Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2101 (25.12.1924)
- Date
- 1924-12-25
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 2101 Wien. Dvnnersiag.., Wrener-MmMMWML 25. DeMMr 1924 - Seite 2 ' .i ' ,r..„. ,. Sls-Sif LMesgeschlchtm «ud Heiratssache«. Ein, hakbe MlMqrde für dnS gebrochene Helrctsver« Drechen eiyeS Verheirateten. Di« im 28iäbriac Rita D. brecht« flejyeh den Mübelfaörikanten RÄdr!.s P. beim Aivdl» landeSgerichte eine Klage rniif Ersatz von 500 Millionen Kronen föi ettifKiufjcttc Heivalsausficht und Bereust ihrer I«. beiw und Gesundheit ein In der Kln-ge wurde angeführt, sie »e dor sechs Jahren. also im Mer von 17 Jahren, d!« Be» kamntischas, des Gvklagte« gemacht, der sie in der Elektrischen an gesprochen .habe. Sie sei nncrfchren u-nd leichtglä-udig genug ftvwefeii. seinen Schlu-üran und Liobesbeteuerungon Glauben zu schenken und sei ein Verhältnis mit ihm eingegan-gm. das nach lernen Versilberungen» durch eine Ehe konsolidiert werden, sollte Er ,ha«be über immer ein anderes Hknidernis für die Eheschließnnsi vovgobrackit, obwohl er sie jeden Soiirmer in jeder Sommerfrische als seine Gattin vorftellte. Er sei allerd-nas verheiratet. baLe aber versichert, daß er mit seiner Frau rm ScheidunaSproresfe stehe und dann M't ihr eine Disvensche ernMM weide. SMiMith-fttes, da a«S der:Scheidung nichts wurde,,Mr Dere'mibaruna eifter Abfertigung von 60:0 M l l >l r o n e n Kronen für die: Klägerm gekommen.- nachdem dreseüibe vorher em Anerbieten seiner Gattin auf 260 Millionen abgvlehnt habe. Klägerin habe insolae des HeiratSoerspre^ens des Goklagten - andere Heiratsantrage äbgew'ssen und habe ,fonä) das sechsjährige Verhältnis ihre Geftrndheit und Schünde« verloren, sei abgemagert, anämffch. Der Magevertrvter legte zur BsstatiMna, des Vorbringens der Klägerin eine Reche von featiicwn LiobeSbrie-sLN des Geklagten vor Der Ke- .klagtenvertreter machte zunächst die Mitteiliung. daß der Ge. rlagte vor kurzer Zett g e st orb en fei; wormvf der Klagevertreter. d:e Erklärung abgab. daß er die Klage nuinmehr gegen bre Vevlasienschast richte. Der Geklaatenvertreter bestritt nun m seiner Erwiderung, daß der Ge-Vlaate der Klägerin ein Heiratsvevsprechen und die Mage einer Abfertigung von 600 MA- Klonen, gemacht habe. Dies sei schon deshalb nicht gcschchm. weil dre Kl-agerm Om überall hin nachlies und . rhm al'vf offener Ztvaße und vm Cafe Szenen macht« u-nd ihn beschimpfte. Die Aufregungen durch diese Szenen haben wesentlich zu seiner Krankheit und deren Beschleunigung ber-getvagen: Da die Klägerm Liebesbriefe vorlegte, werden hiermit andere Briefe des Verstorbenen vovgolegt. die . nichts weniger als Li-sbeSbetaue- .runigm. vielmehr den Ausdruck des Unwillens über die ihn Überallhin verfolgende und in der Qeffentlichkeit beschmwfonde Klägerin enthalten. Uebrigens sei die Klägerin dadurch schadlos gehalten, daß der Geklagte sie Jahr« hindurch vollständig aushlvlt.. . rhr. eine vollständige Schlaizimmere>«r ichtuno urck Schmnchgogenstandelchenkte und khr zuletzt 600000 K. wöckent- »ich schickt«. Die Klägerin Hobe gewußt, daß er verheiratet war. Die Gattin des Verstorbenen gab als Zeugin-a«,. sie. habe