Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-12-11 · Heft 2087 (11.12.1924) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2087 (11.12.1924)
Date
1924-12-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981170--21335-3008634
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

_ Wlckttrr Morgeuzeitunft. . __ 11. Dezember 1924 Nr. M Irr MeMeuflrtschhöndler und die Polizei. War hat -ammaua mV den Leichen gemacht? - Sie Polizei hat ihre Pflicht nicht getan. Haunoder» 10. Dezornüc-r. Inn weiteren Bevlaiwfe . des Zmgenvevhöres kam die Frage zur Eröntevung, wo eigentlich die Leichen der Opfer H-armamrs tzerbil-ishen sind, beW. 'oib für das Gerücht, -weilches Haannanin des Handels mit Menschen fl eifch heschrffdigt. AnhaAspriM« gegeben sind. Eine Zeugin, Frau W eigner, welche bei Haavniawn bckienistet war,' später von ihm wogen eines ange>bl-lchen Diebstahls entlassen wmüe, gab an, es «sei ihr manchmal arssychallen, wie Haavmaml überaus . merkwürdig« Fleischstücke Veökmvft habe. Haarmarm, von dem sie wußte» daß er mit ■ Leben Smitteln handle, habe immer dmigstan, daß dieses Wersch lediglich Pserdef^ei sch sei, Loch habe die sonderbare Ware gang anders auSgefchen. Die Amvmevfvau HcnmmmpL, Frau Enge t, bei der ec «men kleinen, zwei Meter Langen ünd drei Meter bveAen Raum im vierten Stock eines Hauses m oimer enÄsgenen Gaffe in Mete hatte, teilte mit, sie habe Haarmann durch Zufall kennen gelernt. Sie habe von jemandem Wersch kaufen wollen, da habe Haarmmvu, der neben dieisein Mann stand, gat ihr gesagt: Denn Sie Fleisch haben wölben, kmmen Sie es van mir b illi-g beziehen. Haatmamr habe ihr dann spater Aster Meisch «n Gewichte von 2 bis 3 Wund gegeben, es war dnnkelrot und habe wie Pserdefkleisch ausgeschen. Knochen hätten sich darin nicht befunden, mrd es hätte ° auch wie Pferdefleisch geschmeckt. Ich habe einmal Haarmann gefragt, erÄürte ine Zeugin, wie er sv billig sein kaum. Er Hai damrff geonitwortet, er habe einen Schlächter in der Markthalle, der ihn so billig büichere- EilmiÄ kam die Zeugin >ms Gespräch mit Haarmann, ha habe er ihr erzählt, er betreibe ein Gewerbe und KnMe ihr Meidet verkaufen. Er habe ober nie gchogt, woher die von chm verkarsten Kleider stammen. Er sei mit seinen Kleidern immer billiger gewesen als alle anderen. ' Der Vorsitzende wünscht zu wissen, ab Haaunann auch emmckl in der Wohmmeg gekocht Hobe. Frau Engel beacht dies; Haovnrcmn habe sie gesragt. ob er aus chrem Herbe Brühe zübeMen dürfe, und da in ihrem Herde Feuer brarmre, habe sie es ihm gestattet. Die Weischstücke brachte er m vmer v e rde ck t en Schü,ss et Das Wersch war in. einer Lange von. 10 bis 8v Zentimeter in schmale Streifen geschnÄ» reu. Einmal habe er auch Wurst gemocht. Frau Engel habe ihm dabei gchiÄfen, das Wersch zu schneiden und di« Fleischmaschine zu drehen. Anis die Frage, ob die Zmgm öfters junge Leute bei Haarmaün gesehen hohe, enzahtte sin, sie. habe eimnol «inen etwa 20jährigen Mcmn Än Zimmer HmrvmonnS gefchen, ein andereSmal hakte sie Haanmmm