Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2120 (14.1.1925)
- Date
- 1925-01-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981205--21652-3008983- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
M-rr. Wmtö 9&Untt MoraenzkttuRtzk. il 1 m Nr. «« Se»kS «nsS aus dem Alltag oder, besser gssagt, ,rus dem nächtlichen Barbetriob eiskalt über den Rücken laufen. Der juiM Hindemich, der, wie man erzählt, in seiner Frankfurter Turmwohnirng eine ganze Anzahl von Gramaphmren mit den verschiedenartigsten Stücken zum Zeitvertreib nleick-.citig ablausan laßt, führt hier eme ganze Batterie von Schlagwerk vor: Trommel. Ratsche. Sirene, ja selbst eine mit Land gefüllte Sardmenbückse toben sich in Foxtrottchythmen ans und exze- Vieren gegen beit hqftrgsn Geist der Tonkunst, lind doch erleben wir einen kle«nen cktarakteriMchmr Ausschnitt aus der Kunst unserer Zeit — ist doch auch die Dichtung und die Malerei von der Hclhe des Parnaß in die Niederungen des Alltags mit seinem sozialen Elend, ja bis in den Sumpf der moralischen Verkommenheit herabgestiegen —. wenn Hindemich im „Finale 1921" das Schiebergesindel von dazumal — m prächtigem Köntroffte zum vorhergehenden bieder tuenden „Quartett"-Satze für Holzbläser und Glockentöne — mit rhychmischer Elementargewalt schildert. So banal auch hier die parodierende Melodik ist und so sehr man auch an Stra- Winsky-Sposse erinnert wird, man fühlt doch eine persönliche Note, mittels derer Hindemich für das Zeitalter der Maschinen, der Technik, kürz des Betriebes, den natürlich wahren — ob nun schön oder häßlich! — musikalischen Ausdruck findet. Bekainulich hat schon Gustav Mahler über das starre Feschalten an der ein für alle Mal beglaubigten Schönheit gespottet und sich nach einer kleinen Stadt gesehnt, wo es keine „Traditionen" uuh keine Wächter der „ewigen Gesetze der Schönheit" gibt. — Diese „ewraon Gesetze der Schönheit" gelten auch kaum mehr für die „Geistlichen Lieder" (mit obligater Biolme und Klarinette) von Heinrich K a m i n s k i, welche von Frau Rose Fuchs-Fayer mit starker Gestaltungskraft zum ersten Male in Wien gesungon wurden. Schon gelegentlich der Salzburger Uraufsührung war die gediegene lineare Arbeit der mit alten . Kirchentonarten durchsetzten Melodik, das interessante Kovrpromiß zwischen Archaismus und Moderne, aufgefalle». Vorzüge, die dem Tondichter und seiner begeisterten Interpretin auch in Wien einen Erfolg brachten. fff». Fauteuil 47." Neue Wiener Bühne. Louis Be'rneuil, der französische Lustspieldichter, verfügt Wer das angenehme Unvermögen, schlechte Stücke zu schreien. Aber gleichwertig sind seine erquicklichen Lustspiele keineswegs. Biele, die wir sahen, sind bester als „Fauteuil 47" (i»tt der französischen Ausführung im Modernen Theater bekannt). Es ist nicht so federleicht, so selbstverständlich heiter wie andere Kinder seiner Muse. Dennoch ein richtig gehender Derueuil, dem diesmal dir herbe, urwüchsige Frische AdrieNne Geßners eine besondere Note gibt. Mit Freude sicht man die Eigenart dieser Wiener Begabung von Rolle zu Rolle sich freier entfalten. Sie ist unbekümmert und vornehm, ungebunden und dezent, ein Helles, mrverdevbies Gemüt verbreitet Frohmut und Wärme, das frechste, bedenklichste Wort flattert auf.Engelsflügeln der UnschuÜ» aus ihrem losen Mund. Maria Fein, der verehrten Tragödin, wünschen wir tauglichere Aufgaben. Doll Verdienst Herr Rhoden und die Spielleitung. O. A. —Großer Saal des ^vgealevr« und Architettenverelaes— ----------------- 1. Eschenbachgasse S ------------------- Morgen Donnerstag Verriß. FSmrer l.