Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-12-21 · Heft 2097 (21.12.1924) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2097 (21.12.1924)
Date
1924-12-21
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981180--21436-3008745
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. ZlM Men. Sonnig Wiener Mor^rnzerlung. ZI. DezemLer 1991 Seite 11 0 Pf B E I C H T § Wintersport und Mode. Mit freudiger Spannung erwarten die sportli-ebenden Kreise Wiens den ersten Schnee. Denn er ist -das Signal zuin Ausflug inS Frei«, zu den Fahrten aus den Sem me-' rvng, nach Mav'azell und zu «den anderen beliebten Wintersportregionen, die num hoffentlich bald bevölkert sein werden. Und beson'ders die Damen legen sich die Fragevor, welche Kle '«dumg sie für diebevorslehende Exkursri-n in die Schneelandschast werden wählen. Eine glückliche Idee, die Populäre „Lady" Skrickmode zu besuchen und dort das Schicke, Praktische und Billige zu wählen. Eine reiche Auswahl liegt auf: fesche S p o r t'sw ea t e r, aparte Mühen iMtfo Kostüme, einfach und bunt gemustert, je nach dem Persönlichen Geschmack der Trägerin. IHUlIll iiHiitji (IIUliHI A'/i rc?c^iTa Modelle der Lady" Strickmode, 6. Bez., MarkchiHerstratze 114, 7. Goz., LerHenfelderftvaße 124 mrd 9. Dez.. Nußdoistrstraße 16. In unserer Abbildung zeigen wir ein originelles gestricktes R o d e l k o st ü m, das, in Jadegrün mit Bananen gemustert ist und sicherlich den allgemeinen Befall finden wird; zur Abwechslung empfehlen wir eine dicke, wy^ige Weste, besonders reizvoll in der FarbenkomPrsttiM Weiß-R-ot-Schwarz. Diese Weste ist mit Men Knöpfen hoch schließbar, wobei <cher der vorteilhafte Schnitt auch das offene Tragen derselben gestattet. Als Ergänzung für die sportliche Ausrüstung sind die buntfarbigen N o rwegerSchalS überaus vorteilhaft. Für die Halle bringt „Lady", wie wir in der Mbildung zeigen, ein Kasackekleid mit Ton im Ton gehaltenen Rosen muster, das sich in den Farben Schwarz-Weiß urch Dunkelbraun mit Gold überaus geschmackvoll präsentiert. Nicht vergessen werden soll ein flotter Jumper, wie „Lady" solche in 'der Kombination Welle und Se'de in allen Varianten auf Lager hat. Für die Kleinen bringt „Lady" neue W e st e nm o d eI le sotvie Sweatergar.nitll.ren, aparte Rodelanz ü g e in Kamelhaar und in bunten Farbonml'ammenstelluttgen. Wenn nun auch der Mann eine feste warnte Weste gewählt und sich mit Hastrlsocken' und Fäustli'Ngen um billiges Ge'd. im Universalhaus ,Lady" versehen hat. dann , ist die Wintersportibekletdung komplett. Außer der HanPtniederlage in der Mariahilferstraße Nr. 144 besitzt „La d y"^ Str'ckmode zwei ebenso reich assort'erte Verkaufsstellen, 7. Bez., Lerchenseld erst raße 12 4, und 9. Bez., Nußdorf erst raße 16. < , _^_ (Entgeltlich.) Pariser Nnswihe. Was ist geschahen? Der Zylinder gehört schon der Vergangenheit am? Dieser kecke Hut, der die natürlichste Folgeerscheinung der maskulinen Mode, der Bubrfvisur! und des Eadonboy-Kragins war? Ja. der Vernier cri schreibt vor: den oben ausdem Kopf zugespitzten Hut in Helmform, von dessen lustigem Gipfel eine kleine kecke Schleife wie eine Flagge weht, wenn nicht gar ein Reiher- oder ein anderes Federbüschelchen. Dadurch erhält die Eintönigkeit der Erscheinung einen bunten, lebhaften Fleck und die Jugendlichkeit der Trägerin erhöhten Reiz. Man sieht also. ein Eindringen der modernen Kunst in die Mode, ein Aufgreisen Worischer. Kinn Teil asiatischer Formen, und vielleicht «werden wir bald densuturi st i s ch e n Hut zu sehen bekommen; denn es gibt oft keine Grenze dort, wo die Laune über den Geschmack triumphiert. or. Herrengarderoben nach M ass und konfektioniert sowie sämtl'che HERREN MODEARTIKEL (Herrenwäsche Krawatten etc.) in mistigen Praliehl H Elt R ENPE itbbcht opossum . . iri jeder Orosse und Ausführung SßfT zu besonders bill gen Einiührungsprelsen! HerrenmodeliausA-BorQnstoIn, Witt, il HoiUndstr.10 Die ewige pelzmvde. ' Dör Pelz, das vinen^ibehrliche, ewig he-gchrt«' Ä>leitzN'.tgSstück, behauptet n>-ch 'nunter se'ni'en Rang. In allen Varianten >u.nd Gattmtisten wi d er getragen, als-Pelzmantel,.als kurzes SaÄa, als Cape und Mtmer ist es wur die DuoMät, die den. Anschlag gibt. Es wäre versch't, M glauben.