Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2109 (3.1.1925)
- Date
- 1925-01-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. & 09 Wen, -Samstag Wiener Mornenzeilung. 3. Mnner 1R8 «Mfe 9 lontfe&cita wird sich mit der materiellen Hilfe dieser Kranen, »wie mit der gesetzlichen Regelung der Agunolhfroge »chrsten. * Eine TeufelsauStreibung im 20. Jahrhundert. Aus Salerno wird gemeldet: Bei einer Teufelsaustreibung war eine Frau namens Antonietta Nigro in der Kirche so fest an eine Säule gebunden worden, daß sie den Erstickungstod fand. Der exormevende Pfarrer Monsignore A l i e l m i und einige seiner Pfarrkinder wurden von der Anklage des Mordes freigesprochen, während ein Mann bedingt zu fünf Monaten Haft verurteilt wurde. * Per Pogrommord in Tilsit. Wie schm berichtet, imtrbc in Tilsit der Mjährige Handbungsgchilfe Julius Simon in der Nacht zum ersten Feiertag am Einigung zürn Bahnhof von drei jungen Burschen überfallen unD so schtvcr verletzt, dass er am nächsten Tag seinen Wunden er 1 aa. Wie jetzt ans Königsberg gemeldet wird, stellt sich d-ie Bluttat als ein Akt brutalster Roheit heraus. Nach den Angaben von Aiugenszeilgen und der verhafteten Täter selbst ist Simon ein Qp'fer der in Tilsit soii Jahren mit besonderer Leidenschaft bei riebenen antisemitischen Hetze geworden. Die Täter aohüren dom Prenßeubuud und dem Frmttkämpferbnnd an. ^imit soll sich in der fraglichen Nacht vor dem sogenann'ten ..Hitler-Kelle r" aufgehatten und sich einem Poltzeibeamten gegenüber darüber geäußert halben, daß in diesem Kelllcr bis in die Morgenstunden hinein Betrieb sei. Simon hat dann den Weg zum Bahnhof einge,schlagen Die Gäste aus d>cm „Hitler-Keller" verfolgten Sinron, nm ihm einen Tenkzotteil zn verabreichen. Mit einem wuchtigen „^l-nvmon-Kuüppel" versetzten sie S'nron mehrere heftige Schläge ans den Kops, die tödlich wirkten. * Ein Milliardenbetrug. Auf telegraphisches Ersuchen der Kriminalpolizei in Berlin wurde hier am Dienstag der 32fälhrige Kansmann Jakob Land mann aus Rumänien int .Hotel Stadt Triest verhaftet. Er wird von der Berliner Polizei des Betruges mit einer SchaidenGumme von 100.000 Gmdmark (16 Mrlliavdm osterr. K.) beschuldigt. * Die Sowjetregicrung subventioniert eine Talletbimsabrik. Die Sowjetreigierunq Weißruwanvs hat 60000 Goldrubell für die Ausgestaltung der berühmten Tallechim-sGcibetsmäntm->Fabvck in D u b r o w n a, Bezirk Mohile-W, bewilligt. Die Fabrik wurde als eine Kollektivbenossonschaft reorganisiert. In derselben sind 600 Hilden beschäftigt. Dubvowna am Dnijepr ist von scher als Fabritationsort für Talleühini dekamrt. Schon im Jahr« 1750 bestanden dort größere WeMätten für Gebetmäntel. * Die „kranken" Mumien. Prof. Dr. B..Mendellsohn berichtet im „Naituvforscher" vom neueren anatomischen und chsmffchon Forschungen, die an den Mumien der ägyptischen Pharaonen vovgcnonmwrt worden sind. Elliot Smith konnte die Spuren verschiedener Krankheiten an den Mumien festste llen. So war K a r i e g v e r Zähne bei sehr Violen zu erkennen. Bei dem vevmnMchen Pharao des AuAzuhes der Inden aus Aegypten, Menephtah. einem alten Manne, konnte eine starke Arterienverkalkung festgestellt werden. Bei Ramses denr Fünftem vM