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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-22 · Heft 2128 (22.1.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2128 (22.1.1925)
Date
1925-01-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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eeftt 6 Wien. Donnerstag SMenet Moraenzett-ng._-2- 3inmt 1925_ Rr. 2189 Raimund- T b enter. Freitag den 30. d. gelangt das Luffspiel von Melchior Lengyel, „Antonia* mit Sari F t d a k zur Aufführung. Modernes Tbeater. Heute, 7,8 Ubr abends, letzte Auffübrung des Spiels „Der Werwolf*. l5ka re W a l l e n t i n verabschiedet sich in diestr Vorstellung vom Wiener Publikum. Morgen, 7*8 Ubr abends, zum ersten Male in deutscher Svrache das dreiaktige Lustspiel „Die geschiedene Jungfrau" f„Co-ur-Atout"!) von Felir G a nd e r a. deutsch von Max Schönau. K a m m e r! v i e l e. Täglich bis Sonntag „San at o r i u m G. n. G." Neues Wiener Stadttheater. Täglich, 7,8 Ubr abends, ,K ü s s e u m M i t t e r n a ch t". R e n a i s s a n c e b ri b n e. Die deutsche Uraufführuuq des jüdi'chen Musteriums „D e r D n b n k" von An—ski wird vorbereitet. Wiener Komödie nhauS (Exl-Bübne) Heute. 7,8 Uhr abends, zum 25. Male „D i eP r o b e n a ch t". (5 arl-Tbeater. Allabendlich „D i e T i p pmamsell". Samstag. 7,4 Ubr nachmittags. Faschings- Kindervorstellung mit buntem Programm. Sonntag, 3 Uhr nachmittags, „P o l e n b l u t". In Vorbereitung befindet sich die Ove ette „Wien b e i N a ch t" von Karl Lindau und Znr»,,Z Wilhelm. Musik von Josef Helmesberger. T b e a t e r a n d e r W i e n. Morgen, V3S Uf)c abends, 850. Aufführung der Operette „Gräfin Mariza" mit Betty Fischer und Hubert Marischka. «ertun Freie Jüdische Voiksbiihno. I. R nmergasse 11 Kleinksostsplefe „Die gildene Pawe‘ Heute Donnerstag den 22 Jänner 1925, ha'b 8 Uhr aber:b Das neue Programm: Bath-Schewa von l>. Pinski — Oiff’n Pripetschik - Die drei Nejturns - Schabbes bei Nacht — Selm Rebben II - Awremefe Melamed - Kasry ewke von Sch Alejchem Karten bei Löwit, Aida, Rotenturmhasar und an der Kasse. I. Rlemergasse 11 Die Gildene Pawe. Heute und Samstag finden die nächsten Vorstellungen der Gi>.Denen Palve in den Kunstspie'len, 1 Bez., R.'emeraalse 11. statt. Zur Aufführung gelangen .^asrilewka" von Schalom Aleichem, das geschichtliche Miniatuvdrama „Bath-Schewa" und neu ins'snierle Volkslieder. Karten bei Löwit, Aida, Rotenturmbafar sowie an der Abendkasse. „Franziska"-JubilL»m. Im Raimund-Theater feierte die Karlheinz Martinsche Inszenierung von Frank Wedekinds „Franziska" das Jubiläum der 25. Aufführung. Es ist tatsächlich weit mehr die aparte Aufmachung Martins, als die Dichtung Wodekinds, welche so bemerkenswerte Zugkraft ausübt. Die staunenswerte tecknüch.' Neuerung — Naumbühne im „Guckkasten" — lenkt alle Aufmerksamkeit ans sich und Wedekind wird Nebensache. Mer es steckt unendlich viel ernste Arbeit in dieser Ansführung und es ist jedenfalls erfreulich, dag jetzt nicht bloß Erzengnisse der Qperettenindusirie „Serien" erzielen. Opern-Uraussührung in Preßburg. Dkm schreibt uns aus Preßburg: Dr. Em. M a r s i k. ein hoher politischer Beamter, hat sich schon mit feiner ersten Oper. „Die schwarte Seerose" als Komponist von Bedeutung eingeWrt. Sein neues Werk, „S t ud e