Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2117 (11.1.1925)
- Date
- 1925-01-11
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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-M f Wien. -SonnKtg Wiener Morgenzeitung. N Jänner 1925 Mschsn urck sozialen Struktur leicht das willenlose Werkzeug intriganter europäischer Separatisten lvcrden. Das russische Sowjetregime, das sich selbst mrs der europäischen Gemeinschaft gelost hat, kennt diese schwachen Punkte sehr gut, weil ihm als verständnisvollen Erben derMonomachen das asiatische Wesen nahe verwaM ist. Es gibt zwischen den beiden, auf Bereiuheitlichuch itub Zusammenballung der offensiven oder defensiven Krastzentralen hinstrebenden w nj chhe i t »komplexen, zwischen dem Okzident und dem Orient keine Brücke. Cs hat sich noch kein Element gefunden, das die Nnversöhnlickxkeit aLffchleffen, die Ausgleickuirg der Gegensätze cmbahnen und einen Zusammenstoß, der die Katastrophe des zermürbten, in feinen Lastern befangenen Westens wäre, verhindern würde. Es gibt keinen Faktor, der nicht da8 Mißtrauen der Tschandalas auf sich geladen hätte. Di« Wissenschaft, die geistige und technische Kultur der Weißen oder der Arier dieser sonst belastete Bagrirff ist hier sehr gut am Platze — sind mit Blutschuld b!S an den Rand gefüllt. Die religiösen Systenre sind dem Orient nur in der Gestalt der Intrige betannt geworden. Es gibt nur ein Element, das die große Mission Übernehmen und erfüllen Vnnte, den Orient mit dem Okzident zu versöhnen. Dieses Element ist das jüdische Volk, das jetzt nach den: Orient zurückstrebt. Das jüdische DoA hat an der CMoickkmrg Europas nur im besten Sinne teilgehadt. ES hat den rveißen Völkern seine Sittenlehre und sein Recht der freien Mmrschenwürde gegeben und eS ist sMtloS und selbstvergessen an der Arbeit für Gesittung und ethische tHerzüchtung gewesen. Es ist das ototziae Volk der -lt, das den Krieg haßt und ihn als Ding an sich verabscheut. Es ist stets nur Objekt der Vergewaltigung gewesen und hat sich doch den freien, unbefangenen Sinn bewahrt. Das jüdische Volk kemrt die Unterdrückung nicht und hat auch zu den Zeiten seiner längst geraubten staatlichen Unabhängigkeit die Politik der bewußten planmäßigen Expansion nicht gekannt. Auch die Zeit des Exils hat seinen Sinn nicht geändert. Seinen asiatischen Ursprung hätte es trotzdem längst vergessen, würde es nicht immer wieder von feinen arischen Weggenossen daran erinnert. Nunmehr aber will es aus freien Stücken zur Heimat, die ihm E-urypa niemals werden wollte, zuäjMhren. Was gut und wertvoll an der abendländischen Kultur ist, das besitzt das jüdische Volk zu eigen, weil es all das selbst mitgeschafsen, sooar inspiriert und mit feinem heißen Temperament durchsetzt bat. Das jüdische Volt hat den Orient niemals anHegnffen und es steht ihm fleckenlos und unbelastet gegenüber. Es bringt ihm, wenn es jetzt zuvückkehtt, sich, sein Gehirn und sein .Herz, Schätze an Arbeitsfreude und frischer Energie, es bringt ihm die reine, unbefudelte Kultur. Es geht nicht, Wie das so oft gesagt wurde, als Vorposten Europas an die große Verkehrsstraße, sondern nnt dem unbeirrbaren Wilkn zur Schaffung neuer Werte, zur Er- Wecking unmeßbarer Energien und zur Sicherung des Friedens an seiner bedrohtesten Stell«. Das ist der Sinn des Zionismus, und es versteht sich am Rande, daß. dieses Streben oer jüdischen Idee von allen auf den Tod gehaßt wich, die den Orient weiter ausbeuten und cmspressen und Niederhalten wollen, weil die rohe (Gewalt, der Betrug, die Intrige und die Hetze der Stern ihres Lebens ist. SchuheI *7TfO W 4r mit yinZehsutem „Ba?4on“»Gummi*AbsftU AejüdifcheMinderbeitinBulMiev. Eine Zuschrift der bulgarischen Gesandtschaft. f' Zu unserer unter dem obenstehenden Ditvl vorgestem berossentlichttzn Meldung erhalten wir von der Presseabteilung der Wiener bulgarischen Gesandtschaft folgende Zuschrift: „In Ihrer hochverehrten Zeitung von vorgestern haben Sie ein Telegramm aus London veröffentlicht, welches die Nachricht bringt, daß in dom am 89, Dezember v. I. vom 'bulgarischen Parlament ratifizierten Abkommen über den Schutz der Minderheiten in Bulgarien nur sie griechischen Minderheiten in Betracht kommen und für die jüdischen keine Klauseln vorhanden find, da die Juden in Bulgarien immer ganz freundlich behandelt worden sind und deswegen keim durch einen Vertrag speziell garantierten Rechte brauchen. In einer beigefügten Bemerkung meint die Redaktion, daß es lwjwondig wäre, von Bulgarien auch für die jüdische Mi n d e r h e i t durch einen Vertrag gesicherte Verpflichtungen zu verlangen. Mit Rücksicht auf diese Bemerkung Ihre« Redaktion, wollen wir Ihnen die folgenden Erklärungen geben, die. hoffen wir, in Ihre« hochgeschätzten Zeltnug Platz finden werden: Trotz der Atmofpäre des nationalen und Rassenhasses, toi dem. bedauerlicherweise die Balkauvülker noch immer lohen und den hie höchst ungerechten Friedensverträge verstärkt haben, wurden die Minderheiten in Bulgarien, die griechische mitgerechnet. nie schlecht behandelt. Die Politik Denationalisierung der Bürger anderer Nallo-naiitäten^ ras deutsch, arische Panama. r« lachverstöadlgeastaadai in Mllersdors. — Ja« Serichteversahren „lilaft". ad« es vlrd weiter aestohiea. Wir Hatzen vor einigen Tagen übe« Ne Art berichtet, wie da» Lattde-gericht bei he« Bestellung der zwei sachverständigen in der Bttrtdg-affärs Wollersdorf vorgegangen ist. Mir haben ftstgestellt, daß har eine, Her« Roth, ein Beamter eines Wollersdorfer Unternehmens ist, feine Ernennung daher geeignet ist, den Eindruck zu erwecken, daß eS sich nicht um eine Untersuchung, sondern um eine VertuschungSkomödie handelt. U n s e r e D a r l e g n n g i st n i ch t >b e r.i ch t i g t w o r d e n. Wir stellen da« fest und «wollen nunmehr vom zweiten Sachverständigen, Kommerzialrat Buchwald, sprechen, Herr Buchwald ist Völlig einwandfrei, steht mit Wölkersdorf in keiner Verbindung, ist, im Gegensatz zu Herrn Roth, zurzeit feiner Ernennung wirklich beeidigter Sachverständiger gewesen. Er hat auch fetm Aufgabe sehr ernst genörtmten und ist trotzdem — oder soll man nicht besser sagen deshalb — fchlennigst seines Amtes e n t k l e i d e t w o r d e n. Herr Buchwald hat sieben Wochen lang streng und gewissenhaft seines Amtes gewaltet. Er. hatte trotz der größten SchüvierWeitan, die chm auf Schritt und Tritt in den Weg gelegt wurden, ein umfangreiche» Belastungsmaterial zutage gefördert. Cr fordert« das Einschreiten der Behörden zur Sicherstellung des noch vorhandenen DiebSguteS. Statt ' seinem Verlangen Rechnung zu tragen,- e r h i e l t e r a u f Betreiben der Angeklagten vom Landes geeicht den kurzen Bescheid, er sei enthoben, das heißt, er möge sich zum Teufel scheren! Dia Angeklagten haben sich also nicht damit 'begnügt, einen Möllersdorfer Beamten zum Sachverständigen ernennen zu lassen, sie haben auch dafür gesorgt, daß Kommerzialrat B u ch w a l d, der als Sachverständiger so naiv war, wirklich zu prüfen. aus dem Wege geräumt; wird. Die Herren Betrüger können eben alles! Sind sie doch heute Kampagnons des österreich'.schen Staates! Die .deutsch-arischen