-F..präzise'/r8 Uhr II. Jüdischer Abend unter künstle Leitung Bernhard Scharrer. Mitwirkend: Hilda Dulitzkasa (Gelang), Mirjam Höflich- Schnöbet'Rezitationen), Lea Weintraub-Graf Gelangt, Bronislaw Bilewicz (Klavier), Oberkantor Gerlon Maraulies (Gesang), Michael Preis ^Rezitationen), Benzion Siqall (Rezitationen), Konzertmeister Joses Zimbler (Violine). Streich-Quartett: Musikdirettor Mar Geiger (l. Geiae), Konzertmeister Stefan FrakKl (II. Geige), Anton Kottalek (Bratsche), Karl Podzimek lEellol, LinaHopenko, Karl Gimpel Aus dm Theatern. Burgtbeater. Morgen, 7 Uhr abends, „W e n n derjungeWeinblüht". Akademietheater. -Morgen, l/<fi Uhr abends. „W enn wirToten erwachen". V o l k s o p e r. Heute „Mar t h a"^. Morgen „D e r Freischütz". Deutsches Volkstbeater. Sonntag. 3 Uhr uachmittaaS, „DasKamel geht durchdaSNadelö h r" von Franz L a n g e r. Neues Wiener S t a d t t b e a t e r. Freitag gelangt zum ersten Male die Revue „Küsse um M i t t e rn a ch.t" von Karl Farkas, Musik von Dr. Robert Kätscher, als Ensemblegastspiel der Wiener Kammerspiele zur Aufführung. Modernes Theater. Freitag. ya8 Uhr abends, zum ersten Male Angela Canas erotisches Spiel „Der Werwolf". Kammer l.p i e I e. Die Nachtvorstellungen werden Freitag, 10 Ubr abends, wieder ausgenommen. Zur Aufführung gelangt bie dreiaktiqe Operette „Dein süßer Mund" („Ta bouobe") von Maurice A v a i n. Lustsvieltheater. Freitag Premiere des englischen Lustspiels „Das s ch w a ch e G e l ch l e ch t" von Frank S t a y t o n, mit Charlotte A n d e r und Zosef Jarno. Erurößigupg der Titzpreise in de» Geyer-Bühnen. Ab Freitag tritt in den Theatern K a m m e r i p t e t e, M obetitei T h e a t e r und N e ue W t e n e r Bü h n e eine bedeutende Ermäßigung aller Sitzkategorien in Kraft/ um die Preise dieser Theater denen 'der anderen Wiener Prosabübnen amnvaffen. Bei musikalischen Werken erfolgt — da eine erhöhte LustbarkeitSabgobe zu leisten ist —.ein Zuschlag von 20% Hingegen werden sämtliche Ermäßigungskarte» und Begünstigungen eingestest: - Gedenkfeier für Hugo Zuckrrmann. Anläßlich des zehnten Todestages von ^uw ts <» ct e t m a n n üertmita.iei vev zetern ziontstischer Hochschüler Theodor Herzl eine Gedenkfeier, welche Sonutag, 8. Februar, als Mittagsfeter tm kleine» Konzerthausfaale statlsinden wird. Serichtrsaal. Sie jlweße Simse Netzer. Gestern fand die Schlußverhandlung über di« Klage statt, wM-e, wie kürzlich berichtet. Gem-ernlderat nutz KwltuSvorsteher Dr. P l a s ch k e s pepen den Frrtzdhvfsbeamten und svzialdanrokratischen Vertrauensmann Richard Kaiser erhoben hatre. Nach fruchtlosen Ausgleichsversuchen des Richters, Oberlandesgarrchtsrates Dr. Bo n e s ch, wurde das Bewcisvorfabren fortgesetzt rmd die Zeugen