n te u lie be", das ant hiesigen slowakischen Nationaltheater zur Uraufführung gelangt, hatte wieder starken und einmütigen Erfolg. Das Werk wtlrde unter Nedba! s Leitung vortrefflich wiedergegeben. Auszeichnung eines jüdisch:» Geigers in Paris. Wie uns aus Paris gemeldet wird, haben bei der jüngst am Comeroatoire nationale stattgesundenen öffentlichen Prüfung von 165 Kandidaten sdarunter 65 Ausländer) bloß drei die Prüfung mit Ails'.eichnung bestanden. Den ersten Platz nimmt der jüdische Geiger M. N o w o m j a st aus Rußland ein. Nowomsast. der 18 Jahre alt ist. begann seine Studien bei Auer in Petersburg. Vor etwa einem Jahre ging er nach Warschau, wo er seine Studien bei Pros. M i ch a l o w i c z fortsetzte, und mit dessen Empfehlungen dann nach Paris, wo er am ersten Konservatorium Frankreichs sich — wie man sieht, mit gutem Erfolg — vervollkommnet. „Der Werwolf" haust jetzt im Modernen Theater. Das gepfefferte, gut gemachte Nnterhaltungsstuck übt auch hier starke Zugkraft auf das Publikum, zumal ein treuliches Ensemble für eine kurzweilige, scharf pointierte Aufführung sorgt. Ein Lautarchiv der Schauspielkunst wurde jün-ast dem Kieler T h e ater m u s e u m augegliedert Dieses Museum, eines der reichhaltigsten seiner Art. läßt durch eine Berliner Unternehmung Grammophonaufnahmen von Rollen-proden der hervorragendsten Bühnenkünstler unter Ausnützung der neuesten Erfahrungen und Vervollkommnungen der Technik anfertigen. Diese Sammlung von Plattenabzügen wird von hohem, praktischem Wert für das Studium der Dprechtechnik und der verschiedenen Typen von Nolle-nanffassuugen sein. Gerichtssaal. Der Srganisator der Bialyftoker Pogrome. Das Gericht in N i s ch n i Nowgorod verurteilte den ehemaligen Oberpolizeimeistsr von Bialhstok. Matsewik, zu 10 Jahren Gefängnis, weil er im Jahre 1906 zu Bialystok den blutigen Judenpogrom organisiert hat. Vom ersten Gericht wurde Matsewik zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde jetzt gemildert, da sich herausstellte, daß Matsowik i n höherem Auftrag gehandelt hat. Der Verurteilte leibte seit 1915 unter falschem Namen in Nischni Nowgorod und bekleidete hier den Posten eines Finauzinspokiors. Ein jüdischer Arbeiter aus Bialystok, der nach Nischni Nowgorod kam. erkannte ihre auf der Straße und ließ ihn durch Polizei foststellen. Der Bialyst-oker Pogrom dauerte vom 11. bis 16. Juni 1906. Es war schon damals allen klar, daß der Pogrom durch Gendarmerie und M i l i t ä r auf höheren Befehl organisiert war. Matsewik, der dabei eine Hauptrolle spielte, wurde daraufhin befördert. Das Signal zum Einsetzen des Pogroms gab ein von den Pokizeiosfizieren verbreitetes Ger-ücht, daß -wer Priester, ein griechisch-orthodoxer und ein römisch-katholischer, durch jüdische Bombenwerser getötet worden seien. Diebstahl im Bankhaus Basel. Ein Schöffensenat unter dem Borsitz des Hofrates Dr. Hellmer verhandelte g.steru über einen Diebstahl im Ban-khau.se Basel. An geklagt war Josef Ben da, Beamter bei Basel, wegen Diebstahls und feine Frau Helene wegen Diebstahlsteilneymuug. In -der Anklageschrift wird gesagt, daß Josef Benda in vier Angriffen ans dom Kasscnraum veS Bauhauses Basel 700 Stück Coupons von Jnli Süd-Mien sowie 200 Stück Coupons von Unionbank-Mtien entwendet liabe. Seine Brau; Helene, nun