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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-07 · Heft 2113 (7.1.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2113 (7.1.1925)
Date
1925-01-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Dien. MkWsH «ekste « * DK Bestattung Tchem Tows. Arrö Bagdad melldct H. T. A.: Die Bestattung -des vor funcm verstorbenen Herm HeÄiÄ (Gourgay> Lchem Tmv, der betaunttim sein gssämtes Devmvaen im "Werte von 1 tÖOOo Pfund dem Keren H afessod vermacht statte, stat an: 12. Dezember vorigen Jahres m Bagdad stattgefnndrn. Der PEdent der Zionistischen Or gonffatron in Mesopotamien, Herr Aaron Vassoon. stielt dom Verstorbene einen rief einpinndeivnr r>ca<l)rnf. Es 'wurde eine Gedächtnisfeier fitv Schein Tow abaostalteit, an der Vertreter der Indensteit Mesopotamiens sowie einige tauend Juden der Stadt Bagdad terlgeiwmmen häben. Der Verstorbene Echem Tow hatte seinen Wohnsitz in Basrast. Er befand sich gerade n n if d c nt Wege nach Pa 1 ästi n a. M er tn Bagdad evkranikte und kurz daraus starb. * Die Moskanergedachtnisfeier für Rabbiner Maie. In allen MoÄauer Synagogen und Boche Midraschim wurden Dvauevfeiern für den verstorbenen Rabbiner Mase abgchalten. An einer Sitzung der jüdischen Gememdefnnktionäre wurde beschlossen, daß der Platz des Rabbiners Mase in der Ntos- Laner Synaaoge von niemanden weiter besetzt und daß dort eine GedenAplatte mit seinem Nmn-en angebracht wird. Täglich treffen aus Rnüland und dem Ausland zahlreiche Beileidsschreiben ein. Aus Palästina sandten der Dichter Biasilk, der Deuter Achad Haam und M M. Ussischkm Berlerdsschreihen. * Ritmrkmordpropaganda in Litauen. Aus einigen Provrntzstädten Litauens sind in der letzten Zeit Nachrichten emgelarffen, die besagen, daß Versuche nnterrrormneu werden, die Ritual moros egen de zur En>ffachung antisemitischer Tumulte ausqurmsten, was oster nicht gclrmaen ist, da sedesmäl die ansgelstrouiben Legend^, über verschwundene Chrfftenkinder sich als unwahr erwiesen. Am 30. Dozenrber entstand sogar in einer Gasie der Hauptstadt Kowno ein Ritualmordtumullt. Zwei pmtcjc Estristenmädchen gingen in ein jüdisches Geschäft slokal. win Zuckerwaren eMHultaustn. A-ls sie nicht gleich zurstckkehrten, kam bereit Muster, um nach ihnen zu fragen. Dies nützten die Agitatoren aus. indem sie die Angehörigen der beiden Mädchen gegen die Inden aeiishetzten und sagten, die Juden st ä >t t e n d i e Kinder geraubt, um an ihnen ein Ritualvevbrechen zu begeistert. Herbe iigermone Pstlizei Vertrieb die augesarnmÄte Menge, diH scharr Mierre ^machte, die füd'schm Geschäfte zu plündern. Natürlich staben sich dann die vermißten Mädchen bei ihren Eltern eingofwnden. — Aus S Hause n wird mitgeteilt, daß dort in der letzten Zeit wiederholt die Irrster der Jüdischen Polksdanl durch Hnligans errrgcschlagen wnrd.'n. Es gelang nicht, die Täter zu verhaften. * Dokumente über Napoleons Sanhedrin für die Jerusalemer Nationalbibliothek. Ingenieur S ch o t t, Leiter einer Zcmentfabrik in Heidelberg, der vor kurzen! in Palästina zu Besuch geweilt hat, übergab Herrn I. Ä. Goldbcrg eine Zahl jüdischer Manuskripte für die jüdische Nationalbibliothek in Jerusalem. Herr Schott, ein Christ, ist ein Nachfahre zenes Baruch Schottländer aus Danzig, der im Jahre 1806 Mitglied des von .Napoleon dem Ersten - ein'beruisonon