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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-14 · Heft 2090 (14.12.1924) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2090 (14.12.1924)
Date
1924-12-14
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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€elfe iS_ Men. Sonntag Böhne und Kunst. .Mrlenm." Neneinftttdierung im Volkötheatcr. Mt Wehmut und lächelnder Nvbcrlogenhctt konstatieren wir die Antiquiertheit des Sardouschen Lustspiels, und mit literarischem Kritizismus, daß das moderne französische Lustspiel sich derselben Elemente, ja derselben Motive bedient wie die Komödiendichier der siebziger Jahre. Entwicklung? Fortschritt? Derseinerte Technik? Wahrhe'.tssanatisnniS? Ja, Cardou war ebenso wahr wie es beispielAvriise Verneuil ist. Die Gatten sind skeptischer, die Frauen Mischer, die Mädchen emanzipierter, die Kellner indiskreter. Ist' es so? Renata Mordo verlegte sich aus eine zuckersüße Umrahmung der Gartenlaubenpvesi«, stellte Gavarni-Szeu-en auif die Bühne und schuf so einen Stil. Das war das einzige, was er tun konnte und er hatte recht. Frau Konstantin mischte Naivität mit Schallheit nach altbewährtem Rezept, Hans Homma benahm sich ehomannerisch, Lackner sprang aus dem Charivari in den S-implizissimus. Hans Ziegler hatte die Pariser Boulevardliteratur fleißig studiert. Ton und Farbe -einheitlich, bürgerlicher Lavendeldust — das Publikum sog ihn mit Vergnügen em. o. r. .Saiwlorllm G. n. 8/ Neues Wiener Stadtlhealer. Ludwig S t a e r k har sich in seinem neuen Mitwrrku-ng von Adolf Eisler verfaßten) S ück eine überaus anstrengende Rolle zugoteilt. Cr gibt einen Herrn gesetzten Atters, der zwar in der Schieberära hervlich verdient hat, «der dafür gcgcmvärlig von Hypochoivdri« und unechorten Anfregnn^sgchtänden gequatt wird. Schon rein phlstisch hat der wackere Autor m seinem Stück so viel gu «leisten, daß die Kritik, überwältigt, verstummt. So wollen wir denn nur foststellen, daß dieses neue Aertzlestück dem Publikum aesiel und chm schon in Anbetracht der basen Thvaterkrise einen ähnlichen Serienevsolg wünschen, wie er dom früheren Stück der Herren Staerk und Eisler, der „Causa Kaiser", gvgönm war. Vebrigens wird im dritten Akt eine angenehme Uaberraschung berevret.. Georg Kundert in der Rolle eines Lachenden Sanatoriumspatiemen (die Figur 4st den Autoren wirklich geglückt) ist ganz außerordentlich. Neben Ludwig Staerk, dom prächtigen GharÄterkomÄer» sind -um die A-uffuhrumg die Herren Kuvt Lessen, Amur Ranzenhofer und Rudolf Zeisel sowie Gnsti Liedermann-Staerk ganz besonders verdim-t. Mao-da Garden rncnvtischt ^bedenklich. Der PMikumsersolg der Premiere war stark. 1 ersm.freis küüiZt'vgVvlicsdütrnk'. LR «me r nass« 11 Kleiatasüpte „Die gildene Pawe“ ^Nächste Vorstellung:. Heu t e Sonntag den 14. Dezember, halb 3 Nachmittags Bonze Schwelg yon Perez — Mai fco maschme Ion — Bein ftebben —' Der Da (dar scher — Der Schäbbesgoj von Perez Karten bei Löwit, Aida, Rotenturmbazar und an der Kas*?e, 1. Riemergasse 11 vor der Vorstellung Aus den Theatern. Buratheater. Morgen, 7 Uhr: „Das Winter- Mött&tnv Dienstag, 7 Uhr: „Lumpacivagabundus". Akademietheater. Dienstag, halb 8 Uhr: „Der Tokaier". Staatsoper. Heute. 