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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-13 · Heft 2089 (13.12.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2089 (13.12.1924)
Date
1924-12-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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I Po lg b 20 tiro8zy 1 Wien: Zum Abbolen in der Expedition, II. Taborstr. 1-3, oder in elnerVerschleiastelle (Trafilc) monatl. K 40,000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien >, Oesterr. monatl. K 40.00! | Preis R 1400 Ts che c b 0-8 lowakei Mon. K 20 . ln?oslawien Mbn. Dinar60. Polen: Mon. 31/* Zloty, 0 ent sc hl and: : Mon. Goldmark 4, Frank r., Belgien: Mon. Fres. 15 * Nachxah unten "WM PraWrtiohiinven . vorfceHaHes oraenzeilulia „ Und: Mon.4 Schilling 11 a 11 e n : Monatl. 15 I ir« Rumänien Mon. 1501 e| Bul«?arien Mon. 80 Lewa Schweiz ond dasübrigt Ausland monatlich Fron. 4 Redaktion u. Administration Wien. IIM Taborstr. 1—5 clephone: 44-0-38,43-3-19, AhßUhrabds. 21-102,25-283 IX. Universitatsstrasse 8—1 (Druckerei Steinmann) Oestenreiehiiches Postspar* Irassen- Konto Nr. 150.691 Ar. 2089 Wien. Samstag. 11. Dezember 1924 6. ilahrgang gegen einen Ser Magdeburger Prozeß Werts. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Das Kabinett Marx hat für untragbar. Die Demokraten Berlin, 12. Dezember, feine Demission z«war'bereits 'beschlossen, sie aber stoch nicht dem Reichspräsidenten übermittelt. Sie hat sich dazu entschlossen, zunächst Vie Situation soweit zu klaren, daß die Frage, Rechts- oder Linksblock, einwandfrei beantwortet werden kann. Für den Entschluß der Regierung war in erster Linie ' der Magdeburger Prozeß des Präsidenten Ebert gegen den Hakeukreuzler Sh'ber maßgebend. Herrn E b e r t wurde von diesem Angeklagten Hochverrat vorgeworfen, begangen durch Organisierung des großen Berliner M u n i t i o n s a r b e i t e r st r e ik im Jänner 1918. Ebert tvehrt sich dagegen und weist nach, daß er gegen.den Streik war und in die Leitung der Bewegung nur eingetreten sei, u,m Dummheiten zu verhüten. Ihn unterstützt als Zeuge Philipp.Sch e id e mann,- der ausdrücklich aussagt, wenn die sozialdemokratischen Führer es gewollt hatten, wäre damals der Krieg aas gewesen, doch hätten russische Zustande gedroht. Die Sozialdemokraten hätten nur im Interesse des Vaterlandes gohMdelt. In diesem Prozesse kommt es nun daraujf an, ob Shber verurteilt wird. Solltefte-igespvochen . die KonseynenM" zidhen hnd söinem Posten zuvitcktreten. Dies würde die poMWe Situation sofort von Grund aus ändern und die Sozialdemokraten würden zweifellos, um alle weiteren Auseinamidersetzun-- gen in ihrer Partei radikal abzustellen, offen den Weg in die Opposit «i o n antreten. Sie würden damit dem Zentrum, seine Haltung, erleichtern. Diese Partei zeigt eine recht merkwürdige - Gewandtheit, sich nach rechts oder nach links zu orientieren. Bleiben die Sozialdemokraten gouvernemenM, so geht das Zentrum mit ihnen. Schwenken sie ab, so schließt das Zentrum: sich den National-liberalen an. Die Nationalliberalen wieder zeigen Wotternde Angst vor der Notwendigkeit, Farbe bekennen zu müssen. So lange es ungefährlich war, tobten sie gegen den „jüdischen" Dawes-Vertrag; als es ernst wurde, stimmten sie f ü r ih n. We-nn sie jetzt auf Grund der bei den Wahlen errungenen Erfolge zur Regierung komrmn, so müssen sie. den Taiwes-Vertrag, den sie erst ermöglichteni auch ausführen, also das „jüdische Programm" erfüllen. .Sie machen demnach, um aus diesem.Dilemma zu kommen, allerlei Schwierigkeiten und fordern eine Bindung zwischen den Fragen des Reiches und Preußens. Die große Koalition in Preußen soll auifhören und für die Nationalen sollen fünf Regierungssitze reserviert Werken. Mit dieser Bindung läßt sich praktisch nichts «beginnen und so muß die Reichsregievung einerseits aus das Magdeburger Urteil, andererseits aus die Entscheidungen der Sozialdemokraten