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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-13 · Heft 2089 (13.12.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2089 (13.12.1924)
Date
1924-12-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Men, SamStag Wiener Morken-eitun-r. 13. Dezenlber 1024 2089 Der bolschewistische Betrug au den russischen Juden. —ach. Wien. 13. Dezember. DaS bolschewistische System in Rußtatld arbeitet systemach^ch daran, die Juden zugMU-dezurichrsn, die es als di« typischen Vertreter der ,verrotteten bourgeoisen" Wirtschaftsordnung hinstellt (int Wirtlichkeit richtet sich der .^trmpf der bolschewistischen Wirtschaftler vottviogend deshalb gegen die Juden, -veil ihre durch Zarismus und Krieg zermürbte wirtschaftliche La^e die Sphäre des schtvach-- sten Widerstandes» also den besten Angriffspunkt, bietet; dem russischen Bauen:, welchem die russische nichtbolschewösttsche Revollrbron den Besitz des von ihm bearbeiteten BcdenS sicherte, kann die bolschewistische Ordnung nicht an den L<H. ohne sich in Gefahr zu begeben). Die russische Illdenhert ist von der bolschewilsttschrr: Ordnung cmKg-ehundert, wirtschaftlich mmiert und geistig zerbrochen worden. Die materielle jüdische Existenz und das geistige südliche Loben werden in gleicher Weise verfolgt. Der Mische Besitz ist konfisziert, die jüdische In tellig-eng nach Sibirien verschickt oder ins Ausland geflüchtet. Die Inden Rußürndö sind heute in einer viel schlimmeren Lage als zur Zeit des wütendsten zaristischen Pogvonttsnuls. Denn danrcrls ha: bloß Gewalt ihr Leben bedroht; heute aber tut eö täglich und WMich der bolschewistische Vvrrtschaftliche und gristiye Terror. Eine hungrige, jeder ExstenzmüMchkeit Lerau-dte Masse irrt in der ungchouren russischen Werte von Ort zu Ort, findet nirgends Existen-mMchkeit, nirgends LebenSbedingtrngen, di« wenigstens ihr nacktes Leben schützen. Und diese jüdische Masse 'hat den Schrei nach Land ausgrstoßen, nach dom Boden» der ihr wonigstens die notdürftigste Ätahru-ng gibt und der sie dabei vor den Berfcklgnugrn ihrer geistigen jüdischen Existenz schützt. Als :mn die jüdische Mvssenflucht auifs Land emsetzte, M Tausende von Juden nach Vichen schrien^ davon es in Rußland ungeheure unbebaute Strecken gibt, schöpften die bolischÄoLsdischen Machthaber zunächst Verdacht und begannen durch allerhand Bexationen dem Mischen Andrang zur Landlvirtschaft Einhalt zu tum. Erst als die bolschewistischen Machthaber sahen, daß diese Mische Bewegung unaufhaltsam sei, bazannen sie mit dem Versuch, sie zu agi-- tatov-ischLN Zwecken auszunützen. Sie «Märten, sie Knuten durch die tmrtschaftl-iche „Umschichtung" der Mischen Massen in Rußland das jüdische ProblE Wfen. Damit sollte emevftitS der Zionismus getroffen werden, jene BewegumL solche durch -ihre Misch-geistigen EMvickVuugs- - tendenzen den bÄschewistischen Mv^nisirmmgscheorren am gefährlichsten schien — es ist ja bcban.n-t, daß die DerfÄgrmg des ,^egenrev olntronaren" Zionismus im bckschetofftischen Rußland sich vorwiegend gegen die geisbigsn Elemente der Bewegung, die modernen Mischen Kulturbestrebungen, richtet —, andererseits sollte der durch die bolschewistische WirrschaftsMitik vuimerten und Lepravierten Mischen Masse eine Rottung