der 80. Dynastie — ltim 1200 v. Ehr. — wurden Pockennarben, Wasscrbruch und offene Bubonen sestgestellt. An der Mrmie des Ketzcrkönigs Amenophis dem Vierten (um 1364 v. Chr.) war aus der Form des Schädeils und seiner bald sehr dünnen, bald sehr dicken Wandungen ein Wasse rkopf zu konstatieren. Die Einbalsamierung der Toten durch die ägyptischen Priester hat für di« Menschheit eine große Bedeutung gehabt, weil die Völker, m allererst die Griechen, durch die Mumien mit der Anatomie des menschlichen Körpers vertraut wurden, zu einer Zeit, wo man sonst vor der Sektion der Leichen Mvücffchreckt«. Nur die Chinesen haben 'bereits 2000 v. Chr. die Sektion oes menschlichen Körpers zu medizinische-u Zwecken vorgenom- >non; in Europa tvar dies aber, brs zur Schwelle der nmeren Zeit, verpönt. * Drehtlose Tekvhonverbinduna zwischen London und Rew- Zork. Alls London wird gemeldet: Der Londoner Generalpostmeister ts'vlt mit, daß es dieser Tage jedem Dsilbnohmor möglich seiir wird, nach dem New-BorDer Systam drahtlos von London nach Amerika zu sprechen. In Norch-Woovwich, oiwom der Werte der gestern Electric Company", ist vin vollstäitdiiges Avbmitsmodell des SystniS der automatischen Tölephmräinter zu sehen. Die interessanteste Anlage ist jedoch in den Werken in Sonchgate, wo die nousn Röhren für die „Rugby Governement Station" hergestellt werden, welche es den Teilnchmevn ermöglicht, durch ,Arnnks" mit den Teilnehmern der New-Aorkcr Aemter zu sprechen. Die jahvelawge Arbeit hat einen solchen Grad der Vollkommenheit erreicht, daß nunmehr Röhren hergstellt werden, die 40.000mal stärker als alle bisher existierenden sind. Sie sind teilweise ans Glas, auSgoglüht nach einem neuen Metallverfahren. Beinr Gebrauch werden sie rotheiß und werden durch einen sogenannten „Wassermantel" kühl gehalten. Sie verbinden dirrkt mit Rocky Point in den Oewlirigten Dtaaton. Gespräche können unabhängig von der Witterung geführt werden. * Die Gattin braucht nicht mehr zu gehorchen« Eine Versammlung von englischen Geistlichen hat mit 86 gegen 78 Stimmen beschlossen^ das in der Zeit der Frauenemanzipation nicht gern gehörte Wort ^gehorchen" auS der Formel der Trauungen zu streichen. Man hat sich statt dessen dahin geeinigt, daß sich die Eheleute verpflichten sollen, „einander in gegenseitiger Liebe zu dienen". Dieser Vorschlag nnlß noch von der Vollversammlung der englischen Geistlichen und dem Unterhaus genehmigt werden. * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez.. Reindorfgasfe 42, Tel. 83-4-01. _ (Entgeltlich.) Vereine. Vorträge und Berfammlnngen. Zionistische Kulturgruppe Brigittenau, 20. Bez.. Karl-Meißl-Straße 5. Heute, 4 Uhr nachmittags, Seminar über Palästinakunde unter Leitung des Herrn Dr. Leo G o l d h a m m e r, präz. Uhr abends gemeinsame Abfahrt zum Vortrag Pros. Dr. W e i z m a n n S. Morgen Sonntag, 9 Uhr vormittags, Büchsenleerung, ab l/96 Uhr avenas Gchachahenb. — BukowinaerZentralverbanb. Morgen, 9 Uhr hör,nlttags, im Cafä Edison, 8. Bez., Alserstraße 9, Pleuarversanmllung. Liebesgabenverteilung. — Verein für jÜbischeGeschichte und Literatur inWie«, 2. Bez., Ferdinandsstraße L3/6. Heute um V,8 Uhr abends tm Sitzungssaals der Israelitischen