Pros. Pick» Baurat Kempter, Glaser, Grün Wald und Mandl vernonMen. Nach einem emgeheMn Schbitßvorlraa des Klagevsrtreters Dr. Israel Wald mann und den Ausführungen des Verteidigers verurteilte der Richter den Angeklagten Kaiser zu einer Geldstrafe von 500.000 K., eventuell fünf Tagen Arrest. In der UrtoilSbogvüudung erklärte der Richter, dem Schlußwort Dr. Waldmanns folgend, der Zuruf des Be schuldroten: „Das ist eine Frechheit!" sei erwiesen, der Ber- §ch, diese Bcleidiguna als Kritik des klägerischen Bomehens nzustellen, völlig gescheitert. Der Angeklagte sei von Doktor laschkes keineÄve^ provoziert worden. Das erwiesene Verhalten des Anklägers sei berechtigt und weder frech noch irgendwie nngchöria gewesen. Beide Teile hielten sich Bedenkzeit offen. Eine tragisch« Probefahrt. In dar Prater-Schüttelstraße cr«iflr.<ctc sich am 10. November vorigen Jahres ein tödlicher Anlomobilunfall. Die Private Bcnr-a Steffel ging mit ihren vier Kindern gegen die Schlachrhausbrücke. Sie führte das jüngste an der Hand, während die anderen drei Kinder aus der linken Straßensaite gingen. Unterweas ließ die kleine Grete die Hand ihrer Mutter los und machte cm paar Schritte vom Gehweg ans die Fahrbahn. In diesem Augenblicke wurde das Kind von einem Alvwmvs''', welches der Privatbeamte Franz Griesbachor l-onkte, erfaßt, es überschlug sich mehrere Male und blieb auf der Stelle t o t. Die Zeugen des Vorfalles und die Mutter selbst behaupteten, daß der Wagen m rasender Fahrt, ohne Huppen Zeichen herangokommen war. Gegen Griesbacher wurde die AMage wogen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens erhoben. Gestern hatte cr sich vor dem Einzolrichter Hosrat Schneeweiß zu veronittvorten. Der Angeklagte erklärte, er habe damals eine Probefahrt unternommen, die Straße sei menschenleer gewesen. Das Kind sei ihm direkt in den Waom hineingelauftn. Griesba>cher wurde zu drei Monaten strengen Arrests bediwot verurteilt. Der Hauserwerb polnischer Staatsangehöriger In Oesterreich. Zwischen der Krakauer Rcalitätenbesitzerin S/cphanre Karos und dem Krakauer Kansmenrn Salonion Lieblich war am 20. Oktober 1920 ein Ue-bereirvkommen getroffen worden, womit sie ihm ihr in der Huttengasse 49 m Wien besinbliches Haus um 29 25-1 Pusinmark verlause. Lieblich leistete die Änglbe von 25.l'W Polenmack und erlegte dann weiters 75 Ö«)0 M-'rk Frau Karas wemerte sich den schriftlichen Kaufvertrag über das Haus Zu unterstrtigLN.. Im Jahre 1923 klag:e nun Lieblich beim Wiener Landesgericht Frau Karas auf Uebergabs emes emrerreihnnpssäbimp Kaufvertrages mr's ÄuSstelirmg einer Bewilligung zur Uebernahme des Hauses. Bei der Verhandlung [teilte .der Klüger das Eventiuaikbogehren, da di» Brklagss emaewendek ba:»e, Paß.der Kläger alls polnischer Staatsangehöriger m Wien kernen Hausbesttz evwLrbcn könne und daher der Vertrag ungültig ser, auf Ausstellung eines eirrrcrieibunaskäßigen Kaufvertrages, demnach das Hans an einen von der Käu'erin-namhaft zu machen» den asterrrichiichcn Staatsbürger m übergeben sei. Oberlandesgorichtsrat Dr. Caposius hatte als Einzelrichter die Klage abgewieen, w::i der Kläger als rcli-iswer Staatsbürger . mit