Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-01-14 · Heft 2120 (14.1.1925) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2120 (14.1.1925)
Date
1925-01-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981205--21651-3008982
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

«. fISfl «tat, iMenr» tÜarA«tt(«nimg. : Pharaomn uiti> - der Leute aus reichen ägyptischen -Familien. Auch sonst hat die Hypothese nur den Vorzug der Kühnheit für sich. Wenn, wie die Bibel erzählt, der Aus-;ug der Juden aus Aegypten in aller Eile vor fich ging, so konnte bei der Mitnahme der Leiche Josefs keine Sorgfalt auf den erneuten Verschluß der Grab/'.ngänge verwendet werden; bekanntlich aber wurden sämtliche Verschlüsse von Lord Carnarvon unberührt vorgesunden. Was endlich die Person des Tutankhamen anlangt, so wurde durch verschiedene im Grabe gefundene Darstellungen festgestellt, daß es sich um einen jugendlichen Regenten, beinahe nech ein Kind, handelt, während Josef in hohem Alter gestorben ist. Nach der endgültigen Eröffnung des Sarkophags wird die ganze Situation klarer sein; doch kann man schon heute so gut wie bestimmt sagen, daß ven einer Identität W-utankhamens mit dem ägyptischen Josef keine Rede fein kann. Wien, 14. Jänner. * Das Wetter. Die Demperattttverhaltnisi« find unverändert. Die Voraussage messet: Meist heiter, in der Niederung nebelig und Morgenfrost, anhaltend trocken. * Die LebenSmittclmarkte. Die Folgewirknngen deS neuen Zolltarifes, der »in 1. d. in Kraft getreten ist, machten sich auf dem gestrigen Lebendschweinemarkt empfindlich fühlbar. Während am vergangenen Mittwoch, trotzdem nur ein sechstägiger Bedavf zu decken war. 12.636 Schweine emlangten, belief sich der gestrige Auftrieb, obwohl diesmal ein voller Äochenbcdarf zu decken ist, bloß auf 9000 Stück. Namentlich leichte Schweine polnischer Herkunft, bei denen die Zoll« echöhung eine namhafte ist, wiesen einen merklichen Ausfall in der Zu'fichr auf. Unter dem Einflüsse des erheblich verminderten Angebotes sind Fettischwein^ bis zu 3500 K. und Fleischschweine bis zu 4000 K. pro Kilogramm in: Preise aestiegen. In der Großmarktballe wickelte sich gestern der Verkehr bei vorläufig stabilen Preisen in ruhiger Stimmung ab. Auch auf dem Naischmarkte stockte der Absatz in den meisten Gomüiesovter^ Spinat wurde gegen gestern auf 6000 bis 10.060 K. pro Kilogramm im Preise herabgesetzt. Butter und Eier, die in cienügendeu Mengen einlangten, haben sich gleichfalls im Preise verbilligt. * Generalkommissär Dr. Zimmerman als Samariter. Gestern nachmittags gegen halb 5 Uhr ist der 23jährige Hilfsarbeiter Frartz Waschik mit einein Pferde der Firma Grünwald, das er naben sich führte, durch die Hauptallee gegangen Infolge UnwoHlsems stürzte er zu Beden und blieb liegen Der Generaltommissär des Völkerbundes Dr. Zimmerwtän fuhr um die gleiche Zeit an der Stellvorbei. Er sah den Mann liegen, ließ halten und brachte ihn zur Zentrale der Rettungslgesellschaft. wo man Waschik erste Hilfe leistete, worauf ex sich entfernen konnte. * Die Lebensmüden. Montag abends wurde der 69jährige Oberstleutnant Hermann Dicht! mit Zeichen einer Leuchtgasvevgiftung leblos aufgosunden. Die RettuugSgesellschaft konnte nur mchr den Eintritt des Todes feststellen Das Motiv der Tat dürfte Krankheit gewesen fein. — Am 12. d. abends wurde der 35jährige Kutscher Alexander Pfeifer erhängt aufgefunden. Nach Absch'edShriefen