Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2090 (14.12.1924)
- Date
- 1924-12-14
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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r jh. Sögo^r-rm Wi >»"»■...... »>«»««« .. Wiener 14. Dezemlber 1824 Seite 11 < * n o p e e er i c h t «DE» Neue Wo^Lidren. Direetoke. .Eint in Paris jetzt populär gewordene U'.Ächvung de- 8äM<b^a^/or1e§: „Ma.n spricht davon, aber man denkt, licht daran!" Di« Damen behaupten, daß der Directoire» Al etwas fürs Auge sei, jedoch nicht griragen werden könne, end trotzdem gibt es Viole erstklassige Hauser, die einige Direetoivemovelle in di« N«lt und in di« Halbwelt hinmSfchicken. Di« Aussichten auf Erfolg sind n'cht j'hr groß, veil das Dlreetoire nicht zu jedet Erscheinung paßt, aber tleine AeMrungen können «S doch trsMr vmchen. Keinesfalls wird man den unter die Achselhöhlen heraufgerutschten Gurt«! und di« geschlitzten Röcke der Versailler Schönen von anno dazumal sehen. DaS heutig« Direetoirelleiv Ll.lbt gerade, gibt eine schmale Linie und ist reich mit Stickereien ver-ie»1.. Die Modefarbe. . Gibt eß «ine solche- Tatsache rst «irre Bevovzugung -roher Nuaneen.-die anch schon im Herbst favorisiert :oären: Schattierungen deS Grün vom Nil. bis zum Myrten- Zriin; Holz- und Kastanienfarbe; daS ewig« Schwarz. Für den Abend g.lten die hellen und Weichen Nuancen von hellgelD über Rosa: zum Lila — und viel Weiß. Daneben Mit Gold und Silber bestickter Samt «Nd di« Effekt« voll weißer Panne, weißem Atlas und Gold- und SÄbersp.tzm. W« man sicht, haben Weih und Schwarz ihr« AnzichrmgSkrast. bewahrt. Gold und SNrr flitib bloß Pointen, allerhiKg'L überall auf Mänteln, Kleidern Schuhen und Hüten. Der Schuh der eleganten Wrlt. Endlich hat sich auch bei Ms das Prinzip durchgasrtzt. daß me Wvganz drr Dann chn« den sii>!«cht<n und de» harmonischen Abschluß der Toilette biGendon Schuh nickt Palsentrt -ist. Und wenn auch di« Schlchmcde keine großen Sprunge und Extm» wi>flonr'rt kennt, so brirm doch fede Saison gewiss« Typen, di« gerne ougenammi n werden. Silber, und Goldperlen bestickt, wi« denn überhaupt Via Stickerei awf den Schw^chmnck übergegriffen hat. Di« Fasson ist neben der länglichen nicht mehr ganz nadelspitzen, sondern, lmglich.eiwrmig und nach frangösi-schen Vorbildern rund, woran sich daß Wiener Au.ge erst gewöhnen muß. Für dir Straße taugt vornehmlich der strapazfähigere Spangen- und Schmlrhal'bschuh. der der gegenwört-igen Zeit entsprechend praktische Forderungen zu erfüllen hat. V O WM » I «I ft t. Ü { N ft T R U Ui RUTE M V ft I K ft, V A T T ■ N Repertoir* «rst-anHjer Künstler Das TornelüHB Woitinachtsscscbcnk £(ftHM!ch {««t« Vflx-Sptz iihf«*ern: Ernst Waiillss A. G. -I. Kfcn>ln*'*lmo 17 Ludwig Hnpteld A. L VI. M&riahi (• aua*»«* Josef Leopold Pick VH. K«ufc»>»taaia 71 Klavlarhaas Th, Scbabel J. Lo<hrmr«ritr«M!i f and Ib aiUn cin.eti'&fica» o»««!ibr'*n dir trSi?