Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2126 (20.1.1925)
- Date
- 1925-01-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IPoign 20urotzvI Wien: Zorn Abholen in Her Expedition,!!. Tahorstr. 1*3, oder ifl eioerVersctileisatellc (Trafik) monatl. K 40.000 Strassenverkauf in Wi e „ durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez,. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien Oesterr. monatl. K. 40.00' Tschee^o-Slowake. Mon. K 20 |u?osiawien Mon. Dinar60. Polen: Mon 31/* Zloty, T)eutschland Mon. Goldmark 4, Fra n k r., Belgien: Mon. Fres. 15 WU* Naebiabiusgen "WU bet Pr*l«erliRhniiireii vorhebeHee «r. 2126 an Wiener omemeiluttg fpreln K 14001 England: Mon.4Schilling» Italien: Monat'. 15 > irr, Rumänien Mon. 1501 et Bulgarien Mon. *0 I ewa, Schwei* nn das nbrijfe Ausland mnnatHeh Fres, 4. Rednlrtion n. Administration Wien 11., Taborstr. 1-3 Telephone; 44-0*38,43*3*19, AN6Uhr ahds. 21 *102.25-282 IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisehes Postspar* kämmen - ^onto Nr 150.60A Wir«. Dienstag, 20. Rauer 192S 7. Sohrflaitq Erschwerung derAmeritawanderung. Eine Konferenz aller amerikanischen Staaten zur BereinHeitNchnng der Sinwanderungsvorlchristen. Ans New-Aork wird der Politischen Korrespondenz gemeldet: Das Einwanderungstonritee des Repräsentantenhauses in Washington hat das Projekt einer gesamtamerikanischen Konferenz angenommen, die ein gleichartiges Verhalten der ganzen westlichen Hemisphäre hinsichtlich der Ein wand er ungs Prinzipien erreichen soll. Hiedurch sollen in Hinkunft auch Reibungen, wie jene mit den Japanern, beim neuen Einwanderungsgesetz der Vereinigten Staaten vermieden werden. Bezüglich der Behandlung der mit P e r m i s (Erlaubnisscheinen) in die Bereinigten Staaten zurttckkehrenden Ausländer wurde verordnet, daß sie, auch wenn sie in der dritten Klasse reisen, an demselben Orte untersucht werden, wo dies mit den Passagieren der ersten oder zweiten Klaste geschieht. Bemerkenswert ist, datz auch mit Permit ausgestattete Personen von der Landung ausgeschlossen Las amerikanische Bürgerrecht. werden können, wenn die Behörden sie als landungdunfähig erklären. Der Arbeitssekretär eröffnet in einem Bericht an den Kongreß, datz im letzten Fiskaljahr 424.500 Personen das erste Bürgerpapier erhalten haben, 43 Prozent mehr, als im vorhergegangenen Rechnungsjahre. In dieser Zahl sind 50.000: Frauen enthalten. Rund 150.000 Personen bekamen das Bürgerrecht, 18.000 Kandidaten wurden zurückgewiesen. Der Arbeitssekretär schlägt für die Zukunft die er Weigerung der Naturalisation alle Ausländer a n vor, die nicht beweisen können, datz sie legal ins Land gekommen sind. Eine weitere Anregung geht dahin, den Burgerrechtsantrag eines Ausländers, dessen Familie im Ausland lebt, zu v e r sch i e b e n, bis ein dem Einwanderungsgesehe entsprechendes Gesundheitsattest über, die Familie vorliegt. . . 6ine Nachwahl gegen Herriot. Paris, 19. Jänner. (Wolfs.) Im Departement Loire tt Chor fand gestern die Ersatzwahl für den verstorbenen sozialistisch-radikalen Abgeordneten Manger statt. Das Kartel l der Lin!en erhielt nur> 35.414 S t i in nt e «> n: ist also mit' seinem/ Kaßöldaten untferlegen. Der Kandidat der republikanis ch e it K o nz e n t r a H o n, D r. L e g r o s, würde mit 39.497 Stimmen gewählt. Die Wirtschaftsverhandlirngeit mit Deutschland. ' Paris, 16. Jänner. (Havas.) Staatssekretär v. T r e ndelenbur g, der die Absicht hatte,, sich nach B e r l i n zu begeben, um Weisungen einzuho-len, erhielt von der Regievuwg ein Telegramm, worin er aufgefordert wird, in Paris zu bleiben,.da Frankreich diese Reife als Abbruch der Verhandlungen deuten könnte. Die Verhandlungen werden wi eder an fgen om men werden, seibald Trendolenburg Weisungen aus Berlin erhaAen!