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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-07 · Heft 2084 (7.12.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2084 (7.12.1924)
Date
1924-12-07
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Gerbe 2 Wien, GonM-ag Bubi-Kostüme reine Schafwolle, la Qualität K 490.00t Feinste SeidsnElor-Damenstrümpie früher K'58.000 / jtfxt K 45.000 „5beal6trumpt" nur L Trattnerhof 2 (Graben) t t?■ - i | I y gt \ V I! ■ Lj - 4 . systematische, auf Verdrängung des Christentums gedichtete jüdische Bewegung in Palästina zu ziehen, ist töricht oder — es steckt was dahinter. Es ist übrigens auffallend, wie oft Herr Barleffina in letzter Zeit aufgeregt ist oder aufgeregt tut. Einige Wochen früher hat er schrecklichen Skandal geschlagen, weil eine hebräische Operngesellschaft die „Jüdin" aufgeführt hat. Ein Kardinal, der Unrecht tut, und noch dazu hebräisch spricht! Melch. grenzenlose jüdische Frechheit, so etwas in Palä- 'stina aufzuführen! Man könnte aus diesen Vorfällen .schließen, daß Monsignore Barleffina ein polternder ^Kirchendiener im Stile der bayrischen Gebirgspfarrer ist. Gefehlt! Herr Barleffina ist ein feiner, römischer Kirchenkavalier, der auch schweigen kann. Solange!die Hetze gegen das Mische Aufbauwerk in Palästina von den Arabern besorgt wurde, hat er sich diskret im Hintergründe gehalten und geräuschlos die Drahte gezogen, an denen die; heidnischen Schecks zappelten. '.Er will keinen Lärm um jeden Preis. Solange er unterm Halbmond anonym gegen die Juden kämpfen : konnte, hat er das Kreuz gerne in der Tasche behalten. 'Nun aber haben die unseligen Araber andere Sorgen. Sie kämpfen untereinander, haben daher wenig Zeit für die Juden. In der Bekämpfung der Juden darf aber keine Pause eintreten, also springt Herr Barleffina selbst in die Bresche, ist beleidigt und aufgeregt, schwingt das Kreuz und alarmiert die Christenheit. Heute wegen einer Oper, morgen wegen eines Journalisten. Uebermorgen wird es vielleicht ein jüdischer Lausbub sein, der nur vier Kilometer weit vom Heiligen Grabe Fußball spielt. Was ist zu tun? Sollen die Juden älle.ihre Komödianten, alle ihre fußbavspielenden und Zeitung schreibenden Lausbuben erschlagen? Wirksam wäre das Mittel schon, aber was bleibt dann übrig? Für Herrn : Barlesstnas seine Nase allerdings noch immer genug. Heilige Stätten sind so leicht geschändet und katholische Gefühle so leicht verwundet, wenn man'will. Und Herr i Barleffina will. Er wird solange wollen, bis wieder Wandere sein Geschäft besorgen. Der ewig Aufgeregte und immer Beleidigte wirkt possierlich, auf dem Theater. Aber Palästina ist kein Theater und Barleffina wirkt nicht unter Reinhardt. Die Regie fuhrt der Papst. Dieser Regisseur hat die Juden nie lachen lassen, immer nur weinen. So war es und so wird es sein. Wer es nicht glaubt, der nehme das jüdische Geschichtsbuch zur Hand. öchlirtznng der Belgrader Uaiversitiit. Neue Krawalle. 4; i 4 r? i Belgrad, 6. DeFvncher. (Ung. TÄ.-Kvrr.-Bur.