ch und an feen Handelslni-nifter Dr. B ch ü r s s gewendet und unter Hinweis auf die Gefahr,, die eine längere Aussperrung der Grünbacher Arbeiterschaft mit sich brinet' -rsucht, eine Aussprache Mischen der GkwerkschaftLkommission'n,« dom Nouutirchner Verband zu vermitteln. Diese Aussprache hat gestern im Parlament statt-gefnnden, ohne daß ein endaültiqes Resultat erzielt wurde. Die Aussprache wird hvnte wrtgoletzt werden. * Zugsunsall am Semmering. Am Dienstag trat bei Aem mn 7 Uhr 20 Minuten abends von Wien--Südbührchof nach Agram verkehrenden Schnellzug Nr. 7 während der Fahrt zwischen den Stationen Elchberg und Klamm-Schotiwien in folge Reißens der Zugvorrichtung des Dienstwagens eine Z n g strennnng ein. Der Zug mußte von einer von Eichberg gesendeten Hi-lsslvkomotide bis Älcrmm-Schoti>wien Püchobs'u werden, von wo er nach Answechslring des schadhaften' Dienst. Wagens die Fahrt mit einer Werspätung von über zwei Stunden sortsetzen konnte. * Visenbahnunfall bei Greifenstein. Gostevn nachts ist in der Station Greifenstein der Franz-Josefs-Bahn eure leece Zugsgarnitur entgleist. Mchvere Waggons wurden beschädigt. Die Trümmer vewgten die Geleise so daß eilte empfindliche Verkchrsstörnnig entstand. Verletzt tvurde bei dem Unfall niemand. * Erhöhung der Rauchfangkehrergebühren. Rümvirknis vom 1. D.'zenOer 1924 wurde der Wiener RanMm-Kchrertarif um 10,6 Prozent erhöht. Durch diesen iwuen Daris tritt eine nerinenHwerte Belastung der Mieter nicht ein, da die Mehrkostet! für ein« Kleinwohnung nur 137 Kronen monatlich cmsmachen. * Verband jüdischer Berussjuristen. Alts Grund der BorlbesprechuiMn zur Schaffung eines Verbandes der jüdischen Rechtsanwälte und Bevussiuristen zum Zweck der Förderung beruflicher, wissenschaftlicher und kultureller Interessen findet am Freitag den 88. d. im Cas« Stadtpark, 1. Bez., Pavkring 2, um 7 Uhr abends -feite Wahl deS Proponen-tenkoniitoes statt. Es ergeht an alle jüdischen Rechtsanwälte und Bevussiuristen das Ersuchen, zu dieser Zusammenkunft zu erscheinen'. Nähere Ansküttste erteilt Rechtsanwalt Dr. Leopold Grimberg, 1. Boz.,- Schwarzendergstraße 8. * Direktor Wilhelm Feidvaum. Heute feiert Herr Direktor Wilhelm Feidbaum den 25. Gedenktag -fernes Eintrittes in die ZeitnugSdruckevei „Steyrermühl". Hervorragende fachliche Tüchtigkeit und Mffassende Kvnntnisse auf sänrtlichen Gebieten des ZeitungSdruckes verschafften ihnn in allen Fachkreisen vollste An-erikennnna -und gilt Dlreiktor -Feldba-unl mit Recht als Autorität m allen Fragen des ZcitnngsdrnckeS. Direktor Fvldbanm, welcher schon im Vorjahre sein süüfzigiährigeS Berufsjubilämu hätte feiern können, hatte sich alle ans. diesem Anlasse geplanten Ehrungen vevboten. Der vü-stige Jubilar besitzt nicht nur das resvlose Vertrauen und die n-nbeviugte Wertschätzung seiner Borgchetzten, sondern auch die vollste Achtung, seines Mtergsbenen Personals. * Erste Hilfe. Sonntag den 8. Feibruar beginnt in der Freiwilligen Re-trnngsges-elbs-chaft der Erste-Hilse»Kurs für Männer, der an acht ailfeinanderfolgenden Sonntagen voll tt -bis 11 Uhr vormittags fortgesetzt werden wird. Am Dienstag i&cu 10. Februar beginnt der Kurs für Frauen und -Midcheu, der an jedoin Dienstag und Freitag von 3 bis 7 Uhr nachmittags abgehalten lverden, wird. Einschreibungen