Kultusgemeinde, 1. Bez., Seitenstettengaise 4. Vortrag des Herrn Dr. Hugo Knöpfmacher: „Der ueuliebrästche Dichter Paul TschernichowSkt". Rezitationen Frau Mtrjain Gchnabel-Hoeflich. — Humanitärer Goiellig kettsverein,,Gegenseitige Hilfe" Wien, 7. Bezirk. Heute um 8 Uhr abends. GesellfchastSabend im Vereinsbeitlk, Restauration „Zitahof" (OpoezyttSki), 7. Bez., Mariahilfer« itraße 88Programm r Herr Ingo r Moderner Manipulator. Fräulein Annh Weidmann, Herr David Feldschuh r Humoristischer Duo. Anschließend Tanz. Regiebeitrag. Gäste willkommen. —> W teuer B e t h - H a m t d r a s ch, 2. Bez.. Ferdinands« strabe 28. Jeden Samstag, 9 Uhr nachmittags, Bibelvorträge de- Herrn Lektor Dr. St « b i n. DieswöchigeS Thema r Die Iofeferzähltmg vom literarischen Antisemitismus mißbraucht. 3. Teil r Josef in Aegypten. - Jüdische LolkSbioliothe? Z i o u. Morgen, 11 Uhr vormittags, Ansschußsttzllng, 7 Uhr VereinSabend mit reichem Programm. Mitteilungen ans dkm Publttum. Slsaya Ueiasteia Srmäor 8slomoa >Vien, II. Lrstisiavs Verlobte Veremder 1924 Q ä h s Europa trink Tee MtssotM Morkan Gegr. 1849 Albert Sternberg spricht m 25. d. um 4 Uhr nachmittags im Mittleren Konzerhaussaal über „Ehe und Schutz der Frauenehre". Karten an der Konzertbanskaffa und bei Kehlendorfer. Uraufführimg des neuen Palästinafilms. Di« morgige Nraufführung des neuen Palästinafilms beginnt präzise '/»II "hr vormittags im Opernkino, 1. Bez., Elisabethstraße 3, und 1. Bez., Friedrichstraße 1. Die Ansprache hält Herr Dr. Otto A b e l e s, die Musikbegleitung wird von der Kapelle Max Geiger bestritten. Sämtliche Karten sind aurverkaust. Bühne und Kunst. Pietro Maöcagni ist gestern in Prag eilMtuMen und wird hier ein Körpert der Phöl!hcmnonWe.r und zwei Borstellnidgen inr Deutschen Theater dirigieren. Moritz Iaffe 90 Jahre alt. Zin Senatoriumr Mainschloß^ per Bayreuth ^betritt der bÄka-nnte KvnNpvnist umid Kunstsa-urmler Moritz Z>ais-e fe'm 90. LeibenSjähr. Cr wurde auf einem Gut in der Ntähe von Posen gclboren, lernte <vnr Pariser Konjsevvatovmm MulBthoovle u>n!d Geigcnjfpicl, >schiloß sich später Savasate on und leibte dann als Biirtuose und OpernLonrponiist. Zwei seiner dramaiiischen Tonwerke ,,Käthchen von HeWbwmr" u>nd „Mc'hard" wurden in DewtM'and und Italien mit Erfolg aujfach'chrt. Einen Oeich großen Rang iivahnr er otö KuMvnrmtor ein. In sei-nem' Berliner Hanise in der Mavgarotrnstvatze hat er eine gantze Flucht von Sälen zur Galerie a.uSgvstallet mrd empfing dort auSevlasene Gästze von nah und fern. Bor einigen Jahren machte er eine größere Stiftung Kr notleidende Schriftsteller. Vortragszyklus über standinavische Literatur. In ernenn isiün-s Vorträge imrsassonden ZyTus wird Schrffisteller Walter HMnvar Koias-in der Urania die neueren skandinavischen Literaturen deharchcln, woibei er insibesondere aufs die Stellung der nordischen VMker innerhalb deS germcm'vschen Sprachstammes und aus die Bezichmrpen des skandinavischen Schrifttums <zur Weltliteratur näher <eingehen wird. Der erste Vortrag findet Samstag den 3. d. um 6 Uhr aibends i.m Kurssaal statt. , Leon Bakst gestorben. Anr 27. Dvzeiuber verstarb in Paris im Alter von 57 Jahren der «berühmte Zeichner und Maller Leon Bakst. Bäkst