- daß diel Zeit für ., weit PelM.kanrs fchon' M vorgerückt ler. Es stehen' »ms 'noch., mehrere Wi'rr-lerntr'lt-are bevor na.auch für das.Frühjahr bleM Vor Polziinamtel cder die PelMrbrömrvng en Vogue. Im übri^ gen lauten die Nachrichten vom Mternat-ional-en Fellm.a-.dt, daß die Preise kontimmerlich an-ski-aen und für den Ja-hrrsQnsai'g wirmit einer weiteren Der.tenevun.g gerechnet. Das bvkcntnte PehchaotS Gebrüder Bra<inin in der Glockenga'se Nr. 8 hat diesem Untstande Rechmmg getragen und sich eine große Menge aller Pslzarten aufs Lager gelegt, so daß es! allen Wünchen ihrer Kmrdschaist bezüglich AuHfühvmi.g und. Preislage Rechmmg tvaigen kann. El-egcntt, pvaktich -und -reis-, wert — mit dieser Devise haben sich die Gebrüder BraiiniN, die m ihren eigenen Wvrkstä-ttisn arboilen, die ZusvledertW «ihrer Kunden erworben. Räumungsverkauf von Hutstoffen Bändern K au.000 aufw; K 1500 aufw. in der Bauernmarkt-Filiale M. Ellenbogen, I. Freislngergnsse 1 MASSBESTELLUNG IN FEINSTER AUSFÜHRUNG in Mänteln. Kostümen, Strassen-, Nachmittags* und Abendkleidern, auch Pelze und .schicke. Hüte zu. zivilen Preisen i m sei» r v MODESALON CACILIE KUDISCH l BEZIRK, KÄRNTNERSTRASSE NR, 5/2, M O DE N H A U S „Zum Schmetterling11 Wien, II. Taboratraaae 31 Kammgarn, 130 cm breit .... 65 000 aufw, Gabardn, 130 cm breit . . . , . Ä8 000 aufw. Velours. 140 cm breit.IS 5.000 aufw. ALL A iÄ itEVt n >LLh im GroßeSnstvabl in Persianer-,Lrettsck«snz., robelkeb«. Zobdmurmel-, Vierzmurmel-, russiscben HaturLisam« u. ffobknmäntein __ — . . A zu tief reduzierten Preisen. Sportjacken. , II. Prnlerstrgs?e 9 verbrünnmgskelle und alle Arten Fückse Lep7rie»t 19»4 bj Deutsche 8er!aa««ifta(t, Stuttzart. Nachdruck DfTbtUn. vt. Fsrhrtzims, Die Stadt au der Moldau. Roman. Bon Auguste Hyuschner. . ,^Jch habe dich nie getäuscht; vom ersten Augenblick an habe ich mich zu meinem Wevk bekannt, zu den höchsten Werten meines Lebens. Und daß ich alles opfern würde, um es KU vollenden." .. Er verwandelte sich vor ihr in einen Unbekannten. Sie war ihr fremd, die UneMttlichkeit und Grausamkeit des Mundes, die weißMhende Külte seines Blickes. Da's Wevk, das Werk, ihm gegenüber gibt es weder Sünde noch Verbrechen. Ein Volk befreien, es mit seiner Kraft und JugLnd an die Menschheit scheMn, was bedeute dagegen die Avmfoligkeit eines einzelnen Geschickes. Rüchstchts-loS riß er die letzte Märke ab von seinem Wesen. Ihr Bild fand sie nicht darin. Ihr war, als verginge sie und schwinde, in die Unbeträchllichkeit. Wo war Lüge, wo die Wahrheit? Sie wollte sich gewaltsam zusammenräsfen zur Große der Entsagung, die er von ihr verlangte. Der Glaulbe war zerbrochen, an dem sie vermocht hätte, sich zur Höhe aufzuschwingen. .Im U-elbermaß seelischer Erregung loste sich ihre Versklavung. Die Ursprünglichkeit ihrer Weibnatur wurde für Augenblicke frei und erhob den Anspruch ihrer Schwäche. Zorn kochte in ihr auf gegen den Mann, der sie in einen Irrgarten gelockt und dann die Flucht ergriffen hatte. Die Damme -der Beherrschung stützten ein. Alles Verschwiegene, Unterdrückte, Unbswußte schäumte aus. ,^kch verabscheu« dieses Wevk. Es vernichtet, was mir heilig war seit meinen Kindertagen. Um seinetwillen.hast - du mich zur LandeAverräterin gestenüpelt Hast mich vom Vaterhaus getrennt und von allen Freunden. Um seinetwillen, ich weiß «'s langst (sie log, zum