Rücksicht daraus, daß auch Ocfterreicher in Polen keinen Grundbesitz erwerben können, aarck nich» in Wien Hausbesth erwerben könne, d-ihcr das itcbmhifpntn»i*n vom 20. Oktober 1920 un- Sültig ist und daher auch das Begehren auf Ausstellung und Übergabe eines Kaufvertrages m sumsten des Klägers, äbmi» weiseu war. Mit dem numnebv . herähgelangd-n : Urt-eA des Obenckandesberichtes wurde die Berufung des Klägers gflclchsalls abgewresen. Keine Wiederaufnahme des Prozesses Kadivee. Das Wieberaufnahmsgssuch der Frau Kadivec Ivurde auch vom OberlandeSgericht abgewiesen. Gegen die ehomalroen Mitangeklagten wurde ein neues Verfahren eingelertet. Der Unterfuchnugsrichter habe die Uöberstellimrg der Frau Kadivec nach Wien verlangt. Wie HorthhS Büttel die Juden ihres Besitzes berauben. Aus Budapest wird uns gemeldet: Das ungar-ische BodenenteigmrnqSgosetz bsstiminvt ausdrücklich, daß die mittleren und kleinen Besitze nur in dem Falle enteignet wovdm können, wem: sie innerhalb der fünfzig Jahre, die Mischen dem 28. Juli 1864 und 26. Juli 1914 verstrichen sind, einem Besitzwechsel unter Lebenden unterworfen waren. Die Erben »er Frau Max Pu ilitzer besitzen im Tißaßentimreer Grundbuch eine Liegenschaft von 653 Zstich, di« im Jahre 1881 erworben wurde mrd di« sonach laut Gesetz nicht enteignet,werden kann. Der Richter beantragte trotzdem die EnteMung mit folgsrder Begründung: Weiland Max Pulitzer hat toit Gvundbuchsakten den Besitz am 7. November 1861 käuflich erworben. Es wird in bequg aus di« Enteignungsfrage beantragt, dieses Gut als unter fa*8 Gesetz fallend au betrachten, und Zwar aus folgenden Gründen: Der Unterschied der Konfession hat heute in privatrechtlicher Bozichung kenne BcbmMng mehr. Im früheren Recht hatte er äber einen großen Einlfluß auf die privatrechN-ichen Bechältnisse und speziell aus die Rechtsfähigkeit. Besonders die israelitische Konfession tvar m privatrechtlicher Beziehung vielfachen Beschränkungen unterworfen. Die Religion der Juden war bis zur jüngsten Zeit eine geduildete und sie waren 'besonders in rechtlicher Beziehung vielen Bsschrä-nkungen unterworfen. To waren sie auch von der Erwerbung unbeweglichen Gutes ausgeschlossen. Erst das Gesetz vom Jahre 1867 hat den Israeliten in bezug ans politische mrd bürgerliche Rechte die Gleichberechtigung zuevkannt. Allerdings war mrter der Herrschaft des Absolutismus und der österreichischen Gesetze die Glerchheit eines jeden Untertanen vor dom Gesetze ausgesprochen und mittels kaiserliche» Datentes vom Jahre 1860 oen Juden die allgemeine BositzfähloLeit zuerkamtt. Unter der Wirkung dieser Loge entstand nach 1861 dic.Praxis der Gvmrdbuchsämter, wonach die Bodeuerwerbungon der Israeliten inS Grundbuch eingetragen wurden. Die auf Grund dieser Praxis bewerkstelligten gvundbücherlichen Eintragungeir können jedoch im Sinne der posidivm ungarischen Gesetze nicht a l s rechtsgültig betrachtet werden, 'denn die Rechtsfähigkeit der Inden S Erwerb von Immobilien ist erst im Gesetz vom Jahre anerkanivt. Infolgedessen tvar das von Max Pulitzer im Jahre 1861 käuflich erworbene Gut auf Grund der damals fehlenden rechtlichen Erwerbsfähigkeit al» ein solches