Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2097 (21.12.1924)
- Date
- 1924-12-21
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Men. Sonntag Radio-öakou der „Wiener Morserizeitmlg" im „H a u. 3 der D a rrr e" Ergon A.-G., 1. Bez.. Schwedcnplatz 1. Dorfübrung der Wiener Sendung täglich von 11 bis 1 Uhr mittags und von 4 bis 6 Uhr nachmittags. E i ntritt frei. Stein Kaufzwang. Verkauf erstklassiger.R adio-Ap parate und -Bestandteile. Rttdiopronramm für heute: 11 bis 1 Uhr: Mozart: Bundesliod; Eduard St'Miß: Doctvvnon, Walter (Kirchen,arte ous „Dtradella"); Verdi: Ouvertüve zu „Rebukadtre^ar"; Beethoven: Zweiter Sah aus den- 7. Symphonie;.Mozart: Das Bc-ülchon (Gesang); Delibes: Shwia, Suir-e »de Ballett; Goldmark: Im Garten, aus der Symphoev!« Länidliche Hochzeit; D'.n-diwg: §nch'«nstsr.aufchon; Dvorak- Slawischer Tanz. — 1 Uhr: UramaM; 1 Uhr 20 Minuten: Wettor; — 4 bis 6 Uhr: El-nstchoi-teres Ko-nzert S'l- Ving: Lmcke: Srnigspiol-Ouivertüre; Jstef S'ranß: Aquarellen, Walzer; Mozan. Menuett aus -er G-Mnll-Synvphowie; Mosz-- bwsky: Spanische Tänze: Schumann: Dior Lioder aus „Dichterlivbe" (Gezang Herr Dvlving); Pucoini: „La Boheme", Phantasie; Wierriawsky: Legende (V-wli>stww); Schertzstrger: Marchetta. ÄM'ex.ikan.vsches Lr.-d; Fuchs: Donbeam, Imtermegzo- — 8 bis 10 Uhr: Opevirabend, „BenkevustL Braut" don Smetawa. (Bolkscper.) Montag: 9 Ubr: Mavkrbvvicht. — 11 bis 1 Uhr: Konzert SMnlg. — 1 Uhr 5 Min.: Urani-azoit. — 1 Uhr 20 M'm: Wetter. — HaVb 4 Uhr: Wiener Börse. — 4 bis 6 Uhr: FraiNlzöftsche Oper"-. ->n Maillatt: Ouvertüre zu „Das Glöckchen des Eremiten"; Opfenbach: Phantasie aus „Parker Leben"; Gau>bl.ier: Hochzeit in Paris"; Planquetite: .Phantasie aus ,Dste Glocken von Corneville": Leoooue:! ,.Mci>ivselle Angot"; Messager: L'amour masq-rre; Wann: Ta ^bauche: Qssenbach: Phan <>')i n>" v" . * blhrisOne: De-De, Potpmrrri; Christine: Phi-Phi, One-Step. — Hals 7 Uhr: Bortrag Ingenieur P fe -u f fe r über Blitzschutz nnD Antemien. — 8 Hs 10 Uhr: Kammermusik. Bühne und Kunst. Raimund-Theater. „Franziska" von Wedekind und Karlheinz Martin. Ms der Bühne erhebt sich über rot gestrichenem Gebolke sine gewaltige, kühn geschwungene Treppe, die in einen gähnenden schwarzen Hinte-grnnd sich verliert. Linker Hand des Ungetüms eine siisevwe jähe Wendeltreppe. Die weitere Henriche Emrichtnm-g besteht aus dwi Podien. Gin schiefes zu oboner Erde (recht abschüssig) umid zwei im ersten Stock. Ueber die Treppen kommen und gehen die Akteure, hutschen, soriargen, rennen Massenauszüge, aus den drei Podien wird Komödie gespielt, gelebt, Musiziert, gemordet nach getanzt. Rrmmbichne im Guckkasten. Was treppauf, treppab vor sich geht, amüsiert, fesselt, beängstigt, verwirrt, entzückt — umd wer darüber dem Wedekind-Text folgen Bätwt, ist bewmndevn'swert. Wenn die Aufmachung dazu da ist, daß die Dichtung in Ähr untergeht, dcown ist der aparte Abend durchaus* geglückr. „FramziÄa", eine bwnte, geistreiche, m einzelne Szenen ' ergreifende Wedelnd-Revue, wird durch solche Ablostkimg um manche Wirkung gebracht. Der TreMnwitz, die aus sich'baren Schnüren niederschwebenden Kulissen umd Äe Sorge nm die (zuimmdsst) nacktbemi-gen Schanipi-Äerinnen, weüche