und der Herg t - LestLe warten. . . Stresemann an der Spitze , der Volkspartei setzt seine Ntaulwurssarbeit auf Besehl der. Schwerindustrie fort und arbeitet jeder Einigung entgegen. Kanzler will er nicht werden, weil ihn die Verantwortung doch über den Kopf wachsen würde, wohl aber Minister des Aeußevn. Obwohl die heutigen Besprechungen des Reichskanzlers mit den Parteiführern v e r t r a u l i ch waren, glauben di^AbeüWätie'rüber ihren Inhalt berichten zu können. Allerdings widersprechen sich ihre Angaben ganz erkeblich. Dom „Berliner Tageblatt" zufolge legte der.Reichskanzler die Gründe dar,' warum ex fürs ein e P ers o n die Bildung einer Bürgerblockregierung adle h n e n muffe, und erklärte eine einseitige Erweiterung der Regierung nach rechts -im außenpolitischm Interesse hatten daraus die' Beteiligung an einer Rechtsvegierung eindeutig abgelehnt. Der deutschnabionalle ,^okalanzeiger" dagegen meint, daß nach den 'heutigen Besprechungen mit dem Reichskanzler die Koalition der Rechten zuistaridekommen dürste. In vollsparteilichen Kreisen wünsche man Mch wie vor, daß das Zentrum die Kanzlerschaft über- .nehme. Dr. Gtresemann wolle das Außenamt weiter behalten und die Uebernahme der Kaatzlerschaft würde für ihn zweifellos eine z u st a r k e Belastung bedeuten. Der Kanzler habe in den heutigen Besprechungen von vovneherein betont, daß es sich ibm lediglich darum handle, die Auffassungen der einzelnen Parteien kennen zu lernen. Die „Germania" dagegen berichtet, der Reichskanzler 'habe die Frage, ob die bisherige Außenpolitik mit den Deutsch nationalen weitevgeführt werden könne, direkt verneint und hmzugefügt, wenn die Deutsche DoKsPartei anderer Ansicht sei, so möge sie einen Versuch machen,, das Zentrum werde diesen Versuch weder obstruieren noch sabotieren. Aus dieser Erklärung des KMi-zlers.gehe nun hervorDaß ein RechMlock unter .der Führung eines Kanzlers: aus der Zervtrumspartei nicht zustande kommen könne. / . . KWWl>| ku HMer». j 12. Deze'W^ Der Mhenstakd der Lehrerschaft der Hochschulen, vor allem aber der Deutschnationalen, gegen das neue Konkordat mit dem päpstlichen Stuhl und gegen die K'irchenverträge, veranlaßte die bayrische NclM-Partei zu der Drohung, daß sie den Rechts block im Reich unmöglich machen würde, falls die -bayrischen Deutschnationalen in -der Konkordatssrage sticht nachgeben. Die Regierung ist entschlossen, bei einer Ablehnung des Koulkordats die Konsequenzen einem neuen L an d ta g und einem neuen Kabinett zu überlassen. Die Universitäten verwahren sich besonders dagegen,. daß auf Grund -des Konkordats je ein Professor der Philosophie und der Geschichte MholischHirchNchen Standpunktes anzustellen ist. Ser Bölierbundrat. Rom, 12. Dezember. In der heute nachmÄtags abgchaltenen ö f fe u t l i ch e n S i tz u n g des Völkerbund-' rate's wurde nach dem Bericht des spanischen Delegierten verschiedene TetaHvagen betreffend Danzig erledigt, ' unter anderem eine Bestimmung angeMmmen, daß Polen zu A u s to€ «isenvon Dan zi gern in Hinkunst nur in ganz ausnalhimsiroisM Fällen greifen werde, ftrner Bestimmungen über den Eisenbahnverkehr zwischen Dauzig und Polen,. Wer den Dampffchiffberkchr zwischen Holm und dom Festland, über die. Verwendung von Vevmögensresten der ehemaligen preußischen Wetchselverwaltung und über die Hafenipolizei. Weiler «wurde anerkannt, daß sich Danzig bei «internationalen Kongressen vertreten laffen könne, eine Frage, bie durch eihtett Zwischenfall auf dem letzten S t o ckholmer Welt Post ko ng reß akut geworden war. Die Erörterung über die Prinzipien für den Abschluß von Vereinbarungen zwischen Danz'g und Polen, über die Umwandbung der ofsenEchen Institute und über die Anwendung des p ö l n i s ch e n Z o l l r e ch t e s wurde auf die nächste Session verschclben. Hierauf wurden «in einer geheimen Sitzung der Bericht Br iands über die intellektuelle Zu sammenarbeit angenommen und ein Schiedsrichter für