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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-11 · Heft 2117 (11.1.1925) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2117 (11.1.1925)
Date
1925-01-11
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 2117 Wien, Sonntag Wiener Mornerizeitlmg. 11. Jänner 1223 Veit, » MODE-BERICHT ■MW Modetee für NUand. Der erste Modetee des Wahres 1225, von Mizzi N e umann arrangiert und von Benno Lre ciiu^cTcitct, verdankte seinen Erfolg einer guten Idee: di« Ballfaifon mit einer Akt gemütlicher Modellschan rinzuleiten, die Gelegenheit gab, oie nencsien Schöpfungen kennen zu lernen. Fräulein Nennrann, bewährt in derlei Arwngemeius, hatte rund 50 Modelle Mammengestellt, die ein Bild der modischen Bestreoungen für die beginnende Ballsaison geben tonnten. Zunächst die große Abendtoilette: das moderne Kleid und das Stilkleid. An elfterem sah »tau dis schlanke L.nie, d:e bei aller Kürze dezent wirken kann, an Material Velourchiffon weiß und Pastellsarben, Georgette, Brokat, als Aufpu^ Straußfcdern, ornamentale Stickevnen und TüllarrangenlentS. Das Stilkleid hingegen gab sich lang und Ür^il; a.s Mnstermodell sah min ein Stück aus ceriferosa Taft mir Blumenkelchen cujS tfqtötem Samt. Be. sonders interessant -viren die Umhüllen: neben den bekannten Pelzen aus Hermelin, Zobel, Chinchilla, sah mau bie für Wien neuen Brokathüllen aus geflammten Brokaten mit Pellzbesatz. Das Wiener K u n st g e w e r b e ivar bei diefettt Modetee durch die Jungwiener Stilgvllppe vertreten: charakbsristifchs Kleider mit hlandgawebter, Blumen oder mit impressionistisch gezeichneten Bändern hatten viel Ersoig. Unter den F r i s u r e n dominierte die Stilpenicke, die vollständig von der Schablone abweicht und bestimmt »st, die Anmut der Toilette zu erhöhen; als aiparte Neuheit Präsentierten sich Frisuren aus zarten Gold- und SiOerfäden. An Schuhmodellen fieilett die Silber-, Gold-- und Bvoöatschuhe auf, zum geringen Teil Original Paris, tvobei der Wiener Geschmack reicht zu kurz kam. Der falsche Schmuck ist noch immer en Vogue, da er überaus dekorativ wirkt, wobei die neuen Brillantspangen für den Ober-' arm überaus reichen Beifall fanden. Im ganzen konnte konstatiert werdett, daß man Heuer aiUif die starken Kontwstw'irknngen verzichtet und sich dom vornehmen „Don-in-Ton" Wieder zuivendet. Strumpf und Strumpfband. . Das modische kurze Röckchen verlangt mehr als je das Mvilos bestM'Mpste Dein. Die schön geformte Wade, di« MEche Fessel kann durch einen geschmacklos gewählter Strumpf,^sei es durch Farbe oder Musterung^ ungtaMlich entstellt werden. Der dtckere Seidenst rümpf in der Farbe de; Aünplett oder die leichte Mischung Seide mit Wolle isj m die gegenwärtige Jahreszeit auf der Straße das eiM- Angebrachte. Beides ist von vovnchmer und elegant er Mr- MiNa. Uuendliche Variationen gibt es in den Wolle-, mit Seidr Wnischten und ln den reinwouenein Strümpfen: deoent in sick MtMft, wieder andere mit einem dünnen, saMich abweichen. MN Streifen, klem und großkarievt. Am A b e n d ist der hauch dünne, fleischfarbene Seidenstruichpf am Platze und si-cht de. Dnders zu den Silber- und Goldtoiletten und den dazu passen, den Brokatschuhen entzückend aus. '?