Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2079 (2.12.1924)
- Date
- 1924-12-02
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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kim», ytwwwm «rot v c. ^«(jcmüct ivsi Nr. SfW» AMERICAN TAILORS Brüder Koch Ges. m. b. H. L-.j V.Jii 6. »ez.. Markahilserstratze 17 »L Erstklassige Maß - Schneiderei für Herren / Reiche Auswahl h feinen englischen Stoffen / Elegante Ausführung / Billige Preise Wz zweiter Sachverständiger gab Priwarms Dr. Stelzer ftm Gutachten ab. Er erHävt den dkeMaaten für g e i st r,g gesund, doch intelleiktu-ell und charakterologisch minderwertig. Hierauf hielt der Chef der Staatsattwaltschaft Hofrat Dr. Immensörf-'r söm Plaidoyec. Er beF?ichnete die Tat noch als FolMevscheiinung deS Krieges und als Ausfluß der politischen VerhehMg. Schbießbich verwahrte sich Dr. Ammeitldörfir dagegen, daß der Prozeß politisch aufgezäumt werde. Verteidiger Dr. Hoch sing er schilderte, wie nach dem Kriege «me kurzg Zeit der Besserstellung der Arbeiter gekommen sei. daß aber mit dem Einsetzen der Sanierunßs« tSt-igkeit des BlLndeSSansl-ers Dr. Seipel ein arger Ruckfall zu verzeichnen war. Kein Wunder, daß sich das Ar* den volkSstimmeü äußerte. Der materiellen Bevanmmg des AWeklagten entspricht auch einige geistige Beravmung. Boos, zmn Angekl.: Wollen Sie noch etwas öemercken? — Augen.: Cs tut mir leid, daß ich es getan habe. Nach einer Beratung von 2g Minuten kchrte der Gerichtshof in den Saal zurück und der Vorsitzende Präsident Hofrat Dr. Altmann verkündete das Urteil. Karl Jawovek wurde des Verbreche ns des versuchten Mordes und der Uebertvetrmg des WaffenpatentS . schuldig erkannt und zu dreieinhalb Jahr«« schweren, verschärfte« Kerkers mit einem Fasttag vierteljährig verurteilt. In der^UrteilSbogründung wurde als erschwerend die Konkurrenz »Weier Delikte und der Umstand, daß das Opfer tatsächlich schwer verletzt wurde, angenommen, und als mildernd die geistige Minderwertigkeit, die leichte BeemslußbarLeit anrib das reumütige GHtvndms. Da die Tat in einer Veü- Kveiflung über eine wirkliche Notlage begangen wurde, konnte vom außerordentlichen Milderungsrocht Gebrauch gemacht werden. Der Angeklagte behielt sich Bedenkzeit vor. Ict Prozeß Steiger Wieder verschoben. Steiger bleibt i» Hast. Lemberg, 1. Drqe-mbvr. <J. T. A./ Die für diese Woche Lnbermomt gewesene BerhauMmg gegen .den indischen Studenten Stanislaw Steiger, der beichuildigt wird, gegen den Präsidenten der pMft'chen ZbePuibW, M. Woieiechowskst wähverch dessen Anwesenhoit vn Lemberg eine Bombe goschlou-- dert zu haben, ist auf Fübruur 1925 vertagt worden. Steigers Gesuch, ihn bis zur DerhcvMuing aus dem Gefängnis m entlassen, wurde abgÄehnlt. Ser Prozeß rege« »Loar Haiam". Barlaffina nimmt erneu jüdischen Advokaten. Am 25- November begann in Jerusalem die DerhaMmig Sden Herausgeber des ,L)oar Hajom" und gegen den sir des in dieser Zestung am 29. August evichienenrn s, An weichem vor ibateinifche Patriarch von Jerusalem eine Gotteslästerung «Mickte und Klageantrag stellte. Irr dem ArtKel war die Laufe Hans Hemls besprochen worden. Die BechandLung findet unter Ausschluß der Oeffen-t? llchkeit statt. Dve BschaiMma führen Rchter B aker, der Präsident des Jerufoilemer DqtrlAtsgerichtes, und Richter Abdel Hadi, MrtMsd dieses DistÄtsgerichfis. Die Anklage vortvitt ^rr Hatchell. Der AddÄat M e ck l e r, ein sephardischer