Rogievungsmacher scheinen etwas tief in den Tasche» dieser Herren zu stecken! Es ist nunmehr die Frage zu stellen» ivas mit den Berichten -und Mitteilungen des Herrn Buchwald geschehen ist. Diese Berichte sind uns nicht zugänglich. Aber wir Konnten se-ststellen, daß heute noch in Wollersdorf indenMogazinenrder diebischen Firmen . Waren im Wert« von Hunderten Milliarden liegen, welche aus dem Besitz des Staates stammen und entweder gar nicht bezahlt o d e r z n lächerlichen „Altmaterialpreisen" ü b e r n 0 m m t n w u r d e n. Im Hinblick ans die int Gang befindliche Untersuchung wollen wir keine näheren Angaben machen, di« moglicherlveise die.Handhabe zu Verschalungen bieten könnten. Aber eine weitere Duldntvg des hier gezeichneten Vorganges würde unsere Reserve illuforich machen. Dank der Korruptheit der hohen Beamten, der Zierden der deutsch-arischen Gesellschaft, ist kostbares Volksgut christlichen und jüdischen Schwindlern in die .Hände gespielt worden. Diese Werte werden mtr schwer zu ersetzen sein. Aibex zwei Dinge sind möglich: Was sich noch an Ott und Stelle befindet, kann durch rasche Beschlagnahme gcsicin'N und die Schwindler können bestraft werden. Wir verlange n ein« Antwort! Leon Sklavz in Wien. We verlautet, ist der Vizepräsident der Wiillercchmftr Werke?l.-G. Leon S kla rz in Wien etngetroffen. Cr dürfte an einer für die nächsten Tage einbernfenen Sitzung des Exekutivkomitees teilnehnren. Was geht da vor? Die ,/Stunde" veröffentlicht eine von den Betriebs.' räten der Mllersdorftr Werke am 9. d. beschlossene Ev° kläruug, in tvelcher sich „die Arbeiterrurd Arrgestclltenschaft" idagegen wendet, daß durch die Skandalsucht provi sionsgieriger Unternehmer und durch die Kampagne dcr Zeitungen die Betriebe und die Arbeitsgelegenheiten in Wollersdorf geschädigt werden. Diese Erklärung wich auch damit begründet, daß sich „Arbeiter und Angestellte" hei allem Kosmopolitismus als Oesterreicher fühlen und die Schädigung der österreichischen Volkswirtschaft nicht ruhig dulden wollen. Die Bettiebräte schlagen die Abschließung von Schichsverträgen -wischen Bund und Sklarz einerseits, Ing. Albe« und Pochwadt andererseits vor. Jnwieiweit und ob diese Erklärung tatsächlich von der Arbeiterschaft gebilligt wird, wissen wir nicht. Die Erklärung sicht ganz so aus» als ob dies nicht der Fall wäre. Denn es ist nicht anzu-nehmen, daß sozialdemokratische Arbeiter auch nur eine Sekunde lang den Betrug und den systenlatischen Diebstahl moralisch decken würden und das um so weniger, als inzwischen sämtlichen Beamten der Wöllersdorfer Werke mit Ende März, gekündigt worden ist. Was geht da vor? Wer steht hinter dieser Erklärung und diesem Vorschlag? die Politik einer naiioniliistischon Unterdrückung wurde nie von einer bulgarischen Regierung, iwch tveniger von Seite der gegenwärtigen Regierung Zankoiv ausgeübt. Es gibt heute noch auf dem Balkan Minderheiten, di« drcrch eine solche Politik stark gefährdet sind, fo die bulgarischen nationalen Minderheiten in Jugoslawien, Griechenland und Rumänien. Ein lebendiger und tragischer Protest gegen diese Pokitik der. ertvähnten Staaten sind die hunderttausende bulgarischer. Flüchtlinge, die heute unser Land überschwenpmen. Mas aber die I ude n in Bulgarien anlangt, fo können wir -mit reine m Gewissen und Stolz das folgende behaupten; die Juden in Bulgarien sind vollkommen gleichberechtigte bulgarische Staatsbürger. Die Inden in Bulgarien sind in der Ausübung keines bürgevlicherr, keines politischen oder religiösen Rechtes behindert. Sie Haber:, wie jeder Ärlgarische Staatsarrgohörige, aktives