M d>N»' Treppentrippoln vom Knöchelbrüchen und weit größersmSchaden ständig bedroht sind, lassen es eimsach nicht zu, dem Dichter Wedekind Auzuhoren. Dort wo sich Franziska, das Mädchen, welches höchsten Lebensgenuß an sich reißen will, im den wildesten Strudel der Lüste, Leidenschaften, der Rohheit ümd H "rzensamigst stürmte, nämlich in der. Kaschemmens.zene, wird allerdings durch Karlheinz Martins Jnszsmemng . höchste Wirkung ertast. Für andere Abschnitte der grotesken Ballade ist aber die Guckkastsn-Raumbühne mörderisch. Ganz besonders für FvamziSkäs' Liobesstunde »Mnter dem Sternenhimmel", eine der schönsten EmgÄ-mdgen Wede'ki'Nlös -und für daS Sterben des hold-omsältigen Mädchens Gisl'imid. Frau Durieux deklamiert viri'-uos -und geistreich. Diese Qualität macht es ihr unmöglich, Wedekinds Franziska zu Lsstalten. Herr Werner-Kahle 'ist diesmal öedenUich bemüht, besonders charakteristisch zu sein, veMrt sich im Detail und ist streckenweise manieriert. Seme fü-ngste WodekÄrd-Rolle steht weit hinter älteren zurück, die -ihm zu danken, sind. Ganz hervorragend Herr Scharwenk a, der das Bänikel von den „ausgefransten Hosen" 'unvergleichlich bringt, ferner Herr S k r a u p als ausgekühlter, von überwundenen Lastern getzsichneter Greis u-n-d Fräulsin Kupfer in niackenider Reinheit. Aus der Fülle von Figuren, die Karlheinz Mart-in mit starkem künstlerischen Willen in Bewegung setzt, sind jene hervorgnheben, die dem Fräulein Witzmann sowie den . Herren Schall und Ba r n da $ anvertrau-t sind. (Swt zirbusbunter, mit Schlagern, Nacktsizenen, Davvete- WÜ'Mmevn, Kinoef^kien, reißerischen Tanzmusiksn dicht bespickter Abend. Libretto von Wedekind. O. A. Fohann-Skmiß-Theater. „Pußtaliebchen." Die Operette korrumpiert das' Publikum und das Publikum korrumpiert die Operette. Aus dieser Wechselwirkunig ergibt sich der Zeitgeist, zumindest ein Ausschnitt. Und nun heißt es, über „Pußtaliebchen" von Wilhelur Sterk, Musik von Michael Kvausz, referieren, die .Fabel erzählen,.analysieren , Walzerformen registrieren, PlagiLtsbeschuldMugen vermerken — wie vielte Federn setzen sich in Bewegung, der Telegraph arbeitet hinaus noch dem importbedürstigen Ausland, währerch edle, reine Dichterwerke unlbenrevkt bleiben, - unbesprochen, ungopresen, mit den Sternen Ein, von der Konjunktur unberührt. Aber Pessimismus nieder, Kops hoch; den Inhalt mögen die Leser in änderen-Zeitungen finden. Es genügt zu sagen, daß Wilhelm Sterk dem Operetten-milien gab, was ihm gebührt/ rin paar aktuelle Scherze einstreute, Finales schon Wiener Morüenzeftung. 21. Dezember 1924 Nr. 2097 Nosei Raths Lehrbuch der hebräischen Sprache „Sfath Amenu“ ~ f<ir Schul- und Selbstunterricht (neueste Auttage) Einzige praktische Mehode mit deutscher Unterr chtsspra'-he zur vollständigen Erlernung der he* brätschen Sprache in Wort und Schrift auch ohne Lehrer. Die gesamte Tages* und Fachpresse hat das in fünf Auflagen verbreitete Buch als bestes und für den Selbstunterricht geeignetestes anerkannt. Preis eines gut ausgeslatteten. 400 Se ten starken gebundenen Buches Inklusive Schlüssel nur 2 Gold mark (34.0)0 Kronen'. 