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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-02 · Heft 2079 (2.12.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2079 (2.12.1924)
Date
1924-12-02
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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vrr. zora Me», MeMay PhotograWerte fluflt Jnsivumvenie zur selb ständigen -Au fnahm e und beliebigen Wl-eidertza.be aineS Diktates (Parloigwaph, Dikbaphon ufw.) gilbt es M geraumer Ze>it, undes fehlt nur noch, daß die Aufzeichnung für das menschliche Auge unmittelbar lesbar wäre und nicht erst ab gehört und schriftlich übertragen zu wevden braucht. Tatsächlich hat so mancher auch den Gedanken einer Maschine -ur automatische« Umwandlung des gesprochenen Wortes in orthographischen Schriftsatz allen Ernstes ins Auige gefaßt. Ist also das Problem in dieser Form ins Röich der Utopie zu verweisen, so ist die automatische Wiedergabe der menschlichen Stimme i« unmitteWar lesbarer, aber von der herkömmlichen Schrift verschiedener Form sehr wohl denkbar. Bon mehreren Forschern ins Auge gefaßt, hat es saoben seine, wie eS scheint, endgültige Lösung gesunden. Dr. E. E. Fonrnrer dÄlb e, der englische Forscher, -er tt. a. durch seinen Leseapparat für Minde, daS Op tophon (eine Dorrichtunig zur Hortbaomächnng von Druckschvist), bekannt geworden ist, tritt soeben mit oinsm Verfahren -um Photographieren von Musik und Sprache an die 'Öffentlichkeit. Hiernach wird es z. B. einem Komponisten mögslich, eine Melodie zu improvisieren, die wahrend deS Spiels Note für Note selbsttätig ausgezeichnet wirü, und -war in einer für jeden Musiker ohne weiteres verständlichen Form. Schon diese BerwendungSfovm macht dar, Beofahven; wertvoll und interessant; weitere Anwendungen ober geben ihm Anspruch Mts allgemeinstes Interesse. Nach dem Fournier dMbeschen B erfahren wevden die vom menschlichen KchlNopf oder irgend einem amtdeven Mmsikinstvumen kommenden Schallwellen von viinem System abgestvmmjter Resonanzkörper «malhstevt, und -war wählt jeder die seiner eigenen Note entsprechenden selbst auS und reagiert aus deine anderen; alle gleichzeitig ertönenden sonstigen Laute und Geräusche lassen ihn <Äso voMommen nntbssiusilußt. Isder derartige. Resonanzkörper besteht aus einem Holz- Listchen, dessen Größe umd Oess«u>ng je nach der Tonhöhe variieren. lieber jeder Ovffrmng ist sine Gttm-mer-un>ge befestigt, die am freien Ende mit einem kloinen Spiegel versehen ist. Zunge.umd Kasten si-nd*aus denselben Don albgestimmt. Wiener Morsenzettuna. 3. Dezember 1984 Sette 8 u Wien, 2. Dezember.' * Das Wetter. In Oesterreich herrscht trübes Wetter. Die Voraussage bezeichnet den herrschenden Charakter als anhaltend. * Die gestrigen Märkte. Trotz Monatsbeginnes hielt sich der Verkehr gestern in engstem Rahmen. Der anhaltend Abnehmende Konsum der großen Massen wirkt hemmend aus den Absatz aller Bedarfsartikel ein. Die Gwßmarkthalle ist mit allen Fleischlsorten überfüllt. In den Preisen iist gegenüber Samstag leine BeWnderung eingelreten. Der Naschmarkt wurde wie gewöhnlich an einem Montag schwächer'versorgt, allein in Aübetvacht der schwächeren Känfevbeteiligunq reichten auch die verminderten Vorräte aus. Aus dem Obstmarkte machte sich für Aepfeln und Nüsse infolge' des bevorstchenden Nikolotages namentlich