- An der hiesigen UnweHtät haben sich heute di« Schlägereien w-ederholt. Die regvermngsfveuMichen Hochschüler hatten näMich gestern beschlossen, zu den Borlssungen zu erscheinen. Die oppositionellen Höver hÄben jedoch zum Zeichen der Soliidavitäl mit Agram einen Streik proklamiert. Sie besetzten haute früh die Eingänge zur Universität f-cüvie die Aula. Später wurden di« oppositionellen Hörer von den wgieQMgsfvsunWcherc Hövevn angegriffen.?Es entstand eine Schlägerei, in deren Verlauf es der Opposition gelang, die Eindringlinge zu vertreiben, die hieraus die Fensterschokben des Gsbaudes zertrümmerten. Schließlich wurde die Ordnung durch die Erklärung des Rektors wieder hevgestellt, daß die Universität bis zu!m 9. Dezember geschlossen werde. EPPIGHHAUS 1IU.L, ■ Bauer ntnarkti2i4 I,H, ■ BESICHTIGEN SIE | EINKAUF ■ UNSERE 32 Ä'7N°7M SCHAUFENSTER!! » VofDanoBD, SH» «Decke«, Ufibef-W! Prelsöaufjedem Stück §g WllrfeBBtC* SK ersichtlich. | BESORGEN W JEDEN SQNNTAG VOR B 6 bis 8 Uhr alle Auslagen beleuchtet '■<ryrr* WWM! Lvtener Morgenzeltung. 7. Dezomver M4 Nr. 2094 Keine außerordentliche Teuerungsznwendmg. Bekanntlich haben die Beamtetvo-vganisationelr die Auszahlung eines Monatsgehaltes Äs außerordentliche We'chMchtsalUshllse verlangt. Die Bu,udesr«gier.ung hat diese Forderung unter Hinweis auf -die staatsfi-nanzielle Lage gestern abgclchnt, Ivoioau-s dev Bovsitzende des'Fünft un-dZwauzi-gerausschuffes, Hofrat L e t h, in seiner Entgegnung von der Möglichkeit eines Streiks sprach. Hoft rat Leth ist der Führer der chriftlichsoz-ialen Beamten,d e diesmal an der Spitze der Beanltenbeüvcgung marschieren, was darauf, fchließon läßt, daß sie, die zu den unentwegten Anhängern Dr. Sefpels zählen, feinem Nachfolger das Regieren auch nicht heguemer nm-chen wollen, als es dieser hatte. ♦' * Zur gestrigen Sitzung des Fünfu-ndziwanAvgerausschusses der Beamtenovgauisationen' ivar' BnndesLachler Dr. R a m e k' Persönlich erschienen und' gab -umter anderem folgende Erklärung ab: 'Ich hake mir erlaubt, Sie einzu* laden, um Jhn-e-n das Ergebnis der Beratzvngen des gestrigen Ministerrates nüftu teilen. Die Regierung hat sofort nach ihrem Amtsantritt der volkswirtschaftlich so außerordentlich wichtigen Frage des stetigen Anwachsens der Preise ihr Augenmerk zugewendet; sie hält sich verpflichtet, alle Kräfte, in BewegU'Ng §u setzen und alle Stände und Schichten der Bevölkerung aufzurnfen, um m'mdesdenZ einen Stillstand in der Preisbildung zu erreichen. Während die Regierung mitten in der Beratung dieser schon von <ber Regierung Seipel eingeleiteten Aktion stand, haben die Vertreter der Beamtenschaft ihre Forderungen bekanntgegeben. Nach reiflichster üeberlegrmg und Erhebung aller Umstände hat die Regierung feststellen müssen, daß die F o r t s e tz u n g der A n t iteuerungsaktion ausgeschlossen wäre, wenn die Regierung das Verlangen der Beamtenschaft nach einer einmaligen Zu'wckrdung im Laufe dieses Monats erfüllen würde. Eine solche einmalige Zuwendung würde den Beamten auch nicht viel -nutzem .Denn schon ihre Ankündigung,würde, ehe noch die Zuwendung vollzogen ist, aus den: Markte eine Preissteigerung ht rvorrufen. ' Die Regierung meint auch, daß sie der Beamtenschaft vielmehr nützt, -wenn sie alles unternimmt, -um der von il/' emgeleiteten -Antiteuerungsaktion zu einem Errolg zu verhelfen. Davon hat die Beamtenschaft viel mehr, als von -einer Zuwendung, die die Antiteuerungsaktion zu-! mindest schwächt. Zu diesem einen Argument .tritt ab^rnoch enr zweiter Grund, der ebenso wichtig und ausschlaggebend .P: - - - - .... - - ' die Regierung verfügt nicht über die finanziellen Mittel, Ihnen hier entgegeuzukolmnen. Die finanzielle Lage des Staates gestattet es nicht, die von Ihnen geforderte Leistung, sei es auch i n irgend e i n e m Ausmaße, zu befriedigen. Was nun die anderen Forderungen anlangt, di« die Beamtenschaft an mich gestellt hat, so Ivird die Vevo-rdmmg über die nicht ständigen Hilfsbediensteterr schon in der nächsten