12 .Uhr mittags: Totenfeier für Puccim; halb 7 Uhr ckbonds: „Tantvhäuser". Redöutensaal: Heute, 8 Uhr: Ballettsoiree: Clmperin-Ravel-Rameau-Johann Strauß Morgen: „Die Königin von Saba". — Freitag den 19. d. gelangt nach mehrjähriger Paust, neu einstudiert, unter der Leitung des Generalmusikdtrekiars Egon.Pollak (Hamburg) Verdis Oper „Aalstaff" mit Herrn Duhan in der Titelrolle zur Aufführung. Renaissancobühne. Fre-itag Erfta-uffühvung des Schwanks „E i n q u a r t i e r u n g" („Le billet de logement") von Antony.-Mars mit Jenny Schäck und Konstanze v. Linden. Als nächste Premiere wird das Cck>aus.viel „Prozeß Büntevbart" Von Max Brrd mit MaKa Sonja und Ernst Rotmund vorbereitet. Carl-Theater. Heute und die folgenden. Tage: „Die Tippmämsell". Heute um 3 Uhr nachmittags: „Die Königin der Nacht" mit Poldi Bauer. Mpösrnes Theater. Als Weihnachtsnovität wird die. französische'Operette „Dein, süßer Mund" (,^a bau che") von Jves M'.rande und Albert Wille-metz. Musik von Maurice Ar-an, vorbereitet. Dienstag, halb 8 Uhr: Merre Malins erotischer Schwank -„Abenteuer in Marokko". Neue Wiener Bühne. Dienstag, halb 8 Uhr: Uraufführung des dreiaktigen Schwankes „Susann« im Bade" von Armin Fr'.rdmann. Heute, 3 Uhr nachmittags: Erstaufführung des Kindermärchens „Der Frosckikönig und der eiserne Heinrichs von Robert Bürkner. „Maison Grünwald" wird nur mehr heute gespielt.. Neues Wiener Stadttheater. Me hmt'ge Nachmittagsvorstellung wurde abgesagt. Abends, halb 8 Uhr: „Sanatorium G. u. G." Versieigerüngs Pre.lesen ttfghoh: je len Hl Sil* fbet «nd Chfnaillber; 8) dan 17 XIBrlUantae* und Perlen* schmuck im ran*-cail »ob aucbt^egmifiuda tt'g 'oh im Ludwipstortf« Rflsvier* n«d Ko* lowrat-Saal; ferner teden Dt. Do den I8. XII., und jeden Sa im Hoch* an'. J«de« Dl Pe r,. Pali«, sobSne Witsch«, Kleider, Anzüge, Sio^e; Xi den I7. X'l : Pbotoapparals. ObjakMv«, MIh*o Wo«e. R»Imzeue«. Onerni» User Feldstecher. SpUtelbmasrhinen. Pahrrider uni NBIunatsh nan'tnLndwigsto' fsani. fUr.14 Tag« Verfallene Effekfennfänder de* Pf.'ndle hnnstnlt Qerlio'd , und Weirich, I. Winpiihrennr. 24* am i o den 18. -und Pr den 19. Xllim Rössler.S«'., tedsn Mo, Ml den 17. un Fr. dei 19. X" . M<if e| Bilder, RMe«cMnB«rakArrer. Offen und HanshaiiaRgage^enstlnde im Otishot. teilen Mo. Ml den 17 Xlf.: X U'ipen rd» Oemllde, «nt'qulll an und Perserteppiehe Im Heoiraal Kleiro Scn^erruMlon '« Hoch-?a*l, Fr dan 19* X I. Ae Here und moderne Ormä'de Perteiteppichr Vo hin»«, Tex > len, kunstgewerbliche Arbeiten In Bronze, Me»» >. Ql«, Ho'7, hiarn or. Porrerar. t rHqu'P.frn, larorlka usw. Besichtigung: Von Mo «den is. bis Do den 18. XII. von I bis '.,6 lihr Im necltau*~aal. Do den 18. und‘Dl d«n 23. XII.; 8oh8n'S Nnblllar. Perserteppiehe Gemälde. Luster, Kuns**ewrrbe 'm Frane*Joi*r*Sa«|. :• 51. Kunst - ukt'en und 18. Klulau Aukt ton. Mo den 15. bis Fr den 19 XU. flemMde Aquarelle Mniainren. alte Möbel and Antlqni Uten, Graphik, Waffen Im Kle'mannsegK'Sta'. Schaustellung: Noch Sonntae, den 14 XII. von 14 bis t Uhr.