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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-27 · Heft 2102 (27.12.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2102 (27.12.1924)
Date
1924-12-27
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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I Nr. &10Ö Men, SamStÄg Polnische Wlrtschaftrwöche. (Don unserem polnischen M.-S.-BMiHterstatt«r.) Trotz der ««günstigen Wirtschaftslage erhält die polnische Regierung MS dem Auslands immer neue Äuleiheanibote. Auch vin ö st e r r e i ch i s ch e S K o n s o r t i u m, welches von Amerika finanziert wird, hat in den letzten Tagen bx Regierung ©ine Anleihe offeriert. Alle «bisherigen Angebote wurden wegen zu schwerer Bedingungen abgawi-cfen, dieses dagegen hat gute Aussichten, akzeptiert zu werden. Das Konsortium verlangt jedoch, nachdem als Unterlage für diese Anleihe die staatlichen Petroloumgepiete und Monopole dienen sollen, baS nottvendige Material, um die Einvichtungen durchstudieren zu können. Nach deren UcLerprüsung werden die gcnmien Bedingungen bekanntgcgoben werden. Die Wirtschaftslage erfuhr in der albFelauf-men Woche keine Acndevung. Die Handels- und Industrie-weit macht schwere Zeiten durch, die Zahl der Insolvenzen hat zuigenoni* men unv Unternchmungen, die mit Gewinn arbeiten, gehören zu den Seltenheiten. Die bovorst-chentden am 1. Jänner zahlbaren Stenern und die Rate der DevinögenKa-bgaibe erfüllen'die Geschäftswelt mit großen .Sorgen, da der Geldmangel von Lag zu Tag drückender wird. In der Bankwslt geht «8 nicht besser zu. Es gibt bereits Banken, für die größere MZzahlungen aus den laufenden Rechnungen eine große Sorge sind. Das Publikum entzieht ivatürlich solchen Banken sein Vertrauen und damit läßt sich auch erklären, daß die staatlichen Finanzinstitute, wie das Postsparka sie nomt und die Dank der Äawdeswirtschaft, eine Steigerung der Einnahmen im Gegensatz zu den Privatbanken verzeichnen. Die Handeiswelt erhält aber auch keine Kredite, da die Banken kein Geld haben und sich selbst fürchten, die Garantien für ihre früheren Klienten zu übernehmen. Der B a nk n o t e.n.u m l an f der Bank Polski weift in der zweiten Dekade De-zember einen Rückgang nm 13 Millionen Zloty auf. Bon keiner Seite kommt der geldarmen Wirtscha«ft Hilfe, trotzdem sie an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt ist. Unter diesen Voraussetzungen weisen die Effekten aus den polnischen Effektenmärkten bedeutende Kursverluste ans. Mit Ausnahme der Aktien der Trzebima A-G., die ihr Kapital, wie bereits gemeldet wurde, günstig umwertet und die sich bis aus 0,74 Zloty erholten, wcisen alle Aktien beträchtliche Kurseinbußen auf. Von Bankaktien notiert Hypo- Wiener flfforocntelftma. chtkuiban! 0,56 Zloty, Malopvlskibank 0,31 Zloty. Diese Bank wird awf Veranlassung einer Gruppe Warschauer Aktionäre den Sitz ihrer GeneraldirMion aus Krakau, trotzdem sie hauptsächlich mit der klei.npolni,scheu Industrie arbeitet, nach Warschau verlegen. Gegen diese Absicht, treten die galiMchm Aktionen: entschiedenst mttf, haben jedoch wenig Hoffnung aus Erfolg. Warschauer Diskont «dank ermäßigte sich auf 495 Zloty. Von d-r. anderen AMtraMverien ermäßigten ZislenuwSki- Aktien ihre Notierung auf 9. Galizische Montan auf 4,29, Teg.'ge aus 2,10, Eho-dorow auf 4 65, Lemberger Brau auf 8,40, Rukszawa auf 195 Zloly. Cestlich« Gazy notieren 11,50, westliche 2,85, Chybie. 