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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-21 · Heft 2097 (21.12.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2097 (21.12.1924)
Date
1924-12-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Skr. SM Men, Sonntag Mener MorüertzettunG" 81. VezeMer '1ÄK Serie?! Dachdmck verboten.) , Mn I. ypatoschu. Am BovMttaig W dünner, tvockener^ Schnee) dqnn.begmm es M frieren und immver stärker und schneidender war Ver Frofchaiuch der Luft.- Eine Partie Landmesser war, auf dom Kenen Gelände verteilt. Da und dort schaWfÄten sie den Schnee wog, vcmmnten Pflöcke mit kleinen Fähnchen in die frostharte Erde, HDften von einem Fuß antlf den anderen, hoben die Hände und schrien: „Rechts!" ,Mnks!" „AllvWl" Die Rufe tönten so häuifig und halvlten so vielfach wieder, daß sie ein Vielfaches von-sechs Männern — so viel arbeiteten «Hs dem Gelände — vortäMMn. Kleine BcnMrgvuppen wären Wer die Ebene verstreut. Der Schnee hing wie verschlissene Wolle an, ihnen; vnnzilig nnd lvmnm. streckten sie nackte dürre Neste in die Höhe mtd standen uiOowoglich. . ' ■ Wenn der Frost einen der Landmesser zu ar^ plagte, faßte er seine Axt und hieb mit ihr aus. einen Banm los.' Jeder Hieb rollte in lainggezogensm Laut über das SchneofÄd. Gm WMches Fouer faß irgendwo auf dom Schnee, schmvlg ihn, Vevschtvand -in dichtem Ranch, streckte da und dort Wcmgvcvue Fläuvmchen aus der Hülle n-rd verschwand wieder, ÄüchfergLanz hinter sich lassend. . Der Partiafühver, ein Mischer Bursche, stand beim Transit", gab Beifehle durch.Hondsignale und .sah znsri^en ans, da. die Arlböit §u Ende ging; morgen mn dkisoöbe Zeit wird die „Ame" trassiert sein. Beim langen Stehen ans domssebben Platz, hatte ihm der Frost str MMsetzt, daß seine steifen Finger kaum mchr die Matze «otieren konnten. Er. ^wandte sich zu seinonr Nachbarn, der gerade die Ohren mit den Handschuhen rieb: „Was meinst du, John, ist's gemng für heute?" ^Genwg. gening! Die Süwne gcht unter und -der Frost ibuerpt orden-tKch!" , „All rqjht, wir anachen Schluß'? Er Packte die. Instrumente. Kusommen, gab Handsignäle »ach rechts und links, wavf den schwarzen Mantelab, um auf dem Schnee besser gesehen zu werden und signalisierte durch ein langgegagenes „All right" seiner Partie, daß die-Arbeit zu Ende soi. Die Burschen packten hastig ihre Instrumente und wach «Ärer Weille standen alle beim Feuer, „Gehen wir ins Dorf zurück?" — begann einer. «Lu weit." ' „Wir müssen morgen fertig werden." Melleicht wohnt ein Farmer m der Nähe; dann überwachten.wir bei il^n." „AVsv wM stche« wir. noch da?" „Gehen wir!" ,^Ichen wir!" / - , . Sie ltzdon ihre.Instrumente .auf die Schultevn und setzten .sich .uvit einem „Ragtime" in - Bewegung, .rmr eine Farm zu-finden Der Frost drang durch , die Kleider bis an die Knochen, die verschnoi-ten Felder blendeten die Augen und machten müde; es begann dunkel zu werden. Die Partie war bereits em'tge Wochen unterwegs; goschlasen wurde dort, wo die Arbeit gerade fertig war; sslten wunderte man nach einem der Dörfer, welche an der Eisenbahnlinie lagen. Schmutzig, durchfroren und ÄbÄbcmnig schleppten sich die Sechs über die verschneiten Felder und hielten noch, allen Serben Ausschau, ob sin