Sanhedrin gewesen ist. Baruch Schottländer wurde, im Jahre 1763 geboren und starb 1846. Er war in Berlin Hauslchrer des Bankiers Herz Beer, des Baters ds Kompöniistn Mcvcrbeer. Er wurde später Direktor der Jakobsohn-Schule in Seesen. Als Mitglied des Sanhedrin verfaßte er eine Bittschrift an den Imperator Napoleon, die auf die Notwendigkeit einer Modernisierung der jüdischen Erziehung hinwies. Er verfaßte mehrere Werke, darunter Stzrichwortsammlungen, Geschichten aus dem Talmud und Lesebücher für die jüdische Jug-nd. Seine Kinder ließen sich alle taufen. Die Manuskripte, die Herr Schott Herrn Goldberg übergeben hat, sind zum Teil in - hebräischer Schrift niedergeschrieben und betreffen Fragen des Sarchedrin. * Birrbriketts. Wie »die däntzichm Zemingen berichten, fft «s einer därrrscheu Gesellschaft gelangen. Bier in fester Form yerzustellen, das. sie unter dem.Namen „Hopsbier" in Form von Br ike t t s in den Handel.stvm>gt. Die aus Hopfen und Matz gepreßten Briketts werden, nur in Wasser aufgelöst, staust und müssen in gewöhnlicher Jimmertsmperadur einige Stunden garen, woraus sie gebrauchsfertig sind. Das Bier soll öhnbich dem Märzenbier schmecken und evsvl chenld wirken. Solche Merbrrketts gibt es für hell und dunkel und ein portierähnliches Bier. Sie. Losten pro Stück vier 'dänffche Kronen. Es wird hervorgehoben, daß sich das Bier in Maschen äbaefullt sehr gut halte. * Ein 3000 Jahre alter Mich. Der chemäl'ige Generalinspöktor der staatlichen ägyptischen Altertumssammlungen, Mr. Artur W e i g a l i, hat dieser Tage m London über die m den letzten Jahren gemachten Neuerwerbungen mtd archäologischen Funde gisprochen. Er berichtet lstei dieser Gelagercheit von dem bemerkenswerten Fund «inet Madastervase. In dem Gefäß befand sich eine sättige Flüssigkeit. Die Archäologen von Kairo stellten fest, daß die Base mindestens 3000 Jahre alt fei und erkannten die Flüssigkeit als Rizinusöl. Im £>:l fand man bei näherer Prüfung einen Floh vor, dem dassellbe stattliche Alter zugosprochen wurde und der sich in dar konsawiorenden Flüssigkeit vorzüglich erhalten hatte. * Der tätowierte Pierre Loti. Im allgemeinen -gilt das Tätowieren als Vergnügen eines unentwickelten und rohen Geschmacks, und es ist daher einiger Verwunderung wert, daß ein so feiner Geist wie der im vorigen Jahre verstorbene französische Schriftsteller Pierre Loti dieser merkwürdigen Leidenschaft fröhnen konnte. Auf den letzten Seiten seiner „Madame Erysantheme" erzählt er davon. An einer anderen Stelle gesteht er übrigens, daß das Tätowieren ein beklagenswerter Geschmack sei, den er mit, den primitiven Geschöpfen auf den I-nseln des.Qjeans teilte. Als er, Japan verlassen halbe, sei chm der absurde Gedanke gekommen, sich als Probe japanischer Tätowierungskunst seinen Körper bemalen zu lasten. In dem Album eines dieser Künstler wählte er eine Darstellung aus, die er sich auf seme Brust tätowieren ließ. Diese Arbeit nahm anderthalb Stunden in Anspruch und peinigte den Dichter mit tausend unerträglichen Stichen. Loti dachte damals, daß die Schönheit des Leidens wert sei, Md er bemerkt, daß, wenn zufällig ein Blutstropfen aus der Haut sichtbar wurde,, der Tätowlerungskünstler ihn mit den Lippen auffau-gte. (Die nachstehenden Ankündigungen sind entgeltlich.) Der praktische giniattf! Alle Schichten der Bevölkerung sind unter den gegenwärtigen