Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2100 (24.12.1924)
- Date
- 1924-12-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. StÖÖ Wien, MittwoH Wll|9 VV IHJ w Las MtzEr _ » . 12 „Verletzungen" und 14 Vcrsatzzettel. Am 20. b. erschien die 19jahrige Tochter eines Ge- MischtvarenhaMers ' ans' Margareten - beim Polizeikammisiaeiat Favoriten und erstattete die Anzeige, daß sie in der elterlichen Wohnung einen Einbruch soeben entdeckt, daß sie selbst überfallen und verletzt worden sei. Dabei wieS sie Verletzungen am linken Unterarm und an der Brust auf, die jedoch leichter Natur waren. Das junge Mädchen gab an. es sei am kritischen Tage von et.va halb 3 Uhr nachmittags bis 5 Uhr in der Wohnung ihrer Tante, der Hausbesorgerin, gewesen, nachdem es vorher di« elterliche Wohnung sorgsam abgeschlossen hatte. Ms das Mädchen dann gegen 5 Uhr nachmittags in die gegenüberlietzen.de elterliche Wohnung gehen wollte, stellte es fest, daß die Eingangstür wohl eingeschnappt, aber nicht versperrt war. Sie wollte die oberhalb des KüchentischeZ längende Gaslampe anzimdeii. In diesem Augenblick wurde sie, ihrer Schilderung nach, von rückwärts an den' Haaren gepackt und zu Boden gerissen. Als sie daun in der Lage war, um Hilfe zu rufen, war der Täter, ein Mann, von dem sie keine Beschreibung infolge der Dunkelheit anzugeben vermochte, bereits spurlos verschwunden. Auf die Hilferufe eilten Vevwandte und Hausparteien , tu die Wohnung und trafen das Mädchen in sehr erregtem ' Zustand mit den Verletzungen an Armen und der Brust an. Nicht weniger als zwölf Verletzungen leichtesten Grades wies die Uelerfallene auf. Die Laden des Schreibtisches waren erbrochen und auf dem Tisch selbst lagen zwei Stemmeisen. Der Vater des Mädchens stellte sofort fest, daß aus den Schreibtischladen Schmuck und ein lederner Geldsack. mit etwa 500.000 Kronen in Münzen und eine' Pistole im Gesamtwert von etwa 15 M i l l i on e n Kronen fehlten. Die' Handlerstochter wurde nun einem eingehenden Verhör unterzogen, blieb aber fest bei ihren Angaben. ,. Bei der Durchsuchung stießen die Beamten nun 'aus einen ausgestopsten R a u b v og e I,, der über der' in das. Zimmer führenden Tür hing. Als man das Tier herunterhob, zeigte sich dahinter «in großes Loch, in der Mauer, in dem das Goldsäckchen mit dem vollen Betrage und noch überdies 800.000 Kronen verborgen lagern Bei einer tveiteren Durchsicht fanden die Kriminalbeamten im Kabinett versteckt über einem an der Wand hängenden Bilde, die Pistole und in den Mätrazcn des Bettes des Mädchens vierzehn Versatzzettel. Nun -bekannte das Mädchen, daß der Raubanfall fingiert sei und gab an, daß es schon seit längerer Zeit, um sich GÄd'-zü'MrsWM-'.-chre.m^ Vater Wertsachen entwendete, und^versetzte: Schließlich habe es den großen „Eonp" geplant und sich einen Einbruch mit Raubüberfall zurechtgolegt. Mit de« Kind in dm Tod gegangen. Montag nachts bat sich in Währing ein Familiendrama, ereignet. Die MjAürige Private Flora H ahn wurde mit ihrer, zweijährigen Tochter Aloifia in ihrer.Wohnung in der mit Leuchtgas erfüllten Küche tot ausgefunden. Der Hahn des Gaskochers stand offen. In der Küche lag auf dem Fußboden, die Frau mit ihrem Kind. Ein an den Gatten gerichteter AbsÄiedsbrief gibt Unstimmigkeiten in der Ehe als Grund der Tat an. In