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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-16 · Heft 2122 (16.1.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2122 (16.1.1925)
Date
1925-01-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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•** Men. Fwsksq »>< .. .. Seelen verleugnet Radle. Der ungarisch- Gesandte bei Ninest. Belgrad, 14. Jänner. (Avala.) ^as Ministerinn: des Aeutzern veröffentlicht folgendes Cotnmunique: Heule war der ungarische Gesandte beim ÄUgister des Aeußern Nincic. Er erklärte im Namen seiner Regierung. -baß die u n g a r i s ch e Regier u n g n i e m a l s ein Ab-kommen mit Ra die abgeschlossen habe. Die Berichte der „Neuen Freien Presse". Belgrad, 14. Jänner. (Tel. der „Wr. Morg-enzeitnng".) Das Ministerium des Innern -hat im Weg« der Agentur Aval« 'das nachstehende amtliche C o mmn n i q ue vevlantbart: Die „Neue Freie Presse" hat am 9. d. eilt -Interview nrit dem Staatssekretär des Innern Wilder Wer die bei R a d i c beschlagnahniten Urkunden veröffentlicht. Danach hätte eine dieser Urkunden angeblich den mit Radic abgeschlossenen Vertrag der ungarischen Negierung zum Gegenstand gehabt. Staatssekretär Wilder hat heute erklärt, -daß er nicht mir mit dein Berichterstatter der „Neuen Freien Presse" nicht g e s p r o ch e n, sondern auch eine Aenß-ermig des Inhalts, -wie sie ihm die „Nene Freie Presse" in den Mund legt, überhaupt u i e in a l § getan hat._ vefterreMKe und unsari'che Monarchisten. Die Wiener Zusammenkünfte. Die „Arbeiterzeitung" berichtet, daß Mitte Dezember als Vertreter der ungarischen Legltilnisten die Grafen Anton C z i r a k y und Anton S i g r a y hier in Wien eingehende Besprechungen -mit den österreich'schen Monarchisten abhieilten. wobei Listen der „v erlaß l i ch e n österreichischen Offiziere" und Soldaten ausgestellt werden. Ein Haup tm a n n d e r R o ß a u e r Kaserne hat sich da-bei er- 1 bötig gemacht, jeden Augenblick die Telephonzentrale zu besetzen. Ferner wurden die Verhältnisse auf den Bahnen eingehend besprochen-. Tann wurde mit den Vertretern der Front f ä m Pfer verl-andelt. Bei diVse-n Berhandlu-ng-rn spielten die Herren Alfred Monte n u o v o und Johannes Liechten ste>i n eine große Rolle. Diese Mitteilungen erhalten eine gewisse Bcstäl-lgung durch eine Erklärung des Monarchistenführers S ch a g e r, der aussührt: „Daß die österreichischen Monarchisten mit den ungarischen L eg i t i m i st e n und de n deu ts ch e n M o u archiste tt in regem Ideenaustausch stelhen, ist se'lbstiv-e-vstättdlich, 'zumal sie alle eine gämsinsame Sache verfolgen. Wir wollen über den Swnd der monarchistischen BelveMN-gen in Ungarn und De u t s chl a n d informiert sein." Bei dieser Geilogenheit wollen wir nicht unerwähnt lassen, «daß das Organ dieser Leute, „D i e M o n a r ch i e", ihre Idee durch der: ekelhaftesten Antisemitismus unterstützt. Jede Nummer, jeder Aufsatz dieses Blättchens w-i>mmelt geradezu von /Beschimpfungen des Jüdentums und >an hat bei der Lektüre den Eindruck, als hörte man wirkch die Lakaien auf. der Hosftiog« politisieren. Ser gudenfriedliof von Busk. , Bon Georges Clemen«an. Mit freundlicher Erlaubnis des „Rhombus"- Vevlages. W'M-Leipzig, veröffentlichen wir nachstcheud ein Stück einer Sk-izze des framösifchen Staatsmannes, der noch vor dem Krieg als Dramatiker am Wiener Buvathe-ator mit dem SchaußpiÄ „Der Schleier des Glücks" M Worte, gekontmen ist. Die Skizze „Ein ga-lMches Städtchen",!der diese. Schilderung des Judemriedhofes von Bnsk entnommon ist. gehört ein-c-r Scnnnllun-g von intoreffanteir DkiWn an, welche. Clemencea-n unter dem Titel „Au Picd dn Sinai" noch vor dem Kriege als Frucht einer Reise durch Galizien erscheinen ließ. Diese Skizzen hat der „R homb u s"- Verlag soeben in glatter deutscher Uebevsetzunig von Schiller Mar m o r c f unter dem Titel „I irdische Gestalten" ediert. "Wir begeben uns auf den jüdischen Friedhof, wo ntau uns bereits erwartet. In unserer Begleitung bestich«: sich einer unserer Freunde, der nach einem glänzenden Ausstieg irr der Wiener Presse zum: Grabe sein-es Paters wallfahrtet. Der Verewigte war Arzt in Brrsk nud hat sein Leben damit ausgefüllt, Kranke zu heilen und Armen ohne Unterschied des Glaubens und der Abstammung hilfreich beizu-stehen. Selber Jude, hat er aus eigenen Mitteln allen seinen Glaub ensgenosson, die vom Unglücke heimgchucht wurden und deren Leiden ihm durch die Baude einer gemeinsamen Geschichte doppelt zu Herzen gingen, Unterstützung gewährt. Als Mensch diente or der Menschheit. Wir wollen es .gerne glauben, daß er es aus uneigennützigen Beweggründe,: getan hat, denn, nach dem heutigen Bus>k zu schließen, konnte der arme Linderer bei den, ungezählten Krankheiten, die die Bvrsehnng schickt, vor füuszjig -Jahren in diesen: Orte erst recht keine Reichtümer s-ammeln. Man zeigte uns noch das alte Holzhaus, das honte wühl in: Glanze eures neuen Archrichcs prangt, und aus dem: er einst saug- und klanglos nach einem haLben Jahrhunderte der Arbeit anszog, um seine Ruhestätte aus deu: Gottesacker zu finden, wo wir ihn jetzt aufsnchen. Am Tore lauert uns ein Häuslein Zerlumpter ans, Die uns schweigend begleiten. Ich besah mir einst den Prager jüdischen Friedhof, dessen Besuch alle Redscharwbücher empfehlen, Dort gewahrt man ein Trümmerfeld von alten Grabsteinen, die die Stürme der Zeit regellos unvgeworsen haben. Hmchertjühriges Gestrüpp, wohin keine Hand je Licht und Luft brachte, begrub mit seinem dunklen Laub zuerst die Menschen und sodann auch di« Steine. Nur imU-an: -kam: mau sich _Wr«««« Wwatmfttwifl._ Was Roßbach in Salzburg treibt. Die Schill-Jugend Ter „Roten Fahne" wird gefchrieb.r:: Ter berülyrigt.' Oberleutnant Roßbach, der aus Deutschland flüchtete und in Wien eine 18skündioc Arreststrafe wegen Fatsch Meldung erhielt, macht sich in Salzburg, das ihm von der österreichischen Regierung als A'ylort zngcwiesen wurde, für -die Arbeitersch.rfr sehr unangenehm b-einerkbar. Tie Hauptaufgabe seit seiner Auweienheit hier ist: die m : l: tär: sche A u s b i l du u g u u d W e h r h a f tmachnug seiner Partei- und Iug urdntitgli.'ber. welche er auch schon seit zwei Monaten in die Tat ninsetzi. Zu diesem Zwecke pachtete auch die Schill- I u g e u d lHakcntrcuzler Iugendorganisalicu, deren Instruktor Roßbach ist) am Schle n Jen (Fornrau) eine Almhiitle, die sie für ibre Zwecke -einrichtet:'. Tie Türe ist mit s ch w a r z weiß-rote m Tuche ausgeschlagen, ein M a s ch i n e ngcwehr, das wahrscheinlich dem eine halbe Snnwe weiter unten ansäss'.