5,70, Jndustri^bank 0,32 Zloly. Die Koniermine arbeitet auf den polui'cheu Plätzen unentwegt mit Volldampf u-nd bis aus nwiteves wird kein Sdimmunasmnschwu.ng erwartet. Die Oprozentpe polnische Staatsanleihe aus dem Jcchve 1920 erlangte in New-Aork d4e Kotierung an der dortigen Börse Mm Kurse von 77 für 100. Dia Lodz er Industriellen ha-brn in BesürchturiA, daß das einberufene Schiedsgericht eine Lvhn'echöhmvg zubilligen wird, allen Arbeitern aus zwei Wochen gekündigt, da sie der Ansicht sind, daß eine weitere Lohnerhöhung jede normale Produktion unmöglich machen würde. Unter den Arbeitern herrscht große AufrWmg und es «bssteht keine Aussicht,'daß es in kürzester Zeit dort zur Ruhe kommen jollre. Die Ausgabe der Schillinanoien. Wie wir erfahren, finden zwischen dm Fmairzminifterium uitib der Leitung der Nationallbauik Berha-ndlunaen über die Ausgcibr van Sch Illing n o t e n statt. Trotz der Möglichkeit, bis Ende 1928 Kronennoten zu emittieren, beabsichtigt die Nationalbank, schon in kurzer Zeit den Druck von Kronennoten einz-nstellen und Noten Mit der neuen Währung dem Verkehr zu überg lben, um so mehr a^s ein bedvivtender Teil der Vorarbeiten dafür schon beendet ist. Es sollten nämlich neue TMn von Kronen» Noten «gedruckt werden, welche bis auk die Wertibeqeichmmg und den Text schon fertig sind. Nunmehr aber, wo nach ' dem Schillinorechnu.ngsges'etz die- Schilli-ngwährung vom Nationalvat Zuschrifien an die Redaktion sowie ««verlangt etnkangenSen Manntllripre« wolle man stets tNiiÄpvrlo beilegen, öa fönst eine Veautwortung» beziehungswe te Nkjelrfenduyg nicht erfolgen kann. 87. Dezember 1824 Seife 7 beschlossen wurde, werden diese Typen nicht mehr als Kronen-, sondern alz Schilling gedruckt werden. Vorläufig dürften Noten zu tausend, hundert und zehn Schilling m Umlauf gesetzt werden. Von der Ausgabe einer kleineren Notenemheit wird vorläufig abgesehen, da man der Hoffrmntg ist, daß die neue Emission der Silibevschillinge infolge des bedeutend verminderten Fem-ftehaltes nicht mehr th-esauriert werden dürste. Sobald die- Eerhaud-l-nngen über den Text und die Höhe der Noten beendet sind, wird die Natiormlibank den Druck der Noten beenden. Man glaubt, anfangs Mai die neuen Noten durch die Banken dem Verkehr übergeben zu können. Die Stabilisierung der Kaffeepreise. Aus New-Uvr! wird geschrieben: Die wichtigsten Kasseehändler der Vereinigleit Staaten ersuchten das HandelZNlinisterium um Anbahnung von Verhandlungen mit Brasilien und dem Staate Sao Paulo zwecks Vereinbarung eines Abkomntens für die Stabilisierung des Kaffeemarktes. Es soll sich darum handeln, daß m Brasilien eine amerikanische Kommission gebildet werde, die beauftragt wird, alle Nachrichten über die Kaffeeproduküon zu sammeln, während in den Vereinigten Staaten eine brasilianische Kommission sich mit den Fragen des Kasfeeverkaufes befassen soll. Kautionen ausländischer Versicherungsgesellschaften in Polen. Auf Grund einer Verordnung des polnischen Finanz-- ministeriums sind die in Polen tätigen Versicherungsgesellschaften verpflichtet, beim Finanzministerium eine Kaution zur Sicherstellung der aus den Verträgen hervorgehenden' Verbindlichkeiten zu erlegen. Die Kaution beträgt für die Lebeusveriicherungsgtzsellschaften 400.000 Zloty, für Feuerversicherungsanstalten mindestens 200.000 Zloty und für sonstige Versicherungsanstalten mindestens 200.000 Zloty. Der erlegte Kauiionsbetrag ist bei Lebensversicherungen