Woche im Kabmettsvat verhandelt und über die zwischen der Min-isterrälkommiffion und dom FünfundzwaiHigeransschuß strittig gM-iebenen Punkte entschieden werden. Im der Frage dos B-amtenabb-au-es wird die Regierung in der nächsten Zeit dem Nationalrat rine Novelle zum Abbaugesetz vorlege'n, durch die die Bestimmungen dos bi Aher geltenden Mbcmgchetzes verlängert werden. Mrs die Würgen Fordevu-ngen aiolangt — also insbesondere die Ortsklaffen-enrieUung, Härteausgleich, Shstemisiemng usw. —, so Hai der Mmisicrrat beschlossen, daß di« Mniistevialkommisfion mit dem FünfundgilvanNigerausschuß ehestens Besprechungen über alle diese Punkte abhailten werde. Sie können versichert se'in, daß die Regierung in diesen Fragen Ihnen das größte Wohlwollen enitgegenbvin'gen wird, rra-flirlich riM-erchaH der Grenzen D>>>>W^^^AW>>W>>WW8WU>WWWWW>D>WW>W>>WtzIW^HMHgM>U>>N>>NWWU>>W>>>>>>BWWW>W Neue Zusammenstöße an dev Aaramer Universität. . Aus Agram wird gemeldet: An der Universität fanden hsute wieder Zusammenstöße zwischen den Studenten und der Polizei statt. Die Polizei drang in das Gebäude ein, worauf eine Schlägerei entstand. Mehrere Hörer wurden teils leicht, teils schwer deÄetzt. Die Vorl-esungen konnten nicht abgehalten werden. Etudentenstreik in Leoben. Me die „Tagespost" aus Leoben meldet, sind'dort gestern die Hörer d e r m o n tanist i s che n« H o chschule zum.Protest gegen di« hohen Infkript io n s g cd st -h r e n, di« von den Ausländsdeutschen zu entrichten sind, in den Aus st a n d getreten. (Die Auslandsgebühren sind ein Mittel, mn den Zuzug von ,/Fremden" an die österreichischen Ho-chschuilett feruzuhrlten. Jetzt kehrt sich dieses Mittel gegen die alpenläirdischen Bodenständigen, da es ihnen den Zuzug ihrer Komnckli tonen aus De-uischhöhmen -usw. zu nehmen droht, ^welche den ,/arischen Charakter" der alpeuländis-chen Hochschrilen am lautesten betonen. Daher die EntrüsLung, die sich >im Streik elltlädt.) des Gchaltsgesetzeö, das dgdurch mcht berührt werden dars^ Der Fünfundzwanzigevcvu-Kschich hat letztesmal a>u>ch di-' Frage der Verschuldung der Beamtenschaft angeschnitten. Auch über diesen Geigenstarvd wrvd sich dis NiMisteriMoonmiffion mit Ihnen zu beraten-Wen. Sie können versichert sein, daß ich hier, und Zwar im Einklang mit allen meinen Mmifteickollegen, Grundsätze finden werde, durch die -in Men schwierigen Fällen Mhilse gefunden tverden wird, in de-nen der sinzoln-e Beamte sich nicht anders Holsen konnte, als in Wuch-echände -M fallen? Hosrat Dr. Leth Mlärte, daß die Mitteilungen drs BuiNdesVauzlers atvf den Ausschuß einen n i -e d e rdrückenden Eindruck gemacht haben. Noch f ei ne Forderung der österreichischen Beamtenschaft sck so tief inr Seelenleben der Bundesangestelltcn verankert giewesen. wie die nach einer eirmmkigen Weihttachtszuiwenldung. Die Beamtenschaft drohe nicht mit dem Streik, aber die SAtation sei ein« so trostlos«, daß di« Leute, auch' wenn sie di« vorgebrachten Argmnente eins-chen, zunr Schluß doch erklären: Wr können nicht mehr. Durch den zersetzenden Einfluß der Not und der Derzweiflung könnte' ein sehr großes Unglück geschehen,' das dem Staat ein Vielfaches von dem kosten werde, um das die Beamten--' schaft jetzt Litte. Die Beamtenschaft glaubt der Regierung, daß es ihr um die Bekämpfung der Teuerrmg ernst ist. «der die Wirkung der Maßnahmen könne sich erst' m späterer Zeit e'instellen, m der ersten Zeit wird schon di« Anikmvdi- Mng des Kampfes gegen di« Tm-evung ein Anwachsen der Preise zur Folge