hat er sich deshalb getötet, weil ihn seine Frau, die er schlecht behandelte, vor acht Tagen verlassen hat. — Die 2oiäh>iige arbeitslose Grete R. hat sich gestern vormittags durch Einatmen von Leuchtgas zu vergiften versucht. Die NettungsgeifeMchaft brachte sie in das Spital. —- Gestern vormittags wurde der 84jährige Pfründner Ludwig Volk! in seiner mit Leuchtgas erfüllten Wohnung von Angehörigen bewußtlos aufgestmden und durch die Nettungsgüsellischast in das Spital überführt. Er hat lvegen Zwistes mit seinen Kindern einen Selvstnrordversuch verübt. * Großer Waldbrand an der Südbahnstrecke. AuS Lübbersdorf wird uns berichtet: Samstag gegen halb 6 Uhr abends brach in den: der Dornauschen Gutsverwaldimg gehörigen sogenannten Rabenwald, welcher sich zwischen Sol» len au und Leobersdovf zu beiden Seiten der Südbahn Hinsicht, auf bisher unaufgeklärte Weise ein Brand aus, der umso gefährlicher war, da ,zur selben Zeit ein furchtbarer Sturm herrschte und der Boden des Waldes ziemlich hoch mit trockenem Streu bedeckt ist. Der Brand wurde von dem Bcchnwächter Schreiber entdeckt und diesem gelang es, im Verein mit seiner Gattin und dem Blockwächter Witzam, dorr« selben bis zum Eintreffen der Arbeiter des Gutes trotz des Sturmes zu lokalisieren. Am darauffolgenden Tage gegen 11. Uhr nachts brach abermals in demselben Walde ein Brand aus. der weit größere Dimensionen armahm und erst nach mühevoller, mehrstündiger Arbeit mit Krampen und Schaufel von der Leobersvorfer Feuerwehr bewältigt werden konnte. Der Schaden ist ein bedeutender. Da zu, Ausibruch des Brandes und auch lange vorher kein Zug die Strecke passierte, nimmt man an, daß das Feuer gelegt worden ist. * Brand in einer Garage. Gestern früh brach m dem Hause, 10. Bez., Fernkorngasse 35, in den, in einem Holzschnepfen vier Automobile eingestellt waren, «in Brand aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand ein Automobil und eine Bretterwarrd des Holzschupfens bereits in - Flammen., Das Feuer wurde gelöscht. Der Schaden wird auf 120 Millionen Kronen geschätzt. * Mit dem Fallschirm abgestürzt. Ans Wiener-Neustadt wird uns gemeldet: Im heurigen Sommer produzierte sich liier ein gewisser Kapitän Stadene, indem er mit einem Ballon aufstieg und sich dann mit einem Fallschirm ans beträchtlicher Höhe niederließ. Kürzlich hat sich nun Sladene mit seincit Fallschirmabsprungen im Burgeniande Produziert. Während des Aibfprun.ge8 versagte jedoch der Mechanismus des Schsnncs und der Luftschiffer stürzte aus bedeutender Höhe zu Boden, wo er mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb. * Der Schwindler Groß in München verhaftet. Wie ans Münchelt gemeldet wird, ist der von Wim aus gesuchte Direk-- irr der Handelsgesellschaft Targa Mare,,Ignaz Groß, der Wiener Firmen um etwa eine Milliarde Kronen geschädigt hat, in Münchm festgmomnrm worden. * Rabbinerwahlen. AusBeuthen wird uns berichtet: Der durch den Tod d es Obervabbm'orS Dr. Kopfst ein frei gewordene Räbbinv'sitz in Bon-hen a. d. S. wird durch die Berusmrg von Vrvfessor Dr. Goliski, einem Schüler des BreSwuer RabbmevvminarS und bisherigen Ncröbiner in Pillen, besetzt werden. — AuS dem Haag wird berichtet: Herr A. B. N. Davids, ein Enkel des berühmten Amsterdamer Oboirabiners Josef Hirsch Dünner, wurde zum Oberraibbiner von Friedland (Nordhollalid) getvähll und feierlich eiilgefüyrt. Eine große Anzahl weltlicher und geistlicher