* Briefmarv»n: leden Dl und Ft den 1«. XII. Emzeiatficke und Sammlungen, VI. Marl*hilfer* Strasse Ti. Bücher* Mi den 17. bis Sa den 2f'. XU. Knn«t* und Kunst* oewrrbe. Qrsamtaurgtben Klassiker. Belletristik, Mus kalten, Jugendbücher etc. im Eminger- Saal Sp'elwareaauktlrn: jeden Mo m Lifdwlgstor f*Snat. Waffen; Fr den 19 XII.: Gewehre. Ssa'»-AvsrB«lsn|»n. cchli tsebuhe. Reit- und Sa>te'- zeug, Pe tft. Uniformen im Lud* wlcs'orff Saa'. Automcbil«, Botorr8de% Auto* material 2. Auktion. Do den 18. XII.: . Kraflfabrxettge verschlrdentr Typen,. austSndlsche Pneu ■ a'lks in der Uebernfthmn* stelle für Krahtahrzeuge, I Henntehrnsae 3. Tsohe sohs *u.' loreai Mi den 17. und Dl den 13. XII.: Ma» eehinen, WrrVy-nge, Armaiuren, AHmaleral. VIII. Fe'dgasse n. Ausstrerdsnt Ich« Auktion. 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Hansi Niese tritt in diasom Stück ihr Engagement an. . Johann-Strautz-Theater. Freitag: „Pusttaliebchen", Operette in drei Akte» von Wilhelm Sterk, Musik von Michael KrauSz. Elle« Keh beging in voller körperlicher und geistian Frische ö>ren 75. Geburtstag! Die berühmte dänische' Essay istin trat als Echristslellerin^erft m ihr-em sechsten Jahrzehnt in die Oeffentl-ik^eit. Sie belchästigr-sich in ihren Werken mtt Problemen der Jugenderziehung und Frauenbewegung und hat insbesondere um die Jahrhundertwende mtt ihren herzhasten Aufsätzen großen' Anklang gefunden. Die Jligend aller Kulturländer scharte sich um sie. Auch als Bersasserin vordrefflicheT Biographien großer Persönlichkeiten ist Wen Key seihr vorteilhaft hekönnt. . Der Gong, das neue Figurmthoater, hat wegen technischer Schwierigkei-ten sein Gastspiel m der Rcdert-Stolz- Bichne ans kurze Zeit unterbrochen und spielt Heute um Ham 8 Uhr abends in den Kunstspvelen. 1. Pez.. Riemergasse 11 (früher Pan. nächst Wottzeile) das Lustspiel von Grabbe „Scherz, Satire, Ironie und tiesere Bedeutung".. . Das Apolletheater wird am 1. Jännerals Varietebühne mtt einem internationalen Programm unter nenev Leitung eröffnet.. Eine englische Gesellschaft' hat die Ober-' lettung des Unternehmens übernommen. „Die gildene Pawe" (Verein Freie jüdische DolkMhne).i 1. Bez.', Riemergasie 11, veranstaltet heute um halb 3 Uhrnachmittags eine Vorstellung Mt dem vollständigen Abend-, Programm. Karten zu dieser außergewöhnlichen Vorstellung an der Kasse. iKuustspiele, 1. Vez., Riemersiasse 11. Haltestelle^ Wollzeile.) Mitglieder des Vereines Freie Miifche VöASbühne 50 Prozmit Ermäßigung. Portrotausstellnug im KNnstlerhaufe. Gestern fand , im Künstierhause die Erö'smmg der Ausstellung „Bildn's und Selbstbildnis österreichischer bihdonder Künstler seit M Jahren" statt. Das Publikum als Preisrichter. Die erste Ausstellung der Künstler-uwst „Tie Hand" in. den Rännren deS Hagenbundrs. 1. Bez., Zedlitzgasse 6. dauert bis 26. Dezember und. ist täglich von 9 bis 4 Uhr zugänglich. Gönner der Zunft, haben einen Ehrenpreis geftistet, der dem Künstler jenes Wevkez. zufallen wird, das den Vvfuchern der Ausstellung am. besten gefallt. WWWWW>WWBBWWBM»>^B88Wfc?