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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-13 · Heft 2089 (13.12.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2089 (13.12.1924)
Date
1924-12-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2089 _Wien, Samstag _ > Lar ungarische Budgetdefizit. Hundert Millionen Goldkronen, (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung^) Budapest, 12. Dezember. In der Nationalversamm- Lung hielt heute der Fmanzminister B u b sein Expose über das Bu'dget. Der Staatsvoranschlag für 1924-25 sieht Au's gaben in der Höhe von 756,682.030 Goldkronen vor, denen Einnahmen von 660,651.530 GcMroueu aogen'üiberst-ehen, so daß sich e i n A u s f a l l von 99,930.500 Goldkronen ergibt. Im Bevaleich zu dem auf Goldkronen umgerechneten Voranschlag für 1923-24 Zeigt sich eine Verminderung des Defizits u>m 85.112.982 Goldkvcaren. Die Ziffern für die einzelen Gruppen stellen sich folgendermaßen: StaatKvevwaltUiig: Ausgaben 467,817.520 <mn 124,973.926 Goldkronen mehr als im. Vorfahre): Einnahmen 387,887.020 (uw 158,049.222 Goldkronen enehr als mr Vorjahve); Ausfall 79,930.500 (mit 33075.296 Goldkronen weniger als im Vorjahre). Staatsbetriebe: Ausgaben 288,764.510 (um 91.409.064 Goldkronen mehr M im Vorjahre); Ein>nahmen 268.764.510 (uur 144,446.750 Goldkroueu mebr als im Vorfahre); Ausfall 80.000.000 (u.m 53,037.686 Goldkronen weniger als im Vorjahre). Der Minister «-Märte. die Errichtung der Ungarischen Nationalbank sei von außerordentlicher Bedeutung mrd dieses Institut habe mit seiner bisherigen Nvi-tMt viel zur Stabilisierung der Kro n e beigetragen. Die Stabilität des Geldes sei einer der wichtigen Faktoren eines gefunden, wirtschaftlichen und sozialen Achens. Aus einer Erhöhung des Kronenkurses würde bloß LaS Räuberlager der Spekulation Nutzen ziehen. (Lebhafter Beifall.) Mit 1. Jänner 1.925 werde es keine Einfuhrverbote mehr geben und auf allen Gebieten werden die Goldzölle in Geltung treten. Die Regierung sei mit allen Kräften bestrebt, Handelsverträge zustandezwbrintgen. Die Regierung habe beschlossen, die 17.000fache Schlüsselzahl bei den Zöllen, die eine Anomalie gebildet habe, 'herabzusetzen» und zwar um 12 bis 14 Prozent, wodurch eine Herabsetzung der Preise zu erwarten sei. Die Herabsetzung der Schlüsielzahl für die Goldkrone werde die Beamteugehalter nicht vermindern. Der Nisdev- Mmg der Krone habe zur Folge göhabt, daß die Spareinlagen, dre im Jahve 1913 auf dem Gebiete Rumpf- Ungarns 3,1 Milliarden ausmachten, auf 161 Millionen zurückgegangen sind. Am 3. Jauner haben di« Spareinlagen 6,8 Prozent des Friedensstandes ausgemacht, sich aber bis zum 30. November bereits auf 14 Prozent erhöht. Bei einer stabilen Währung kön-ne jedoch die gegenwärtige Zinsfuß- Politik nicht weiter verfolgt werden. Auch zu der heutigen Schung der neuen Parlaments-- sejston war kein einziger oppositioneller' Abgeordneter erschienen, und es besteht keine Aussicht, daß die Opposition ihre Passivität gegxmüber den Verhandlungen der Nationalversammlung vor den Weih- «vchtsferien ändern wird. Die Jndemnitätsdebatte wird sonach ohne Teilnahme der Opposition abgeführt werden. In Kreisen der Regierungspartei rechnet man angesichts dieiser Sachlage mit der glatten Annahme der Indemnität in der Dienstagsitzung des Hauses. Sodann wird das Parlament bis zum 12. Jänner in die Ferien gehen. (__ Cie Bnbavefter Holdingmbank kn Schwirrirkeiten. (Gigendienst der .Wiener MorgenqoitMg".) Budapest, 12. Dezember. Die H o l d i n g u s b a n k, die im Zusa.m.n«uhalng mit der Insolvenz der Allgemeiinen Getreid ehandels-A.