die Absicht gchabt. di« Mvbruchsriage gegen die hent'ae Klo.oerm «mzüdri-ngen, sei aber mit Rücksicht aus 'die Stellung ihres Mannes davon akgokoinmen. — V o r s.:' Ist es richtig, daß Ihr Mann Ihnen gegenüber von ei-ner Ehescheidung gesprochen? — Jeu g i n: Niema>ls! Wehi aber,hat.er davon.gesprochen^ daß dieses Frcmlein chn Mr V^rErkluna dringe. Und dafür verlangt sie setzt eine halbe Milliarde Wir sind nicht so reich' als-sie glaubt. Räch einem holt'«gen WorttveckW zwischen der- Klägorm und der Zeugin zog sich der GerichtShos zur Beratung zurück und der Vorsitzende. Hofrot Dr EngÄbogen. verkündete scdonn.daSUcreft. wonach das KlasteHagchre« ab gewiesen wurde. I« dev Begründung wird hervowe-' hoben, der Beweis über di« behauptete Vereinbarung-fsi itic&t Mvachd7--eLm7--MMenv«m<h«mmg sei ni«ht möglich-daher Geklagte gestorben ist, und di«;, einseitige DernehöuiikNg" her Klägerin allein nicht bvweiSbvldend Mär«. Außerdem sei keine Verpflichtung für den „Geklagten vor-gelogen. noch weitere Zuwendungen an die Klägerin n, machen. Diese hätten pur den Charakter einer SMckrng gehabt'.'.. ' 'v . ■ '■ * - „Wo hast du denn die schonen, blauen Augen her?" Beim Strasdezirksgerichte 1 war gegen die Wirtschafterin Anna I. eine Klage trogen Anstiftung mr Mißhandlung einer dritten Person erhoben worden. Die Beick-iMigte war bis vor Jahresfrist im Hause des Ingenieurs B. a^S Ha-usgchWin bebienstet. Der Schn, des Hauses, ein junger Akademiker, hatte mit der Hausgehiffin vorübergehend ein „Wpusi^i das dio Hausgehilöm. ein alterndes Mädchen, nicht rmgerne .sah.-Nach viniaer Zeit wurde Anna entlassou, der- Sohn des Hauses-hatte di' vorübergelhenden Beziehungen bald vergessen, nicht aber Anna, welche von der Idee erfaßt war,'daß der jrmge Mann auch' kn Zukunft nur ihr gehören muffe. Als dre HansgchWn er'Ar. daß er sich mH einem Mädchen VerlM hatte, geriet sie in große ständige Aineregung, die'sich auch darin enißerte. daß sie ihm und seiner Braut, wo sich Gelegenheit-bot.'Szenen macht«. Als eines Tages die, HauSgehilsin den Akademiker mit sein^ Braut, iu einem Auto auf der Landstraße vovbeisicchrm sah. hielt sie an die Passanten eine Ansprache.' m welcher sie daS Benehmen deS jungen Mannes sehr abfällig kritisierte und auch Drohungen MSspvach. Ein junger Monn,- «in Avbeitsloser, biedert^ sich an die Hansgehiffin an. Sie erklärt«: „ES wäre mir schon recht, wenn Si« den jungen Mann verprügeln mochten. Es genügt, wenn sie ihm durch einen Faustbi-üb ein ordentliches blaues Auge schlagen; ich wetde, wenn dies ge« schchen ist, dann auch hrrvortreteu -linid'sin-o-n-: „Sckatz. wo hast du deine -schönen, blauen A-ivgen her?" Sie verabrede!« mm mit, dem Helfer alles Nötige. Ms Lohn' zahlte sie ihm im KafseehauS einen Kaffee mit zwei Semmeln. Der Fremde ging scheinbar auf den Vorschlag der HaüsgHrlsin ein, suchte jedoch sofort den Akademiker auf und verriet ihmden .ganzen An» srhl-ag und die Sache Wurde angezeigi. .Tor Poli^eiarg. der bei der Uebrrstellimg der Hausgehilfin auf die Polizei, das Mädchen äntlich u-n!erfncht"hatte, grvb em Gutachten ab, in welchem e8 wörtlich heißt, daß die Hansgehrlfiu rtn be irrbar und'unbelehrbar,in