mit smem ganz zerlumpten Menschen Weggehen gesehen. Bon einer Nachbarin habe sie spater erfahren, daß Haarmonn pervers sei. Ts wird hieraus der Zeuge Engel vernommen, der in verschiedenen Punkten die Aussage feiner Frau bestätigt. Die Zeugin S chulz, .eine Geliebte Grans, bekundet, daß sie eines Tages «n Bott von Haavtnonn einen Jungen regungslos liegen gesehen hckbe. Haavmann behauptete, daß der Betreffende nur schlafe. Hcrarmam gibt hierzu «ine Schilderung md behauptet, daß mvch GvawS an jenem Morgen im Zimmer war. Grans bestreitst das entschieden und will überhaupt nie eine Leiche gesehen habe«. HaarmaN«: „Doch, ee hat so diek« gesehen!" Als nächster Zeuge wird ein Mann vermummen, der gegenüber HaMmarm gewohnt hat. Er schikdert, wie junge Leute in HaarmannS Wohnung gekommen seien und wie in dessen Wohnung nachts von 12 bis ü Uhr früh Licht gebrannt habe. Es halben sich oft drei Personen hinter den Gardinen bewegt und der Frühe Härte man dann aus der Wohnung 'Hacmnamis, oft dumpfe Geräusche, wie wenn jemand etwas klein hacke, Auch dieser Zeuge hat der Polizei von seinen verdächtigen Wahrnehmungen Kenntnis gegeben, doch ist die Polizei der Sache nichtnach gegangen: Unter großem Andrang des Publikums wurde sodann der Vater des von Haarmann ermordet«» Robert Witzel ein« vernommen, von dem es hieß, daß er ein Attentat ans Haarmann beabsichtige. Es.waren besondere Vorsichtsmaßnahmen ge« troffen. Vor der Anklagsbanl waren Schutzpolizisten ausgestellt und als der Zeuge , den Saal betrat, wurde er sorgfältig oa? Waffen untersucht. Die Aussagen WitzeLs gipfelten m heftigen , Vorwürfen gegen die Hannoversche Kriminalpolizei. . Witzel hatte seinerzeit im Hannoverschen Polizeipräst« dmm den Schädel seines Sohnes zu sehen verlangt. Dies wurde ihm aber mit denn Bemerken verweigert, daß nichts blonderes an. dem Kopfe zu sehen sei. Mit erregter Stimme ruft mm Witzel in den Saal: ,^Fch hätte Längst zur Aufdeckung des Mordes beitragen können,. wenn man mir den Schädel/ hätte sehen laffen, denn mein Sohn hatte ein besonderes, eigentüm-» liches Gebiß. Wir hatten der Polizei schon län gst die Spur gezeigt, Haavmann war schon längst beobachtet, worden, aber die PoLizei wollte nur Lorbeeren arvf ihr -Haupt sa-mmelm. Wie war es möglich, daß nachher fünf Morde von diesem Schuft ausgeführt..wurden?" Der Vorsitzende -evmahni den Zeugen zrvr Mäßigung, worauf die Verhandlung geheim «Märt wurde. Der Vorsitzende stellt« hieraus aus Mutsch des Oberstaatsanwaltes fest, daß entgegen den nmLauifercken Gerüchten nach dem 85. Huni von 'Haarwann kein Mord mchr begangen worden sei. Die letzte Mordtat sei «r 13. Juni geschehen. Im weiteren Verlaufe der geheimen Verhandlung wurden Zeugen über die Art des Verkehres mit Haarmann vernommen, von denen die meisten wnsfagten, daß Haavmann sie gefesselt " habe. Haavmann bestreitet dies« Aussagen Md sucht die Um glaubwurdigkeit der Zeugen nachz,«weisen. Schließlich wurde der in Haft befindliche 31jährige Hugo WitkowSki als Zerege vernommen, der