Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2107 (1.1.1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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II! |l llllIliipppilUIJIJ!lli|.|IJi!.ll:U IIIJPIIIII. WMWMMW .■. tMHt <-£äv i Sr»- s Wiell. Donnerstag Wiener Morftenzeitunü. l. Zauner idLv KudS-^GLLVMT keine Schafwolle. Ia Qualität K 490.000 Feinste Seiöenflor-DamensirßmpfE früher K 58.000 / Jeist tt 45st00 ^deslstrumpk« nur L 7 rattnerhdf 2 (Graben) Heft# ihre Kraft in seiner Faust Msammensaßt, sie zu Sitter zweck- und zielklaren Organisation vereinigt. WÄ es eine sülche Persönlichkeit# die die Schwächen der weltbeherrschenden tttiliwrisiischott StüätSN erkennt, so wäre düs Grauen ihr Gefolge. Wer in Europa könnte einen neuen Dschmgiskhan abwehrön? Und wer kennt die Gedanken Japans, das, von dem hochmütigen Amerika in seinem Stolz gekränkt, sich eben erst mit den Feinden der europäischen Öröthiricj, fori Sowjets verstündet und durch die Sprengung der chinesischen Einheit aus dem asiatischen Kontinent sich seftsetzt? * Im Zeichen der Völkerburdidee, des groben und besruchtenfon Gedankens der Schicksalsgemeinschaft aller, hatte das Jahr begonnen. Dieser Gedanke hatte gerade in diesen zwölf Monaten, in deren. Beginn sich die psychische Disposition der Müden und VerKveiMett für fori Frieden verstärkt hatte, die Welt erobern können. Aber er unterließ den Kampf und kapitulierte vor dem Sinowjew-Brief, vor einer Fälschung. Und das drückt diesem Jahr, das wir schließen, den Stempel auf. Der schüchterne Ansatz zur Schaffung eines internationalen Rechtes ist wieder verloren gegangen Und dies trifft niemanden schwerer als das jüdische VE. An einer Wichtigen — freilich noch lange nicht entscheidenden — Kehre seines politischen Weges mutz es die bittere Lehre bekennen, daß es doch nur immer auf sich selbst, auf seine seelische Kraft, auf die Entschlossenheit seines eigenen Willens angewiesen ist. In seiner Geschichte spielt kaum ein Jahrhundert, geWveige denn ein Jahr eine Rolle. Wer eben jetzt hat das Judentum einsehen gelernt, daß Wohlwollen und Freundschaft höck)st relative Begriffe sind, die die Sonnengsut vor der PeterÄirck)s Nur schsver vertragen. Für das.Judentum ist dieses Jahr lehrreich gewesen und es ist ihm an der Stätte des Völkerbundes, auf den es sein Vertrauen konzentrierte, klar geworden, wo die Widerstande gegen die jüdische Freiheit liegen. Sie sind dort, wo sie fett jeher lagen, im Vatikan. Hoffentlich wich diese Erkenntnis im kommenden Jahr bei uns wirken und damit den Beweis erbringen, daß die Furcht endet, wenn sie beginnt..; Sine Koßeltivnote der Alliierten au Reöcrreichuttg anfangs nächster Woche. — Veröffentlichung nach der Demarche. — Köln bleibt rtrttvldttruffich besetzt. Paris, 31. Dezember. (Havas) Die Botschafterlovs crenz, die heute nachm ttags zu einer Sitzung zusammengetreten ist, hat den verbündeten Regierungen den Wortlaut der Note zttgehen lasicn, d'.e sie üb^r ihre Weisungcn für die betreffend die Kölner Zone an Deutschland zu richtende Mitteilung ausgcalbcitet hat. Dst Mitteilung wich durch die Verbündeten Vertreter in Berlin übermittelt und erst nach dieser. Demarche verö f f e n t licht werden. Die Note der Botschasterkonserenzen, die der deutschen Negierung anfangs nächster Woche übergebe:. werden wird, wird dieser die Entscheidung der Alliierten» die Kölner Zone am 10. d. nicht zu räum e n, zur Kenntnis bringen Die Note wird eine Kollektivnotc fein uub Eurz, aber unzweideutig Und unwiderleglich die Gründe für diese Maßnahme dartun, insbesondere die