für diese beiden Ktirse (nur persönlich) werden in der Zentralkan-ch'l der Gesellschaft, 8. Bez., Radetzkystraße 1, 1. Stock, entgegengenointnrn. * Die Lebensmüden. Die 80jährige Private Jofefa Z. wurde mn 20. d. nachmittaaz in der Wöhnnng mit Leuchtgas vergiftet tot aufgesnuden. Nach Mschiedsbriesen zu schließen, liegt Sel'bstnlord vor. — Gestern früh lvurde in einont Neben« raun, des Bl-indenlnstituts in der Wittelsbachgasse der 19jährige Zögling Fritz Wmit durchschn-itteuen Pulsadern ansge fuudcn. Er hat sich aus unbekannter Ursache zu löten verincht , ulld wurde ins Spital gebracht. 92. Fänner 1925 Verte 8 * Ter Vianu ohne Gedächtnis. T-:r Mann, der am srühe.d Morgen des N. d. an der Ecke der -Schüttekstraße scheinbar bewußtlos ansgefttuden worden ist,, anfänglich überhaupt nicht fprecherr zu können schien, .dann schriftlich kund gab, er sti das Qp'er eines Naubattentats geloorden, bei -Lern ihm 20 Millionen Kronen und eine ansi.hnl-iche Smmn-e in ausländischen Valuten enttven-det worden seien, hat sich nunmehr cudgültig „erinnert". Gestern hat er gestanden, daß seine gange Erzählu.'.g über den räuberischen Ucbersall von A bis Z erlogen ist. Er gab an, Friedrich Wilhelm K agelman n zu heißen, int Fa'ire 1878 zu Hamburg geboren und vechriraiet zu sein. Er behauptet ferner, iit Hantburg wegen Betruges eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten verbüßt zu hoben, jedoch nnschuldig grfessen zu se.n. * Straßenkehrer und Folklore. In den literarischen Kreisen -der Stadt Öodenbura wurde eine B -woannq eingeleitet, das Grab des vor einigen Jahren im städtischen Bersorgungshausc verstorbenen Straßenkehrers Tobias, Kern mit einem G: denkstein zn 'bezeichnen. Der de« Lesens und Schreibens unkundige SrraßenbHrer tvar eine unerschöpfliche Onellc von Volksmärchen »nd Sagen, die er seinerzeit von Raimund Bunker gesammelt und von der Wiener Mademie der Wrisenschaften unter dem Titel „Oddenbnrger Volksmärchen n»-.d Sagen" in einem umfan-areichen Bande veröffentUcht wurden. * Die letzten Vorstellungen der „Jagd um die Welt" im Zirkus Hagenbrck. Trotz des beispiellosen Erfolges, den diej? Revue durch drei Monate allabendlich aufzuweisen hat, f-rnden nur noch heut».', Freitag, Samstag und Sormtag obsues so wie am Sonntag nachmittags die letzten Vorstellung«/! starr, da die Direktion vertraglich schon arn 1. Februar mit der Revue in Hamburg heranskommen muß. Mitte nächster Woche findet dann die ErstauWhvnng des sensationellen AusstaUungssrückco „Krone und Fessel" statt, das in London und Paris über tausendmal aufgeführt wurde. * Einbruch in der Stadt. Das Geschäft der „Poinona" m der Kleeblattaasse Nmrde Dienstag nachts erbrochen. Geftohk-n wurden Stofse im Werte von 66 Millionen Kronen. * Rafael Levh Vizedirektor der französische« Mademie für politische Wissenschaften. Bei den Setzten Wahlen in den Senat der Akadernie für politische Wisseuschaisten in Paris tourte der angesehene jüdische Gelehrte und Politiker George Ra-sael L e v v zmn Vizedircktor getväh'lt. Bereine. Vorträge uud Dersammlnngen. S e n tor cnbctBaub der Z. M. V. W i e n. .Di» Vertreter der Z. M. V. werden ersucht, die Adressen ihrer Aktiven und deren Schulen an den Präses des S. V. zu senden. — Beth-Ha midrasch, 3. Bez., Hetzgasse 40. Donnerstag den 22. d., 6 Uhr abends. Vortrag B. Jahr über „Die Tanaiten in der Zeit nach der Zerstörung des jüdischen Reiches" (F-r> setznng). Gäste willkommen. Radi».Salon der „Wiener Morgenzettnns' . im „Haus ber Dame" Ergon Ä.