haben. Die Beamten appellieren daher nochma-ls an die Regierung, ihnen die Auszahlung einer ei-mnaligen Weihnachtszuiw endung zu bewilligen^ Im übrigen werde der Minfundzwan-zigevauHchuß W der Er- Närung der RelAierrmg in einer besonderen Sitzung Stellung nehmen rmd sachliche Äln-twort daraus erteilen., Der Bundeskanzler dankt« schließlich den Beamtenvertvet-ern für ihr Erscheinen nnd ersuchte sie, bei ihren weiteren Beratungen mit ihren Organisationen di« Stellung der Reyiemng zu berücksichtigen, auf di« anderen Schichten der BwoVerumg und vor allem aus die finanzielle Situation des Staates Rücksicht zu uchmen. DerR^gierung stehen kein« Geldmittel zur Befriedigung der Beamtensordernngen zur Verfügung. Dieses Argument ist ein« Realität und nicht ein Spiel mit budgetären Ziffern. Diesey Umstand hrt-te er, besonders, zu bedenken. ' -. . . " , .*■! Die ErklävlMMN des BundeMruzlers Dr. Ra m c k ' im Fünsundz-lvanzigerausschuß haben in der Beamtensch.ist große Enttüuschung heworgemifen. Di«'Bertveter der Organisamonen BruldeLanigestellten Iverden imn ihren Vertrauensmänne-n.über das Ergebnis der.gestvlgen Bem-tung berichten und zu demselben Stellung nehmen. Für Dienstag ist. d.er-Fünft - undAwanzigerausMlß.oinberuftn. Wie verlautet, werden sich die .im Fünflrndzwanz-bgemnsschuß vertvetsnen B.eam-, tenorganisati-onen auch mit den Post-, Telegraphen- und Telephonang-estellten, die ebenfalls.di« Forderung nach Ge-, Währung eines 13. Äl-onatAbezugeS erhüben haben, in Verbindung sehen. Der Zentralausschutz der Telegraphen- und Telephonangestellten hielt gestern vormittags eine Sitzung ab, -W -der zunächst jene Punkte erörtert wurden, die durch di« Zug-sstandniffe der Genewldirekiion für Post-, Telegraphen- und Telephon- Wesen bereits eine teilweis« Erl-edMng erfahren haben. Es wurde auch erwogen, inwieweit in diesen Punkten m Kompromiß geschaffen werden könnte. Während' der Ber- 'handlunigen wurde bekannt, daß die Regierung dl« Forderung nach G-etlvähvung «ims 13. MonatsbeHuges rundweg abgelvhnt hat. Der Zentralauöschuß erklärte daraufhin, daß die TÄograPhenuitib Del«PhoMngestellten nunmehr an der Fordevung nach Erhöhung der Wirtschaf t s P r ä m i« n Von 29.000 auf 100.000 K. Pro Monat und rückwirkend vom 1. Jänner 1924 unbedingt fcsthalten müssen. ' •m—mnmmmummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmBmmMmmmnBxmm Bor der Beilegung des Lodzer Streiks. Warschau, 6. Dezember. (Tschech. Preß-Bur.) Der Streik in der Textilindustrie irr Lodz kann bereits als bei gelegt betrachtet werden. Die Textilarbeitergewerkschaften haken die Stellungnahme ihrer Vertreter, die bereits gestern den Vorschlag der Regierung betreffend die Einsetzung eines Schiedsgerichtes - angenommen haben, gutgeheißen. Ter Generalstreik wurde bereits heute widerrufen. Der Abbruch des Streiks in der Textilindustrie und die Wiederansn^^ "e der Arbeit erfolgt am Dienstag. Stürmische Szenen >m polnischen Selm. (Eigendienst -der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 5. Dezemlber. In der hmtigen Sitzung dev Sejm kam es zu stürmischen Szenen, als der weißvussische Abgeordnete T a r a s z k -i e w i c z sich in beleidigender Weis« über di« polnischen Militärkolonisten äußerte, die ' zur Polonisierung in den GmnMbieten angesredelt wurden. Der Sejrumarschasl war üvnöt-iüt. die Si-tzllm m. ILlißLtzU, ^^^^/./++/+/++./.::/::+/++^^ 5348315323230248532353235301022353010248535323485348024853000053530032485348

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