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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-01 · Heft 2107 (1.1.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2107 (1.1.1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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if wr,- >»G Wien: Zum Abholen in der Expedition, II. Taboratr. 1*3» oder in elnerVeriehleissieHe (TraflkV monati. K 40.000 Sgrassenverkauf mWiei}, durch die Kolporteure der <FirmaGoldpc!imird,l.ßez.A Mit Poatverwnd für1 Oesterr. monatl. K T*ch « c b o-51o*a k ei r Mön,/K'20 ,|of oa lawien. Mob. DinarßO.PolensMoix. SV, Zloty.Deut «eh I an d: Mon<Gofdm«rk.4f,F rankr,, Belgien: Motz. free. 15 I.PreteK Spwiiiif i ... f ml Enjrland: Mon.4SeMIBng : Italien; 15 Ire &' Rumänien Men» 150 t 4 Bulgarien Men. 80 Lewa, S e hw e i * und da« Sbrlgi Ausland monatlieh Froe. 4 Redaktion o. AdmmiatraHwj Wien, H./Tahorstf.l—8 Telephone: 44-0-30,43*349, AMSUhrabdi. 21-102,25-282 IX. Univeraitatastraaae 6—8 (Drucker« Stemmann) MT -Jtafataa blnstte *tMl «M-kattalN» W^3liC Oesterr eichiachea Poatspar» kannten - Konto Nr. 150.6^8 Jtr. 2107 MO- 7. ttafiraona WW OWe« Mkn und Ludnpeft, 31. Dtzember. Lmi Beschluß des Walhe«okrattsche» ParteianSschnffes vetSMlicht Wie / DNefttUtvaeine« Pakt, der vor drei Jahren zwischen he« KaWett v e t h l e« und der' so zist l d«m o k r a tische« Arbeit«rschast znstanve gekoulmen ist. Der Pakt, der die Form eines Protokolls trägt, DM in zwei Teile. Der erste Teil enthAt die versprechungen der Re- Hiermrg, der zweite Teil die! Versprechungen der Sozialdemokraten. Pie RegWkNNg versichert darin, daß sie das Koal r- Lronsrecht gegenijber den Sozialdernokrate« in der Mchen Weist wie gegenüber he« Angehörige« anderer Pittteie« handhabe« werde. Die Gewerkschaften werde» wie der h erg estellt, habe» jedoch ihre BerriuStÄigleU «nler Äusschlutz der Politik vurchMführe». Die RWernng ist bereit, die politische Jnternier u n s uur bei Terroristen, kommunistischen Agitatoren «nd gemeingefährlichen Personen anzuwenden. Das Protokoll konstatiert, daß die Pressefreiheit hergestellt ist. Die Regierung gewährt unter gewissen Bedingungen eine all gem ein e Am ne stie, stellt das vesDmnigte Gerichtsverfahren ein und baut die An Sn ahm everfügnn-enab. Die Sozialdemokraten erklären . demgegenüber, daß für hie univerMey Interessen W LWes^ die det dir Arbeiter Opfer m bringe« Men Äe' spzialMokratische Partei wich sich infolgedessen nicht nur jeder gegen Re Interessen Ungarns gerichteten Propaganda enthalten, fouderv vielmehr eine! aktiv e P ro paganda z u g n nsten Ungarns Sei de» an Ständischen sozialdemokratischen Parteikeitnngen und Regierungen entsalten und zu diesem Zweck mit de« v»garische« Minister deS Aeatzern zusammenarbeiten. Andererseits gibt sie Men jede Fühlungnahme mit den Emigranten auf und bekämpft sie auch im Ausland. Die Verbindungen mit den gemäßigten sozialdemokratische« Kreise» des Äuslandes werden dazu benützt, die über Ungarn grundlos verbreiteten Terrornachrichte« zu dementieren. Die namhafteren Parteimitglieder werden trachten, in der ausl8n