den. Akademiker verl iebt ist. daß sie noch invmer nicht die Hoffnung, aufgegeben hat, «r werde sich ihr.zuwenden, daß aber sonst.eine Geistesstorn-ng an ihr nicht wahr« nehnvoar ist. Nach vier^ehntägiger Hast wurde die HauSgvhk-ffin unter Einstellung der Untevinchung aus freien Fuß gesetzt, der Akt jedoch dem Bezirlsgericht« abgetreten zur Amtstbcmld^-nng gegen die Ha>uSgchPiu wegen vevs-uchter- Anstrftun>g zur Miß» Handlung des Mademi-kers. In der Verihgndstmg war die Angeklagte des Tatsächlichen geständig und betonte -daß sie lediglich ihrer Schadenswiide Nechnung, tragen .wollte,, wenn der Wcvdemiker, an den sie, wie sie, jetzt einsehe, keinerlei Anrecht habe, verprügelt würde, daß sie ihm .nachgchen und daS Lied „Schah, wo hast du denn die schönen, blauen Ängm her" hätte singen können. .Der Richter verurteM« 'di« Beschu'ldigt« im Sinne der Anklage zu einer Geldstrafe von 100.000 Kronen, eventuell zu einer durch.dre Unt«rsuchu>nigSIH»st bereits verbüßten Ärreststra-fe von 48 StstNden. f WerbetAbonneuteusürdre f 1 „Wiener MWWM^ AechMM WrdWMdeff. Mi tA WMkiia. % TSiigkeit d^r ZloMischrn HYptzßhekarhqtL . Elms, der wesenllichsten Hmdir,vmsi« .d?r wirtsch^t-Uchm Enttvicklmrg ^tetz JsvaSls war seit Iöhren ' die manigÄnd? ^ypoHekarkreditörtzlAMion, welche die 'gewiffe. Möb'ilrsieruüs des JÜrtnvbMarhesltzeS. vechinde-rt und '.da>mi-t auch dfe ®n’t» Wicklung des städtischen u,xd ' landwlvHojitlichkn,..Et«vnVbMeS verhinrerte. Sowohl der stadtilsche Hausbesitzer M. auch der Lackwirt waren in ihrer wirtschaftl'chm BewoglichkeiL dadurch» gchommt» daß chwen nicht die MäghichEeit geboten war,-in Form her Hhpo'hekarkredite ihren Im>mobiiliewbesrtz zur-Beschaff,uug der irovwendi>g?n JnvestitionslNÄtÄ und sonstiger -lan-gsristiiott Änfogokredite heranFuzichrn. Daidurch mußte sich ein« gewisse KredMchMait eMyickM, da hetkamntÄch hie HypsthekaÄttdite im jhreditWen eines jeden LauhcS. eMe. bedeutende -Rolle - Eine der wich'Men Ursachen des MaiNHÄS der Hypochvkarkredite^ivar das Fchlen geordneter GrEdbücher noch westlichen Bogrisfen. Unter der türkischen Herrschaft . haben sellS Nächlassigkest . dex' VevwÄitm»g»->.:-teN-. Wdere im--Wesew ber-i Mentalität:.der damaligen, türkischen Behörden liogrnde Mo», mente, -die hier -vicht. --n^er.-.. .-«Svt^- -.-werden . di« ArÄage. richtiger Grundbücher uumoglich gemacht. Erst in der . Letzten Zeit hat die Regierung Palästinas emen äghptüsch-enMchrn Geometer . urvt - der A-nilage .. geordneter Grundhücher betrcnvt. Nur die-jüdischen Kolonien besitzen seit, jeher: genaue Rvgistriernngen über die jeweiligen BesihPerhältniffe mihren Dprengckn. Trotzdem war auch diasen Verjeichnuingen kein offiziell« Charakter beigeilegt, so daß auch ste nicht zur. Abwickl'ung der Hypo-thekangsschäfte m dom , für chve.^ Eidtwickluing notwendigen AusmaßesherawWogen wurden.?.- > - Es ist das Verdienst-der zionistischen. - ^Vganisattyn,: daß sie' auch hier den ersten Schritt , gehan trnfo die Entwickl-nng des. Hhpothekavkredsts in Erez Israel durch - Schaffung einer eigene« Zionistischen Hhpothekarbank an-gebchnit hat. ' ... . .' / Welche günstige Entwicklung diese tzvpoihMrbünk :grncmvmen hat, zeigt em soeben vvrösfenttichter Bericht ..