voniesPiegsÄ werden. So entstand die «boSschowistische laudwrrtschaiftlrche Kolonisation sfürsorge für di« Juden. Daß es sich nur rvm T-snronstrvtion mck Agitation .handelt, ist aus der Art, wie die „Mische Kolonisation" in Rußland in Szene gesetzt wurde, deutlich zu erkennen. Es wurde in die Webt hinan sposan-nt, die Sowfetregremng stelle in der Ukraine, in der Krim, in Weißrußland nugehTnre Strecken Brachland samt Material und Saatgut für Mische Kolon ifationszwecke zur Verfügung. Es melkten sich Tausende, Iehntausende von jüdischen Fa-milien, die /bereit waren, sich anzusiede'l-n; es gab Diassenzüge von jüdischen Siedlern; keiner erhielt Land zu-gewiesen, denn die Regierung verfügte über keines; sie erklärte, ihr fehle es an dem nötigen Kapital für ein« solche Massenansie-d- 8u-nz, dieses müßte von den Juden fevbst aufgebracht werden. Der Hohn dieser Erklärung ist doppelt kraß, wenn man erwägt, daß die Juden in Rußland durch die bolschewistische Wirl'jchaftspclrtik völlig verelendet wurden. Die ErklärunZen der russischen Machthaber gingen aber noch weiter: es wurde von den Juden des Auslandes das Kapital für eine solche AnsiMuntz verlangt; ^das bedeutet: -ein Staat ist nur dann bereit, für die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz einer Gruppe fenner Bürger r..l.vas zu tun, wenn chm dafür vom Ausland Kapital zur VerfüMnr-g gestellt wird; es ist das derselbe Staat, der dichelben Bürger wirtschaftlich z^vgrundegevichtet und die -ihnen erpreßte« und geraubten Kapitalien für nutzlose Wirtschästsexpevimente verwendet hart, di« schmählich zujammengebrochen sind. Dir richtige Vorstellung von dem Schwindel jedoch, den die bol.schctwi.stischeu Machthaber -nät den Projekten der „jüdischen üviidwirtschastlichen Kotomsativn" treiben, gewinnt man erst dadurch, wenn man die Berichte über die :Pläne und „Erfolge" liest. Ta hat die tveißnrssijche Re- .{fteruuog vor kurzem einen „Kongreß der Mischen Dauern- ' scherst Weißrußlands" zusammen,treten lasten. In Wvißrußlaud, dem Gebiet von Minsk, gibt es feit langem jüdische landwirtschaftliche Kolonien. Wenn man ober lieft, daß der Vertreter der weißrirssischen Regierung auf dein Kongreß erklärte, es seien sage und schreibe 3000 Teßjatmen Boden in Weißrußland der: Juden zMswi-chen worden uuä> im Jahre 1925 würden eS 10.000 sein, wodurch die „Umschichtmtgssvage" für die Juden in ^Weißrußland der Lösung nahe komme, so weiß man sofort, daß dieser „Kongreß" wieder «inmal eine bestellte Zusammenkunft von Strolchen war, di« vielleicht mit der Abhaltung von „Kongressen" im Auftrag der Sowjetbehörden ihren Lebensunterhalt verdienen, aber mit d.r Landwirtschaft oder mit der jüdischen Landwirtschaft im Gebiet von Minsk nichts zu tun haben. Denn 8000 Deßjaiinen Boden ermöglichen die Amr»db«s do« ettva 100, und 10.000 von etwa 860 MM Der Krieg «m die österreichische Reichearmee. Das Fi-ngerziehLN zwischen dem chriftliichsaztalen .Heeresminisirr Vaugoin und seinem sozial'dvmolrvk'Sschen Widerpart Dr. Deutsch dauert an. In der kleinen und kleinlichen Welt, in der in Oesterreich Politik getrieben wird, ist der alte Streit um die Wehrmacht der Angelpunkt der. mit Respekt zu sagen, parlamentarischen Situation. Die Sozialdemokraten wollen unter allen Umständen verhinderndaß