-G., 1. Bez., Schrvedenplatz 1. Vorfnhrnng der Wiener Sendung täglich von 11 bis 1. Uhr mittags und von 4 bis 6 Uhr nachmittag». E i utritt frei. Kein Kaufzwang. Derk n u f erstklassiger Radio-Apparate und -Bestandteile. * Nadioprogvamm für heute:!> lihr früh: Marktberichte. — 11 bis 1 Uhr t Vorini!t.'.gZkouzert. — V,4 Ubr r Schlußkurse der Wiener Börse. — 4 Bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert. — 6 bis 7 Uhrr StrinbLera-Feier. Zu StrindbergS Todestag (22. Jänner 1924). August Strindbergö Lebenswerk: Hilda Wegner und A. B. Blum. — 8 Uhr: Volkstümlicher Abend, Edmund Eysler, Flemming, Frau Grete Holl» und Tantenhayn-Quartett. Bühne «nd Knnft. „Prozeß Bnnterbart." Renaissance-Bühne. Ter pl &feu Toten >gewovfene Ibsen Wt wieder auf. Seine dramatische Technik feiert ihre Wielderaüfevstchung durch die Jün-geren, isoweit sie nicht Literatur machen, sondern Bichneuwerke formen. Aus seinean Gerüst stcht Max Brods „Prozeß Buntev'bart" und auch um die fieilifchen Tiefen ivettevlenchtet Ibsen. Die Dämonen der Vergangenheit und des Gewissens — zwifchen diesen Poilen rollt ein Schicksal ab, dunkel genug, um zu sesselu, hrll genug, um auch dramatifch wirksam zu sein. Die Sgeue wird zum Trilbnnal. Wie die Fäden sich vevtvirren und entwirren und wie rm Helldunkel inneven Geschehens das Weib, zu Tode gehetzt, sich selbst überlassen, den Trickben des Blutes überantwortet, bei aller Schuld nicht schulldig iverden kann, diese Gefühlsfkala, durch den Dichter menlschkich hochgehdben, verlieh dom Werk jene Spannung, di« säst Wahrheit ist. Die Ausführung hatte überraschend gutes Niveau, Fritz Feher, der di« Regie führte, «rächte alte Sünden gut. Magda Sonja, reifes, dämonischkindliches Wei«b, gab Flarnmen, die loderten, ihr Jnstiukt siegte über Routine: sie schlug bi« tiefen Akkord« an. Paul Ty ndalS RechtsanwÄt hielt sich mchr an den Intellekt, den großen, stärket!, liebenden Mann vermochte er nur teilweise glaubhaft zu machen. Der junge Weil schäumte von Jugend, er tvird bald inuevlicher werden. Rührend zart, von vechaltencr Wärme, Else Schilling als Ewe i-m Irene-Triesch-Stil, der Sekretär Felix Stärks von einer Delikatesse, die man leider allzu selten findet. Da8 Publikum war gepackt, Magda Sonjas Schmer', auSbrüche wühlten sich ein, der anwesende Dichter konnte die wärrnfte Begeisterung des vollen Hanfes rmheimsen, o. r. An» den Aeatern. B u r g t h e a t e r. Morgen. 7 Uhr abends, »T i«. Katakomben". Dienstag „Stimmen aus dem Dunkel" von H. R. Lenormand. deutsch von Berta Zuckerkandl. A kadem ietb ea 1 er. Morgen. V*8 Uhr abends „DerTokaier" von HänS Müller. Dienstag, V«8 Uhr abends, unbnr y" von Oskar Wilde. B o k k 8 o v e r. Heute erscheint Wilhelm K i e n r i am Diriaentrnpult, um die 100. Aufführung seiner Oper «D t r Kuhreigen" persönlich zu leiten. Morgen «R i g o l e t t o". Dienstag, '/»8 Uhr abends, In Abänderung des Spielplaner statt Verdis «T r a v i a t a" Walter Braunfels' lvrisch»phantasÜsche Oper «D t e B ö g r l".

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