Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2126 (20.1.1925)
- Date
- 1925-01-20
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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VE t _ ®f«, '_ rühmte Gutachten der Wirlickaflsnoii-Z pvotzuziev! werden, welllzes den Anstoß zu dem Borqelven des Ltaats-- amvaltes gab. Ans keinen Fall usicr darf das de Neble Spies der Bersttticiernng sori.ucsi'Ul rnerden. dus nur dazu da ist. dent autise'.niüsclrerr Povcr die ^mi-wuae zu oringcn._ Strickers SrkkSruns. örtn Artikel iit der „Jüdischen Rundschau". In dem Zcnnalovaan der zionistisckui Veremigun^ für Ten sich! and, der „Jüdischen Ru-.chschaü" in Berlin bc-sprich) R. W (Dr. ändert Welt sch) die vorn Obcrtzaura: Strecker in der „Wiener Mor^.'n^eiume," am 28. Dezember verösfenrlichie Erklnrunsi über die Gründe^ seines Rücktrittes von der stelle des Bizevriisidenien des Aionilstilschen Aktionskomitees. R. W. schreibt: . ..Wir veröffentlichen die ErKärung des Herrn Stricker,die bereits vor Zwei Wochen in der „Wiener Morgenzeitrrng" erschien, infolge des durch den Dolegievtentog ußv. verursachten Rcrnmmangels erst heute. Wir glaiibcn, daß es wichtig ist, dieses Dc-lnnrcnt zur Kerrm-nis der zionistischen Osfstntlichkeit zu bringen, da wir nicht mit uitfcrem amerikanischen Druidevblatt „Das jüdische Volk" übereinstiimnen. das ims Dovwürfa machte, weÄ wir Männer wie Lichcheim und SoloweitWk zu Worte konvmen ließen. Wir Kaubrn, dag Zionisten an jedem Punkte ihres Weges bereit sein muffen, sich sÄbst Rechenschaft adzn'legen >md daß es nicht mrr eine Pflicht der Loyalität, sondern eine Bsfrnchtuing zionistischen Denkens ist, auch den Gegner der herrschenden Au-ffassu-ng zu Worte kommen zu lassen. Was nun die Ercklärrmg Strickers betrifft, so steht es uns nicht zu, den Weg der Polemik zu beschreiten, den jetzt einige Wiener Gesimm-ngsgenoffen gchen, die cm: Strafgericht über Sirickers eigene Untätigkeit besonders bezüglich der von ihm (übrigens mit Recht) für so wichtig erklärten Stärkung der Orgainsa'tlon halten. Wir, die rnchr' aus der Entfernung urrerlen, körmen vor allen: den einen wie nns scheint gnmdlegendcn Irrtum in Strickers Darlegung aufweifen: Stricker meint, daß »rrch heute noch eine nationale Organisation aufrecht zu erhEcn ist, der das Korrelat einer ständig fortschreitenden jüdischen Aufbauarbeit in Palästina fcihst. Dieser Gedarrke erttstanvmt einer vergangenen Zeit, über die leider, das inuß — so bittet es klingt — gesagt werden, ein beträchtlicher Teil auch der heute lebenden zionistischen Führer nicht hiuausgokommen ist. Es steckt eine gewisse Tragik darin, daß diese Menschen, die ein Loben lang der uinevlnüdlichen Verkündigung der Idee von der Notwendigkeit einer, nationalen. Heimstätte, für das zerstreute jüdische Volk geweiht haben, «S a-b-solur nicht. mnevlich verdauen können, daß diese BerkliMgU'Ng allein nicht mehr das entscheidende Kriterium: des Zionismus ist. Heute gilt die Errichtung selbst, das wiMiche Leben in Palästina, und — das ist die Tragik — sie haben den Anschluß an dieses Loben nicht gefunden. Diese.Fremdheit mag der Hauptgrund sein. wanvm sie j die entfchwcktdonen Zeiten zurückboschwöven mochten. Nün kommt aber noch dazu, daß die Gesinnung, dienicht.direkt« Betätigung.in Palästina' suchet,.. sich ihr Pe-tätiglMgsfÄd dort sucht, wo cm: .