schwierigen Wirbchaftsverhültmsien zu äußerster Sparsamkeit gezwungen Aber der Winter steht vor der Tür und Ä« Anschaffung des Notwendigen an Bekleidungsstücken läßt sich mcht umgehen. Billig un-praktisch ist nicht dasselbe! Es handelt sich darum, bei aller Billigkeit qualitativ einwandfreie Gegenstände, wie Damen- und Herrenwäsche, Stoffe. Strick- und Wirkwaren und andere Bekleidungsstücke für den Mnterbedarf zu erwerben. Diesbezüglich zeichnet sich das altrenommierte Warenhaus Brüder Schiffman» in der T a b o r st r a ß e 4 8 aus, das eine reiche Auswahl der genannten Gegenstände zur freren Besichtlgung ovrlvgt. Hier ist Billigkeit und Qualität veroint. * Tanzinstitut Hermann Braun. 14. Bez.. Reindorfgaste 42. Tel. «SLÄ. < Merrer MoeaenzettuitK Mitteilungen aus dem Publttum. _ MODftNHAUS „Lum Schmetterling“ Wien, IX. Taborstraese 31 Kammgarn, 130 cm breit Gabardin, 130 cm breit Velours, 140 cm breit 05 000 aufw, 98 000 auhv. 1*5000 aufw. all. i ix f.Mlx HCZL*. Sereine, LorttSge und versammlnugen. WierrerBet b-H a m i d r a s ch, 2. Bez., FerdlnandSftraße 23. Jeden Mittwoch. 6 Uhr nachmittags, Vortrag de« Herrn Lektors Dr. S. Rubin über Reltgionsphilofophie. Thema: Josef Albo. — B e t h w a a d I’i id t i m, 9. Bez.. Türkenstraße 9. Heute, y,8 Uhr abends, Vortrag Dr. S. B a r o nr Hamedinab wehaleom betoldoth Israel. — I ü d t s ch e T i s chgesellschaft Landstraße. Heute, */,9 Uhr abends, Eof4 Lovrana, 3. Bez., Löwengasse 86. Dortrag Dr. F t n k e lst e i n r Der jüdische Mystizismus. Gäste willkonnnen. — Handelsvertreter. Heute, 6 Uhr abends, im Klublokal Cafe Landtmann, Besprechung über Warenumsatzsteuer. — Z i o n i st i s ch e Jugendgruvve Leopold st ad t. Heute, präzise %8 Uhr abend», Ml Lokal, 2. Bez., Zirkusgaste 93, Plenarversammlung mU anschließendem Referat. Referent: I. Lanczener. Erscheinen Pflicht. Institut für religiös-wiffenfchastliche Studien (Leth-Hamidrasch. 3. Bez., Hetzgasse 40). Montag: Rabbiner Dr. A. K a m i n k a: 6 bis 7 Uhr: Jesaja; 7 bis 8 Uhr: Maimonides, More Rebuchim. Mittwoch: Rabbiner Dr. A. K a m i n k a r 6 bis 7 Uhr Talmud; 7 bis 8 Uhr: Maimonides, More Nebuchrm. Samstag : Rabbiner Dr. A. K a m i n k a : 3 bis 4 Uhr: Pentateuch-Vortrag. Dienstag, Donnerstag und Samstag: '/,7 bis '/z8 Uhr: Dr. W u n d e r m a n n : JngendkurS für Erwachsene. Mm und Kunst. rschaikowskys mufikaNjche» Slaubensbekenntnir. In Sowsttrußlcrnid sind soeiben di« vom „Musiikfsktvr" des Stwatsverlages veröffentlichten .^Tagebücher P. I. Tischaikowskhs 1878 bis 1891" evschilenen. Die zmn Teil im knappsten TÄegrammstÄ aÄgofatzten AwszeichmMgen enthalten bemeMnswevte., bisher unlbrkannte Aeußiwungen des rustischen Tondichters über Beechoven und Mogart, die allgemein interessieren dünsten. Tfchmkowsry notievt unter dem 20. September 1887: .Mcchvsch^Bich wird es den Leuten nach meinem Tode mtevestaurt sem, zu crfaihrcn, wem meine musikalischen Neigungen galten, Wmäl ich mich gssprüchsweffe selten darüber geäußert habe. .Ich verstche es nicht, Betrachtungen über Musik anzustellen, und WM mich cmf die Fcstellung dorr zwei Tatsachen beschränken: 1. Bei Beethoven liebe ich die mittlere Pevwide, zuweilen die erste; aber die Werke der letzten, besonders di« letzen Quartette, hasse ich eigentlich. Es gibt dort Lichtblicke — sonst nichts! Das übrige ist das Cihavs, über dem der Geist dieses musikalischen Zeibcroths schwebt. 