* lMtvevständlich, daß durch den rapiden Aus- Mvnng. den die Strnn. - - ,n- -b >>\s elegant« umpf da n d er» vogu« kam. Zn jedem Seidenftrnmps Myort nun einmal das der Faribe des Strumpfes anigepaßt« SeMnstrnmpsband,' und dieses wiM wieder bsstimntond aus die Farbe der Dessous. Ein -intdiskreter Blick m den Wäscheuör mondainen Frau goEgt — unk, wir begmnen emsv ganzen Favbonskala von Stmmdpfbändern. Unsere Micke dtoiben^wle geibaMt an den »isvlichen Dingern haften, die tu ber vollendeten Weife auSgeftihrt sind. Da sehen wir solche ^^lidenbanid mit __Rüschen, andere aus zartem Chiffon mit Bändchen und Beogißmeinnicht garinievt, tvböder andere kunstvoll Und graziös mit gebundenen Schlehen und Rosetten, als ktzre Neuheit mit Handmalvrei. entzückende galaivte Motive umd Vignetten in Rolkako und Biedemteier-Gonre. Ein Durcheinander van Farven, da leuchten: nsben dem beliebten Schwarz, Rosa, Flieder und Lavendel, neben Jade und Türkis das satteste Giftgrün, natürlich fehlt auch Tango-, Kupftr- und Lachstavbe nicht. Es sind Gedichte aus Seide, Träume aus weichstem Crepe de Chine, die Zeugnis abbegeu van der Erlesenheit und der Kultur unseres Geschmackes. eo pol AbENDSCHUHE DCH5TEB- ELEGANZ j-i'WrHbftfu. pdn'.okOViu'itN-’vioUÄrMCATtp,.:'';'.:- DK verwöhnteste Frau weiß, daß ein Hauch des SchÜichoitspnders „Vekchner" für die Haut unentbehrlich ist. Dieser Puder birgt das Geheimnis des stumpfen zarten TeltttS der vovnehuwn Welt. In allen Nuancen subtil Mf'nnliert, auch in eleganten goldetten und ledevuen Döschen als Taschenpuder in allen Geschäften erhältlich. »3er langen S>« ausdrücklich Vorkriegi.Paplar« jeder Arf, wie Lose, Pfandbriefe, Obligationen, Renten, Prioritäten eto., sowie Zwangsanleihe Mault xu Hetnillitir««i) B M. Rohityi Oegr. 1900 Mitglied der Deviscnzentrale Oegr. 1900 Wien, l. Maria TharasiensftraAa 10 Tel 114-00 u 61 f Tdegrammadfzis«: »Rohatynco* Besorgung aller Börsenu. Kredittransaktionen Im ln-u. Auslande. An-u. Verkauf von Devisen u.Valuten Effektenbelehnung OBF“ Verzinsung von Kapitalien, Durchführung von finanzierungen, Warenbelehnungen, Darlehen, Diskontierung und Inkasso von Wechseln, Ueberwefsungen etc. "WM Volkswirt. Mische zettang und Wischer Kaufmann. Die Verdienste des jüdischen Kaufmannes nicht nur nM die Entwicklung der Wirtschaft Oesterreichs, sondern mich der übrigen Staaten Mitteleuropas ist an dieser Stelle mehr als einmal gewürdigt tvorden. Cs ist auch eine fest» stehende Tatsache, die von allen objektiv deutenden Wirtschaftlern anerkannt wird. Leider ist die Zahl dieser objek-, iiven Wirtschaftsbeurteiler nicht so zahlreich, daß sie den demagogischen Schlagworten der chrisilichsozial-hakenkreuzlyrischen Regierungsparteien und den sozialdemokratischen' Agitatoren das Gleichgewicht bieten konnte. Bon diesen' Kreisen wird in absichtlicher und bewußter Verkennung her Wir.tschaftstatsachen noch vmmer das Schlaglvort von dem «schädigenden Ginflich des jüdilscheir Kauifttiannes, ibezie-- hu-ngStveife des jüdischen handeltreibenden Kapitalbesitzers gebraucht. Bon borden Teilen wird geftisseMlich nicht anerkannt, daß die Zukunft der Enliwicklmtg der österrelchischen Wirtschaft -und der österreichischen Produttton im .Handel liegt und daß gerade hier den Juden die wichtigste Aufgabe zufällt. Der jüdische Kaufmann, der nicht nur im Ausland arbeitet, fondenr sich auch im Inland im Handel betätigt, kann ganz ruhig als Baustein der österreichischen Wirts chaf t bezeichnet werden. Die Inden gehören zu den meistproduktiven Ständen Oesterreichs. ' Sie fuhren tatsächlich der öfterrLichischen Wirifchaft das Kapital zir und fördern ihre LeLepSsLhigkeit. Währenh die Christlichsözialen und Sozialdemokraten in demagogischer Liebedienerei für die unproduktivrn Schichten in der niedrr'österreichischen Wirtschaft, die Beamtenschaft, bei jeder Passenden und unpassenden Gelegenheit das Wort ergreifen, fällt es ihnen nie ein, die Rolle des Handels gebührend zu berücksichtigen. Es ist berechnet worden, daß unter den sechs Millionen Einwohnern Oesterveichs jeder fünfte von den übrigen vier als Beamter oder FamMenange-höriger eines solchen österreichischen Beamten erhalten wird. Diese großen Schichten, die zum Großteil das Rückgrat der antisemitischen Parteien bilden, werden nicht zum geringsten Teile Von den Steuern und Abgaben, die