erstenntal üiberkwch sie der finstere Verdacht) halst du mich geworben. Ich war dir eine Leiter, da du eben angolangt bist, stößt du mich weg. Du bist ein böser Mensch. Ich hasse dich." Und da sie alles bis xum letzten Bodensatz herausgesprudelt hatte, was sich »n ihr an Geringschätzung, Mißtrauen, Groll und Kränkung angesammelt hatte, geriet sie in Entsetzen: das ist ja gar nicht wahr, ich lisbe ihn. alles will ich erduldest, nur ihn nicht verlieren. Aller Wahrscheinlichkeit zuwider lauerte sie auf eine Gebärd« der Versöhnung, auf einen Gnadenspruch. Er sagte, sehr höflich, keine Fiber zuckte in seinem kreideweiß gewordenen Gesicht: ,^Jch schlage dir vor, wir setzen dieses unerquickliche Gespräch nicht fort. Wir sind beide zu sehr ans dem Gleichgewicht geraten. In einer ruhigen Stunde ... Bei dir zulhaurst wird dein« Abwesercheit noch' nicht ausgefallen sein. Ich begleit« dich zu einem Wagen." Sr« setzte ihren Hut auf, ließ sich widerstandslos kn. den Mantol helfen. Als der Schlag hinter ihr. zufiel und das Gefährt sich in Bewegung setzte, war ihr zumute, als sei sie vom Armensünderkarren zum Hochgericht abgchvlt. 38. Hugo v. KronMer -betrat geräuschvoll das Zimmer seiner Frau. . ,-Schon wieder Absagen", rief er verdrießlich und warf eine Anzahl Briefe auf Theresens Bett. „A-uch dei-n Vater und dein Herr Bruder geruhen ihr Nichterscheinen!zn. erklären. Ohne Angabe der Gründe." Unbeachtet festen die Bogen den Teppich herckb. „Unbegreiflich die Kurzsichtisikeit. der Deutschen", schalt der Aufgebrachte und ging mit schweren Schrittest ans und nieder. „Sie haben es nachgerade wirklich nötig, sich mit drn Tschechen zu verständigen. Aber , bietet mast ihnSn eine -harmlose Gelegenheit dazu, spielen sie die Tugendhaften und spucken einem ins Gesicht." Sie grub sich noch tiefer in di« Kisien ein. „Darf ich dich bitten, nicht solchen Lärm zu machen, Hugo, mein Kopfschmerz ist fürchterlich." tisch. Er warf einen'mißbilligenden Blick aus Hr«n Nacht-j ,^Fch werde dein« Sch^asmittel sämtlich konfiszieven, lassen,^ Rest. Dü richtest dich damit zugrunde. Elend siehst^ du wieder aus. Du endest noch einmal in einer Heil-, anftolt." Sie sagte, ohne die von ihm abgekehrte Stellung zu! verändern: ,^Jrgendlvo muß -der Mensch doch einmall enden." Wie nach einem Amulett griffen ihre Finger nach der kleinen Dose, di e sie unter dem Batist des Nach che mdes j -barg. ,rFch Verstehe dich nicht, Rosi", setzte er gedämpfterj seinen Bortrag fort, „du bist von einer Launenhaftigkeit.; Manchmal bist dwgeradezu Panflawistin und trittst für das! Recht unserer fremdsprachigen Landesbrü-der in einer'- Weise ein. Da's soll kein Tadel fein", bemerkte er, dasj s Zucken ihres Körpers mißverstehend, „im Gegenteil. Es! gibt keinen dümmeren Ausdruck als Renegatentum. Es! war immer meine Meinung, daß mehr Mut dazu gehört.^ zu gestehen: meine Ansichten hab«n sich geändert, als sich! die Schlafmütz« einer übersobten Ueberzeugung über den! Kopf zu ziehen. Praktische Politik treiben, ist das Gebot, der Stunde. Wer es nicht erfüllt, über den geht die Zeit! hinweg. Was mich wundert, sind deine Rückfälle in lokale«! Parteilichkeit. Ich hätte dem Einfluß von Jofef Zahradil-'- Gcsinnungen mehr Beständigkeit zugetraut." . „Was ist Vir?" «unterbrach er sich erschreckt. Ein..Ruck hatte sie hoch geschnellt. ^>'ie schien vost, Atemn»! befallen. 'i „Nichts, nichts." Wie von Frost befallen, schlugen, ihre Zähne auftinander. „Ein Krampf. Er ist vorbei,. Laß mich allein." Trotz ihrer Weisung lief er, Kölnisch Wasser, Aether--. tropfen, Riechsalz herbeizuholen. „Kein Arzt", rang sie sich ab, „ich lasst ihn nicht Vor. Nur Ruhe will ich haben." Er stand in Unbeholstrvheit. ,Mer du wirst doch heute^ Mend..." Fortsetzung folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.