wurde am 10. Mai 1868 in Petersiburg geiboren. Im Icthre 1910 machte er sich als Zeichner der Kvstülne und DÄorationen für das vuMsche Ballest einen Rainen. BerÄM sind svine Entwürfe für die Balletts „Schehcrezade", .Fkleopatra" und ,-Schlciistnde Prinzchm". Er war, wie Gordon Craig, ebonfalls ein Irrde, bahnbrechend aus de>m ^Gebiete der Theaterma«lerec. Einige voir BakstS Gemälde sind Eigetvtnm großer Museen, wie des South-«.Kensiinaton-M-nseuinr in London und des Motropoilitamnttsenni in Neiw-Gork. Aus de« Aeatem. JmBurgtheatsr gelangt morgen nachmittags, 2 Ubr, außer dem Jahresabonnement zu kleinen Preisen daS Zaubermärchen „Der Bauer als Millionär"zur Aufführung. Abends. 7 Uhr, wird bei ausgehobenem Jahresabonnement zu erhöhten Preisen dar Don-Jnan-Spiel „Stimmen aus dem D n n k e l" von H. A. Lenormand, deutsch von Berta Zuckerkand!, gegeben. Jm Akadomietheator geht morgen nachmittags 3 Uhr zu kleinen Preisen daS Schauspiel „D i e F r a u von vierzig Jahrenin S z e n e". Abends, Uhr bei erhöhten Preisen, dko Komödie „M a m a N1 e o l e" von Jacques , Bousquet und Panl Armont, deutsch von Berta Zuckerkand!. Staatsoper. Morgen, 6 Uhr, „Tristan u ird Isolde". R e d 0 cr t e n s a a l. Morgen, 7 Uhr, „C o s i f a n t u t t e". Volksoper. Heute „Die G ö t t e r d iint m »- r u n g", Beginn 6 Uhr. Morgen nachmittags bei bedeutend ermäßigte» Prei en „Der Trompeter von S ä k k i ng e?. Abends ß o h e m e". ‘ D e,t t s ch e S V o l k S t h e a t e r. Titla DmteNx spielt Donnerstag die Maria Stuart. „Die heilige Johann a" wird Mittwoch und Freitag, „Der Weinberg des Herrn" morgen und Dienstag, „Kolportage" Montag wiederholt. Morgen, '/,4 Uhr, „Sechs Per'souen s u ch e n einen Auto r", Dienstag, '/*4 Ubr, „T r e u, fleißiaund ehrlich", „Die?3Krvnzer des Herrn S t u tz v l b v r g e r" und „Eine Vorlesung bei der H a u s m e t st e r i n". Neues Wiener Stadttheater. Die heute (Sarnstag) zugurcsten notleidender B ü h n e n Mitglieder stattstudende WohltätigkeitSvorstel- I u n g der zkocnödie „Sanatorium G. u. G." beginnt präzise 8 Uhr nachmittags. Rtorgen, 3 Uhr, „Der Pfarrer v o u K i r ch f e l d" mit Wilhelm Klitsch. Theater in der Josef st ad t. Heute uitb morgen nachmittags, » Uhr, „Prinzessin Husch ew i n d" zu ennäßigten Preisen. Heute abendSr „M e i n Vater hat reckt gehabt". Morgen „Der Wonach Dover". Beginn V^Ö Uhr. Raimund-Theater. Allabendlich, '/»O Uhr, „Franziska" mit Tilla Durkoux. Sonntag, 8 Uyr nachnüttags, „Schneewittchen und die sieben Z w e r g e". Dienstag, 3 Uhr nachmittag-, „Etwas z n m Lache n". B ü r g e r t h v a t e r. Am 9. d. zun» letzten Male ,.N ev a n ch e". SancStag den 10. d. Premiere der Operette „A n f Befehl der K a i s e r t N" von G r a » i ch st ä d t e t». L ll ft s p i e l t h e a t e r. Atorgeic, st,8 llhr abends, „F v an cill o «" mit Charlotte A n d e r und Josef I ft t n 6. e Gerichtssaal. Ja der Aufregung. Vor ,;Mi Jaihren wurden «imr Musmannsgattin ans der Elektrischen vevichiedene Schmuck goaenstäinde ans ihrer HauLtafche geftoifien. M,sie.im Somnrer vorigen Jahres bec einen: Jmveliergcschaft rm 14. Be^rrk vovbeipiny, cM>mrtc sie unter den m der Auslage befindlichen Gegen,stäniden auch ein Armpand, das khr daimäls gestohllei: worden war. Sie wandte sich an die Polmei und es wurde em Krvmiim!