-G. gleichfalls in ZaWungSschwieviBei-ten aewien ist, hat heute ihren Austritt aus der Reihe der Mitglieder der GeHnstitutszentvcrle amgemeldei. Infolgedessen haben die FuuMonäre der Gslbmstitutszsntrale die Revision bei der Bank sofort abgelbvoche». * Wie ,Mz Eist" mittellt, iväre die Sanierung der Holdmgusbank auch mit der' Hilfe der Geldinstittrts-entrale unmöglich gewesen, Werl die Allgemeine Getreideha'N.dels- A.-G. der .HoMngus so schweren Schaden zugesW hat, daß die Passiven der Bank auch heute noch unübersthbar sind. Die MAemeine G-etveidehaindels-'A.-G. Hai, wie sich in den letzten Tagen herausstellte, auch.an die' jugoslawischen Scholler-Mühlen Getreide ohne Deckung in rissigen Quantitäten verkalkst, so daß - die Passiven der Gesellschaft sich von Tag zu Tag vergrößern. Sie Abrüstung in Amerika. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Washington, 12. Dezember. Der Senat.hat gestern tvachmittags eine Vorlage angenommen, durch die ein Kredit von 110 Millionen Dollar für den Bau von acht neuen Kreuzern sowie für die Modernisierung von sechs GroMmPfschifsen bewilligt wivd. Amerika und Sowietrußland. (Eigendienst der „Wiener Morgenpituug".) Washington, 12. Dezember. Die SsnatskomMifsiou für auswärtige Angelegeniheiten hat beschlossen, die Frage der Anerkennung Sowjetrußlands durch die Bereinigten Staaten cmf unbestimmte Zeit zu vertagen. Wiener Morgenzeitung. 13. Dezember 1924 @eiie 8 WM’t Humatiic'Schuhe mit eingebauten Gummiabsätzen. Samuel Gompers nicht gestorben. New-Zork, 1'2. Dezember. (Tel. der „Wr. Morgen- Zeitung".) Die Nachricht vom Tode des Arbeiterführers Samuel Gompers bestätigt sich «licht. Gornpers ist itt Mexiko schwer erkrankt. Er bst 70 Jahre alt. Las Budget in der Achrcho-ölowakei angenommen. Prag, 12. Dezermiber. (Tifchecho-stow. Preß-Bur.) Der Se^nat hat heute den Staatsvoranschlag für 1925 nach dreitägiger Debatte in erster und m abgekm^tem Verfahren in zweiter Lösung angenommen. Damit ist der Staatsvoranschlag von beiden Häusern erledigt.. Matur und Monarchie in Siranien. tEigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Madrid, 12. Dezember. In der Hauptstadt hat eine BeiwAAMg zur Hebung der königlichen Autorität eingesetzt, die nicht nur von den Anhängern des Direktoriums unterstützt wird, sondern auch von Gegnern, die dadurch, daß sie für den König eintveten und feine B eg a b u n g u n d P f l i ch t t r e u e preisen, das DivÄtorium in den Schatten zu stellen Versucher:. Der Vaterländische Bund hat in Madrid Massenkundgebungen für den König veranstaltet. Re Mische Fahne aus einem amerikanischen LaWser. Aus New «Bork meldet unterm 11. d. ITA: Dieser Tage iMM'M''^'--DcM^r^,Pr8!Mnt 'Archur*,' der zwischen Amerika und Palästina verkehren wird, die jüdischnationale blau--Weiße Fahne ousgrzogen. Eine Gruppe Zionisten und die Direktoren der American Paleftine Lim versammelten sich aus diesem Anlaß auf dem Deck des Dampfers zu einer intimen Feier. Im März wird der Dampfer seline erste Palästinafahrt antveten. Der Dampfer „Präsident Arthur" war früher ein deutsches Schiff, das nach der