Autoritäten wohnten der FeierLlchkeit bei. Der neue Obervubbiner wies in feiner Festpredigl auf die nnlöSbare Verbindung des jüdischen Volkes mit i'einom Lande hin, sowie aus die Pflicht, für den Aufbau des jüdischen Landes tätig zu sein. Oberrabbrner Davids gehört der M israchi - Organisation an. Mitteilungen aus dem Publikum. Derbeste und billigste Wafchavvarat derWelt! ^bmf V Infolge des große» Andranges wird bar Probewasche« nochmals um3Tage verlängert! Komrnm Sie, bitte, am Mittwoch deu 14. Jänner 1925 Donnerstag den 15. Jänner 1925 Freitag den 16. Jänner 1925 Vll., Mariabifferstraße 56 Restaurant „8um grünen Banm^ X. Favoritenstraße 111 XVII.. Kalvarienberggasse 13 Restaurant Winzig Etablissement Sima um X!A Uhr oder zur zweiten Probewaschung um 5 Uhr nachmittags und bringt» Sie. bitte, etwas SchmudwiUche mit. Der Apparat kostet K 140.000 und ist gleich käuflich mitzunebmen. Gegen Kostenerlag gebe ich den Apparat 34 Stunden zur Proste und zable Geld retour, falls nicht entspricht. Eintritt frei! Eintritt stei! Ganz Europa trinkt Tee Wflissoiafo? 1 Moskau Gegr. 1840 * 27.000 Juden in Brasilien. Nach der soeben veröffentlichten VolkSzählungsstatistik leiben in Brasilien Menwartig etwas mchr als 27.000 Juden. Die jüdische Einwanderung nach Brasilien hält sich noch in schr boscheidonen Maßen. Der jMsche Wcmdererstrom bewogt sich mehr nach Argentinien. * Die Juden in SÜdwestasrika. DaS ehemals deutsche Kolonialgebiet von SÜdwestasrika wurde bekanntlich an die britischeUnion angegliedert. Der Groß» rabbiner von Südafrika, Dr. L a n d a u, der seinen Sitz in Johannesburg hat, unternahm vor kurzem seine erste I nspektionsreise durch dieses Gebiet. In der Hauptstadt W i « d h o o k nahm Großrabbiner Dr. Landaudie feierliche Grundsteinlegung der e r st e n S y n a* d o ft e in SÜdwestasrika vor. Windhook bat ungefähr 4000 weiße Einwohner, darunter hundert jüdische Familien, die dem bürgerlichen Mittelstand angehören. Außer in Windhook gibt es noch klemere jüdische Siedlungen inSwakopmuud, in der Walfischbai und KitmanShoope. Diese kleinen Gemeinden halten bloß an den hoben Feiertagen g em e t n s a m e Gottesdienste ab. In Windbook hat die Wische Gemeinde in deu letzten Jahren verschiedene Wohlfahrtseinrichtungen geschaffen. * Weizmann Ehrenmitglied der Brünner „Veritas". AuS Brünn wickd uns geschrieben: Anläßlich der Anwcseiche-it des Präsidenlten der Zionistischen Weltorganiq'ation, Profesior Weizmanns, in unsererMadr fand ein Festkonvent der ältesten tschlecho-siowakischen zionistischen Studentenkorporation, der jüdisch-akademischen Bevbiudung „Beritas" statt, bei wolchcan Prof. Weizmann die Ernennung zum Ehrenurit- Med der Bevösi^dung in soierlicher Weis« übermi-ttelt wurde. Nach einer Ansprach: Dc. Feiwels dankte Weizmann bewegt siir die Ehrung. * Archäoliwifche Funde bei Plewna. In der Gegend von Plvwna tst «i,n bonuirkmAverter archäosogischer Fund gemacht worden. Der Schatz besteht aus elf antiken Gold Vasen im Gosaimbgoiolchte von zwölf K i l o q r a m m. Die Dasear halben Kui tuszwecken gedient und die Mchrzahl von ihnen trügt orientalische Ornamente. Die Gvgenstände sind dem 9tatMla>lmuseum in Sofia übergehen worden irnh werden von SperMisteu geprüft werden. * Der König von Belgien verzichtet auf feine Saharareif^ AuS Paris wird gemeldot: Der König von Belgien, der sich über Paris nach Marseille -booeben sollte, um an der Sahavaexpedition tesiMrehinen, vernichtete in letzter Stunde auf diese Reife. ES waren bereits sämtliche VorherertuMen getroffen, run den lhelgischen König am Freitag aberrds in Paris auf dem Bahnhof zu begrüßen. Er soll!