über, die smanz'ielle' 'Lage^dieser Bank. Danach beträgt, Hr.Msrnk-a^ila'l 200.00g ägyptische Pfund. Äävo-n.M^ ein MeM', gssö" 60.0Ä Pfund, mich - schon bar"' eingazcchltl Mit' wÄcher'. Sepivst-ät und Vorsicht'die Bant bei der Äbwicklmrg ihrer Geschäfte' vovgcht,' zeigt der llmstand, daß - har Eigenkapitai der Bank nicht M Gewährung von . Darlehen, sondern nur zur Sicherung der vo» der Bank ausgestellten Hypothekarobligationen verwendet wird. Es ■ ist. dies banktechnisch dos seriöseste und denboar MWcste GrschästSpr'mPp einer HypochetaobmÄ,-.daß.in einem solchen Prinzip'HrM Äusd-ruck kommtt.: Donü^eS bedeutet nicht nur aine Sicherung der' Tätigkeit" dev' Bürck»- sondern in nach "viel wettgehenderem Matze eine 'Sicherung "derjenigen, .welche.' solche HyochBarMigationen übernehmen, weil ch'nrn die BaE immer auch persönlich hastet. '..7.... ' - Die ZioMstlsche. HypoLheSarbaN M?^ämt-ich' auch, das' Recht, auf Gruud der van ihr' bdl'Mteü Hyp-vcheken im selben, Ausmaße festverzinsliche HypotheZarobligatsdNen -"'hetauszu- Heben, und vevschcssff . sich ' durch die Bagebu-n-g solcher Obligationen das - Betriebskapital -zur Entrievrmg weiterer HyPachMvkedite. Der Keren Hajessod sPaläst'incva'ufbausv'wds) -und die AuM-PÄestim' - Company heben die U-sbernaihme eines größeren Postens von ObÜHÄwnerl garemt-i-ert. MS Vorschuß aivf die gaEti-evte Udbernahme , haben diese beiden zionistiischen Institute in per Zionistischen Hypochokavbanr 60.901 ägyptische Pfund investiert, wovon 47.647 ägyptische Pfund auf-'M K^ü'-Hü^ssvd' üntz.lLWi ägyptisch« Pfund aus die Anglo-PÄestine Dompany xntsallen. Es'- ist darairs ersichtlich, . daß die beiden zwniistischen Jnftittrtio-nsn der EniwickluPg des "HyswHttärkreMÄ in PKastma das größtesJntereffe en»gegeE»ge«., / r .>. ..--v - :)Im' gäntjen würden an HhpüthÄärdtzüMn, dott'-dDB'rrck. 64.188 ägyptische Pfund gewährt.-Die--Ziffer 'sdyt sich aus der öbgenanntrn Zahl und 8282 Psmw» .welche. oN Zinsen dem Institute zuFvfloffsn sind, zusammen. - - , ■ , , Da sich die Dank in erster Reihe von dem Gedanken der Beschaiffuwg. möglichst' mnsa^goeichkr . Ht)pr>chekavkcedi.te^ für '. .die Wirtschaft PäMmas leiten läßt, so läßt sie sich.boi dvr-Ge-' Währung d«S- Kredits nicht -von-dorn" kleinlichen -StcvrchpumA. der Gewährung eines möKichst niedrigen Prozentsatzes des Wertes der betreffenden HypothMvoLMe..'leiten, sondern ist bestrebt, dabei bis zur wevdmöglichsten Grenze zu-gehen. So gewährt sie erste Hypotheken aus Wohnhäuser bis z« 60 Prozent ihres Wertes, was dvn einer'großzügigen Arfffassung' der Aufgaben der Bank-zeigt. Doch läßt.dabei die Bank' riecht die kredittechnisch noLvendige Vorsicht'' vermissen. Infolgedessen betragt der Durchschnitt der gewährten Darlehen anter 41 Prozent des Wemes- - Der Rückzahlnugsä-uSweiS der zionistischen Hhpolhokarban-k zeigt, wie ernst die Bewohner Erez Israels ihre Schuldner- Pflicht nehmen und wie st« bestrebt sind, itzr« SchüdLn möglichst rasch und'vollständig zu tzoglelch-e-n. So sind nach dem Bericht 96 Prozent der fälligen Schulden prompt vückgezahlt worden, während nur 10 Prozent ihre Aahlungen ckit kleinen Verspätungen entrichten. Seit Tätsgkei'ts>bvg!nin.h«t die Bank uniter 179 Darlehen nur in einem einzigen Falle zur Eintreibung der Schulddurch das M'-tj-öl des exekutiven PeÄcnustS greisen müssen. DieS .zeigt von einer sehr gSsnndc^ Schuldne.vmorÄ der Juden. Palästinas Md bi^et die^GswW -dafür,,.daß.Onfti^-DovbedinguwgenMr die -Nnsbrcitvng des Hypochekapkr^dits WPMstkna-kchwrihrnide». sttch.