-gen Bergbanern An.Zt cinjagen soll, „bewacht" die Hütte. In der.Hütte sind ständig Mitglieder der ua tie >u also zial ist i sch er: Arbeiterpartei und der -Schill- Jugend. Alle Sonn- und Feiertage sind immer sehr viele droben, dir a b t e i l u n g ü tv eise ausp b i ldet werden. Tortsewst erhalten sie voll st ä n d i g e B er p fl eg u n g u n d B e q u a r t i e r n n g für 20.099 Kronen pro Tag. Unterrichtet wird in Gewehrgriffen, Ä-culrnschwiugen, P a t r o n i l l c g e h e n, 'Geländeübungen und zuletzt — oh, wie harmlos — ini Skisport. Zu bem-cr-ken ist noch, daß g a n z f -e l -dn: ä ß i g ausgrspeist und m i -l it a r i s ch i o nt nt a it b i o r t wird. Uniform ist ganz militärisch (gelbbraun) und wird auch Tovuister, Feldspaten, Zeltblatt usw. getragen. Ausgang gibt es nur mit besonderen >E r l a .u b niSs ch e i n e u des Kommaudanteu. Die Mannschaft setz: sich znm -Großteil aus Salzburgern und Hallcinern zusammen, doch sind seit einiger Zeit auch viele R e t ch 's -de u t s ch e (speziell Bayern) darunter zu beinerken. Ser geriebene Fndr. Bregenz, 15. Jänner. Nach oin-er Erklärung des Landeshawptnmnnes Dr. E n d e r zu den Ausführungen des Abgeordneten L e u t h n c r in: Finanzansschirsse des Nationalrates am 14. d. hat er die ihm zugeschriebenen Aeußerungen nie ge.ta>n. Er habe nie von einer „Führung Wiens durch geriebene Juden" und nie über die Bezüge des Wiener Bürgermeisters. gvsp rächen. Abgeordneter Leut hner habe demrtige Aenßerungen wahrschLinlich ^einem Wochenblatt« entuomimn, dessen 'Auslassungen «in fuibjekive Ergüsse des betressendr,: Berichterstatters waren. Aallenisch-MerreichMe Wirtschaft,- Verhandlungen. Ueber Frachttarifermäßigungen für Exportguter. Aus Rom wivd,, der Politischen Korrespondenz, gemeldet: Hier finden ueuerlich Verhandlungen statt, die der Durchführung 'der Beschlüsse der römischen Kon-- serenz der Nachfolgestaaten gellen. Zn den Beratungsgegeuständen gehören die die Postsparkasse hier einen Weg bahnen. Man erkennt noch hie mtd da die UÜberrest« Älter Jnschristen, mitunter auch versch'lunge>l:e Hönde in grober Ausführung, symbolische Vögel und überdies kleine Stoinhausel', welches fromn:« Besucher zur Ehre der Verstorbonen aus die Gräber gslegt haiben: Das ist oine alte, in der Wüste hevrischende Sitte, wo der uncher irrende Reiseiide dom Steinhaufen, der ein Grabdenkmal darstellen soll, nrit frommem Sin auch seinen Stein hmMsngt. Diese,: Brauch fand ich zwar in Busk nicht vor; aber di« Hände, und die mythischen Vögel schinücke-n, grob ausgehaucn, auch hier die Gräbsteiue. Der jüd>ische Fri-ödhof von Busk ist fii-vwahr beinahe ein Urwald, ein mMr-chdrmgliches Gewirr von Bäumen, Wurzeln n-nd wilden Gräsern, die in voller Freiheit aurstvachstn. Alt« BaunHümpfe sanl-en, nröchtige Z-weiiM, von: Alter oder von einen: Unwetter gelbrochen, sterben. langsam äb und 'beschweren mit ihrer, toten Last di« jungen Sprößtig«, di« l-rlbeuMre-ndig empochprieß-en. Std-n Weg findet sich hier vor, n-ichts, was einen: solchen ähnlich sieht. Di« weißen Weidenftämm-e, die gleichsam n: Schlachtownung dicht gedr-äugt dastchen, weiter ein Durche-iirander von verkrüppültc-n, verstrickten Zweigen, und schließlich, wie zur Sellbftverteidigun'g, u-ach allen Seiten drohende Dor-uen ve-rwchren es nna-usgesetzt den: Forscher, ans' seinem Weg weiterzuschreiten. - ' Das in -Lumpen gchnllw Hänj-lcin, daö uns anfänglich stillschweigend folgte, überholt uns bein: ersten Halt und führt uns zwischen den Ba-Mnstümpsen. Die Leute halten die Zweige auseinander und winden sich toi« Blindschleichen durch das dichteste Gestrüpp, bis endlich der Weg zu dem vcn uns gesuchten Gvaibe gebahnt