Licht zu scheu sei; ihre schlechte Laune hatte sie sogar -versessen lassen, daß sie movgan frei'sein würden, daß jeder zwei Wochen lang werde tun und lassen können, was ihm beiliebte. Jetzt aber beherrschte sie alle nur ein GÄunke — so schnell wie nur möglich m einem warmen Zimmer zu sein und etwas Heißes in sich hineiutzngi-etzen, etwas schr Heißes, das die steifen Gliederaerstauen läßt. Bleieme Müdigkeit lag ans allerr und wäre wur einer stehen geblieben und hätte gesagt:' ich kann nicht weiter — so hätten alle müssen aus dom Schnoesold übernachten. - „Ich >bm schon nrüdc vmr Koffern!-", brummte einer ärgerlich.- - ' '; „Das fft ja eim Einöde." „Gott weiß, wo wir uns verirrt häben." " .'„Kommt nur, kommt!" evmMterte sie' der jüdische Burjsche. „Wir werden eine Farm finden!" ' „Machen wir doch ein Fouer und Übewachten tvir hier! Ich kann nicht rnehr weiter!" „Wenn du mitl steifen Füßen aiuifftehen willst — -einververstanden!", scherzte der Mische Bursche, Mn vor Kälte. Die Burschen sahen einander wortlos' an und schleppten sichweiter vorwärts) Jeden hatte im Innersten seines Herzens, ohne daß er hätte'sagen können, warum der Aerger über den „Jew" gepackt. Ob es deshalb war, weil.der „Jew" die Partie führte oder -weil er mehr-Lohn bokamm, oder weil er so'gut aaisgül-sgt war — was es auch sein 'mochte, jeder versuchte urit Han anzubmden,/-rM so seine Sorge zu betäuben und zu vergessen. ' „Wir hätten heute 'überhaupt nicht hi-nM's dürfen", begann einer. ' „Anr Morgen hat es nicht,gefroren," mriwortete der Jude. „Aber es hat geschneit," entge.gnete ein zweiter. ,Mas tut das?" : - ' „Wenn es schneit, wird nicht gearbeitet!" „Für eine Privatfirma arbeiten,-das ist das Aevgste!" ,Man soll nur für den Staat arbeiten!" ' „Wer-hindert such darätt?", wavf'der Jude ein. „Ah,'der 'ist'aber bvckig! Dil bist.nicht der Ehes!" „Boi der Arbeit bin' ich es!" - , -Ja, bei-der'Arbeit freilich." . „Also, was hetzt du?" „Weil ich nicht unter einem Juden arbeiten will." , „Es'Mngt dich'keiner dazu." „Jch werde a-uch nicht mchr arbeiten." „Dann arbeite nicht!" Der Jude bübte vor Erregung. Er fühlte es, wenn sie nicht >bald eine Farm finden, so würden ihn die Fünf erschlagen. Er war jeden Augenblick daraus gefaßt, daß sich oiner auif ihn stürze.-Gin Gedankt quälte' ihn: Woher dieser Haß? Ich war ihnen die ganze Zeit rät guter' Kcmrerad, habe gearbeitet wie sie, gefroren, wie sic . Kommt der Haß nur daher, weU ich Jude bin? Hundogobell. Alle Möben mit einem Ruck stehen, -um zu erkennen, von welcher Seite das Bellen kam. Da — zwischen don Bäumen ein; Licht in eineur Fenster. Fröhlich vannteu -sie vorwärts, der Farm zu. Der Bkrsche, tvÄcher gesagt hatte, er wolle nicht unter einem .Inden arboiten, stand plötzlich neiden dem Partiefühver. „Darf ich Ihnen den Justvmn-enLeitkasten tragen? Sie frieren „Es ist nicht so arg; die kurze Strecke geht es noch." Der Jude machte eine vernoinde HandibeweglMg und ging werter, den JnstvumenteMsten in der Hand. Er empfand: Hier würde es-nie Gemeinsamkeit geben; das Gefühl der Kameradschaft war sin Irrtum . . . Und bitter Feindseliges stieg in ihm auf . . .' (Ant-arisierte Uebertraguug -aus dom Jiddischen von Siegfried S chmitz.) Austritte aus dem Zudeutum. O st e r j u n fl Norbert Henrik, geb. 29. April 1901, Krakau, 2. Bez, Obere Donenstraße 89. P o r g e 8 Felix, geb. 3. September 1894, Wien, Beamter, 8. Bez., Pfeilgasse. 