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Wiener Modesirmen, richteten alles aus Glanz her. Der Theaterkassier ist beruhigt und die österreichiische Exportbilanz um ein Mtivum reicher. Wien- Budapest Politisch getremrt, darf auch weiterhin im Operettengeiste beinander. leiben u-nd das Rezept Backhendeil—Paprikkahendel, Wiener Schnitzel—Speckgulasch bleibt nnsteMich. v. r. Aar Sru Aeatern. Lolksöper. Herrte, V«8 Uhr abends, ^Di'e Fleder- ' D e u t s ch e 8 V o l k s t b e a t e r. Donnerstag. '/-3 Uhr nachmittags, ,D i e h e i l i q e 3 o h a n n V,8 Ubr abends „D:er W e i über gdeS Herrn-; Freitag, 3 Uhr nachmittags, „D i e Zwilling S s ch w e st e r", mit Leopoldine Konstantin, 7 Uhr „D i e heiligeJoha n n a". ' . Theater in der Los esst ad t. Montag als Abendvorstellung „<B. onki n undderH.a u p.t treffe r",. Donnerstag abends ,1t inValerhatrechtgebab t*, Frellag „Der D.i e ti e r zwei e t . £ e t r e n\ Die Märchenvötstellung „P.ti'u.z essi n H«sch e w in d" wird Mo«-, tag um 4 Ubr nachmittags, DoMetStag und Freitag um »/»3 Uhr nachmittags wiederholt. C a r l - T h e a t e r. Allabendlich l e l l". Donnerstag de» 28. d., 3 Uhr ialzertranm*. Freitag «» 26.' d., stastelbinder. B ü r g e r. t h e a t e r. »o^stellung beg'nnt um ,R e v a n ch e" findet eine D i e T i p p m a m- «achmittags. „ E i n Nachmittags, ,D e r Die große Silvester-Fest-. 8 Uhr abends. Anschließend an .. Aongertakademie mit reich- »altigem Programm und eine gemütliche Unterhaltung statt. L u st s p i e l t h e a t e r. - Montag den 22. und Dienstag >en 23. d., ilsS Uhr abends, «D i e k l e i n e H e i l i g e", mu lharlotte Ander und Josef Jarno. Mittwoch den 34. d.;e schlossen. Mod.ernesTh eater. Dienstag den 23.d., V,8Uhr ibends, zum ersten Male «D e i n süß e.r M n n d .. . (lm ronehe). Operette von DIaurice Main. Heute lebte Vorstellung io« Pierre MalinS M b e n t e u e r i n M a r o kk o". Morgen Rontag wegen der Vorbereitungen zur Pren»iere geschlossen. Kammerspiele. „Küsse u-m Mitternacht" wurden m disser Bühne mm schon zmn 50. Ma>ke appliziert, schr MM -Gchallen des Publik-ums, dem die lose Technik dieses zeitgemäßen Genres mit seinen bunten und aktuellen Mögilichieiton großen Spaß macht. Besonders dann, wenn die Migen wilder' durch.freche Witzworte und Beine gewürzt sind. Die 2sifWe>rMzene ist überwältigend. Der Doktor im^ Sanatovvum strida uugÄrmgen, Die Damen Asti, die viebseihiige Klara ^arly,'Lvo'vskh, Maurus, Radn ay fow'e die oerren Farkas, Iensen, Karlweis, Puchstein, huß schufen vor allem heiterste Stvmmmvg. K A U F E T in der Bü eherstube RATH & PRAGER Buchhandlung und. Antiquariat; WI EN, IX. TAB O R 8TRASSE SOA Telephon 43-1-58 Schone Literatur, Gesamtausgaben moderner Autoren Klas8ikerausgaben aus alter und neuer Zeit, Neuzeitliche Philosophen, Kuli Urgeschichte, Jugendschriften, Modernes Antiquariat, MusikaKen, Graphik, Souderabteilung: Judaica und Hebraica', Liturgische Literatur, Neue jüdische Musiki ' . Anzengruber-Zyklus im Komödie,'*auS. Die Exl» bühne veranstaltet in, Jänner einen An;en>a^"^s'r-Z^Mus,' ^bei welchem zwölif Stücke des Dichters zur Anfsübrnng gelangen, darunter auch die selten gespielten, wie: ..Der lediig^ Hoif". „Doppelselbstmovd". „Der Fleck auf der Ehr'". „Die mng'kchrte Freit'", „Hand 'und Herz". „^'nn>gffevn.Mt" Au di-osom Zyklus werden besonders ermäßigte MonnomentS ausgegeben/ Das Hakoab-Orchester begebt ■ den . zehnten. Todestag Kahl Go l d m a.r k s mit einer Gsdensieie'r, die am ScrmStag den 3. Jänner 1925. Präsis« 7 Uhr aberdL, im Reuen Saaäle der Hodlmrg statttindet. Die Gedenkrede hält Herr Dr. Leopold Schwarz. Svlist Herr Dr. Rudolf Lampel, Dirigent Professor S. Brasl-avsky. Zur A''M'chrnn>g gelangt: 1. Sakuntalla-Oiwertiire. 