die Mannschaft des BundeShceres in noch stärkerem Maße dS bisher mit Anhängern der rechtsstehenden Parteien durchsetzt wird, und wollen zu dicsvm Zweck die Enifcheidung über die Aufnahme der Noi:gewovbenen dein Heeresminister und feinen Offizieren entzogen wissen. Die Dinge sind bereits so weit godiohen, daß man ihnen zugestanden hat, es würden über die Äufruchmen Kommissionen zu entscheiden haben, in denen zwei FünftÄ der Beisitzer von den Sozvaldemokral-e-n namhaft gemacht werden sollen. Dr. Deutsch verlangt aber mehr: über die Neucmfnahmen soll da» Los entscheiden und die Abgewiesenen sollen ein Derufun-gsrecht an eine Komnlission haben, in der die SotziaLomokrat-sn dir Halfbe ded Beisitzer stellen. DaS wurde nabüÄich nicht kcmzodiert uüb daruck drohen die Sozialdemokraten, im Parlament alle mWchen Schwierigkeiten zu machen. Gestern hatten sie dazu allerdings nicht Viel Gelegenheit, da die Ausschüsse feierten und nur der Nationalrat sine kurze Sitzung hielt. Es wurden dort mehrere^ Lehrergchalts- und PenfionÄgesetze der ButtdeÄünder ohne Debatte beschlosicn und dann die noch aus der Aeva Kienböck stammende Ne» gievuwgsvorlage über di« Einhebttng von UeberwacharngSgebühren für einen erhöhten sicherheitSpolizeiNche» GeschaftSschuh in Wien der evsden Lesung unterzogen. Dr. Deutsch hielt die durch das Gesetz drohende Neubeilast.'.rwg der GefchästSwÄt für überflüssig, da die erforderlichen Beträge leicht durch Ersparungen im öffentlichen Sicherheitsdienst« gefunden werden könnten der «in« Hypertrophie an juridischen Beamten und abgebauten Osfizieren» die in die Gendarmerie Wernoomuen wurden, aulftveist. Auch der Vertreter der Mshcheitsparteien, Rainer, erklärte, daß dies« das Gesetz, gegen das sie Bedenken haben, nicht unibefchen aunckhmen, sondern im Ausschuß einer sehr gvüMichsn Umarbeitung unterziehen weiden. Nächste Sitzung Dienstag den 16. d., 8 Uhr nachmittags Familien. In Weißmtzland aber gibt «S etwa 60.000 existenylose jüdische Familien. Aehwllche Swtistiken und EEamwgen hat es über dir Projekte der „Mischen Kokmisation" in der Ukraine und in der Krim gegeben. Für das KvimprojM wurde eine Reklmn-e getrieben, welche täglich neue phantastisch« PvoMe au-ftischte; von der Autonomie bis zur „jüdischen Stejmblif' mußte das ganze politische Begsückungswörterbuch herhalten, um das ukrainische Projekt zu ,/a-neieren". Die ffwpellvft jüdstch-wmevikaüische PhiianHwPi« hat denn auch das Krimpvojekt als empfehlenswert bezeichnet, lweA eS ihr auch ein« Handhabe gegen den undequemen ZroniSnms bot. In Wirklichkeit aber haben sich d'veft Projekte alle ckls Bluff eNviefen und haben der jüdrschen Bevölkerung Rußlands, welche m ihrem Heißhunger von diesen JlliustEN sich täuschen ließ, schwere.« Schaden gebracht. Noch hmte lnngem und hun-gern in Odessa Tausende von Juden, w.lche auf die betrügerischen Nachrickten hin sich m Boweyung «setzten, um angesiedelt zu werden, aber statt kolonisiert in Baracken gojperrt wurden. Die in der letzten Zeit verstärkte Propaganda des Vatikan» gygen den jüdischen Paläst'maaufbau und die jüdische ,^lönisationspvopvga!nda" der bolschewistischen Macht- Haber in Rußsand haben trotz der Wesensverschiedenheit der beiden Faktoren^ welche an di-efem Werke tätig sind, ein Gemeinsirrnres: den Wumtsch, mit allen Mlteln das Judentum als kulturellen Faktor zu unterdrücken, besonders jene Bewegung zu erwürgen, «welche darauf abzielt, das FudeMum zu voller krltuveller Entwicklung zu bringen. Aber diese Versuche müssen fchlschlagen, denn sie operieren mit dem WtMflichfften Mittel: dem Betrug. Rom und Moskau. Im Zrchdmimwhang mit der Tatsache, daß die Agenten der Sawjetreg-ierung in den verschiedomn auropaffchen Ländern eine echöhte Betriebsamkeit m\ den Tag -legen mch daß Italien bis zuim heutigen Tage feine Zustimmung zum Anschluß BeßavaibienS an Rumänien veNveigert, machen rumänische Blätter aufsebenorcegsu-de Mitteilungen über d:e VerhaMungen zwischen dom Vadikan und der Moskauer lllegievung. Gegenstand der Verhandlungen, die in Berlin zwischen dem päpstlichen Nu-utius Grasen Pallaviein: und dem Sowjetgeftlndten KrestinSki und in Rom zwischen Kardinvil Gaspvrr-i -und dom vuffischrn Gesandten Jureniew geführt wmden, bildete die Anerkenrmng der Sowjetvegieruing durch den Ba-tikar^ wogegen MoÄcm sich zu Vevpflichüen hatte, die Achtung der materietl'len und moralischen Interessen der katholischen Kirche in Sowjetrußland zu siche-vn. Der römische Sowjetvertreter erklärte sich bovö'tt, die Forderung das Vatikans anzuerkennen, verlangte jedoch, daß der Vatikan neben der Anerkenmrng des SctvjetS auf Musto- Kni emwirks, daiß er die AnsrSennung des Anschlüsse- Beßarabiens an Rumänien möglichst lange hinaus s ch i e S e, um der Moskauer Regierung genügende Zeit zur Durchfichvung ihrer Aktionen wegen BeßavabienS zu verschaffen. Tatsächlich habe der vor Htvoi Monaten in Hannover arbgehalten« Katholikenikongreß beschlossen, daß die Katholiken die Sowjetregierung unterstützen, wenn sie die Einha'lttmg ihrer Derfprechungen garaniiert. Nach dem Kongreß erklärte die Sowjetregienrng Äfsiziell. daß sie bereit sei, den seinerzeit Zwm Tode verurteilten kathMchen Bischof Czepla k freizugebsn, eine Forderung, die besonders von Kardinal Gafparri gestellt wurde. HiVva-uf habe Gasparri tatsächlich be-r Muss o I i n i wegen Beßarabiens interveniert und die -Haltung sowohl der ru-jiftfefen «.nie der iwlirutschen Regier-u,ng seit die-ser Zeit beweise, daß der Schritt erfolgreich gewesen ist. Die Bolschewifierung -es Judentums. Me die I. T. A. aus Moskau .meldet, >hat die Svlvjetvegievtt-ng in Dobrurisk (Weißrußland) ein.' indische Universität evössnet, an der n>'r jüdische Proletarier Aufnahme finden. In Weißrußland leben 371.803 Inden, davon 189.540 in -den Städten, zirka 1^0.000 auf , dem Laude, 20.000 Juden betreiben Ackerbau. Abschied von der Krone. Da» «ne österreichische WährvngSgesetz. — Obligatorische Schillivgrechnung der Behörden, fakultative in der Privatwirtschaft. — Die Ausprägung der Vowmünze». Gestern wurde «Mich dem Nationalrat« daS neue W8HruuySychetz voygelcgt. Im großen und ga-nzsn verfolgt «S den Zweck, die schon bestchenden stabilisi-erten Wähvungsverhältn-isse Oesterreichs, wie si« sich auf Gvund de» Genfer Programms und der Sanierungsaktton hevauSgebiwet ha«ben, auch gesetzlich zu stixleven. Dar Wesentliche besteht davin, daß die Krone, welche feit 31 Jahren die Wchvungsebcheit Oesterreichs bildet, mm« mehr vollkommen verschwindet. An ihr« Stelle trist der Schilling, welcher eine Einheit von 