modernsten Schissstechuik gebaut worden ist. Die amerikanische Regjievuri'g hat das Schiff auf Konto der Reparationen erhalten und es dann an die jüdische SchiffSgesellschaft verkauft. Bor der Sprengung des FSufundzwamigeransschnffer. Der Fü-nfuudzwa,nzigemus schuß der Bwndescmgestellten iberief'für gestern nachmittags eine Sitzung sin. in der die Mitglieder über die Stellungnahme der Bertrauiensleute zu der Antwort der Regierung auf die Forderungen der BuiU'desangostellten berichteten. Die Vertreter der Angestellten legten dar, es sollen nochmals die Forderungen der Bundesangestellten der Regierung vorgelegt und von ihr eine endgültige Erklärung verlangt werden. ' Der Ausschuß beschloß, für heute vovm'rttags eure Sitzung ei'nzuber^en, zu derselben den Bumdeskauzler Dr. Ramek omzuladen, diesen über die bei den Bwndesangestellten herrschende Stimmung zu unterrichten und vn ihm eine Erklärung der Regierung über ihre Haltung zu den Forderungen der Beamtenschaft zu verlangen. Der Beschluß der Vertrauensleute des Bundes der öffentlichen Angestellten, wonach die Mitglieder des Fünfundzwanzigerausschusses für den Fall, als die Regierung sich weitechin gegenüber den Forderungen der Angestellten ablehnend verhält, thre Mandate zurücklegen sollen, wird den übrigen OrgauisaGonen zur Stellungnahme. übermittelt worden. Re Steuereinheit — 12.880 Kronen. Eine Kundmachung des Bundesttünisteviun^ für Finanzen vom 9. d. bestimmt, daß bei der Veranlagung der allgemeinen Erwerb-, der Einkommen- und der BermögenKsteuer für das Jahr 1924 als Durchschnittswert der Steuereinheit der Betrag von 12.000 K. AUgmnde Kit legen ist. Srdbebe« in Sesterreich! Gestern früh'um HM 5 Uhr wunden in Salzburg in rascher Austlnalchevsolge a ch t E rdstö ße wahogenommeu. Das Erdbeben war in all-en Teilen der Stadt sehr deutlich b.e m e rkb ar. Auch in I n n s b ruck Hvsgaste rn imrrden um dieselbe Ze>it E r d st ö ß e verspürt. Schäden. Nnd nirgends M verzeichnen. Das Erdbeben ist auch in Linz und einer ganzen,Reihe! anderer Orte Oberösterrelichs wcchvgenomunen worden. Wie aus »Triest gemeldet wird, wurden heute um. halb 5 Vhr früh iu ‘ Triest und in der Zone von Udi ue bis F iume zwei 'heftige Erdbeben vers'purt. Jir mchrerm. Ortschaften Krains wurden Häuser abgedeckt. Die Schäden sind maist un'bedeutelnd. Hiezu wird gemeldet: Die Seismographen der Zentralanstalt für Meteorologie in Wien verzeichneten in der Zeit vom 11. bis zum 12. Dezember drei Beben, deren Herd wahrscheinliche in den ö st e r r e i ch i s ch e n Alpe n gelegen ist. Das erste schwache Beben wurde Donnerstag den 11. d. um 17 Ahr 45 Min. 14 Sök. registriert. Dann eroiguete sich ein für unsere Gegenden sehr starkes Beben am 12. d. nm 4 Uhr 29 Min. 33 Sek., dem um 8 Uhr 22 Min. 49 Sek. ein schwaches Nachbelben folgte. Das Hauptboben hat noch in Wen eine Bodenbewognug von nahezu 0,3 Millimeter erzeugt und dürfte seit zwei Dezennien, eines der stärksten Alpen beben gewesen sein. Die EntsermMg des Bebenbereiches dürfte mit ziemlicher Wahvscheinlichkeiit 2WKiloui,i!ter betragen habm. In. Italien. . Mailand, 12. Dezember. Heute morgens um halb 5 Uhr wurde in Udine ein starkes Erdbeben verspürt, das. in der Stadt selbst und in mehreren Ortschaften der Umgebung großen Schaden anrichtete. In der Ortschaft Lanco rief om Erdrutsch unter der BevAkerunig eine Panik hervor. Auch