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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-06 · Heft 2112 (6.1.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2112 (6.1.1925)
Date
1925-01-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 51.12 Wien, Dionsiag sonderer Bedeutung .ist e-h daß bk Vertreter der jüdischen Smldentenlschaf t n (fic-v Läivver d e r f -c. i c r f i d) >c n IS v off :it mit fl der hebr ä i s ch c n Universität in Jerusalem, di« gerade kt bk Zeit der Exkursion fällt, werden beiwohne» können. Die Exkursion verweilt in Palästina 18 Tuge: vom 1. bis;,un 18 April 1925 (7. bis 21. Nissan 6095). Da an der Exkursion Gruppen jüdischer Studenten vo-n Ost-, Mittelmiib Westeuropa sich beteiligen weriden, wurden zum Ausgangs- Vitttft der Exkursion sür Europa drei Absahr.shäsen bcst-innm, und zwar Marseille, T r i c st und Kensiauza. Dic Kosten der Teilnahme an der Exkursion betragen pro Person 20 ägypt. Pfund, die Spesen der Eisenbahnfahvt bis zum Absatz vtshafen in Europa und die BisagMihren n>icht eingerechnet. Die Leitung der Exkuvsimt (S-iltz: Wien, 9. B e Z i in m c t in a n n platz 8) Mern'tmmt die Beran.tworlung für die Un-terbrinigung n.nd Verp'flegmrg der Teiluelzmer sowie für die Durchführung des Pogrammtes. Dank den Bemühungen des Mischen Reiselbureans „Cvntinent" «Wien. 9 Be;., Spitalgasse 3), dein das Arrangomeut der Nabeesahrl ander traut wurde, stellen sich die Preise der Schiffsüberfahrt (hin nud .zurück) nur ans 6 ägypt Psnnd pro Person. 2llic näheren Auskünfte betreffend die Exkursion erteilen: Der Referent des Jüdischen Hochschnlausschnsses Wien für die Exkursion, Herr Gelber, an jedem Mittwoch von 1 bis 2 Uhr uiid au jotom Samstag von 2 bis 3 Uhr nachmittags int Sekretariat des I. H. A., Wien, 9. Be;., Zimmermaunptatz 8, sowie de,r Leiter der Exkursion, Herr Scherej ch e u> s fr, pvischen 10 Uhr vormittags und 6 Uhr aibends tin Reisebnrean „Contunent", Wien, 9 Bez., Spitalgasse 3. Obcvrabbiner Chaies wird als Leiter -er Universität genannt. New-Aork, 3. Jänner. (I. T. A) Oberrabb'mer Doktor -'>ooi Eha;es tvar dieser Tage Ehrengast der Zionistischen Organffafton Amerikas. Herr Louis Lipsky, Mitglied der Zionistischen Wektexeknltive, tva" der Vorsitze ndc. -Herr Herntann Conheim rühmte in seiner Ansprache die Tätigkeit Dr. Ehases aus dem Gebiete des jüdischen Schulwesens Doktor Chases, sagte er, schuf das Aktionskomitee zu eiuein einflußreichen politischen Organismus am. Er ist den z u fünft i g.e Le«iter der hebräischen Uitiversität ans derir Berge Scopus >in Jevusale-nr. Dr. Chajes eitttva^rs in seiner Dank rede seine Zukünftigen Pläne -mit Bezug auf die Ausgestaltung der hebräischen Ulnioersität. W i e w, 0. Jänner. * Aerztliche Personalnachricht. Frau Dr. Anna Suche r, flemesene Afsisteulin der?kbteltun,gen Professor Breiter und Pros. B r a u tr im Spital der israelitischen Knltnsgemeindc, hat ihre Praxis 6. Bez., Mariahkffepstraße 113, Tel. 690, eröffnet. * Druckfehlerberichtigung. In unsere in der Sonntagsnummer erschienenen Wiedergabe des Weizmannschen Vortrages hat sich ein sinnstörender Druckfehler eingeschlichen. Statt: .... „und sogar unsere unfreundlichen Beobachter wie Ballod, die hingegangen sind, um uns zu fluchen, mußten segnen," soll es richtig heißen: . . . „Sogar unsere unfreundlrchen Beobachter, die wie Bileam hingegangen sind, um uns zu fluchen, mußten segnen." * Wiederaufnahme des