^^^MBWWBUWW>BW>WWSW>BBBW>IBW>BWBMUM>B>BWWWWWWjWWWUWW VERSTEIGERUNG 6em81cke des 15 bis 19. Jahrhunderts, darunter Axentowici, E. und I.r. Blaaa, F. Fr'u>dlftpdet, Jä-rezynski. H. Ten Katj, J. Kossak, MehoCfe^, A. Piotrowaki, Ranft’, SiHornwjrr., Li^mi-aduki. Se nf-M, F. S>reit, H.$v. Achen. tr. Basapn, Gripffier. hambrechte, Krem er-?chmidt etr. — Enel. u. franz Kupferstiche des 18. Jahrhunderts*. Parbstichep Schabblätter etc. — Wertvo’le Porzellansammlunc, vorwieRen<i Alt»Wpn. ~* Miniaturen, oarort r Änrei er, Barro-s, ße*ny, Da<fin^err Uun, G. Encrlehpa't, L Kiacher, Le «-iros. Milos, Mulme*.?»tpr, A.?! wer. Cb. Böber^on, F. Poe ard. Saar. D. Saint, Fattl r, S^hura »>r. Teils h^r, Thoe’,( J. Vernet, Zinrko. — Diverse Antiquitäten» zahlreiche Teppiche, ferner die bekannte GlassaTnmlung M. R., Gli er von ftmbvasser, M-ldner, Hyaliih, Lithyaln etc. Besichtigung: Nur noch heut* fSonntagy 14., wor»e' Moni"«» d n 16. und Dienstag den 16. Deatmber ILLi (10 1 Iß 6 Uhr; Versteigerung r 17.s 18. und 19. Dezember 192* (ab s Uhr) iu 47t 67239,^7305. Scliitllofs Konstauktloiiftliaus, Vien, l., Tuolilanl>en 3 8oISrcmöwio». 14..D<Mtber 1S24 Kr.-My. Raue fBüfen. Vor mehr als einem Monat wurde allgemein hinaus« posaunt, daß nunmehr eine Wendung an der Wiener Börse eingetreten sei. Man konnte nicht genug von ausländischen Käufen melden. Die Kontermine sei völlig in die Flucht geschlagen und zur Kapitulation gezwungen, hieß es damals. Ein Abwärlsbewegen. sei nicht , mehr zu erwarten. An dieser Stelle wurde schon seinerzeit vo« diesem verfrühten Optimismus. entschieden gewarnt. Der Verlauf der lchten Tage hat gezeigt, daß diese Warnungen berechtigt waren. Seit zwei Wochen ist die Wiener Börse ganz geschaftsloS. ES kommen weder Kaufaufträge, noch sind Anzeichen dafür vorhanden. daß sich solche in absehbarer Zeit einstellen würden. Don ausländischen Aufträgen keine Spur. Die Geschäfte der einzelnen Firmen konnten am letzten Börsentag direkt an den Fingern abgezählt werden. Nichts deutet darauf hin, daß sich in Kür^e eine Besserung anbahne« würde. Es wäre müßig, über die Ursachen der neuerliche« Lustlosigkeit allzuviele Worte zu verlieren. Es sind dieselben Motive, die schon seit vielen Monaten in Geltung sind und leider an Wirksamkeit nicht viel verloren haben. WaS ein ganzes Jahr schlecht getvesen» kann nicht im letzten Monat des Jahres in sein Gegenteil verwandelt werden. Die Folgen der Krise sind so tiefgreifend, daß eS nur von wirtschaftlicher Kurzsichtigkeit zeigen würde, wenn man sich der Hoffnung hingeben wollte, daß sie mit einem Schlage weggewischt werden könnten. * Die Börse ist verarmt. Aus dem Anslande sind lauge nicht die großen Aufträge eingelangt, wie allgemein derlautbart wurde. Erst jetzt stellt sich heraus, daß die Zahl der wirklichen Auslandskäufe verhältnismäßig gering waren. ES scheint, daß ziemlich viel mit dem ruarkttechnischen Rezept gearbeitet wurde» .welches ausländische Käufe dadurch vorzutäuschen sucht, daß von Wien im Anslande Aufträge erteilt und daß auf diese Art eigentlich Wiener Kaufe als ausländische Kaufe angesehen werden. Wer hinter diesen Käufen stand, ist ganz klar. DaS Stützungskomitee