« nach einem kuwen Besuch i« Elysee seine Reuse fortsetzen. ES war vorgesehen, daß der LLönig inkognito und nur von entern Ordonnanzoffizier in Zivil begleitet reif:. König Albert hatte sogar die Absicht, im FtuUe^ch Aegypten zu durchqueren urvd nach Belgien zurückzukchren. Er ließ sich über die Witternugsverhältnisse berichten. Die Berichte lauteten ttugünstig. und es mußte mir der Möglichkeit gevechmf werden, daß die Expedition läüg.'re Zeit in Anspmch nehmen würde, als urspriinglich geplarlt war. Da der Körrig wegen der PEischcn Lage nicht länger von Brüssel apuiesend sein karvn. sind es lad'-^'ch Politische Envägrrngetr. die idn auf die Reffe zu verzichte,! de.vvgen haben. — Havas meid:» PariS: Die Eröffnnrlg der Kraftwagensiniv Coertponbechar—TinBuktu. der der König von Belgien mrd Atavschall Petam beiwohnen sollten» ist angesichts einer in den südm-arokkanischcn Stäunnen herr- ""ndeu Erregung bis auf weiteres verschoben worden. t 14. Jänner 1925 Helle 5 (Die nachstehende» Ankündigungen entgeltlich.) Ser vraMsche Rnkkmfr Alle Schichten der Bevölkerung st«d unter den gageu. wattigen 'chwrerigen Win chaft8verhaltnch-n zu äußerste, Sparsamkeit gezwungen Aber der Winter steht vor der Tü, uüd di« Anschaffung des Notwendigsten an BekleidungS. st ü ck e n läßt sich nicht umgehen. Billig und p r a k t i, ch rst nicht dasselbe! SS handelt sich darum, bei aller Billigkaiit qualitativ eimvandrrsi« Gegenstände, wi« Damen- und Herrenwäsche. Stoffe Strick- und Wirkwaren und andere Be- NeidungSstücke, für den Winterbedarf zu erwerben. Diesbezüglich zeichnet sich das altrenommierte Warenhaus Brüder «wiff. man» in der T a b o r st r a ß e 4 8 aus, da» eine reiche AuSwoy! der genannten Gegenstände zur freien Besichtlgung wühA Hier ist Billigkeit und Oualität vereint. . Wasche mit Luft im zweite» B««rke! Der groß« Zu. fpruch, desien sich die Vorführungen mit dom neuen Wasch. Apparat „Wasche mit Luft" in MariähKf erfreuen, »wanlassen die Veranstalter auch i-n den andeven Bezirken dem Prohewaschen zu beginnen. Im zweiten Bozitte werden dir Vorführungen m der allernächsten Zeit im .^Bayrischen Hof* * beginnen und werden die DorfuhrungSdaten jeweilig w unserem Blatte den P. T. Lesern bekannt gegeben werden. Beachten Sie das heutige Inserat im Inneren de« Blattes. * Tanzinstitut Hermann «ran», 1«. vez^ Reindorfgafle 4? Tel. 83-4-01« Vereine. «ortrSge und Jüdische Tischgesellschaft Innere Stadt. Heute. Cafä Siller, Mezzanin, 1. Bez., Schwedenplatz, 8 Ubr abends. Dortrag Dr. Nahum Blaner r „Die Entwicklung Palästinas und deren Bedeutung für den österreichischen Export". — Zionistische Jugendgruvve Leopoldstad t. Heute, V*8 Uhr abends. 8. Bez., Zirkusgaffe 93, Plenarversammlung mit anschließendem Referat. — Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Mittwoch den 14. d., V,8 Uhr. CafL Lovrana. fL Bez., Löwengaffe 36, Literarischer Abend. Vortragender r Herr Dr. Marek Scherlag. Gäste willkommen. —- Verein Tikwath I cd u d a. 8. Bez., Bennoplatz 1. Heute Dortrag Julius Löwy: Die Aufgaben der jüdischen Presse. Anschließend Gesellschaft-- abend. Jugendgrupp« der zionistischen Sektion Zwischeubrücken. In Fortsetzung der AusklamnqSvorträge wird beute um 8 Uhr abends