«,«« audu la OtHtarrnieh rfu4 ra\*i; •' Kor Mbt Dil nototobeodar iisdottmort». ferlaM» >1» kttUniet arieria Hloitr. Fraltktt« VHY W ißirllsii Mi Spf thaatsCh n»n G i.H‘|j. * VA ms», wm.. ae^iVfiia^iB d-ö». TIIEPHW 13-4-80 .; . . . ' M A 8 8 B ESTE L LÜN 0 Ifl FEINSTER AUSFÜHRUNG in M&nteln, Kostümen, Strassen-, Naebmittajfi“ and Abendkleidern, atitih Pelte und «ehicke HÖt4 tu «ivilet» Pr eia« n im MODESALON CACILIE KUDISCH sgy L BEZIRK, KÄRNTNERSTRASSE NR.' 5/2. ■ -•• - ... ,—-— Mt die Winternn5 Dalffaffan sind . Gpan-genschuhe als auch P-n-mpS,.rehMive &chuauenschlch« in Mod«. Beide Arten stehen ohne Rivalität nÄen-nnander. Demzufolge können wir imJ in den vorMchrten Modellzeichnungrn aus Pumpt und GchnaNdnschuy« helchrärLen, umsomehr, alt ' ja di« divevsen i Variationen von Ep-cmat-n« " nerden, aut unseren frich«- ,«r< Modrll«. die dam Schuhin der Burggass« 5 sgegenüber dem D su tsch en Bolkt theä.te r) «nMrmnen, geben allyMrin grhaltene Anhaltspunkt« für den weniger..gelauifigen Pu-mtzS und Agraffeurchnh. also bloß einige Typen aut einer re Wien AuSivahl neuester Modell« dr» siihmrde« HcnlisrS Jellinek. . D-r' H e r r wab^-t *ür di« Straße den englischen. Wverm döppeHohl'-M Hal-bschuh out schwarMi Boxkalf mir Tuch« gamkk'chen, den Schnürschuh mit farbigen Stos-feinlagen; auch der Knöpselschuh mit TudMnsatz u-nd vnglischsm Schwarzdo^'Vingt'besatz ist wieder beliebt. Alt GeisellsMästSschUH M der kappenlöse Lackhaldschuh oder PürnPS, der Frack verlangt dm einfachen Pumps- oder einen Pumps mn Schnall«. . Wr die bedorstehend« Tanzsaifsn ist wich- ... ...— m—Brett a ree Stahl', PELZWAREN \ JEDER ART IN FEfNSTEA , , AUerüHlRUNG ÖIUlGiT BE* . GEBRÜDER BRAIN1N WIEN II.GLOCKENGASSE8/TEL454äj Msrkhilftkßr. 89 («eben sioltenlino) Sroßer ♦ - 4 120 lerren-Geste >oS-Kkeidrr wm8e Jj"£|5S@W#l|)fe e» rilNSYB Herren g a rd eroben nach Mail und kön f « k ii o n i e r i , «oWi« «fimtUche . . HBRRBNMODEARTIKEL (Herrenwasche. Kr»wattcn etc.) su masslgfth Prftlsftfil HERR EN PELZE SSSLSS&SSiä in Jeder Grösse und Ausführung ■ . Of zu besonder« bill fen Einifihrungspieisenr *VW-- Nerfsninoilihii» A« Boransteln, Wim, II. HsUandstr. 1(1 - Copjritrli» 1 iti 1)| SeiitsckU fttrr«9»nnftah( fttnHgnti ftnibbnid Bfrtstin, 65. PFnttfeftWEfla Vie Mdt an der Moldau. Roman. Bon Auguste Hanschutt. Da der Ueberschwang d«r Vater- Md Wiedersehensftelo-« sich vepMchtiat hatte, wurde, trauriger Verfall in LeschnerS Äeußerem sichtbar, für Jakobs heimliche Veobachtung. Der Musiker batte an LelbeSumfang zligonommen, so daß sich seine Weste spannte und. die Knöpfe stincs . UeberzieherS offen standen. Aber d'e Farbe seiner Haut" war U'Msund, die seiner An-^en tnÜbe. Offen verriet da- ' -urückliepende Kinn Willensschwäche und Unenischlosien» heit. Seine Aufgabe de^, „AlisilmMM'klaEenS" der . Mitglieder tvllrde chm durch' das Markttreiben erleichtert. Dir liefen chm allmählich sämt-lich zu. Schonvon wcitem kenntlich an Anzug und Gebaren, die . sie vru den Kleinbürgern und Bauern uu-teffchied. Di« Männer mit Schlappbut und Schillerkragen, d'e Frauen kuapp und kurz berockt, auf Dangcn und Lippen ein erhöhtet. Not, ba« feine Her-' tunst nicht verschwieg. Inmitten dieses übermäßig!nsti?«n und lcmien MkchenS kam Mab die Dtchellu*«.: unser Spaziergang erseüt den Zug >der Cloivns und Elefanten, die alS^Reffamefchi.ld für den Zirkuck durch die Lassen ziehen. - Seine Person, anfangs unbeachtet, gewann an De», deutung, als Le'chner zur Bovstellung den Nachsatz fügte: Minder, nkhmt's euch heut zusammen, der Herr ist ein Rriliker. quS Prag." Diese Vemevkung überhed ihn der Mühe, die Truppe ftstguha-llen. Die Unwilligstkn stellten firh'zur Verfügung, Waren bereit zu einer Prob»» Er gab dringender« Aufgaben -U lösen. Die Gasthefangestellien watzen vcllauf beschäftigt. Cs galt der' 8 WM einer Schuppenhabhaft Mrden, in dam man Dhealcr« reamfiten anfbewahrtr. Die