Verkehrs auf der Arlbergbahn. Die Generaldirektion der Bundesbahnen teilt mit: Die Abräumungsarbeiten aus der durch Felssturz unterbrochenen Arlbergstrecke sind beendet. Der Verkehr wurde gestern mittags wieder ausgenommen. Der infolge dieser Unterbrechung ausgefallene A r l h e r a—S chweiz - Exvretzzug ist gestern von Wien-Westbahnhof wieder fahrplanmäßig abgegangen und wird in der Gegenrichtung ab Paris zum ersten Male am 7. d. wieder in Verkehr gesetzt. * Todesfall bei einem ZugSzusammenstotz in Hohenau. In Hohenau-Straß ist gestern um 3 Uhr früh der Kohlenzug Nr. 182 mit einem Verschubzuge infolge falscher Weichenstellung zusammengestoßen. Hierbei wurden mehrere Waggons zertrümmert und der Zugsführer des Kohleuzugcs so schwer verletzt, daß er kurz danach starb. Der Verkehr erlitt durch diesen Unfall keine nennenswerte Störung. * Das Wetter. Der Voraussage zufolge wird das Westwetter noch einige Tage andauern. Niederschläge sind nicht ausgeschlossen. In Rußland herrschen Riesenstürme. Die Newa ist itt L eningrad ans den Ufern getreten. Auch aus Frankreich werde große Ueberschwemmungen gemeldet. Der Wasserstand der Donau und ihrer Nebenflüsse ist infolge der anhaltenden Trockenheit überaus niedrig. * Die Lebensmittelmärkte. Die Großmavkchalle halte gestern MNistilge Fleisch importe auZuweisen. Mittels Bghn sind 32 Waggons im Gewichte von 164 Tonnen, davMter 29 Waggons aus Pollen, emgelangt. Während int Großhandel der Vermehr sich lebhafter gchabtet, hielt sich der Umsatz im Kleinhandel in mittelmäßigen GveMN. In lden Preisen sind vorläufig gegen Samstag keine Veränderungen einge- >roten. Der NaschmaM wurde trotz Wochenbeainnes aus -den meisten Gebieten über den Bedarf beschickt. Angesichts der flaueren Nachfrage, wurden Spinat, Salat, Sellerie und Kohlrüben Im Preise herabgesetzt. Der Obstmarkt war mit Aepseln, Orangen nnd Biandarinen überfüllt. Für G-oflüasl wie auch Wild herrschte relativ gute Nachfrage. Eier haben sich mäßig im Preise verbilligt, frische 2300 fe 2600 K. nnd Kalikeier 1760 dis 2900 K. pro Stück. Butiker war in geniügettden Rkenflen vorrätig. * Einbruch in der Leopoldstadl. In der Nacht zmn 4. d. wurde, die Druckerei Julius Goldbera, Große Schifsgasse 4, erbrochen. Gestohlen wurden aus der eisernen Kasse, die mit NachschlüM geöffnet wurde, 17 Millionen Kronen bares Gold. * Verhaf.tuug eines Betrügers. Der vom vmnänischen l^erichtshof zu Jlfov wegen Berntttronung von 324.000 Lei;u>m illachteile der Bnkaroster Firm« Finkelftcin gesuchte 3sjährige Känfmann Andor Friedmann, zu Mmo sül mare geboren, wurde gestern kt ektont Hotel in der Leopoldstadt verhaftet und dem Landesgerichte oingeilwfert. Er geistand die Ber- _Wiener MovstenzeriunA. _ _ Mitteilungen aus dem Publikum. Möbelfabrik J. Spira Feine «- Willi. III. MMlIWM |—2 Wohmingsefnrfchtungen (Ecke Karl Schweighofergasse untrcuuna ein und will das Geld teils für sich verwendet haben, teils durch einen Dieb um beträchtliche Summen gekommen sein. * Mutter und Kind nnter einem Auto. Gestern nachmittags würbe die 32jährige Manrersgattin Therese G ö r t h und ihr sechsjähriger Lohn Karl in der Donaufettorstraße von eitlem Auto niedergestoßen. Die Rettungsgesellischast leistete 'beiden Verletzten erste Hisse. * Eine Mutter ermordet ihr Kind. Aus Wiener-Neustadt lvird uns gemeldet: Tie 21jährige Hausgchitfin Karoline Filz hat im hiesigen Allgemeinen Krawkeichause ihr Kind drei Tage nach der