der jüdische Kaufmann, der jüdische Gewerbetreibende und der jüdische Industrielle entrichten«, erhalten. Der jüdische Kaufmann entrichtet infolgMssett ungeheure Steuern. Seine Bedeutung für die österreichische Wirtschaft ist also auch schon aus diesem Grunde nicht gering, und dennoch wird dies alles in der Oesientlichtcit nicht genügend gewürdigt. Die große Wiener Geschäftspresse, die die Interessen des Handels zu vertreten vorgibt. aber es -in erster Reihe aus die Anzeigen des jüdischen Kaufmannes abgesehen hat, schreibt wohl Leitartikel über die Streitigkeiten Zwischen Christlichsoziale und SozialdLmolraten und andere Dinge, hat es aber bisher nie ernstlich unternommen, für hie jüdische Kaufmannschaft offen das Wort zu führen und ihre Interessen o f f e n u n d e n t s ch i ed e n z u v e r t r e t e n. Es werden von allen Seiten Angrisife gegen den jüdischen Kaufmann gerichtet. Auf der einen Seite geschieht dies direkt durch Versuche, di« Tätigkeit des jüdischen Handels zu beeinträchtigen, so durch Verbreitung falsche Gerüchte über die kaufmännischen Methoden des Juden, aus der anderen Seite indirekt durch die Schaffung von K 0 n s u m g e n o s» scnschäften, um dem jüdischen Kaufmann den Boden zu untergmben, i-hen seine Kunden wegzunehrnen und ihn überhaupt im Wirtschaftsleben überflüffig zu macheir. *Vor dem Kriege haben die Christlichsözialen die Genossenschaft-- bsstrcbungen besonders stark gesövdert. Di« Erfolge, die fl« -dabei erzielten, ivaren nicht derart, daß sie für diese Partei für die Nachkriegswirtschaft ermunternd gewesen wären. Dafür haben die Sozialdemokraten mit um so stärkerer Intensität sich der Konsumvewinsbewegung angenomnren. Ar» beiterkonsumvereine werden an allen Ecken und Enden errichtet, um ja die Abnchnrer des jüdischen Kaufmannes von diesem abwendig zu machen^ Es gehört aus ein anderes Blatt, welche Wirtschaft i« diesen Kousunwereinen herrscht, die es mit der Zeit b«- wirken dürfte, daß diese Organijationen, die an und für sich theoretisch existen-zberechtigt ivären, itt der praktischen Durchführung vollk0mmen versagen. Es ist schon jetzt ei» offenes Geheimnis, daß die sozialdemokratischen Hammerbrotwerke teurer produzieren als die Privatwirtschaft, daß in den Konsumvereinen eine Reche von Waren tomm G M tzMz Wtfffffl M Mm eüas» I es wahrscheinlich heraustommen, welch gewaltige Fehler bei der Führung der sozialdemokratisch«» Kon. siunvereme begangen worden sind. Die InveNlarbestände häufen sich Mit nichtabs.tzbaren Artikeln und auch die 9e» schästsführung als solche läßt manches zu wünschen übrig. Sie läßt es unwahrscheinlich erscheinen, daß -lese Konlsunvvereine ihren Zweck erfüllen werden. Me dies« Kowslinivereinsgründungen haben niemandem genützt. Sie bedeuten aber seit jeher eine Schädigung dejüdische!: Kan-fmannes. Soll noch darauf verwürfen werden, daß auf anttsenlitischen Plakaten und in offenen Aufrufen das PMikum haranguiert wird, gar nicht beim Juden zu kaufen? Die Staatsgewalt, die die Steuern dejüdischen Kaufmannes sehr gern nimmt und eventuell mit Zwang eintreibt, hat sich bisher noch nicht aufgerafft» diese Pamphlete, die zweifellos in vielen Fällen in unlauterem Wettbewerb ihre Ursachen haben, zu konfiszieren. Di« drückende Geschäftskrife verschärft noch diese für den jüdische» Kaufmann unerquicklichen Zustände. Er vesitzt imbei n u r e i n R ü ck g r a t, das ihn vor Schädigungen schützt. Dies ist nicht die Handelskammer, die eigentlich zum Schutz des Handels berufen wäre und dabei hakenkreuzlerische Beamte zu ihren Untergebenen zahlt, dies ist nicht die Negierung, die von einer antiisomitischsn Koalition geleitet wird, sondern einzig und alleiu die jüdische Press«, die bei jeder Gelegenheit -den Standpunkt des jüdischen Kaufmannes