-leichtesten und lautesten Gofinnung, die im Grunde zu nicht viel verpflichtet, proklamiert werden kann, nämlich in der innere» Politik. Wir haben immer auf dom Standpunkt gestanden, daß das Prinzip der nationalen Landespolitik richtig ist,"aber sie muß von schr starken Menschen gemacht werden, die sich wirAich jeder Versuchung, die solche Politik mit sich bringt. zu Widerfetzen verst chan. Sie darf auch nicht letzter Selbstzweck werden, sondern der Primat PMstinas muß unverrückbar fssiftchen. Sonst ist die Gefahr schr groß, daß gerade durch dieses Uvbermaß an nationaler Politik die Organisation ruiniert wird. Herr Stricker behauptet, daß in Oesterreich die Organisation darunter leide:, daß die Paröt-e der Erweiterung der. Jewbsh Agency ausgegeibcn Wurde, und daß die WÄtyrganrsation zu diel mit praktischer Arbeit in Palästina beschäftigt ist. Die Leitung deS österreichischen Zionismus aber hat doch gerade diese beiden Prinzipien negiert und hatte . die Macht, in ihrem Lande, die Organisation zu schaffen, die sie'wollte. Sie Hai es nicht vermocht, und zwar, so glauben wir, gerade weil sie die beiden Prinzipien negiert«, die eine Verb:m'denheit mit der Realität des heutigen jüdischen Lebens beweisen Die objektive Lage ist heute so, daß eine Zionistische Organisation ohne starken Pa- 'läsnnainhalt oder gar mit einem zufammenbrechenbrn Palästina cmr all-evwenigsten 'Aussicht auf Erfolg hat, weder bei der isichr-jüdischen Welt, die der äbstracken Versicherung dos Bedürfnisses nach einer Heimstätte nicht glauben wird, noch bei den jüdischen Muffen, die enurn solchen Zionismus für einen Rieseubvtrug erklären würden. Venu wir aus diesen grundsätzlichen Irrtum Hinweisen, so wollen wir damit nicht in Abrede stellen, daß hi der Cr-> släruug Strickers viele richtig« Gedanken enthalten sind. Der Zusrand, daß dl« Leitung der Bewegung eigentlich weder über eine Organisation, noch über finanziell« Mittel verfügt, währen d die immer selbständiger werdenden Fonds sich allez erlanden dürfen und immer uyvcchüllter nach der Macht strehrn, ist radsächt sch unhaltbar und muh durch einschneidende Resormen so bald ÄS möglich befestigt werden. Dies« Reformen sind nichr leicht, weil die Sevhständigkelt der Fonds erhalten bleiben M'.'ß und es daraus ankommt, die richtigen orgauijaiorIschen MitteS zu findet', mn die Nachteile dieser Vit-Mion ' gu: zu machen. In bezug auf di« kolonisatorische Arbeit ist dies bereits allgemein anerkannt, Md die Schaffung einer einveittichrn Kolonisationsinstguz wird Hofs«Mich trotz aller Widerstände uch» mev? lange auf sich, warten lassen. Schwi«- Zger ist es in der ^rganhatio» rwd Propaganda, wo sich l-'n-'ß h.mt« eh' Kon'liktsstoff angehäuft hat, der nur daruan. nii,: st» Erplosioneu Mn. null die Zur Seite, ' nämlich 'die' .'si.-'-usrlschs - Organ is..ii.atMlch Urrsigsiens in ihren z-ru-; laL'ii 2 reffen beute zu schwach sit. Ein Kon fl.kt dieser Art ist , .'>! >>.' letzt bei der Lan-eskonsertnz der holländischen Zionist«»! '(.isbruch gekomm-'t Wir bedauern zwar, daß unsere s Wiener Mornekzettnnn. " 7^nn«r Ei M. S12S I bo!l-iud'.s--b,>n F-.-.-.»nde wio: mäsi-rstä-ntni» % für die Not - wend'i'ke'. ''-«es n.'utr.siiü -Kvren vh-:jcswd.- m>d nir d'ie 'Wich :!-isi: >er Miiarben nichtzionjistsicher Fudrn om Pa-iästma- . daoeu: n'ber mir müsse-: iön.-n irn Prinzip reän geben, irrnn 'ie for??»-.«. d-asi.der zionisiische L» r'L-.'s.'».rband nicht von den eigenen Z-''.'