Geiburt in'der Nacht dadurch zum Ersticken gelbracht, daß sie dem Kinde den Finger so lange in den Mund steckte, bis der Tod eingetreten war. Sie gestand ihre Ta-t ein. * Die Lebensmüden. In der Wienerbergstraße hat sich gestern vormittags der Brekänfer .Heinrich Ferdozil erschossen. — Die 37sährige Privat« Paula P. hat sich gestern 'vormittags in der Bachgassc aus unbekannter Ursache durch Genuß von Beroital ,;it vergiften versucht und mußte von der Rettirngsgesellschast in das Spital gebracht werÄen. — Der 65jährige arbeitslose Franz Gassan hat-fich gestern ans nn bekannter Ursache zu vergiften versucht. In beiwußtlasom Zustande brachte ihn die R'ettnngsgeseUchast in das Spital. — Nächst der Nußdorferschleife hat sich gestern nachmittags eine 28jäihrige Eisenbahnerssran in selbstnwrderiisck)er Absicht in den Donankanal gestürzt. Sie wurde gerettet. Das Motiv der Tat ist unbekannt. — Die 20jährige Hausgeihiffin Mathilde N. hat sich gestern vorniittags aus nnbekamrter Ursache ans einem Fenster des zweiten'Stockwerkes ihres Wohnhauses in den Hosraum gestürzt und erlitt mehrfache erhebliche Verletzungen. Die Rettnngsgosellschast brachte sie in das Spital. * Empsangsabend der Zionistischen Sektion «—8. 2kn 30. Dezember 1931 veranstaltele die Zionlijtische Sektion 6—8 in ihren Klnbloikalitäten am Bennoplatz einen Empfangsäbenid, welcher den Zweck verfoP'.c, die Spitzen der jüdischen Gesellschaft der drei Bezirke mit den loitenden Persönlichkeiten der österreichischen Zionistischen Organisat ion sowie mit unseren Mandataren in den öffentlichen Körperlschasten bclkannr zu inachen. Der Abend na,hur >e>!nen glänzenden Verlaus ,und entsprach in joder Hins'icht den .in ihn gesetzten Erwartange». Die Herren Oberkantor Margn^ies nnd Opennsänger Guntmar, Frau Hilda Dnllic-kasa und Fräuilein Naim Kriegen erfreuten das PubMum durch ihre künstlerischen Darbieliunzzen. Von den livbenswürdigen siMgen Danren 'der Sektion mit Tee und Sandwiches bedient, vereinigten sich die Gäste zu angeregter Unterhaltung und im zwanglosen Gespräch Wunde Zwischen den Vertretern verschiedener Richtungen weit mehr als dies bei irgendwelchen oMiellen BerhmMu-tvgen tnögllich gewesen wäre, >mauch wichtige Annäherung erzielt u-nid manch schelinibares Mißverständnis aus dem Wege geräumt * Die „Praktische Rassenpflege" in der Tschecho-Slowatei beschlagnahmt. Ans Prag wird gemeldet; Die letzte Ausgaibe .der Zeiffchrift „Inufloentisches Bol?", Oriflcm der dcntschvölkischen Jugend der Sudetenläuder, «vrrrde wegen eines Artikels „Prakitnsche Rassenpsleg e" beschlagnahimt. In der Bognündung wurde auis ß .11. Z. 3, des Gesetzes zmn Schutze der ReiprÄÄ hingewiesen und gesagt, in diesem Artikel werde gegen die Juden als Gruppe - der WcvÄkerung wegen ihrer Rasse zmn Haß awfgereizt. * Bekantmachung. Das auißergewähnlicho iAngebot im Anzeigeirteil (Eine Million Kronen i>n dar) ist kein Reklanrescherz, sondern durchaus rechtsverbiMich. F. Oderich, Hamburg 19. (EutgMich.) Vereine. Vorträge «nd Versammlungen. ZionistischeSektion VI—VIII. Heute entfällt der Vortragsaberrd wegen plötzlicher Erkrankung des Referenten. — Z i o n i st i s ch e Frauenorganis a t i o n. Morgen, 4 Uhr nachmittags, im Kunstsalon Ackermann, 1. Bez., Herrengasse 21, 2. Stock, dringende Sitzung. — Z i o n istische Sektion Prater. Morgerr, 9 Uhr abends, Gründungsfeier der reiferen Jugend mit reichhaltigenr Programm. Eintritt frei. Gäste