das gewii'schte türkisch-griechische Schiedsgericht «bestellt. Weiter wurde ein Bericht Salanidvcis über die Gründung des internationalen Jnftitstt's für die Vereinheitlich ung des Privatrechtes genehmigt und fchließ'l-ich die Frage der Kommiss'--«n für die weitere Kodis-iz.ieru«ng des iilternatl-onal-en Rechtes er^d'gt. Morgen u«m 11 Uhr vormittags findet die Schlußsitzung der gegenwärtigen Tagung des Völkerbundrates statt. Kein Telephonstreil. Die drohende Gefahr eines S t r e i k s der Telegraphen- und TelephonangesteMen ist b e s e i t i g t. In einer gestern abends stattoefundenen Vertrauensmönner- Versammlung der Technischen Union wurde das bisherige Verhandlungsergebnis unter Protest angenommen und erklärt, daß der Kamps um die dauernde Gewährung der Wirtschaftsprämien für alle Bediensteten bei den Verhandlungen um die erste Rate erst im kommenden Jahre fortgesetzt wird. Wamberlaivr MKaW. Rom, 12. Dezember. (Stefaui.) Der englische Außen» miMster Chamberlain ist heute «mittags «ach London abgererst. _ knglavd md AegWe». (Eigeudie-ust der „Wiener Morgenzoitunq".)' London, 12. Dezember. Wie aus Kairo gemeSdri wird, sollen sich nach einer Mitteilung des ägyptische» Iunenmilvistermms die Vertreter Englands bereit erklärt haben, einen Teil der Beftimmuingen des engl'i-schen ÜW. matums zu ü b e r P r n f e n und bezüglich der vier Pamckte der Unabhängigkeitserklärung Entgegenkpmnte» zu zeigen. Insbesondere soll in der Frage der N ilb ew as« serungsbauten UebevemstivMumg erzielt worden .sein. steine Arbeit Ki ÄnMnder in Sngland. London, 12. Dezember. (Reuter.) Dar UntevhtmS hat einem von der Arbeitevfirrtei eingebrachten Antrag, A u S. ländern die freie Einreise nach England zu gestatte«, mit 176 gegen 37 Stimmen verworfen, nachdem der Minister des Innern betaut hatte, man köum.nicht eAaubrn, daß Ausllauder nach England kommen und hier arbeiten, da es gegenwärtig eine Million Arbeitsloser im La«nde gäbe. Areinigung von HtdschaskSdte« «U LranL« M lordanien. Jerusalem, 11. Dezember. (I. T. A.) „Mef Ba" schreibt: Größbritaunien hat aus de« Unruhen in Hedscha's Vorteile gezogen, indem es die Städte Akaba, Ta-bouik, Maan u-n«d Petra vom Territovi -m des HedschaS ab trennte und sie als einen Bestandteil Transjorda» niens, -das unter «dem «britischen Mandat sicht, prokköf mierte. _ . - Herriot krank. Paris, 12. Dezentber. (Havas.) Der GesuncheASs zt!stan«d des Minilstevpvöisrdenten Herriot ist under« «ändert. Der Ministerpräsident Met weiter das DeP Herriot ist herzkrank. ___ Kraffin bei Sonmergue. Paris, 12. Dezember. (Havas.) Bei der UeberreichMtz feiner Begl>a«Ibvg>u'Ng<schreiben an. den Präsidenten Doumergue hielt der russische Botschafter Krassin eine Ansprache, in der er ausfühvte, eS werde seine Mrs. galbe sein, die Beziehungen aufrichtiger Freundschaft zwischen den beiden VMovn fester zu knüpfsn .unL die intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit enitfprechend ihren gemeinscha-stlichen Jntereffrn zu entwickeln u>nd zu befestigen. Präsident Dost mergue hob in seiner Antwort hervor, das französische Do'k sei ein entschiedener An-hänger des Grundsatzes der Nichteinmischung in d'e inneren Angelegenheiten, der auch in -den Beziehungen der beiden Lander als Regel a-ngcwendet, wird, und es werde ge-treu seiner Tradition das Recht anderer BAker, sich frei ihre RegierungSforme» zu wählen» achten. Ersprießliche wirtschasi-liche Beziehungen werden n«u«r in einer Atmosphäre deS Vertmü-enS, die beide Regierungen schaffen müssen und die das Ziel der kommende Berhandliungen sein werde, wieder amga» knüpft und «woiter entfaltet werden könn-en. mm VIEL GELD ersnaren Sie beim Einkauf von Stoffen für Herbst und Winter, Damen* und Herrenwäsche, Lemenwaren, Strick, und Wirkwaren, Teppichen, Vorhängen usw. UflF" Im Wareuhaui I Schiffmann II. TaborstraBe 48 Talenlion 47-1-79 Tn gros En dntall 164675

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