erklärte, daß er weder allein noch mit anderen jemals einen Mord begangen halbe. Er halbe allerlei für Haormann gezahlt und beim Ausgchen mit Grans auch für diesen. Haarmann sei gegen ihn von Haß evfüyt, weil er ihn verhaften Ließ, und well er ihm Geld schult dig fei. Damit wurde die heutige Verhandlung geschlossen.' Der MafsenmöDder Angerstein. Berlin, 10. Dezember. Zu dem Fall Anger stein berichtet die ^FvanHurter Zeitung": Die Annahme, daß Angerstein die %at mit voller Ueberlegung ausgeführt hat, gewinnt immer mchr an Wahrscheinlichkeit. Auch in einem früheren Hause des Mörders in Niederscheld brach einmal Feuer aus. Angerslein leistete damals wahrscheinlich einen falschen Eid. WeiterS wird Angerstein auch mit einem noch unaufgeklärten Mord in Wissen in Verbindung gebracht. ) gefte % SRm, Ä-llsteMch- ABZIEHBILDER für df< gcnuote Industrie und RtkUtoewCM». - AUrintmaiw« CZERNY & BAZANT, Wien, UI. ArenbercHng Nt. 7 indessen wider Erwarten am nächsten Sonntag in München die Würfel diesmal zugtnvsten Donaukandr falle«, dann ist damit •woljl für kurze Zeit Donauland gerettet, aber der Deutsche und Oesterreichische Alperwerein in zwei Lager gespalten, denn dann kommt der Arierparagraph in der Mehrzahl zur praktischen Durchführung. Daran ist nichts mehr Hu andern. Der Beschluß von.Rosenheim, Donaulaud zmn Austritt «uf^lsordern, läßt sich nicht mehr rückgängig machen. W i e n, 11. Dezember. * Verschärfung des Apothckerkonfliktes. In den Verhandlungen des Volksgejundhejtsamtes mit den Vertreter« der Pharmazeuten find neue Schwierigkeiten »ufgetoucht. Da» Volisgefu-ndheitsamt vertritt die Anschauung, daß di« Gehaltserhöhungen der Pharmazeuten so wie bei den Bu-ndeSangestellten stufenweise erfolgen sollen und daß Pharmazeuten erst mit dem 15. Dienstjahr einen AnsipMch «uf die jetzige Gehaltserhöhung haben, sollen. Die Pharnwzsulen veviverfen diesen Sttnwpnnkt. Der Abschluß der Btthandümgen wird für heute erwartet. Morgen findet eine Verst«mnlama oer Apocheferaffistenten statt, in der zu dem Ergebnis dieser Berhandlrnkgen Stellung genommen werden wird. Sollt« das Bolksgesundheitsamt am seinem brsherigen Standpunkt beharren, dann wird der Streikbeschluß durchyesühtt. * Der Hochschulstrekk in Leoben beendet. Der Grazer ..Tagespost" wird aus Leoben gemeldet: Die Hörerschaft der Montanistischen Hochschule in Leoben hat den Streik nach schärfster Berurteilung desselben durch das Profefforenkollegium beendet und den Besuch der Vorlefungen begonnen. * Ablenkung des Bahnhosrundverkehres. Wegen, vovberei- 4rnder Arbeiten für di« Ve^chiebung der Brigittabrücke wird in der Nacht von Donnerstag aus Freitag und ttion Freitag aus Sanlstaa der Nachtrundverkehr der stMische-n Straßenbcchnen R'er die Taborstraße—Obere Angartensttaße—Untere Augartenscraße—Schottenring—Porzellangaffe und Lichtenwerderpbatz zum Gürtel abgelenkt. * Günstige Fleischzusuhren. Die Grohmarkthalle hatte gestern besonders günstige Fleischzufuhren anrmweisen. Mittels Bahn sind 33 Waggons im Gewichte von 176 Tonnen