seine Frau, verkaufte die Coupons um 22 600.900 K. Den Erlös verwendete das Paar größtenteils zur Gründung ch cs tansstandcs. Beide Angeklagte legten nach Aufdeckung des iebstahles ein Geständnis ab. Der Gerichtshof verurteilte Josef Benda zu sechs Monaten schweren Kerkers, Hole ne Benda bedingt zu zwei Monaten strengen Arrests. Edith Kadivec neuerlich vor Gericht. Frau Edith Kavivo c wird sich beim Bezirksgericht St. Pölten am 6. Februar wegen Uebertretung gegen die öffentliche Sittlichkeit und wegen boshafter Sachbeschädigung zu verantlvorten haben. Sie hat die beiden Delikte während der Haft im Kreisgericht St. Pölten begangen Der S^aßeubahnschaffner: .Me miisim aufs Dach steigen, wenn ich es will!" „Borgeilzen, bitte! Vorgehen! Das gilt auch Ihnen!" Die letztere Ansprache galt der Comptoir istin Jojöfine G.. die zwischen Zwei kleinen Bänken stand, mit dein Gesicht zum Fenster gaioendcr. „Ich bleib,' hier stohett, weil ich niemanden störe und dett Weg nicht verstelle." Der Schaffner hat sie hierauf ungefaßt und sic noch vortt-e geschah?». „Stoßen Sie mich nicht, daun Hab n Sie ke'- Reckt" Ich bin schon mit anderen Leuten ferlii geword'n. habe schon andere Leute hinausboförd.rt, w.e Sie,'Funzen!" „Sind Sie nicht so aem-cin!" „Steigm Sie aus, verlassen S'e du- Wag n!" ,^Jch steige nicht aus. Sie haben kein Recht, mich hinaus',uschafftn!" „Sie haben menten Anordnungen kenie Folge geleistet. Sie müssen aufs Dach steigen, we m ick es will!" Großes Hallo seitens der Fahrgäste, die sich höchlich über die Sterte amüsieren. Ein Wachmann wurde geholt und das Fräulein aufgefordcrt, dett Wagen zu verlassen. Sie tat dies höchst widerwillig und rief.dem Schaffner in Gegenwart des Wachmanucs die Morte zu: „Sie gomemer, vÜoHafter Kerl!" Es wund.'n bet Gericht m..;tcic Zeugen cinvcrnommen, zwei Kollegett des Schafftters, der Wachmann und ein Fahrgast ein junger Mann, der Buchhalter A. M. Letzterer führte aus, daß er den Eindruck gehabt habe, der Schaffner habe das Mädchen provoziert, er habe sie aus der -Mnge als Opfer he.ansgezogen, um gegenüber den Fahrgästen an Autorität zu gewinnen. Die ganze Szene war überflÄsfig. bei den Haaren herbe t rogen. Den Ausdruck „gemeiner Keril" habe sie gebraucht Rtchter: Wie kommt es, daß gerade S«e als Zeuge erscheinen? Zen^e: Das Fräulein war allein, die Fahrgäste habnr sich unterhalten, aber als Zeuge wollte niemand gehen, da habe ich mich als Zeuge der Dame -angeboten. Der Richter verurteilte die Angeklagte zu 100 000 K. Geldstrafe. Die Szene im Wagrninnevn, wie sie -der Schaffner Berger schilderte, ist unglaübwürdia. Das Gericht ist der Anschau-uttg. daß sich der Schaffner dadurch, daß er. den Dialog mit der Angeklagten im Wagrnirmeru geführt hat, zweifellos allster Dienst gestellt ha:, und den Anspruch auf den verstärkten Schutz als Am'sperson verwirkt hat. Er hat sich dies selbst zttznfchreib?» Hingegen war ihnt dieser Schutz znznfprcchen, als ihn die Angeklagte außerhalb des Wagens in einem fpäterert Zeilptmkt in Gegenwart des Wachmannes neuerdings beleidigt hat. Die Valorisierung der Kasseuarztepensionen. Die Witwe des mr Jahre 1913 verstorbenen Apztes des Wiener Bezirkskrankenkasft,!Dr. Anselm Korn st reicher, bezog damals eine Pension von jährlich 800 K.. nämlich ein Drittel der anvichrnbaren