ist. Zlnscr« Pfadfinder sind arm« $«»* sel, mit langen:, knochigem Gesicht; ihre Bärte, K-asta-ne und Stiefel sind gleichartig schmutzig und' ockergelb gefärbt. M.r ihr« unrichnzen, auSdrucksvolle-n, fla!tt-ln«tt.sprühe::do>: Augen verraten einen ungla-ublichen Lebensmut. Wir folgen ihn«:: durch das Gestrüpp; die Zweige knacke::, spitze Aestchen peitschen unser Gesicht und wir stoßen häustg aüf moosbedeckte, von Blätterhausen verschütt«:« . Grabsteine. Mir welch 'verschwenderischer Pracht stattete hier das Loben den Tod ans! Wie ungleich tiefer ist der Eindruck, den mau da enipfängt, als der, deu luifere airm-aßeilö-en Totenstädte in' uns Hervorrufen, die. mit fratzenhaften Biidtvevken überladen und durch lügnerische .Inschriften cutchr: werden! Endlich kommen wir p: einer ans vier Siein«:: gevi-ldcten Gvnppe, di« unsere Führer unverzüglich von Schlingpflanzen und Toruenztveigen säubern. M-t den Fingern wird n. Jänner 1025_ Seite 3 beirrssendcu Liquidicr-unge-ftageii. die Stiftungen u n d Fonds, sowie die Regcnnig der aus der Teilung -es t l r o! i | cf) c n Landes v e r möge n s entstandenen Frageir. Tic österreichischen Unterhändler tu-erden von: Gonoernc-ur der Postsparkasse S ch u ft er - Bonno! -geführt. Gesondert von diesen Berhan-dlunger: iverd-en Be-- sprechungen über Eise n b a h n t a r r s c r m ä ß i g n ngc n für bei-derseirige Erp ortgüt er gepflogen. zweifacher Rürkrug in der Metenftagr. Tie Ehristlichsozialen nnd ihre heitcron Gegenspieler, die Sostaldenrolraten, haben in der Mietensrage den Rück zug au.-ie-reten, der ietzr nur noch durch die üblichen Nachhntgescchie. die sich in den gegenwärtig in Wien ftotifiu denden. sozialdenwkratische:: Agitationsvevsammlnugen alsv'.elcn. verschleiert tvird. Die Marx:stet: konnten ihre wilde Ovstrullion im I-.rstigal'Hschttß gegen den Antrag R « i nc r-F i n k nichi so ohne lveilvres cinFtr/tcn, nnd die Ehnstlichfozraien hin-- wieder nrnßten vor den Hans-Herren weiter di« starken Männer mimen und lvemgstens so tun, als ob sie das bei den Wahlen g«gcbe.n« Versprechen, die Mietzins« anfzu-werten, auch wirklich cinlösen wollten. Sie sind wohl selbst über zeugt, daß «ine Answerinng mit Rücksicht auf di« schlechten Einkemnrenverhältlriss« -des übevlviegenidon Terles der Be Völkernr:g und ivegen der zu «rwarwnden Mehrfordernngc» der Beanrren jetzt nicht gut nlöglich ist, wollen aber ihren Denwilftrationsantrag lvenigstens in -einen Sonderausschuß bringen, ioo -dann die Packele: nrit den Soziald.inokralen fortgesetzt werden kann. Um nicht vor der Wählerschaft ihre Nisderlag« einzugtstchett, können fte den u-rsprünglichen Antrag llieiner nicht znrückzichen, sie haben sich darum gestern entschlossen, ihn in verjüngter Gestalt heut« wieder im Nationalrat einzubringen. An der Spitze der Antragsbüler «v scheint nun nicht mehr Herr R-ein-er, sondern der «hema-lig« Vizekanzler F i n k. Man änderte also nur die Firma Reiner und Fink in di« Firma Fink und Reiner. Ueberdies «ivurderi, mit nicht «inert völlig ln-haltsgleichen Antrag nrit -den: urisprünglichen ins Haus zu bringen, einig« geringfügige A e n d « r u n g e n vorgenomruen. Danach sollen, wie die christlichsozial« Parteikorrespo-ndenz mitterlt. -die Steigerungen des H a u P r m i«t z i n s e s in haWjährigen Intervalle::, beginnend mit 1. Mai 1925, i-n der Wsise erfolgen, daß am 1. Mar 1925 der tausendfache Fr-iedenszins, am 1. November 1925 der