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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-27 · Heft 2102 (27.12.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2102 (27.12.1924)
Date
1924-12-27
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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SainÄsy_Wfenev MorlsenzestttNst. abends Schachabend. — Z i o n i st i s ch e Sektion Z tv ischenbrücken. Heute Chanukkaahbend in Mosers GastbanS, 20. Bez., DreSdnerstraße bl. Beginn 7 Uhr abends. Programm: Ansprache Dr. M. Gelbe r. Gesang, Musik, Rezitation uiw. — Zionistische OrtSgrupveBaden. Heute Makkabäerfeier. Festrede r Gesinnungsgenosse David Rebe nzahl. — Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Heute, präzise Uhr abends. EWS Lovrana. 3. Bez., Lölvenaasse 36, Cbannkkafeier. Festrede: Gemeinderat Dr. Leopold P l a s ch k e s. Ernste und heitere Borträge. GL'e willkonunen. — E s v e r a n z a, s e p b a r d i s ch - a k a d e m I s ch e r Verein. Heute, 8 Uhr abends, im Vereinslokale, 2. Bez.. Novaragasse 27. Vortrag in spaniolischer Sprache vom col I. B a r u ch abs. rer. pol. über „El sozialismo y la demana judia" Gäste willkommen. Uraufführung des neuen Palästinasilms. Der Zentral« des Keren Kaiemetb in' Jerusalem ist es gelungen, einen neuen Film, dessen Originalaufnahmen in diesem Jahre erfolgt sind, herzustellen. Die Wiener Uraufführung, zu der die Vertreter der Behörden, Gesandtschaften und viele hervorragende Persönlichkeiten geladen wurden, findet Sonntag den 4. Jänner 1925 um Vjll Uhr vormittags im Opernkino, 1. Bei., Elisabethstraße, statt. Ter zu erwartende große Andrang empstehlt es, sich bereits setzt für die . zum Verkaufe gelangenden Karten vormerken zu lassen. Vorverkaufsstellen im Bureau des Keren Kajemeth. 1. Be?., Kärutnerstraße 28, Telephon 77-4-85 und 77-4.86, Buchhandlung R. Löwit, 1. Bez.. Notensturmstraße 22. und den Tageskassen des Opernkinos. Keren Kajemeth l'Jsrael lJudischer Nationalfonbs'». Me Natioaralfondsko-minissgre Wiens werden ersucht, die Büchsouleerungsaktion abzusckließen und endgültig zu verrechnen. — Die Büchsenaufstellunasaktion im 9. Bezirk beginnt am 1. Jänner 1925. . Gruopen. reipektive Einzelpersonen, die sich für diese Aktion gemeldet haben, werden ersucht, das Material am Dienstag in unserem 'Bureau abzubolen. Chamtkkahseier. Die Talmud - Thora des 3. Bezirkes Veranstalter morgen Sonntag um Vs4 Uhr nachmittags in den Lokalitäten des Bethawes Erdbergstraße 15. eine Cbanukkahfeier. Festrede Rabbiner Dr. Templer. Gönner und Freunde sind Herzlichst geladen. Kinder-Chanukkahfeier. Morgen Sonntag um 3 Uhr nachmittags findet im Jüdischen Turnverein, 9. Bez Liechtensteinstraße 20, eine Kinder-Ebanukkahfeier statt. Leiterin: Fräulein Erna Haber. Gäste willkommen. Aadio-Salon der „Wiener Morgenzeituug" im „Haus der Dame" Ergon A.-G., 1. Bez.. Schwedenplatz 1. Vorführung der Wiener Sendung täglich von 11 bis 1 Uhr mittags und von 4 bis 6 Uhr nachmittags. E i ntritt frei Sei« Kaufzwang. Verlauf erstklassiger Radio-Apparate und -Bestandteile. Radioprogramm für heule: 9 Uhr: Marktbericht. - 11 Uhr bis 3 Uhr r Konzert, Silving. — 1 Uhr 5 Min. r Uroniazeit. — 1 Uhr 20 Min. r Wetterbericht. — V-4 Uhr: Wiener Börse. — 4 Uhr: Ernst-heiterer Nachmittag der Kapelle Silving iMendelssokm. Fall. Haydn, Josef Strauß, Leoncavallo, Urbach, Fechner, Sirczinskb. Loca Jolson-Silva). — 6 Uhr: Humor im Lied. 1. Josef Haydn: Lob der Faulheit. S. Mozart: Die Alte. 3. Zeller : Echneidercourage. 4. Hoven r Tragische Geschichte. 5. Marschner: Kuriose Geschichte. 6. Die Henne. 