eingelangt. Gestern hielt sich der Verkehr in mitlel-mäßiam Grenzen, wobei die Preise vorla ufig unverändert blisben. Der N a s chm a r k t wurde ausreichend beliefert, der Berkehr war nicht besonders lebhaft. Preise anhaltend stationär. Kraut und Kartoffeln waren genügend vorhanden. Auch der Obstinarkr verfiigte Äer genügende Vorräte. * Das Wetter. Gestern früh herrschte bei bedecktem Himmel mäßiger Frost. Voraussage: Keine wesentliche Aenderrtng. * Fünf Selbstmorde. Die 73jährige Private Marie L hat sich aus Kränkung über den Tags vorher ersolgten Tod ihres Gatten in der Badewanne ertränkt. — Der LSjÄhrige Pvivate Johann T. hat sich im Laaerwald erhängt. — Ern Unbekannter hat sich aus dem Zentrastriedhos ersHoffen; wir aus einem bei ihm gefundenen, nicht unterfertigten Abschiehsbrief hervvvgeht, sind Verlust des Vermögens und Furcht vor Wahnsinn di« Motive der Tat. — Der 42fähvig« Privatbecnnte Mvin B. hat sich wegen einer unheilbaren Krankheit erhänM. — Ackeitslcsigkeit veranlähte den 26jährigen Mechanffer, ^ckfsf H. feinem Leben durch Erhchießtn ein Ende zu machen. Ans Gram über den Tod feiner Mutter hat sich der Slffähvige Schlossergehilfe Karl K. mit Leuchtgas vevgrstet. * Wegen Mordrs verfolgt. Nach einer an, das Sichetheitsbureau' gelangten Mitteilung wird der am L6. Mai 1906 zu Obernberg am In» geborene Alois Wagner verfolgt, well er am 9. d. in Lbernberg an der Hoi^ackeitersstattm Äeonora Zazinger einen Mord verübt haben soll. - * Graberfchändrr. Dixnstag nachts wurden aus dem Baumgartner Friedhof zwei Schachtgräber ,evbrochen. Bier Särge sind geöffnet worden. In zwei Sargen deren Deckel abgehoben worden sind, waren die -Leichen: bloß verschcpen, ohne sonst beraubr worden zu sein. Von. zwei.anderen Sargen waren die Deckel äbgenommen worden, die Leichen waren mrs den Särgen gehoben und dann wieder hingelogt worden. Bei einer Leiche fehlt die Hose, bei der anderen, der eines Kindes, ein Kleidchen. Üober den Tater fehlt bisher jede Spur. * Verhaftete Einbrecher. In oer Nacht WM 27. November wurde das Wivkwarengeschäst der Anna K ritsch, 81. Bez., Schloßhoserstvaße 6, von Cinibrechern heimaesucht. Sie hatten Waren im Werte von 6V Millionen Kronen rvosutet. Nun wurden als Täter der 23jährige Hilfsarbeiter Franz Klima uick> der 24jährige Hilfsarbeiter Josef N e c a s verhaftet. ' . - Kriegerleichrntrausport aus Sibirien. Dieser Tage traf nach mehrwöchiger Fahrt durch Rußland, Polen und die Tschechoslowakei in LuHwenlburtz ein Leichentransport von in russischer Kriegsgefangenschaft derstovbonen o sie r r e r ch i s ch e n Soldaten, die in jetzt italiervffchen Gerieten he-nnatsbercchtigt waren, aus Sibirien ein. Die Leichen waren in großen, sargähnlichen Kisten gevorgen. Dieser Transport würde mit einem Ms Ungarn kommenden Transport it<vliekischer Kriegerleichen vereinigt und vom Österreichischen Schwarzen Kreuz nach Italien gebracht. Im nächsten Frühjahr werden zum Zwecke von Nachforschungen und. Rückführungen Expeditionen nach Polen und Italien aibgchen, über