2. Biolinkin^rt A-Moll. 8. Symphonie „Ländliche Hochzeit". Eine kleine Anzahl von Karten sind noch int Vorverkauf erhältlich bei.SporMab Hakoah, 2. Bez.. Schiffamtgasie 1ö, und BuchharMtnig Löwit, 1. Bez., Rotenturmstraße 22. Folgen der Pruscha-Prozeffer. * Fünf Wiener Tageszeitungen werde» gerichtlich verfolgt. Wie die Korrespondenz Herwei berichtet, hat die Presiestaatsanwaltschaft gegen die verantwortlichen Rcdaki eure der Wiener Tageszeitungen „Neues Achtuhrblatt", „Der Morgen", „Das Neuigkerts-Weltblatt", „Die Stunde" und ,Der Lag" die gerichtliche Verfolgung wegen deran den Pruscha- Prozeß geknüpften, kritischen Betrachtungen, und zwar nach Artikel 3 des Gesetzes vom 27. Dezember 1862, also wegen Veröffentlichung ücher ein .schwebendes Verfahren, eingeleitet. Schon vor einiger Zeit hatte der Pressestaatsanwalt den Zeitungen die vertrauliche Mitteilung zukomnicn lasten, daß er gegen sie Vorgehen müßte, wenn sie ihre Erbrt«'rrlngen des Pruscha-Prozesses nicht -einstellen. Gegen diese Auffassung wurde von verschiedenen Seiten eingewendet, daß im gegebenen Falle eine Verfolgung von Journalisten durchaus unmöglich sei, da der von - der Prestestaatsanwaltschafr on- «!ne Gesetzesparagraph zu einem, solchen Vorgehen nicht tigt. Eme Kritik an einem, in: einer Strafsache bereits erflofsenen Urteil sei keine Einmengung in ein schwebendes Verfahren und es sei nicht anzunehmendaß sich btc Rechter des Obersten Gerichtshofes durch Zeilungsbetrachtnnaen irgendwie beeinflussen lassen. mne Aabenmntter. Höllenqualen eines Kindes. Im Strasiandesgericht 2 hatte sich gestern vor einemj Schöfsensenate unter dem Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Dr. Wilhelm die 29?ährige Werkmeistersgattin Marie Gritsch wegen Verbrechens der schweren Kvrper-i beschädigung zu verantworten. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Schimak, als Verteidiger fungierte Tr. Fleisch-, mann Der Angeklagten lag zur Last, daß sie ihr djähriges Söhnchsn so schwer mißhandelt habe, daß der Knabe über, einen Monat krank war. Die angeklagte Marie Gritsch lernte ihren späteren Gatten Alerander Gritsch im Jahre 1914, kennen. Sie knüpfte mit ihm ein Verhältnis an und im Jahre 19t 5 kam der kleine Max zur Welt. Die Mütter hielt, mn ein Jahr bei sich. Der Vater, der von Anfang an did, Möglichkeit einer Ehe mit der Kindesmutter abgelehnt hatte, leistete zur Aufziehuna. keinerlei Beitrag. Das Kind kam nach, einem Jahr in fremde Pflege. Das Elternpaar heiratete schließlich doch, und zwar im Jahre 4920. Bis zu diesem Zeitpunkte halte sich die Mütter um das Kindnicht gekümmert. Der Kleine durfte zwar zu Weihnächten und zu Pfing-. sie» in das Elternhaus kommen, doch wurde er der Umgebung gegenüber