d i s ch e n sozialbemokratischeu Presse unser eigenem Namen über die zustande ge- Wmmene Abm ach« n g Artikel zu schreiben. Auf innerpolitischem Gebiet ist die Partei zu einer Wirtschaftlichen Zusiammenarbeit mit den vürgerlichen Klassen genügt, vermeidet unbedingt PoWsche Streiks sowie die Unterstützung des liberalen BloK der bürgerlichen Demagogie und der ottobristischen Elemente. Gegenüber der Regierung bedient pe sich ehrlicher Waffen und treibt keine republikanische Propaganda. Obwohl die sozialdemokratische Partei aus eine Fortsetzunq der Tätigkeit der Feldarbeitergewerkschaften nicht verzichten kann, wird sie ihre Agitation nicht, wie im Herbst 1918, auf die landwirtschafkliche« Arbeiterschichten erptecken. . . ' ' ri- Lange haben sich die Fü hrer der ungarischen Sozialdemokratie gestckuHt, ihre Schande einzubekenn^n. Man wußte Wohl überall, wo man die ungarischen politischen Vorgänge genau abzuschätzen verstand, daß \bie sozialdemokratischen Mhrer vor drei Jahren die Arbeiterschaft Ungarns an die Hovchy-Regievung v e rkäuft und verraten hatten. Wn sprach auch ganz offen davon, daß die Mhrer diesen Kuhha-ndel nur zu dem Zwecke'abgeschlossen hatten, um .ihre eigene Person und ihte Stellung zu Veiten und sich im günstigsten Falle einige M a n d a t e. für die Nationalversa>mmlung zu' sichern; trotzdem^ wirkt die unter dem Drucke des linksstehenden Mgels^ >de'r ungarischen Sozialdemokraten und der im Ausland, lebenden ^mi-MNten' echolgte VeGffenMch-ung dieses berüchtigten Paktes mit voller Wucht. Man erfährt aus diesem Dokument, daß. die Buda'pester Sozialdemokraten sich bewuHt KM Politischen Mitator und EommiS Voyageur Horthhs, BethlenS •.und des we'ßen Terrors erniedrigt hatten; Jetzt begreift man erst, weshalb seit vier Jahren der Kamps Men . das Horthy-Regime in Ungarn sein Ziel verfehlen muß. Es wird auch verständlich, warum der von uns unzählige Male gebraudmarkte englische Gesandte Hohler mit seinen Berichten bei seiner Regierung trotz aller gegenteiligen Nachrichten Gehör finden konnte. Haben doch die sozial-demokratischen Führer Peidl und Genossen in dem schmählichen Pakt die Verpflichtung übernommen, die lügenhaften Berichte Hehlers, wonach es in Ungarn keinen weißen Terror gab, durch ihre Versicherung zu bestätigen. Da natürlich hatte es die damalige Baldw in-Regierung, als Mae Donald seinen denkwürdigen Bericht über di« Zustände in Ungarn dem englischen Unterhaus vorlegte, leicht zu antworten, daß die Berichte, die, wie wir nun klar sehest, nicht nur von Hohler, sondern auch von den Führern der Arbeiter stammen, da's Gegenteil bescheinigen. Ohne diesen Pakt hätte die Bettelregierung nimals so lange «bestehen Statt, hätten Horthy und seine Mochgesellen niemals noch frei hevunvgchen könnon.' Hunderte *von Juden und Arbeitern mußten es mit.ihrem Äben, ihrer Freiheit und ihrem Ver-moaen büßen. Das verschulden die sozial-. DiiHrer.'ckt. Ungar», die um persönlicher VörtÄke. Wen' das' Ausland irvegesührt und wisftnNch, aHÄWstmH' bÄc^nH'he^'!' v ’ - Hetzte Wd .die .WMugen, sich mit den Mrg^Äich demoHMschsn Gru'Den^zu