zwoitausen-dfache Friedenszins, am 1. Mai 1926 der dreitausend-fache Friedenszins, am 1. November 1.926 der vierta-usendfa-che Friedenszins, a-m 1. Mai 1927 der fünftan!sendfache Friedrnszvns, am 1. November 1927 der sechs-tausondfache Frie denszins zu zahlen wäre. Obwohl die Sozialldenrokraten reichlich Gelegenheit -hätten-, diese ^drohende Stvigerumg -der Mietzinse schon im 5keinre unmöglich zu machen, scheinen sie dazu nicht gesonnen. In den Agltationsvevsammlungen, die sie jetzt ab halten, reden sie auch weniger von der -drehenden Aufwertung de« Mietzinse als von: Abba-tr des Mieterschutzes, an >den ja niemand denkt. Dr. Bauer hat Mittwoch :n einer das. Moos abgekratzt, aus daß wir di« Jnschvöft-eu finden, der«:: Geheimnis der Stein eifersüchtig zu wahren scheint. Dann -zvigm auf eilnu-äl alle Hände u-nsere-r Baglei-ter ans eilten von der Zeit hal!b gefeukte-n Grabstein, als ob sie sa-gen wollten: hier ist es! Uitto plötzlich worden di-eise sahle-n Geisichter, :nrt ihrem verzerrten Lächeln, aus dom das Elend spricht, von «in-eni tictfeit GäWl ver-Kär-l; ein hehrer Ernst adelt ihre Züge. Die Augen haben sich in die Betr-achbung der Mysterien der Welt vertieft mrd unter den verwitterten Fellihauben, unter den speckigen ft eitlen Mützen erheben sich chriftl-rcht-gckbietende Gedaniken zmn Himmel empor. Jeder dieser Bettler wird nun zun: HchenPvieflor ’ und einer vor: ihnen — ich kann nicht-sa get:, 0b «s ein Rabbiner oder «in Tompeldiener war — spricht nrit scierticher Stimm« wtd wohMingende-r Betonung in ge - messenen Absätzen Worte, di« zu Herzen gehet: und uns über alles Irdische echeben: „Hier sitid wir, Fretmd, a-t: öeitwn: Grabe. Wir geleiten deinet: Sohn, der seit dom Tage, au dem er mit diüfenr Stein deine letzte R-rchestätte kennzeichnen ließ, nicht mehr vor dir «rischi-en. Das Leben hat ihtr in die Welt entführt, wo alle doi-p-e.Anstrengungen für sein Wohlergehen nicht nur ihm, sondern cntch feinen Nachkontmm den Erfolg gesichert haben, weil dein Wirken durch ihn fortgesetzt ivurde. Deshalb kommt jetzt dein daitkbaver Sohn, mit dir die gelbirhrenden Ehren zr: eivweisei:. Einstttialls, vor dem Eintritt in das irdische Leben, wa-ret ihr im Reiche des Geistes eins. Die Zengnng trenttte doin-et: Sohn vot: dir. Di« Gebttrt hat ihm ein «igenes Leiben Verliehen. Und jetzt kommt er, nu: sich albermals in: Geiste mit dir zu vereinet:!" Dief« Ansprache, von der iiti-v tundas ange-führte Bruch stück übersetzt wovdei: ist, scheint mir von ochabener Schönheit zu sein. Wartm: ist cö mir nicht vergötutt, auch noch die t:aive Ansprache tvi-eder-z-ugeiben, die an -die in: Umkreis friedkich Bestatteter: gerichtet wurde, u-m sie aufzufordern, mit den: Dahin gefchiedeiten, den tvir soeben geehrt, gute' ttachbarl'tche Beziehtmgöti zu pflegen utch um fu ihnen auch die Hoffnung ans den Besuch ihrer Hinterbliebetten zu e-vwecken? Mühsam kämpfet: wir uns wieder durch veu Uvtva-W durch und gelangen zu einer Art Scheune, wo auf den: fest gestampften Ervboden Frauen, Kinder nnd Greif«, die Aernt ske-tt des Dorfes, tu einett: Kreis hittgek-attort find. Es ist üb lich, ihnen ein Almoset: zt: geben. Me:,:' Freund geht an ihnen vorbei und läßt dabei Geldstück« in ihre ausgöstreckten Hand: sgllen. Ueberdies sinben wir, auf einem Breit anekw-tÄwggg^, reiht, zahlreiche hölzern« Basen mit den: Namen vers/^dMn' Ff;;

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