der letzten Zeit bat Frau Hahn ihrem Gatten, dem Buchhalter Jakob Hahn, angekündigt, daß sie ihn mit dem Kind verlassen werde. , Las letzte Mal. Eine Chanukkah-ErzLhlung. Bon David Frischmamr. Draußen braust der 'Wind durch die finstere Nacht, rnntb «in dichter Regen schlägt heftig an die Fensterscheiben And ans Dach. Drinnen aber, in der Stube, leuchtet es in jedem Winkel, und Wärme und Licht fluten in die Seele. Im silbernen Chamikka-Lämpchen brennen bereits acht Lichtlem. Ihnen zur Seite, verdrückt und. halb geschmolzen, der „Scha-mmes" aus Wrchs. Knisternd und spritzend flackert sein Feuerchen. J>m ledernen Lehnsessel sitzt die Großmutter. In feiertäglichem Schmuck und mit. feiertäglich leuchtenden Augen. Die gellben samtenen Bänder der tief m die Stirn gedrückten Haube flattern hin und her, die großen Brillantohrringe blitzen. So.sitzt'sie versonnen da,. und wir alle sitzen um sie herum. Ich auf einem Schemel zu ihren Füßen, den Kopf in ihrem Schoß.. Die Alte sitzt und sinnt unablässig, die dünnen Lippen bleiben aber fest geschlossen. Ein göttliches Geheimnis liegt m ihren großen, klugen Augen. Die Stirn ist voller Runzeln, der Rücken, gebeugt, die Hände zittern, die Stimme bebt, doch die Äugen leuchten «lebensvoll. Was haben die Augen nicht alles gesehen! Was ist nicht schon alles an diesen Augen vovbeigezogen! Still! Jetzt erhebt sie' ihren schweren, vom Simren «Eden Kopf. Kinderchen, ich bin alt, nicht Ivahr, ich bin alt! Mehr als der Sand des Meeres sind meine Nächte .und Tage,.nicht:, «wahr, mehr als der Sand des Meeres! Aber das, was ich euch jetzt erzählen will, ist noch älter als ich, -um etwa 'zweitausend Jahre älter." Draußen webt noch immer der Wind und Pfeift seine harte Melodie, aber die Stimme der Alten übertönt den Stutm. ,, /Finder," fährt die Großmutter fort und richtet ihren Kopf hoch empor. „Ihr. meint sicherlich, ich werde euch -vieder die alte ChanMah-Geschichte erzählen. Ihr irrt Wiener Morgenzetturrs. 24. Dezember 1924 Seite 3 Nr. Safes Sie Briefmarkensammlung der England. von .. Bor eimgen Tagen.feierte her bekannte jüdische Schrift-;fteltt'cc und Gelehrte Dr. Josef Klausner seinen 59. Geburtstag. .. .; , ... , . >' Geboren im Jahre 1874 in Ulke Ulkt bei Wilna, be- .suchte er in seiner Jugend das Weder -und die bekannte Ldessaer Jeschiwa,. wo er eim strenge jüdische Erziehung genossen hat. Er absolvierte als. Cxternist die-Gym-nasialstnldien und besuchte s-odaNn die.Heidelberger Universität, an der er :; Ph iloso phie und - Sem itologie studierte.' Im Iah re 1902 er-. i reichte er den. Doktorgrad der Philosophie. In der hebräischen Literatur war Klausner «bereits im Jahre 1893 - mit ainem - wissen,s'chastlichen Artikel' über „Moderne, hebräische Worte"' (tut Hcvmeliz) hervorgetteten, in.dem er die - Entwicklung der hebräischen Sprache einer eingchenden Untersuchung unterzog. Klausner MM znden . ersten hebräischen Schriftstellern. Rußlands, tzLe für die '-Belslmng 'der hebräischen Konversation rin- .traten. Erschloß sich auch dein Jdecngang'Achad Haams an rmd wurdeder Populärisator ferner Ideologie. An der von Achad Haam begründeten habräischrn Möieats'schcift-„Haschiloach" 'arbeitete Klausner eifrig mit und verössentilichte hier eine ganze Reche n publizistischer und .' wissenschaftlicher Aufsätze. Seit 'dem Jahve 1903 gchLrte- .MausnM dem. engeren Redoktionsstaibe des „Haschrloach" an. - . . i.