Jude, evschormt als der Rechtsvertreter des Monsignore Barlassina vor Gericht, doch wird er vovau-ssichÄich ncht zu Worte kommen dürfen, da der Patriarch An diesem Prozeß nich t als Part ei angesehen wird. Die Vevteidigu-ng hat fünf Zeugen laben Dassen, unter anderen den Rev. Dr. Danb h, Kanon der St. Ge-orgeqKatlhLdrale in Jerusalem und Jerusalemer Vertreter der „Times" ferner Dr. Aulbright, den Direktor des amerNmischen archäologischen Instituts, beide Men als Kenner des Hebräischen. . Der allgemeine Eindruck nach dem Zeugenverhor und nach der Rede des Advokaten war 'dar, daß die ArMvge a u f ziemlich schwachen Fußen steht. Dom Urteil wind mit großer Spcmmmq entgegengeschen. Ar Börsenratswahlen. Die Bankiers Stratzer und Eibenschütz gefallen. — Anfechtung der Wahlen. Gestern fand lyttüet äußerst regor BeteNgmrg die Wahl in die Börseukamnrer statt. Es hait schau lange nicht an der Börse sine so bewegte Wahl stattgüfu.nden wie diesmal. Die meisten Wähler versammelten sich vor dom Wahllokal, während der Bövsenfaal zeittveifi verödet dalag und das Geschäft stockte. Neben donr offiziellen Wahworfchlceg des ZentMwcchlllkonritees waren auch Ouiisider, welche auf eigene Faust kandidierten. Es haben 90 Prozent de-r Wähler ihr Wahlrecht ansgeübt, was einen RückschlAß auif das große JiHevesse, welches sich für die Wahlen zeigte, Kiviäßt. Die Devise um-ber den Kommifsionsfirmen war Brechung des Bankeneinflusies an der Börse, well diese Kreise dve Batiken für den Zchammenlbruch der Börse und die Krise veramiwortkich machen. Trotz der leibhaften Agitation ist es aber den KommissioNsfirmen nicht gelungen, die Onisider durchzuibrmgen. Einer der vordersten im Kampfe gegen die Banken, Bankier S i r a ß e r, weilchor auch im Bvrsenvoreiu sine maßgebende Rolle spielt, ist urvterlogen, trotzdem er auch vom ZcntvMvaWmn'.tce auf die offizielle Liste gesetzt worden war. Es scheint, daß sich die den. Äamkeukreifin nahestoherrden Wähler im letzten Dbnnent . eniöschlossen. haben, d-en Namen Straßsr aus der offiziellen Äste zu streichen und an seine Stelle das im Zeultrallwahlkomitee dwrchgefallene Mitglied B iehavh zu fitzen. Auf dieselbe Art scheint auch Herr Spielberger durchgedrungen zu st>in. Natürlich herrscht über dieses Resultat bei den. kleineren Börsenfivmen große Erregung urtd es verlauft, daß das Wahlresultat angefochrem werden wird. kMion der rumünischen Handeln, kammern in 8rez Israel. Aus Bukarest wird uns berichtet: Das Handelsministerium richtete an sämtliche Handelskanunern des Landes ein Rundschreiben, in wolcheur die Ausrnerksaurkeit der rumänischen Handelskrrifi auf die Möglichkeiten wertvoller Handelsbeziehungen mit P alästiua gelenkt.wird. De»m Rundschreiben ist eine Denkschrfft des in Del-A-wiw ansässigen Herrn Mo es S ch api^ra angeschlossen, in welchsrn ausgeführt wird: Die größte Nachfrage herrscht nach Säge-material, das in Erez Israel in großen Mengen placiert werden könnte. Gesucht werden firner Portlandzemeni sowie Lebellslnittel. hauptsächlich Mehl, Kartoffeln, Pflaumen, Bohnen, Gemüfikonserven und Küvbiskerne. Von diesen Nahrungsmitteln wird in PaWina fast gar nichts produziert. Ebenso könnten in namhaften Posten abgesetzt werden: Holzwöbel, Stühle, Kasten, wie überhaupt alle einfachen und Luxus-nMöl, firner geflochtene Maren, Körbe usw. Gegenwärtig deckt der palästinensische Konsum seinen Bedarf hauptsächlich aus Frankreich