7. Buba. Urschlommidyll. 8. Plüddemann: Die Katzen und der Hausherr. 9. Hermann:.Der alte Heer. 10. Muffogorskh: Der Floh. 11. Cornelius: Gespräch de- Abdul Hasian au? der Over „Der Barbier von Bagdad". — 8 Uhr: Chorkonzert des Sängerbundes Dreizehnlinden. — 10 Uhr: Heitere Abeudvmfik. Bühne und Kunst. „8k»«Mrtieru»g." lRenaissaneebühne.) Direktor Feher har wiederholt „literarische" Spiabplänr MMnidiHt. Da di« Zerren schlecht fiito, wird das Literarische Wrückgestellt und vorUnrfig in Serie der franKsifche Schwank „Einquartierung" von Amtvay MarS gebracht, der seinerzeit i« der Josefstadt volle Häuser machte. Um die MaranRolle müht sich Herr Franh nach Kräften, Frau Linden kann ÄS „Peirsionatsanama" ihre bekannten Qualitäten zur Geltung bringen und Jenny S ch ä ck ist eine angenehme Begegnung. Voll Verdienst die Domen Pohl-Meis er Md Schwarz sowie Herr Triembacher. Der Schwank — übrigens einer der besten seines Genres — schlug wieder kräftig ein. Aus den Theater«. Qperntbeater. Weaen Indisposition deS Herrn D u h a n wird die für beute miaesetzte Aufführung des „F a lst a f f" auf Montag den 5. Jauner 1925 versnoben. Heute, 7 Ubr, eelaiwt „Figaros Hochzeit" zur Aufführung. Musikalische Leitung Herr Generalmusikdirektor Egon P o l l a t als Gast. Montag «Die Jüdin". Dienstag „Wiener Walzer", „Die P u v v e n f e e", „Sonne und Erde". Mittwoch „Die Fledermaus". Redoutensaal. Mittwoch „Der Barbier von Sevilla". Donnerstag, neu eiustudiert, „Die verkaufte Braut". Freitag ,.L a k m e", „Die Prinzessin von Tr a g a n t". Samstag „Die verkaufte Braut". V olkso p er. Heute. „L o h e n g r in". Morgen nachmittags „H o f f m a u n s Erzählungen", abends „M ad a m e Butterfly". Tbeater in derJosefsiadt. Morgen. 3 Uhr nachmittags. „Prinzessin Huschewiu d", Uhr abends, „M einVater hat rechtgebobt". Montag, '/r8Ubr „Der Diener zweierHerren". Dienstag, 1IS Uhr, Erstaufführung des dreiakt'gen Schwankes „Der W e g n a ch D o v e r" von A. A. M i l u e. BANKENWELT 11» I Kommanditgesellschaft /igmund Amarant & Co. Wien, I. Eliiabethstiass« 2 ttntikftearhttt** <•}. or Art Dorotheum - Bankabteilung Wien, I. Dorotheergasse 17 0 esterreich Ische HölzbanF Wien, I. Tuchlauben 17 Tel.: 63*5*25 Serie u. 66*3*05 Tel. Adr.: „Holzages.“ B;üih-2ü!. M. RohaSyn Wien, I. Maria Theresienstrasse 10 Telephon 11-4-60, 11*4*61 Wiener Handelskreditbank A.G. Wien, I. Wipplingerstiasse 23 Telegrammadresse: .Hacredo“ Telephon 64-5*65 Serie Exposltnr: I. Sohottenrlng 18 a — Telephon 69*3-14 L u st s p i e l t h e a t e r. Dienstag Erstaufführung der Komödie „F r a n c i l l o n" von Alerauder Dumas. Renaissancebühne. Morgen, 3 Uhr nachmittags, „Die t o l l e L o l a" (Operettengastspiel), ^/«8 Uhr abends „Einquartierung". Carl-Theater. Heute, 7*4 Uhr nachmittags, Kinder Vorstellung. Morgen, 3 Uhr 'nachmittags, „Polenblu t"4 Yj8 Uhr abends „D i e Tippmamsell". Ein Abend jüdischer Musik. Heut« mm 8 Uhr aibenlds gibt der Oberkantor des Müllnertempcls. Herr S> Postolow, inr Saale „zwm Auge Gottes", 9. Bez., Nußdorievstraße 75, ein Ködert, bei wachem er unter Mi-twirkiuig. anderer Kunstkräfte jüdische Musik zum Bortvag bringt * Ein Dell des Reinerträgnisses stießt dem Witwen- und WaitMverein des 9. Bezirkes zu. Gerichtssaal. Wegen zwei Kilogramm Fett in den Tod. Am 21. v. M. giiwa der Obenwachmann Josef St. dw ch die Hüttsldorftrstvahe. Bei der N-ummer 95 (Cä'e des Leopold Mayer) f>M>' «t sichen. Es war -ziemlich dimEel; ö'm Gespi äcy zwr'chen Zwei Mäuwevn die «hn m-icht bemorken konnten, ervague fein« Auimevkfamkort. Der eine der Heiden Männer tvug Lin Pakst in dsr