die nähere Auskünfte beim Ossterreichrschen Schwarzen Krerrz, Wien. 1. Bez.. Herrengasse 21; emgeholt werden können. * Montagu und Ledh. In der Londoner Gsselffchalft wird demnächst eine hochinteressante Hochzeit stattsinden. Honouvable Moen Samuel Montag« wird Fräulein Mary Levy heiraten. Diese Elheschließuna ist deshalb bedentsa-m, well durch sie ein« Verbindung zwischen den zwei reichsten jüdischen F a m i 11 e it E n g land 8 hergestellt wird. Wbert Damwel Montaau ist der älteste Sohn mtb Ecke des Lock Drvaychling, Mary Levy die Enkelin des Lock Baerlstck. Lock Swaychlmg war der erste Jude, der' eine Pairswürdvom Vater erbte. Er sicht an der Spitze des bekannten Bankhauses Aamnel Montag» ü. Comp. Lock Baevsted war bis mm Icchre 1920 Direktor der Shelltransports To. nnd hieß Srr MackUS * Das zionistische Opvositionsorgan erscheint wieder. Di« uilssisch-Ddl/sche Wochenschrift „Raßwjet", die vor einiger Zeit in Berlin als das Organ der zionistischen Opposition herausgegeben wocken war, beginnt am 15. Dezember in Paris unter der Leitung des Herrn Wladimir Jaboti wskh zu erscheinen. * Weihnachtssericn in Aegypten. Anläßlich der Weib- .rach rsfeiertäge wird der Lloyd Triestino eine Gesellschaftsreise i'.ach Aegypten zum.Besuche von Kairo uick^ Luxor veranstalten. ÄuÄmvftr über diese sowie di« nachfolgenden Reifen erteilt daS Paffagckuveau des Lloyd Trieftino, Wien/1. Dez.. Kämtnernngb. (Kttgelttich.) * Ausgezeichnet, wundeckar, sagen di-e Damen, welche Probewüschen M dem neuen, gesetzlich geschützten Wafchrpparat .Aesormcttor" «eschen halben. Man. sieht, daß »Masche mit Lus4" «wirklich die beste Waljchmethode der .Ge^ewwavt ^t. * Der Wirt von Äretn« Green. Aus Liedern und Erzählungen ist das schottische Städtchen G r e t n a Green bevühmtj bchnmtlich die Zuflucht aller heiratÄüstigen Paar«, die durch lvgsnd einen Unntand gchindevt waren, die Ehe sonst einzugehen. In Gretna Green gab es keme Formalitäten ivaendwelcher Art. Kurz nach 1854 wurde jedoch durch ein befonveres Gesetz des englischen Unterhauses dem HeiratSburean ein Ende gemacht. daS.Iohn Lin ton, der Gastwirt des Städtchens, in feiner Wirtschast unterhielt. Die doÄständi'ge Sammlung der Heiratsurkundm, die er sMsl zwischen 1828 und 1854 über die vollzogenen Trauungen ausgestellt hat, wurde jetzt, wie die „Zeltschriift für kulturgeschichtliche wnd biologische Familien« kunde^ mittellt, in Lonyon versteigert. Die erwähnten Urkunden befanden sich im Besitz der Famllie Linton und wurden von einem der Nachkommen des Hauses Lmton verkauft, dessen Wirtschaft den größten Zukauf helvatslustiger Paar« hatte. DaS geht auch daraus hervor, daß di« Samntlung Wischen 1100 und 1200. Ilrkundem mnfaßt. Unter ihnen befindet sich rüs eine der bevichmtesten die Urkunde der Heirat, die Prinz Karl Ferdinand, der Bruder König Ferdinands des Zweiten von Neapel, im Jahre 1886 mit einein irischen Mädchen vollzogen hat. Dieses Paar wurde im ganzen viermal vermählt, einmal in Rom, einmal in Madrid, einmal in Gretna Green, und