als Neffe ausgegeben. Pis Ende 4922. war der kleine Mar bei einer Frau Mühlberger in PsiM deren Mutter mischte . sich jedoch fortwährend in die Erzichung ein. Es kam zu Streitigkeiten zwischen den beiden Frauen/die damit endeten, daß Frau Mühlberger den*Knahen, ihrer Mutter, der Frau Königüberließ: . .Diese Zwischenfalle waren die Ursache, daß bei dem Knaben Chärakterfehler zu-! tage traten. Auch war er ein Bettnäster. Mitte Juli dieses Jahres wurde der Knabe von Frau. Gritsch ins Haus genommen und da begann auch seist Martyrium. , Der Anlaß war ein geringfügiger. Das Kind hatte, .sich nach Ansicht der Mutter in der' Schulmesse nscht richtig benommen. Zuhause angelängt, befahl sie dem Knaben, inj das Kabinett zu gehen und die Fenster zu schließen. Tannj mußte er sich ausziehen und, nur mit Schuhen und Socken bekleidet, auf das B.ett legen. Nun hieb Frau Gritsch mit einem eisernen Schürhaken auf de» Knaben los Mit der Spitze des Schürhakens traf sie ihn am linken Auge. Die, Närveu waren noch lange sichtbar. Diese fürchterlid-en Miß-. Handlungen dauerten mehrere Minuten, -och konnte man das Schreien des Kindes nicht hören,' weil das Kabinett förgfältig aeschlosten war. Von diesem Tage an mißhandelte oie unmenschliche Mutter «den Knaben täglich mindestens einmal, an manchen Tagen auch zwei- bis.dreimal in der furcht-, barsten Weise. . Auch mußte er die schwersten Hansarbeitenj verrichten. Die Mißhandlungen spielten sich fast stets in der-; selben Weise ab wie die zuerst geschilderten. - ' - Daß diese Vorgänge solange verborgen blieben, erklärte die Anklageschrift damit^ daß der arme Knabe von seiner Mütter durch Drohungen aller Art' vollkommen eingeschüchtert^ war. Wenn man über die Ursache? feister Verletzungen fragte,! gab sie an, er fti gefallen oder hake ' sich irgendwo angestoßen.> Das Kind ' müßte ihre lügenhaften Angaben be>rätlgen.j Die Untersuchung des Geisteszustandes der Angeklagten hat, ergeben, daß sie eine nervöse und eine übererregbäre Frau ist, daß aber Icin ZWeisel an ihrer geistigen Gesunoheit bestehen,kann. . ' _■< . . ,; Auf. die Frage des Vorsitzenden, ob sie sich, schuldig be-, kenne, sagte die Angellagie: Nicht im ganzen Umfang. Sie, eMblt von ihrer Kindheit, daß sie sehr strenge geholten! Wurde. — V o r s.: Haben Sie das Kind auch gezüchtigt? — A ng ekl.'. No, wenn er so acht.Tage bei mist war, hat er hie und da Ohrfeigen bekommen —'Vor s.:. Was hobenstSie^sonst an ihm bemerkt? — A n ge kl.:. Er war verlogen —^ D o r s.: Und was haben Sie'an ihm' noch beobachtet'? — A ngekl.; Ja, er hat die Unarten gehabt, die man häufig bei Kindern in seinem Alter beobachtet. Die Verhandlung wurde erst 'am Abend zu Ende ge-! fühtt. Der Gerichtshof - erkannte die Angettagte nur der. Uebertrbtung der vorsätzlichen leichten Kdrperbeschädigung /sch ul di g und v e.r n r tei l t e sie;ü fü n f Mona len Ar r esst' In die Strafe wurde die Untersuchungshaft seit 16. September d. I. als verbüßt' eingerechnet. - i . ' Gegen das Urteil meldete der Staatsanwalt 'die Nichtig ke i t s b es ch w e r de am Die Angeklagte hielt sich Bedenkzeit -offen und. Vat um S t r a f a uf j ch u b, der ihr auch; gewährt' wurde. ' * ■ 'i ' *'. ■. * . . .