Hand. Das Ge-spräch, das die bovdon führten, war sehr leicht zu verstehen: „Sch-cmen wir evrvmal, was in dem Paket dvm ist." Darauf der andere (>der das Paket Irwg): ,,Gnt, -aber gehen wir da h-moin ms Kaffechans, dort können wir -es aufmachen, denn wenn uns hier aus der Straße ein Wachmann sieht, so hat er uns, dann sind wir Vevlnven " Woraus die beiden ins Kaffeehaus nach wenigen Minuten trat der Wachmann vin. Er überraschte sie -evade beim Oeffmn des Pakets. Es waron zwei Kilogramm Banchsilg. Ne wurden verhafter, nach Aufnahme des Nationales enMssun. Der eine war de 36jährige Schlossengeihilfe Karl G.. der an>der« der 30sahriM arbeitslose Hilfsarbeiter Kavl M. Wie sich ergab, holten sie kurz drrher mn Cafe R e i n l in der MärHraße IW das Paket dem Mechanikermöifter Josef M., während er Karten 'piekre. ceno.innen. Gegen G wurde die AMage erhoben; M. svurde nicht ange klagt, well er noch am selben Tage S e l b st m i* r b verübt hafte. Verzweifelt über seine Norla.qr und it-mt auch weqen des Diebiiahl-es eine DeMriwikun^ fürchtend, ging er h.n und erh ängt-; sich. Karl G. bekannte sich schuldög sind wurde Zl -einer Woche Arrest berurtellr u»>»ok»r erhüll jeder Abonnent der „Wiener Morpenseilung“ bei Voraunz^hfung der Bezugsgebühr für ein ganzes Jahr «1 H in drei eleganten Halbleinenb&nden Für Versandsoesen des ,.Oraetz*‘ sind ausser de* JahresbezugsgebQhr noch 26.000 dsterr. K. zu entrichten Schaswoll-Ms feinste LMM 142 3tm. breit _S7. Dezember 1924 Nr. 2103 Bolksivirtft Die Situation in der Petroleumindvftrle. Tie europäische Petroloummdustrie, die ihre hauptsäch« lichste Basis in den Erdölfeldern Polens und Rnmäniens besitzt, stand im Jahre 1921, das nun zu Emde geht, tu einer chronischen Krise, die sich nicht nur in den Ländern der Erd« ölsoridernng selbst, sondern auch in allen jenen europäischen Staaten, in denen eine ausgeiblldete Oelveravb-eitungsindnstvie oder entsprechende V.ert'aufsvrgLni>satwnen bestehen, m schwerster Werse sülhlbar nrachte. Die Gründe der Krise der europäischen Petrvlemn'in.d-ustric wurden durch zwei Faktoren bestimmt: Einerseits der Kwditlnan-gel, der auf allen Industrien Mitteleuropas lastet, und fürs zweite der unter dem Dmck der am>errkanischeii Koirkurrenz vielfach unter die Gestchungskosten heraibgvsetzte Oel- und Deribatenpreis. Das erste Faktum, der Mangel an Kredit für größere Investitionen, Einfühmng technischer NoneruniZ'n, wi«e zum Bvifpiol eleiktrifcher Antriebs- und ol-Mrisch betriebener Ha-spel, wäre von seiten einer mit Gewinn arboilen-den Industrie zu beheben gewesen. Die Rentabilität der größeren Petrolem-mgesellschaften des Kontinents aber war im abgelaufenen Jahre keineswegs gegeben. Ein Vergleich der Festlandsförderungen mit der gigantischen Produktion in den Bereinigten Staaten, wobei die von 'den anierikanischen Gesellischaften ausigebeutete Produktion der Oelfelder in Mexiko u-md L'kanäda außer acht gelassen wird, zeigt, mit w'lchieni Schwergewicht die amerikanischen Gesellschaften ihren Einfluß ans die PreislendeUZ der europäischen Märkte geltend zu machen in der Lage sind. Polen produzierte im Monat Oktober dieses Jchres rund 57.000 Tonnen, Rumänien förderte int gleichen Monat 167.000 Tonnen, während die amerikanische Oßtoberexploitation gemäß den ' offiziellen Barvelziftern in Kilogrmnm inngercchnet eine Summe von annäherM 1,100.0o0 Tonnen ergibt. Zicht man in Evwäguny,, daß diese amerikanische Mominntziffer ans einer vellaliv beschränkten Zahl produzierender Sonden vefultbart, lvährend insbesondere in Polen das Gesamtergeibnis vielfach die Summe kleiner Produktionen