willkommen. — B u k o w i n a e r Z e nt r a l v e r b a n d. Liebesgabenverteilung durch den Präsidenten A. R. E h r l i ch, 1. Bez., Elisabethstraße 9. Keren Kajemeth l'Jsrael. S >r tz u n a a c r L a n d >e sk o m m i s s i o n. Donnerstag, 8. d.. Vt? Uhr abends. Der Verein „Zukunft" zur Förderung verwaister schulentwachsener jüdischer Kinder voralfftailetc letzten Sonulag eine Führung durch sein neu adaptiertes Heim in Baumgarten. Die zahlreich erschienenen Mitglieder des Vorstandes und Freunde des Vereins hatten Gelegenheit, sich von der überaus erisprießliichen Tätrgkeii-t des Veroms, der gegenwärtig 39 jüd>ische Lehrlinge beherbergt, z»l überzeugen. Itt den letztert vier Jahren wirride es 311 Zöglingen ernröglkcht, ein Handwerk zu erlernen. 14 junge Chaluzim gründeten in Haifa einen treuen „Garnez". Aus den Darlegungen des um die Erhaltung des Heinres sehr veridierrterr BiizePrWdenten, KommerzjiailDat Paul Korpeles, und des Direktors des Heiimes, Rozsa, ging hervor, daß der Verein aus privaten Mitteln dringend Hilfe bedarf, mir seine hehre Mission auch weiterhin erfüllen zu können. Radio-Salon der „Wiener Morsenreitung" im „Haus d e « Dame" Evgvn A.-G., 1. Bez., Schwedenplatz t. Vorführung der Wiener Sendurrg täglich von 11 bis 1 Uhr mittags und von 4 bis 6 Uhr nachmittags. E i ntritt frei. Kein Kaufzwang. Verkauf erstklassiger Radio-Apparate und -Bestandteile. Nadioprogramm für heute: 11 bis 1 Uhr r Konzert Silviüg. — 4 bis 6 Uhr: Teekonzert. — 6 Uhr r Vortrag über Einheitsstenographie. — 8 bis 9 Uhr: Heitere Vorträge. — 9 Uhr r Heitere Opern und Operetten. 6. Jänner 1924 Seite 8 M Ler Fnde Leon Batst. Zum Tode des Künstlers. Der soeben in Paris im Alker von 58 Jahrerr verstorbene berühmte Maler Leon B a kst wurde nt G vo b no als Sohn vermögender jüdischer Ellern geboren. Seine Eltern und Vcrwanidien unternahmen, der Sitte jener Zeit folgend, bänrige Reiserr irr die sranzösische' Hanplstadl und zeichneteir sich durch einen erlesenen Geschmack mid Kunstsinn aus. Leon Bakst zeigte schon als Kind großeir Hang zur Malerei. Er schnitzte Theaters'iMren, baute sich für sein Spiolz-nnmer ein Theater, das er mit Dekorationen versah. Seine Eltern, ausgrklärte Juden, störten wohl idas Kind bei diesen Spielereiien nicht, doch wollten sie nicht, daß der junge Bakst, dessen Talertt sic nicht ü'bensaihen, sich ausschließlich der Malerei widme und einen Berus wähle, in dem der Weg z,u Ruhm und Erfolg über große Enübehruugrn. nnd Enttäuschungen führt. Zn den Freunden ltitö häufigen Besuchern ver Familie Bakst gchörte der inzwischen verstorbene jüdische Bilidhauer Antokolski, der dein Jungen eine große Zukunft prophezeite und die Eltern schließlich bctvog, ihren Sohn in seiner Kunst ansbildcn zu lassen. Die Boraussaac Antokolskis hat sich bewahcheitet. Das Gymnasium besuchte Bakst in Grodlw. Als Sechzehnjähriger kommt er in die kaiserliche Akademie, fällt aber bei der ersten Prüfung du', ch. Er läßt sich nicht abschrecken nud lern: werter, zeigt aber rinrner mehr, daß er cirtfch'losscn sei, seine eigenen Wege zu gehen nnd sich an keinerlei Kuustdognterr zu halten. Dies führte schon in der Akademie zu einem seinerzeit viel beisprochenett Skandal. Die Akademie veranstaltete e>ine Attsstellnnig und Bakst sollte für diese ein Bild „Die heilige Mutter belveint Jesus" malen. Der ftmge Künstler verließ auch hier die altherigebrachten SchMowen utid stellte die ^Heilige