2. Vom Mozart liebe ich alles, denn in einem SWeit» scheu, den toir wirklich lieben, lieben wir eben alles. Am nreisten liebe ich den „Don Juan", denn dank chm habe ich übechältpt erst bsgvfffen, was Musik eigentlich ist. Bis dahin (das heißt bis zu mvmsm 17. Lebensjahre') kannte ich nichts außer der italienischen, übrigens sympathischen Halbmus i k. Natürlich tverde ich, weil' ich Mozart Wbe, nicht be- UMSONST erhlit Jeder Abonnent der „Wiener MoraenzeHunQM bei Vorauszahlung der Bezugagoböhr fOr ein gancaa Jahr in drei eleganten Halbleinonb&nden FOr Vareandspaaan dea „Qraetz" alnd aucaar der Jahreabezugagebühr noch 30.000 Oeterr. K. zu antrlohten ,«»i»e 'i* 7W 4 rv% .■ .v, t% 1 '• jpv* * 7. Mnmk __Nr. 9118 Haupten, daß jedes seiner Werke om Thof d'ovuve fei. Nein.' Züs weiß, daß zum Beffpiel gar manche seiner Sonaten steine Mest> stevwerke sind, doch liebe ich auch von diesen jede einzelne, Wests dieser inusistalische Christus sie durch seine Berührung geheMlgl hat. Bon den Vorgängern der beiden (Bach, Händel, Hahd«^ Gluck) will ich sagen . . . daß, wer Mozart kennt, auch weiß^ was m diese« Breven Gutes steckte; denn als größter und stärkster von allen musikaliischen Schöpfern hat er es ihnen nicht versagt, sie unter seine Flügel zu nehmen und vor dom Bergeffenwevden zu retten. Sie sind nur Strahlen^ die imtevge^ gamlen sind mr Glanze der Sonne-Mogart! Aur den Theatern. Gtaatsoper. Morgen, 7 Uhr abends, „Die Fl» d e r m a u &*. volksoper. Heute, Uhr abends, „Cavalle. r i a r v st i e a n a" und „D e r B a j a z z 0". Morgen abenbr „Mignon". Deutsches Volkstheater. Morgen, 7 Uh: abends, a r i a G t u a r mit Tilla D u r i e u r in de: Titelrolle, Erika Wagner al» Königin Eli-abeth und Jakoi Feldhammer als Mortimer. In der Samstag den 10. d um 7t8 Uhr abends stattfindenden Uraufführung der Komödii -Sie selber nennt sich Helsinge^von Wikhel» Stückle» sirld die Hauptrollen mtt Traute Carlsen, Jakok Feldhmnmer, Anton Edthofer und Hans Homma besetzt Spiel, letter: Renata Mordo. Carl-Theater. Sonntag, 3 Uhr nachmittags, „Ei» Walzertrau m". Theater in der Jofekstadt. Heute. SamStax den 10. und Montag den 12. d., 7,8 Uhr abends, „D e r W e tz n a ch D 0 v e r". Donnerstag den 8. d., 7,8 Uhr abends, finde nach längerer Pause eine SlufMrung des Lustspieles „E i r unmöglicher Mensch" mit Hugo T h i m i g statt Freitag den 9. d.. l/28 Uhr abends. Premiere der Einakter „Di, Kutsche der göttlichenLiebe" von Prosper Msrims« l deutsch von R. Auernheimer) und „B 0 u b 0 u r 0 ch e" von Georges Comteline (deutsch von Siegfried TrebillchX Die gildene Paw,e (Verein Freie südische Volksbühne), 1. Bez., Rtemergafle 11. Heute, 7*8 Uhr abends, E r st> aufführung des ^Zweiten Programms". Das neue Pro^ gramm ist noch reichhaltiger als das erste und bringt unter anderem die Uraufführung von P i n r k i 8 a t s ch e b a" mü eines grotesken Dramolettsvon ScholemAlefche» sowie neuinszenierte Volkslieder, in denen das gesamte Eniembü mit Regisieur Lalpern und Mirjam Schnabel-Hoefltch btschäf- Siadio-Salon der »Wiener Morgen,ettnng* im „Haus dev Dame" Ergon A.