flagrante Nichterfüllung der Deutschland aus dem Vertrag erwachsenden Verpflichtungen, namentlich hinsichtlich der Entwaffnung. Die für die Ausrechtevhaltung der Besetzung ins Treffen geführten Gründe sind: Feststellung einer Verfehlung Deutschlands hinsichtlich der Verpflichtungen militärischer Natur, Unmöglichkeit ihrer Durchführung seitens Deutschlands bis zum 10. Jänner. Unzulänglichkeit des Verhältnisses, in dem Deutschland diese Verpflichtungen bis jetzt durchgeführt 'hak, und d'w für die Alliierten bestehende Notwendigkeit, den allgemeinen Bericht der Kontrollkommission übzuiv.a r t e n, um die künftige Leistungsfähigkeit Deutschsanfo festzn'ttslen. ■_ Lar sranröWe AmMiegM erledigt. Paris, 31. Dezember, (Havas.) Die Kammer hat mit gegen 136 Stimmen das A m n e st i e g e s e tz a u genommen und in einfacher Abstimmung die vom Senat zurückgelangte Gesetzesvorlage, womit die Konvention neit MrWanqne de France gebilligt wird, angenommen. •'V H && zionistische lopnien. her lelrglertentag der lieber den Beginn des deutschen Zionistentages in Wiesbaden a.M 28. DeMder bäl>eN wir bereits berichtet. Es bW nfiö tttittNichr Vtl folgende Bericht dorr Gäste evichwnen. In der EröfsttritlZssitzung eischienen Vertreter m Regierungsbehörden, fot Stadt Wiesbaden, der jüdischen Gemeinde Wiesbaden und des Rabbinats. Eine besondere Bedeutung erhielt die Tagung durch die Anwcsenhciit des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim W e i z m a n n. Der Vousiforibe der Zidnistischett Pereiniguug. für Deutschland, Herr Dv. Alfred Landsberg, hielt die Erössmrngsvede. Er sandte einen Gruß cm die Ehaluzim in Palästina und betonte die Notwendigkeit der Galutharbeil. Dr. Landsberg tvandte sich darin gegett diü vom ZetttMverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens aus Anlaß der bevorstehenden Wahlen iri die Landesversammlnrig jüdischer Gemeinden Preußens ausgegebene Parole, für keine Liste zu sttmmen, auf der Zionisten als Kandidaten figrivierett. Herr Dt. Lattdsbetg betonte, daß die Zionisten gegenüber dem Staate und bm Geburtsland positiv eingestellt sind und daß deshcklb der «wkizioriistlscheu Paräe dös.Zentralvereins jede innere Grundlage fehlt. Alts die Rede Dr. Landsbergs folgten BcgrüßunMansprachen der verschiedenen Vertreter. Dr. Chaim Weizmann das Wort zu einer mehr als einstündrgeN Rede üver die Politische Lage des Zionismus. Er tvandte sich gegen den Bericht der Mandatskommission <tU den Völk e r b u ti d, der die Qualität des jüdischen Eiw wvndererelements iri Palästina anzweifelt, tirid betonte, daß diese Meinung der Mtglieder der MlndätÄornmisfiou durch die stsenbareu Tatsachen widerlegt ist. Doktor Weizmann kenngeichttete dann das Verhältnis des K a t h o l i z i s m u i $ um Zionismus, schilderte die Aussichten der neuen Eintvandevuug und skizzierte den gegenwärtigen Stand der Frage der ErroMrung der Je wist) Agsncy. Dr. Weizmann wurde vor Beginn und am Schluß seiner Rede von den Delegierten und GM» Airunsch Momiert. Hieraus hielt Dr. Artur Hantle den in der letzten Zeit verstorbenen großen Juden, insbesondere dem Moskauer Rabbiner Jakob M a s e und dem in Cineirinüti verstorbenen hervorvagendsn jüdrschett Lenker Dr. David Neumark, ttef empfundene Nüchmfe. In der Nachmitfagssitzung des 28. Dezember erstattete der Vorsitzende der Zionistischen Bereinigung für Deutschland Dr. Alfred Landsberg de» Tätigkeitsbericht, der sich auf die Zeit vom 1. Juli 1923 bis Ende Dazembtr 1924 erstreckte. Nachdem in den letzten Monaten des vergangenen JahveS die gesamte Arbeit ivegen der unsicheren