Mutter" als Frauen,gestalt mit jüdffchem Gesichtsausdrnck dar, deren Augen vom uirauLgssetzten Weinen gerötet waren. Die „Dreistigkeit" des junigett Itldrn kanr auch Verl Hofkrersen zu Ohren und Leon Bakst mußte die Akademie ve rlass eit. Später freilich haben dieselberr zaristischen. Hoftrcise alles arlfgoboten, unr den 'bevnhmten jüdischen Maler nach Pelersibnrig zu ziehen. Als nämlich einmal im Eremit a g etheate r des Winterpalastes des Zaren zu Ehren hoher auswärtiger Gäste ein Pantominre ausgesi'chrt werden sollte, wurde -nach einem Künstler Ausschau gehalten, derr man mit der Ausfühvlmg der Dekowtionen 'betr«en konnte. Großfürst Wladimir Zllexandroivitsch, der von Bakst gchört hatte, ließ nun den jüdischen Klünftler, der von der kaiserlichen Akademie ausgeschlossen worden tvar, zu Hof beordern rmd ihn: die Arbeit übertragen. Bakst eiAlodigte sich des Auftrages in einer Weise, die ihn mit einem Male in ganz Rußland berühmt machte. Er wird bald von den größten Theatern Rußlands beischästigt, geht dantt zur Vervollkommnung seiner Studien nach Griechenla n d nnd im Jahre 1908, bereits als anges-chener Künstler von Ruf, Mch Paris. Hier erregen seine Ausstellinnlgen allgemeines Anffehen. Obwohl sich Le-on Bakst bis zum Kriegsausbruch iinmer als vuffischer und nicht als jüdischer Künstler fühlte, verriet er doch in - seiner Konzeption die Phantasie des Juden. Unmittelbar vor dem Weltkrieg erwies sich Bakst kt seinem großen Werk „Die Gemeinheit" als wahrer Prophet, der der: Znsammenbvuch Rußlands und die ganze Katastrophe des Weltkrieges Vovatlsahnte. In den letzten Jahren nähevte sich Batst auch als Künstler iumner mehr seinem Volke. Eine seiner letzten Arb>eiten war die graphische Be-avbeiitung der Materialien von Erez Israel, die der bekannte Verleger mit der Künstlerkommission mitgebracht hatte. In Amerika, -wo ex vor nicht langer Zeit mit geradezu königlichen Ehrerr empsanigen wurde, erklärte er, daß er die Absicht habe, nach Erez Israel zu gehen, weil er die Empfindung habe, daß seine Kunst ahne die tlmmitelbareu Eindrücke im Santo tor Juden rncht jen-e Vollkommenlheiit erreichen könne, die er sich ersehnte. Leider hat der allzu frühe Tod die Aussührtlng dieises Vorhabens zunichte gemacht. ABZIEHBILDER für die gesamte Industrie und Reklamewesen. — Alielnerzeugung CZERNY ft BAZANT, Wien, III. Arenbergrlng Nr. 7 Elisabeth Hehking gestorben. In Berlin ist die bekannte Schriftstellerin Elisabeth von Heyking an einem Schlaganfall gestorben. Musikfeste in Prag und Venedig. Bei den Musikfestcn 1925 der Jnterrrationalen Gesellschaft für neue Musik gelanaen Werke folgender österreichischer Komponisten zur Auffüh rnng: in Prag (15. bis 19. Mai): Paul A. Pisk und Rudolf Retr; in Venedig: (9. bis 16. September): Arnold Schönberg, Hans Eisler. Wilhelm Grosz und Erich Wolfgang Korngolo. Neue Musik. Das österreichische Komitee der Jltternatiottalen Gesellschaft für neue Musik veranstaltet Donnerstag den 8. d., 8 Uhr abends, feinen zweiten Kammermusikabeud mit zeitgenössischem Programm int Salon Heller. Zur Auffiihrnitg gelangen Werke von Rieti, Goossens, Achron, Waill, Schröder, Milland. Ausftchrende: Rnzen-a Hevlingcr, Olga Nowakovic, Walter Harratld, Rudolf Kolisch, Franz Koller, Pro stssor Viktor Pollatschek, Franz Wangter, Professor Friedrich Wnhrer. rep MllrolllliN'«K.Ais m HM 5L1DL stprrf: llff|| ne und Kunst.

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