-> durch... '-io^vstzsche Initos-iveT. /»eMweiL^r.^i^dM schritt. ^r«r. Fhrdertlng -i'der Wirtfchpft'.PKMür^-/'ersEHttich-'>?.ün "nommm werdem. Die SchSdeü des Ausglekchr 1Rr Schüldttn «nd SlSubiger. v; In der Zeitschrift der SchuhdäMer.^Der Schch"..be) spricht der Schuhfabriksindustrielle Brunnmülle-r in.sehr - nttevessamer Weise ,->ie Bilanz der Insolvenzen'^ m'-seimr Branche. Ein Teil dieser Betrachtungen ist auch für dis Är'ige GtzschLftlyvett' von 'JniereH,. da dir zahMchen, In- . solventen während .der. letzten Z-eit fast-alle Branchen Mch-.' fnaßigtrafen. - - ' - : ' \ \ ' DLr Bersasser tM vor allem der irrigen Anschauung/ bei Kaufleu-te enhZegen, die der Meinung sind, durch die Insolvenz eines Geschäftsmannes einen - KvMrrenten zu verlieren. Mirch die drückenden Ausgleichszahlungen ist-ein in-, fokdentrr Kauftnann gezwungen» sich um jeden Preis Geld, zu^' devschasftn. Da er tmr einen prozentuellen Teil der Einkaufssutnm-e bozchlen muß, verkauft er zu Schleudevpreiftn und, koirkurrrert so dem solventen Geschäftsmann. Durch die zahlreichen Insolvenzen. sjnd auch, die Großhändler überaus, vor-, sichtig. Sie restringieren die'Kredite. Dadurch wenden auch die solvent«« Kaufteute- Mroffen. / ' ' Problematische Dortelle de« rnsolventen Kaufmamres. i ' Ue-ber die Ävt des Ausgleiches bei der Schühbrarrch« ist zu bemerken, daß die Ausgleichsquot« in dieser Branche selten unter 60 ..Prozent beträgt. . Die DnrchschniibtLauSglelchS. guöde habe sogar 64" Ptozent" Setrogdn! M BeÄmrtüng, 'daß' bei einer solchen Quote noch.-j-armer.- ein gutes Geschäft gemacht wird, ist falsch-, de««-mit. Mer Summe ist es noch nicht! abgetan. Es kommen Mch ^N. die bevorzugten' Forde«! wngen, das sind rückstäMge Steuer«, Gebühren/ Gchalte und Sozialversi chrrungsbeiträge, welche voll gezahlt werden , müssen und zirka. 16 Prozent der Summe auSmachen. Wetters müsse« auch die gerichKichen AuSgleichÄosten Uvder Rechtsanwaltbezahlt werden, welche Beträge weitere 12 Prozent betragend und schließlich kommt «och der Schaden der Geschäftsstörung .'itv Betracht. Im Momeatt der Insolvenzerklärrmg hört die KrediigewähMng von sevten der Lieferanten vyllstantzig auf. Da in.>lge der Barzahlungen das -Lager nicht erneuert.werden und die' Stammkundschaft Mt befriedigend bedient wwde« katzn, verlauft sich diese. Die Regien aber bleiben während der , ganzen Zeit unverändert. Die Lösten dieser GeschrftSstörung! werden mit weiteren 15 Prozent ln Rechnung gestellt, so daß' sich schließlich 'herausstellt)'-düß die samten AuSgkrchskosten ' '' 80^W .80 Prozent, betratzrn. Der insolvent« Schuldner'bat ft*! ' Mit fast alle s. wieder zu bezahlen und hat .sich «och d-zü-. Schäden 'zugefu-gi, der' mt noch Jahren wieder g-ntgemacht > werden kan«. Schließlich' ist nicht zu