und Deutschland, zum geringen Teil auf den iia! lettischen, türkischen ungriechischen Markten. Hier biete sich für Rumänien ein ausgiebiges wirtschaftliches Beiätignngsgcbiet. Aus Grund dieses Memorandums beschlosien bii Kammern, schon in kürzester Zeit eine großzügige Aktion zur intensiveren Goswltnng der Handelsbezichungen zwi. scheu Rnnlänien und Palästina in Angriff zn nehmen Schon für die nächste Zeit wird die Errich'.nng eine? rumänischen HalNdolsmnfeums in Erez Iswel in Aussich! gen-oM'Nldn.' Ser freie Levisenhanvel in Deutschland. . Zum Schutz der deutschen Währung ist in den letzten Jol> ren.ein Gesetzeswerk errich.wt worden, das den Wiederansbau der 'de-utschen Wirtschaft in stävkstcnr Ddaße zu hoinmen geeignet war und dessen BesolWNg sowohl die Behövden als auch die Geschäftstvelt mit einor großen unproduktiven Avbeit jahrelang belastote Die Forderungen der Wirtschaft nach einer Milderuiug der FessÄu sind in den letzten Wdonaiben inmter stärker gewogen, doch hielt die Reichsvsgieriung «die Atffrechter>hallt>ung der Devism^ zwan,M>vvtscha.st so bange für noiwendig, als die Borausfitzun-' gen für, die StabiNtät der Wähvun>g noch nicht ge,goben waren. Gelegentlich der Annahme des DaweZ-Gudochtelts konnte die Regierung die Revisimt der DediseNgesetzgelburlg in Aussicht stellen, aber , erst der große Erfolg dar -Reparatronsainleihe hat den Boden für eilte Beseitigung der wichtigsten Bcstimntnu-gen gcebnet. Wenn auch e-iugÄne Maßnahmen tut Interesse der Währnng noch -bestchcn bleiben müssen^ so bedeutet der Entschlns; der Regierung doch einen wesentlichen Schritt vorwärts. Ganz allgemein gesprochen wird itiati die neue Reichsmark zu einem internationalen Zahluidgsutititel ttirvb damüt gu ernenn internationalen Maßstab siir den Stand der deutschen Wirtschaft. Tie Exportiindustrie kann in Ziokmtft wieder in deutscher Währung saktnriemu und der Handelsverkehr zwischut dem Inmrd Anslande dürste sich reibungsloser und freier gestaltert. Der Ankauf von äusländrschen Zahiungsntitteln ist von nun ab Mr jedermaM frei erlaubt.; lediglich die E'nschränklnnig bleibt erhalten, daß Valuten.nur von oder durch Vermittlung oineir Devisenbank erworben werden dü-rfiu (Bankzwang) Termingeschäfte in cmslättdischen ZaihiluN'gs'Nlitteln bloib?n zunächst aus währungSpolitischen Gründen weiter verboten, ebsnso wie Zeitgeschäfte in Eldr>lmetallen gegen inländische ZohlmpSuvr-ltol, Dagegen ist 'die hinsichtlich der Eff-okten bis jetzt bestchende gesetzliche Schranke für die Wiederei-nftihrung des Mtinwverk'^r -s qesallen. . . d Die Vorschriften über den Einheitskurs bleiben in Kraft. Mtsländi-sche. Zahlungsmittel dürfen demnach gegen inländische zukeinem höheren als dein letzlbekanntett amtlichen in Berlin notierten Briefkurs erworben ober abgegeben werden. Für die unnoöretten aüslänbUschen ZahkringslNiiM ist nmßgobeiid der von dem Ausschuß der Berliner Bedi.nglmgsgemeinsch.i>ft für den Wertpapierverkühr als Brichkmrs rrmittMe und m der Presse veröffentlichte Preis. Von' besonderer Bedeutung ist die Aachhebn-ng des MarkpevkaufSvvvbotes ins Ausland, dessen wähvnngspolüischer Wert stets einigermaßen zweiseHaft war, das sich Aber im Geschäftsl'sben als nrr-gewöhivlich störend erwies. Der Umerschied zwischen I.nl-andsatuib AuAanidskvnten sowie die biÄM für Markzahkmgen <vn das Ausland grundsätzlich erforderliche Genehmigun'g des Dsvi-senkölMnissärs fällt weg. Da«nrit-im Zusammenhang steht die für Ausländer wtt wieder gegebene Möglichkeit, Valuten und ausländische Wevtpapiere in Deutschland ohne ivgeitd welche emengenden Borschriftett zu devkaevsen Allerdings n . Leviseu Devisen 0e)(J Wart Amsterdflm t. i holl. Gulden . 