wirtschaftlichen Lage erheblich erschwert war, konnte am Beginn dieses Jahres infolge der Stabilisicrung der deutschen Valuta zum erstenmal seit Jahren eine ungestörte Arbeit vollbracht tverden. Das Hauptgewicht wurde auf die N e n b e l e b n n derz i onistischen Propaganda gelegt. Die Bindung mit Palästina ist in der BErichtsPeriode eine engere geworden. Eine erhebliche Zahl deutscher Zionisten ist nach Palästina übersiedelt, da runter vier Mitglieder des Lande svorstandes, der im ganze» 15 Mitglieder zählt. Es sind dies die Herren Felix Rosenblüth, Chaim Arlosorofs, Fritz L ö w e n st e i n und Moritz B i! e s.k i. Die Erziehungen arbeit innerhalb der Gmppen, insbesondere die hebräische Sprachbewegung in Deutschland, wurde sehr gefördert. M wurden durchgebildete hebräische Lehrer in zahlreiche Gruppen entsendet und neue hebräische Zentren geschaffen. Das Hauptorgan der Z. B. f. D., die „Jüdische Rundschau", wurde Iveiter ausgestaltet, die Abvnnentenzahl hat sich im letzten Jahre verdoppelt. Mch wie vor war cs die ganz besondere Sorge der Z. B. f. D., die .Hachscharah lVotbereitung des Menschen Materials für Palästina) zu fördern und anszugsstalteu. Auch das PMstinaamt wurde ausgobaut und ertveitert. Die Zahl der Zionistenstouerzahler stieg Von 3000 im Jahre 1923 in diesem Jahve auf 6900. Zum Schluß.wird geklagt, daß durch die Exekutive in London wenig Anregungeu kolttmetr und daß eine startc Orgauisa" tionszentralc fehlt, die die Binduttg unter den einzelnen Verbänden aufrechterhält. Die siebente Landeskonferenz der Zionisten Kongretzpotens. Warschau, 30. Dezember. (I. T. A.) Zu Beginri der sioeiten Sitzung der Landeskonferenz wurden Senator Dr. B r a u d e zum Vorsitzenden, Deputierter Dr. Sch i pper und Leon Lewite zu Vizevorsitzenden, die Herren M. Feldstein, Weil, Lew, Reumann, llrisohn, Dr. Schleicher, Ing. Temki«, Berson und Frankel zu Beisitzeudm, Rosenhart und Rü^ binstcln zu Sekretären gewählt. Senator Dr.. Brau de dankte in einer kurzen hobrmschen Rede für das ihm geschc-urte Vertrauen und hielt den verstorbenen Mitgliedern \ deutsch«» «MM. der Zionistischen Brgariisütiou, Rabbiner Wkase, Dr. David Nenlnabk» FM tzMotv, Scheinmaun, Ing. Scheiß kiri, M. Mi FroM u. a. iri. Nachrufe. . Dev HWritztz .^kästdent der Lande'SVWriisütlon Ahg. Ä r ükißä ü R sprach sich im Namen der M i n d e rh ö i t gegen die BerMiteMrig der Basis der Jewifh Slgency durch Aufnahme von Nichtzionisten aus. Er sagte für den kommenden KvNgbeß Sitte» schweren Konflikt voraus, da nicht zu erwarten ist, daß die Nichtzion'istischen Vertreter zustimmen wurden^ daß dev Zionistenkongreß die auf der Tagesordnung stehenden Feigen lösen soll. M würde m\l eirir ieWxWsche BiHMWitz Ar Londoner zionistischen Exekutive verlescu, in der die Hoffnung aus eine erfolgreiche Arbeit Her Helden' haften pollnschen Judeuheit ausgedrückt wird. In dev zweiten Sitzung wurde tzer Bericht über die Tätigkeit litt letztM Jahve verlesen» an den sich eine allgemeine Debatte schlöß. Es wttM darin die folgende Resolution angenommen: Die siebente Konferenz der Ziolüstischett Orgötttsvtiött Polens erklärt: So lauge der indisch' Weltkongreß als die Vertreterschaft des gesamten jüdistbcn Volkes, oas sein VateMntz in Paläst'nia äufbaut, nicht zusairrmengüreten ist, muß der zi ö n iftlfch.v K ö nH r rst als die einzige legittMe Vertrctüng der Nettaissti^cbewegung des jüdischen Volkes, als die höchste In stü nz für alle AngäWiheitett dev,PalästlriääusbariäEei: angesehen tvebden. Es darf kein Schritt »riterrioMiueü. kein A 6 k ö itt ill e ri getvöffe U