.tr.i'.siZl-'u als oiiaiUti: negt'geavle behandelt wird. Ein solches Svstäm muß allrnählich zu einer Domon» ralH.i'.-en fübren, da man N'cku v." Foklo n: deren Prestige man durch derartige mrbedachte. imd navberechligte Gering- 'chivi'na keld't mindert, eriuanen kann, daß si: weit«: Pionierarori: sür d.-n zirn ist sichen Gedanken leisten. N.nd diese Piovi-erurbei: nur) nvb wie rar Ubia;:cl; -oen Ziunist-n gemacht werden. Di?'." Auswüchse i-n St sinn der Selbständigkeit des Keren Hasessod müssen chvcisellos beisoitigt werden, und dieser Punkt ist ein. wichtiger Teil des Rcformprograimnes. Ebenso richtig ist die Forderung Stricker---, daß unser Politischer Diorvst ausgebaut und verstärkt werden muß. Wir haben schon unlängst Vara:vf hingewicfen, daß diese Forderung schon vor emetlchafb Fahren im Aktionskomitee mit. gi-oßen Nachdruck gestellt wurde, allerdings nicht von Stricker, und wenn wir uns recht erinnern, auch nicht mit Strickers Unterstützung: die Forderung aber wird nicht dadurch falsch, daß jetzt auch Herr Stricker.'sie äufnlmmt. Daß zion'stifche Politik nicht vom lokalen GasichZspumkt PälästmaS, sondern vom GosichtrpmE der Lösung der J-udanfroge allein gon^rcht werden kann, gehört zu. unserer Abc. Dan:it rmmt abso Stricker offene Wren eÄ:. Nich: daß dom so ist, müßte heworgchobrn werden; sondern daß tatsächlich unser politischer Apparat diesen Gedanken nicht mit. gemiigondem Nachdruck irrs Büwußtsein der öffentlichen Meinung der entischeiir":drn Länder zu bringen vernicht«. Es ist Dr. Wptzinanns Irrtum, daß er cüve solche Kritik, wie sie auch von nns guübt wurde, auf sich selbst bezich!: Wohls hat er stets, wenn er mit Vertretern der politischen Welt sprach, diasen Gedricken höchst wirksmn vertreten; aber dlics-gvnügt nicht, eS muß für einen Apparat gesorgt som, der diese Tätigkeit Dr. WedM-anns urtterstützt. Davor: ist bisher sehr wenig zu merken, und manche Politische Aeußenmgen, die aus dem zionistischen Bure an in London konrmen, haben einen reicht cittmutigenden Charakter. Esist vielleicht nicht hier der Ort, ans diese Mißstäude hi^weiftn. Es soll nur damit ange-deutct werden, -daß viele Einzelhqiten der Strickerschen Darlegung richtig sind, obtvohl da-s Gesamtbiild mvseres Erachtens falsch und vor allen: di« Intention dieser BeröfeMichnng höchst nnWac ist. Denn die vrnzigs Ausgabe derer, die elncen Verfall der Organisation zu erkennen glänben, scheint nns die zu fein, au ihrer Wiederaüfvfchtmeg nud Markung positiv zu arbeiten. Merdtngs gehört dazu ein Ber- ^'ständnis der grundlegenden,, auch, für die Organisation unermeßlichen BedervtMg der Palastinaarbeit. . Luthers RegierungsettlSruug. i Berlin, 19. Jänner. Molff.) Boi Alhgalbe der Regirvün-gseMrriung im 'MchSM Mie Re-ichSckaitzler D«Eor L^u t.h «-r das n e n e K a -h i n e t-t Vor, das nnnmehr volfst-änbig ist nnb dem als Reichsfinanz» mzi n ist tr der bisherige M-msterialdirüktor im Reichsfijianznn niste vinn: v. S ch l i e ibe n -rl-nd als Reichsv e r k e H r s nl i n i st« r -der bislhevige.Staatssekretär 'des Vierkehrs-ministeMms Dr. Kr-och ne ange'HSren. 