--- ' ' 'Abgesehen von semev pMizistisch-wifsellischastlichen Tätigkeit arbeitete Klausner auch in der Zionistischen Organisalion ' Rußlands eifrig mit. Noch als junger Student schloß er sich; der Ghowewe-Zion-Bewegung an und. lbeim: Auftreten -des ' Politischen Zionismus 'kämpfte >or für die Mlturbewegung Achaa-d Haams^. wobei er .jedoch. jederM eine' möglichst breite' Gogenwartsarbeit der . Zionistischen'Organisation in der Galuth empfahl. Als Mitglied des Ooessavr Komitees trat-er ssttts für die praktische Pa-lästinaarbeit ein. und war auch'em-er -der Wortführer -der russischen ZiEisten auf.den' .zionistischen Kongressen.; :. : r. > *. . ■. . In literarischer Hinsicht beschäftigte, sich Klausner vorwiegend mit l i t e r a rh t ft d x i sch e n The m e n. Zn seinen '«besten Schriften zählen-sein: in Buchform erschienenen V orlesungen.über jüdische Geschichte, die er vor dein Kriege an der Qdessa-n Jeschiwgh. gehalten hat und von denen, bereits zwei Bände erschienen sind, die die Geschichte desjüdischen Volkes bis Hercdes behandeln und ein ungemein wertvolles HarMuch bilden. Einen äußerst wertvollen Beitrag zur Geschichte der jüdischen Mesjiasbewegung.lief-erie er mit seiner gründliche Arbeit über den ' „Me sfigs ge danken. ^Israels". In seiner Geschichte der modernen hebräischen Litemiur, die auch vor kurze-m in 'deutscher. Uebcri-etzung - er- .schjenen ist, liefert KAuSwer eine knappe,' aber'inHaltsreiiche ' Darstellung der modernen hebräischen Literatur seit Mendels-; sohns Epoche. Erst vor kurzem hat Klausner sein stn-wd Work „I e.s u s C-h.ri st us" herautzgegchen,. am dem. er. über: zehn' Jahre arbeitete und. ein> auf ungenlein gründlichem Quellenmaterial beruhendes Lebensbild des Schöpfers oes Christentums bietet. Dieses ■ in hebräischer Sprache erschienene Buch fand in der hehvä-ischen KvM einen starken Widerhall und iwrvd von verschiedenen Seiten stark befehdet. In seiner Sanmlung von Essays und Studien „I u d e n 1 u m u n d Menschheit" versucht er die Wochfelbezr-ehnugen zwischen dem Judentum und den -allgemeinen Men-schlMsidealen Aarzulsgen. Im Jahve 1920 - übersie.de'lte Dr. Klausner nach Palästina, wo er in Jerusalem das Organ' seines Lehrers, den „Haschiloach", herausgibt. i - Der /Briesmarkeus-mmnlungen gibt es unzählige ' Die^ , lucifteu bleiben Durchischnitt, qualitativ wie quantitativ, müssem i es. hlei-ben, denn zu jeder Art von Sam-moltätiMt gchört Geld, t und Zeit. Und nur die Glücklichen, die beides in reichsten^ Maße' i besitzen,' könilen sich Sainmkmgon -anlegeu, die über das Maßdes Durchschnittlichen hinaus zu Luiltuvg-eschichtlicher Größe und^ BMutnug qitwachsen. s Die Briefmarke, obwohl staatliches H-cheitszeicheu, ist ln! erster Linie - der Sainrmvltätigkeit des P r i v a 1 m a n n e s^! überlassen - geblieben. Und hier haben einzelne, dank ihrer' 'Mittel, sehr bedeutende' Saunnlimgen AU'stands gebracht, die in-' folge ihter kulturhistorischen Bedeutung allgemeines Interessei 'vewienen. Eine ganz außeroche'Mche MaDkensamnilunig ist dle des,;gegenwärtigen Königs Georg des Fünften/von.England.