ans Seichtschächten darstellt, so ist ohne weiterer der Schluß gestattet, daß die Amerikaner, die heute noch vielfach über Schächte von einer Tagesproduktion von 100 Zisternen verfügen, während die Höchstleistung eines Borhslawer Schachtes kaum acht Zisternen beträgt, weitaus billiger produzieren können als die europäischen Prtrol-eumibohrgesev* scha-ften. Daß nun die durch die Inflation geschwächten Industrien Polens Md. Rumäniens keineswegs bei der DerarbcütuntZ des Rohöls billiger arbeiten als die mit den letztes Ersordernissen der Technik ausgestatbeten, zu ungeheuren Trusten zusammengeballten Raffinerien Nordamerikas, ist eine bekannte Tatasache. Die rm letzten Jahve noch immer im Steigen begriffen gewesene Produktion Nordamerikas gestattete daher den OelmagMten der Union, durch ihre Niedevlassimgen ans dem Festland auf allen Märkten Europas solange Erzeugnisse zu unterbieten, bis die europäischen Industriellen nolens dolienS sich voll und ganz dem amerikanischen Pvmsdiktat gebeugt hatten. Der Kampf >war ein zu ungleicher, als daß sein AuSgang zweifelhaft geivesen wäre. Da trat mm rm letzten Monat ei« Umschwung ein, der der europäischen Industrie tot Hilft kam. Die amerikanische Produktion, die im Sommer dez heurige« Jahves annÄhernid 76 Prozent der Weiiproduktion erreicht hatbo, 'begann im August, und Mar fast auf allen Feldern der Union, zu sinken. Hatte man dies zwei Monate lang als eine vorübergehende Stagnation der FörderuniZ angesehen, so ist man sich heute in amerikanischen Petroleum kreisen de8 Ernstes der Lage wohl bewußt, und wie schr man sich mit der nougeschcufftnen Situatim beschäftigt, erhellt Ms dem Umstand, daß einer der pronünent'esten Männer der ameriknischen Oelindustvie, M. L. P. Doherty, auf der Gonevalversammlung der Rational Petroleum Marketers Association vor wenigen Togen seiner Befürchtung Ausdmck gab, daß die von de« omerikanüsch-en Gooklogen mit tr.un Millionen Barrels geschätzte, in Subn'iveau be>s Endliche ErdAvesevve bei gleicher GewinnungTari in zwölf Jahren Mfgebvaucht sein werden Air. Doherty vc-rlaugi daher, um dieser eminenten Gefahr gu begegnen, die sofortige Abänderung der bestehenden Gesetze betreffend die Gewinnung des Rohöls. Für Europa ist schon heute die Wirkung dieser neuen, die amerikanische Preispolitik ändernden Sachlage zu verspüren. Der amerikanische Rohölpreis stieg in der Vorwoche von 2,76 auf 2.85 Dollar und in emgeweihten Kreisen erwartet man ein-weiteres Anziehen des - Preises.. Der Abschluß des polnischen Naphthakartells ist in eine günstige Zeit gefallen. Er hätte an sich mit Rücksicht auf die kleine Produktion Galiziens, ■ die ein Prozent der Weltförderung darstellt, auf den europäischen Märkten kei-ne Wirkung ausüben können. Da er aber zur Zeit der Umkehr der amerikanischen Preispolitik erfolgte, werden die höheren Notierungen der polnischen Raffmerien sich auch gogennoer den amerikanischen Warenpreisen behaupten können. Auch im polnischen Inlands zeigt sich bereits die Wirkung der neuen Preispolitik, welche den Bohrunternehmungen für ihr Rohöl eine Preissteigerung von 1,55 Dollar auf 1,80 Dollar brachte. Aehnlnh sind die Verhältnisse in Rumänien, wo mit einer Steigerung des Jnlandsrohölpreises gleichfalls eine Höherbewertung' der Derivate Hand in Hand geht. ■ Es scheint somit eine günstigere Zeit für die europäische Petrolenmindustrie gekommen, an der nicht nur die erdölfövdernden, sondern mich die evdölverarbciveivdcn Länder ihren Anteil haben dürften. «Mt N.l„ AOLEriaMSP-o-P '«tfcfcmfe 76.3,33* .^SE.IßE

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