1 Nach DankeL'lvorten an die scheidende RelchSneAievuny, btzfoyders.an den ReichskaWler Marx, betont« Doktor Dptlher. es werde die Aufgabe der im Roichsregiermilg sostt. auf den: Mage der Gesundu-ng tveiter m dom Karen Ziele des deutschen Wiederaufbanas zrs schreiten. Gr führte sodann aus, die Potttik der nouen RtzichSvvgievung sei völlig s ä ch l ich «Arbeit im Dienste des deutschen Volkes. Sie werde die Zusammenarbeit im Reichstag nicht. Mir mit den Parteien suchen, die in der R^jiepung durch VertrauenSnEnner vertreten' find, sondern niit alle n Partei« n. -die st a a t öbejahender 5)esinmmg sind und PwKisch« Mtaribvit le-jsten wollen. Die Notlage des Volkes müsse für alle eine da'uerndc Maihtt'ung fein, die schweren Entscheid:wgen. vor denen der Reichstag und die RoichSreAlevuny stchen, <mf möglichst breiter Grundlage zu deivirken. Äia rechtliche Grundlage für die Arbeit der Reichsregiernng, sagte drr RoiWkanzler. ist die republikanisch« Berfassnng vchn N. August 1919. Jeden Versuch, ihre Alhändernng gchvaltsan: oder sonst in nngesetzkicher Mejs-e herbeiZn- Mven, -wird -die Reich'sragkrnng als Hochverrat «nrit allein Nachdruck abwchren nn-d verfolgen. i Die RcichSregier-ung wird ihr >besm'dercs Anstermrerk a«Ff die innere Wahrhaftigkeit und die Reinheit des öffentlichen Lebens richten. -Auch den -.''Nfcffionell'en Frieden zu hüten, wird die Reichsregiernng sich ernsthaft angelegetl sein lassen. , Mit ihrer AußenPolitik will di« deutsche Regie» vrtng der .Herboiffchrung eines wirklich dauerhaften Flr i e d e n s unter a l l e n Völker n dienert. Die Richtung der AußenPMi.k im ein^lnerr wird auch fiir die uütt-L Regieorttrg in erster Linie durch die . Londoner Abmachungen bestumnt. Die gvrnähdiesen Mmchumen erlassenen Neichsgosetze werden loyal dnrchgefülhrt werden. \ Nach Vorbeiniguri'g des scho-n be-kannte:! Protestes gogen die Lttchträurmmg der Kölmr Zone führte Doktor i.; ,.i i ,mwr)r.. - w".. >i u ..in.—m t ♦ I Werbet Abonnenten fürdie!„Mener Morgenzeitung" Lacher weiter Die Frag' der Z : ellnngDe u ts chi a u d -? z u :.i V Ü I k e r!?» n d tfr in einem Memorandum uied.'rgele.P, das die sruyere Reichsregierung au die im Vö!k«,'.".iumat acrueteueu Mäsinr richtete n,:d in ei-tttM Sch-r-eiiden. das an das S-ekreraria^ des Voiter.dundes in Gens «rparrg-en ist. Die ReichSr^i-erung verfolgt mk Ans- -merkfa-mkeit die Entwickl-ung des Volkerbund-gedankens nnb di« Du.rchMhvtt.ng der ihn' zugrunde liegende!i Anschauungen, muß ober ihrerseits an den Voraussetznngen foskhalten, d'e die bisherige ReichSregiernng für den Eintritt Deutschlandin den Völkerbund ausaestellt l)at. Wm 10. Jänner fiel vou den uns im Vevsaill-er Ve:^ trag anferl-egten Fesseln -die einseitige Meistbegünstigung. Tie Reichsreg'.ernng wird die so gewonnene Frecheit sich nutzbar machen, damit De-ut'chlauds Wirtschaftsleben gesunde und namentlich ansr-eich«nde Arbeitsgelegenheit mit angeln e s s e n e r E n t l o h n u n g ge schassen werden kann. D k« deutsche Wirtschaft nmß wieder der Weltwirtschaft einagli-edert iverden. Wir -nnissen deutsche Erzeugnisse mehr als bisher ausführsn. -um dadurch und Mit der Whöhung unserer.Kaufkraft zur Steigenrng des Warenverbrailtches der Welt beizutraaei- Nur dt'rch die Gesundung der deutschen Wirtschaft tarn: auch die Grundlage gestmden werden, die sozialpolitische Atzbeit, die seit Jahrzehnten den Stolz des demt, schen Vosk-es bM-et, int Rahmen des wirtschaftlich Möglichen ,zn feistigen und weiter auAzulwuen. Soll das deutsche Staats'wesen neben den schweren außen politischen Lasten alle diese Verpflichtungen an? chic-- nechn'en, so wirb es nrayr als je auf die Ausgestaltung des Steuer systemS ankv-unnen. Die (besetze sind vorbereitet, die äw: systv' matische, eilcheibliche, tvirtschafkli-ch