Jahrespensioit ihres Mcnmes Im Laufe der Zeit wurde zwar die Witwenpension von 800 K. erhöht, aber nur aus ein Viertel der emgetretenetr Geldentwertung. Frau Berta Kornstreicher -brachte ' daher durch Dr. Hofmannsthal gegen die Wiener Bezirkskrawkenkasse die.Klag-' auf Valorisiernng chrer Witwenpenision auf jährlich 15 Millionen Kronen ein. Das Zivillandesgoricht anerkannte zwar den Zlnfprrtch auf Valorisierung -der kafsenärötlichen Pension, bestimmte aber das Ausmaß der Daloriitcvung bloß mit 500.000 K. monatlich. Zu diesem Betrage kam der Gerichtshof dadurch, daß er eineinhalb Millionen Kronen als den standesgemäßett Unterhalt einer Arztenswittve annahm. Ta nun der Klägerin statutengemäß ein Drittel der Pension des verftorbenett Gallen gebühre, sei ihr berechtigü:r Pensionsan-spruch mit 500.000 K. tnona-tlich zu bemessen. Ge-gen dieses Urteil brachten beide Telle die Berufung ein. Der Bernfungssenat (Vorsitzender Hofrat Dr. Maher) wies beide Ber-nfttngen ab und lvstätigte das erstrichtevliche Urteil. Eine Schwerkranke vor Gericht. Fratt Greite S., die durch 18 Jahre die Lebensgefährtin des Ingenieurs Hermann Denk war, wurde von Dem, der dieses Zusammenlebens überdrüssig geworden war, aus der Wohnung gewiesen. Sie erhob gegett ihn die Befitzstörungsklage, Denk erstattete aber gegen drese Frau, -die chm den Haushalt geführt und zwei Kinder erzogen hatte, die Anzeige wegen Bcrttutremlng und Hinterziehung mchrerer Möbel und Wäschestücke. Dief-em Verfahren schlossen sich drei wettere Kläger an. Die erste Verhandüntg, zu der -die An.'j.Elagte in den Gerichtssaal getragrrr werden mußte, wurde vertagt. Auch bei der gestrigen Verhandlung, dt-e unter dem Vorsitz des L'berlandesgerichtsrates B i l e k abgehalten wurde, mußte Frau S. von vier Justizsoldaten in den Saal getragen werden. Die Angeklagte, die auf die Abhandlung bostauid, brach mehrmals unter schweren Herzkrümpfen zusamnten. Die Anzeigen ihres Lelbensgefährten stellten sich ms so haltlos heraus, daß sie fallen gelassen wurden. Frau S. wurde nach einem ntilden Plaidoher des Staatsanwalts Dr. F u r l e r, der selbst -upr Nachsicht für die Schwerkrante bat, der Veruntreuung eines Versatzscheines -und der HinterFichuug eines Betrages von 300.000 K. schuldig evkcumt und zu zwei Monaten schweren Ätier kers, vevbüßt durch die Un!«rfuchunashast» verurteilt. Nach Schluß der Bevhandluttg stellte der Vorsitzende den Antrag, daß Frau S. im Jnquifiteuspitäl untersucht werden möge, ob sie derzeit transport.ählg ist rtnd in ein Krankenhaus überführt werden kann. Rechtsantvalt Dr. Glanz erbat sich Bedenkzeit wegen Annahme -des Urteils. Die arbeitslosen Demonstranten vor Gericht. Zunr dritten Male hatte sich gestern der Etnzsirichter Hofrat Dr. O s i o mit den Vorfällen anläßlich 'der verbotenen Ärbestsloi'endentonsiration am 22. Dezember v. I. zil bsfasserr. Wogett Bergeherts des Auflaufes und der tätlichen Wach.b-eleidt'gttng warett >vtosntal 17 Arbeitslose angeklagt."die an verschiedenen Stellen der Stadt während des Umzuges einzelner Gruppen von der Mache beanständet worden sind. Den Angeklagten wurde zur* Last gelegt, daß stz.' dantals ihre Genossen zum Widerstand gegen -die Wache! attfgereizt. einige sollen die Sicherhe-itswachle-nte durch Rufe „Mörder, Pülcher" und dergleichen beschimpft