seitens der Wiftderverkäuser regere Nachfrage bemerkbar. In Butter und Eiern überwogen me Anbote die Nachfrage. * ' * Wien Im August. Wien hatte am letzten Auigusttag« eine Bevölkevunig von 1,768.710 Einiwohnern. Es starben insgesamt 1788 Personen. Es fanden in diesem Monat 1939 WeMteßungen statt. * Schlafwagenverkehr. Der zwischen Prag- Wiksenibalhnhos und G r a z - Hauptbahnhos über Smmnerau—Linz in den Zügen 18, D 607, D 108, D 207 (Prag alb 22 Uhr 10 Min./ Graz cm 11 Uhr 49 Min.) und D 208, D 107, D 608, 17 (Graz alb 17 Uhr 15 Min., Prag an 6 Uhr 29 Min.) bisher täglich gesührte Schlafwagen wird alb 1. Dezember d. I. bis auf weiteres nur mehr dreimal wöchentlich, und -war von Prag jeden Dienstag. Donnerstag und Samstag, von Graz jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag verkehren. * Fahrplanänderung. Mit Gültigkeit vom 18. Dezember d. I. werden aus den LiNLN Wel S—Pa ssau und NsumaM- Kauham—Simlbach rvachstchende A-endemmgen des bestehenden Fahrplanes dorgenonmnen. In der Strecke Wels—Neumarkt-Kallham entfällt der Schnellzug 8o3, hingegen wird Zug D 405 in den Slotion-n Gr1>eÄiirch>n und Neumeirkt- Kallham AwfenchhM nehmen. Die dermalen bestehende Führung durchlaufender Wagen Wien-Westbahnhaf—Simtbach bei den Zügen 6, 805, 813 entfällt somit ab 15. Dezember, jene der Gegenrichtung bei den Zügen 814, 414, 6 ob 16. Dezember d. I. Ferner wird Personenzug 824 Sinvbach—NemnaÄt—Kallhagr in eine spätere Lage gebracht, so daß in'Simbach der Anschluß an den bayrischen Zug 939 von München hevgestellt wird. Die Aenderuwg dieses Zuges bedingt auch eine Späterl-eMng des Zuges 424 in der Strecke Pass-au—Wels. Weiters werden geändert: Zug 418 alb Pafsau 17 Uhr 20 Min., an Schärding 17 Uhr 43 Min.. alb dort unverändert. Zug 818 ab Sim» bach 16 Uhr 26 Min., ab Braunau a. Inn 16 Uhr 54 Min., an Ried i. I. 18 Uhr 8 Min., ab 18 Uhr 31 Min., an Neumarkt-Kallham 19 Uhr 8 Min. Zug 413 äb Wels 19 Uhr 12 Min., an Nenmavkt-Kallham 20 Uhr 10 Min., ab dort unverändert. * In Kaschau gesucht, in Wien verhaftet. Der 24jährige Privatlbe-amte Alexander Jmmerblum. der auch von den Behörden in K-aschian gesucht wird, wurde hier wegen Betr-ugverdachtes verhaftet. * Eine Kiudesleiche auf dem Schwarzenbergplotz. In den Parkanlagen auf dom Schwavzenberwi'l.atz wurde am 30., November um 11 Uhr vomMlags die' Leiche eines neugeborenen Knaben gefunden. Die Kiudesleiche befand sich in einer Sckuhschachtol und war in Zeitungen gehüllt. Am Hälfe der Kmdesleiche wurden Würgespuren wahrgmommen. Die Staatsanwaltschaft wurde in Kenntnis gesetzt. * Selbstmord. Wie berichtet, war die 18whrigc Hausgehilfin Marie Pefendorfer seit dom 27. November vermißt. Sie wurde am 29. November als Leiche aus der Donau gezogen. < ■ * Ein Betriigertrick. Der 25jährige Vovbest^rfte Friedrich Friedrich hat mehreren Personen Schmuck unter,dom Vorwand, ihn zu belehnen, in einen: eigens hierzu aufgenommenen Lokale herausgelocki. Cr tourde verhaftet. * Verhaftung eines Betrügers. Der 28iäbrige angobliche Schriftsteller Moses Barüch Buchen aus Polen wurde hier wogen verschiedener Betvüaereien. verbautet. Er foTr auch der Jüdisch -anreMamschen Auswände'vunlgsgesellschiast HiaS 6000 Dollar herausgelockt haben. * Sieben Arbeiter tödlich abgestiirzt. Bei Poliguo sind!sieben ElektriKitätsarbeiter, die mit der Kabellegung für