ivahrt. BisherhatnursiealleindenMutbe s e s f e it, osfenalledieMängelder Verwaltung, insofern sie sich gegen ihn wenden, aufzudecken. Sie legt die Treibereien der antisemitischen Kreise, von welcher Richtung auch immer sie kommen mögen, »bloß und deckt damit alle die Hintergründe dieser Belvegungen auf. Dabei derhilft auch die jüdische Presse dem jüdischen Kaufmann zur Vergrößerung seines Absatzes. Da sie von den jüdischen Kaufleuten ihres ganzen Verbreitungsgebietes in sämtlichen Nationalstaaten gelesen wird, hält sie gleichzeitig den Kontakt zwischen all diesen Kaufleuten ununterbrochen aufrecht und hilft so zur Anknüpfung und zum weiteren Ausbau der kaufnrannischen Beziehungen. Der jüdische Kaufmann muß infolgedessen bei jeder Gelegen heit sein soziales und wirtschaftliches Interesse, welches sowohl von der Vevlvaltungsfeite als auch von der politisch-antisem-ltischen Seite zum Zielpunkt ununtevbvocheNer Angriffe gsmacht wird', da bekanntlich der wirtschaftliche Antisemitismus die neueste und. schärfste Nüanoe der Bekämpfung des Judentums bildet, urtt so intensiver mit der jüdischen P r e f s e i n B e r b i n d u n g b r i n g e n. SeaerallomMSr Sr. zimmerman gegen den WiMastrpeffimirmn». Ein optimistischer Kommentar zu seine« letzten Btttchi. London, 10. Jänner.. (Tel.-Komv.) Anlläßllch der Äeröfftntl'vchung des 24. Berichtes des Goneralkommissärs des Völkerbundes vn. Wien und im Zusammenhang mit verischiedonen rn bet letzten Zeit vn der englischen Presse laut gewordenen Kvitiken über den Fortgang des Sauierungswevkes in Oesterreich befragte der Vertreter des ,,Alauchester Guardian" den GsneraKoMmifsär Dr. Zimmerma n über seine Änstcht über die Lag« in Oesterreich. Der Generalkommisiär knüpfte in seiner Antwort an die sldervosttät an, die in österreichischen politticheL mrd wirtschaftlichen Kreisen in letzter Zeit sich geäußeE hat und gab dem Korrespondenten des ^Manchester Guardian" soilgende ErMrung ab: „Auch ich habe eine gewisse Nervosität m Oesterrech zu bemerke» geglaubt, obwohl sie sich weder aus der Börse noch durch' Schwankungen des Kronenkurses beinevkbar gemacht hat. Es ist seht bsdrnerkvch'daß die Wiener Oefftntlichkeit, fabakd von Meinungsverschiedenheiten in London die Rede ist und sobald in meinem Bericht Bsuvevkungen über den Fortgang des Refovmworkes enthalten sind, sofort zu glauben geneigt ist, daß persönliche Konflikte bestethvn und daß der endgültige Erfolg des Wiederaufballes gefährdet sei. Wie ich bereits in mevusm 24. Bericht ausführte, besteht «nicht der der mindeste Grund zur Annahme, da ß der Reg iernngs wechsellei ne nachteilige Rückwirkung auf die Durchführung des Volke rbundreformplanesausübentö nn e." GonevalkommMr Dr. Ztmmemdan fährt fort: „ES scheint mir, daß sehr oft, wenn hie allgemeine Lage tu Oesterreich erwogen wird, einige Lichtpunkte überschen werden. Diese sind: 1, Ätz äbsoluke Stabilität der Krone, die mv'vuer Melnntlg nvch so lange gösichevt erscheint, als die Nativ nalbank an derselben energischen Währungs. Politik festhält, die es dam eujMcheN Pfund ermög licht hat, in Letzter Zeit fast die Goldparität zu erreichen. 8. Nach Ablauf von zivei Jahren ist üi>n nicht \mk deutender RestderBölkerb>undanleihe übrig, der gewiß nicht weniger beträgt als bei der Aufstellmkg dr-. VWerbnndPlanes im Oktober 1288 erwartet wurde. 3. Der Z!nsen- und TilgungSdienst der Völkerbn ndanle ihe ist vollständig ges i ch e r t, da die Eingänge der Atiledhepfänder. näuckch der Zölle und des Tabakmonopols, mchr als hinreichend sind, um diesen Dienst zu decken. Im November »um Beispiel betrugen die Eingänge aus «n Anlechepfänoevn 338, Milliarden Papierkronen. während für den Anlechodienn MmMch nur zirka 8Ü MMrtzm «hßkveEch sind-. 1945

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