287t*0.- 28800. Belgrad 1 Dinar. jr.ri,— io35. Berlin.1C855.- 1C95.*», BrDsnel 1 belgischer Frank . . 3480.- 3498, Budapest 100 ungnr. Kronen . 94.70 95. Bukarest 1 Le!. 36o 50 362 London 1 Pfund Sterling . . 3287%,- 329700, Mailand I Lire. y 74.- 3086, New-York 1 Dollar. 70935,- 71185, Paria 1 Frank. 384o.— 3856, Prag I tschecho-siow, Krone . 2130.— 2140. und Balutenkurfe vom 1. Sezember 182 L Geld 517.- 18920.- 13600.- ,3701). Sofia I Lewa. Stockholm 1 achwed, Krone Warsclifl». Zürich l Schweiz. Frank. . Valuten Amerlkaiijsche Noten . . . 7e46».- i^elglsctie Noten 100 Pranken . 3445.- rtulgarläclie Noten tu lOOOLeva 501.- Oentsche Noten . 16700.- Fnsüsche Noten.32G9L0.- Ware 521.- 19950.- ir/no,- 13750.- 70860.- 3475.- 512.- 16820.- 328500,- FranzOslsche Noten. Iloliandlsclie Noten. Itall nlsche Noten. lagoslawische Noten. Polnische Noten.. Ruinftnlsclie Noten. Kuasische Noten (Roman.) . . Schweizer Noten 100 Franken Tschecho-siow. Noten. . . . Türkische Pfund-Noten .... Ungarl8Clie Noten .. Oel-I Ware 3805. - 383').- 2632).- .8525.- 30t'.- 3060.- I0?6. 13530.- 354.— 1032.- 13670.- 358.- 1356'.- ,36".- 2114.- 2130.- 3600'.- 3760*\- 92 9' 14 1') Copyright 1924 hy Nachdruck verbot»». Deutsche BeriaMnftatt, StuttgarL 4L. Fortsetzung, Ae Stadt m der Moldau. Roman. Bon Auguste Hauschner. Ernst aber freundlich kam die Antwort: „Auch im Kunstwerk ist die Wohnung Gottes, und jede Tat, die man ans Liebe tut, geschieht in Gott." Abwehrend wies er auf fein Gegenüber, nannte die Namen von Sohn, Schwiegersohn und Enkel. Der Junge, dreizehnjährig — rotblond umrahmten ihm die Ringellocken das bleiche, magere Gesicht —, rief jubelnd: „Ich fahr' nach Erez Israel, Herr Doktor." Alle Quellen seines Wesens schienen in des Rabbi Augensternen aufzubrechen. Liebe zu Gott, zur Familie, zu Ewigem und Zeitlichem. „Ein Gebenedeiter ist der Jzaak", ries er. „Tag und Nacht habe ich zu Gott geschrien, daß er mich läßt die Schwelle Zions überschreiten. Erst jetzt, wo ich ein Greis bin, hat er meine Gebete erhört. Dem Jzaak ist das Heil beschieden in seinen jungen Jahren. Er wird einziehen in Jeruscholaim, wird seine Sohlen setzen dürfen auf geweihten Boden, aufwachsen wird er in Heimatluft." Er zog das Sohneskind an sich, wie um sich der Jugend zu versichern, daß sie die Erbschaft von Wissen und Geheinrnis in sich bewahre. „Wunder und Gnade wird ihm widerfahren. Wie jedem Juden, der die Stadt der Heiligkeit betritt, wird in der ersten Nacht eine neue Seele strömen, in die Seele, die er hat aus der Verbannung mitgebracht. Sie werden Leide in den Himmel steigen. Zurückkehren wird aber nur die reine, sündenfreie. Wenn er sie unbefleckt erhält, wird er werden einer von den Auserwählten, die dem Erlöser den Weg, zur Wiederkunft bereiten." Leise, daß Jakob meinte, der Laut könne Entferntere nicht erreichen, sprach er von dem Mysterium der Seele, von den Stationen ihrer Wanderschaft, von ihrem Kreisgang durch den Menschen, bis sie die letzte Läuternng erreicht. Spärlich und tastend kamen ihm . die Worte, oft unterbrach er sich und sank in Versonnenheit. „Es gibt nur eine Wahrheit, das ist die Seele, sie