die durch sein Renommee, seine riesige Wirkung der e c h t e DIANA Franzbranntwein mit Menthol sämtliche ausländischen Erzeugnisse und Hausmittel An Nervosität und Kopfschmerzen Leidende wenden nur eine Massage an, um sich zu erfrischen und ihre ermüdende Tagesatrbeit fortsetzen zu können. Uefcerall erhältlich ntvei WIEN, II, Engerthstraße 189 PRAG, VIII. Heben, Drahobeljova 1073 Elektrifizierung der Bahn beschäftigt waren, mit einer zusammenbrechonden Antenne aus einer Höhe von 36 Metern tödlich atbgestüvzt. * Die schnellste Zeitungsrotationsmaschine. Eine Wüvzbuvger Maschinensaibri'k hat eine Schniellvotat'ionSmaifHme gebaut, die den SchnelliajSoitsrekorL im ZeitMgsdvuck schlagt. Mit der Maschine könmn stündlich 200.000 Zobüuaigsexsmiplare bis zu acht Seiten oder 50 000 Erempbare bis M 32 SÄen hevaelsteW würden. Die Maschinebedruckt stüMich 126 Kiilvmster Papier. Sie ist 21 Mole« lang, zwöi Stockwerke hoch uwd wiügt.rund 100.000 Killoaramm. Sie wurde für die Driucksrei der „Aftenposten" in Gyvistiania gebaUit. * Eine neue jüdische Weltzeitschrift. Am IS. Jänner 1925 erscheint in Pavis die eüste Nunvinor der neuen jüdischen Zeitschrijft ,Fievue Iuive". Sie ist olls eine WöMeitfchvU gedacht umd wrvd sechsmail im Jahre unter der engen Miltarbeitevschaft von Prof. Dr. Georg Brandes, Pnof Mbert Einstein und Pvof. GiWmmd Freud erscheinen. Als Hermlsgeber wird Herr Mbert Cohen zeichmn.' Äußer den genannten großen Gellchrten worden mitavbedten: Eduard H e r r i o t, Sir Herbert Samuel, Isvaeil Zangwilll, Dr. Ch Weizmann, Mbert Thomas, die Brüder Tharaud, Siepham Zweig, Jacques v. Laeretsllle, Darms Milhand und Pierre Hamp. * Shook ißt nur mehr rohe Austern. Ein Herr Shovk in Ontario hat die Gewohnheit, Austern nur gedünstet zu essen — diese Gewohnheit hat ihm, wie wir im „M-Bfts" lesen, viel GÄd gelkostat. Herr Shooks aß neeMch in einem Rcstauircunt Austern, die er extra 'Hatzte kochen lassen — da rollten ihm aus Äner ÄusternschÄe sdüben Pevlen -in den Muind. Er schloß den Mund und brachte die Pevleu gleich zu einem Juwelier, u.r.d de>r sagte, er seien auHgozeichnete Perlen, und wenn man sie nicht durch Hitze Vavdorben hädte, daam wären sie mindestens 60 Pfund wert gewesen, so über seien sie setzt voMonrmsn wevt-!lo3! — Shook ißt von setzt an Austern nur noch roh! * Ein jiddisches Gericht in Proskuroto. In Prosknrow, Provinz Podo-lien, ist ein Gerichtshof mit Mischer Vochaudlumtzslunid GsschäftKspvachie erössnot worden. Dt» und Kunst. Mische Kulturkoufere«, in Morka«. Das Theater HaVimah wird nicht subventioniert. : Wie I. T. A. aus Moskau berichtet, wurde dort m 25. November die erste jüdische Ku-lturkonferenz eröffnet. Der Erzichuntzsminister LunatscharSkh sagte in seiner Ansprache, die En-twicklnng der nationalen Kultur in der eigenen Sprache sei für die Nation nicht nur eine Sache des formalen R>och48, sondern auch der nationalen Existenz. Er Sollte dem jüdischen BoA wegen seiner Kultur, seiner Energie und seiner Fähigkeit hohes Lob. Die Menschhe-it, sa.gl>e c>r, ist bm Judentum da-nbbar, daß es ihr den größten Revolutionär, Karl Marx, gsschenit hat. Im Verlaufe der Konferenz wurde Llmatscharskh gofvagt, warum das Ministeriu-m für Erziehung und Krinst dys Bo-llLgeoisHeater Haibdinah rririerstütze. worauf Lunatscharsky erwiderte, daß die Habiinah vor 14 Tagen von der