berg?ffen, daß die Aus-! tzleichsraten oft. so. schwer zu. bezahlen sidd, .daß schlftßUff'. doch zum Konkurs kommen muß. für 'd<e Kesmrte^ I«dt»»He imd Reklamewestn. -- AiNrineneatmc CZERNY & BflZANT, Wt«n< 1», Arenbergri«g Nr. 7 ©cti Privatverkehr. Jm gestrigLN privgten Effektenhandel Po« Geschäft zu Geschäft herrschtevollMydjtz« - Ruhe. Die-. Löndenz. war mit Rücksicht auf die. günstigen. Ber-ichtr aus' Piag Und ' Budapest freundlich^ ' ' ' Pöstsparkaff« und SchMingrechttuns. DaS Ppstsparchnen- > amt bringt zur Kenntnis, daß bei dem. umstand, älSIdie Post-! ämter als seine Sarnmel- und Zahlstellen die Schillingrechnung; in. nächster Zeit noch nicht, aufnehmen können, im Pojtspar-! faffenverkebr bis auf we.iterüs die Nechnung in Kronen -e-. stehen bleibt. Erlagscheines Schecks, und Kündigungen im Spar-.. verkehr sind somit nach wie vor in Kronen auszustellen. Sobald das Postsvarkassenamt zur ' Schillingrechnung übergeht, wird cs dies altgemem verlaütbärem ' . Die Grazer Südbahnwerke — ein felbstarüigeS Unternehme«. Am 29..d. ffttdet die konstitu-ierende Generalversammbu'ng der Süd bah «.werke Ä.-G. statt. Wie be-j karrnit, sinid di-e Grazer SübbH>niwerke feinerzctt auS 'der SiibbcnhiniAe^llschaft ans-.F-?schieden, um im Vereine miiit der.Sklarz-,! schm Me-tallum A.-G. em. ,ftibstÄrd'.ges Hntemchmen. zngründeri. Es ist nicht bekannt, öb durch AuftMmg der Möllersdorfer Affäre die Grunduurg hM-ausgeifchoiben wende und vb Herr S k l a r z' noch weiter m derneuen Ge'Mschaft vsrbloöbit.! In der GsrE-vcrsamm1.Mg .-wird wcchr^cheiinAch bekamtitwerdenob und in welch m Maße sich die MetaMm- A.-G: an dreftm.U-niernehMn.beteilige« wird. Das Feiertagögeschäst. Die Befürchtungen der Kaufmannschaft, daß das Feiertagsgeschäft völlig versagen lverde, sind glücklicherweise .nicht' einpetroffen. Seit dem Goldenen Sonntag herrschte ’ in vielen Geschäften ein lebhafterer Verkehr. Dies i kain'mehr in . den äußeren Bezirken, als in der innere« Stadt zum Ausdruck. Die Mode-, Strickwaren- und d>- sogenannten Branchen des praktischen' Haushaltes blieben be-. vorzugt.' Das Warenhaus G'erngroß war der Anziehungspunkt sehr großer Käuferschichteni In einzelnen Stunde« mußte« mehrmals die Eingangstore geschloffen werden, um den Zustrom der Kunden bewältigen zu können. Hier zeigte sich die Großartigkeit dieser Großwarenhausorzonisarion, welche in alle« Punkten vorzüglich klappft. Von den großen Modefirmen übte das Haus K r u p n i! in der Kaiserstraße eine ungeheure Zugkraft' ans.'Die Kunden bildeten förmliche Polonaisen, um' borznkommen Gerade hier zeigt es sich, wie süchtiger Kavsmannsgeist verbunden mit weitgehender kaufmännischer Kulanz und.Großzügigkeit auf das Publikum wirken kann. . i : Dir Entwicklung dcö bsterrcichischen Tabokmdnopols im Jahre 1824. FÄ das" Labakmonopol bednrtet daS-.Krrftnjahv. 1924 erfreu-lich-erweife' ein Jahr fyrtschveltender' K o n s o t i- >d i e r u n g. Der Verschleißerlös bis Er^be N-ovembcr dieses Jahres betrug 8,2 Billionen Kronen, gegen 1,6 Nillianrn Kronen für den gleichew'ZeftMZ-m ^2 'Vorjahres. Diese bei BerücksichdMng wt allgem-eine« Laige doppelt 'deft.iodbz-cnde E z* i v'-o aus oine ' ■& S