betrachten, das innerhalb von fünifzog Jahren erworben »rde und sohin enteigne: werdet! ia»tn. Bollswirt. Sa» Schicksal der Sevostirnbant. Die Abfertigung der Beamten. — De, Statu». Die Berhandiungen wegen der Mfertigungen für die peirsionierten Beainten der Depositenbank haben bereits begönnen; diesen wurden als juristische Vertreter Senatsprästdent Dr. H a b i e t i n e k und Nationalrat Dr. Eisler berge^ogen. Im Laufe der nächsten Woche soll endlich der Status der Depositenbank fertiggestellt werden. Dieser wird dann »och von dem Glänbigevbeirat einer genauen Prüfung unterzogen und die notwend:geu Korrekturen vorgenominen werden, damit man ein klares Brld über die vorhanldenen Aktiven und Passiven der Bank bekommt. Erst dann wird der StawS den in Betracht kommenden Stellen überreicht werden. Die Hoffnung auf die Erhaltung dieses Institutes wird noch nicht artfgegcben. Der. Weiterbestand der Depositenbank wäre aber nur dann möglich, wenn es gelingen würde, zwischen den fünf Großbanken und der Glänbigerschast ein Neberemkmnmen iocgen der Orbnnng der Forderungen h:rbeizusühren. Es ivurde bereits den fünf Großbanken ein im oberwähnten Sinne gehaltener Vorschlag gemacht, doch liegt von diesen noch keine Antwort barattf vor. Dies ist, wie versichert wind, darauf zurückMführen, daß oben die Großbanken selbst noch kein klares Bild über den Status der Bank besitzen und daß sie nocb eine Weile zuwarteu wollen. Lebhafte Nachfrage nach polnischen-Anlagewerlen. Schon seit einigen Tagen macht srch ckuf dem Anlageckarkte der Wiener Börse eine lebhafte Nachfrage nach polnrsckien Anlageiverten, besonders nach den Prioritäten derjenigen Dahnen, welche auch Polen berührest und «Mich nach polnischen Hypothekeitpfandbriosen geltend. Die Nachfrage war zeitweise so lebhaft, daß sich vor dem Schranken der Anlagewerte vorübergehend eine Kuliffe bildete, welche erst aus Intervention der Börsenkcrmmer ihre Tätigkeit oinstevte. Als ^Ursache dieser Steigerung werden die aus Polen cingetvofieucn Nachrichten angesehen» welche über den günstigen Stand der Balori» sieru ngsfrage in Polen zu me^Iden wissen. Das Balorisationsgesctz ist vor kurzer Zeit verössentticht worden. Es sollte durch das neue Gesetz die Valorisierung der Obligationen mck Aktien der privaten Eisenbahnen ans dem Terrain des ehemaligen Galizien vorgenonnnen werden. Obligationen der österreichisch-ungarischen Borckriegsschulden falle« von 15 bis 30 Zloty für 100 Kronen umgerechnet werden. Gakizvsche LandesMigationen sollen auf Obligationen der polnischen Konvertiernn-gsanleihe zum Kurse von 20 Zloty umgewandelt werden. Erfolgreiche Petroleumnenbohrnuqen in Galizien. Wie schon berichtet, wurde vor einigen Tagen der Schacht Josef, welcher der Gälicia A.