5. Schlesinger Karl, geb. 25. September 1900, Semlin, Student, 8. Bez., Weinberggasse 16 Dr. Schreiber Erwin, geb. 18. Mai 1896, Wien, 3. Bez., Obere Weißgärberstraße 28. T a u s si g Ludwig Adolf, geb. 4 September 1905, Karolineutal, Hochschüler, 20,-Bez., Dresdnerstratze 49. Weiß Anna, geb. Baca, geb. 23.. April 1887, Rosental, Arztensgcittin, 9. Bez., Hebragasse 5. W ei n w u r m Katharina, geb 13. September 1902, Sassin, 2. Bez., Zirkusgasse 16. V o j n i e Margarete, geb. -7. August 1805, Bjelovar, 3. Bez.. Landstraße Hauptstraße Nr. 138. B a,rb er Sophie, geb. 18. Nov 1892, Men, 3.Bez., Jaquingasse23. Fü rst Joh., ged.27. April 1898,Men. 3. Bez., Untere Aiaduktgaffe 35. S a ß n a Emmerich, geb. 7. November 1881, Albe Julia,' Betriebsleiterin, 12. Bez., Schönbrunn, Schloß- Hof 30. T a u s s t g Rudolf, geb 4. September 1869, SchlM, Privatier, 12. Bez., . Zenogasse b. L a ck e n buche r Hermine, geb. Deutsch geb. 4. September 1859, Men, 3. Bez., Zaquinaässe 1. Rotte r Bonifazius, geb. . 29. November 1896, PirinasenS,- 17. Bez., Stöberplatz 9. F r ä n k f « r t e t Otto, geb. 13. September. 1874,. Prag, 8. s Bez., Hinzerstraße 2. M and l Wolf, geh. 4.Ipril-.1863, Lemberg, S. Bez., Rotenlöwingasse 12. S ch r e i b e r Karl, geh. 18. Dezember 1897, Wien, 3. Bez., Obere Weißgärberstraße 28. S i n g e r Eduard, geh. 18. Mai, 1890, Wien, 3. Bez., Ang'ertsberggäffe 4. - F e l dstein Rich, geb. 2. September 1894, Wien, 1. Bez., Werdertovgaffe 17. Schwarz Philipp.. geb. 11. Oktober>1895, Wien. 2. Bez., Kleine Schissgaffe 6. P o l l a k Marie, geb. 6. Jänner 1895, Wien, 2 Bez., Därwingasse 8/3. Fri s ch n t« tt Matbilde, geb. Spitzer, geb. 23. Oktober 1880, Men, Näherin, 20. Bez, Karl-Melßl-Strgße 8. W a n t s ch 'Knrt, geb. 28. August 1689, Men, Bankbeamter, 20. Bez., Burghardtgasse 17. Schnabel Mary, geb- 10. Juni 1906, Wen, Schauspielerin, 6.. Dez., Josefstadterstraße 87.. A s ch n e r Karl, geb. 27. Oktober 1889, Men. 13.-Bez., Laroschgaffe 16. A schn er Marie Nelly, geb. 8. Juni 1894, Wien. 13. Bez., Laroschgasse 16. Glücksmann Paul. Hans, geb. 11. Mai 1897, Wien, 13: Bez., Auhofstraße 90. MtteUunge« aurdem PMAum. ik J. Feine W «. III.!IWMM t—! 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Feldschuh Nach Schluss der Vorträge TANZ 10830 Oesterreichische Luftverkehrs-Ä.-G. WINTER-FLUGPLAN der Trans-Europa-Union w Täglich (ausser Sonntags) i * 930 ad Frankfurt,. an 1700 1s: 11W 1140 SN -ab | Fürth (Nürnberg) . . j ab an 1515 1450. il: 1300 1330 an ab | München| ab an 1330 1300 > •b ' 1630 ' an | Wien ....... | ab 945 . ■ ■ 900 . - ab an , 1030 1100 . an Budapest. . . . . . ab - - 830 FLUGPREISE: Wien—München öK 900.000 Wien—Frankfurt öK 1,950.000 Wen—Budapest öK 500.000 Wien—Fürth . . öK 1,350.000 Bis 10 kg Freigepäck AÜTOABFAHRT 830 vom Verkehrsbureau, Wien, I. Friedrichstraße 1 Flugscheine und Auskünfte im Oesterreichischen Verkehrsbureau, Wien, I. Friedrichstraße 1 Telephon Nr. 7500 - 100 SentimeSet btett 11,1. AOl Ift4 AUMt. ■ mmmm* 945964511948

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