vereinigen, um ihre eigene Stellung.Whcmpten zu Wunen. Auch diese werdest wahrscheinlich nach dieser Veröffentlichung Bedenken' ivagetr. W Beihlens Hörigen geMinsam« Sache zu machen. BeMen hät den Pakt nicht gehalten, hatte es auch nicht notwendig einer Gruppe von Mnschen gegenüber, die Pre eigene Gvsinnung verraten, den Loyalen zu spielen. Die sotzialdemokratffchen Mhrer haben aber, wie die Ereignisse seit diesem Pakt zeigen, Ihre Bethlen gegenüber eingegangene Verpflichtungen leider zu genau eingehakten rntb damit dett unerhörtesten Verrat an jenen Ärbeitermssen, die sich ihnen anvevtvaut haben, begangen. Um den parlamentarischen Burgfrieden. Budapest 31. Dezember. Wie die Blätter melden, ist der Präsident der NationaHersammlung Scitovszky zu dem Entschlußgekommen, die Führer der Parteien auf den 7. oder 8. Mnner zu einer Konferenz eitWbevufen, um den parlamentarischen Frieden wiederherzusiellen. Obwohl die Anregung zu Vieser. Konferenz nicht vom Mimsterpmsidenten ausgeht, wird sich auch Graf Bethlen an der Konferenz 'beteiligen. In oppositionellen Kreisen sicht man den Bemchungen des Präsidenten Scitc^Wy mit wenig Zuversicht entgegen, Ae tztjtergtt'Mkdek «och in Nach einer Meldung-des Budapester „Az Eft" haben sich, im Arbeitsraum des Chefredakteurs des ,M^szat" zwei junge R e i ch s d e u t s ch e einqurrtiert, von denen „Az Eft" an'mmmt, daß. sie mit den Erzherger-Mördern Schultz und Thhlessen identisch seien. „Szosga^ gibt deurgegenüber an, daß die beiden jungen Leute deutsche Studenten wäret:, die Mer..regelrecht ausgest el l t e Reise pä s s e verfügten und aus B u d a- Pest bereits wieder abgereist seiend i« Mauen. . Kowno, 30. Dezember.'(I. T. A.) Aus dem Städtchen Gal man '(in der- Nähe von Wilkomi) wird mitgeteilt, daß die Kommission zur Verteilung von Ackerland .alle.-jüdiischen 'GMche hat. Auch der jüdischen SWe wurde -der beanspruchte' Boden verweigert. —7. W i e n, 1. ZLnuer. Das Kalenderjahr ändert seine letzte Ziffer. Dis Menschen feiern dies, als wäre in der Zeitmaschine ein Ruck geschehen, der einen Entwicklungsabschnitt ab- Meßt, cchs träte wirklich ein neues Jahr ein, das die Ereignisse der vergangenen zwölf Monate spurlos begrW. Daß dem nicht so ist, weiß jedermann. Aber er tut doch so, weil er in dieser grauesten aller Zeiten Mn Anlaß zur Freude gerne wahrnmtmt und weil ihn alter Brauch dazu erzogen hat, neue gute Vorsätze zu fasten, neue HoffMngen zu spinnen und an eine Wende der Zeit zu glwubon. Aber das Rädergetriebe schnurrt seelenlos und ohne Stocken fort, mahlt Menschen, Völker, Staaten klein und wirft sie als unnütz in das große Massengrab der Geschichte. Ävig lebt nur der Gedanke, die Idee, die zwischen BeMngenheit und Zukunft die verbindende Bciicke schlägt, unter der die schicksalsdunkle Kluft der Gegenwart auf die Abstürzenden lauert. . * Wer sich der herkörnmlichen Sitte anbequemt, und die Begriffe des alten Md des neuen Jahres akzeptiert, dem bietet das eben vorschreitende Datum keinen Anlaß zu sonderlichem Optimismus. Die Ereignifle, die dom scheidenden .Fahr 1924 den Stempel atrjdrücken, bedeuten nichts