>beamter mit der Frau in daS Geschäft geschickt. Er forderte die Geschäftsinhaiberin, Irene Lehrer, aus, das AvmbcilnQ herauSzupeben, damit die Angabrn der Bestohlenen ü'berprivft werden können. Irene Lehrer geriet darüber in große A,uifve>gutt!g, ovKärle, sie wolle das ArmibMd nicht heraus' geben, sbwohl sich der Becvmte ihr gegeniülber ordnwngslnäßig auSwies. Auch ans das Konmnissariat mitzzupchen wemerte sie sich. Der KrmrinMeamte meldete dies dom dienstha'brnden Polizeikommrisiar n«nd dieser kam nach einiger Zeit solidst , mii dem Krim'imrßbeamwn in das Geschäft., Aber auch daS nützte nichts, die Frau weigerte sich nach wie vor, das Avmimmd herauSzuigclben, u>n>d alz ein Schlosser geholt wurde, mn die Auslage auffperren zu lasten, stellte sich Frau Lshver^vor di« Auslagentüre and gab dem Krimmalbeamten, der sie wog» drängen wollte, einen Stoß. Gleichzeitig boauiftragte sie ihren 17fÄrigrn Schwaiger, den PraktWanten Lchrer, den RoWaAen heravzussasserr mtd das Geschäft zu sperren Der junge Mmrn wollte dies auch tun. Als es dann dem Kriminalbeamten doch gelungen war, das Arimtband an sich zu rrehmen und er sich, um weiteres Außehen zu verinerden, ins Geschäft hineinlboffav, pinrtzte i(M die Frau mch und wollt« chm den Schmuckgegen - stand enitreißen. Wogen all dieser Vorgänge, die damals auch eine große MLNichenonisammlnng veruvsacht hatten, wurde Irene Lehrer und chr Schwager wegen Verbrechens der öffentlichen Gcwallttätrgkeit, bczichnngSwefie der Upbevtvstmrg der Eimnenguing in ome Amtshandlung angcNagt. Die Verhandlung fand vor dem Emzelrichter des Landesgorichtes 2, OberLandesgerichtsrat Han eil. statt. Der Richter verurteilte Ivane Lehrer zu zwei Wochen Kerker mit wöchentlich emenl harten Lager, ihren Schwager bedingt zu einer Woche Arrest. Frau Lehrer meldete die Berufung an. Schüsse im Rathaus. Eine aufsehenerregende Revvlverfzene hatte sich am 21. Novemkber in einem Amttzümner des Nelven Rathauses albgöspiolt. Der Bichkommissär Egon Ar-nolld, der einen Stand in der Gvoßmavktlhalle hat, wollte vor einiger Zeit seinem Geschäfte zu Zwecken der Sanierung «stvei GeqeUchafter beziehen. Er rrchtcÄe deshalb an . die^ zuständige GÄver>be>bchörde ein Ansuchen mn Gestattung der Vevgeifellfchaistung seines MaMstandes, welches Ansuchen nach einem Referat des BerwaltungSkämmissärs Karl Bachmann vom amtsifühvenden Stadtrat Kokrda albschllag-rg beischieden wurde. Als Arnoild mn A. N-ovsmiber tu einer Unterr^ung mit dem Stadtrat Kokrda urtd de>m Referenten Bachmann von -der Ableihnung seines Anfuchsns erfuhr, ersucht« er den Rcherenien Bachmann mn eine kurze Befprechwna unter vier Au>gen, die ihm auch gewährt, wurde. Arnold brachte bei dieser Besprechung im Amtszimmer des Referentert fein Ansuchen mn Ucherivagung des Mariktstandes in kurzem Wvge an sinten Bruder vor, erfuhr je-doch neuerlich eine Mlchniing. Er riss nun dem Kommissär Bachm-ann zu: „Dann werden Sie die Uebertragung auf meine Erben beüvilligcn müssen!" eilte zur Türe und gab aus einem schavf geladetten Browning zwei Schüsse ab. Der ome Schuß traf d«n Kommissär Bachnrcmn an der linken