eend passives Wahlrecht, haben Vertreter in den Gomeinderäten und im Parlament haben auch zu jedem Staats« dierfft Zutritt. Don Juden stt-hen alle privaten, Genteindc- und Staats schulen unbeschränkt affen. In dem finanziellen und wirtschaftliche,n Laben Bulgariens spielen die Inden eine bedeutende Rolle, In den ersten Reihen aller politischen Parteien stehon auch die Juden. Daber besitzen die Juden eine vollkommen garantierte religiöse und k u l t u r «l l e S el b st ü n d i g k«i t: die jüdische Gemeinden und e i g e n e vom bulgarischen Staate matettell unter- Dtzte Schul«.n. Alle diese Tatsachen, die wir ans in großen Strichen zu zeigen erlaubt haben, sind in der Tradition unseres wlitischen und gesellschaftlichen Lebens, verankert. Welche Regierung immer in Bulgarien am Ruder ist, es gibt keinen Antisemitismus. Cs ist richtig, daß voriges Jahr einige unverantwortliche Faktoren aus den umzedonifchrn Kreisen von einigen jüdischen Bürgern Bulgariens Geld zu erpresisn versuchten, aber dieser Versuch rief in allen bulgarischen politischen «und gesellchaftlkchen Kreisen eine solche Aufregung hervor, daß die Erpressungen sofort aufhören. Aus all dem ist zu ersehen, daß unsere braven üdischen Afttbürger keine anderen Sicherheiten brauchen, rmr in Bulgarien ruhig leben zu ffoinen, weil die Garantien der bulgarischen Gesetze vollkommen genügen. * Wir veröffentlichen gerne diese Zuschrift der bwlgavi- ' chan Gelandtschaft uild bemerköu dazu, es ist allgsrnein beänill, daß die Judötl in Bttlgarien bisher wrder politisch noch bvirtWftkich, noch sozial ungerecht bel^andelt wurden. ' wch dl« Friedenövetträge haben den Schutz aller Minderheiten, die tot den einzelnen Staaten leben, durch internatipyake.Satzunv stipniiert; es ist daher Mbst- Bubl-Kostllme reine Schafwolle, la Qualität K 490*000 Feinste Seidenflor-DomensirQmpfe früher K 58.000 / letz» K 49.000 .Hdeslstrumpk" nur /, Tnttnerhof 2 (Graben) verständlich, daß dieses Recht aruh für die jüdischen Minderheiten gilt. Daß das Königreich Bulgarien die Rechte der dort lebender: Inden nie verletzt hat und auch weiter nicht verletzen Wird, ist eine erfreulich? Kon ftatieru-ng, welche aus dem obetr -wiedergegchenert Schreibeit der bulgarischen Gesandtschaft oben>so wie aus der Wirkliichkoit zu machen ist. Der Mnderheitsschutz, der: die Friedensverträge gervährerr, birrdet die Regierrrngerr gegen Über allen ihren Älinderheiterr ohne Ansrv.rhme, also arrch den jüdischen. JntevnationaileS Recht darf keine Ausnahme nach der Behandlung zur Grundlage machen. Spanien verhandelt in Marotto. Tanger, 9. Jänner. (.HavaS.) Mit den And scherst ä m nt e n sitw Verhandlungen eiugeleitet tvorden. Man hofft, daß sie zu einent Mkomnieu führett «werden. Spanien läßt Ibanez in Frankreich verfolgen. Paris, 10. Jänner. (Havas.) Jttfolge Erftichens dev spanischen Botschafters ist gegen Masco I b a n e z a-lo Autor eines g-egetc den spauischett Könta ge richtetet: Pant Shletes sowie gegen deti .Herausgeber Fknnntarion und den ^ebersetzer Louvre die U n t e r s u ch u » g wegen Bolcidi a eines ausländischen Staatsober^uptes eingeleitei n. Ar „«enter von Arlon". Paris, 10. Jänn?r Las bi.ig.lche Krieg sg o r i ch t tot L ü tti ch hat gestern vormlttas den deutschen Gerreralnmjor dort der Esch iu seiner Abwesenheit; n m Tode toevu5t«tlt. Bon der Esch, der in der belgischen Provinz Luxemburg voll der Bevölkeriing mit dem Naluet« „H e n k e r v o n A v t o u" bezeichnet touvbc, soll Häuser in Br and gesteckt nnh dadurch den Tod mehrere\ P c r s o n v u verschtvldet hadett.