-G. gehört, auf einem bisher noch unerfchlosienen Gebiete in Mrazniea bei einer Tie'e von 152y Metern mit ■ einer vorläufigen Tagesproduktion von' zwanzig Waggons Roböl und 20 Kubikmetern Gas pro Minute erbohrt. Der große Erfolg dieser Nenerbohvung. welcher eine der größten Tagesproduktionen der gesamten polnischen Naphthagrnben aufweist, hat bereits verschiedene ausländische Firmen veranlaßt, zu versuchen, Terrains in der Umgebung des neuerbvhrten Schachtes zu erwerben. Selbstverständlich werden derzeit auch die Grubenonteile der dem Schafte Josef benachbarten Graben Tadzio, Triskas, Fach-Zita, Lindenbaum 17, Gebrüder Nobel u. a. m. bei erhöhten Preisen stark gesucht, die Bruttoanteile der Grube Joses selbst sind um 150 Prozent gestiegen und 0.031 Prozent dieser Grnbc, das noch vor wenigen Tagen 13 Millionen Kronen kostete, wird fetzt mit 30 bis 32 Millionen Kronen bezahlt, da dasselbe be! Erhaltung der Produktion auf d-r vorgenannten Höhe beim jetzigen Rohölpreise etwa zwei Millionen Kronen Verzinsung im Monat bringen würde. Beirägi doch der Rohölertrag dieser Grnbe bei Erhaltung der Tagesproduktion von 2y Zisternen bei unverändertem Rohölpreis 180.000 bis 140.000 Dollar im Monat, so daß die Kostpn der Erbohrung dieses Schachtes schon durch eine Monatsprodukt'on der Gruibc gedeckt erschienen. Offizielle Umrechnungskurse für fremde Valuten. Das heute erscheinende Bundesgesetzblatt veröffentlicht eine Verordnung des BundeSministerinms für Finanzen über die maßgebenden Umrechnungskurse für die in fremder Währung gut-- gobvachten Zinsen von Geldern, welche durch gewerbsmäßige Bankiergeschäfte betreibende Unternehmungen gegen Berzinsungsvcrpslichtung entgegengenommen w.wden. Danach sind in Kontoabschlüssen für Rechnungszeiträume, welche nach dem 30. Dezember 1924 enden, die in fremder Währung gutgebrachten Zinsen von Geldern, welche durch gewerbsmäßige Bankiergeschäst betreibende Unternehmungen gegen BerzinsungSverpflichtnug entgegeugenommen wurden, bis auf weiteres a>uf Grundlage der nachstehenden Kurse in die hierländische Währung umzureclinen r 100 gieichsmark ----- 169,10 Schilling, 100 bolländ. Gulden ---- 388.10 Schilling, 100 Schweizer Franken ----- 138.35 Schilling, 100 Goldfranken -- 137,11 Schild ling, 100 schwedische Kronen ----- 191 Schilling, 100 dänische Kronen --- 12b Schilling, 100 norwegische Kronen --- 107 Schilling, 100 Peseta --- 98.50 Schilling, 10 peruanische Pfund ----- 379.07 Sch'lling, 100 argentinische Peso« -- 269.37 Schilling, 100 Leva --- 5.15 Schilling, 100 türkische Pfund --- 368 Schilling. 100 finnische Mark-- 18.3 Schilling. 100 Lei ---3 6-, Sch lling, 100 Lire --- 39.95 Schilling. 100 Drachmen -- 13.98 Schilling, HO javanische Pen --- 375.85 Schilling. 100 Dollar ----- 710.60 Schilling, 10 Pfund Sterling --- 336,30 Schilling, 10 ägyptische Pfund ---- 344.93 Schilling, 100 indische Rupien -- 865 Schilling, 100 belgische Franken --- 85,60 Schilling, 100 französische Franken 88.5b Schllling, 100 Dinare -- 10.96 Schilling. 100 tschechoslowakische Kronen ----- 31,46 Schilling, 100 Zloty ----- 13b,v) Schilling. 100.000 unoarilcke Kronen ----- 9.73 Schilling. Allgemeine Berkehrsh-nk. Die Korrespondenz Herzog schreibt: Gegenüber Mitteilungen der Korrc>pondenz Herwei erklärt die Direktion der Berkehrsbank: „Es »st unrichtig, daß Biz.lpräsident Philipp Broch und Mitglied der BerivaltungSrgtes Friedrich Schoeller aus ^-er Verwaltung der Bank an-» rveten. Ebenso unrichtig ist es, daß Direktor Adolph Popper« . Artb» «L der Leitung der Bank ausfcheidet. (Entgeltlich.)