- Ein besonderes Gemach, Stamp-Roo'm genairnt, das sich; an das Arbeitszimmer.des Königs anschließt,. -belvaihrt dieses philatelistischen Kostbarkeiten. Die Sammlung Georgs des; ^Fünften ist eine Spezia-lsammlun-g. Sje umfaßt nur^ die Marken des britischen Imperiums, allerdings in erst-, klässiger Aufmachung und' nicht zu überbietender Reichhaltig-, kvit. Auf dieiftut großen Spszialgebiet ist sie sicher so vollständigs wie. keitte zweite. Außerordentlich seltene Stücke sind mchvmals,! f-a bogen weis e,.vertre1en. . , .! i Die bedchrieMten Marken der Samm'bnng sind die Ibe-s srühntteu^^'beidM^^^Post^^Offive von Mauritius mildem Kops der Königin Viktoria.vom Jahre 1847..Diese gchörm bekannt-j ilich zu den seltensten Marken der Welt und sind nur in gang'« wenigen Exemplaren erhalten. Die 1 Penny Post Office, rot-! igM 'ach^BrioMück/ist. vom 'König ^vox Jahren um 709 Pfunds;erworben'- worden. Sie reptasentiert heute das Violfache desj einstigen Kauspreis-esi Die 2 Pence blau, noch gefeierter, hat! semerzett bei ihrer Entdeckung viel Aufsehen.erregt. Sie wurde' -etliche Jahre vor dem Kriege vom König um 1400 Pfund er-! worben, der Höchstpreis, der je vor dorn Krieg für eine Marke ' ibchahlt wurde. Auch die übrig-m alten Manri-tWÄmsgaben sind^ ^gll-änzeNd' vertret-eu, darunter außerordentlich seltene Fehl»! drucke. Die "ersten Ausgaben der Antillen insel Nevis finde»- sich in ganzen Bogen, Marken, die auch in bodeute-ltden Sammlungen oft nicht einmal in einem Stück vertreten sind. Hervor» ' rckgend. ist die Sammlung der Australiemnärken, auch darunter wieder erste Seltenheiten in nrchreron. ExonchlarM, die der König von seinem Wsnch in Australien heimbrachte. Die!Samntl'ung, die der König wie seinen Augapfel hütet, ist außer «der intimsten -Umgebung kam: jemand zugänglich. Der Könj» selbst hat allein den Schlüssel zu seinem Stamp-Room.! 2er pädagogische Verkäufer.! . . Die Gegenstände, die ich einzuLaufen wünsche, zerfallSH, erfahrungsgemäß , in zwei. Gruppen: in solche, die nie existiert j hcchen, und in solche, die gerade ausgegangen sind. Welcher! Gruppe der jeweilig gesuchte Gegenstand angehört, hängt, vom' Temperament und der pädagogischen Begabung des Berkims-ers' cch. Diese pädagogische Begabung ist entschieden für den W-' wchvkamps („ausroden" genannt) stärker als für die Gewähvnn-g, laßt sich doch das.Leitmotiv der Wiener Verkäufer in fcem Satz zusammenfassen: Das we-rdM wir ihm schön noch abgewöhnen. ........ Von düsteren VorgeMlen erfüllt, begab ich mich m hie Stadt. Als.Erinnerung an eine Reise nach Unteritalien suchte euch! Was der böse Antvochus inr Sinne hatte, wißt ihr schon alle. Etwas anderes, neues will ich euch erzählen, eine Begebenheit, die sich Ebenfalls in Jerusalem, ebenfalls' zur Zeit des Rntiochus, zugetwgen hat. Aber sie ist mn einige Jgshre älter als die Channkkah-Geschichte. Es ist die, Geschichte von einem Judenfungen, der ins. Cheder gegangen und dort in Tränen ausbvach, nicht weil ihm je-' man-d etwas'zuleide getan hatte, sondern weil seine Seele ergvifsen war und ihm sein kleines Herz gar wehe tat . . Wieder-schwelgt -die Alte, und ihre dünnen Lippen schließen sich für eine. Weile.