ßa.bon wird. Sie Wahlen in Aegypten verschoben. London, 19. Jänner. (Havas) Der König von Aegypten hat eine B e ro r d n u ng unterzeichnet, durch die die Wahlen, die am 24. Februar stattfinden sollten, verschob nt werden und das P a r l a m c n t auf den \3. März einherufen wird. Lord Srell Wer die Palöftinavolitil. Netv-Nork, 17. Jänner. (I. T. -A.) Lord CeeA Vf Ghettvood 'hat während feines süngsten Atlfenlihalltes in den Vereinigten Staate troiu SchrMen an das Mitglied der palästinenfifch-Fioniftischen Exekutive, Kc-lonel F. H. St t s ch. gerichtet, in welchem er versichert, jetzt wieder für die PMslinaidee tätig fein Zn wollen. Ceeil schreibt: „Sie haben recht in ihrem Waulben, daß ich mich noch immer mit der zionistischen Betvognng verbu>nden fühle. Ursachen hierfür sind die B a l f o >n r - Dekl a>. r a bi o n, die Ver- Lnüpfnttg des ZiionisnulS m i 4 d e r A r H eit des Völkerbundes. Immer habet: mich die Ideen, in toelcbeu diese Bowegrutg wu-rzelt, begeistert. Ich freite mich zn hören, daß der Erfolg der zionistischen Arbeit in Palästina groß ist und daß die Mischen Eittlranderer ihre Fähigkeiten in der Ktiltiviertüng des Bodens sowie in anderen Zweigen erwiesen halben. Ich wünsche der Be wegtmy ans 'UxiTiircu Herzen Erfolg ttnd bist Jhtnen dati'kbrr, da Sie mir Golegetcheit gegebetr haben, anszudrücken, daß ntorn BevWtnis zu der Bowegnng. ttnvcrändert dst trnd unverändert bleiben wird." .- Bor Brautings Mülritt?; Stockholm, 19. Jäntier. (Hapasl) In der Kamnter erklärte der-iKnä'WniMster, 'da divAeiyte, die den Min'sterpväsrdenten D'r a n ti n g he-htagdöbn/ Per A-nficht feien, datz diernnm c ■ Ze it LoaWbüchkin werde,, habe, dre Regierung Ma ßnäh-üre-n ichHrwäMNg-Mögen, -die die Si tnat-ion erfordern könnte. " Sie kmignmtenvroreffe uiedergeschlagen. Aus Budapest wird uns gemeldet: Da das Gesetz nber die Verfolgung von Strafhandlungen gegen das Ansehen des Staates im Wege lder Presse bei den verschiedenen Gerichtsstellvn ^bisher i eine' widersprechende' Beharrvlung erfahren hat, sah sich der Rechtsöinheitssenat an der kömglliche n Ktrrre vevanbaßt, in dieser Frage -»ne grundsätzliche Entscheidung zu treffen, die fortab für die ganze Judikatur maßgebend sein wird. Danach sind die erlwü'hnten Strafhandlungen, wenn sie im Wege der Presse begangen such, nicht gowähnliche Delikte, sondevn . P r e ßdelikte und mithin auf Grund der Bostimmungen des PreßgesetzeEK zu - behandeln. Die. Entscheidung ist selbstverständlich vechtLkräftig und hat fortab bindende Kraft für alle Gerichts-instazen. Diese Entscheidung des Rechtsemheitssenats der obersten Gevichtsstelle ist insofern von aktueller Bedeutung, als damit der weitaus größte Teil der sogenannten' Gmigvgtionsprotzeste gegen st a n d s l o s wird. Di« Staatsanwaltschast hat bekantlich gegen etwa dreißig im AuÄland^ lebende Ungarn die Anklage ans Grund des Gesetzes über den wiirvsaitneren Schutz der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung ivegen - Zeittm^sartikel erhoben, die in ausländischen Preßpwdukten erschienen sind. Die meisten dieser Aufsätze wurden vor zivei, drei Jahren veröffentlicht, und da das Preßgesetz für Preßdelikte eine VevMrnngssrift von sechs Monaten anberannit, so wird voraussichtlich in den letzterwähnten' Fällen da?S Versahren wegen Verjährung eingestellt iwevden müssen. 81» deutscher Seneralkonsul für Palüftlna. Berlin, 19. Jänner. (I. T. A.) Die deutsche Regierung hat den Lcgationsrat im Auswärtigen Amte, Dr. Nord, zum Generalkonsul des Deutschen Reiches fiir Palästina mit dem Sitze in Jerusalem ernannt. Die früheren deutschen Konsulate in H a i f a und I a f f a werben Vorläufig noch nicht besetzt werden. Hammer und Anker. —y. Wie«. 