Hand, die dieser in der Hosentasche gehalten hatte. Von,der cmderett Kugel wurde Arnold Mist an der Schulter gestvorft. ohne jedoch verletzt zu werden, da er einen kurzen, dicken Pelz anyaite. Arnold wurde am nächsten Tage verhaftet unld den: Lanldesgerichte wegen Verdachtes des Verbrechens des versuchten Moüdes cm dem Kommissar Bochmann einyeLiesert. Avrwild selbst war, nachdem er die Schüsse abgegelben hatte, bei der Dure des Amtszinmrers bewußtlos zusammengestürzt und hatte, als er dann zu Bewnß'tseim ^vm, süfort erklärt, daß er nur die Absicht hatte, mit Rücklicht auf die Äblshwung feines Ansuchens, sich selbst SU erschießen. Der Mt wu-vde schließlich dem Detzirksgericht 1 mir Amtshandlung gegen Arnold Wegen Uäbertretung gegen die körperliche Sicherheit abgetreten. In der gestern vor dvm Oborlandesgerichtsrat Dr. Sieber ourchaaftHrten Berhandilnug erklärte der bisher uUbsschobtene und führ gut boleumun - deie AugÄlugte. daß er infolge des Mißerfolges bei der Gewerbelbehörde in große Aufrechmg geraten sei und den schon früher geplanten SMtmord im Amtszimmer des Komanissärs in oie Tat unisetzen wollte. Er habe keinöswegs gegen den Kommissär güziett/ sondern nur die Waffe zogen sich sevbft gerichtet. Der Zeuge Bachmann gab an, daß er Äs zum 13. Tc-- zember im Krankenstände war, daß aber die Schußvorletzung, welche die Hand durchbohrt habe, keilte werteren Folgen häbe. Der Vertreter der Krcmikenfürfovge der Gemeinde Wien bcaitsprtcchte als Ersatz an Aerzte5often einen Betrag von 700-000 K. Der Richter verurteilte den Büschulldigten int Sinne der AtEbage zu einer Geldstrafe von 200.000 K., eventuell zu einer' suplotvrdschett durch die Untersuchuugshaft verbüßt«» Arreststvafe von 4*8 Stunden sowie zum Ersatz von 700.000 K. an die Kvanfenfürsorge, Gemeinde Wien. Die Balorisation der Pension. Der Rechtsanwalt Doktor Älar Reinitz, welcher durch 32 Jahre dieses Amt und zugleich für mehrere Stunden täglich daS SfotU eines Prokuristen der OcfterreiMschen Zentralboden'kvediiiainstält ibekleideto, toar Mor sein Ersuchen wn Jahre 1910 in den -ltuhestand versetzt worden. Bei dieser Golegonhoit wurde ihnt ausnahmAvöise als Zuivendung, wie es hieß, eine Pension in der Hohe der Pensionsbezüge eines Beamten feiner Stellung von der Bank goivährt, die 5000 K jährlich betrug und follton nach dem Penfionsnorntale der Ansiale, 70 Prozent seiner Pension feiner Witwe Zufällen. Dr. Reinitz klagte nun die An statt auf Valorisierung dieser Pension, wülche Klage vom Handelsgericht abgawiesen wurde, weil die Zuwendung nicht als Unterhalt Sb ei trag aiMsehen und daher als Geldlcistuing nicht zu vasorisieren z>n srt. Gestern beschäftigte sicl, das Oberlandesger-icht unter Vorsitz des Hofrät es Dr. K i s s e r mit der Beritfimg gegen dieses Urteil. Der Klaigevertreter Dr. Max H lisch mann bekämpfte das erst« Urteil wegen -> .> i -«>«> ■——■ ■ Chalm Welzmann spricht In Wlenl Soeben erschienen! Soeben erschienen! Chalm W I x mi n it Israel und felnLand Reden und Ansprachen Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. A. Einstein Preis K 27.000 Preis K 27.000 2u beziehen: Verla« R. Löwit, I. Rotenturmstrasse 2f oder Bücherstube Rath & Präger, II. Taborstrane 20a