10.000 K. bildet. Damit sich der Schilling in der Pvavis durchfühve, will die Regierung zuerst mit seiner Eins-ührMg beginnen. Vom 1. Jänner 1925 angöftmg«: ist jede öffentliche Behörde verpflichtet, alle ihre Geldtransaktionen nur in Schillingen durchgufuhron. Ebenso müssen all« Klagen nur auf Schillinge taute«. Notariats- und Gerichtsakten müssen ebenfalls auf Schillinge lauten. Hingegen steht «L den Pri» vaten frei, ob sie ehre Bücher mnmehr m Schillingen oder noch weiter m Kronen führe» wollen. Die Regierung will e» dadurch der PrÄntwirtschaft überlassen, sich jutyefftoe der Schülllangrechnuirg anzupassen, wird aber in eine«: späteren Zeit- Punkt auch für die Privatwirtschaft oMgatorisch di« Schillingrechnnng fesksetz«:. In § 9 wird die Regierung ermächtigt, Goldmünz«» autzzupvagen. Dies« sollen aus 100 und 86 Schillinge Lauten. A:vf einen Goldschilling sollen 0^1172066 Gramm reinen Goldes entfallen. Außerdem soll jede Golldmamze zu einem Zehntel mit Kupfer legiert sein. Er wird also dar Hundertschillingstück im ganzen 23,5243 Gramm, da- Füniftmdzwrnzigschlllingstück 5,8811 Gramm schwer sein. Natürlich denkt die Regierung nicht daran, Gold in unbeschränkter Monge ouSziprägm. ES soll nur vme Kein« Dumme ausgeprägt werden, hingegen können sich -i« Privaten gegen Leistung der Prägekosten Goldmünzen in jeder bellieibigen Menge, sofern die Münze nicht anderweitig stark beschäftigt ist, auspri^en lassen. Dom Silberfchilling wird bestimmt, daß zehn Schillinge ans den Kopf der BevÄtevmvg «usgagÄben tvevdm dürfen. Di« SÄberschillürge bestehen aus 610 DausendieiLen Sivber und 860 Tausendteilen Kupfer. Im sesben Berhöltms werden auch Doppelschillinge und HMfchillinge ausgeprägt. Im Prövawerkchr ist niemand verpflichtet, mehr als 50 Schillinge an ZahlungSstatt zu nehmen. Di« Teilmünzen des Schillings dürfen ttur in einer Menge von fünf Schilling pro Kopf der Bvvolkevung ausgegeben werden. Dies« Münzen werden jetzt nur aus Stüber und nicht mehr ans Kronen lauten. Damit hört die GMvngAvaist der Krone als Zcchilnnigf mAtsl auf. Droler Landtag. Die Spielbank in Jgls. — Das Innsbrucker Damenstist. Innsbruck, 12. Dezember. In der heutigen Sitzung de» Tiroler Landtages getaugte der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion zur VechandLüng, worin vom Landeshanpinva-M Auskunft darüber verlangt wich, wieso er im Gegensatz zur Bundesregierung für die Spielbank in JglS bei Innsbruck die Konzession erteilen konnte. Der Landeshauptmann erwiderte darauf, daß er niemals eine solche Konzession erteilt ha'be. Der Landtag saßt« kinen Beschluß, in dem er sich' gegen d-ie Haltung und Duldung von Spielbanken in Tirol ausspricht. Der Antrag der Sozialdemokraten auf Aufhebung des adeligen Damenstiftes m Innsbruck wurde abgelehnt. Ein Antrag der Sozialdemokraten, worin verlangt wird» daß die Bundesregierung aufgesordert werde, für alle Länder Oesterreichs ein Gasetz in Vorschlag zu bringen, das die J nk o:n pa 1 i bi l i t a t von hervorrogireden Stellen deö öffentlichen Berwa'liungLd-iensteS mit dem Posten vines Präsidenten oder eines Veviva'ltungsrateS einer Bank oder einer anderen au«f Erwerb gerichteten Gesellschaft auHpricht, wurde dem Nechtsiansschiiß zugowtesen.

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