-Dann IbcKNM't sie -zu .e^shlech md ich sitze zu ihrerl Füßen, den Kopf in ihroin Schoße und lausche. . . . In den Gassen von Jeviifalom. Die. Häuser' schimmern im Lichte, d^is. vo,m hellblauen Himmel flutet. Weiße Wölklein.ziehen müde im Blau dahin. Die Bgume tragen große, grüne Blätter, die sich in der stillen Lust kaum bewegen. Es ist ein heißer Sommertag des Jahres 3590 feit Erschaffung der Welt. Auf der Gasse spielen die Kinder, lachen, tr.ei'ün Unfug und freuen sich ,F>er Sommer ist da!" Unter ihren Füßen funkelt der gelbe San-d, über ihren -Köpfen brennt., das^ Feuer der Sonne. Ihre jungen Herzen sind geweitet, pochen stürmisch ,rmd «wollen vor «lauter Wonne Vergehen. Plötzlich hören sie eine Stimme: fernen, lernen, Kinder, es ist Zeit für die Schule!" Die Kinder schrueü sich um. Ein alter, schlanker Mann steht vor ihnen, mit langem, weißem.Bart und streng-, ernster Miene. . Wer vonihnen 'kennt nicht diesen Gxeis? , Wer weiß .nicht, daß 'es,'.Jossl ^ben Jo.eser aus Zreda ist? Je, länger er dasteht .uud die-Kinder betrachtet, um so milder wjvd sein Gesicht, -und seine Augen werden feucht? „Uns sind nur die Kinder-gMe'ben," .spricht-er leise zu sich. „Nur , diese einzige Stütze, au die sich ein ganzes' Volk lehnt. .Wvhaben nur noch die Kinder ... - Tvübe^^ Gedanken-stürmten auf ihn ein: Ms ist' aus seinem Volk -geworden? Noch wohnt es'' Lvar im Land, im La-nde Israels, aber das 'Land ist nicht mehr sein, es gehört dem griechischen Statthalter Antiochus,! der j-etztz. in Aegypten Krieg fsihrt und hier als settren Stellvertreter den -Andronikus eingesetzt hat. Dieser Bösewicht! regiert mit unbeschränkter Macht und zertritt, die letzten. Funken , des jüdischen Geistes, um aus Erez Israel ein. neues Griechenland zu machen. Er trug griechische Sprache, griechische Sitten und griechische Gebräuche überall hin und wird nicht eher ruhen, bis er ganz Jsmel hellenisiert. hat. Die Gassen Jerusalems, haben keine jüdischen Namen mehr, die Münzen Judäas werden emg-ezogen und twt«| griechische dürfen zirkulieren. Den Kindern jüdische Normen zu geben, ist weiten, sie müssen griechische Namen tragen. Die jüdische Flagge mit den jüdischen Farben hat er entfernen lassen und durch eure griechische ersetzt. Selbst von der 'lischkath hagasith, wo das Synhedrion tagt, hat man die jüdische Fahne herabgeholt umd eine griechische gehißt.. - Noch -war der Hohepriester Ehonin-o geblieben, ein - Mann, der sein ganzes Leben eingesetzt hat, um den letzten Rest des jüdischen Geistes zu erhalten. Da kam Andronikus, j -ließ ihn. meuchlings ermorden und setzte an seine Stell«! den Abtrünnigen Menelaus . . . ,Mir haben nur die Kinder, geblieben ist uns nur dasj hevammichsende Geschlecht," flüstert, aus seinen Gedanken, emporsahrend, der Lehrer. Sein Gesicht wird noch ernster, und strenger tönt sein Ruf „Lernen, lernen, Kinder, es ist, Zeit , für die Schule!" Die Jungen raffen sich auf und laufen eilig davon., Mehr.als,alle beeilt sich der kleine Joeser, der jüngste So'hrr des Rabbi Jossi. Die Sonne leuchtet aber so verführerisch, daß es dem Knaben schwer fiel, die frische, duftende Luft, die unter^ dem blauen Himmel sttömte, zu verlassen,'um in die enge. Schule zu gehen. Lustig und mit leichten Gedanken kam der. Ueiue Joeser über die Kidvon-Brücke und hielt eine Weile vor dem Laden eines Griechen an. Sein Auge lwurde vMfunkclllde-ln Spielzeug gefesselt. Bald aber zeigte sich oufj der Schwelle des Ladensein griechischer Sklave rmd fchast das Kind aus. Joeser. reißt sich los nn-d rennt atemlos ^44455 ^494 1176