als auch dies der Londoner Gesellfchaist noch nicht genügt«, zum Schluß in der Londoner Sankt-Gsova-Kirche. , Eine weitere berühmte Heiratsurkunde bezieht sich auf die Vermahlung des Marguis von Queensbu.rh mit Karoline Elayton. Dieses Paar benützte näntlich, um Gretna Green nt erreichen, nicht den sonst Wichen Postwagen, sondern legte den Weg von London nach Gtetna Green zu Pferde zurück. Eine ganze Reihe anderer ähnlicher Heiraten, die für England; ein« große gesellschaftliche Sensation waren, sind in der UrkundensamMnng noch enlhaltenr. Erwähnenswert ist noch die in Gretna Green abMchlossene Dermähl-ung von Lock Westmorel and mit Miß Sarah C-Hild, ver Tochter des Begriinders der CHMdWank. Dieses Paar wurde aus feinem Wege Nach Gretna Green von dem zMWgen Schwiegervater, dem Bankier Child, in einer Weiten PozOltsche verfolgt. Der Schwiegervater mußte.die Jagd indessen mffavben, als eines voir seinen Kutschpsecken Von seinem Mkünftigen Schwiegersohn erschossen wocken war. Die Sammlung erzielte einen Anktionspreis von 880 Pfund-und ging in den Besitz eines privaten Sanmvlers über. . Bereine, Borttiige und Lttkammlmiseu. Sepbardisch -akademischer Verein Esperanza. Heute, '/.8 Uhr abends, im Vereinslokale, 2. Bez., Novaraaaffe, Vortrag Dr. T a r t a k o w e rr Wa» soll die Diaspora für de» Ausbau Palästinas tun? — Z111 e M i s r a ch i, W ie n. Anläßlich der in Preßburg vom 25. bis 28. b. stattfindenden MiSrachikonfereuz veranstalten die Zeire eine Exkursion dorthin, die mit einer Befichtiaung der jüdische« Sehenswürdigkeiten daselbst verbunden ist. Interessenten mkge» sich ehestens im Lokal de» Vereins, 2. Bez., Praterstrab« 48, melden. Montag den 22. d. (zweiten Tag Ehanuka). >/,8 Uhr abends, im großen Saale des Bayrischen Hof Ehannkafest. — Z t on tstisch e Organisation. AeztrkSsektion Brigittenau. Heute, S Uhr abends, im Cafe Halpern, 20. Bez.. Gauß-Platz 11, Referentenstdung. Samstag DiSkusiionSabend. Die Kindergrupp« der zionistischen BezirkSsektion 80 ver- Msdal'tete kürzlich emen Kinder abend kt dvr Doynbee- Halle. Das Programm, das aus Deklomationen jüdischer und hebräischer Gedichte und Lieder sowie Tänzen bestand, wurde ausschließlich von den Kindern bestritten. Herr Siegfried Ab.eles hielt einen Bortrag, dessen Folge die Gründung eines Elternvates war. Um das Gelingen der Abends hat sim besonders Herr Mösles Wein 1 raud verdient gemacht. Ravioprogramm für heuter 9 Uhr früh: Marktberichte. - 11 bis 1 Uhrr Matine- Silving. — V,4 Uhrr Swlußkurse der Wiener Börse. — ,4 Mi 6 Uhr: Ernst-Heiterer Nachmittag (Silving). — V,7 Uhrr vom Schnee »nd vom Schneemann. —8 Uhrr Chorkonzert der Men»' SchnbertbundeS. » Radlo-Salon der „Mm« Mm»m»M«g' i m „Haus btt D a mG* Ergo« A.-G., 1. Bez., Schwedenplatz 1. Vorführung: der. Wiener Sendung t ä g l i ch von 11 MS 1 Uhr mittags und von 4 bis 6 Uht Nachmittags. E i N- ' t r i 1 k frei. Kein K a u f % w o n g. B 11*. kauf erstklassiger Radioapparate und -Bestandteil.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.