Liste der akademischen Staatstheater gestrichen worden sei. Im übrigen, fügte Lunatscharsky hinzu, habe'Habimah niemals irgend eine Geldunterst lltzung vom Erziehimgsministerium bekommen. Er handelt sich um Me h-öbräische Buhne, über deren Aufführungen Maxim Gorki einen be-geisterten Aufsatz schrieb. Aus de» rheater». B «r g t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr abends, Wallenst «ins Lager". Akademietheater. Morgen, */, 8 Uhr, „M a m r Nicole. ,P V e rn th c a t e r. Kammersängerin Lotte Lehmann ist von ihrem Urlaub zurückgekehrt und tritt heute als Mimt in „Boheme" wieder auf. Deutsches Dolkstheater. Morgen, Freitag und Sonntag „Die ZwilltngSschwestet", Donnerstaa und Samstag „D i e b e i l i g e I o b a tt v a". Als Nachmittagsvorßellungen wurden angesetzt r für Samstag den 6. d., 2 Uhr^, und Montag den 8. d., '/,6 Uhr, M a r i a S t u a r t". V o l k S o p e r. Heute „Der B e t t e l st u b e n t". Morgen zweites Auftreten Domenico Viglione Borghefes als Scarpia in Pueeinis „T o s e a". Theater in der Iosefftadt. Donnerstag den .4. d.-Erstaufführung des Schauspieles „D e r H e r r seines ' H e r z e« 8". Sonntag den 7. d., V»8 Ulir nachmittags, „D « sollst nicht töten". Montag den 8. d., '/pF Uhr nachmittags, „Der Myrtenkranz". Bride Stücke werden -zum erste« Male «achnrittags gespielt. „Motte Ganew" auf der französischen Bühne. Der jetzt in Wavschan ltzberide Dichter Schalom Asch enhielt von dem fraWöfischLN'Dramatiker Gnillot Des ix die M'ttoilum. daß er Asch' Dvama „Modke Gaurw" für die französische Bühne voftbevüitzst. „Motke Ganew" ist 'bekanntlich ml Vorjahr dürft) die. jüdiische Bühne in Wien mit gutem Erfolg aufgeführt . wchben. vmfanft ein Paar TeidenWmvfe erhalten Sie henbe Dienstag den 2. d. und morgen Mittwoch den 3. d. IM Einkauf von Waren zu sehr billvMn Einführrmas» preisen uni 150.000 K. vm Spez'ialhaus für Damen- und Hervenwäschs, Modewaren, Strumpf- und Wirkwaren, Karl I sm a n, 1. Bez., SeitzevgMe 6 (Ecke SteiMgaffe—Tuchlauben« Hof). (Gntgelilich.) ©ereilte, BortrSge u«d Serfamtnlattgen. Zionistische Sektion 6 Li^ 8. Heute, präzise die viel 9 Uhr Abends, 8. Bcq.. Dennvplotz. Gchellschaflsabend mtt Tanz. — Zeiroth Mi8rachr. Morgm u,m, 7 Uhr. äbenlds Portvaa Herrn Professors Dr. Wilhelm Stein über ,/Das vorisraeutische Palästma". Pvaterftratze 43. Gäste willkmnmem Awschließerld außerotzdentliche Genoralvevs'aman'lung. — Jung-Fuda-Jugendbund. Heut« um ha-llb '7 Uhr Generalverjsammlnng in unsevenr Heim, 2. Beg., Große Schiffgasse 2. — Jüdis che Tischgesellschaft Innere Stad t. Morgen um hailb 9 Uhr abends im Cafe > Siller, 1. Bez., Schweidrnipbatz (MeiWnin), Vortrag des Herrn Doktor Wollf. Herzberg „Mchaiische Sozialethik". Nach dem Vortrag gesellige Zuscmimenilittoft. Gäste willkommen. — Z ioni st >i- Ische F»rauonorgauifation. Morgen Mittwoch um 4 Uhr nachmittag im Kunstsalon Ackermann. 