hatte ein Interesse daran, die 5kurse herauszusetzen. ES mußte einen Teil seiner Effekten» mit welchen es vollbepackt war, placieren. Dies geschah dadurch, daß ein falscher Alarm geblasen wurde. Mit relativ -eringen Ausgaben ist daS Bilanznivea» großer Effektenpakcte künstlich emporgeschraubt worden. Ter Zweck ist nunmehr erreicht und 'die angeblichen AuSwndMufe'.haben ausgehört. Man tausche sich nicht, das Ausland wird sich in absehbarer Zeit nicht an der Wienet Börse beteiligen, solange nicht die ungünstigen /Nachrichten, welche über die Wiener Bankwelt im Auslande verbreitet wurden, nicht völlig vergessen sind. Gerade vor einigen Tagen hat ein amerikanischer Kaufmann a« dieser Stelle ganz deutlich erklärt, daß Amerika vorläufig an eine Placierung seines Kapitals i« Oesterreich in der Farm von EffekteulSufe« gar nicht denke» England zieht feine Engagements aus dem Auslande infolge seiner imperialistischen Wirtschaftspolitik allmählich ein. Die konservative Regierung betrachtet eS als beste Stärkung ihrer Position in den Dominien,, wenn Englands "Kapital statt im Auslande dortselbst intensiver seine Betätigung suchen würde. Es ist schwer, die Kolonien nur mit politischen Machtmitteln zu halten. Also versucht nun England durch weitere wirtschaftliche Durchdringung die Tochterlander an sich enger zu fesseln. ES ist das älteste und gleichzeitig modernste Mittel, seine Stellung als Kolonial« macht zu bewahren. Unter diesem Gesichtspunkte hat Englands Finanzwelt nickst viel für Mitteleuropa, das feiner Ansicht nach noch, immer nicht in wirtschaftlicher Hinsicht völlig konsolidiert ist,, übrig Deutschland bietet lange nicht das beruhigende Bild, das einen allzu großen Anreiz für weitere Investitionen bieten könnte. Tie Regierungskrise kündet die künftigen Schwierigkeiten, welche sich bei Ausführung des Dawes-Plancs ergeben werden, deutlich an. Vorläufig ist wohl dieser Plan angenommen. Jetzt steht das schwerere Stück Arbeit bevor, wie er der deutschen Wir'tschäst angepaßt werden konnte. Erst jetzt wird ersichtlich, daß die Lasten des T.aweS-PlaneS auf Deutschlands. Wirtschaft sehr schwer d r ü ck e n we r d e n und daß es nicht.viel für Luxusausgaben wird übrig haben. 2*» Steuerdruck wird in Deutschland noch mehr verschärft werden als es schon bisher der Fall gewesen. Es ist fraglich, ob Lei solchen Lasten die deutsche Produktion auch eine« entsprechenden Ertrag wird liefern können. Diese Bedenken haben die flaue Haltung der Berliner Börse veranlaßt. Sie haben aber auch auf daS Ausland eingewlrkt, welches sich mit jedem Tage mehr bewusst wird, daß die Anlage ausländischen Kapitals in Mitteleuropa noch immer ein gewisses Risiko bedingt. Diese Anlagesche« deS ausländischen Publikums greift selbstverständlich auch aus Oesterreich zurück, und wäre ein verfrühter Optimismus, wenn man glauben sollte, daß eS plötzlich sich besinnen würde, gerade Oesterreich aus dem Körper Mitteleuropas als anlagcsichereS Ivr die gesamte Industrie und Reklameweseo.Aliclnerzeugung CZERNY a BAZftNT, Wien, Ul. ATenbcrgitng Nr, 7

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