und sich ihrer Anhaltung widerf-etzt haben. Die meisten Angeklagtett wurden zu kleinen Arwststrafett bedingt vernrtk'Ät. Einige wurden freigefprochen. Volkswirt. Lle bevorsiehenve Herabsetzung der LIskonb rate. D:r Bankstatus gestaltet eine ErmLftkgung. Mit bemerkeusiverter Boschlennigttng, knapp vor der am F r c i t a g stat tfindoitden G e n e r a i r a t s s i tz >t n g der Oesterreichischen Nationa-kbatrk wurde der Dankattsweis vom 15. Jänner veröffentlicht. Dieser Austveis zeigt vmr der günstigen Entwicklung der österreichischen Geldverhäiinisse. Der Banknot-entrml-anf hat -sich uttt 161 Milliarden auf 7111 Milliarden vermitrdert. Wenir bedacht wird, daß vor ganz kurzer Zeit der Banknotenmnlauf über acht Billionen betrag-on hat. so ist der jetzige Status ein Beweis für die starke R e st r i kt i o n des österreichischett Geldumlaufes. Eine der wichtigsten Ursachen diefer Notenrestriktion ist unter anderen! auch die vchomente Drosselttng der Kredite, welche feit drei Monaten ununterbrochen andauert. Das Eskompteportefeuille ist in der letzten Woche um 90 Milliardeir kleiner geworden rttrd beträgt im ganzen 1733 Milliarden. Zweifellos ist dies ein abnovma-ler Zustand, der dringend eine Verminderung der Diskontrate erheischt. Bekanntlich sind die (5:tgländer gegen e'tte solche Ermäßigung und halten den jetzigen Zinsfuß von 13 Prozent für angemessen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß der G-oneralrat der Nationalbank in seiner nächsten Sitzung sich durch -die günstige Entwicklung der Geildverhältnisse veranlaßt sehen dürfte, auf eine Herabsetznng der Diskontrate zu dringen. Welchen Umfang diüse Ermäßigung amrehmen wird, ob ein oder drei Prozent, ist vorläufig ungewiß. kr'elchterungen im öfterreichisch-tschechoslottslischen Handclsvettehr. Prag, 21. Jänner. (T^ech.-qilow. Preßbur.) Auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom 22. Dezember v. I. ist das Zusatzabkommett zum Handelsabkommen zwischen der tschecho-slowakischett Rvpttlblvk und der Repüblik Oesterreich provisorisch in Wirksamkeit getreten. Das Handelsabkommen wurde bekanntlich am 7. November 1924 von den Vertretern der beiden beteiligten Staaten in Wien unterzeichnet. Das Zusatzabkommen bringt für einige wichtige Exportzweige der tschccho-flowakischen Industrie bedeutende Ermäßiguugeu der österreichischen Einfuhrzölle mit sich, und zwar bei fast einem Drittel des neuen österrerchijschon autonomen Zolltarises, der zugleich mit diesem Ueber« einkommen in Wirksamkeit getreten ist. Anderersets ermäßigen sich auch die bisherigen tschecho-flowakischeiu Einfuhrzölle bei fast einem Drittel des ischecho-s'lowakischen TarrfeS. Zugleich mit dem Zolltarifverträg ist ein Mkommen über die administrative Handhabung ins Leben ■ getreten, durch welches die bisherigen Schwierigkeiten im gegenseitigen wirtschaftlichen Verkehr beseitigt werden. Polnische Wirtschaftswoche. (Bon unserem polnischen M.-S.