richtige und sozial gerechte Besteuermtg in den klarsten, einfachsten -Fownen iherbeiführen sollen. Für die praktische Arbeit der mchsten Zeit ist es wichtig, daß der dem hoihen Haufe bereits vovge'legte H a u shalte p-l a n erst dann in vollkommener Gestalt verab-' schiedet werden kann, wenn eine Anzahl von Vorfragen gesetzgeberisch beantwortet -ist. Solche Borfra-gen sind die Aufwertung, d^r Finanzausgleich und die S t e u e r g c s e tz g e b n n g. Die Reichsregievnng -wird die bereits vorbereiteten Gesetze m-ögl-icW bald -dem Reicks rat und danr Reichstag zu'leiten. Kommunistische Lärmszenen. - Schon bei Beginn der Sitzung lärmten die Rom nmnisten, als Präsident Loebe die Ministerliste verlas. Als der Reichskanzler das Wort zur Abgabe seiner Erklärung erhielt, riefen die Kommunistetl nach A m n e st i«. Dr. Luther wurde durch den Lärm der Kommunisten mehrfach aezwungen, seine Verlesung zu unterbrechen. Bon rechts tvurde den Konmnmisten zngerufen: Moskowiten! Einmal legte der Reichskanzler sein Ma>:usk^ipt nieder und sagte: Ich unterbreche meine Erklärung nicht gerne, aber ich glaube, daß ich mit der Mehrheit des Hauses übereinstinime, wenn ich sage, daß mar: durch Schreien sachliche Arbeit nicht ersetzen kann. Als der Kanzler davon sprach, daß auch die KabiueiiSkrise keine Staatskrise werden möge, rief ihm ein Korn, mmlist zu: Mönchlein, du gehst einen schwerer' Garrg. (Heiterkeit.) Morgen um 18 Uhr mittags ' wird in die B esprechnng der Erklärung der Reichsregiernng ein getreten. K« «euer deutscher Aorruvtionsskandal. Die Aohnstättengesellschast und der Triauonsilm. Berlin, 19. Jänner. (Wolfs.) Die Staatsernwaltischaft beschäftigt sich gcyewvärdig mit den Fina-rvUeschäfterr zwiifcheg «der W -o ih n st ä t t e n»G. m. b. H. nnb der Triauonsilm A.-G., tvelch letztere durch Vernnttlung einiger Beamten auS öffentlichen Mitteln der Wolhnstätten-G. m. b. H. einen Kredit vor: dreieinhalb Millionen Mark eichalten hat. Die Beamterr der Wohnftätten-G. m. b. H., RegievrmgSrat Bretts ch n e i d e r, Ministeviafrat Dr. G l a h rnrd der abgebante RegiernngSrat Dr. Wenzel, tvnrden gestern zusan'-rnerr Ntit den Direktoren der Trianongesellschaft D a v id und Jtznarz Schratter vernoamnen. Nach ihrer Bsrnchmnng wurden sie. da keine Verdti'tMnngöge'ßr.hr vorliegt, wieder en tlassen. Die EvmiMmtgen werden fortgesetzt. Zn diesen' Fitwnzskandal bei der Wohrrstätten- G. in. b. H. erfahrt daö Berliner „8-Uhr-Abendblatt" dorr gut unterrichteter Seite: Im ReichSarbeitsministerium wurde vor einiger Zeit durch den -Filmreporter einer Betzliner Tageszeitrulg die Mitwilnug gemacht, daß die TvianvrvFil-mgcsellfchast öffentliche Gelder erhallen habe, dnrch welche sie itk die Lage versetzt wurde, im Ausland kostspielige Film aufnahmen zu drehen. Das ReichsarhoilSministerinnt ging der Sache nach und berichtete der Staatsanwaltschaft. Es erfolgte eine eingehende Prüfung der geschnsrlichen Transaktionen der Wohnstätten-G. m. b. H>, und ztvar wurde hiemit der Potsdamer Gerichtshof betraut. Die Tatsache, daß die Wohnstätten-G. m. b. H. öffentliche Kreditgelder verzinslich angelegt hatte, «tttb zwar in Gestalt von Darlehen an ein Priva tunternehme.n, ist nicht zu bestreiten. Die Trianon-Gefellschaft behauptet, der vön ihr in Anspruch genommene Kredit — er wird auf drei bis vier Mirltonek Goldmark geschützt -- fei durch ihre Sicherheiten gedeckt.