-G., 1. Bez.. Schwedenplätz 1. VorMrung der Wiener Sendung täglich von 11 bis 1 Uhr mittags und von 4 bis 6 Uhr nachmittags. Eintritt frei. Kein Kaufzwang. Der. kauf erstklafliger R a d i 0 - A p v a r a t e und -Bestandteile. Radiopvogramm für heute: 9 Uhr: Marktbericht. — 11 Uhr bi» 1 Uhr r Konzerl Silving. — 1 Uhr 5 Min. r Uraniazeit. — 1 Uhr 20 Min. r Wetterbericht. — 7,4 Uhr: Wiener Börse. — 4 bis 6 Uhr r NachmitlagSkonzert. Musikalischer Leckerbissen. — 6 bis 7,6 Uhr: Das deut'che Lied. — 8 Uhr r Kammerorchesterkonzert, anSgeführt von StaatSopernmitgliedern. 1. Händel: Konzert für Oboe und Streichorchester, 0-Moll; 2. I. Haydn: Symhponie L§-Dur; 9.1. Haydn r Klavierkonzert V-Dur; 4. Robert Fuchs: Serenade. — 10 Uhr r Tanzmusik. Gettchtsfaal. Matter Mehl« Wirtschaft. Die Schulde» der Hakenkreuzler. — Riehl wird nicht mehr klagen. Qtt einer für den pamen Tau anlbevaumten, mehrere ®t>unfom ^dauernden BorlhänIdmW beschÄftrflte sich am Montag der Stvafrichter des BesiMgerichtes Fü-nshaus, LandLSgerichtsvat Dr. Schedy, mit der Kluge des ehomvLiigen Führers dor national,svtziälen Partei, Dr. WMer Riehl, gegen ein Miteb dieser Pavtei. dem WMrigen SpLrvglle-r Hans Strobl. BesschuDigte A ein eifriges Mitgliod der Partei und hat vier Jahre unter Dr. Riehls Führung gearbeitet. Die Klage Dr. Riehls geht dahin,, daß Strpbl in einer am 11 September in Hernals aibgehaAenen Parteivevsammlnng sich über Doktor RiM geäußert halbe, erhübe die Partei um 180 Milli ionen bestohlen und sich &« Bauch gemästet. Ms ihn der pensionierte Bundesboantte Robert Bog e I austnerWam machte, daß er diesen Ausspruch. werde verantworten müssen, halbe der Bsschulldi-ate die Worte wiedechoA: ,-Ja, Mtphlien hat er dieise 180 Millwnien." Fm den PrrvaMäger war Rechtsanwalt Dr. Erwin Riegar, für den BejschuMaten Rechtsanwalt Dr. Spie>lvo-gel erschienen. Der Berhandbungs'faal war von Parteigänpern dicht boseht. Der Beschuldigte stellte in Abrede, ettvas oon DieBstählen Dr. RichlS gchvwchen zu haben» er hübe lediglich gesagt, Dr. Riehl habe der Partei, Äs er die Führerschaft niederlegte, 180 Millionen Schulde» hirvterlasstn, somit um diesen Betvag geschädigt. Hierfür sei er bereit, den WahrheltÄbeiveis anßwtreten. Es wurde eine ganze Reihe von Zeugen einvevnonrmen; die meisten bestätigen, die nvkriminierte Aeußerumig ('den „Diebstahl") gehört zu Häven; andere wollten nur vpn emex Schädigung gehört haben. Es sei damails ein großer Lärm gÄvesen; es habe Auifregung, ein Durcheinander geherüscht, so daß man übechaupt nur schwer verlstehen konnte, was gesprochen worden sei. Der Kassier der Partei, Herr Josef Mersnor, gab über Befragen des Richters an: Ms Dr. Richl die Führung der Pavtei niedorlsgle, ist eine SchM»enl«st von 180 Misllionen zurückgeblieben, die die Partei Äbernchmen mußte. — Richter: Entstaich diese Schuldenlast inisÄge evgrrffücht-Wr, persönlicher Zwecke des Wägers? Nein, äbsolnt nicht, es waren lediglich Pavteizwecke, die die 180 Millronen Schulden herbeigesühvt haben. Es waren meistens Bücherbestellu-ngen, Broschüren, für Partei- Kvecke hsstmvmt. — Was war der Inhalt dieser Druckschriften? — Aufklärungen über die Partei, iyre Zwecke, ihre Ziele be- Ireiffend. Dr. Richl ist aber gewarnt worden, daß er nicht st» viel kaufen solle. Die Bücher sind in der Tat nicht abgesetzt worden. Die Strömungen der Partei sind nämsich emgedämmt worden; insbesondere war auch der Salzburger Parteitag «ch Ne GMechchaist geaen Dr. Richl schM an.im Mihan ■ ■»», -MMUNMn-iit au *r*. u.. •« .«•**

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