im Dereinslokal der Jugendgruppe Zwischenbrücken, Cafe Park, Allerbeiltgenplatz 8. Herr Ch. Hammer über „Zionismus, das neue Sulientum* sprechen Die Allandredont«. Die Mandreboute findet SamStag in sämtlichen Konzertbaussälen statt. Der Ertrag dieser vom Allandkomitee veranstalteten Redoute ist dem Kinderpavillon und der Waldschule in Alland zur Pflege armer lungenkranker Kinder gewidmet. Damen und Herren erscheinen in Balltoilette. Mr Damen besteht ausnahmslos strengster Maskenzwang. Die Aushabe der Logen und EintrittSkatten erfolgt im Bureau des AllandkomiteeS, 3. Bez., Hauptstraße 1, i. Stock, und im Konzerthaus. _ Radio-Salon der „98ietter Morgenzeituug" im a u d bet Dam e" ’ Ergon A.-G., 1. Bez.. Schwedenplatz 1. Vorfühnmg der Wiener Sendung täglich von 11 bis 1 Uhr mittags und von 4 bis S Uhr nachmittags. E i ntritt frei. Kein Kaufzwang. Verkauf erstklassiger Radio-Apparate und -Bestandteile * Nadwproaramm für beute: 9 Uhr früh r Marktberichte. — 11 bis 1 Mr r Vormittags-- konzett. — */,4 Uhr, Schlußkurse der Wiener. Börse. — 4 vis 6 Uhr: Konzett SUving (GttegS Dieisterwerke). — yj bis Uhr: Bottrag Rischer, Römische Baudenkmäler in Oestetteick. — 8 Uhr, Schuberts Singspiel -Häuslicher Ktteg": dann heiterer Teil r Lieder und Duetten aus den Operette», «Die Bajadere", .Gräfin Mattza", .DreimäderlkanS". Jnstrumentaleiulagen: Kapelle Silving. — 10 Uhr, Tanzmusik. Bühne und Kunst. Musik. Futtwängler-Konzett. — Novitäten. Die Klage des jungen Richard Wagner in feinen „Pariser Amüsements" auL dem Jahr« 1841 über das Di» letbantentum der Parffer Virtuosen und Sänger hüben heute in noch echahtem Maße Geltung. Der „Betrieb" ringt die Kuuft derart nieder, daß em künstlerffcher Abend zu cmem seltenen Ereignis wird. Ein solches war die Aulfführmdg von HahdnS „Schöpfung" unter Wilhelm Furtwängler im, GchelbschaftAonzert. Der geniale Divvgent wird mit Unrecht als ein Pmitvirtuose gescholten, der Mätzchen liebt. Freilich ist er kein ergebener Diener des KunsttvetteS: Er wühlt die tiefsten Leidenschaften aus, kehrt daS Unterste zu oberst und spielt so dem braven Papa Haydn deratt mit, daß man den alten, freundlichen Herrn in gepuderter, mit Seitenlocken gezierter Perücke, in dem StaatAleid mit weißer, reichgsstickter West« von schwerem Seidenstoff mit gestickten Manschetten und stattlichem Jabot kaum wiederettarvnte. Mit der Schöpferkraft des -wahchast nachschaffenden Künstlers schildert Furtwängler daS Treiben der Tiere, wobei es ihm auf eigenmächtige Jnstvumentalrewuchen — z. B. das Hinzufügen des Kontrafagotts — nicht ankommt. In ganz blendender Helligkeit leuchtete die Stelle „Und es ward Licht!" auf. &«! deren Auffühvuirg Haydn bekanntlich selbst zum Himmel wies mit den Worten: „Es kommt von dort". „Don dott" konrmt auch FurtwänglerS prachtvolle Auslegung, di« fteklich auch em ErgebniS gvüMicher planvoller Arbeit mit Chor umd Orchester ist. Neben der vorgüglichm Sopranistin Birgit En gell mÄ» dem tüchtigen Herrn Gallos verkündete unser unvergleichlicher Mayr aus vollem Herzen der Herren Lob. » Im ersten philharmonische« Ktzmmerk o u i c v i brachte der stets aus ülteressante dioviläts» bedachte R-udals Nilius neben neuen glänzend «vfftrrmwn« tiertm Liedern von Karl Prohaska «ine in Wie« «och nicht angeführte Kammermusik, Op. 84, Nr. 1. Von Rudoff. H i u d e m i t h. Dem Philister mag es ja ob dies«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.