gutes, schließen nicht ab, sondern wirken, BHes nur gebärend, fort. Bor einem Jahre trat die Ävheiterregierun-tz in Engjland auf den Plan und verließ ihn voll R?ignatwn Amerika nahm in dem Einwanderungs- Metz iMfchich von seinen TraditionM der' Freiheit und MWDiWt. M Garung in der Meli Jes DrrWs schlägt weiterhin flieAetM -FuMn^ hie das dürre Gebälk des Mrdirschen' Emwpp. m Hvar» - $r setzen dvöhest, : Die hoffnungsvolle WaÄüng, die Jopn England aus den Kontinent zu heVlerk öersprvchHtt, yrelt nicht vor.. Ihr Atem war zu kurz und' ße lief wieder auf die ent- ' gegengesetzte Bahn.» Vieles war angestrebt, einiges', schon erreiH worden. Der Streit Mischen Frankreich und Deutschland war den Sachverständigen zur Schlichtung übeMiesm worden, mit Sowjets war ein^AkkolÄ heraestellt Aber diese Entwicklung ist mit einem Schlag abgeschnitten worden und es war keine Aenderung der weltpoliüschen Elemente, die-dies verursachte, fotchern er? einfacher Brief, der, ob echt, ob fatsch, doch in seiner Wirkung einem Krieg gleichkommen mußte. Mac Donald fiel und seine lachenden Erben sind wieder die Todfe-nde des Friedens Die deutsäie Reaktion konnte sich bei den Wahlen behaupten, die-französische Demokratie ringt um Ihre. Existenz, Sowjetagenten peitschen den Hunger der arbeitslosen Masten in die Richtung ihrer Wünsche. Und da d^r so junge und lungenkrästige amerikanische Natiom«lismus just dieses Fahr um die Freiheitsstatue den ^tacheldraht spannte, konnten die Pfuscker und Stümper, i^nen die Schicksale der Völker in die Hand gelegt find, neues. Unherl weben und die einzige gute Schöpfung, die der Krieg gebracht hat, den Völkerbund, zum Kinderspott machen. Die Frage der Mrüstung und des Weltschiedsgerichtes wurde Zerpflückt und zerrissen. Die Londoner Konferenz der Entente und Deutschlands hatte einen Schritt nach vorne getan. Er ist nun wieder retardiert und ein neuer Konflikt der Pvotökollmächte steht vor der Tür Die Genfer Vereinbarungen über den Weltfrieden sind Papier geworden und cille HoffnungV» ziehet: gesenkten Blickes in die Archive. Es ist keine Zeit, den Tontahawk zu begwben. Denn die Mächte, die rm Weltkrieg den Sieg erringen konnten, stöhnen unter der Last des Friedens. Das Erdbebengebiei hat sich erweitert und seine Schwankungen erschüttern Gebiete, di« stets für sicher gegolten hatten. Der Boden des Orients zittert unter den Wellenstößen des Krieges. Unterworsene, in den Staub getretene Völker, die nur zwangsweise an dem großen Morden ' teilgenommen haben,' lehnen' sich stuf und mfen nach der Freiheit. Sie haben von Europa Waffen erhalten und. kehren fie tum,, gegen Europa, dessen einziges Glück nur noch darin liegt, , daß die Sklaven zum Bewttßtsetn ihrer Lage, aber noch nicht zur Erkenntnis ihrer Macht gekommen sind. Sie haben itoch nicht den Giganten gefunden, der ihr Sehersnaren Sie beim Einkauf von Stoffen für Herbst und Winter, Damenttnd Herrenwäsche, Leinenwaren, Strick* ünd Wirkwaren, Teppichen, Vorhängen usw. fffljr IHi War*nhau* II. TaborstraBe 48 TelewHo« 47"1?7SL Fn gros En

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