alljährlich durch einen der Cinlagerejerve gleichen Betrag und mit 30 Prozent der betragenden Einlagen zu ergänzen. Die polnischen SilHirmunzen. Die neuen Aufträge des polnischen, Schatzamtes f:*t Silbermünzen werden ausschließlich in England ousgesi'w»t werden, nachdem in Frankreich geprägte Stücke nicht zur Zufriedenheit Polens ausgefallen sind. DaS neue Naphthagesetz in Polen. Ans Warschau wird uns geschrieben: Nach -der Negi-erun^svorlage soll dom Grundbesitzer das alleinige Bohrrecht für Naphtha umd Erdgase oin-geraumt, wcrlden mit der Ausnahme, daß von letzt ab anstatt -der bisherigen Fakultät der Zwang zur Schaffn-ng von Naphthafeldern eingeführt wird und daß bei der Anmeldung eines jeden neuen Schachtes die Bescheinigung von der Schaffung eines Naphtha-feldes vorgekeat werden muß. Wenn sich die Grube aus m-hreren Naphipaftldern zusammensetzt, so muß boi der Anmeldung der Kommafsatiousvertvag vorgelegt werden, welcher di« ständige und gsgenseitige Zuiscrmmengehörigikeii der diesbezüglichen Naphchafelder festsetzt, in der Weise, "daß sogar nach dcm Erlöschen des Nutzmeßungsrechtes des Unternehmers das Terrain der Grube uniberwhvt bleibt, ungeachtet dessen, daß di« einzelnen Naphthafelder verschiedene Besitzer Gr sch eint jeden Samstag Radio-Rundschau Erscheint jeden Samßtag M- Radio im gahre 1828. Ein Rückblick auf das Jahr 1921 zeigt für jeden Radiointeressenten ein bofrieldigendeS Bild. Mit Riefenschritdon hat di« Radiolbewe-gatng ihren Einzug ln Ovsterreich gchaltm. Vor kaum vier Monaten löste di« »rst« richtiggchsnde Sendeftaticm, die Ravag, die Probostation der Firma Ezeija u. Nißl ab und heute sind wir so weit, daß tägliche und r-egolmäßige Sendungsn den österreichischen Radioamawuren geboten werden, daß wir trotz der kurzen Zeitspanne berechtigt Nnd, zu fragen, wann der besprochene Anschluß des KonzerthanseS der Oeffentlichkeit Mgan<»lich gemacht werden wird, und zu verlange«, daß daS künfölerische Mv«M der Wiener Seud.ri.ngen der Auswahl des Pro-grammeS nach und in der BvsetznnH gehoben werde. Sowohl Herr Musikdirektor Ast, der mnsikalsiche, als auch Dr. Nüchtern, der lüustkerischr Leiter der Ravag, sind Männer des «hvliMtm WollenS und gwßen Könnens, nur könne« sie leider nicht immer wi« sie wollen. In den diversen Beiraten und Ausschüssen der Ravag sitzen zahlreich« stimmberechtigte Mitgjlleder, di« kraft ihrer Parteizugehörigkeit politische Tendenzen zu verbeten haben. Dies« poMche Beausstchtignng der internen Tätigkeit der Ravag, ihrer Pvogvammbildrmg sowie der Besetzung der Programme übt einen nachhaltigen und keinesfalls günstigen Einfluß auf die Gestaltung der Ziele der Ravag einevseits und aus deren Darbietungen VERLANGEN SIE ÜBERALL unsere A.PPARATefit4iDIC#APPARATe BROADCASTING RA DIO. GESELLSCHAFT «WIEN, IV. KARLSPLATZ (VERKAUFSHALLEN}_ Radlobeitandteile billigt bei Fleischner, I. Bäckerstraßa 7 andererseits aus. Dazu kam noch eine Anzahl teilweise berechtigterm ihrer Form aiber Wgellofer. persönlicher Angriffe, die zur Folge hatten, daß die Leiter der Ravag nervös und änMich wurden. Dieses Nas-üme läßt hoffen, daß das Jahr 1925 den Radioamawuren eben so viel Schönes und Times bringen w'"d, als es der Ravag Gelegenheit gibt, längst gegebe ne V erfprechsu eiiMlösen. Man evwa-rlet berechtigterweise von ihr in der nächsten Zelt erstklassige Programme, Anschluß des Konzerthauses an den Wiener Sonder sowie Erfüllung der übrigen der Oeffontlichkeit