20. Jänner. Für heute abends sind die Vertrauensmänner der Wiener sozialdemokratischen Arbeiterschaft zu einer Konferenz einberufen, in welcher namens des Parteivorstandes Abg. Otto Bauer über der Verkauf der Hommevbrottverke berichten wird. Sein Referat wird wohl den gleichen Inhalt halben wie der Artikel, in welchem die „Arbeiter-Zeitung" Sonntag früh den Beschluß des Vorstandes mitteilte. In diesem Aufsatz wartn die Gründe, die zu dem Berkaussentschluß führten, mit vollster Deutlichkeit angegeben und es ehrt die Sozialdemokratie, daß sie ihre schwere Niederlage mit keinem Worte zu beschönigen sucht. Vielmehr hat sie die Momente, die die Situation der .Hammerbrotwerke bis zur Katastrophe gedeihen ließen, mit aller Schärfe herausgearbeitet und obgleich ihre Mitteilungen kein neues Detail erbrachten, so sind sie doch von dieser Seite in dieser Vollständigkeit niemals zugestanden worden. Die Entwicklung war von der Regierung durch den Knalleffekt der Verhaftung des Generaldirektors. Fried der Ankerbrotfabrik beschleunigt worden. Diese Maßregel' hatte eine nicht unibeträchtliche Herabsetzung des Preises des Ankerbrotes zur Folge,' was wieder zu einer scharfen Konkurrenzierung des Hammevbrotes und zur Sprengung des Preisübereinkommens zwischen den Brot- Mriken -rman kann auch Kartell sangen — den Anlaß bildete. Die mit schweren Schulden und einer dadurch verteuerten Betrielbsführung kämpfende sozialdsmokratische .Fabrik geriet rtt solches Gedränge, daß sie sich ' entschließen mußte, die Kommunalisierung ihres Betriebes zu beantragen. Als dies vom Rathaus abgelehnt wurde, konnte nur mehr der Verkauf der Werke an.das Bankhaus Basel, das ohnehin 40 Prozent der Anteile besaß, in Frage kommen. Für wen dieses Haus die Anlagen erwirbt, ist einstweilen noch nicht durchsichtig. Es ist möglich, daß die Ankerbrotwerke den Zeitpunkt wahrnehmen, sich in den Besitz der Konkurrenzfabrik zu setzen, es ist.auch möglich, daß eine holläMsche Gruppe eintritt. Dies ist im Augenblick irrelevant. Hauptsache bleibt, daß die Sozialdemokratie den Verlust, und zwar einen schlveren Verlust buchen muß und daß hiedurch wieder eine Belastung der durch die Mieterschutzfrage und durch die Teuerung angespannten politischen Situation eintritt. Die Frage, die jetzt vor allem auftaucht, ist die, ob der Uebergang eines angeblich gemeinwirtschaftlichen Unternehmens an das rein kaufmännische, privatwirtschaftliche System die inzwischen eingetretene Herabsetzung des Brotpreises sanktionieren wich. Ist dies der Fall, o-inn ist ocr Beweis erbracht, daß die Hamtnerbro^werke die Verteuerung verschuldet hätten. Erfolgt dies nicht, dann ist auch der Haftbefehl der Regierung gegen den Direktor Fried kompromittiert. In ganz besonderem Maße ist die jüdische Oeffentlichkeit an diesen Vorgängen interessiert. War doch Hetze und Verteidigung in gleicher Weise vom Judenpunkt beeinflußt. Das Geschrei der reaktionären Demagogie galt der „verjudeten" Sozialdemokratie und ging gerne darüber hinweg, daß der Stand der Bäcker ein fester Besitz der antisemitischen Chrisllrchsozialen ist. Die Sozialdemokraten wieder schoben die „Kövndljuden" vor, obzwar ihre Fabrik immer und inmier wicher dem Borlvurf der Berteueung entgegentreten mußte. Wir haben bereits darauf Hingelviesen, daßchie Hammerbrotwerke an ihren Darlehensgeber, den Besitzer des Bankhauses Bosel, hohe Zinsen zu zahlen hatten. Möglicherweise hatte auch er wieder hohe Zinsert zu leisten. Wich der Betrieb nunmehr von dieser Last frei? Diese Frage muß die jüdische Oeffentlichkeit auftverftn, die immer wicher verantwortlich gemacht wird, so oft das Mißvergnügen oder die Erregung der Bevölkerung wachgerufen wich. Liegt der Fehler an Personen, dann müssen die Hammevbrotwerke genau so behandelt lvechen wie die Ankerbrotfabrik. Liegt aber die Schuld für die Verteuerung in den Weltmarktpreisen und vollzieht sich der Prozeß unabhängig von österreichischen Faktoren, daun muß dies klar gezeigt werden, dann muß das bemmm zu ttetf reduzierten Preisen im Warenhaus [Schiffmann II. Taborstraße 48 raianHn" 47»1*7P fn groi En detail