1. Bvz., Herren-' gasse 21, 2. Stock, Sitzung der -Fvauenorganisatioir. Die Mitglieder werden ersucht, pünkkblich und zuverlässig zu erscheinen. '— Akademischev Landesverb and. Morgen Mittwoch um 7 Uhr aben-8, 1. Boz., Mrnt-nevstraße 28, 1. Stock, Fortsetzung der Genevalvevs'ammlung. stfadiopropramm für heule: 11 bis 1 Uhr : Matinee Silving. — 4 bis 6 Uhr r Ernstheiterer Nachmittag (Silving). Mozart: Luverture zur Over „Der Schausvieldirektor"; Strauß r Thermen, Walzer; Zimmer: Deutsche Meisterlieder: Korngoid: Mariettas Lied und Tanzlied des Pierrot aus der Oper „Die tote Stadt": Liszt: Le3 Präludes, 'ymphouische Dichtung; Gesang Seinlage; Rod. Baß: Serenade und Humoreske (Violiuwlo: Hew Silving^; Urbach: Ein Meiodientramn; Strecker: Das war in Petersdorf t Hanley: Banana- Blues. — S Uhr: Märchen. — 8 Uhr: Opemabend. ^Nigoletto". Der Prozeß Zaworek. Dreieinhalb Jahre schwere« Kerkers. Gestern wuirde der Prozeß gegen den Arbeiter Karl Jaworek, der am 1- Jmn dieses Jahves auf dem Südbahnhof zwei Schüsse auf den gewefenen DundeskL-nM Doktor Seipel abgegeben hat, vor den Schöffen verhaudÄt. Einige Minutzen nach 10 Uhr vormrttzags wivd Jaworek in den Bcrhaudlunigssnail gesuhvt. Er ist Weich u>nd cübgemagcrt. Vor Beginn des Verhöres wird der Antrag des Verteidigers Doktor Hochsinger auf lleberweifung des Falles in die Kompöteng des Schwuvgvrichtes vom Gerichtshöfe ab gelehn t. ^Hierauf beginnst das Bechör mü dem Angeklagten. Bors.: Btzkenwen Sie sich schuldig? Angekl.: Ja, aber ich häbe nicht die Absicht gehabt, -tw, Herrn Bundeskanzler zu Kien. —«- Vovls.r Aber ireiff^ wollten Sie den Herrn Bünd-es- LaciÄsr? Ist.da auch gegen den uinaen Ulnd eder Antworte!« der RedaMon. Färb. Die Äotlerie ist bis Mit^e dieses Monats schoben lvordeti. ver- Dsm Verein der Dexttlmibeiter. polWert worden? — AmgeÄ.: Nur geschimpft ist immer worden. Bors. Herrn Schmopfeivelir auf ihn geschimpst hat. . , Y , tlefo die Giabithöilten des MlentabeS kann Jaworek nichts Näheres sagen. — Vors.: In welcher Absicht haben Sie geschossen? — AnlgsK.: Ich habe gar nichts gedacht. ' . Der Vorsitzende boiwgt einen Brief zur Verseifung, ^eu Jaworek aus der Hast an Dr. SäipÄ'flvsäwieben^ h»t und in dem er mn VeMilhung bittet. — Bert.: Entspricht, der Brmf Jhvom heutigen Denken? — Angekl. (mit Tränen in den Mgenft Ja. ' Gegen hftöb 2 Uhr nachmiittzags wird Dr. Seipel zur Zeugrneinvernahme vongevusen. — Der A-nElagte blickt den Kantor flehentlich an. — Dorf.: „Darf ich ifritten, mir den Hevgang des Mtenchats geigen Sie -u Mitödern?" — Zeuge: Ms ich den Zug entlang ging,'spürte ich-zwei Schlags ge>aen die Brust, einen rechts und einm linkL, ahwe mir Rechenschaft z-u gühen, was geschehen -War. .Dann erst habe ich gchehen, daß eine Menschenmenge einen .Mann umrvWte und >auf Gn einsching. Jetzt erist h e m e r k t e. iich,. daß ich verwundet war. — Bors.: „Es rst eine zicmnch «schwere Berletzmvg sestgiaftellt worden." — Zeuge: „Darüber werden die AeMte das Urbsil aibgeiben. Ick) muß hndifuchn, daß. die lange Daner des Krankseins nicht ans d,e Verwundung allein znrückgvfnhrt wevden darf, sondern, die Verwundung hat nur meinen sonstigen Kvankheitszustand,. die Diabetes, -beidenflicher gemacht. Bart.: ' Ick - möckte nur die Frage gestatierr, wie Herr Sicher .... _ . . — -Bors.: DaiOber kann wohl kein Zweitel sein. - - Währerid der Aussage Dr. Seipels schlu-ck-ts der Angeklagte ununlevbMchen. Gerichisarzt Professor Ha b e rda. erstattet sein Gutachten. Er bcstätigt,^ daß der BmideskaEk zwei Schußvevl-etzurkgen, eine ganz leichte, die nur sine..Kontusion he-vdorrief, nn-d eine zweite^ an sich schwere erlitten Ham:, deren gesundheitliche Folgen gewiß dreißig Tage wahrten. ES lag die Gefahr von Kompltkationen vor.

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