ist die Frucht in der Schale der äußerlichen Dinge. Sie ist ein Zelt Gottes, in ihr wohnt Sehnsucht und Begehren, sich aus tiefer Stufe zum Ursprung zu erheben. Gott hilft ihr dabei, er kennt und zählt die Seelen seines Volkes. Dem ärmsten, dem demütigsten Juden schickt er am Sabbat eine stolze Seele, die ihm am Sabbatausgang erst verläßt. Schwankenden Seelen gibt er Stütze an einer starken, die sie in ihren Schoß aufnimmt, gleich einer Mutter, sie mit ihrem Wesen nährt, bis sie die Trübung übertoindet." GMckter H-a'Itung, schien er von den Mienen äbznlefin, als er anfing zu erzählen: ^wechwnldert Jahre ist os her. Mordbuben drangen mit Knüppeln mild mit Steinen in di>e Gassen, stürniten in die Betschule hlnsm. Es war an uinse-vsm traurigsten Festtag, an dem der Jude sein «Herz ausveißt und feinte Sünde hrwwMft vor Jehova, >daß er chm berALihe, es war am Vorabend «des Vevsöhnringsfestes. Geschreckt durch die Gefahr, verbarg sich die Ge.meinde litt den Kellern. Nur der Rabbi, der Schames und der Kantor vermochten nW die heilige Bundes'iade zu verlassen. Als nach einer Stunde die Versteckten es wagten, ihren SchluPfwinEel .iß verlassen, fanden sie Erbrochene Banke, kostbare Geräte fortgeschle-ppt, die Dhorarollen beschmutzt, zerrissen. Vor dem Tenkpeleingang, auif hohe» Pfählen hingen die Leichen der drei Getreuen. Dom Mond beschienen, i,w ihren weißen Sterbehemden glichen sie gvoßen ftemdavt'igen Blüten, von der Sense Tod mitten im Avböitsfild abgeschn'itlen. Heulend und wehklagend lief die Gemeinde in den Nachbarort, dem Bal- Schem, dem Wnnderrabbi, dem Born der Frömmigkeit, dem Quell der Weisheit, das Entsetzliche zumelden. Ter trat zum Feuer, verhüllte sich und stand lange sassungsl-oS und betend. Alls er Sprache und Besinnung wieder fand, sagte er: „Betveint sie nicht, sie sind an-fgestfigen zu einer neuen.Station der großen Wanderung. Sie sind eingegängen' in Gottes Herrlichkeit und in Einigung mit ihm verschmolzen. Wenn er sie wieder ausstreut, werden aus ihren Santen Propheten keimen, tvenn er sie in feiner Nähe duldet, werden sie die Pfeiler sein, aus deren der große Ban,meisten sein Haus errichtet. Wahrend der Greis so redete, glonnn der letzte Tagrsschimmer durch die gardinonlo'en Fenster, Jakob lvar es. alls sammle sich Licht auf des Rabbi Stirn, daß sie leuchtete gleich einer Flamme. „Das ist die Glorie unseres Sranunes das Atartyrinnt zu Ehren rmseres Giau-bentö. An Huudertiausend hat die Christenkirche in zweitausend Jahren aus Hrlftoß mid Folterbank geschickt. Bott den Uinseren wurden in diesem Krieg allein Ungezählte ungerecht geschlachtet. Wie die Stc'ine Mögen ihre Seelen ans der Straße, aber G>tt s-ch'rkt seine Cherubim, daß sie die Unbeweglichen vom Ort cntbinde-n, den Seelen Rvugsborenvr gesellen. Tann erst, wenn alle Seelen ins leibliche Leben ein,getreten sind, wenn sie von Trübnugent gereinigt, die Wegreise vollzogen haben, zevbricht die Zeit, das Gottesreich geht an. Als Letztes steig-t 'die Seele des Messias wieder. Er £cwm>t. Durch ihn geschieht die Vergöttlichung der Welt." - Die Melodie efti-ss Gemu-vinels' halte seine Berkündiguug 'begleitet, jetzt steigerte es sich wie jinm Charge sang: „Du bist -heD'ig. Heilige heiligten immer deinen Nantetr, erlitten Stviin'i'g'uintz, Veirbreinnnng, Totschlag mtd Erwürgung, schwerste, bitterste Marter, deines.Namens wegen tmd zur Grreiimg deines Volkes. (For'setznng >