werden, welches direkt oder indirekt d i e ,s o.u Vera ne Macht des zi'ö Nisi is ch e n Kongresses cinsthränken konnte. Ein Vertreter der jüdischen .Hattdiverker pMHierte gegen die E i N w » n d e r tt tt g s ß v s ch r ä tt k tt N g ö tt i n Palästina iri einer Zeit, da der Msche HandMicker. überall bedrangt, in ftitt Land will. Jahveskottfevettz der hoüünvischen Zionisten. Iri R ö tte vdä m hät ain 24. ttnd LZ. Dezeürber die?5. Konferenz des NiMrländischtztt Zionrstenbundcs stattgesunden. Voir den Beschlüsse,t ist der wichtigste m einer Resolution eütHallen, wonach die z i o n i st i s ch e u K tlraioreu Keren Mjesiod den Beschlüssen der Jahresoersanrmlung unterstehen. Die neue Loituug wird erst in einer demnächst stattfindenden Versammlung gewäb'«- werden Die Emigrationskottfereriz \n Tel-Äwitv. Wie schon berichtet, fand Mitte Dezember mr Herst- Gyurnasitmr in TelMvrw eine von der Exekutive und denr Waad lenmi eiinberufene Mrvftrcn>', zur Beratutvg der Frage der ElMvandeMing der Jrcheu in Ereg Israel statt. Die Kmlferer^; protestierte gegen den Bericht der ständigen MaindaisEomittisston des VöltkerbltttR's. llcher den Verlauf der Kmfferenz liegt uns folgender Bei richt vov: Den Vorsitz führte der Bürgermeister von Tel-Atviw» Herr Diseugofs. Der Präsident des Waäd leniui, Dr. Ja^oib Thön, betmtte, daß diese Körperschaft stets großes Interesse am J-MmigrattonsPtMem nimmt, und polentisterte gegen die Velhäuptidttg des Berichtes der MandatÄonrtnission. daß den jüdischen JnMigraniei, laMvivtsch.Etliche EigttMg und Evfalhttmg aWihe. - Herr Mete rit t tt § I h» als Vertreter dev Arbeiterschaft, sprach über das den Jrittnigvatio'NsNovNEtt -'zugrunde liegende Prtnzih, wonach die Einwanderung ge,näß der Mrsnabmesrihigkeit des Landes beschränkt sei. Er führte Fälle an, m boueu Schwestern und Bräuten Vertveigert wurde, ihre Brüder oder künftigen Eheimäuner gu begleiten. Auch Miestieue er on-ergifch geger: A^ Weisungen «ns politischen Gründen. Die Lage der mir einigen Mitteln ansgestatteien Im - Migranten wurde von Herrn Snprasky, einem führeir den Mitarbeiter der Gemeinde Tel-Awim, besprochen. Er glaubte, E'mwmrderer dieser .Kategorie zu besondere r Ä o r s i ch t mahnen zu müssen Und schlug die Bildung eines Koniitees zuur Etttpsang der Jrnmigranten, zur- Regckuing der brennenden Wohmulgssragc und zur Bevsorgn-ug von Krediten vor. Insbesondere lvarnte er vor Ausivüchsen der Bodenspekulation. Herr Sprinzak, vom Avbeitsdeparteinent der Zionistischen Exekutive, legte die Lage und Anssichteu der Arbeiter dar. Zurzeit haben 1500 Arbeiter in der In' dustrie und 2500 in den verschiedenen landwirtschaftlicheu icdlungen Beschäftigrlng gefunden. Von itlsgesamt 13.000 Personen» die physisch arbeireu, sind zurzeit nur wenige hundert arbeilslos. Herr Z. Butkowsky (Ehedera) als Bertteter der K v i o n i st e n begrüßte es, daß deren frenndlichere .Haltung gegenüber der Arbeiterschaft vielen Arbeitsrn den Zn.tritt in die Kolonien ermöglicht hat. Van Brie Stand, Schatzrueister der Zi-omstischeu Palästinaexetütive, lwies ans die ab n eh m ende Z tft f c v des C ha tuz - Elementes in der Emtvande- .l rung hin. Hingegeit steige die Zahl der bemittelteu- Einwanderer, welchw' allein von Ms bis Oktober! zirka 840.000 Pfund Sterling dem Laude z-rlgeführt haben. Herr P i ch Mitglied des Zionistischen Jmmigra»! liousfopariemeuts, hieß die Mitarbeiter der Oefsentlichkeit. tvillkommen. Der nächste Zmnsteukongreß müsse unbe«. dingt ein größeres Budget für Jmntigratio» aus fori Mt-! telu des Keren .Hajcsfod bewillige». . '! ■ V. ■---^ > -