in Tolmein war das Beben so heftig, daß die Einwdhner erschrocken ins Freie stüchteten. Es folgten weitere Nachbeben. von geringerer. Heftigkeit. Im Dom ist ein Teil des Kirchenschiffes eiugeftürzt. In Arco erlitten mchveve Häuser Risse «B viele Kain i n e stürzten auf die Straße. In C'ivida l.ebrach.das Dach der PolHeikaserne zusammen. Auch aus dem TaKiomentotal werden bedeutende Schäden gemeldet. Verspürt wurde das Beben in der gangen BeneHi« Giula und in JstvieD bis wch Fimwe. Gomperz' Bibliothek «och Ferusaiem. Für die jüdische Nationalbibliothek angekaust. Die J..T. A. meldet: Ein großer Teil der Bibliothek drK vor einigen Jahren verstovbenen Phrlosophm> Univ.^Pros. Dr. Theodor G omperz, ist sür die jüdische NatioMlbibliothek in Jerusalem erworben worden. Dr. Gomperz' galt^ als ein großer Kenmr der griechischen Philosophie. Seim BMwtihek enthält vorwiegend Werke philosophischen, historischen und natuvwissonschaftlichen Inhalts. Zahlreiche ^Bücher enchalten Dedikaironen fast sämtlicher Gelehrter und ForWv dos letzten Jahrhunderts und sind m-it Ligenhändigen Bemrr- Amigen Gomperz' versehen. . . ' . Den zum Ankauf diestr Bibliothek iwtigen Betrug hat Dr. Magnes, der zurzeit in Palästina weilt, zur Verfügung - gestell t. ' ' Interessante Verfteigernngsobnkte. In Leo Schidlofs Kunstauktionshaus. Mittwoch den 17. d. beginnt beiSchr dlo f eine Versteigerung von- Kunstobjekien, die sich durch besondere Reich- MWeit auszeichnen. Unter den Bildern der .jüngwen Zeit fallen Wiener Meister, Polen und Spächollander . auf, darunter Ranftl, Pausinger, Ranzoni, Ruß, von alten Meistern Zugehörige der deutschen, englischen, italienischen und holländischen Schule, , Spanier des 17. Jahrhmvderts^ ein Kremser Schm i d i. Unter den erstklaßigen Kupferstichen gibt es Namens wie Reynolds, Ba-üidouM, Cowrel, Boucher, A. Kaufmann, unter den Miniaturen Jsabey, Grassi, Saar, Theer.- Anschhießend eine Auswahl geoiegensten Porzellans und die bekannte G'lassammlung M. E., die gewiß viele Freunde und Liebhaber finden wrrd. Rekurs der vkrektorr R. Wilhelm -egen das Urteil im Falle Schwarz. We vsvläiuteL, wivd Prof. Dr.' ' Äer Direktor des Akademischen Gymnasiuims» gegendas DiGiPlünarurtsil des Stadtschul'vates in Angelegenheit des Selbstmordes des Gymmcrstasten Schwarz den Rekurs an die DisManavkommlisjilM des Un4ervlchism.irliisteriuimU orgreifeir.. Re Fraueuleichr neben den Schienen. Wie bevichtet, wurde Donnerstag früh auf dem Gaihlüdä'mm der. Nordbahn frei der altem Donau in Floridsdorf die Leiche ckuer Frau in gräßlich verletztem Zustand ausgöfuindsn. Die Tote wurde später als die 17jährige Hausgehilfin Anna Somon erikanmt, die verruuÄich Selbstmord begangen hat. Im Laufe des gestvigen Vormittags wurde ihr Geliebter, Andreas Grlimm, der seit gestern vormittags wicht zu erreichen war, vom PMzeikomm'issariat Floridsdorf eiin-vernomimen. Er g«b an, daß' er am Mittüvoch abends bis gegen 11 U!hr in Gesellschaft der Somon gewellt hatte. Um diese Zeit begleitete er sie. Beim Wschiednehmen war sie nicht im geringsten erregt. Es wurde echckbeu, daß die bisher vermißte Lackbrief-- ta sche der So-mon sich noch m der Wohnung ihrer Tante bef.j.ndet, daß aber hmgegen eine Reine Handtasche und der' Betrag von zirka 400.000 Kronen spurlos v e r s ch w u u--. densiird,

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