gemachten Versprechungen. RaÄtopeilung. Schwer und massig, wie ein großer toter Vogel, liegt ter Riesenaeroplan auf dem Flugplatz. Wohlig warm sit e8!m Innern der Gondel. Man lehnt rn bequemen Kkllbfesseln und sieht ans breiten Fenstern aus das Flugfe-ld. Pilot und Beobachter nchmen ihre Plätze ein. Ein donnerndes Rattern, die EINRSHRENAPPARATE kür ln- und Auslandsempfang . sowie samtliclties Radiozubehör Oesellscliaft för Elektrotechnik( »>6o INU. KÖ'PPL, KLUG & Co. . Wien. VI. Haydin?a«*se 3, Telenhon 44*32 AUCH SIE MUSSEN du wunrfeivollen amerikanischen Klelnanpsrsl anhortn KomplcU, einschüew'lch Antrnne, K 450.000 (ixangestellta Teilzahlungea Radiokonzert: Mon^n;., Mttwoch und Freitag von 4—6Uhr «114 lUSMAlAsa^ R AD IOGP. SEILSCHAFT 9|WirEiESS I.Hefferstorfe Strasse Nr.4 LUDWIG FRISCH, Radio-Geräte-Verk.-Ges. Wien XI11. DetoilverKcaf bei r. lechher (Wim. Hüllet) Wien, I. Graben 30/31 Motoren laufen, ein rüttelndes Rollen, ein weiches, wiegendes Gleiten und das Flugzeug schwebt in den Lüften. Es sit Nacht, ftit tiefem Schwarz verschwindet di« Erde. Der Himel sit bedeckt, kein Stern 311 sehen. Und vorwärts schießt der Riesenvogel, ziekbewußt nach Karte und Konipaß gelenkt, seinem Bestimmungsort zu. „Wir müssen R a d i 0 p e i l e n." sagt der Beobachter. Cr nimmt die Hörer an die Ohren u«nd drcht di« Scuqfoen des Empfängers auf. Da meldet sich schon eine dienschabenK^Station und wünscht guten Flug. Mötzlich durchstoßen wir die Wolkendecke und halben üb-r uns. tich'chwarM Nachthimmal, herrlich glitzernde Stern«. Der Nöhren'erLer wird m Betrieb gesetzt und >wrr rufen di-e Station au u>nd bitten um OrtSaingade. Zwangslos plaudert der Beobachter durch den Sender mit de>m Peilioffizier der Station, fern von uns, irgendwo hinter der WoMenmosse, Scherze erzählt er lachend, während die PeiWiFiere mchverer Stationen Rahmenantennen mit Mikrometevschva'Ulbm nmnerklich fein Ms uns emstellm. Lesier Md lauter ertönt in dm Hörern di« Erzählung unseres BeohachterS, und wen« sie am lautesten sit, siud die Rahmen auf «ns gerichtet. Telephonisch wecken die Rahmenrichiungm einer Ltation bekaMtgegeben und di« Wmkelwerte der Rakhmmrichdung Mir Nock-SMini« in der Kart« eingezeichnet. Die Schnibtpunktr der Linien ergeben auf einige hundert Meter genau unseren Standpunkt. Di« Nadel des Kompasses wandert, wir haibm gute Richtung. Jetzt müssen wir in der Nahe unseres Zieles sein. Der Movgm graut. Wir gehen tiefer. Häufiger wecken die Messungen. Da taucht au8 nebligem Grau unter uns die Ecke auf, wir erkennen den Flugplatz, die Hangars, ein Stoßen, ein rüttellndeS Rollen, die Motor« stehen still. Wir find gelandet. _ —ecka—. RADIOWERK E. SCHRACK WIEN, XVIU. SCHÜMANNGASSE Nr. 31 Aucüonröhren Lange Lebensdauer, erstklass. Entgasung, beste Vers ärkung MMMNkle Spszlaltynen 'oSrc^e" Hochwertige Empfangsgeräte josi Lizenz: TELEFUNKEN // Patente: SCHRACK OTTO SOMMER A. G. M1NERWA RADIOAPPARATE Lautsprecher LUMlkrS und GOUlflODt WIEN, I. OPERNRINO 8 »“* F$a$para)( 81« in allen Preislagen Sfiirtüclie Bestandteile // Antennenbau Täglich Vorfftlirung im Radiosalon WIEN, VII. RICHTEROASSE Nr. 12 PräzisionS'Radio Apparate und Einzelteile Teiefunkenbauer laubnis 10*° Radio-Volksapparat komrle t,'ntlt Kop?hSr«r U. Antennenm-t°ria!. T E f U II I f Typ« 1 K 300<!ö0 Type 2 K 420000 99 1 ■ ■■ 1 solange d o r r a t r e i c h 11 Wien« IX. Porzellang. 14—16

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