-^orvespondenten.) Die internationale Eise n b a h n k o n f e r e n z, die in Krakau zusammengetreten ist, ist mit vollem Erfolge beendet. Vom 1. März d. I. ange-fangen werden zwischen Polen einerseits und der Dschecho-Slowa-kei, der Schweiz, Oesterreich, Ungarn, Jugoslawien. Italien töie auch transito Deutschland W a r e n t r a n s p o r te mit den internationalen Frachtbriefen verkehren können, wobei die Zahlungen erst durch die Abnehmer geleistet werden. Zwecks Ausarbeitung der hiofür notwendigen Bestimmungen wurde für den 27. d. nach München eine Beamtenkouferenz eiuberusen. Aus den polnischen Börsen war in der Berichtswoche di« Lage unverändert. Vorübergehend trat eine festere Stimmung zutage, im Verlaufe der Woche schv-ächte sich dir Tendenz neuerlich ab und die Notierungen erreichten ihren früheren Stand. Von den Bankaktien blieb Hypochekenbank bei - 0.56 uuverän-dert, wogegen Malopolskkibank sich bis auf 0.26 Zloty ermäßigte. Warschauer Diskontobank fester bei 6.10, Tepege bei 2, Rakszawa bei 1.75 Zloty. Fester waren Lentberger Brau, die.sich auf 9.05, Zieleniewski, die sich in Lentberg auf 9.60, in Krakau auf 8.80, in Warschau auf 9 Zloty erholten. Silesia wurde mit 1 Zloty gehandelt. Ehodorow schwächte sich auf 3.9o, Chybie auf 5.05 Zloty ab. Auf -dem Anlagcmarkte war dagegen die Stimmung sehr fest und Pfandbriefe der Hypothekeubauk und der Ehemaligen Latt'desbank sind zum Kurse von 6 Dollar für 1000 Kronen stark gesucht. Ebenso fest ist der B r u t t o m a r k t, nachdem sich auch aus dem AnÄande in Anbetracht der neuen Ersblge der Petroleum Industrie zählveiche Käufer einstellen. Auch die Zahl der A n l e i h e a n b o t e dem Auslaitde uttd hauptsächlich aus Amerika ist letztens gestiegen und langsam kommetr auch Abschlüsse zustande. Die Präsidenten der Städte Piotrkow, Lüblin, Czenstochau und Radom hüben mit der -attterikanischeit Gesellschaft Uhletr and Company einen Vertrag über eine Zehnmillionenanleiho ztmt Ausbau dieser Städte ttnterschrie'ben, wobei diese Finna auch einen leitenden Ingenieur zur Durchführung der notwendigen Arbeiten zur Verfügung stellt. Die polnische Regierung hat ebenfalls mit Ainerika eine Fünssigmillionenauleihj. ^b^ d» Ihr Korrespondent bereits berichtet hat, endgültig abgeschlossetl. Ter Vertrag wird am 16. Februar in Kraft treten, Devisen Amsterdam >. i uoll, Gulden . Helerno 1 Dinar. Merlin . . . . Brüssel Iberischer Krank. . Budapest lOO unnar. Kronen . Bukarest I l.ei. London 1 Piund Sterling . . Mailand i Lire. New.York l Dollar. Paris I Frank .. Prat : tachecho-alor/, Krone. Settifen- und Valutenftirsr vom 81. gönner 1925. Oolcl 28h50.- 1168.— 188-0.- Ji69.-?«.- 37-1,— 3393 m,- 340 00. 2889.- 29<11. 709J5,- 71181.- 3820.- 3838.- 3125.«. 2135,- War« 28760. 11(2.- 16951. 2581. 98.80 37o,- •-on« 1 Lev,’«. Stockholm 1 schwed. Krone . Warschau.. Zürich i schwele Frank. . . Valuten Amerika, Ucbe iNoten ... delglsctie /Noten lüu Franken . iulsarlsche Noten su lüUULeva Deutsche Noten ...... Bnglisebe Noten ....... OcH r-is. 1007 >. 13600.. I3-.85. 7W6U.- 3830.. 498.- 1666 r.. 3375.0,« Ware 510.- 1913). 1370),- 13735.;o8ßo, 356-1. 5 6. 16780.- 338100.- Pranzßslsche Noten . . . . . IolUlnittache Noten ... . . tiii e'iisc1,» Noten ...... n«»H awiache Noten. ’olnlsc i* Noten ....... tumitninc'ie Noten...... russische Noten (Ro uin.l. . Schweizer Noten 10>Franken l’RCheclio-Riow. Noten. . t örkiechc Ptund«Noten .... Ongartecne Noten ...... Qeld Ware 380).. 3830,- 28300.- 28510.- 2>ü4.- 2830.- 11,7. 1,63.- 13535,- 13675,- 363.- 37*,- 1354*!— 13620.- 2112.- 1,28.- 3670). - 38300.- 97,20 -5.« «

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