Kulisse mit drei Düren erwies sich als «ine mitlelalterilich«. Ahnenhalle. Ein Schnellmaler überpinselte di« Ritterrüstungen mit kubistischen OrnamenteN. Uober «in paar Kisten wurden alte Teppiche genagelt, um alS Einrichtung deß GerichttfaalcS und de'S SalonS zu dienen. Dann ging es an. Versuche mit dem Vorhang, der gestern sich g«ve!gert hatte, sich zu öffnen und zu. schließen. Inzwischen waren Gaste auS der Überfüllten Bierst'wbe rn den Saal gesiedelt. ES drohte die Gefahr, haß Leute, denen vergönnt! wurde, Bruch'tücke der Operette gu genießen, sich drucken würden von der Bar-, stcllunst. ' Rückzug nach dem Schuppen. Die SonMnrin aus'der Deichfel einer Dreschmaschine. ' LeschnerS Violine als Begleitung. ES wurde versucht, den Mitwirlenden Inmitten de'S mit Gerümpr-l anges-üllten Raumer die Stellungen für den Grotesktanz ayzuweifen. Ta die Haupt-darftellerin,. die Frau des Dirigenten fehlte, sprang «ine Anfängerin ei». Sie Vertrat PaSquitia auch in dem Zwietanz mit dem Tenor, der sich erst seit Mi Tagen der Truppe angeschlvssen hatte. Häßlicher Matsch über Frau Leschner erreichte Jakobs Ohren. Angriffe gegen die Tyrannei, mit der-sie ihre Macht mißbrauchte, niemanden duldete noben sich.' „Äm liebsten mochte sie auch hie Hosenrollen an sich re'ßen* Als hie -Vielgeschmähte mit FraneeSeo rinlrat, stürmten alle dem Kind entgegen. Sie überließ e< keinem. Hochmütig'lehnte sie ab. an der Probe te'chunehmen. „Ich werd' schr-rr-noch daS ÄunWück treffen, Hab' vor andrke Leut'' gespielt a-lr vor betvünkknrn Pferdeknechten." , Aäkob hatte d'.ie. Empsindusig:' sie wünsche nicht de« I Andruck auf ihn abzuschlväche«. \ Dre Zeit der Mittagessens war herang^onWew. / Zakob wußte nicht, mit wievkl Tanlk Eduard Lhm d^ft i Einfall lohnte, e'S in eim-m anderen WivtSl-auS einzunehmen. Ganz aibgetrenat von der Künstlerschar. Run erst vollzog sich d!« Vewnntschast zwischen AduM und Fra« Leschner. kk stand unter dem Zeichen von FtaneeSe». , MS an anderen Kindern abstoßend gewesen wäre, wirkte an ihm wie fern eigener Stil. AuS dem Kittel von abge- > schabte-m Purpursamt, eingefaßt mit goldenen Berten, stieg sein Köpfchen wie aus eimm alten Rahmen. Daß er di« feinen Linien seiner Züge in den ihren wiedrrsand, macht« Jakc«b nachsichtiger für di« Vergröberung und Gevseltuinß - des mütterlichen groWchi^n GchchteS. Er dachte: Miß--' schön muß sie eett-mal gewesen sein und wie hat das Leben p« mißhandelt. Eduard, der ^spannt in d:S Freun-^S Mienen nach emom Ar teil Über PaSquitta spähte, erriet, daß .eS ihr günstig sei. DaS machte ihn n-m so MMcher, als «r sel'lst meinte, sie habe sich lang« nicht so vorteilhaft gezeigt. .. m; Hn WiMchNeil hatte sie gep'lant, sich dem «inffußf» > velchen Fveniden aleich im Kostü-nt und der Fri-ü-r der Ko-ctte Gonda vorzustellen. Fertig angekUdet war«» chr. Vor dem. Spiegel, Viele Schäden in der Eeivandung a^rft gefallen, die gu >tefeit'g:n sie.sich so lange mühte, daß ihr nicht einnml die Zeit ri'eS, sich zu schminken. Sie mußt« eil-pg Franoeseo fertig nvachen, ihr Haar zum ' Knoten ■ drehen, ein lofeS HauklDeid Übew7<rfrn. DaS gab der Mutter in ihr einen Borfpru-ng'üiker di« Soubrette. Auch sorgt« der Ku-nge durch.seine Nngibävtigkeit da.für, Mitte!- puÄt der Unterhaltung zu bilviben. Nach allem streckt, er die Hand au*, von allem verlangte «r zu essrn. Wnsch die Eltern auch wiÜ>s«chvte»>. (Fortsetzung folgt.)